Christus König Halver Netzwerk 2017 September

 

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Magazin der Pfarrei Christus König Halver-Schalksmühle-Breckerfeld-Dahl

Popular Pages


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christus könig netzwerk Magazin der Pfarrei Christus König Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl Ausgabe 3/2017 Aus dem Inhalt Neuigkeiten …aus Breckerfeld …von den Messdienern Wahlen zu den Gemeinderäten Spirituelles von und über Franz von Assisi Herbstzeit – Erntezeit – Zeit des Dankes Foto: © Conny Nölle

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Editorialial Liebe Leserinnen und Leser, Heft Nr. 3 liegt nun vor Ihnen, vielfältig und bunt wie der Herbst. Eine Menge tut sich in unserer Pfarrei in dieser Jahreszeit. Die Wahlen zu den Gemeinderäten stehen an, Abschied wird genommen und Neues begrüßt. Gespannt schauen wir nach Breckerfeld: Die Kirche St. Jakobus wird umgestaltet. Luftiger und so ganz anders soll sie im Inneren werden, die kleine Kirche mit dem markanten Zwiebelturm. Wie wird die Gemeinde entscheiden? Wir dürfen Erntedank feiern. Die Kinder feiern das Fest des Hl. Martin und erhellen mit ihren fröhlich-bunten Laternen schon kurz vor dem Advent die Dunkelheit. Vor den Sommerferien hat unser Bischof Franz-Josef die Pfarrei besucht, eine schöne Messe mit uns gefeiert und nun für dieses Heft das Geleitwort geschrieben. Darüber freuen wir uns sehr! Ihnen allen viel Freude beim Lesen des Heftes wünscht Ihnen Ihre netzwerk-Redaktion Irischer Segen Ein heiterer Himmel erstrahle über dem, was du tust, über den Dingen, die du liebst. Dunkle Wolken mögen dich verfehlen, ein heiterer Sinn jedoch erhelle dein Herz. Foto: © Conny Nölle Das nächste »netzwerk« erscheint Mitte Dezember 2017. Die Redaktion wünscht Ihnen einen bunten Herbst! Inhalt 2 Inhalt/Impressum/Editorial 3 Geleitwort 4/5 Pfarreientwicklungsprozess 6 Veränderungen im Pastoralteam 7 Neue Messdienerleiter 8/9 Wahlen zum Gemeinderat 10/11 Ablass des Hl. Franziskus 12/13 Der Sonnengesang des Hl. Franziskus 14 Ökumenischer Männertreff 14 Einladung zum Gebet 15 Leih dir was! Die Büchereiseite 16 Bes. Gottesdienste/Familiengottesdienste 17 Anfang und Abschied 18/19 Umbau St. Jakobus 20/21 Reformation (Teil 4) 22 Aus der Firmvorbereitung 23/24 Termine Impressum/Bildnachweise Herausgeber: Katholische Pfarrei Christus König, Hermann-Köhler-Straße 15, 58553 Halver, Tel. 0 23 53 / 37 30 Redaktion: Ascan von Bargen, Eva Koch, Maximilian Marx, Cornelia Nölle, Claus Optenhöfel, Heidrun Rediger, Dr. Johannes Sander Mitarbeit an dieser Ausgabe: Ileana Beckmann, Anna Brosch, Johannes Krause, Dr. Franz Josef Overbeck, Tanja Post, Sandra Schnell, Petra Uebelgünne, Barbara Vormann, Barbara Wilk. Bilder/Info: Falls nicht anders vermerkt: S. 3: Bistum Essen; S. 6: Redaktionsteam, privat, Svea Raßmussen, Nicole Cronauge/Bistum Essen; S. 10: Foto oben: © Ludmila Pilecka/wikipedia; Foto unten: © Wolfgang Sauber/wikipedia; S. 16: Floydine/fotolia.com; S. 17, S. 20: privat; wikipedia; wikimedia commons. Kontakt: netzwerk@christus-koenig.de Herstellung: Heidrun Rediger, HR-Typo Mediengestaltung, Halver Internet: Hinweis: www.christus-koenig.de Die Redaktion behält sich aus technischen und inhaltlichen Gründen vor, Texte redaktionell zu bearbeiten oder zu kürzen. Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Über Leserbriefe freut sich die Redaktion, kann allerdings nicht in jedem Fall den Abdruck garantieren. Wie Sie uns erreichen Katholische Pfarrei Christus König Hermann-Köhler-Straße 15 58553 Halver, Telefon 0 23 53 / 37 30 Filialkirche Sankt Georg, Oberbrügge Gemeinde Sankt Jakobus Am Wehrgraben 7, 58339 Breckerfeld Telefon 0 23 38 /1316 Gemeinde Sankt Thomas Morus Hälverstraße 8, 58579 Schalksmühle Telefon 0 23 55 / 66 79 Gemeinde Herz Jesu Kallestraße 4, 58091 Hagen-Dahl Telefon 0 23 37/ 6 21 2 netzwerk

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Liebe Schwestern und Brüder in der Pfarrei Christus König, Zum Geleit in der Zeit vom 12. Mai bis zum 6. Juli habe ich an vier Tagen Ihre Pfarrei visitiert und zahlreiche Gespräche mit den Mitgliedern des Pastoralteams, mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit den Leitungen der Kindertagesstätten, dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand, aber auch mit den Bürgermeistern der zu Ihrer Pfarrei gehörenden Kommunen sowie mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern der evangelischen Gemeinden geführt. Es war für mich eine sehr beeindruckende Zeit mit vielen Beobachtungen, die mich mit Dankbarkeit erfüllen, aber in mir natürlich auch Fragen ausgelöst haben. Dankbar habe ich wahrnehmen können, wie stark das soziale Miteinander und der Zusammenhalt der Menschen in den einzelnen Gemeinden ist, die aufgrund ihrer räumlichen Distanz regional zwar unterschiedlich geprägt sind, aber auch bereits gute Schritte zur Entwicklung eines gemeinsamen kirchlichen Lebens und Wirkens in der Pfarrei unternommen haben. Dabei werden angesichts der Frage nach der Zukunft der Kirche vor Ort insbesondere auch Perspektiven einer lokalen Kirchenentwicklung bedacht. Das halte ich deshalb für bedeutsam, weil auf diese Weise die Sehnsucht vieler Menschen nach kirchlicher Nähe und Beheimatung ernst genommen, gleichzeitig aber auch berücksichtigt wird, dass beides – Nähe und Beheimatung – zukünftig weniger durch kirchliche Gebäude und Institutionen, als vielmehr durch konkrete Menschen vor Ort geprägt und gestaltet sein werden. So ist die Förderung »Kleiner christlicher Gemeinschaften«, kleiner Gebetskreise und anderer Zellen des Glaubens sicher ein guter Weg, das christliche Leben in Ihrer Pfarrei für die Zukunft zu profilieren. Die gewaltigen Veränderungsprozesse, in denen wir uns befinden, stellen uns nicht nur vor Strukturfragen, sondern vor allem auch vor Fragen nach einer gläubigen Lebenskultur der Christen vor Ort. Froh und dankbar habe ich deshalb auch die gut entwickelte Ökumene in Ihrer Pfarrei wahrgenommen. Natürlich sind in meinen Visitationsgesprächen auch die Ängste vieler Christen zu Wort gekommen, die sich um die Zukunft der Kirche und vor allem auch ihrer konkreten Ortsgemeinde sorgen. Tatsächlich zeigt sich, dass wir von manch‘ Gewohntem und bislang Selbstverständlichem Abschied nehmen müssen. Das stellt uns gemeinsam vor viele Herausforderungen und Fragen, deren Antworten wir nur gemeinsam entwickeln können. Ich habe aber den Eindruck, dass gerade hier Ihre Pfarrei auf einem guten Weg ist, der sicherlich noch viel Kraft und Mut kosten wird. Nicht zuletzt gilt aber, dass es zur christlichen Grundhaltung einer Kirche, die von der Hoffnung bestimmt ist, gehört, niemals aufzuhören, anzufangen, und niemals anzufangen, aufzuhören. Dazu jedenfalls wünsche ich Ihnen allen Gottes Geleit und seinen reichen Segen. Ein herzliches Dankeschön sage ich allen, die sich in Ihrer Pfarrei für die Gestaltung des kirchlichen Lebens in seinen unterschiedlichen Vollzügen stark machen und daran mitwirken. Verbunden mit herzlichen Segenswünschen für die ganze Pfarrei grüßt Sie alle Ihr netzwerk 3

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Phase des Urteilens im „PEP“ – das Votum entsteht In diesen Wochen geht die Phase des »Urteilens« im Pfarreientwicklungsprozess in ihre heiße Phase. Es geht im Grunde darum, eine Antwort zu formulieren auf die zwei zentralen Fragen dieses seit 2015 laufenden Prozesses in unserer Pfarrei: 1. »Wie können wir auch künftig eine lebendige Kirche sein?« Hier geht es um die »Inhalte«, um geeignete Formen, mit Menschen des 21. Jahrhunderts in unserer Region christliches Leben zu gestalten. Grundlage der Überlegungen sollte hierzu sollte das Zukunftsbild des Bistums Essen mit den sieben zugehörigen Begriffen sein. 2. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Planungen bekam die Pfarrei die Vorgabe des Bistums: »Um dem Anspruch ausgeglichener Haushalte gerecht zu werden, bedarf es bis 2020 einer Kostenreduktion von ca. 30%, bis 2030 um ca. 45% gegenüber 2015.« Zur ersten Frage haben wir mit Hilfe der großen Umfrage im Spätsommer 2016 und der seit November letzten Jahres tätigen fünf Arbeitsgruppen Lösungen überlegt. Die Antwort auf die zweite Herausforderung kann sich nur nach diesen Überlegungen ausrichten und ist daher erst seit diesem Frühjahr im Kirchenvorstand aufgenommen worden. In diesen Wochen – zwischen dem 10. September und dem 8. Oktober – finden nun in allen Gemeinden Gemeindeversammlungen statt. In diesen werden die bisherigen Ergebnisse zu beiden Fragestellungen den Gemeinden vorgestellt. Es soll die Möglichkeit geben, jetzt noch einmal Stellung zu nehmen und Einschätzungen abzugeben – bestätigend wie kritisch. Die Präsentation zur Unterstützung der Vorstellung finden Sie auch zum Nachlesen auf unserer Homepage www.christus-koenig.de unter der Rubrik Kirche 2030. All das soll einfließen in das Votum – das vorformuliert wird und am 18. November bei einer gemeinsamen Sitzung des Kirchenvorstands und des – dann nach der Neuwahl noch existenten alten – Pfarrgemeinderats beschlossen wird. Es soll dann im Anschluss schnell bekannt gemacht werden und dient im Anschluss als Orientierung für die weiteren Überlegungen in der Pastoral der kommenden Jahre und für die konkret zu treffenden Entscheidungen. Die näheren inhaltlichen Überlegungen der Arbeitsgruppen konnten bereits in der letzten Ausgabe des netzwerk 2/2017 angedeutet werden – auch diese Ausgabe finden Sie weiterhin auf unserer Pfarrei-Homepage. Ich möchte hier kurz darstellen, wie die Überlegungen zu Gebäuden und zu Personalstellen sich entwickelt haben. 1. Die Pfarrei muss ab jetzt selbständig Rücklagen für den Erhalt ihrer Gebäude bilden. Bisher konnten bei größeren Baumaßnahmen große Teile der Kosten vom Bistum Essen übernommen werden. Indem wir uns jetzt für den langfristigen Erhalt eines Gebäudes aus sprechen, müssen wir zugleich die nötige Rücklage – in aus den Erfahrungen der letzten Jahren berechne ter und feststehender Höhe – einplanen. Gelder kön nen dadurch also nicht mehr im laufenden Jahr aus gegeben werden. 2. Je mehr Gebäude wir erhalten, desto weniger Finan zen haben wir für Personal zur Verfügung. Es gilt, eine gute Mischung zu finden: Nicht alle Gebäude möglichst erhalten, aber niemanden mehr zu haben, der sich (bezahlt) um sie kümmert und sie verwaltet; aber natürlich schon: Gebäude und Personal so ein setzen, dass wir wirklich lebendig Kirche sein können. 3. Unserer Pfarrei geht es verhältnismäßig gut. Derzeit haben wir Rücklagen, die auch weiterhin zur Verfü gung stehen. Behutsam – schließlich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden – lassen diese sich auch einsetzen, um für einige Zeit über die zuge wiesenen Mittel hinaus etwas zu ermöglichen. Aber auf Dauer können wir nicht darauf setzen, aus den Rücklagen zu leben. Es haben sich daraus erste Ideen ergeben, wie Gebäude weiter finanziert und genutzt werden können. Diese sind nicht beschlossen, sondern geben eine Richtung an, die ich hier darstellen möchte. Ich betone hier sehr, dass die folgende Aufstellung sehr wohl noch veränderbar ist – uns aber keine zusätzlichen Finanzen zur Verfügung stehen, ein »Darüberhinaus« auf Dauer zu ermöglichen. Zugrunde liegt dem eine sogenannte »Ampel«: Gebäude werden einer Kategorie zugeordnet. 4 netzwerk

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Dabei bedeutet: A = das Gebäude soll auf Dauer, also bis mindestens 2030, von der Pfarrei genutzt und in gutem Zustand erhalten werden B = Die Notwendigkeit dieses Gebäudes für das Gemeindeleben ist mittelfristig zu überprüfen. Standortzusage über 10 Jahre hinaus nicht möglich. C = Das Gebäude scheint nicht unbedingt notwendig. Das Gemeindeheim sollte geschlossen werden/die Kirche soll/ soll nicht profaniert werden/das Pfarrhaus wird vermietet. Auch der Verkauf von Gebäuden ist möglich. Folgende Ideen sind jetzt im Gespräch: In Halver wird das Ensemble Kirche/Gemeindehaus/ Pfarrhaus Christus König auf Dauer genutzt und von der Pfarrei gebraucht. Gemeinsame Nutzungen in ökumenischer Perspektive sind derzeit nicht absehbar. Die Gebäude sollen erhalten bleiben und werden mit A kategorisiert. Die Filialkirche St. Georg sowie das jetzt schon nur in kleinen Teilen nutzbare sog. »Pfarrheim« werden auf Dauer nicht mehr von der Pfarrei genutzt. Sie stehen ab ca. 2020 auf C und könnten auf Dauer verkauft bzw. abgerissen werden. In Breckerfeld soll die Kirche St. Jakobus als alte, denkmalgeschützte Kirche erhalten bleiben und auf Dauer genutzt werden. Derzeit ist – im Gespräch und mit Beteiligung des Bistums – ein Projekt im Blick, den Innenraum für »moderne« Bedürfnisse umfangreich umzugestalten. Die Kirche wird mit A kategorisiert. Demgegenüber ist der Erhalt des Gemeindehauses auf Dauer zu überprüfen. Es soll zunächst mit B eingeordnet sein. In Breckerfeld sollen ökumenische Gespräche die Frage der Gemeinderäumlichkeiten auf Dauer klären und festlegen. In Schalksmühle gibt es noch keine Klarheit zum Erhalt der Gebäude. Die Gemeinde favorisiert den Erhalt der Kirche mit darunter liegendem Pfarrsaal. Dieses Gebäude und das gegenüberliegende Gemeindehaus mit Bücherei sollen zunächst erhalten werden und sind nach 2020 auf B gesetzt, um auf Dauer auf eines der Gebäude zu verzichten. Auch hier sind mögliche ökumenische Gespräche abzuwarten. In Hagen-Dahl gibt es zunächst ein klares Votum für den Erhalt des Gemeindehauses »Forum«. Eine Möglichkeit wäre, dieses auf Dauer zu erhalten (A) und die Kirche nach 2020 zunächst mit B zuzuordnen, um sie bis 2030 auch zu schließen, umzunutzen oder abzureißen. Bei etwa gleichbleibendem Kostenrahmen könnten sich in Dahl allerdings auch andere Möglichkeiten durch Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde ergeben. Diese Überlegungen sollen intensiv verfolgt werden. Auch die Zukunft der Pfarrhäuser ist zu bedenken. Derzeit sind diese entweder von Priestern bewohnt oder sollen/können vermietet werden. Wo keine pastorale Nutzung gegeben ist, kann auch über Verkäufe nachgedacht werden. All das bedeutet: Wir bemühen uns um Erhalt katholischer Orte in allen Gemeinden – und setzen verstärkt auf ökumenische Zusammenarbeit. Wenn die hier beschriebenen Überlegungen umgesetzt werden, bedeutet das für das Personal unserer Pfarrei: Wenn in den Jahren ab 2020 Angestellte (Küster/Hausmeister/Pfarrbüro/Kirchenmusiker) in Pension gehen, können aus Mitteln der Pfarrei diese Stellen nur zu gut einem Drittel wiederbesetzt werden, wenn der Haushalt ausgeglichen bleiben soll. Dabei wird zu entscheiden sein, welche Stellen mit welchem Anteil von Bedeutung sind. Für mich ist es eine offene Frage, ob das oben skizzierte »Modell« wirklich zukunftsweisend ist, oder ob wir als »Kirche bei den Menschen und für die Menschen« nicht noch mehr auf Menschen und weniger auf Gebäude setzen müssten – ob also zugunsten von Musik, Büro und Hausmeistern eher der Erhalt der Gebäude noch etwas mehr reduziert werden sollte. Es wird die Aufgabe der Gremien sein, auf diese Frage bis November noch eine zukunftsfähige Antwort zu finden. (Claus Optenhöfel) netzwerk 5

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Aus der Pfarrei Wie geht es weiter im Pastoralteam? Barbara Wilk verabschiedet sich – Tanja Post beginnt ihre praktische Ausbildung. Damit ändert sich einiges für die Pfarrei und das Pastoralteam. Frau Post ist ja nicht »anstelle von Frau Wilk« gekommen, sondern in ganz anderer Situation und nicht mit eigener verantwortlicher Stelle hier. Für Breckerfeld rechnen wir nicht mit einer/einem »Neuen«. Wir können eigentlich einigermaßen zufrieden sein – mit eineinhalb Priestern und zwei Gemeindereferentinnen im Gemeindedienst sowie Frau Haase als Krankenhausseelsorgerin in Ambrock. Personell sind wir besser gestellt als die Pfarreien in Altena oder Meinerzhagen. Im Pastoralteam haben wir nun überlegt, dass es nicht sinnvoll sei, jede Gemeinde quasi mit einer Person zu besetzen. Pastor Rogge hat mit seinem Hin und Her zwischen den Gemeinden ein ganz schönes Programm – und Frau Koch ist an ihrer ersten Stelle – zu früh für »Koordinierung«. Daher werden Frau Schnell und ich die Ansprechpartner für die Gemeinden sein: Frau Schnell in Dahl mit Koordinierungsaufgaben, in Schalksmühle als erste Ansprechpartnerin für die Gemeinde mit Präsenz im Gottesdienst und dem Blick »aufs Ganze». Neu ist dabei: Sie wird in St. Thomas Morus regelmäßig im Büro anzutreffen sein: immer mittwochs von 11.30 bis 13.30 Uhr – außer in den Schulferien. Ich bin seit dem 1. September wieder Ansprechpartner für St. Jakobus – begleite den Gemeinderat und werde dort häufig – neben Halver – im Gottesdienst sein. Nach Absprache im Gemeinderat ist dort keine eigene wöchentliche Bürozeit nötig. Weiterhin bin ich Pastor in Halver. So arbeiten wir noch mehr nach dem Motto: eine Pfarrei – ein Team (und immer weniger nach dem Prinzip: eine Gemeinde – ein/e Seelsorger/in). Durch dieses Modell sind Frau Koch und Herr Pastor Rogge ein Stück »freier«: für ihre Aufgaben als Jugendbeauftragte und in der Firmvorbereitung, für viele Beerdigungen und Gottesdienste sowie Einzelgespräche. Seit Jahren bemühen wir uns – meist ganz erfolgreich – um ein gutes Miteinander und dichte Absprachen im Pastoralteam; das wird auch die Bedingung für ein Gelingen dieses Modells sein. Wir glauben, so besser einem Zusammenwachsen und einem Miteinander in der Pfarrei dienen zu können – das wir ja auch in den nächsten Jahren für die Umsetzung unserer Ideen zur Pfarreientwicklung gut brauchen können. Zugleich halten wir die Situation »vor Ort« – in der jeweiligen Gemeinde – im Blick. Die nächsten Jahre werden es uns als Aufgabe mitgeben, in allen Gemeinden Menschen weiter zu qualifizieren, um Aufgaben noch selbständiger vor Ort in die Hand zu nehmen. (Claus Optenhöfel) 6 netzwerk Pfarrer Claus Optenhöfel Mit ganzer Stelle in der Pfarrei Pastor/Wohnung in Halver Ansprechpartner in Breckerfeld Gottesdienste, Sakramente etc. Leitungsverantwortung, Kirchenvorstand, Pastoralteam Pastor Armin Rogge Mit halber Stelle in der Pfarrei und in Altena, Wohnung in Schalksmühle, Gottesdienste, Sakramente etc. Einzelseelsorge, Seelsorge Kita St. Georg Mitarbeit in der Pfarrei, vor allem in Schalksmühle u. Dahl, Pastoralteam Gemeindereferentin Sandra Schnell Mit ganzer Stelle in der Pfarrei Koordinierungsaufgaben in HagenDahl, Wohnung in HA-Rummenohl Ansprechpartnerin in Schalksmühle Mentorin der Gemeindeassistentin Kommunionvorbereitung für die Pfarrei, Seelsorge Kita St. Jakobus Pastoralteam Präsenzzeiten: Mittwoch 9.00 –11.00 Uhr in Dahl, 11.30 –13.30 Uhr in Schalksmühle Gemeindereferentin Eva Koch Mit ganzer Stelle in der Pfarrei Gemeindereferentin in der Pfarrei, vor allem in Breckerfeld und Halver, Wohnung in Breckerfeld Jugendbeauftragte FIrmvorbereitung für die Pfarrei Seelsorge Kita St. Nikolaus Pastoralteam Gemeindereferentin Bettina Haase-Stüting Mit ganzer Stelle in der Pfarrei Einzige Aufgabe: Seelsorge in der Klinik Hagen-Ambrock Gemeindeassistentin Tanja Post Für drei Jahre in der Ausbildung 2017/18: Schulische Ausbildung; Gemeinde, ab 2018: verstärkt projektorientiert in der Pfarrei Begleitung durch Sandra Schnell Regelmäßige Ausbildungsblocks in Münster und Essen Pfarrer Karl Balkenhol Pensionierter Priester (im »Un-Ruhestand«) hilft, wo es ihm möglich ist, bei Gottesdiensten mit

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Neue Messdienerleiter in Halver und Breckerfeld Messdiener Seit Juli gibt es in Halver zwei neue Messdienerleiter. Ann-Cathrin Stantke und ich haben an einem Lehrgang in St. Altfried, dem Bildungszentrum des Bistums Essens, teilgenommen und sind jetzt offizielle Gruppenleiter. Bereits im Oktober letzten Jahres haben wir ein Modul dieser Ausbildung absolviert. An fünf Tagen lernten wir, welche Rechte und Pflichten wir haben, was beachtet werden muss, wenn wir mit Kindern unterwegs sind, und noch einiges mehr. Desweiteren wurden uns viele neue Spielideen gezeigt, die wir auch selbst auf ihre Tauglichkeit geprüft haben. Es gab Simulierungen von Problemen und ernsthaften Streitigkeiten, die geschlichtet werden mussten. Auch der Umgang mit Verletzten, für den wir eine Erste-Hilfe-Bescheinigung vorlegen mussten, sowie die Verletzungsvorbeugung wurde geprobt. Im Juli 2017 folgte dann das zweite Modul übers Wochenende. Wir haben über finanzielle Unterstützung für Veranstaltungen durch das Bistum Essen gesprochen und erfahren, wer unsere Jugendbeauftragten sind. Diese Themen geben uns eine gute Grundlage für die Organisation von Gruppentreffen und Veranstaltungen, wie z. B. die Olympiade im Juni, bei der ein Leiterteam gegen die Messdiener angetreten ist und verschiedene Aufgaben bewältigen musste. Ich heiße Johannes Krause und bin 17 Jahre alt. In einem Jahr werde ich die Hildegardis-Schule in Hagen mit dem Abitur verlassen. Seit kurz nach meiner Erstkommunion, also seit acht Jahren, bin ich bereits Messdiener in Breckerfeld. Ich werde im nächsten Monat eine Ausbildung zum Gruppenleiter machen, um danach die Leitung der Breckerfelder Messdiener mit zwei Messdiener-Kollegen zu übernehmen. Wir haben das Ziel, die Messdiener-Arbeit zu fördern und die Kirche für Kinder und Jugendliche attraktiver zu machen und näher zu bringen. Wir freuen uns auf unsere weiteren Aufgaben. (Anna Brosch) Ann-Cathrin Stantke Anna Brosch Messdiener-Einführung Familienmesse mit Taufe und Aufnahme der neuen Messdiener Sonntag, 15. Oktober 2017, 9.30 Uhr Kirche St. Thomas Morus, Schalksmühle netzwerk 7

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Gemeinderatswahlen Jetzt staubt‘s! Kirche vor Ort im Umbruch Sie wollen Ihre Ideen umsetzen? Sie lassen sich Glauben und Hoffnung nicht nehmen? Sie wollen Teil der Kirche von morgen sein? Kandidieren Sie! Gemeinderatswahlen 11.–12. November 2017 »Es werden Menschen gesucht, – die den Mut haben, sich im Blick auf die Zukunft ihrer Pfarrei von Dingen und alten, sehr liebge wonnenen Gewohnheiten zu trennen, – die unbearbeiteten Materialien ansehen, was sie daraus schaffen können, – die Hartes oder Sprödes so gestal- ten können, dass es sich weich und wohltuend anfühlt. – Menschen, die bereit sind, für, mit und durch Gott Spuren zu hinter- lassen: Sichtbare Spuren, Spuren, die quer kommen, Spuren, die Muster ergeben, Spuren, die Zeichen von Reinigung sind. – Vorsichtige Menschen, die einer seits die Traditionen schätzen, denen andererseits auch klar ist, dass verstaubte Traditionen ihre Wirkung, ihre Anziehungskraft und Ausstrahlung verlieren. – Menschen, die Verbindungen und Netzwerke initiieren. – Menschen, die sich die Botschaft Gottes so zu eigen machen, dass sie notfalls mit dem Kopf durch die Wand gehen.« Das sind die Slogans, mit denen die deutschen Bistümer zur Wahl der Gemeinderäte aufrufen. Demokratische Verfahren in der katholischen Kirche – wer hätte das gedacht? Die Möglichkeit, für den ›normalen Menschen‹, Kirche mitzugestalten. Diese Möglichkeit sollte man/Sie/du nutzen. Auch in Halver, Breckerfeld, Schalksmühle und Dahl ist katholische Kirche vor Ort. Auch hier ist einiges im Aufbruch – Umbruch – Abbruch (?) ... Als Pfarrgemeinderatsvorsitzende blicke ich auf sehr unterschiedliche Gemeinden. Unterschiedliche Aktivitäten – unterschiedliche Menschen – unterschiedliches Engagement. Wie es bis jetzt scheint, gibt es nicht in allen Gemeinden genügend Menschen, die sich zur Wahl stellen. Eine Wahl ist jedoch nur möglich, wenn es mehr Kandidaten gibt als »Mandate«, die zur Verfügung stehen. Davon scheinen wir ganz weit entfernt. Nun ist Gremienarbeit auch nicht Jedermanns Sache. Da wird viel diskutiert und ausgehandelt. Da wird geplant – aber hoffentlich nicht über die Köpfe der Menschen hinweg. Das funktioniert nur, wenn die Menschen, die in den Gremien sitzen, auch Kontakt zu den ›Anderen‹ haben und deren Vertrauen genießen. Deshalb ist es so wichtig, dass man nicht nur genug Kandidaten findet, die zur Wahl stehen, sondern auch eine hohe Wahlbeteiligung erreicht. Aber genug über demokratische Verfahren – die sind in Kirche ja eh nur pro forma, ist ja eh keiner interessiert, geht ja eh keiner hin, geht am Menschen vorbei… Das scheint allerdings auch wieder daran zu liegen, dass es nicht genügend Menschen gibt, die sich für die Anderen einsetzen, die auch auf der Suche sind nach Sinn, nach Gemeinschaft, nach gelingendem Leben. Dass es nicht genügend Menschen gibt, die die offizielle Sprache der ›Kirche‹ (Wer ist das überhaupt?), in eine für alle verständliche Sprache übersetzen. Dass es nicht genügend Menschen gibt, die Gott in ihr und unser Leben holen und zur Sprache bringen. Oder ist die Sehnsucht nach ›Mehr‹ tatsächlich überholt? In Zeiten der Unsicherheit? Wer bringt die Gemeinsamkeiten aller Konfessionen und Religionen ins Gespräch? Und wie? Und wer setzt sich ein für die, die es nicht selbst können? Die zu uns kommen, weil sie keine Perspektiven haben? Die Mühseligen und Beladenen? Das sind doch nicht nur die »Offiziellen«!? Das sind doch wir alle. 8 netzwerk

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Dies sind alles Felder, in denen es nötig und möglich ist, Kirche zu gestalten und zu koordinieren. Auch wenn, oder gerade weil wir dabei sind, das Votum, die ›Marschroute‹, für unsere Pfarrei und unsere Gemeinden vor Ort zu entwickeln und zu entwerfen, ist es so wichtig, dass es Menschen gibt, die weiterhin mitplanen, entwickeln und umsetzen wie wir Kirche in Halver, Breckerfeld, Schalksmühle und Dahl leben. Das bleibt ein spannender Prozess! Lassen Sie sich wählen und kommen Sie zur Wahl, wenn Ihnen katholisches, ökumenisches, christliches, menschliches Leben und Miteinander wichtig sind. Und der gleiche Aufruf gilt den jungen Menschen zwischen 14 und 18: Kommt zur Wahl bzw. lasst euch wählen! Und jetzt noch einiges Formales: Wahlberechtigt ist, wer am 11./12. November das 14. Lebensjahr vollendet hat. Ab 16 Jahren darf man gewählt werden. Die Gemeinderäte erstellen eine Liste, die der Wahlausschuss offenlegt. Sie laden zu einer Gemeindeversammlung mit Vorstellung der Kandidaten und Kandidatinnen ein. Es gibt die Möglichkeit, in einer anderen als der Wohnsitzgemeinde zu wählen. Dafür muss ein Antrag gestellt werden. Die Kandidatenliste kann bei Bedarf ergänzt werden. Dafür muss beim Wahlausschuss bis zum 21. Oktober ein formloser Vorschlag eingereicht werden, der von mindestens zwölf Wahlberechtigten mit Vor- und Zunamen unterzeichnet wurde. Auch Briefwahl ist möglich: Anträge auf Ausstellung eines Briefwahlscheines sind bis spätestens Samstag, den 4. November 2017 beim Wahlausschuss zu stellen. Und noch etwas StatistischInformatives: Im Bistum Essen werden von 41 Pfarreien drei Pfarreien den Pfarrgemeinderat direkt wählen. 14 Pfarreien wählen Gemeinderäte und setzen den PGR durch Delegation zusammen. 24 Pfarreien haben aufgrund der Pfarreientwicklungsprozesse eine Verschiebung der Wahl in das Jahr 2018 beantragt. Davon wollen vier Pfarreien 2018 den Pfarrgemeinderat direkt wählen. Für die Pfarrei Christus König Halver, Breckerfeld, Schalksmühle, Dahl gilt jedoch: Gemeinderatswahlen 11.–12. November 2017 »Sie fordern Mitbestimmung in der Kirche? Sie erwarten, dass sich was tut? Sie wollen, dass sich junge Menschen für Ihre Kirche engagieren? Dann gehen Sie zur Wahl!« Für Rückfragen nehmen Sie gerne Kontakt auf. Mit mir, den entsprechenden Wahlausschüssen oder den Gemeinderäten. Ihre Barbara Vormann Der Herbst ist nicht mehr weit, Willkommen unte Jahreszeit! Wir ieben deine Farben Und a die Blumen in diesen Tagen. (Monika Minder) (www.kinder-alles-fuer-kids.com) netzwerk 9 Foto: © Dario Ricardo/fotolia.com

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Heilige Der Ablass des Hl. Franziskus Vom Mittag des 1. August bis zum Sonnenuntergang des 2. August eines jeden Jahres ereignet sich etwas auf den ersten Blick sehr unzeitgemäßes: Katholische Gläubige, die zuvor die Beichte abgelegt und die Kommunion empfangen haben, können durch ein Gebet (Vater unser und ein Credo) in einer Dom-, Pfarr- oder Franziskanerkirche einen Ablass erlangen. Bei einem solchen Ablass handelt es sich um einen Nachlass der zeitlichen Sündenstrafen und nicht etwa, wie oft behauptet, um eine Sündenvergebung, denn die erfolgt bereits bei der Absolution nach einer Beichte: Die Sündenvergebung selbst befreit jedoch nicht von der Notwendigkeit für die Sünden Buße zu tun. Die Kirche aber kann, aus der Menge der guten Taten Christi und der Heiligen – quasi ihrem »Gnadenschatz« – dem reuigen Sünder Ablass auf diese Bußverpflichtung gewähren. In Verruf gekommen sind die Ablässe vor allem durch den Kampf Martin Luthers gegen den zu seiner Zeit schwunghaft auflebenden Ablasshandel, der die kirchlichen Finanzen aufbessern und so unter anderem den Neubau der Peterskirche in Rom finanzieren sollte: Bei vielen Menschen erweckten windige Prediger damals den Eindruck, man könne sich das Himmelreich erkaufen. Hinter dem am zweiten August gewährten Ablass steckt allerdings kein lukratives Geschäftsmodell. Vielmehr verweist dieser Ablass auf einen der größten Heiligen der Kirchengeschichte, den Hl. Franziskus. Den jungen, noch nach dem wahren Dienst für Gott suchenden Franziskus (1181/1182 – 1226) ergriff plötzlich beim Gebet in der Kapelle San Damiano ein göttlicher Gedanke: »Geh hin und baue mein zerstörtes Haus wieder auf«. In wörtlicher Interpretation dieses Befehls widmete er sich daraufhin zunächst der Restauration von San Damiano und dehnte sein Schaffen dann auf andere Kapellen, darunter auch die längst verfallene Portiunkula-Kapelle, aus. 1208 empfing er in eben dieser Kapelle beim Hören des Evangeliums von der Aussendung der Jünger eine neue Inspiration: »Brecht auf und verkündet, dass das himmlische Königreich nahe ist. Dient den Schwachen, erweckt die Toten, heilt die Kranken und treibt die Dämonen aus: Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihre geben…« (Mt. 10,7 – 8). Assisi, Basilika Santa Maria degli Angeli, Grab des Hl. Franziskus. Vorder- und Rückansicht. Fotonachweis: S. 2 Franziskus, mittlerweile in Begleitung einiger Gefährten, erbat sich von den Benediktinern auf dem nahe gelegenen Monte Subasio die Portiunkula-Kapelle zur Miete – besitzen wollte er schließlich nichts – und pilgerte im darauf folgenden Jahr nach Rom, wo er von Papst Innozenz III. die mündliche Zulassung für seine neue Gemeinschaft, inklusive der Erlaubnis zu predigen, erhielt: Ein Traum, in dem Franziskus als Stütze eines kippenden Kirchengebäudes erschien, hatte den Papst angeblich darin bestärkt, die wegen ihres Armutsideals in einer Zeit, die reich an Kritikern der allzu reichen Kirche war, verdächtige Bruderschaft, zu unterstützen. 10 netzwerk

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Herr, ich habe getan, was ich konnte, was noch fehlt, möge deine Gnade hinzufügen. (Franz von Assisi) Der Hl. Franziskus predigt vor Papst Honorius III. Fresko von Giotto di Bondone, um 1295. Assisi, Basilika Santa Maria degli Angeli. Die Portiunkula-Kapelle selbst, in der Dank eines Erlasses von Papst Benedikt XV. heute auch täglich der Portiunkula-Ablass erworben werden kann, wurde 1415 von den Franziskaner-Observanten übernommen. 1569 ordnete der Hl. Papst Pius V. an, die Basilika Santa Maria degli Angeli um die Portiunkula-Kapelle herum zu bauen, da die Kapelle für den täglichen Pilgerstrom längst zu klein geworden war. Wie bei einer russischen Matrioschka-Figur sind so heute zwei Kirchen ineinander geschachtelt: Außen die große Basilika und innen das kleine Kirchlein des Poverello. Der ebenfalls Hl. Papst Pius X. (1903 – 1914) erhob Santa Maria degli Angeli 1909 in den Rang einer Basilica maior. Damit gehört sie heute neben St. Peter, St. Maria Maggiore, St. Paul vor den Mauern, St. Laurentius vor den Mauern und der Lateranbasilika in Rom, sowie der ebenfalls in Assisi befindlichen Doppelkirche des Hl. Franziskus zu den sieben ranghöchsten Kirchen der katholischen Kirche. In den Jahren 1986 und 2002 war sie zudem der Ort für das von Papst Johannes Paul II. initiierte Weltgebetstreffen der großen Weltreligionen. (Dr. Johannes Sander) 1212 empfing die Hl. Klara von Franziskus in der Portiunkula-Kapelle ihr Ordenskleid. Im Jahr 1223 erhielten die Franziskaner von Papst Honorius III. dann auch die schriftliche Bestätigung für die endgültige Fassung ihrer Regel. 1226 schließlich starb der »Poverello«, der arme Mann von Assisi, wahrscheinlich in der von ihm geliebten Portiunkula-Kapelle. Angeblich soll bereits Franziskus selbst von Honorius III. den Portiunkula-Ablass erbeten haben. Sein Plan war es, möglichst viele Seelen zu retten, ohne ihnen dabei eine zusätzliche Last in Form eines Almosens oder eines sonstigen Opfers aufzuerlegen, ganz im Gegensatz zu den Ablasspredigern der Reformationszeit, die eben auf diese Abgaben erpicht waren. Der älteste Beleg für den ungewöhnlich umfangreichen Ablass stammt aber erst aus dem Jahr 1277, so dass sich diese Überlieferung nicht eindeutig klären lässt. In den folgenden Jahren wurde der Portiunkula-Ablass dann auf immer mehr Kirchen ausgeweitet, erst waren es nur einzelne Kirche der verschiedenen Franziskanerorden – dazu gehören z.B. die Konventualen, Observanten und Kapuziner –, die dieses Privileg erhielten, dann erlangten schrittweise alle Kirchen dieser Ordensfamilie und seit 1952 auch die Dom- und Pfarrkirchen das Portiunkula-Privileg. Tod des Hl. Franziskus Fresko von Giotto di Bondone, um 1295. Assisi, Basilika Santa Maria degli Angeli. netzwerk 11

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Spirituelles »Die Tiefe der Menschenseele birgt unergründliche Kräfte, weil Gott selbst in ihr wohnt.« Am 4. Oktober feiern wir das Fest des Hl. Franziskus. Er wurde als Sohn eines reichen Tuchhändlers geboren und genoss das Leben, das ihm der Reichtum ermöglichte. Im Laufe der Zeit bemerkte er – unter anderem durch Krankheit und Misserfolge – wie wenig Sinn sein Leben eigentlich machte. Er pilgerte nach Rom, bat Gott um seinen Beistand und kehrte als ein anderer nach Hause zurück. Er verzichtete auf sein Erbe, diente den Armen und Kranken und predigte Buße. Viele folgten seinem Weg. Franziskus forderte von ihnen äußerste Armut, strengsten Gehorsam, Demut, kindlichen Glauben und tatkräftige Nächstenliebe. »Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.« Am wichtigsten war Franziskus die hingebungsvolle Liebe zu allen Lebewesen. Letzteres zeigt sich vor allen Dingen im »Cantico delle Creature«, dem Loblied der Geschöpfe, bei uns Sonnengesang genannt. Zwei Jahre vor seinem Tod zog sich Franziskus, gezeichnet von Krankheit und Schmerz, fast völlig erblindet, von der Leitung seiner Gemeinschaft zurück, um Trost im Gebet zu finden. In dieser Zeit des Leidens fühlte er die Gewissheit, dass er durch das Ertragen der Krankheit zu Gott gelangen werde. »Wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.« Er nahm seine Situation an und lobte Gott im Sonnengesang als den Schöpfer der Schönheiten der Natur. Durch die Liebe zu allem, was Gott geschaffen hat, ist alles um ihn herum Bruder, Schwester, Mutter. Er schrieb das Lied in der italienischen Sprache seiner Zeit, wodurch sich manche Worte im Geschlecht gegenüber der deutschen Sprache unterscheiden, wie z.B. bei »Bruder Sonne« oder »Schwester Mond«. Nach verschiedenen Quellen fügte Franziskus die Friedensstrophe hinzu, um einen Konflikt zwischen dem Bischof und dem Bürgermeister von Assisi zu schlichten. Die letzte Strophe soll er erst geschrieben haben, als er selbst im Sterben lag. (Conny Nölle) Fotos: (5) © Conny Nölle Foto Feuer: © Denis Tabler/fotolia.com 12 netzwerk

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Der Sonnengesang des Hl. Franziskus Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen. Dir allein, Höchster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen. Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne, welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest. Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz: Von dir, Höchster, ein Sinnbild. Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne; am Himmel hast du sie gebildet, klar und kostbar und schön. Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst. Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch. Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest; und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark. Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter. Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Drangsal. Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt. Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben. Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun. Lobt und preist meinen Herrn und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut. netzwerk 13

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Ökumene Einladung In unserer Reihe über Gruppen, die ökumenisch und generationenübergreifend sind, stellen wir vor: Ökumenischer Männertreff Breckerfeld Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hesekiel 36,26 – Jahreslosung 2017 Nachdem bei den Treffen des evangelischen und katholischen Männerkreises immer weniger Teilnehmer dabei waren, hat man bei gemeinsamen »nachbarschaftlichen« Gesprächen beschlossen, die beiden Gruppen zusammenzulegen. Unter der Bezeichnung »ökumenischer Männertreff« kommt man in der Regel an jedem 4. Donnerstag im Monat abwechselnd in den Räumlichkeiten der katholischen und der evangelischen Gemeinde zusammen. Der Name »Treff« wurde absichtlich gewählt, um zu zeigen, dass man in alle Richtungen offen ist, und es sich nicht um einen geschlossenen Kreis handelt. Das Programm, das im September/Oktober für das jeweils kommende Jahr beschlossen wird, liegt in beiden Kirchen aus und lädt jeden Interessierten zu den jeweiligen Vorträgen oder anderen Aktivitäten ein. Auch Frauen sind bei Interesse durchaus eingeladen. Außerdem würde sich die Gruppe auch über die Teilnahme jüngerer Leute in Zukunft sehr freuen. Bei Aktivitäten wie Besichtigungen, Brunch, Kaffeetrinken o.ä. kann der Zeitpunkt bzw. der Treffpunkt variieren. Besondere Programmpunkte werden auch in der Tageszeitung angekündigt. Bei den normalen Treffen werden gegen Spende Getränke gestellt. Am Ende des Jahres gibt es, abwechselnd in den Gemeinden, eine gemeinsame Adventfeier, zu der jeder etwas beitragen kann. Die nächsten Programmpunkte: Donnerstag, 28. September 2017, 19.30 Uhr Pfarrer Claus Optenhöfel spricht zum Thema »Reformation und Reformations-Jubiläum aus katholischer Sicht« im kath. Gemeindehaus. Donnerstag, 26. Oktober 2017, 15.00 Uhr Fahrt zur Gaststätte Wigger nach Egen bei Wipperfürth zum Kaffeetrinken, anschließend kleine Wanderung und Abendessen. (Conny Nölle) Inspiriert durch Medjugorje Ende März 2017 hat der Päpstliche Sonderbeauftragte, Erzbischof Henryk Hoser, seine Tätigkeit in Medjugorje aufgenommen. Am 5.April 2017 gab er eine Pressekonferenz, aus der Niederschrift von der Gebetsaktion Wien (www.Gebetsaktion.at) zitiere ich: »…nach Medjugorje kommen Pilger aus über 80 verschiedenen Ländern. Im Jahr pilgern ca. 2,5 Millionen Menschen an diesen Ort … (wir zählten bei unserer Pilgerreise im Oktober 2016 über 50 Kommunion austeilende Priester bei der täglichen internationalen Abendmesse) … Nach Erzbischof Hoser‘s Eindrücken kommen die Menschen nach Medjugorje, zum einen aufgrund der sogenannten »Erscheinungen«, die am 24. Juni 1981 begannen. Zum anderen, weil sie in Medjugorje etwas Außergewöhnliches suchen und entdecken. In Medjugorje herrscht eine Atmosphäre des Friedens und sie entdecken eine tiefe Spiritualität. An diesem Ort erlebt man etwas Sakrales. Sakral bedeutet etwas Besonderes, etwas Göttliches. Es ist ein Ort der Marienverehrung, aber wenn man tiefer hinschaut, dann ist es eine Christus-Verehrung. Im Mittelpunkt steht die Feier der Eucharistie, der Verkündigung des Wortes Gottes, die Anbetung. Viele Pilger finden in Medjugorje zum Rosenkranzgebet, bei dem über das Leben Jesu in meditativer Form gebetet wird. Erzbischof Hoser betont, dass Medjugorje ein sehr fruchtbarer Boden ist. In den letzten Jahren gab es durch Medjugorje 610 Priester- und Ordensberufungen.« Auszug aus der Predigt von Erzbischof Hoser am 1. April 2017 in Medjugorje: »Liebe Brüder und Schwestern, ich habe 21 Jahre in Ruanda in Afrika gelebt. 1982 gab es dort Erscheinungen der Muttergottes. Und sie hat den Genozid dort vorausgesagt, zehn Jahre vorher und niemand verstand damals diese Botschaft. Dieser Genozid hat in drei Monaten einer Million Menschen das Leben gekostet. Diese Erscheinungen der Muttergottes sind schon anerkannt worden. – Beten wir für den Frieden in unseren Herzen und dadurch werden wir Menschen des Friedens, in unseren Familien, in unserer Gesellschaft.« Inspiriert durch den Pilgerweg in Medjugorje möchte !ich Interessierte zum regelmäßigen Rosenkranzgebet einladen. Die gemeinsam Betenden könnten Fürbitten für ihre Angehörigen, für Kranke, um Frieden in aktuellen Kriegsgebieten … mit einflechten. Wer Interesse hat, kann mich anrufen unter Tel. 0 23 37/ 24 42. Wir könnten gemeinsam Ort und Zeit, sowie Organisation und Gestaltung planen. (Petra Uebelgünne) 14 netzwerk

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Katholische öffentliche Bücherei Halver Öffnungszeiten: Sonntag nach der Hl. Messe, Dienstag und Freitag 15 – 17 Uhr Breckerfeld Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.30 Uhr, Mittwoch 15 – 16 Uhr, Freitag 16 – 17 Uhr Schalksmühle AlSlecnheBauüuecehnMerSeeieideidneonhcaehbinmegnaelismtreeliHlnte!. rbst Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 15.30 – 18.00 Uhr In den Schulferien nur donnerstags. Dahl Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.15 Uhr, Montag 17.30 – 18.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag 16 – 18 Uhr In den Schulferien nur sonntags. Termine der Büchereien Schalksmühle Sonntag, 1. Oktober, 15 Uhr Leser lesen für Leser eine Veranstaltung mit der Gemeinde Schalksmühle im Rathaus. Vier Schalksmühler (diesmal auch ein Flüchtling) lesen aus ihren Lieblingsbüchern, die Veranstaltung wird gerahmt mit Musik von der Musikschule, es gibt in der Pause Kaffee und Gebäck. Der Eintritt ist frei, am Ende wird um eine Spende für die Bücherei gebeten. Weihnachtliche Buchausstellung im Gemeindesaal St. Thomas Morus (unter der Kirche) Samstag, 18. November, 15 Uhr Beginn mit »Krönung Lesekönig« und Kaffee und Kuchen (Ende ca. 18 Uhr) Sonntag, 19. November nach der Hl. Messe (10.30 bis ca. 14 Uhr) Breckerfeld Sonntag, 26. November Buchausstellung Dahl 18. – 23. November Medienausstellung 18. November, 17 Uhr Rezitation mit Peter Pietzsch, ehemaliger Intendant des Hagener Theaters »Bücher sind kein Zeitvertreib. Sie handeln von anderen Leben. Anderen Welten. Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Phantasie freizusetzen.« Aus: Die souveräne Leserin von Alan Bennett Via dell‘ Amore. Roman von Mark Lamprell Meg und Alec aus den USA reisen nach Rom, wo sie hoffen, ihre Ehe wieder in Schwung zu bringen – Constance und ihre Schwägerin Lizzie wollen in Rom die Asche von Constances verstorbenem Mann verstreuen und die Kunststudentin Alice mit ihrem außergewöhnlichen Gespür für Farben will endlich ein Abenteuer erleben und fährt nach Rom, wo sie die große Liebe findet. – Mit viel Charme erzählt der Autor von Abenteuern, Liebe und Schicksal, die Leser/innen folgen den Wegen der Protagonisten durch die Ewige Stadt. Der kitschige deutsche Titel und das Cover lassen eine groschenromannahe Schnulze erwarten, wohingegen der Originaltitel »The Lover‘s Guide to Rome« viel mehr die Neugierde des Lesers weckt. Einige Unachtsamkeiten der Übersetzerin können das Lesevergnügen nicht trüben. Eine hinreißende, leichte Lektüre für Rom-Liebhaber. DVD: The Dinner. Mit Richard Gere Als Stan Lohman, einflussreicher Abgeordneter mit Ambitionen auf den Posten des Gouverneurs, seinen Bruder Paul und dessen Frau Claire einlädt, den Abend mit ihm und seiner Frau Katelyn im feinsten Nobelrestaurant der Stadt zu verbringen, wissen alle Beteiligten, dass dies kein gemütlicher Abend werden wird. Das Verhältnis von Stan und Paul ist seit eh und je konfliktbeladen, doch nun wird es ernsthaft auf die Probe gestellt. Ihre beiden 16-jährigen Söhne haben ein schreckliches Verbrechen begangen, sind aber als Täter noch nicht identifiziert worden. Mit etwas Glück könnten sie also ungestraft davonkommen, doch für die Eltern stellt sich jetzt die Frage, ob Vertuschen und Verdrängen hier wirklich die beste Lösung wäre. Der Abend entwickelt sich zu einem nervenaufreibenden Psychoduell, bei dem so manche unangenehme Überraschungen ans Licht kommen. Ein spannender Familienfilm nach dem Roman »Angerichtet« von Herman Koch. Was machen wir im Herbst? Hörbuch für Kinder Die Tage werden kürzer, die Blätter sind bunt und fallen von den Bäumen, der Wind fegt durch die Äste und die Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Doch es gibt auch viele Feste im Herbst. Bald leuchten die Laternen der Kinder im Sankt-MartinsZug, Drachen steigen in die Lüfte und es macht Spaß, im Wald durch die Blätter zu stapfen. Das lernen die kleinen Kinder mit Hilfe ihrer Betreuerin, die gemeinsam mit ihnen Laternen und Drachen bastelt, Lieder singt und Gedichte lernt. Die bekannte Reihe »Wieso, weshalb, warum?« vermittelt mit einer neuen CD die Schönheiten des Herbstes. Für alle Hörer ab dem 4. Lebensjahr geeignet. netzwerk 15

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