Ergänzung Mitteilungsheft Thüringer Pfarrverein Juli - September 2017

 

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Pfarrertag Neudietendorf 26.04.2017

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Pfarrertag am 26.04.2017 Zinsendorfhaus Neudietendorf Pfarrers Kinder, Müllers Vieh, geraten selten oder nie Psychosoziale Einflüsse des Lebens im Pfarrhaus: Chance oder Verhängnis Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger Thüringer Trauma Netzwerk

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E in feste B u rg ist u n ser Gott… © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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Karl Friedrich Schinkel Johannes Rau Joachim Gauck Hermann Hesse F riedrich N ietzsche Ingmar Bergmann A lbert S chweitzer Vincent van Gogh Angela Merkel Friedrich Dürrenmatt Gudrun Ensslin (RAFTerroristin) Alice Cooper E lke S om m er Christoph Hein © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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Entwicklung 5 zentraler Schlüsselkompetenzen ( nach Howard Gardner) Diszipliniertes Denken: Konzentrationsfähigkeit, Aneignen von Wissen, Beherrschung einer grundlegenden Fachrichtung (z.B. Naturwissenschaft, Geschichte, Handwerk) Respektvolles Handeln: Aktive Wertschätzung anderer Menschen, Fähigkeit zur Loyalität Synthetisches Denken: Erfassen des Wesentlichen und Sinn für das Ganze entwickeln Kreatives Denken: Neues entdecken, Probleme und Zusammenhänge erkennen und hinterfragen, neue Perspektiven öffnen Ethisches Denken: Notwendigkeit eines ethischmoralischen Orientierungs- und Wertesystems; Wer bin ich? Wie kann ich anständig leben? Wie kann ich in meinem Beruf wertvoll arbeiten? Welche Verpflichtungen habe ich gegenüber meinen Mitmenschen? © THÜTZ G. Kluwe-Schleberger Quelle: Psychologie heute, Heft 7/2009; S. 36-39

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„Als Pfarrerskind wird man entweder Terrorist oder Kanzlerin. Schriftsteller liegt vermutlich irgendwo dazwischen.“ Benjamin von Stuckrad-Barre (Schriftsteller) © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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- Intellektuelles Klima - Viel Bildung/Musik - Vielfältige Kontakte - Erlangen sozialer Kompetenzen © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger - Ständige Beobachtung durch Gemeinde (Vorbildwirkung) - Kaum Grenzen zwischen Beruf und Familie - Hoher Erwartungsdruck - Ausgrenzung

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Elternhaus (=Pfarrhaus) als öffentlicher Raum Frühe Konfrontation mit den grundsätzlichen Fragen/Problemen des Lebens Oft Besuch im Haus, ggf. wenig Rückzugsmöglichkeit Familienidyll ist Pflicht – Wahrung der Glaubwürdigkeit als Pfarrer Immer Vorbild sein müssen Einbeziehung in die Arbeit des Vaters (Chor, Hilfe bei Gottesdienst, Veranstaltungen etc.) © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger Hohe Erwartungen der Öffentlichkeit an Pfarrerskind Mögliche Ausgrenzung durch gleichaltrige Freunde/Gesellschaft Unterwerfung, Selbstverleugnung, Gewalt

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Wissen Erfahrung Soziale Bindung Wahrnehmungsfähig- keit Emotionale Sicherheit Motorik Neugier Kinder, die keine emotionale Sicherheit erfahren, können nicht die komplexen Muster im frontalen Cortex aufbauen. © THÜTZ G. Kluwe-Schleberger 2006 nach Gerald Huether, 2004

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Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit „ Wenn man ……… im Pfarrhaushalt aufgewachsen ist, hat man als Kind schon diesen Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit erfahren: dass die Gemeinde auf einen schaut und man keinen Unsinn machen darf, keine Erdbeeren stehlen, keine Hausaufgaben vergessen, als wäre man ein Dorfheiliger, dabei gehört man doch auch zu den armen Sündern. Wer genug Mumm hat, der wird aus dieser typischen Pfarrerskindmalaise heraus zum Querkopf, Wahrheitssager, Staubaufwirbler.“ Quelle: Joachim Gauck auf http://www.zeit.de/2010/24/Pfarrhaus/seite-2 © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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Normaler Persönlichkeitsanteil Integrative Entwicklung unter normalen Bedingungen (nach Nijenhuis) Emotionaler Persönlichkeitsanteil Bindung Spielen Suchen Einfrieren Flucht Unterwerfung © THÜTZ G. Kluwe-Schleberger 2006

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E in feste B u rg ist u n ser Gott… © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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Bücher Musik © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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„Ich selbst habe sehr schöne Erinnerung an das Leben im Pfarrhaus. Wir hatten sehr liebevolle Eltern, die uns eine geborgene Kindheit geschenkt haben. ……. In der Schule hatten wir schon einiges zu ertragen, weil wir keine Pioniere waren und auch keine Jugendweihe gemacht haben.“ „Ich bekam meine ersehnte Lehrstelle als Buchhändlerin nicht, weil: ‚was sollen wir denn mit einer Heiligen anfangen…‘. Ich habe dann den Beruf über Umwege in Erwachsenenqualifizierung erlernt. Meine beiden anderen Brüder haben jeweils das kirchliche Abitur abgelegt und Theologie studiert.“

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Einsamkeit fehlende Zuwendung © ThüTZ G. Kluwe-Schleberger

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„Dieses insgesamt sehr arbeitsreiche und im Denken auf die Arbeit orientierte Leben brachte es mit sich, dass unser Vater selten Zeit und Muße hatte, um mit uns zu spielen oder einfach mal im Garten zu sitzen. Viele Diskussionen im Familienkreis waren mir auch interessant, aber insgesamt habe ich die Zeit als unruhig im Gedächtnis. Ich hätte mir mehr Gemütlichkeit und Gelassenheit gewünscht.“

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