Zukunftsagenda

 

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Zukunftsagenda für den Standort Oberösterreich

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Zukunft. Industrie. Standort. Zukunftsagenda für den Standort Oberösterreich.

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH 3

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH „Oberösterreich gemeinsam an die Spitze bringen.” Oberösterreich ist das Industriebundesland Nummer 1, bundesweiter Exportmeister und hat eine niedrige Arbeitslosigkeit. Dennoch befindet sich unser Land heute an einem Scheideweg. Wir leben in einer Zeit des digitalen Wandels und rasanten technologischen Fortschritts, der die Wirtschaft und die Produktionsprozesse verändert und neue Qualifizierungsanforderungen stellt. Zugleich steht unser Land nicht bloß im Wettbewerb mit den Nachbarbundesländern, sondern in einem weltweiten Wettstreit mit den stärksten Regionen dieser Erde. Wohlstand, Lebensqualität und soziale Sicherheit brauchen auch in Zukunft den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Derzeit rangiert Oberösterreich im internationalen Wettbewerb im Mittelfeld – das ist aber nicht der Platz, wo wir hingehören, im Gegenteil: Wir wollen mutig vorangehen und unsere Land an die Spitze führen - an die Spitze Österreichs und an die Spitze der europäischen Top-Regionen. Mit der vorliegenden „Zukunftsagenda“ haben wir eine zukunftsorientierte Strategie sowie konkrete Maßnahmen erarbeitet, um Oberösterreich gemeinsam an diese Spitze zu bringen. Wir brauchen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, denn sie ist ein unabdingbarer Standortfaktor und zugleich Voraussetzung für zukünftiges Wachstum. Wir brauchen die besten Ausbildungsmöglichkeiten für die Menschen im Land, insbesondere auch im technischen Bereich, um den ansteigenden Fachkräftebedarf decken zu können. Wir müssen die Forschung nachhaltig ausbauen, denn Innovationen sorgen für Produktivitätszuwachs und sichern die Arbeitsplätze der Zukunft. Wir müssen weiter deregulieren, denn Regeln dürfen dem Standort nicht im Wege stehen. Es dürfen diejenigen nicht gebremst werden, die etwas leisten wollen und Oberösterreich voranbringen. Außerdem sollen bestehende Schulden abgebaut werden, denn eines zeigt sich mehr denn je: finanziell solide Länder sind auch wirtschaftlich die stärkeren. Oberösterreich soll ein Land der Möglichkeiten werden. Das bedeutet, bei uns sollen die Menschen Möglichkeiten haben, die ihnen die anderen Länder nicht bieten können. Das bedeutet aber auch, den Wirtschafts- und Industriestandort Oberösterreich in die Top-Liga zu bringen. Dazu braucht es vor allem das, was Oberösterreich immer stark gemacht hat, und zwar Zusammenarbeit und Zusammenhalt. Mag. Thomas Stelzer Landeshauptmann 5

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„Den Standort Oberösterreich zukunftsfit machen.” Eine erfolgreiche und vorausschauende Standortpolitik ist der Grundstein für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg Oberösterreichs. Aktuellen Rankings zufolge rangiert unser Bundesland im Vergleich der Regionen derzeit im Mittelfeld. Doch dieser Platz darf uns nicht zufriedenstellen: Oberösterreich soll zu den Innovation-Leadern aufschließen, wir wollen zu den führenden Industrieregionen gehören, wir wollen in den Rankings in Richtung Spitze spürbar nach oben klettern. Die nun vorliegende „Zukunftsagenda für Oberösterreich“ zeigt klar auf, wie der Standort Oberösterreich zukunftsfit gemacht werden kann. Sie gibt Antworten auf aktuelle und künftige Herausforderungen und ist ein klares Startsignal für die Aufholjagd Oberösterreichs im Wettbewerb der Regionen. Mit der Zusammenführung der Wissenschafts- und Forschungsagenden mit den WirtschaftsArbeitsmarkt- und Energieagenden zu einem umfassenden Standort-Ressort wurde bereits ein wichtiger Schritt gesetzt. Mit dieser Zukunftsagenda liegt nun auch die künftige Marschrichtung auf dem Tisch. Für den Erfolg des Standortes sind viele Faktoren ausschlaggebend, dementsprechend breit ist die „Zukunftsagenda“ angelegt und demensprechend groß ist auch die Aufgabe, die wir zu erledigen haben. Wir wissen, dass jene Regionen in Europa führend in den Rankings sind, die die Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft am besten managen. Das muss ein zentrales Ziel für uns sein, hier steckt der stärkste Innovationshebel. Wir müssen in die Infrastruktur investieren, Stichwort „Digitalisierung“, und in unser größtes Kapital, die Kreativität und Kompetenz unserer Menschen. Der Fachkräftemangel ist eine zentrale Herausforderung für den Standort Oberösterreich, hier müssen wir gezielt gegensteuern. Um hier spürbare Schwerpunkte setzen zu können, wird es auch Einschnitte in bestehende Strukturen geben müssen, denn eine nachhaltige Standortpolitik kann nicht auf Schulden aufgebaut sein. Vereinfachungen muss es auch in der Verwaltung geben, damit unsere Unternehmerinnen und Unternehmer nicht länger durch überbordende Bürokratie gehemmt und behindert werden. Der Standort ist unser wirtschaftliches Rückgrat – und leistungsfähig, zukunftsorientiert, effizient und wettbewerbsfähig, das sind unsere Ansprüche an den Standort Oberösterreich. Diese „Zukunftsagenda für Oberösterreich“ ist ein klares Bekenntnis zur oberösterreichischen Wirtschaft und Industrie. Sie und damit unser gesamtes Land sollen mit der vorliegenden Agenda gestärkt werden. Dr. Michael Strugl Landeshauptmann-Stellvertreter 6

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH „Anleitung zum Wechsel auf die Überholspur.“ „Standortpolitik“ ist ein noch relativer junger Begriff, unter dem sich viele nur wenig vorstellen können. Standortpolitik heißt aber nichts anderes, als jene Rahmenbedingungen in Oberösterreich zu schaffen, die dazu wesentlich beitragen, dass die Wirtschaft wächst, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und gehalten werden und damit für das Land und die Menschen eine positive Entwicklung und ein besseres Leben gewährleistet werden kann. Der Schlüssel dazu liegt in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standortes im globalen Wettbewerb der Regionen. Oberösterreichs einziger erfolgsversprechender Weg liegt darin, in diesem Vergleich zu den besten Industrieregionen Europas aufzusteigen - noch liegen wir dabei im Mittelfeld, wie der Regional Competitiveness Index der Europäischen Union aufzeigt. Es muss also im Interesse von uns allen sein, die Attraktivität Oberösterreichs als Standort ständig zu verbessern und den aktuellen Entwicklungen mit hoher Veränderungsbereitschaft Rechnung zu tragen. Stillstand oder lockeres Laufen führt unmittelbar zum Rückfall in diesem Wettrennen. Wir müssen jenes Umfeld schaffen, damit oberösterreichische Betriebe auch in Zukunft weltweit erfolgreich sein können und in Oberösterreich investieren. Im Zentrum der Rahmenbedingungen eines erfolgreichen Industriestandortes mit vielen innovativen Betrieben stehen die Bereiche Bildung und Qualifizierung, Forschung und Innovation, Finanzpolitik und Verwaltung sowie Wirtschafts-, Energie- und Arbeitsmarktpolitik. Die vielfältigen Themen in diesen Bereichen müssen zusätzlich im Zeitalter von Industrie 4.0 auf ihren Beitrag zur Digitalisierung beleuchtet werden. Trotz vielfach gesetzlicher Zuständigkeit auf Bundesebene ist es die regionale Umsetzung dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen, die einen Standort attraktiv macht. Wir haben es selbst in der Hand, unser Bundesland zukunftsfit zu machen. Die Zukunftsagenda ist die Antwort auf die Herausforderungen, denen sich Oberösterreich zu stellen hat. Sie verstärkt laufende Aktivitäten und setzt neue Prioritäten. Eine konsequente Umsetzung wird unseren Standort zurück auf die Überholspur bringen. Davon bin ich überzeugt! Dr. Axel Greiner Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich 7

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Inhaltsverzeichnis „Oberösterreich gemeinsam an die Spitze bringen.” .................................. 5 „Den Standort Oberösterreich zukunftsfit machen.”................................... 6 „Anleitung zum Wechsel auf die Überholspur.“........................................... 7 1 OÖ im Vergleich mit europäischen Industrieregionen .......................... 11 1.1 Ergebnisse des RCI 2016................................................................................11 1.2 Kriterien zur Identifikation von mit Oberösterreich vergleichbaren Industrieregionen......................................................................................................12 2 Themenfeld Wirtschaft.............................................................................. 15 2.1 Solide Finanzpolitik..........................................................................................15 2.2 Standortressort stärkt Oberösterreichs Wettbewerbsfähigkeit ........................15 2.3 Offensive gegen Fachkräftemangel.................................................................15 2.3.1 Arbeitsplatz OÖ 2020: ............................................................................. 16 2.3.2 Das Fünf-Säulen-Modell.......................................................................... 17 2.4 Konsequente Umsetzung der Strategischen Programme des Landes OÖ .....18 2.4.1 Innovatives OÖ 2020............................................................................... 18 2.4.2 OÖ. Strategie für KMU und Familienbetriebe 2030................................. 19 2.4.3 Leitbetriebeprogramm ............................................................................. 20 2.4.4 Gazellenwachstumsprogramm ................................................................ 20 2.4.5 Start Up- und Gründerprogramm ............................................................ 21 2.4.6 Steigerung der Attraktivität von OÖ für internationale Spitzenkräfte (Brain Gain Strategie) ..................................................................................................... 22 2.5 Forcierung der Betriebs- und Standortentwicklung..........................................22 2.6 Verkürzung, Vereinfachung und Beschleunigung von Behördenverfahren .....23 2.7 Standort- und klimaorientierte Energie- und Umweltpolitik ohne Golden Plating ..................................................................................................................24 2.8 Beschleunigung des flächendeckenden Breitbandausbaus in OÖ..................24 2.9 Bereitstellung von Industrieflächen in allen Regionen von OÖ........................24 2.10 Freihaltung von Korridoren für Energie-Infrastrukturprojekte ..........................25 2.11 Internationalisierung auf allen Ebenen vorantreiben .......................................26 2.12 Budget für Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik deutlich erhöhen ...................27 2.13 Effiziente Strukturen im Tourismus..................................................................27 3 Themengruppe Bildung & Forschung ..................................................... 29 3.1 Ausbau der bedarfsgerechten Kinderbetreuung..............................................29 3.2 Entbürokratisierung bei der Errichtung von Kinderbetreuungseinrichtungen ..29 8

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH 3.3 Qualitätsoffensive im Kindergarten..................................................................30 3.4 Bildungskompass.............................................................................................30 3.5 Qualitätsoffensive Schulstandorte (Kleinstschulen).........................................31 3.6 Technik und Wirtschaft in elementarer und schulischer Bildung .....................31 3.7 Maßnahmenprogramm zur Reduktion der Zahl der Jugendlichen mit max. Pflichtschulabschluss ...............................................................................................32 3.8 TN²MS in jedem Bezirk bis 2020 .....................................................................32 3.9 Sprengelfreiheit für Neue Mittelschulen...........................................................33 3.10 Qualitätsoffensive in den Berufsschulen (Infrastruktur, Aktualisierung der Lehrberufe) ...............................................................................................................33 3.11 Bildungsmonitoring ..........................................................................................33 3.12 Ausbau und Profilschärfung in der tertiären Bildung .......................................34 3.13 FH OÖ: Erhöhung der Zahl an Studienplätzen in MINT-Studiengängen.........35 3.14 JKU: kontinuierlich deutlicher Anstieg der TNF-Absolventen ..........................36 3.15 4 Prozent F&E-Quote bis 2020........................................................................37 3.16 Initiativen zur verstärkten internationalen Einwerbung von Forschungsmitteln und bessere nationale und internationale Vernetzung bei F&E ...............................38 3.17 Ausbau und Bündelung der Forschungskompetenzen....................................40 4 Themengruppe Digitalisierung................................................................. 41 4.1 OÖ muss online gehen – flächendeckender Breitbandausbau .......................41 4.2 Leitinitiative Digitalisierung mit entsprechender finanzieller Dotierung............41 4.3 Schwerpunkt IT-Security / Informationssicherheit ...........................................43 4.4 Vernetzung der Sekundar-Ausbildungsbereiche .............................................43 4.5 Digitalisierung an den HTLs.............................................................................44 4.6 Vernetzung und Infrastrukturoffensive für Industrie 4.0 an der FH OÖ ..........44 4.7 Digitalkompetenz in der Fachkräftebildung......................................................45 4.8 Vernetzung der Unternehmen mit der IT-Gründer Szene in OÖ .....................45 4.9 Ansiedelung von IT-Leitbetrieben ....................................................................45 4.10 Aktive Bewusstseinsbildung zum Thema Digitalisierung.................................46 9

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH 1 OÖ im Vergleich mit europäischen Industrieregionen 1.1 Ergebnisse des RCI 2016 Der globale Wettbewerb ist eine zentrale Herausforderung, der sich sowohl Staaten als auch Regionen stellen müssen. Die Wettbewerbsfähigkeit einer Region bestimmt maßgeblich über wirtschaftliches Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand. Oberösterreich hat es sich zum Ziel gesetzt, zu den führenden Regionen Europas aufzuschließen. Der Regional Competitiveness Index 2016 (RCI 2016), der von der Europäischen Kommission herausgegeben wird, bewertet die Wettbewerbsfähigkeit von insgesamt 263 Regionen der EU auf NUTS-2 Ebene. Der RCI 2016 stellt nach 2010 und 2013 die mittlerweile dritte Auflage dieses europäischen Standortvergleichs dar. Im RCI 2016 liegt Oberösterreich unter allen 263 hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit bewerteten EU-Regionen auf dem 103. Rang und damit im Mittelfeld. Im Vergleich zum RCI 2013 (Rang 104) konnte sich Oberösterreich damit um eine Position verbessern. Die wettbewerbsfähigsten Regionen der EU sind gemäß dem RCI 2016 die London Area, Utrecht sowie die englische Region Berkshire, Buckinghamshire and Oxfordshire. Die London Area verdrängte dabei im Vergleich zum RCI 2013 Utrecht vom ersten Rang – damit liegt Utrecht zum ersten Mal nicht an erster Stelle des Rankings. Da sich die europäischen Regionen allerdings in vielfacher Art und Weise erheblich unterscheiden – etwa in puncto Wirtschaftsleistung, Wirtschaftsstruktur und Bevölkerungsdichte – ist ein Vergleich über alle Regionen hinweg nicht sinnvoll und aussagekräftig. Vor diesem Hintergrund und um die Wettbewerbsfähigkeit Oberösterreichs mit vergleichbaren industriell geprägten Flächenregionen beurteilen zu können, wurden nicht vergleichbare Regionen anhand von drei Kriterien ausgefiltert. In diesem Ranking von insgesamt 81 mit Oberösterreich vergleichbaren Industrieregionen belegt Oberösterreich aktuell den 51. Rang. 11

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1.2 Kriterien zur Identifikation von mit Oberösterreich vergleichbaren Industrieregionen Nr. Kriterium 1 Industriequote 2 BRP pro Kopf 3 Bevölkerungsdichte Grenzwert Wert OÖ Mind. 20 % 33,1 % Mind. 75 (Index, EU28 = 133,16 % 100) Max. 500 Einwohner/ km2 122,1 Einw./km2 Die wettbewerbsfähigsten Industrieregionen im Ranking sind Oberbayern, Karlsruhe und die holländische Region Noord-Brabant. Allgemein dominieren die deutschen Regionen das Ranking der Industrieregionen, zum einen stellen sie ein Drittel des gesamten Rankings dar, zum anderen finden sich unter den 20 wettbewerbsfähigsten Industrieregionen in der EU gleich 13 Regionen aus Deutschland. Weiters vervollständigen Regionen aus Großbritannien, Schweden, Belgien (jeweils zwei Regionen unter den Top-20) und Holland (eine Region) die wettbewerbsfähigsten Industrieregionen. Die Top-20 Industrieregionen in der EU Code Region DE Oberbayern DE Karlsruhe NL Noord-Brabant UK Cheshire DE Stuttgart BE Prov. Oost-Vlaanderen DE Tübingen SE Västsverige SE Östra Mellansverige DE Mittelfranken DE Rheinhessen-Pfalz DE Freiburg DE Gießen BE Prov. Limburg (BE) UK Leicestershire, Rutland and Northamptonshire DE Unterfranken DE Braunschweig DE Münster DE Schwaben DE Hannover Rang RCI 2016 (Gesamt) 9 14 16 16 20 27 27 27 30 32 34 37 39 39 43 46 48 49 51 52 Rang Veränderung Rang Industrie- RCI (Gesamt) regionen 2016 61 42 -5 3 58 3 15 -1 6 36 13 6 22 9 -4 10 -3 11 -5 12 -6 13 -4 13 -4 15 3 16 10 17 -8 18 4 19 -2 20 Rang Veränderung Industrieregionen 1 1 -2 35 -1 0 3 11 18 -3 -1 -1 -1 1 1 8 12 0 9 5 Im Vergleich zu den wettbewerbsstärksten Industrieregionen der EU befindet sich Oberösterreich in einigen Bereichen bereits auf Augenhöhe, wie auch aus der unten 12

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH stehenden Abbildung ersichtlich wird. Diese setzt das Abschneiden Oberösterreichs im RCI 2016 mit den Medianwerten der Top-20 Industrieregionen in den elf Säulen des RCI in Verhältnis – wobei diese Medianwerte gleichzeitig auch als die Grenzwerte für die besten zehn Regionen in einer Säule betrachtet werden können. OÖ im Vergleich mit den 20 wettbewerbsfähigsten Industrieregionen der EU: Innovation Institutions Macroeconomic Stability Business Sophistication Infrastructure Technological Readiness Health Market Size Labor Market Efficiency Basic Education Higher Education and Lifelong Learning Median Top-20 RCI 2016 Oberösterreich RCI 2013 Oberösterreich RCI 2016 Angemerkt werden soll an dieser Stelle, dass jegliche Rankings und auch die Ergebnisse des RCI im jeweiligen Kontext zu betrachten sind, da erstens Indikatoren immer nur eine gewisse Annäherung an die Wirklichkeit darstellen können und zweitens gewisse regionale bzw. nationale Besonderheiten oftmals nicht oder nur geringfügig in den verschiedenen Indikatoren berücksichtigt werden können. Dazu zählen im Falle von Oberösterreich z.B. der duale Sektor und das flächendeckende HTL-Angebot, welches in Europa in dieser Form nicht verfügbar ist, oder auch die Anbindung an Flughäfen wie Wien und München. Weiters gibt es Unschärfen aufgrund von statistischen Zuordnungen und Einstufungen. Unter der Berücksichtigung dieser regionalen Spezifika ermöglicht der RCI aber einen hervorragenden Vergleich, der insbesondere mit den besten Industrieregionen Europas klare Aufschlüsse zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Oberösterreich zulässt. Diese sind in den nachfolgenden Kapiteln eingearbeitet. 13

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Weiters basiert jedes Ranking auf Daten der Vergangenheit. Im Fall des RCI 2016 stammt das Gros der Daten aus den Jahren 2011 – 2014. Der RCI zeigt damit auf, wie sich Oberösterreich in den letzten Jahren im Vergleich mit den anderen europäischen Regionen entwickelt hat. Er lässt klare Schlüsse zu, welche Regionen die dynamischsten Veränderungen vollzogen haben. Er zeigt damit auf, dass deutliche Rangverbesserungen durch erfolgreiche Strategien möglich sind bzw. Stillstand zum raschen Rückfall führt. 14

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ZUKUNFTSAGENDA FÜR OBERÖSTERREICH 2 Themenfeld Wirtschaft 2.1 Solide Finanzpolitik Oberösterreich soll den Kurs einer stabilen, nachhaltigen Finanzpolitik weiterhin verfolgen. Deshalb wird Oberösterreich als erstes Bundesland in Österreich eine gesetzliche Schuldenbremse einführen und sich zu einer „schwarzen Null“ im Budget verpflichten. Eine solide öffentliche Finanzsituation schafft Spielräume für dringende Investitionen in den Standort und ist zudem Basis für soziale Sicherheit und Generationengerechtigkeit. Ziel muss sein, dass Oberösterreich spätestens 2018 einen ausgeglichenen Haushalt herstellen kann. Im Falle einer Drittmittelfinanzierung ist diese ausschließlich für nachhaltige Zukunftsprojekte einzusetzen. Dabei gilt es, Bereiche, deren Kosten sich besonders dynamisch entwickeln, rechtzeitig zu durchleuchten und kostendämpfende Maßnahmen zu setzen. Insbesondere im Sozialbereich sind die jährlichen Kostensteigerungen beträchtlich und drohen aufgrund der demographischen Entwicklung aus dem Ruder zu laufen. Um unser Sozialsystem und die hohen Qualitätsstandards für die Bürgerinnen und Bürger dauerhaft abzusichern und um sicherzustellen, dass so viele Betroffene wie möglich die notwendigen Unterstützungsleistungen erhalten, muss vor allem die Sozialpolitik zukunftsfit gemacht werden. 2.2 Standortressort stärkt Oberösterreichs Wettbewerbsfähigkeit Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es notwendig, optimale Rahmenbedingungen sowie ein wachstums- und investitionsfreundliches Klima für die heimische Wirtschaft zu schaffen. Um im internationalen Wettbewerb noch besser bestehen zu können, muss der Standort Oberösterreich nachhaltig gestärkt werden. Dafür ist auch ein eigenes Standortressort notwendig. Mit der Bündelung der Schwerpunkte Wirtschaft, Forschung sowie Beteiligungsmanagement und einer gemeinsamen Erstellung der mittelfristigen Finanzplanung mit dem Finanzressort, wird dieser Notwendigkeit Rechnung getragen. 2.3 Offensive gegen Fachkräftemangel Im Zeitalter der Digitalisierung und von Industrie 4.0 ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern ein entscheidender Erfolgsfaktor. Aktuell fehlen laut 15

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