Kolping-Kinderbuch

 

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Kolping-Kinderbuch

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Die Geschichte von einem Schuster, der nicht bei seinen Leisten blieb! Adolph Kolping Sein Leben für Kinder erzählt

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Das ist die Familie Kolping! Die Familie Kolping lebte in einer Zeit, in der es noch keine Computer, Autos, Handys und Fernseher gab. Es war eine Zeit, in der große Maschinen erfunden wurden, die schneller arbeiten konnten als 10 Männer zusammen. Das war vor über 150 Jahren. Das jüngste Kind der Familie Kolping heißt Adolph. Am 8. Dezember 1813 ist Adolph zur Welt gekommen. Er ist in einem kleinen Häuschen in Kerpen - das ist in der Nähe von der großen Stadt Köln - aufgewachsen. Seine Mama heißt Anna und kümmerte sich um das kleine Häuschen. Sein Papa heißt Peter und arbeitete als Schäfer in einer großen Landwirtschaft. Adolph hatte noch drei Geschwister: zwei große Schwestern und einen großen Bruder. Wenn sich sein Papa um die Schafe kümmerte, durften ihm die Geschwister helfen. Adolph war leider sehr oft krank. Deswegen war er für die schwere Feldarbeit zu schwach und durfte nicht mit auf die Schafweide. Also blieb Adolph zu Hause bei seiner Mama, die ihn liebevoll umsorgte. 2

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Weil Adolph oft zu Hause war und es dort auch immer wieder einmal sehr langweilig wurde, entdeckte er für sich die Welt der Bücher. Beim Lesen konnte er dann immer in andere Welten abtauchen. Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber Adolph besuchte gerne die Schule. Das Lernen machte ihm sehr viel Spaß. Als Adolph 13 Jahre alt war, musste er die Schule beenden. Gerne wäre er noch weiter zur Schule gegangen. Seine Eltern konnten leider das Schulgeld nicht bezahlen. Damals musste man für das Gymnasium bezahlen. Das konnten sich nur reiche Leute leisten. Adolphs Vater suchte deshalb für ihn eine Lehrstelle, damit er einen Beruf erlernen konnte. Auch wenn Adolph dazu eigentlich keine Lust hatte, erlernte er den Beruf des Schuhmachers. Früher konnte man nicht einfach in einem Geschäft Schuhe kaufen. Die Menschen gingen deswegen zum Schuster, der für sie passende Schuhe anfertigte. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend musste Adolph Kolping Schuhe herstellen. Das heißt den ganzen Tag hämmern, nähen, kleben, schleifen, schneiden und putzen. Zu seinen geliebten Büchern kam er jetzt nur noch selten. Abends fiel er todmüde ins Bett und er schlief mit dem Buch in der Hand ein. Wenn es klappte, nutzte er jede freie Minuten zum Lesen. Schließlich hatte er einen großen Traum: er wollte eines Tages doch noch aufs Gymnasium gehen, um dann zu studieren. 4

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Doch nach seiner Lehre begann für Adolph erst eine noch schwierigere und aufregendere Zeit. Er musste auf die Walz gehen, das heißt, drei Jahre weit weg von Zuhause sein. Er wanderte von einem Handwerksbetrieb zum anderen, hier ein paar Tage arbeiten, dort ein paar Wochen Schuhe reparieren und natürlich auch Schuhe herstellen. In diesen drei Jahren kam Adolph viel herum. Er lernte viele Handwerksbetriebe kennen und wurde dadurch in seinem Beruf immer besser. Das war ein hartes Leben: immer wieder auf der Straße zu sein und sich einen neuen Schuhmachermeister zu suchen, bei dem er arbeiten konnte. Das war Schwerstarbeit. Nach dieser harten Zeit fand er eine Schusterwerkstatt in Köln. Dort wurde er vom Meister und seiner Familie gut aufgenommen. Dieser Meister hat wie ein Vater für Adolph gesorgt. Adolph war in seinem Beruf so geschickt und gewissenhaft, dass der Meister sogar darüber nachdachte, die Werkstatt an Adolph zu übergeben. Aber wenn ihr glaubt, Adolph hätte seinen großen Traum vom Lernen und Studieren vergessen, dann seid ihr auf dem Holzweg! Dieser Traum hatte sich fest eingebrannt in sein Herz. Sein Traum ließ ihn nicht mehr los! Eben weil er so sehr an seinem Traum festhielt, unternahm Kolping alles, um ihn zu verwirklichen. Trotzdem vergaß Adolph seine Mitmenschen nicht. Neben seiner harten Arbeit als Schuster, pflegte er einen kranken Menschen. 6

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Eines Tages hatte Adolph ganz großes Glück. Er bekam etwas Geld und ein Stipendium geschenkt, von dem er das Schulgeld für das Gymnasium und für das anschließende Studium bezahlen konnte. Die großzügige Spende war der Dank dafür, dass er sich für diesen kranken Menschen so viel Zeit genommen hat. Wie groß war für ihn die Freude, ans Marzellen-Gymnasium nach Köln zu gehen und sein Abitur zu machen. Adolph war überaus dankbar für das Glück, das ihm beschert wurde. Dennoch war das Büffeln und Pauken eine harte Zeit für ihn. Die Mitschüler waren viel jünger als er und auch ziemlich klug. Adolph musste sich sehr anstrengen, um mitzukommen. Aber er hatte es nach wenigen Jahren geschafft. So, nun stand ihm die Welt offen und sein Traum wurde immer mehr Wirklichkeit. Adolph wollte Priester werden, das hatte er sich schon sehr lange überlegt. Zuerst ging er in die große Stadt München, um Theologie zu lernen. In München fühlte sich Adolph Kolping sehr wohl. Er liebte das Lernen an der Universität! Er hatte viele gute Lehrer und Professoren. Adolph mochte aber auch die freien Zeiten. Er wanderte gern in den bayerischen Bergen und stieg auf die hohen Berggipfel. 8

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Damit er endlich Priester werden konnte, ging er an die Universität Bonn und besuchte in Köln das Priesterseminar. Adolph hatte einen neuen Traum: Er wollte nach der Priesterweihe weiter studieren, um selber ein Lehrer der Theologie zu werden und Studenten zu unterrichten. Die schöne Zeit in München ließ ihn in seinen Gedanken nicht los! Dann war es endlich soweit. Der Tag seiner Priesterweihe war da. Unweit des Kölner Doms in der Minoritenkirche wurde er vom Bischof zum Priester geweiht. Als Kaplan wurde er nach Elberfeld geschickt. Mit viel Begeisterung machte er sich auf die Reise nach Elberfeld, um dort als Seelsorger zu arbeiten. Er hoffte sehr, dass er dort auch als Lehrer tätig sein kann. Doch sein Traum, selbst Studenten zu unterrichten, zerplatzte wie eine Seifenblase! 10

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Elberfeld, das war ganz weit weg von seiner Traumstelle. In dieser Stadt ging es den Menschen sehr sehr schlecht. Und die Kirche hatte dort keinen guten Ruf. Nur ganz wenige Menschen besuchten den Gottesdienst. Kolping war enttäuscht und er kam sich überflüssig vor. In Elberfeld gab es neumodische Fabriken. Hier mussten die Arbeiter jeden Tag 14 Stunden lang hart arbeiten. Sie bekamen sehr wenig Geld dafür. Sogar Kinder mussten schon in den Fabriken schuften! Für ein gutes Familienleben gab es keine Zeit. Die Lebensmittel waren sehr teuer. Viele Männer brachten ihr sauer verdientes Geld in die Wirtshäuser zum Bier trinken und hatten anschließend keines mehr, um ihre Familie zu ernähren. Die Zustände in Elberfeld waren himmelschreiend. Viele Menschen lebten auf der Straße, hatten nicht genügend zu essen, waren schwer krank und konnten sich keine Medizin leisten. Weil auch die Kinder schon hart arbeiten mussten, konnten sie keine Schule besuchen. Sie konnten nicht lesen, rechnen und schreiben. Genau dorthin kam der Kaplan Adolph Kolping. Im Kopf seine Träume vom Studieren in München und um sich herum notleidende Menschen. Nun aber machte sich eine andere Idee in ihm breit. „Wie kann ich diesen Menschen helfen?“, fragte er sich. 12

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Schon ein anderer hatte in Elberfeld dazu eine gute Idee: der Lehrer Johann Gregor Breuer. Er lud die Gesellen, die Handwerker, die unterwegs waren und keine gute Herberge fanden, zu sich ein und kümmerte sich um sie. Er gab ihnen ein Dach über dem Kopf und verbrachte mit ihnen die Freizeit; entweder gemeinschaftlich bei Sport und Spiel oder indem er sie unterrichtete, damit sie selber einmal einen Handwerksbetrieb eröffnen und eine Familie gründen könnten. Diese Gedanken und Taten gefielen Adolph Kolping sehr. Er fühlte sofort: „Das ist der richtige Weg! Jetzt bin ich kein Schuster mehr, sondern jetzt bin ich ein Handwerker Gottes! So muss man es anpacken, damit ich den Menschen helfen kann!“ Er half Johann Gregor Breuer mit großer Begeisterung, sich um die jungen Menschen zu kümmern. Das gefiel auch den jungen Handwerksburschen und sie spürten, dass dieser Kolping für sie da war. Aus diesem Grund nannten sie den Kaplan Kolping auch liebevoll „Gesellenvater“. Wie ein Vater kümmerte er sich um die Menschen. Er schenkte ihnen ein Dach überm Kopf, gab ihnen zu essen und zu trinken, besorgte Medizin und brachte ihnen lesen, rechnen und schreiben bei. 14

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