Sport in Hessen 20/2017

 

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Titelthema Olympische Ballnacht

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Nr. 20 | 30. September 2017 | 71. Jahrgang Titelthema Olympische Ballnacht 2017

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© DOSB sportlerinnen auf Augenhöhe. Ramona und Lea zeigen, was Inklusion ist: eine Selbstverständlichkeit. sportdeutschland.de facebook/sportdeutschland #sportdeutschland

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EDITORIAL Editorial Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde, es gibt Momente, da sind wir alle stolz. Vielleicht haben wir im Beruf eine besonders schwierige Herausforderung bewältigt, oder wir haben ein privates Problem gelöst. Stolz zu sein, heißt auch, sich zu freuen. Wenn man sich dann noch von Herzen über das, was andere geleistet haben, freuen kann, ist das besonders schön. Auf der Olympischen Ballnacht des Landessportbundes haben sich die Gäste über die tollen Leistungen unserer „Sportler des Jahres“ gefreut. Carolin Schäfer, Alexander Wieczerzak, Kim Kalicki, Noemi Ristau, die „United Volleys“ und Trainer Jürgen Sammert sind im Kurhaus Wiesbaden ausgezeichnet worden. Das waren große und bewegende Momente für die Sieger, aber auch für den gesamten Sport in Hessen. Denn mit der Auszeichnung wurde deutlich, wie groß das sportliche Potenzial in unserem Land ist und welche Strahlkraft von Hessens Sport ausgeht. Das beste Beispiel dafür ist der Basketball Club Marburg. Hier wird ein Team, das aus Menschen mit Behinderung besteht, von Bundesligaspielerinnen trainiert. Die Freude, die der Sport den behinderten Menschen gibt, ist einzigartig. Die Jury des ODDSET Zukunftspreis war vom Engagement des Marburger Vereins jedenfalls so begeistert, dass sie dem BC den 1. Preis zusprach. Der lang anhaltende Applaus der Gäste bei der Preisübergabe während der Ballnacht zeigte, wie Recht die Jury mit ihrer Wahl hatte und dass Hessens Sport zu Recht stolz auf viele andere Vereine sein darf, die sich in ähnlicher Art und Weise engagieren. Das gilt beispielsweise für die 1. Inklusive Fußball-Liga in Hessen, oder für das 2. Interkulturelle Fußballturnier, das Hessens Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete jetzt in Rotenburg veranstaltet haben. Dies und noch viel mehr, beispielsweise wie unser Online-Vereinsberaterportal (www.lsbh-vereinsberater. de) die tägliche Arbeit im Sportverein unterstützt oder warum im Jahr 1900 im Kurpark Bad Homburg eine Fahrradbahn eröffnet wurde, lesen Sie in der heutigen Ausgabe unserer „Sport in Hessen“. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihre Dr. Susanne Lapp SIH 20 / 30.09.2017

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2 INHALT Inhalt 4 16. Olympische Ballnacht Ein fröhliches Fest 10 Hessens Sportler des Jahres Carolin Schäfer und Alexander Wieczerzak 14 ODDSET Zukunftspreis Basketball-Club Marburg ausgezeichnet 23 Sport und Flüchtlinge Interkulturelles Fußballturnier 16 Das Vereinsberaterportal Hilfe auf einen Klick 17 Aus der Praxis Der Übungsleiter 21 Kommunikationsbeirat Digitale Medien im Blick 22 Direkter Draht Der Hauptgeschäftsführer fragt nach 24 Spitzentalente richtig fördern Regionalkonzept „Fußball weiblich“ 25 Kooperation des OSP Neuer Bildungspartner 26 Neue Bücher Lesenswertes rund um den Sport 37 ARAG Sportversicherung Schadensfall des Monats 28 Bildungsakademie Endspurt zur Lizenz-Verlängerung 32 Sport und Geschichte Die Fahrradbahn im Kurpark 33 „Geprüfte Weiterbildungseinrichtung“ Gütesiegel für Sportjugen Hessen 34 Gelebte Vielfalt IdS-Stützpunktverein feiert Jubiläum Impressum Herausgeber: Landessportbund Hessen e. V. (lsb h); Otto-FleckSchneise 4, 60528 Frankfurt, Tel.: 069/6789 -0 Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Susanne Lapp, Vizepräsidentin für Kommunikation und Marketing, Glauburgstraße 11, 60318 Frankfurt. Redaktion: Leitung Ralf Wächter (RW), Isabell Boger (ib), Markus Wimmer (maw), Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt. So erreichen Sie uns: Ralf Wächter, rwaechter@lsbh.de, Tel.: 069/6789 -262; Isabell Boger, iboger@lsbh.de, Tel.: 069/ 6789-267; Markus Wimmer, mwimmer@lsbh.de, Tel. 069/6789-437; Fax: 069/6789-300. Verlag: Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Waldstraße 226, 63071 Offenbach Druck und Vertrieb: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel. Abonnementverwaltung: Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel, Tel.: 0561/60280-452, Fax: 0561/60280-499, E-Mail: abo-sih@dierichs-druck.de Anzeigen Nord/Mitte: Claudia Brummert, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel, Tel.: 0561/60280-180, Fax: 0561/60280-199, E-Mail: brummert@ddm.de Anzeigen Süd: Regina Väth, Waldstraße 226, 63071 Offenbach, Tel.: 069/85008-373, Fax: -394, E-Mail: sih@op-online.de Sport in Hessen erscheint vierzehntägig zum Wochenende Bezugspreis: Jährlich Euro 51,11 einschl. Postgebühren und MwSt. Bestellungen für Vereine beim Landessportbund Hessen e. V., für Privatpersonen bei Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Verfasser wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird keine Gewähr übernommen. Eine Rücksendepflicht besteht nicht. Titelfoto: Zun. Foto: lsb h www.landessportbund-hessen.dew

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AKTUELLES 3 RECHTS Ein Größen-, aber kein Klassenunterschied: Am Spieltag der 1. Inklusiven Fußball-Liga trafen dieser Stürmer (l.) und dieser Verteidiger aufeinander. Foto: Eckhard Cöster Gute Nachricht für Sport und Bürger Landessportbund begrüßt Förderprogramm für Schwimmbäder Gelungene Premiere Testphase der 1. Inklusiven Fußball-Liga in Hessen startet mit erfolgreichem ersten Spieltag „Wir sehen hier eine Vielfalt auf dem Platz, die es so noch nicht gegeben hat.“ Die Worte von Eckhard Cöster, Geschäftsbereichsleiter Sportentwicklung des Landessportbundes Hessen, trafen auf den Punkt, worum es am 16. September ging: An diesem Tag feierte die 1. Inklusive FußballLiga in Hessen Premiere. Beim ersten Spieltag im – Achtung! – bayrischen Aschaffenburg traten acht Mannschaften gegeneinander an. Das Besondere: Menschen mit und ohne geistige und körperliche Behinderung spielen dabei in einem gemischten Team. „Wer sieht, wie fair sich hier jeder präsentiert und wie harmonisch gemeinsam agiert wird, versteht: Das Miteinander ist für diese Sportler ganz selbstverständlich. Mir wird ganz ehrlich sehr warm ums Herz , wenn ich dies betrachte“, freute sich der Präsident des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes (HBRS) Heinz Wagner in seinen Grußworten. Der HBRS hatte die vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport geförderte 1. Inklusive Fußball-Liga im Sommer dieses Jahres initiiert. „Der Landessportbund Hessen und der Hessische Fußball-Verband haben keine Minute gezögert, als Kooperationspartner einzusteigen. Das macht uns stolz und froh, denn mit dieser geballten Kraft kann die Liga nur ein Erfolg werden“, sagte der Projektleiter der Liga, William Sonnenberg. Auch HBRS-Sportkoordinator und Abteilungsleiter Fußball, Michael Trippel, begrüßte die Teilnehmer und verwies darauf, dass die Liga wissenschaftlich durch die Goethe Universität Frankfurt begleitet wird. Dann ging es endlich los: Insgesamt 14 Spiele zu je 15 Minuten Spielzeit wurden ohne große Verletzungen ausgetragen und zeigten, wie Inklusion auf dem Platz gelebt werden kann: Frauen und Männer, Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung, mit und ohne geistige Behinderung spielten bei strahlendem Sonnenschein mit- und gegeneinander. Auch das Einlagespiel der Kids mit Handicap gegen eine Trainer- und Betreuerauswahl zeigte, dass hier der Spaß am Fußball im Vordergrund stand. Im ersten Jahr läuft die Liga noch als Testphase, ab 2018 sollen weitere Teams aus Hessen hinzukommen. Schon jetzt haben einige Vereine ihr Interesse bekundet. Der SV Vatanspor Aschaffenburg hatte sich bei der Premiere als guter Gastgeber präsentiert, der zweite Spieltag findet am 2. Dezember in der Großsporthalle des Sporthotels Grünberg statt, wo auch der HBRS Leistungsstützpunkt angesiedelt ist. „Schon der erste Tag hat gezeigt, dass ein Zusammenspiel zwischen Menschen mit und ohne Behinderung nicht nur möglich, ist, sondern dass dabei auch echte Begeis- terung aufkommt“, zeigte sich Eckhard Cöster begeistert. Er ist überzeugt, dass die inklusive Liga ein fester Bestandteil im Spielplan des organisierten Fußballs wird. Schon jetzt wird die komplette Liga bei FuPa.net erfasst. Unter www.fupa.net/ liga/inklusive-fussball-liga sind alle Ergeb- nisse einzusehen. ib SIH 20 / 30.09.2017 Als eine überaus „positive Nachricht sowohl für den Sport als auch für die Bürger unseres Landes“ hat der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, das Förderprogramm der Landesregierung für Hallen- und Freibäder bezeichnet. In das Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM) sind ab 2019 50 Millionen Euro für Erhalt und Modernisierung hessischer Frei- und Hallenbäder eingestellt. „In den vergangenen Jahren haben immer mehr Kommunen ihre Bäder geschlossen, weil sie diese nicht mehr unterhalten konnten, oder weil sie anstehende Sanierungen nicht bezahlen konnten. Das hat uns als Landessportbund große Sorgen bereitet“, so Müller. Der Grund liegt auf der Hand: Ohne eine ausreichende Anzahl von Bädern kann der gerade für Grundschüler wichtige Schwimmunterricht nicht stattfinden. Hessens Weg zu einem „Land der Nichtschwimmer“ schien also vorprogrammiert. Zudem wäre den Schwimmvereinen, die in der Regel auf kommunale Schwimmbäder angewiesen sind, sukzessive die Existenzgrundlage entzogen worden. Das wiederum hätte perspektivisch massive Auswirkungen auf Hessens Schwimmsport per se gehabt. Erfolge, wie die von Marco Koch, Jan-Philip Glania und andere Hessen „werden wir in Zukunft nur dann erleben, wenn einerseits genügend Trainingsmöglichkeiten bestehen und andererseits das Interesse am Schwimmsport schon im Kindesalter geweckt wird“, erklärte Müller. Dazu brauche es eben die Schwimmbäder. Dass die Landesregierung jetzt das neue Förderprogramm aufgelegt habe, „ist ein Stück weit auch unseren seit Langem und regelmäßig vorgetragenen Forderungen zu verdanken“, so Müller. Vor dem Hintergrund der jetzt möglichen Förderung appellierte Müller abschließend an die Kommunen, sich zeitnah mit der Sanierung und Modernisierung ihrer Bäder zu beschäftigen. RW

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4 THEMA DER SEITE Momente voller Leidenschaft! Unter dem Motto „Leidenschaft verbindet“ feierten 2.200 Gäste auf der 16. Olympischen Ballnacht des Landessportbundes Hessen e. V. fröhlich und ungezwungen die Sportler des Jahres Ees gibt Tage, die sind einfach perfekt. Für Dr. Rolf Müller, den Präsidenten des Landessportbundes Hessen e. V., dürfte Samstag, der 23. September, ein solcher Tag gewesen sein. Als der Chef des organisierten Sports in Hessen gegen 19 Uhr von der kleinen Treppe im prall gefüllten Foyer des Kurhauses Wiesbaden auf die Gäste blickt, sieht er in erwartungsvolle, freudige Gesichter. Auf der Stufe über ihm steht Carolin Schäfer. Die Silbermedaillengewinnerin der Leichtathletik-WM in London hat ihre Polizeiuniform an diesem Abend gegen einen „Traum in Schwarz“ getauscht. Sie hält eine Fackel in der Hand, mit der sie gleich die „olympische Flamme“ entzünden wird. Dann wird sie beginnen, die 16. Olympische Ballnacht des Landessportbundes Hessen. „Leidenschaft verbindet“, lautet in diesem Jahr das Motto des Balls. Ein klug gewähltes Motto, spiegelt es doch die die Menschen verbindende Begeisterung für den Sport wider. Leidenschaft, die sich auf den Sport OBEN Der Dreivierteltakt war der „Takt der Wahl“ im Friedrichvon-Thiersch-Saal im Kurhaus Wiesbaden. Fotos: lsb h SIH 20 / 30.09.2017

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TITELTHEMA OLYMPISCHE BALLNACHT 5 per se, aber auch und gerade auf seine Protagonisten bezieht. Und davon gibt es in Hessen viele, wie Müller mit sichtlichem Stolz anführt. „Sportlich gesehen hatten wir ein Bombenjahr. Das ist aber kein Wunder, denn der Hesse an sich ist genetisch zu allem fähig“, formuliert Rolf Müller ebenso salopp wie treffend. Gut zwei Stunden später wird seine Einschätzung des hessischen Spitzensports im Friedrich-von-Thiersch-Saal mit mehr als erfreulichen Fakten unterlegt. Die Wahl der Sportler des Jahres mit Carolin Schäfer und Andreas Wieczerzak an der Spitze (Bericht ab Seite 10) zeigt eindrucksvoll das Potenzial des hessischen Spitzensports. Bis dahin freilich erleben die Gäste, unter ihnen Ministerpräsident Volker Bouffier, Sportminister Peter Beuth, Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich und viele weitere namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein Programm, das das Motto des Abends in perfekter Manier umsetzt. Die „Bibong Flying Sticks“, eine aus vier Frauen bestehende Trommelgruppe mit koreanischen Wurzeln, generiert ein ums andere Mal einen Rhythmus der die Gäste mitreißt. Auf dem Weg nach Pyeongchang Im Einklang mit der atmosphärischen Dekoration des Kurhauses, der sportlich-artistischen Show der Budo- Schule Wiesbaden und den asiatisch anmutend gewan- deten Hochstelzenläufer der Gruppe Gage wird die Lust auf die Olympischen Winterspiele 2018 geweckt. Pye- ongchang ist nächstes Jahr Gastgeber der „Weltspiele des Sports“. Und ein wenig von dem Geist, der die süd- koreanische Stadt dann beherrschen wird, ist zur Ball- nacht im Kurhaus schon zu spüren. – insgesamt stellte LOTTO Hessen stolze 50.000 Euro Preisgeld zur Verfügung – sind die Aner- Dafür sorgt auch das Schattentheater „Die Mo- kennung. (Bericht dazu ab Seite 14) bilés“. Hinter einer großen, angestrahlten Leinwand lassen die Mitglieder der Gruppe Ungezwungenheit und Nähe (fast) nur mit ihren Körpern kleine Szenen Titelthema entstehen, die die Geschichte der Spiele Olympische Ballnacht: Zeitgleich zu der Verleihung des von der Antike bis nach Südkorea tragen. Leidenschaft verbindet ODDSET Preises öffnet sich das Kur- Und kulinarisch stimmt das Menü des haus für die Flaniergäste der Ball- Abends – auszugsweise mit Tunawürfeln im nacht. Für die beginnt der Abend Sesammantel auf Meeresalgensalat und Wasabi ebenfalls mit dem Henkell-Sektempfang Espuma sowie Rinderfilet Asia mit Soya-Teriyaki- im Foyer, bevor das Programm mit Artistik, Sauce – auf Pyeongchang ein. Show, Spiel und Sport in den Nebenräumen und Sa- lons startet. Gut zwei Stunden später gehen die Türen ODDSET Zukunftspreis für BC Marburg des Friedrich-von-Thiersch-Saals auf und Saal- und Flaniergäste genießen gemeinsam das, was den erfri- Zuvor stehen Personen im Mittelpunkt, deren sportli- schend anderen Charakter der Olympischen Ballnacht cher Alltag sich weit entfernt von Höchstleistungen ab- ausmachte und ausmacht. „Familiäre“ Ungezwungen- spielt. Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Bundesforschungs- heit statt formalem Zwang und die unmittelbare Nähe minister a.D. und Dr. Heinz-Georg Sundermann, zu den Protagonisten des Sports und der Politik statt Geschäftsführer von LOTTO Hessen, ehren auf der Kur- kühler Distanz sind auch in diesem Jahr die charman- hausbühne ganz besondere Menschen. Es sind mit ten Ausprägungsmerkmale des „Familienfests des hes- Hilde Rektorschek und Jürgen Hertlein Vertreter des sischen Sports“, wie Dr. Rolf Müller es einst formu- Basketball Club Marburg. Dessen Engagement für be- lierte. Und das wird auch in Zukunft so bleiben! hinderte Menschen hat die Jury des ODDSET Zukunfts- preises überaus beeindruckt. Platz 1 und 10.000 Euro Ralf Wächter OBEN „Urban Adagio“, das Schattentheater „Mobilés“ und die „Bibong Flying Sticks“ bildeten Programmpunkte voller Leidenschaft. UNTEN Carolin Schäfer (links) entzündete die „Olympische Flamme“, LandessportbundPräsident Dr. Rolf Müller und Gattin Marlies Mosiek-Müller waren perfekte Gastgeber. Gefragt war auch die Ballzeitung, die der Wiesbadener Kurier produziert hatte (rechts). SIH 20 / 30.09.2017

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6 TITELTHEMA OLYMPISCHE BALLNACHT Leidenschaftlich durch die Nacht Von Eishockey bis Roulette – die Mitmachangebote der Ballnacht haben ihren Namen verdient Es klatscht sich schlecht mit einem Glas Henkell Sekt in der Hand. Doch den Flaniergästen ist das egal. Sie klemmen die Gläser zwischen zwei Finger, stellen sie auf Tischchen oder gar dem Boden ab, um Applaus spenden zu können. Viel Applaus. „Leidenschaft verbindet“ lautet das Motto der 16. Olympischen Ballnacht und das Duo „Urban Adagio“ zeigt im Foyer des Kurhauses gerade, was das bedeutet: Zwei Personen, Mann und Frau, die in ihren Bewegungen miteinander zu verschmelzen scheinen, die in ihrer gemeinsamen Leidenschaft für den Sport aufgehen. Die Leidenschaft für den Sport, sie ist auch bei den festlich gekleideten Flaniergästen zu spüren. „Wer wurde denn jetzt Sportler des Jahres?“, möchte eine Frau wissen, das Programmheft mit den Nominierten in der Hand. Als sie es erfährt, nickt sie: „Carolin Schäfer hat es wirklich verdient. Ihr Siebenkampf war so emotional“, sagt die Frau, bevor sie in Richtung Roulette-Tisch verschwindet. Von dort kommen Elke Pistono und Andreas Born gerade mit zwei Händen voller Jetons. Bunte Mischung „Hier zu spielen, hat richtig Spaß gemacht“, sagt Pistono über das Angebot der Spielbank Wiesbaden, „gerade, weil es nicht um echtes Geld geht.“ Zu gewinnen gibt es trotzdem etwas: freien Eintritt für zwei in die „echte“ Spielbank, 50 Euro Startkapital und ein Abendessen bei Käfer‘s. Pistono und Born machen sich durchaus Hoffnung auf diesen Preis. „Doch jetzt gehen wir erst mal Tanzen“, kündigen sie an. Die Mischung aus Musik, sportlich-festlicher Atmosphäre und Mitmach­ angeboten macht die Ballnacht ihrer Meinung nach aus. Nach seiner Premiere im vergangenen Jahr war für das Paar deshalb klar: Wir kommen wieder! So wie ihnen geht es vielen. Unter den Gästen der Ballnacht sind zahlreiche Wiederholungstäter, die dieses Fest für alle Sinne sichtbar genießen. Während die einen ihre Körper zu Klängen der Bands „Soul Palace“ und „Die Schwindler“ wiegen, schlürfen die anderen einen leckeren Cocktail – oder sie löffeln einen Joghurt der Firma Schwälbchen. „Der ist schön frisch und wird gerne angenommen“, sagt Mitarbeiter Frank Ohlemacher. Doch auch das Glücksrad, das die Molkerei aufgebaut hat, steht kaum eine Sekunde still. Zu gewinnen gibt‘s verschiedene Cafreddo-Getränke. Wer sich kulinarisch schon mal auf die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang einstimmen will, ist am Stand von „Käfer‘s“ richtig: klassische Frühlingsröllchen und ein Curry-Karotten-Ingwersüppchen sind dort genauso zu finden wie ein Wok-Gericht mit Hähn- OBEN Gespannte Glücksspieler bei der Spielbank, fernöstliche Atmosphäre beim Wiesbadener Kurier und eine Touchwall von Rosbacher, die alle ins Schwitzen bringt! Fotos: lsb h SIH 20 / 30.09.2017

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TITELTHEMA OLYMPISCHE BALLNACHT chenfilet. „Schmeckt lecker und nach den ganzen Mitmach-Aktionen hatte ich jetzt doch ein bisschen Hunger“, sagt ein junger Mann mit roter Fliege. Tatsächlich kommt manch ein Gast fast schon ins Schwitzen: etwa an der Reaktionsschnelligkeit fordernden Touch-Wall von Rosbacher. Oder beim Eishockey-Schießen von LOTTO Hessen, wo die Umstehenden natürlich am besten wissen, wie es funktioniert: „Hol mal weniger Schwung“, rät eine. „Warum schießt du überhaupt mit links?“, will ein anderer wissen. Ein Dritter motiviert: „Auf geht‘s, Gabi, einen bekommst du noch rein.“ Aktiv trotz High Heels und Smoking Behzad Borhani, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, macht unterdessen am Flugsimulator der Fraport seine Sprüche: „Bitte bringen Sie Ihre Sitze in eine aufrechte Position und klappen Sie alle Tische vor ihnen hoch.“ Gerade noch am Lachen, wird sein Gesicht dann schnell ernst und konzentriert. Das imaginäre Flugzeug sicher auf der Landebahn zu positionieren – es scheint nicht einfach zu sein. Der Reiz, es zu versuchen, ist dennoch groß: Eine ganz Traube von Menschen hat sich vor dem Simulator gebildet. Ähnlich voll ist es auch an den anderen Ständen: beim Wiesbadener Kurier, wo Erinnerungsfotos für die ganz persönliche Titelseite der „Ballzeitung“ geschossen werden. Beim Hessischen Schützenverband, wo Damen in High Heels mit dem Lasergewehr auf die Zielscheibe schießen. Oder bei der Carrera-Bahn von Athletics Sport Sponsoring. „Da werden Kindheitserinnerungen geweckt“, sagt Jochen Zehnter. „Früher war die Bahn kleiner. Dafür war es schwerer, nicht aus der Kurve zu fliegen“, ergänzt seine Begleiterin Claudia Eschborn. Abends Ballnacht, morgens Training Am Stand der Stiftung Sporthilfe Hessen sitzt Hessens Sportminister Peter Beuth im bequemen Sessel. Langsam schaut er von rechts nach links, mal nach oben, mal nach unten. Auf dem Kopf trägt er eine Virtual Reality-Brille, mit der gerade ein Sprung von der Skiflugschanze simuliert wird. „Das ist schon ein etwas komisches Gefühl, aber auch interessant“, sagt Katharina Heinig, die ihre Brille gerade abgenommen hat. Ihr Trainings-Outfit hat die Marathon-Läuferin an diesem Abend gegen ein rotes Abendkleid getauscht. Sie sei froh, auch bei dieser Olympischen Ballnacht wieder dabei gewesen zu sein. „Vor allem die Vorführungen haben mir sehr gut gefallen“, sagt sie. Nur allzu lange bleiben kann sie nicht: Damit sie beim Heimmarathon in Frankfurt fit ist, steht am nächsten Morgen schon wieder Training auf dem Programm. Auch Kim Kalicki, Hessens Nachwuchssportlerin des Jahres, steckt voll in den Vorbereitungen. Zur Ballnacht hat sie einige Teamkameraden mitgebracht – und ihren Zweierbob, der von den Ballnacht-Gästen gerne als Foto-Kulisse verwendet wird. Gleich daneben hat der Landessportbund eine Wii-Konsole aufgebaut. Die Aufgabe: Mit dem virtuellen Bob möglichst schnell durch den Eiskanal kommen. Wann sonst hat man schon mal die Chance, eine Junioren-Weltmeisterin zu schlagen?   Isabell Boger SIH 20 / 30.09.2017 7 Perfekte Mischung Vision Beat beschert der Ballnacht einen vollen Dancefloor Nach ihrem Erfolg im vergangenen Jahr, mit pickepacke-vollem Dancefloor, waren Vision Beat auch auf der 16. Olympischen Ballnacht der Garant für beste Stimmung und ständige Bewegung im Christian Zais-Saal. High-Energy-Entertainment der Superlative war dem Publikum versprochen worden und High-Energy-Entertainment lieferten DJ K.C., Geigerin Daniela und Sänger Jay Oh auch ab. Die faszinierende Mischung UNTEN LINKS Die Schwindler sorgten im Muschelsaal unplugged für Stimmung. Fotos: lsb h aus bekannten House- und RnB-Grooves, Scratching und Live-Samples sowie der energiegeladenen Auftritte von Jay Oh und Geigerin Daniela, die den Tanzwütigen die Geige als Pop-Instrument nahebrachte, begeisterten Männer wie Frauen. Etwas weniger laut und druckvoll, aber mindestens ebenso be- Titelthema schwingt waren Musik und Stim- Olympische Ballnacht: mung im Muschelsaal. Dort zeig- Leidenschaft verbindet ten „die Schwindler“, dass man auch „unplugged“ ein Publikum in Bewegung versetzen kann. Uner- müdlich bewegten sich die Paare zu aktuellen, alten und ganz alten Songs, die ins Ohr und natürlich in die Beine gin- gen. Bis in den frühen Morgen war so dafür gesorgt, dass tanzwütige jeder Couleur auf der 16. Olympischen Ballnacht auf ihre Kosten kamen.  maw OBEN RECHTS Im Christian Zais-Saal bestimmten hämmernde Beats und treibende Grooves das Geschehen.

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8 Impressionen der Olympischen Ballnacht 2017 Ministerpräsident Bouffier, Gattin Ursula „Formel 1-Feeling in klein“ mit ASS STcahluenlet WauiessdbeardeBnudo- SmpiotrtBmeginleisitteurngPeter Beuth Unplugged und gut: Die „Schwindler“ Ein Prosit auf die Ballnacht mit Henkell MCohdaermraatonrtinamdeMr iOklryom: pJuislciaheNneBstalellnisatchdite. neue Über den Köpfen der Gäste: Gage Hochstelzenlauf Frisches für zwischendurch von „Schwälbchen“ Pure Stimmgewalt Rock‘n‘Roll Im Wii-Eiskanal mit dem Landessportbund Hessen Bobhoffnung Kim Kalicki Über den Wolken im Fraport-Flugsimulator Rein mit dem Puck bei LOTTO Hessen SIH 20 / 30.09.2017

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TITELTHEMA OLYMPISCHE BALLNACHT Ein SEAT für den guten Zweck Oberbürgermeister Sven Gerich gewinnt den Hauptpreis und will ihn an eine karitative Einrichtung weitergeben Als der Hauptpreis der Ballnacht- Tombola, ein SEAT Mii Ecofuel im Wert von 14.399 Euro, gezogen wurde und der Gewinner zur Bühne kam, ging zunächst ein Raunen durch den Saal, dann brandete Applaus auf: Das orange-farbige Los mit der Nummer 97, auf das der Hauptge- winn fiel, gehörte dem Gastgeber, Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich. Der Gewinner schüttelte ungläubig den Kopf, als er den Saal Richtung Bühne durchquerte, doch oben angekommen hatte er sich zumindest so weit gefasst, dass er verkünden konnte, dass er den Preis nicht behalten, sondern für einen guten Zweck zur Verfügung stelle. „Ich weiß nicht, ob wir eine Versteigerung machen, oder den Wagen spenden, dass klären wir in den kommenden Tagen. Wir finden in Wiesbaden bestimmt eine karitative Einrichtung, die sich über ein solches Auto freuen wird“, war er sich sicher, als ihm von Andreas Smutny der Schlüssel überreicht wurde. Smutny ist Geschäftsführer des SEAT-Autohauses Löhr in Wiesbaden, das den Mii Ecofuel gespendet hatte. Die Freude über den Gewinn war Sven Gerich dennoch anzumerken, zumal er bislang noch kein Glück bei Lotto, Gewinnspielen oder einer Tombola gehabt habe. maw OBEN Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich freute sich von ganzem Herzen, als Andreas Smutny vom Autohaus Löhr ihm den Schlüssel für den Hauptgewinn übergab. Foto: Landessport- bund Hessen SIH 20 / 30.09.2017 9 Wir sagen ganz herzlich „DANKE“! Die nachfolgenden Firmen haben die Tombola zur 16. Olympischen Ballnacht mit Preisen unterstützt. Ihnen sagen wir an dieser Stelle herzlichen Dank. Unser ganz besonderer Dank gilt SEAT Löhr Automobile Wiesbaden, die gemeinsam mit „Lust auf Wiesbaden“ den Hauptgewinn der Tombola, einen SEAT Mii Ecofuel, zur Verfügung gestellt hatten. Ein herzlicher Dank gilt auch den Sonderpreisgebern. Das sind die ASS Athletic Sport Sponsoring GmbH, das Grand Hotel Heiligendamm, Samsung Frankfurt Universe, LSC Cosmetic und die Sartory Bürosysteme GmbH. 1. FFC Frankfurt e.V. n 1. FSV Mainz 05 e.V. n Art in Event n Berlin Leichtathletik-EM 2018 GmbH n Best Western Premier Seehotel n Krautkrämer n Borussia Dortmund n BRITA GmbH n Christine Stibi n Conparc Hotel & Conference Centre Bad Nauheim n Dt. Leichtathletik-Verband n Dt. TischtennisBund n Dt. Turner Bund Service GmbH n Dorint Pallas Wiesbaden n DR. HÖHL’S GmbH & Co. KG n Eberhard Gienger promotion GmbH n Eintracht Frankfurt Fußball AG n Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH n Frankfurter Golf Club e.V. n Fraport AG n Fritz Rémond Theater n FSV Frankfurt 1899 n G-Hairstyling by Gabriele Krätzer n Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG n Hautklinik Prof. Dr. med. H.M. Ockenfels n Henkell & Co. Sektkellerei KG n Hessische Sportstätten – Ausstattungs- und Service GmbH n Hess. Fußball-Verband e.V. n Hess. Leichtathletik-Verband e.V. n Hess. RadfahrerVerband e.V. n Hess. Schützenverband e.V. n Hess. Volleyballverband e.V. n Hochschule Geisenheim University n Hofgut Georgenthal n Hotel Augustiner Kloster n Kosmetik Valence n Kosmetikstudio Narsiza n Kurhaus Gastronomie Gerd Käfer & Roland Kuffler GmbH & Co. n Le Méridien Frankfurt n Lindner Congress Hotel Frankfurt n Lindner Hotel Am Ku’damm n Lindner Hotel & Sports Academy n LOTTO Hessen GmbH n Matchball Tips & Infos n Mein Schloss Hotel n MMK Museum für moderne Kunst n Nassauische Sparkasse n NH Frankfurt Niederrad n Olympia Verlag GmbH n Opel Zoo n Pieper Optik n R2comsport n Rehazentrum MED4SPORTS n Schlemmerblock – VMG Vertriebs-Marketing-GmbH n Schloss Vollrads GmbH & Co. Besitz KG n SEAT Löhr Automobile Wiesbaden n Sebapharma GmbH & Co. KG n Senckenberg Naturmuseum n SIDI Sportmanagement n Sierra Germany c/o Loop5 Shopping Centre n Skyliners GmbH n Spielbank Wiesbaden GmbH & Co. KG n sports up GmbH n Städelsches Kunsti­nstitut und Städtische Galerie n Stadtleben Media GmbH n stelio luxury moments n SUP-Mainhattan n SV Darmstadt 1898 e.V. n SV Wehen 1926 Wiesbaden n Tanzschule Weber n Taunus Wunderland n Tigerpalast Varieté GmbH n Traumwagen Coaching - Michael Biedenbach n TTC OE Bad Homburg 1987 e.V. n TG Bornheim 1860 e.V. n Uhlemann GmbH n United Volleys n VC Wiesbaden n Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG n VfB Stuttgart 1893 n VITIS Sports, Health & Swim Club n Weingut Ernst Bretz n Weingut Lönarz n Weinladen Schmidt GmbH n Wiesbaden Marketing GmbH n Wiesbadener Reit- u. Fahrclub e.V. n Wiesbadener Volksbank eG n Zwiesel Kristallglas AG

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10 Schäfer und Wieczerzak vorne Auf der 16. Olympischen Ballnacht in Wiesbaden wurden Hessens Sportler des Jahres 2017 ausgezeichnet Carolin Schäfer und Alexander Wieczerzak sind Hessens Sportler des Jahres 2017. Die Ehrung der Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt und des Judokas, der für den JC Wiesbaden an den Start geht, war einer der Höhepunkte der 16. Olympischen Ballnacht im Kurhaus Wiesbaden. Im festlichen Rahmen und unter den Augen zahlreicher prominenter Gäste, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth, wurden die Preisträger der unterschiedlichen Kategorien bekanntgegeben und ausgezeichnet. Mannschaft des Jahres wurden die United Volleys aus Frankfurt, in der Kategorie Sportler mit Behinderung erhielt die Skiläuferin Noemi Ristau von Blau-Gelb Marburg/SSG Blista die meisten Stimmen. Nachwuchssportlerin des Jahres wurde die Wiesbadener Bobsportlerin Kim Kalicki. Zu Hessens Trainer des Jahres wählte die Jury Leichtathletiktrainer Jürgen Sammert, der Carolin Schäfer auf dem Weg zur WM-Silbermedaille begleitet hat. Gewählt hat die Preisträger eine Jury aus Chefredakteuren und Sportressortleitern hessischer Medien. Auch in diesem Jahr waren die Entscheidungen sehr knapp. Judo-Weltmeister Wieczerzak, der seinen Titel erst Ende August gewonnen hatte, machte sozusagen auf der Zielgeraden das Rennen gegen Sönke Rothenberger, Christian Reitz und Marco Koch. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.500 Euro (je 1.000 Euro für die Sportler, Mannschaft und Trainer des Jahres sowie 500 Euro in der Kategorie Newcomer) stellte erneut die Spielbank Wiesbaden zur Verfügung. In ihren Reden hoben die Laudatoren neben den herausragenden Leistungen der hessischen Top-Sportler und -Sportlerinnen auch ihre Vorbildfunktion in Sachen Fairness, Teamgeist und Durchhaltevermögen hervor. Hessens Sportlerin des Jahres Ministerpräsident Volker Bouffier hatte die Aufgabe, mit Carolin Schäfer Hessens Sportlerin des Jahres auszuzeichnen: „13,09 Sekunden über 100 Meter Hürden, 1,86 Meter im Hochsprung, 14,86 Meter mit der Kugel, 23,58 Sekunden über 200 Meter, 6,20 Meter im Weit- OBEN Alle nominierten und geehrten Sportler sowie die Laudatoren versammelten sich zum obligatorischen Gruppenbild. Fotos: lsb h SIH 20 / 30.09.2017

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TITELTHEMA OLYMPISCHE BALLNACHT 11 Wildungen auf. sprung, 49,99 Meter mit dem Speer und 2:15,34 Minuten im abschließenden 800-MeterLauf. Das ergibt Summasummarum 6.696 Punkte und die Silbermedaille im Siebenkampf bei den LeichtathletikWeltmeisterschaften 2017 in London“, zählte der Ministerpräsident die Ergebnisse der Polizeikommissarin aus Bad Nach 2014 ist Carolin Schäfer zum zweiten Mal zu Hessens Sportlerin des Jahres gewählt worden. Mit dem Gewinn der Silbermedaille krönte die Siebenkämpferin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet, eine Saison der Top-Ergebnisse. Nach vier persönlichen Bestleistungen bei den WM-Qualifikationswettbewerben in Götzis, wo sich Schäfer mit 6.836 Punkten endgültig in der Weltspitze etablierte, bedeuteten die 6.696 Punkte von London ihre erste Medaille im Erwachsenenbereich. Zehn Jahre zuvor hatte sie bereits Silber bei der U18-WM gewonnen, 2008 und 2009 sicherte sie sich WM-, bzw. EM-Titel in der U20, was ihr damals die Auszeichnung „Hessens Newcomerin des Jahres“ bescherte. Hessens Sportler des Jahres Hessens Sportler des Jahres, Alexander Wieczerzak, startet für den JC Wiesbaden. Kein Wunder also, dass Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich die Ehre hatte, ihn auszuzeichnen. Er ist der erste deutsche Judo-Weltmeister seit 14 Jahren und hat mit seinem Titelgewinn eine ganz schwierige Phase seines Sportlerlebens erfolgreich überwunden. Wieczerzak war bereits 2010 U20-Junioren-Weltmeister geworden, 2015 gewann er bei den Europameisterschaften Bronze. Mit dem Titelgewinn endete für den Sportsoldaten und BWL-Studenten eine Leidenszeit, die 2016 mit einer Infektion mit dem DengueFieber begann und ihn die Olympia-Teilnahme kostete. Es folgten ein Rippenbruch, eine Ellbogen-OP und ein Bänderriss im Knie, der sogar den WM-Start gefährdete. „Die Weltmeisterschaften 2017 sollten schließlich der bisherige Höhepunkt seiner Karriere werden. Mit Siegen u.a. gegen den amtierenden Europameister sowie den Olympiasieger von 2016 qualifizierte sich der krasse Außenseiter für das Finale in der Klasse bis 81 Kg. Dort besiegte er vorzeitig den Italiener Marconcini durch Ippon“, zeichnete Oberbürgermeister Gerich den Weg zum WM-Titel nach. Diese Energieleistung hat die Jury so sehr beeindruckt, dass dem Judoka der Titel „Hessens Sportler des Jahres“ nicht mehr zu nehmen war. Hessens Mannschaft des Jahres „Wir ehren heute ein Team mit einem einzigartigen Konzept aus hochkarätigen Spielern, aktiver Talentförderung und modernsten Trainingsmethoden. Drei Spieler aus dem Team haben jüngst mit der Deutschen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei den Europameisterschaften gewonnen. Hessens Mannschaft des Jahres 2017 sind die United Volleys RheinMain“, gab Hessens Sportminister Peter Beuth die Siegermannschaft des diesjährigen Wettbewerbs bekannt. OBEN Mannschaft des Jahres: die United Volleys Rhein-Main. Nachdem die Volleyballer in ihrer ersten Bundesliga- Saison das Halbfinale der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft und im DVV-Pokal 2015/16 erreichten, gelang es dem Team, diese Erfolge auch im zweiten Jahr zu bestätigen. Sie erreichten erneut das Playoff-Halbfinale der Deutschen Meisterschaft und Titelthema beim ersten internationalen Start im europäischen Olympische Ballnacht: CEV-Pokal spielte sich das Team ebenfalls bis ins Leidenschaft verbindet Halbfinale und verlor dort gegen den späteren Ti- telträger Tours Volley-Ball aus Frankreich. In dieser Zeit schaffte es der Club, der auf junge deutsche Talente setzt, mehrere Nationalspieler hervorzubringen. Im Team, das bei den Europameisterschaften 2017 Silber gewonnen hat, standen mit Tobias Krick, Julian Zenger und Moritz Karlitzek, sowie dem früheren United-Spieler Jan Zimmermann (Tours Volley-Ball) insgesamt vier Spieler mit United-Volleys-Hintergrund auf dem Siegerpodest. SIH 20 / 30.09.2017

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12 T I T E L T H E M A O L Y M P I S C H E B A L L N A C H T Hessens Sportlerin des Jahres mit Behinderung „Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit einer Augenbinde, die nur zwei Prozent des Tageslichts durchlässt, auf einem Berg. Vor Ihnen befindet sich eine alpine Skipiste mit einem Wald aus Slalomstangen. Sie stürzen sich aus dem Starthaus, nur geleitet von der Stimme Ihres vor Ihnen fahrenden Guides“, begann Günter Berz-List, Vorstand der Schwälbchen Molkerei, seine Laudatio auf Noemi Ristau. Die stark sehbehinderte Skifahrerin, gehört zu den Besten der Welt in ihrer Disziplin und hat schon im Europacup in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam gemacht. Bei ihrer ersten WM gewann die Para-Skifahrerin, die für Blau-Gelb Marburg/SSG Blista startet, die Bronzemedaille im Slalom und wurde 5. im Riesenslalom. Da sie gerade ihre Berufsausbildung abschließt und im Lernstress ist, konnte Noemi Ristau nicht an der Ballnacht teilnehmen. Stattdessen nahm ihr Guide Lucien Gerkau den Preis entgegen. Hessens Trainer des Jahres Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vorsitzender der Stiftung Sporthilfe Hessen, war es vorbehalten mit Jürgen Sammert Hessens Trainer des Jahres 2017 auszuzeichnen. „Pascal Behrenbruch, Jan Felix Knobel, Maryse Luszolo und Claudia Salman-Rath gehörten zu seinen Schützlingen. D e n größten Erfolg seiner Trainerlaufbahn hat ihm Carolin Schäfer mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der WM 2017 beschert.“ Der Trainer von Carolin Schäfer zeigte sich sichtlich gerührt von der Ehrung. „Die Top-Leistungen, die auf höchstem Niveau erzielt werden, wären nicht möglich ohne die vielen Betreuer und Übungsleiter an der Basis der Vereine“, gab sich Hessens Trainer des Jahres bescheiden. Sammert leitete die Trainingsgruppe der Frankfurter Eintracht, zu denen weitere Athleten wie der Zehnkämpfer Jan Felix Knobel und Claudia SalmanRath gehörten. Aufgrund gesundheitlicher Probleme betreut er inzwischen nur noch Carolin Schäfer und führte sie trotz aller Widrigkeiten, die damit verbunden waren, zum Medaillengewinn. Hessens Newcomer des Jahres Hessens Nachwuchssportlerin des Jahres kommt aus Wiesbaden und sorgt seit 2015 im Bobsport für Furore. Andreas Krautwald, Geschäftsführer der Spielbank Wiesbaden zeichnete mit Kim Kalicki Hessens Newcomer des Jahres aus: „1.330 Meter Gesamtlänge mit 110 Metern Höhenunterschied und 15 Steilkurven. In Kurve 9 wird die maximale Körperbelastung mit 5 G und einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 140 Stundenkilometern erreicht. Das sind die technischen Details der Bob- und Rodelbahn Winterberg. Der Eiskanal im Sauerland scheint der Wiesbadenerin zu liegen: schon 2016 wurde sie dort Junioren-Vize-Weltmeisterin. Am 29. Januar 2017 erzielt sie auch genau dort ihren bis dato größten Erfolg: U23-Weltmeisterin im 2er Bob. Sie gilt als das größte Talent an den Lenkseilen in der Formel 1 des Wintersports. Hessens Nachwuchssportlerin des Jahres ist Kim Kalicki vom TuS Eintracht Wiesbaden“. Bislang verlief Kalickis Karriere bis zu einer Trainingsverletzung ziemlich geradlinig. Nach acht Wochen Pause zurück, und zunächst entsprechend schlechten Startzeiten zeigte sie bei der WM fahrerische Brillanz und bewies, dass sie nicht nur am Start schnell ist. Ihr nächstes sportliches Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Korea. Der Titel „Hessens Newcomer des Jahres 2017“ wird sicher eine weitere Motivation für sie sein, dieses Ziel auch zu erreichen. Markus Wimmer Spielbank Wiesbaden stellt Preise Die Preise für die Sportler des Jahres wurden auch 2017 von der Spielbank Wiesbaden zur Verfügung gestellt. Von den insgesamt 5.500 Euro gingen je 1.000 an die Sportlerin, den Sportler, den Behindertensportler, den Trainer sowie die Mannschaft des Jahres. Für den Newcomer gab es 500 Euro. Auf dem Foto rechts beweisen (v.l.) Ministerpräsident Volker Bouffier, Landessportbund-Präsident Dr. Rolf Müller und Spielbank-Geschäftsführer Andreas Krautwald, dass auch Preise überreichen richtig Spaß machen kann. SIH 20 / 30.09.2017

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