Sport in Hessen 14/2017

 

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Sport in Hessen

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Nr. 14 | 08. Juli 2017 | 71. Jahrgang Titelthema Hessentag in Rüsselsheim Hessischer Weg Diskussionen um Spitzensport-Reform Hessen bewegt „Sport und Gesundheit“ für alle U1_LSB-M_1417_Titel.indd 1 03.07.17 13:28

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Olympische Ballnacht Samstag, 23. September 2017 im Kurhaus Wiesbaden www.olympische-ballnacht.de AZ_A4_Ball16_2for1_260517RZ.indd 1 26.05.17 17:51

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2 INHALT Inhalt 4 Titelthema Hessentag Zehn bewegte Tage 15 Sportland Hessen bewegt Austausch und Kooperation 26 Sportklinik Frankfurt Umfassend medizinisch betreut 27 Sportler im Porträt Christian Reitz schießt Weltrekord 34 Sportjugend Kinder in Aktion 14 Vereinsmanagement Hauptgeschäftsführer Ralf Koch fragt nach 16 Angepasster Verhaltenskodex Erweiterte Regelungen zum Kindeswohl 17 Hessen lebt Respekt Land fördert beispielgebende Projekte 18 Amtliches Neues von den Mitgliedsorganisationen 19 Der Übungsleiter Tipps und Tricks aus der Praxis 23 Bäder-Sterben Nichtschwimmer-Quote steigt 24 Benefiz-Golfcup 4.100 Euro für Stiftung Sporthilfe Hessen 28 Sportinfrastruktur Schutz vor Legionellen 29 Sportversicherung Schadensfall des Monats 30 Neue Bücher Lesetipps rund um den Sport 32 Sport und Geschichte Die Anfänge des Radsports 33 Bildungsakademie Fortbildungen und Aktionstage Impressum Herausgeber: Landessportbund Hessen e. V. (lsb h); Otto-FleckSchneise 4, 60528 Frankfurt, Tel.: 069/6789 -0 Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Susanne Lapp, Vizepräsidentin für Kommunikation und Marketing, Glauburgstraße 11, 60318 Frankfurt. Redaktion: Leitung Ralf Wächter (RW), Isabell Boger (ib), Markus Wimmer (maw), Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt. So erreichen Sie uns: Ralf Wächter, rwaechter@lsbh.de, Tel.: 069/6789 -262; Isabell Boger, iboger@lsbh.de, Tel.: 069/ 6789-267; Markus Wimmer, mwimmer@lsbh.de, Tel. 069/6789-437; Fax: 069/6789-300. Verlag: Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Waldstraße 226, 63071 Offenbach Druck und Vertrieb: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel. Abonnementverwaltung: Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel, Tel.: 0561/60280-452, Fax: 0561/60280-499, E-Mail: abo-sih@dierichs-druck.de Anzeigen Nord/Mitte: Claudia Brummert, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel, Tel.: 0561/60280-180, Fax: 0561/60280-199, E-Mail: brummert@ddm.de Anzeigen Süd: Regina Väth, Waldstraße 226, 63071 Offenbach, Tel.: 069/85008-373, Fax: -394, E-Mail: sih@op-online.de Sport in Hessen erscheint vierzehntägig zum Wochenende Bezugspreis: Jährlich Euro 51,11 einschl. Postgebühren und MwSt. Bestellungen für Vereine beim Landessportbund Hessen e. V., für Privatpersonen bei Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Verfasser wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird keine Gewähr übernommen. Eine Rücksendepflicht besteht nicht. Titelfoto: Gemeinsam geht es besser. Mutter und Sohn im Parcours für Sehbehinderte auf dem „Festival des Sports“ für Familien auf dem Hessentag. Das Angebot der Initiative „Kinder stark machen“ war eine der vielen Mitmach-Stationen im Sportprogramm des Hessentags in Rüsselsheim. Foto: Isabel Boger www.landessportbund-hessen.de SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 2 04.07.17 13:25

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4 THEMA DER SEITE Absolut bewegend Das bunte Programm bei „Hessens Festival des Sports“ animiert Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen – und weckt Lust auf Vereinssport Vorsichtig löst Cinda die rechte Hand, streckt sie nach oben, greift den roten Knauf und zieht. „Du schaffst das“, rufen ihre Freundinnen von unten, „jetzt wieder mit den Füßen nachsetzen“. Schritt für Schritt, Griff für Griff arbeitet sich die neunjährige Rüsselsheimerin an der Kletterwand nach oben, bis über ihr nur noch ein strahlend blauer Himmel zu sehen ist. Dann geht es, sicher im Seil hängend, langsam zurück nach unten. „An manchen Stellen war es gar nicht so leicht, aber es hat total Spaß gemacht“, sagt Cinda, als sie wieder mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Das Strahlen ist ihr nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen, seit sie beim Bungee Trampolin Saltos geschlagen hat. „Ich will noch ganz viel ausprobieren“, verrät das Mädchen dann. Schwimmen und Karate kennt sie aus ihren eigenen Sportvereinen. „Aber ich habe noch nie Darts gespielt oder so einen Ball geschlagen“, sagt sie und deutet auf den Baseball-Käfig. Keine Minute Pause Dort versucht gerade Giuliano, ebenfalls neun, sein Glück. „Es ist gar nicht so einfach, den Ball zu treffen, weil man ihn erst recht spät aus der Wurfmaschine kommen sieht“, gibt Ruben Martin zu. Er ist normalerweise Spieler bei den Rüsselsheimer Moskitos. An diesem Mittwoch vor Fronleichnam ist er von der Schule freigestellt, um auch bei jüngeren Schülern die Lust am (Vereins-)Sport zu wecken – bei „Hessens Festival des Sports“ auf dem Hessentag in Rüsselheim, zu dem sich rund 2.000 Schülerinnen und Schüler angemeldet haben. „Wir sind seit neun Uhr hier und bisher gab es noch keine Minute, wo kein Kind Bälle schlagen wollte“, erzählt Ruben Martin, die Mittagssonne im Nacken. „Sport macht schlau“ „Ich beneide alle, die hier Sport treiben und in Sportbekleidung rumlaufen dürfen“, hatte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, selbst im schwarzen Anzug, schon bei der Eröffnung der Veranstaltung gesagt. „Sport ist wichtig – in der Schule wie im Verein“, betonte er anschließend. Denn Sport sei nicht nur gut für den Körper, er mache auch schlau und helfe dabei, sich in der Gesellschaft einzufinden. Inklusion und Integration etwa könnten bei der gemeinsamen Bewegung in der Gruppe besonders gut gelingen. Dass das mehr als Plattitüden sind, zeigte sich an den Sport- und Spielstationen des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes (HBRS). Während einige Schüler einen Rollstuhl-Parcours überwinden, sitzen Merle und Lara an einer Bierbankgarnitur und tun, was bei 14-Jährigen normal nicht mehr ganz oben auf der Liste der Lieblings-Freizeitbeschäftigungen steht: Sie malen. Zwei runde Gesichter sind zu sehen, blaue Augen, rötliche Haare, ein zarter Hals. Die Bilder sind jedoch nicht dazu gedacht, sie mit nach Hause zu nehmen. Malen ist hier nur Vorprogramm! OBEN Tischkicker mal anders: Diese Schulklasse hatte mächtig Spaß beim Fußball an der Stange! Fotos: Isabell Boger Titelthema Hessentag SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 4 04.07.17 13:25

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TITELTHEMA HESSENTAG Flugs werden die kleinen Kunstwerke auf einer Staffelei befestigt. In der Zwischenzeit erklären zwei HBRS-Ehrenamtler den Mädchen, wie der nächste Schritt funktioniert. Denn mit einem Blasrohr geschossen, erzählen die beiden Jugendlichen kichernd, das haben sie noch nie. Schnell kehrt aber die Ernsthaftigkeit zurück. Sobald die Farbkartuschen eingesetzt sind, richten die beiden die Blasrohre auf ihre selbst gestalteten Zielscheiben. Konzentriert, kurz, aber voller Energie pusten die beiden Mädchen hinein – und schon werden ihre Bilder noch bunter. „Getroffen!“, freuen sich beide und starten einen weiteren Versuch. Ein Sport für Alle! Neben ihnen versuchen Mädchen und Jungen jeden Alters ihr Glück. „Das ist das Schöne an dieser Sportart: Jeder kann sie ausüben – ob er Kind oder Erwachsener ist, ob er im Rollstuhl sitzt, taub, stumm oder vom letzten Fußballspiel durch einen Bänderriss gehemmt ist“, sagt William Sonnenberg. Er ist ehrenamtlicher Landeslehrwart beim HBRS und als Referent beim Landessportbund Hessen für das Thema Inklusion zuständig. In dieser Funktion hat er auch zahlreiche Ideen für inklusive Spiel- und Sportfeste entwickelt, die in Kürze in Heftform erscheinen sollen. „Eine dieser Stationen ist Blasrohrschießen in der Kombination mit Zielscheibenmalen“, erklärt Sonnenberg. Eine richtige Wahl, wie die lachenden Gesichter der Schülerinnen und Schüler zeigen. Begeisterung herrscht an diesem, von LOTTO Hessen präsentierten, „Festival des Sport“ aber nicht nur beim Nachwuchs. Auch Wolfgang Glotzbach guckt zufrieden. Hinter dem Vorsitzenden des Sportkreises Groß-Gerau und seinem Team liegt ein anstrengendes Jahr. „Die Vorbereitungen haben Spaß gemacht, waren aber auch anstrengend“, sagt er. „Da freut man sich doppelt, wenn am entscheidenden Tage dann alles rund läuft.“ Sein Lob richtet er an das Stadionpersonal, das Staatliche Schulamt und die Sportkreis-Mitarbeiter – vor allem aber an die viele Vereine und Verbände, die bereit waren, sich einzubringen. Das Angebot ist dementsprechend bunt: Darts, Schießen, Golf, Hockey, Radsport, Turnen, Tennis, Fußball, selbst Skifahren auf einer Schanze – es gibt fast nichts, was nicht angeboten wird! „Sport bildet und bewegt – in Schule und Verein“, sagt Prof. Zielinski. So lautet auch der Titel einer neuen Kampagne, die der Landessportbund Hessen vor Kurzem gestartet hat. „Unser Ziel ist es, Sport in den Schulen noch besser zu positionieren. Kooperationen, wie die in Kelkheim, sind dabei ein zentrales Element. Deshalb hoffen wir, dass die Landesmittel für das Landesprogramm zeitnah aufgestockt werden“, so der Vizepräsident. Kampagne „Sport bildet und bewegt“ „Es ist ein tolles Bild, so viele Kinder in Bewegung zu sehen“, sagt auch Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vizepräsident Schule, Bildung und Personalentwicklung des Landessportbundes. Er meint damit nicht nur das Gewimmel im Stadion „Am Sommerdamm“ und auf den angrenzenden Kunstrasenplätzen. Auch auf der Bühne wird ein buntes Programm gezeigt. Den Anfang macht etwa die Gruppe „X-Treme“ des Dr. Richter Gymnasiums in Kelkheim. Die entsprechende Choreographie wurde in der HipHop-AG einstudiert, für die das Gymnasium im Rahmen des „Landesprogramms zur Förderung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen“ mit dem TSC Fischbach kooperiert. Eine weitere zentrale Forderung, auf die mit der Kampag­ne hingewiesen werden soll, ist es, die im Lehrplan festgelegten drei Sportstunden pro Schulwoche auch tatsächlich durchzuführen. „Noch besser wäre jedoch eine tägliche Sportstunde“, richtet sich Zielinski auch an Kultusminister Lorz. Die integrative Klasse von Helen Frühauf würde sich dafür auf jeden Fall begeistern lassen. „Das Festival macht ihnen richtig Spaß“, sagt die Lehrerin von der IGS Mainspitze. Ihre Schüler haben zum Erzählen gerade keine Zeit. Das Stand Up Paddling auf dem Main nimmt sie voll in Beschlag. „Könnten wir in der Schule auch mal machen“, ruft einer noch. Dann taucht sein Ruder sanft ins Wasser ein und paddelt davon.  Isabell Boger SIH 14 / 08.07.2017 5 IM HALBKREIS Bewegung macht Spaß – ob beim Rennen, beim Baseball, beim Blasrohrschießen oder beim Staffellauf. Im Rahmen des „Festivals des Sports“ zeichnete die Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau auch die Schulklassen aus, die beim SportabzeichenSchulwettbewerb am besten abgeschnitten hatten. „Hessens Festival des Sports“ wurde präsentiert von: 01-40_LSB-M_1417.indd 5 04.07.17 13:25

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6 TITELTHEMA HESSENTAG Gemeinsam macht‘s gleich doppelt Spaß Beim „Festival des Sports“ für Familien probieren sich Eltern und Kinder gemeinsam in neuen Sportarten aus T ag eins des „Festivals des Sports“ (Bericht Schulsporttag auf Seite 4 und 5) ist vorbei, doch in den Gesichtern der Sportkreis-Mitarbeiter ist keine Müdigkeit zu sehen. Freundlich beantworten sie Fragen zum Programmablauf, verteilen Pläne, auf denen alle Mitmach-Stationen eingezeichnet sind, und immer ist jemand auf dem Gelände unterwegs, um für einen reibungslosen Ablauf des Bühnenprogramms zu sorgen. Die Bänke vor der Bühne sind derweilen voll besetzt. Beim Flashmob „LaGym“ der TSG Worfelden ist es mit Sitzen aber nicht getan: Arme in die Luft stecken, gemeinsam drehen, tanzen und Spaß haben lautet hier das Motto. Lust, selbst (mal wieder) aktiv zu werden, wecken auch das Showturnen des TV Büttelborn oder der Schautanz der TSG Blau-Silber Gernsheim. Und bei der Sportakrobatik der SVG Nieder-Liebersbach bleiben so manche Münder vor Staunen offen. „Ein Highlight des Hessentags“ Die Herren im Anzug, die anschließend auf die Bühne kommen, haben es da schon schwerer. Dabei ist wichtig, was sie zu sagen haben. Schließlich braucht es – neben vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen – auch die Unterstützung von Politik und Landessportbund (lsb h), wenn der organisierte Sport weiterhin die stärkste Bürgerbewegung des Landes bleiben möchte. „Sport führt Menschen zusammen“, sagt lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller. Das sei jeden Tag in den rund 7.700 hessischen Vereinen der Fall, aber auch hier auf dem Hessentag. „Dank des Engagements des Sportkreises und zahlreicher Vereine und Verbände ist das Festival des Sports wieder ein Highlight des Hessentags und eine Veranstaltung der Bewegung, der Freude und des Zusammenführens.“ Über Generationengrenzen hinweg Ähnlich sieht es Werner Koch, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Er ist überzeugt, dass Sport gemeinsam gleich doppelt Spaß macht. „Deshalb ist es heute der Leitgedanke, über die Generationengrenzen hinweg alles auszuprobieren“, sagt Koch. Wer dann noch nicht genug habe – und das seien hoffentlich viele – sei eingeladen, im Sportverein weiterzumachen. Mit Hinweis auf die landesweite Kampagne „Hessen lebt Respekt“ betont der Staatssekretär, wie wichtig es auch im Sport sei, Respekt zu leben. Das gilt für das Verhalten auf dem Spielfeld oder auf der Matte, aber auch für die Zusammenarbeit unter Funktionären. Diese lobt etwa der Präsident des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes, Heinz Wagner: „In der Vorbereitung verlief die Zusammenarbeit mit dem Sportkreis und dem Landessportbund absolut reibungslos.“ Und auch vor Ort habe ihm Landessportbund-Präsident Müller viel Vertrauen entgegengebracht: „Er hat sich nämlich getraut, die Drogenbrille aufzusetzen und gemeinsam mit mir den von uns aufgebauten Parcours zu beschreiten“, sagt Wagner mit einem Lachen im Gesicht. Dass Sport keine Stadtgrenzen kenne (Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burkhardt zur erfolgreichen Zusammenarbeit der Vereine), kann Landrat Thomas Will nur bestätigen. Dass ihm das von lsb h-Vizepräsident Dr. Heinz Zielinski mitgebrachte T-Shirt der „Hes- OBEN Das Programm auf der Bühne bringt die Zuschauer zum Staunen. Beim Hockey kommen Eltern und Kinder gemeinsam in Bewegung. Der große Renner bei Jugendlichen ist Stand Up Paddling. Fotos: Isabell Boger SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 6 04.07.17 13:25

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TITELTHEMA HESSENTAG 7 sen lebt Respekt“-Kampagne so gut passt, könnte übrigens daran liegen, dass er Sport nicht nur auf der Bühne als wichtig verkauft, sondern diese Überzeugung auch lebt. Für drei Wochen hat der Landrat seinen Dienstwagen gerade gegen ein Fahrrad getauscht. Überzeugend kann er den Zuhörern deshalb mit auf den Weg geben: „Im Sport geht es nicht darum, Erster zu sein, sondern darum, sich selbst fortzuentwickeln.“ Wenn der Sohn die Mutter führt Fortentwicklung – das klappt am besten, wenn man Neues ausprobiert. Und das tun an diesem Familientag viele: Überall sieht man Eltern, die zusammen mit ihren Kindern Sport treiben oder sich mit ihnen messen: Wer macht beim Darts mehr Punkte? Wer ist der bessere Schütze mit dem Lichtpunktgewehr? Wem gelingt es, das erste Hockeytor seines Lebens zu schießen? Beim Astronauten-Training „Aero Space“ zeigt sich, wer mehr Mut hat. Und an den Stationen von „Kinder stark machen“ geht es um Vertrauen: Da führt ein Junge seine Mutter mit Augenbinde durch einen Parcours, gibt Instruktionen, wann sie über ein Hindernis steigen, wie sie den Regenschirm aufspannen muss. Neue Erfahrungen sammelt auch Düzgün. Der Zwölfjährige hat gerade die ersten Golfbälle seines Lebens geschlagen. Vorher hat er den RollstuhlParcours des HBRS getestet: „Am Anfang ist das ganz schön schwer und anstrengend. Da merkt man erst mal, wie problematisch schon kleine Kanten sein können.“ Titelthema Hessentag „Wollen etwas zurückgeben“ Einige Meter von der Station „Golf“ entfernt schwingt Erika Hoppmann den Tennisschläger. Freundlich und bestimmt gibt sie Instruktionen, wie der Schläger gehalten, der Ball gespielt werden muss. „Ich bin schon seit Jahren beim TV Rüsselsheim-Haßloch aktiv. Als Jugendleiterin war auch Schultennis mein Bereich“, erzählt sie. Dementsprechend routiniert gelingt es ihr, Kindern und Erwachsenen, die bisher nichts mit dem weißen Sport zu tun hatten, erste Fertigkeiten zu vermitteln. „Ich finde es wichtig, dass wir uns als Verein hier mit den Sportarten Tennis und Turnen präsentieren“, sagt Hoppmann. Nur, wenn viele mitmachen, entstehe ein interessantes Festival-Programm. „Ich finde, wir sollten der Stadt und dem Sportkreis etwas zurückgeben. Außerdem ist es ja auch Werbung für unseren Sport.“ Mit der Resonanz sei sie bisher durchaus zufrieden. Solche Aussagen freuen den Sportkreis-Vorstand. „Man steckt ja viel Engagement und Zeit in die Vorbereitungen. Da tut es gut, wenn die Akteure die gute Organisation loben und auch die Besucherzahlen passen“, sagt Vorsitzender Wolfgang Glotzbach und bedankt sich bei den ehrenamtlichen Helfer. Dass alle Stationen so gut angenommen werden, bestätigt ihn in der Entscheidung, die gesamte Sportanlage samt Nebenplätzen zu nutzen. „So groß war das Festival glaube ich noch nie“, sagt er nicht ganz ohne Stolz!  Isabell Boger SIH 14 / 08.07.2017 LukrativefüSroEnhdreernkaomndtliitcihoen!en 13-mal Freude für sportliche Gewinner Sieger des Preisausschreibens der Firma Artzt und des lsb h stehen fest Beim Hessentag-Gewinnspiel von Artzt und dem Landessportbund Hessen wurden zehn Thera-Bänder® CLX® sowie drei Gymstick™ Original verlost. Die Gewinner stehen nun fest und werden in den nächsten Tagen auch schriftlich benachrichtigt. Jeweils ein latexfreies Thera-Band® CLX® haben gewonnen: Angelika Schönmeier (Riedstadt), Ludmila Boer (Weilburg), Katharina Melchior (Trebur), Janina Sund- macher (Heidelberg), Gerti Kremling (Rüsselsheim), Anja Swoboda (Oberursel), Heribert Schlosser (Hochheim), Achim Nagel (Frankfurt), Heike Melchior (Trebur) und Corinna Reisigel (Alsbach-Hähnlein). Über jeweils einen 1,30 Meter langen Gymstick™ können sich Carmen Stübing aus Stockstadt, Josef Achzet aus Ginsheim und Albert Bodenröder aus Bad Nauheim freuen. In Kooperation mit HDI – Ihr Versicherungspartner. Ihr Versicherungsschutz, bei dem alles passt – und der zu Ihnen passt. Durch die Kooperation mit HDI erhalten Sie einen ausgezeichneten Versicherungsschutz zu vorteilhaften Konditionen. Einige unserer Highlights: • Besondere Konditionen • Umfassende Leistungen • Hohe Servicequalität Informieren Sie sich jetzt! Rufen Sie uns an unter 0511-3993-450, Stichwort „LSB Hessen“. Unser Online-Angebot finden Sie unter: www.hdi.de/topschutz/heslsb oder unter www.landessportbund-hessen.de/Partner 01-40_LSB-M_1417.indd 7 04.07.17 13:25

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8 TITELTHEMA HESSENTAG Zehn sportlich bewegte Tage in Rüsselsheim Der Landessportbund war auf der Landesausstellung wieder mit zahlreichen Mitmach-Angeboten präsent / Wissen zum Thema Sport und Ernährung vermittelt Sieben unterhaltsame, informative und bewegte Aktionstage prägten am Hessentag das Geschehen auf dem Stand des Landessportbundes Hessen (lsb h). Im Rahmen der Landesausstellung in Halle 1 präsentierte der lsb h das breite Spektrum seiner Arbeit und informierte die Besucher rund um die Themen Aus- und Weiterbildung, Sportentwicklung, Sportinfrastruktur, Gesundheitssport, Sportabzeichen, Leistungssport oder auch Vereinsmanagement. Bereits am Samstag entwickelte sich der Stand des Landessportbundes zu einem der Anziehungspunkte in der Halle 1. Die Besucherinnen und Besucher hatten viel Spaß mit der Rosbacher Reaktionswand, an ihr galt es schnell zu reagieren und die spontan nach dem Zufallsprinzip aufleuchtenden Felder per „Handschlag“ zu neutralisieren. Ob als Paarduell oder in der Kategorie „Mutter gegen Tochter“, am Ende erhielten alle Spielerinnen und Spieler als Belohnung ein Glas Rosbacher Isofit. Begehrte Trinkberatung Richtiges Trinken, vor allem beim Sport und insbesondere im Sommer, war das Aktionsthema am Sonntag. Die Profis unseres Partners Hassia Mineralquellen gaben Tipps und stellten unterschiedliche Mineralwässer und ihre Wirkung auf Sportler vor. Dabei verdeutlichten Karolin Wagner, Hannah Göbel und Eugenija Rabinovich, wie wichtig die richtige Versorgung mit Mine- ralien ist. Für Sportler gilt ein Verhältnis von 2:1 bei Magnesium und Calcium als optimal. Während der Belastungsphase sollen bis zu fünf Liter Mineralwasser pro 20 Kilogramm Körpergewicht getrunken werden. Ältere sollten übrigens nicht ganz so viel trinken, denn bei ihnen besteht die Gefahr erhöhten Blutdrucks bei zuviel Wasserzufuhr. Schwangere sollten darauf achten, natriumarmes Wasser zu trinken. Angesichts der Temperaturen rund um den Hessentag war die Trinkberatung bei vielen sportlichen, aber auch den weniger sportlichen Besuchern stark gefragt. Am Abend waren zumindest die Vorräte der Hassia-Kolleginnen komplett aufgebraucht. Fit sein ist ganz einfach! Fit sein ist ganz einfach! Das bewies Tobias Dauner, Sportwissenschaftler und Sportlehrer des Landessport- OBEN LINKS Innenminister Peter Beuth am Jakkolo. OBEN RECHTS Kirsten Brünings Ernährungsberatung am Donnerstag war stark nachgefragt. UNTEN Die Rosbacher Reaktionswand war der Publikumsmagnet am Sonntag. Fotos: Markus Wimmer, Leonore Spener, Elke Daniel-Erlenbach, Isabell Boger SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 8 04.07.17 13:25

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TITELTHEMA HESSENTAG 9 bundes Hessen am Dienstag. Mit Flexi-Bar, Theraband oder ganz ohne Hilfsmittel animierte er nicht nur hessische Landespolitiker wie den SPD-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, sondern auch zahlreiche Besucher. Gut gelaunt und mit Entertainer-Qualitäten animierte er zum Mitmachen, nahm sich aber auch immer wieder die Zeit für individuelle Beratung rund um die Trainingsplanung. Trainieren wie die Profis Am Mittwoch hieß die Devise „Trainieren wie die Profis“. Micaela Griebel, Mitarbeiterin des Olympiastützpunktes Hessen und Martina Hoßfeld aus dem lsb hGeschäftsbereich Leistungssport hatten das Trainingsprogramm „Seco II“ dabei, mit dem die Besucherinnen und Besucher ihre Konzentrationsfähigkeit, genau wie die hessischen Olympia-Schützen, testen konnten. Besonders spannend wurde es, als die Nachbarn vom Stand der Hessischen Polizei zu Besuch waren und sich einen hart umkämpften Wettkampf miteinander lieferten. Dabei erreichten die Ordnungshüter beeindruckend gute Ergebnisse. „Das waren schon Werte, wie sie sonst Leistungssportler erreichen“, kommentiert Micaela Griebel den Auftritt der Polizei. Den Beamten hat es offenbar gefallen, denn sie versprachen alle, künftig zu trainieren, um sich auf dem kommenden Hessentag in Korbach wieder miteinander zu messen. Essen und Trinken ... „Gesunde Ernährung beim Sport und im Alltag“ war das Thema am Donnerstag und damit hatte der Landessportbund eine gute Wahl getroffen. Kirsten Brüning, Ernährungsberaterin am Olympiastützpunkt Hessen und Autorin des Ernährungstipps in „Sport in Hessen“ informierte über richtiges Essen vor oder nach dem Sport, gab Tipps zum generellen Essverhalten oder Ratschläge für eine ausgewogene Kost. Dabei half ein Fragebogen auf dem die Besucher ihre Ernährungsgewohnheiten festhielten. Trotz Hochbetriebs am Stand gelang es der Ernährungsberaterin immer wieder, individuelle Fragen zu beantworten und konkrete Tipps für den Ernährungsplan zu geben. „Bewegte Pause“ Am Freitag und Samstag war Hannah Klein von ARTZT am lsb h-Stand zu Gast. Bereits zum vierten Mal bot die Sportwissenschaftlerin auf einem Hessentag „bewegte Pausen“ an, die vor allem am Samstag von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern des VdK-Landestags aktiv genutzt wurden. Die zahlreichen interessierten und kenntnisreichen Fragen zu den Sportgeräten und einzelnen Übungen machten deutlich, dass viele der Besucher bereits im Gesundheitssport aktiv sind. Erfreulich dabei, das ergaben die Rückfragen: Fast alle treiben ihren Sport im Verein. So überraschte es dann auch nicht, dass das Interesse an den angebotenen kleinen Bewegungsein- heiten zwischendurch und den Tipps für Theraband und Gymstick 2.0 so groß war. OBEN Aktive Pause mit Hannah Klein. Auch die Tanzgruppe aus Bursa ließ sich zum Sport aktivieren. MITTE Tobias Dauner zeigt Thorsten SchäferGümbel die Handhabung des Flexi-Bars. LINKS Reaktionsschnelligkeit war beim Trainieren mit dem Seco2-System gefragt. „Pflaster kann man immer brauchen“ Einen Hit landete der Landessportbund mit seinen Pflasterbriefchen, die während des gesamten Hessentags von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Stand auf der Titelthema Hessentag Landesausstellung verteilt wurden. „Pflaster kann man immer brauchen“, war die Stan- dardantwort der Besucher, die sich alle sichtlich über das kleine Geschenk freuten. Immer wieder wurde nach dem Pflaster gefragt und kleinere Verlet- zungen wurden sogar unkompliziert und schnell am Stand versorgt. Markus Wimmer SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 9 04.07.17 13:25

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10 T I T E L T H E M A H E S S E N T A G „Respekt ist das, was jeder Mensch verdient!“ Podiumsdiskussion auf dem Hessentag: In der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ ist der Sport ein wichtiger Baustein Hasstiraden in den „sozialen“ Netzwerken, Mobbing am Arbeitsplatz, „dissen“ in der Schule: Einer der wichtigsten Grundwerte unserer Gesellschaft droht verloren zu gehen. Die Rede ist vom „Respekt“. Dabei ist es der Respekt vor der Persönlichkeit des Anderen, der das Miteinander gedeihlich, erfolgreich und vor allem erfüllend werden lässt. Ergo: Respekt ist wichtig, er ist sogar unabdingbar, soll eine Gesellschaft wie die unsere funktionieren. Im Umkehrschluss: (Friedliche) Koexistenz ohne Re­ spekt ist nicht realisierbar. „Hessen lebt Respekt“ lautet der Titel einer Kampagne, die die Hessische Landesregierung mit Beginn dieses Jahres aufgelegt hat. Respekt als herausragenden Wert zu vermitteln, ist das Ziel. Der Sport, und das hat Ministerpräsident Volker Bouffier in einer Podiumsveranstaltung auf dem Hessentag in Rüsselsheim deutlich geäußert, „ist ein wichtiger Baustein der Kampagne“. Sport spricht alle Sprachen Eine mehr als nachvollziehbare Auffassung. Dass Sport alle Sprachen spricht, rassenlos und klassenlos ist, steht außer Frage. „Wir teilen im Sport unsere Leidenschaft für die Sache. Die Frage, wo jemand herkommt, oder welche Hautfarbe er hat, spielt überhaupt keine Rolle“, brachte Siebenkämpferin Carolin Schäfer eines der wichtigsten Merkmale des Sports auf den Punkt. Und Respekt, so „Caro“, gehöre absolut dazu. Das beginne in der Trainingsgruppe, beziehe – selbstver- ständlich – den Trainer mit ein und sei auch ein wesentliches Kriterium im Wettkampf. „Natürlich sind wir Konkurrenten. Wir alle trainieren hart für den Erfolg, für den Sieg. Aber wir haben auf jeden Fall Respekt vor den Leistungen der Anderen und freuen uns auch über deren Erfolge.“ Eine Auffassung, die Volker Bouffier teilt. Nicht nur, weil der heutige Ministerpräsident dereinst als Basketballer bei den Gießen 46ers erfolgreich war und die Welt des Sports generell in allen Ausprägungsmerkmalen kennt. Sport statt Einsamkeit Sondern auch und gerade aus der Erkenntnis heraus, dass der Sport Leistungswille, Gemeinschaftssinn, Fairness und den uneigennützigen Anspruch an sich selbst in einer Art und Weise vereint, „wie es sie sonst kaum gibt“. An die Adresse von Kindern und jungen Menschen richtete er die Botschaft, Sport zu treiben. Die Kombination aus „Freude an der Bewegung, gemeinnützigem Einsatz und persönlicher Entwicklung“ sei „erheblich viel besser, als den Tag einsam und isoliert vor dem Smartphone zu verbringen.“ Dass der Sport dabei „sauber“ bleiben muss, ist für Bouffier eine Selbstverständlichkeit. Dem Doping erteilte der ehemalige hessische Sportminister im Kontext dabei eine klare Absage. „Doping ist eine absolute Respektlosigkeit gegenüber fairen Sportlerinnen und OBEN In unserer Gesellschaft braucht es mehr Respekt! Staatssekretär Werner Koch (links oben), Jimmy Hartwig (links unten) sowie Volker Bouffier und Prof. Dr. Heinz Zielinski (rechts oben) notierten beim lsb h, was Respekt für sie bedeutet. Mit Siebenkämpferin Caro Schäfer diskutierte Bouffier in einer eigenen Veranstaltung das Thema Respekt. Fotos: R. Wächter SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 10 04.07.17 13:25

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TITELTHEMA HESSENTAG Sportlern“, so der Ministerpräsident während der Podiumsdiskussion in der Halle 1 der Landesausstellung zum Hessentag in Rüsselsheim wörtlich. Am Stand des Landessportbundes Hessen legte Bouffier den Respektsbegriff dann weiter aus. Respekt im Sport ist für mich „die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens“, schrieb er auf eine der Tafeln des Ausstellungssystems. Respekt im Sport ist für mich ... Auf diese Tafeln, so lautete die Bitte des Landessportbundes, sollten Standbesucher schreiben, was sie unter „Respekt im Sport“ verstehen. Eine Bitte, der unter anderem der „Offebächer Bub“ und Ex-BundesligaFußballprofi Jimmy Hartwig nachkam. „Respekt ist das, was jeder Mensch verdient“, notierte Hartwig hier in roter Farbe. Caro Schäfer schrieb eines ihrer Leitmotive an die Wand. „Behandele die Menschen so, wie Du behandelt werden willst“, lautet ihr Credo. Und für die ExSchwimmerin und Olympiateilnehmerin Meike Freitag ist Respekt, „die Leistung des anderen zu würdigen“. Titelthema Hessentag „Nach dem Gegeneinander wieder ein Miteinander“, „Größe zeigen, egal ob Sieg oder Niederlage“, „Schwächeren aus meinem Team helfen“, „Kein Rassismus“, „Chancengleichheit“, „Null Toleranz für Gewalt“ – dies und vieles mehr machte für die Besucher des Hessentags den Respekt im Sport aus. Mehr als erfreulich in einer Gesellschaft, in der, so Volker Bouffier, „Egoismus, Häme, Aggression, Hass und Gewalt zugenommen haben“. Am Stand des Landessportbundes Hessen zeigte sich jedenfalls mehr als deutlich die fröhliche, völkerverbindende, integrative und generationenübergreifende Mentalität des Sportes. (Siehe dazu auch Bericht auf Seite 8 und 9.) Ein deutlicher Beleg dafür, dass der Sport gerade in unserer heutigen Zeit viel bewegen und bewirken kann. Ralf Wächter Herz und Hilfe für den Sport Ohne Förderer wäre der Auftritt des Landessportbundes auf dem Hessentag in dieser Form nicht möglich 11 Mehrere tausend Menschen besuchten auch in diesem Jahr „Hessens Festival des Sports“ auf dem Hessentag in Rüsselsheim. Ob beim „Tag der Schulen“ oder beim „Familientag“ (siehe dazu auch die Berichte auf den Seiten 4–7 dieser Ausgabe) – welche Rolle der Sport im Gefüge unserer Gesellschaft spielt, wurde hier erneut deutlich. Gleiches gilt für die Präsentation des Sportes in der Landesausstellung. Zig tausend Besucher kamen während der Hessentagsdauer an den Stand des organisierten Sports, informierten sich hier über „praktische Dinge“ rund um Vereinsförderung, Vereinsverwaltung und Versicherungsschutz oder fragten nach Ausbildungen und Sportmöglichkeiten in ihrer Region. Weder „Hessens Festival des Sports“ noch die Präsentation in der Landesausstellung wären für den Landessportbund ohne Unterstützung von außen so möglich gewesen. Wir sagen unseren Förderern an dieser Stelle explizit herzlichen Dank!  Ralf Wächter SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 11 04.07.17 13:25

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AKTUELLES Aufschrei – und dann? Landessportbund Hessen hält von der DLRG vorgelegte Nichtschwimmerzahlen für alarmierendes Signal 23 Rund 60 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer. Das ist das Ergebnis einer nun veröffentlichten, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Beim Landessportbund Hessen (lsb h) hat man besorgt auf diese Zahlen reagiert – ist aber wenig überrascht. „Jedes Jahr, wenn die DLRG neue Zahlen vorlegt, gibt es einen kurzen Aufschrei. Anschließend geschieht dann aber meistens: nichts“, sagt lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller. Der frühere deutsche Hochschulmeister im Schwimmen warnt seit Jahren davor, dass Hessen – und ganz Deutschland – zum Land der Nichtschwimmer werden könnte, wenn nicht bald etwas passiere. Zwar hat das Statistische Landesamt schon sehr lange nicht mehr erfasst, wie sich die Zahl der Hallen- und Freibäder in unserem Bundesland verändert hat. „Immer wieder müssen wir aber in der Zeitung lesen und von unseren Vereinen erfahren, dass Bäder dauerhaft geschlossen wurden oder zumindest für eine längere Zeit nicht zur Verfügung stehen“, sagt Müller und verweist etwa auf die Hallenbäder im südhessischen Lampertheim bzw. in Weiterstadt (Kreis DarmstadtDieburg), die aufgrund von Sanierungsarbeiten für längere Zeit geschlossen sind. Weniger Bäder, weniger Kurse Weniger Schwimmbäder bedeuteten dabei auch zwangläufig weniger Schwimmkurse und -unterricht. „Die Nichtschwimmerquote wächst also – und damit die Gefahr tödlicher Badeunfälle“, sagt Müller, der sich in den von der DLRG vorgelegten Zahlen bestätigt sieht. Als Dachorganisation des organisierten Sports in Hessen sieht der Landessportbund durch das Schwimmbadsterben aber auch die Zukunft seiner Mitgliedsvereine gefährdet: „Schwimmvereine sind darauf angewiesen, dass öffentliche Bäder zur Verfügung stehen. Das ist für den Breitensport wichtig, aber auch unabdingbar, wenn wir weiterhin hessische Teilnehmer bei den Olympischen Schwimmwettbewerben stellen wollen“, sagt der Landessportbund-Präsident mit Blick auf Marco Koch, Jan-Philip Glania und Co. Landesweite Diskussion führen Positiv stimmen den Landessportbund daher Nachrichten wie die aus Eschborn: Dort soll eine zweite Schwimmhalle entstehen, die vor allem Vereinen und Schulen zur Verfügung stehen soll. „Und in diesen Institutionen“, sagt Müller, „wird dank ausgebildeter Lehrer und Trainer die Grundlage für sicheres Schwimmen gelegt.“ Weil nicht jede hessische Kommune finanziell so gut dasteht wie Eschborn, plädiert Müller aber für eine landesweite Diskussion zum Thema Schwimmbäderentwicklung. „Ziel muss es sein, dass jeder Hesse und jede Hessin in seiner Nähe ein öffentliches Bad mit bezahlbaren Preisen findet“, so der lsb h-Präsident. Er hofft, dass die von der DLRG vorgelegten alarmierenden Zahlen dazu beitragen, eine Diskussion über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten auch auf Landesebene anzu­stoßen.  OBEN Schwimmen gehört zu den Grundsportarten und sollte aus Sicht des Landessportbundes daher unbedingt erlernt werden. Foto: Andrea Bowinkelmann / LSB NRW  Trainingsgeräte  Praxisausstattungen  Isokinetische Systeme  Beratung Praxiseinrichtungen Fon: 02551 . 99 63 99 Fax: 02551 . 99 63 98 info@physiobuy.de An- und Verkauf NEU & GEBRAUCHT www.physiobuy.de SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 23 04.07.17 13:25

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24 S P O R T A B Z E I C H E N TDHIERME AK TDEERR DSREAI HT ET Spielend den Sport unterstützt 18. Benefiz-Golfcup des Landessportbundes Hessen / 4.100 Euro für die Stiftung Sporthilfe Hessen eingespielt Die stolze Summe von 4.100 Euro zugunsten der Stiftung Sporthilfe Hessen hat der 18. BenefizGolfcup des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h) erbracht. In diesem Jahr fand das vorgabewirksame Turnier auf dem Gelände des Golfclubs Hühnerhof in Gründau statt. 64 Golffreundinnen und -freunde aus Wirtschaft und Sport kämpften den ganzen Tag um den Turniersieg. Golfen für den guten Zweck und Sportler ein weiterer wichtiger Grund, warum ich heute hier bin, dennoch will ich schon möglichst gut abschneiden“, zeigte er sich ehrgeizig. Neben Behle und Roßkopf waren auch Handball-Weltmeister Kurt Klühspies, die ehemalige Tennis-Weltklassespielerin Eva Pfaff und Fußball-Weltmeister Bernd Hölzenbein am Start. Der ließ es etwas langsamer angehen. „Meine Hüfte plagt mich ein bisschen, da muss ich etwas vorsichtig sein,“ sagte Hölzenbein, der von seiner Ehefrau Jutta dennoch zur Teilnahme motiviert wurde. Schon morgens bei der Anmeldung wurde deutlich: Der Golfcup ist im 18. Jahr seines Bestehens eine echte Traditionsveranstaltung. „Ich spiele jedes Jahr mit, wenn es mir die Zeit erlaubt“, bekannte Hessens Langlauf-Legende Jochen Behle, der zu den Stammgästen des Turniers zählt. „Das Turnier macht Spaß, man trifft nette Leute und letztlich ist es für den guten Zweck“. Ähnlich äußerte sich auch Tischtennis Bundestrainer Jörg Roßkopf, der konzentriert an den Start ging: „Ich spiele leidenschaftlich gerne Golf, deshalb bin ich hier“, erzählt er schmunzelnd, „selbstverständlich ist die Unterstützung für die hessischen Sportlerinnen Sabine Zipf gewinnt Wanderpokal Turnier-Gesamtsiegerin wurde Sabine Zipf, die für den Golfclub Neuhof an den Start ging. Sie darf den von Ministerpräsident Volker Bouffier gestifteten Wanderpokal für ein Jahr in ihren Trophäenschrank stellen. Matthias Schwing vom Golfclub „Am Schottenring“ gewann sowohl die Nettoklasse C als auch die Sonderpreise für den längsten Abschlag und „nearest to the Pin“. Wilfried Mook (Aschaffenburger GC), Achim Bendschneider (GC Eschenrod) und Hans-Jürgen Müller (Golf absolute-Trages) nahmen von Anfang an am Tur- OBEN Gut gelaunt präsentieren sich Teilnehmer und Organisatoren am Ende des BenefizGolfcups. Fotos: Klaus Voit SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 24 04.07.17 13:25

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STIFTUNG SPORTHILFE HESSEN nier teil und standen somit zum 18. Mal auf der Startliste. Dass erneut über 60 Golffreundinnen und -freunde für den guten Zweck gespielt haben, zeigt, wie anerkannt die Arbeit der Stiftung Sporthilfe Hessen ist – und dass sich der Golfcup des Landessportbundes fest etabliert hat. Stiftung Sporthilfe Hessen profitiert Der Turniererlös fließt in die Arbeit der Stiftung. Sie unterstützt talentierte, für hessische Vereine startende Sportlerinnen und Sportler. Die Nachwuchsförderung spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Förderung des Spitzensports. Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, freute sich in Gründau über die Spendensumme. Die Stiftung selbst, so Zielinski, habe sich seit ihrer Gründung zu einer wichtigen Säule der Sportförderung in Hessen entwickelt. So werden beispielsweise Sportler wie Carolin Schäfer und Claudia Salman-Rath (Leichtathletik-Siebenkampf) oder die hessischen Gold-Schützen Henri Junghänel und Christian Reitz gefördert. Auch hessische ParalympicsSportler wie Natascha Hiltrop werden von der Stiftung unterstützt, gleichzeitig engagiert sich die Stiftung für talentierte Nachwuchssportler. Der Erlös aus dem 18. Benefiz-Golfcup des Landessportbundes Hessen wird einen Teil dazu beitragen. Dank an die Gastgeber Einen besonderen Dank sprachen die Organisatoren rund um lsb h-Leistungssportreferent Thomas Neu dem gastgebenden Golfclub Hühnerhof mit Betreiber Michael Hecker aus. „Das Team des Golfclubs hat alles dafür getan, dass unser Turnier in jeder Hinsicht ein voller Erfolg wird. Ein besonderer Dank gebührt den Greenkeepern für den herausragenden Zustand der Grüns und der Gastronomie für die ausgezeichnete Verpflegung“, bedankte sich Thomas Neu im Rahmen der Siegerehrung. Er dankte zudem den Partnern und Förderern, ohne deren Unterstützung ein Erlös für die Stiftung Sporthilfe Hessen nicht möglich wäre. Markus Wimmer RECHTS Ehrgeizig: Jörg Roßkopf. SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 25 25 LINKS Bernd Hölzenbein spielt den Ball aufs Grün. OBEN Schon ein Stammgast beim Benefiz-Golfcup: Jochen Behle. LINKS Freuten sich über den Erlös für die Stiftung Sporthilfe Hessen (von links): Prof. Dr. Heinz Zielinski, Thomas Neu, Turniersiegerin Sabine Zipf und Michael Hecker vom Golfclub Hühnerhof. 04.07.17 13:25

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26 S P O R T M E D I Z I N Die Gesundheit der Athleten immer im Blick Die Sportklinik Frankfurt am Main bietet umfassende medizinische Betreuung für Kaderathleten und ambitionierte Sportler / Besonderes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche L eistungssport ist ohne professionelle medizinische Betreuung nicht mehr denkbar. Das betrifft sowohl medizinische Bereiche, bei denen es um die Optimierung der Leistungsfähigkeit geht, gilt aber auch für die allgemeine Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler. Die Sportklinik Frankfurt am Main (SKF) in der Otto-Fleck-Schneise 8 ist als sportärztliche Hauptberatungsstelle des Landes Hessen, ein wichtiger Faktor in der verantwortungsvollen medizinischen Betreuung der hessischen Sportlerinnen und Sportler. Sportärztliche Hauptberatungsstelle Ein Jahr nach Gründung des Trägervereins durch das Land Hessen, den Landessportbund und 22 hessische Sportfachverbände läuft der Betrieb in der Otto-FleckSchneise inzwischen auf vollen Touren. Athleten aus Bundeskadern (A,B,C), Landeskaderathleten (D) sowie ambitionierte Vereins- und Freizeitsportler werden von den Medizinern der SKF leistungsdiagnostisch, orthopädisch und kardiologisch betreut. „Uns liegen neben den Kaderathleten insbesondere die Kinder und Jugendlichen am Herzen, denn deren sportärztliche Betreuung gestaltet sich anders als bei Erwachsenen“, sagt Professor Dr. Johannes Peil, Ärztlicher Leiter der Sportklinik. Peil legt besonderen Wert auf die kardiologische Betreuung, insbesondere die Untersuchung per Ultraschall ist für ihn ein Mittel, mit dem sich Vorschädigungen oder Veränderungen am Herzen gut diagnostizieren lassen. Er spricht von „Kardiosicherheit im Sport“, die damit gewährleistet sei. Ungewöhnlich für einen Orthopäden mag man denken, aber der Ärztliche Leiter der SKF begreift die Arbeit der Klinik als interdisziplinär. Interdisziplinär Synergien erzeugen „Um gute und erfolgreiche Sportmedizin zu betreiben, braucht es ein Team aus Orthopäden, Internisten und Kardiologen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie erfahrenem Fachpersonal für die zuverlässige Leistungsdiagnostik“, ist er überzeugt. Dementsprechend breit aufgestellt ist das Angebot der Sportklinik Frankfurt. Ob Lungenfunktionsprüfung, Körperfettmessung, Spiroergometrie, Laktatdiagnostik oder die bereits erwähnte Echokardiographie; es gibt kaum einen Bereich der sportmedizinischen Betreuung, der nicht abgedeckt wird. Selbstverständlich gehören Belastungs-EKGs auf dem Fahrrad-, Laufband-, Ruder- oder Handkurbelergometer ebenso dazu wie die Beratung zu Ernährungsfragen, Anti-Doping oder das komplette Programm an Physiotherapeutischen Mitteln. „Und wenn mal schnell ein MRT gebraucht wird, dann kooperieren wir mit der Sportklinik Bad Nauheim, wo wir schnell und unproblematisch Untersuchungstermine erhalten“, schildert Sportmediziner Dr. Lothar Böckler die positiven Aspekte der Kooperation mit der Einrichtung, in der Johannes Peil ebenfalls Ärztlicher Leiter ist. Rund 2.400 Sportlerinnen und Sportler Rund 2.400 Sportlerinnen und Sportler in Hessen zählen zu den Kaderathleten, die sich einmal jährlich einer sportmedizinischen Grunduntersuchung unterziehen müssen. Hierfür gibt es weitere regionale sportärztliche Untersuchungsstellen, die durch die Sportklinik Frankfurt koordiniert werden. Die SKF ist somit ein Grundpfeiler der hessenweit flächendeckenden Untersuchung von Sportlern, insbesondere der Nachwuchssportler. Dank der individuellen und umfassenden Betreuung stellt sie einen wichtigen Baustein im hessischen Leistungssportkonzept dar. Markus Wimmer OBEN Nachwuchsschwimmer Leon Prinz (TV Wetzlar) wird von Prof. Johannes Peil (links) und Dr. Lothar Böckler ebenso betreut wie die Top-Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause oder die hessischen Ruderer. Foto: Markus Wimmer Weitere Informationen zum Angebot der Sportklinik Frankfurt am Main gibt es im Internet unter: www.sportklinik-ffm.de SIH 14 / 08.07.2017 01-40_LSB-M_1417.indd 26 04.07.17 13:25

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