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Flüchtlingshelfer

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!!Flüchtlingshilfe Newsletter 6 Nun werden unsere Flüchtlinge allmählich flügge. Einige haben ihre Anerkennung, haben zumindest eine Duldung oder leben bereits seit mehr als 24 Monaten in Baden-Baden. In all !diesen Fällen ändert sich etwas für sie: !1.) Wohnen/Umzüge: Wer als Flüchtling seine Anerkennung bekommen hat oder bereits über 24 Monate in einer Gemeinschaftsunterkunft in Baden-Baden lebt, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Anschlussunterbringung. Was genau das bedeutet, regelt der Gesetzgeber nicht, sicher ist aber, dass die Menschen mehr Privatsphäre erhalten, in der Regel Einzelzimmer mit zehn !Quadratmetern, allerdings sind auch weiterhin Sammelunterkünfte möglich. Im Augenblick gibt es daher in den Unterkünften viel Unruhe, weil Gemeinschaftsunterkünfte zu Anschlussunterbringungen und Anschlussunterbringungen eventuell zu Kindergärten und neue Unterkünfte geöffnet und bewährte abgerissen werden… Mittendrin die Flüchtlinge, die sich sehr schwer tun, sich an den Gedanken zu gewöhnen, aus ihrem gewohnten Wohnumfeld ausziehen zu müssen - auch wenn dieses gar nicht ideal war und sie sich am neuen Ort meist !sehr schnell viel wohler fühlen. !Im Augenblick sieht es so aus: !Das alte Vincentiushaus muss bis März komplett geräumt werden, der Mietvertrag läuft aus. Die Schussbachstraße wurde erst kürzlich zur Anschlussunterbringung erklärt, dann (nicht unbedingt in der zeitlichen Reihenfolge) kamen Pläne auf, den Standort zur Kita umzuwandeln, so dass sich der Freundeskreis der Ehrenamtlichen auflöste. Aber nun hat die Verwaltung den Vorschlag wieder vom Tisch genommen und will überprüfen, was es kosten würde, einen !Kindergarten neu zu bauen. So ist ein bisschen Zeit gewonnen. Die Frankenstraße wird Anschlussunterbringung. Deren Bewohner werden nun auf Westliche !Industriestraße und Waldseeplatz, sowie ins Rollfeld 1 verteilt. !Abarin wird Anschlussunterbringung oder ganz aufgegeben (bauliche Mängel). Einen genauen Überblick gibt ein Bericht der Stadtverwaltung, den Sie hier einsehen können => !http://www.youblisher.com/p/1574416-Fluechtlingssituation-Oktober-2016/ Erleichtert können wir sein, dass der Standort Heitzenacker erst mal nicht belegt wird. Hier waren einmal 500 Plätze vorgesehen. Die ehemalige Funkerstation an der B 500 liegt sehr weit außerhalb und hat uns allen deswegen Sorgen bereitet. Das Bestandsgebäude ist inzwischen !„ertüchtigt“ worden und steht als Reserve mit 150 Plätzen bereit. Rollfeld 25: Hier (Nähe Mömax) stehen mehrere Gebäude hintereinander. Im ersten Teil ist nun die Abteilung Asyl der Stadtverwaltung untergebracht, die anderen Gebäude sollen Büros !werden. Neu: Rollfeld 1: Im Industriegebiet Oos West nahe Grenkeleasing und Flugplatz-Bistro wird in wenigen Tagen eine neue Gemeinschaftsunterkunft für 110 Plätze eröffnet. Hier gibt es noch keinen Helferkreis. Wenn Sie sich an diesem Standort einbringen wollen, melden Sie sich bitte bei Katharina Thomas. Sie wird den Kreis der Interessenten in bewährter Weise zu einem ersten Treffen einladen und die Bildung der ersten Strukturen begleiten. Mail: katharina.Thomas@Baden-Baden.de Soeben kam die Meldung herein: Der neue Helferkreis für Rollfeld 1 trifft sich zum ersten Mal sehr kurzfristig bereits am kommenden Donnerstag, 27. Oktober, um 19

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Uhr im Scherer Familienzentrum! Einladung an alle bewährten Betreuer und neue !Interessenten! Neu: Haueneberstein: Auch relativ neu ist die Belegung der Unterkunft in der GottliebDaimler-Straße in Haueneberstein. Hier hat sich ein großer Helferkreis über Monate auf den Tag X vorbereitet, entsprechend gut strukturiert ist hier alles. Hier sind gerade viele Frauen mit Kindern und Familien untergebracht, weil Kita, Schule und Einkaufsmöglichkeiten nahe gelegen sind. Wer Interesse hat, hier einzusteigen (zum Beispiel wird der Aufbau einer Radwerkstatt gewünscht), der melde sich bitte bei Holger Olesen Mail: miteinander.hauenebertsein@gmx.de !Hier der Link zum ersten Café Kontakt: Neu: Adler Oos: Auch im Adler in Oos formiert sich ein Helferkreis, vornehmlich aus den Kreisen der Kolpingfamilie. Der Adler ist eine Anschlussunterbringung, hier wird also weniger Starthilfe benötigt als vielmehr Ansprechpartner für Alltagssorgen wie Fernseher oder W-Lan, Papierkrieg mit den Behörde gebraucht. Einen Bericht über eine erste Zusammenkunft finden Sie hier => !!!http://fluechtlingshilfe-baden-baden.blogspot.de/2016/10/adler-helfer.html !2.) Wichtig für alle Helfer in allen Unterkünften! In Einrichtungen, die demnächst aufgelöst werden, beenden nun auch die Freundeskreise allmählich ihr Arbeit. Viele von Ihnen haben in den letzten Wochen und Monaten feste Beziehungen zu „Ihren“ Flüchtlingen aufgebaut und begleiten die Menschen daher natürlich zu ihren neuen Unterkünften und betreuen sie dort vor Ort weiter. Dort gibt es aber bereits Helfer- und Freundeskreise, die sich gut organisiert haben. Deshalb ist eine Absprache notwendig. Bitte melden Sie sich bei den Koordinator/innen der Unterkünfte und sprechen Sie sich mit ihnen ab. Nur so können wir einigermaßen strukturierte Flüchtlingsarbeit leisten, zum Beispiel was die so !wichtigen Deutschkurse anbelangt. Bitte beachten: Für Ehrenamtliche gibt es, die persönlichen Daten der Flüchtlinge betreffend, !!!eine Verschwiegenheitspflicht. !3.) Fahrräder Die Bike-Doctors im Stadtgebiet haben sich zusammengesetzt und eine einheitliche Struktur erarbeitet. Im Augenblick gibt es drei Werkstätten, im Vincentiushaus, am Waldseeplatz und in der Westlichen Industriestraße. Sie können immer Unterstützung gebrauchen, sei es mit gebrauchten Rädern, mit Werkzeug, Geldspenden oder neuen Helfern. Auf meiner Sonderseite Fahrrad erhalten Sie alle weiteren Informationen => !!!http://fluechtlingshilfe-baden-baden.blogspot.de/p/fahrrad.html !4.) Berufliche und schulische Perspektiven Kürzlich hat der zuständige Lehrer der Louis-Lepoix-Schule in Baden-Baden, Daniel Wunsch, die Koordinator/innen der Unterkünfte im Netzwerk Asyl über die beruflichen und schulischen Perspektiven der jungen Flüchtlinge in Baden-Baden (unter 21 Jahre) informiert. Eine Zusammenfassung können Sie hier nachlesen => !http://fluechtlingshilfe-baden-baden.blogspot.de/2016/10/berufliche-bildung.html Kernaussage: Es braucht in der Regel fünf Jahre, bis jemand in Beruf/Ausbildung steht.

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Wer einen Ausbildungsplatz hat, darf, auch wenn er nicht aus einem Land mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit kommt, bis zum Ende der dreijährigen Ausbildung in Deutschland bleiben und danach noch weitere zwei Jahre in Deutschland arbeiten. Diese 3+2-Regel gilt auch zum Beispiel für junge Gambier, von denen viele in Baden-Baden leben, und ist eine !große Chance für sie. Was immer Sie über Ausbildung und Schule wissen wollen - Herr Wunsch ist der richtige kompetente und engagierte Ansprechpartner. Rufen Sie ihn an, mailen Sie ihm: Mail: daniel.wunsch@lls-bad.de !!Tel: 07221 - 93 1956 !5.) Wohnen Mittlerweile haben schon einige unserer Schützlinge eigene Wohnungen anmieten können, und es hat sich erwiesen, dass das Jobcenter hier sehr, sehr hilfreich ist. Ich habe mich selbst !davon überzeugen können, wie hilfsbereit gerade auch Herr Walter von der Wohnungsstelle ist. Deshalb noch einmal kurz die Regularien: Bitte darauf achten, dass die Wohnung für eine Einzelperson nicht größer als 45 Quadratmeter und nicht teurer als 345 Euro ist und - ganz wichtig! - der Mieter des Vertrag noch nicht unterschrieben hat. Das Jobcenter muss den Vertrag zuerst prüfen. Stimmen Quadratmeter und Miete, übernimmt das Jobcenter erst mal (solange der Flüchtling noch kein eigenes Geld verdient) die Miete samt Nebenkosten, und gibt außerdem Unterstützung bei der Kaution, den !Umzugskosten und bei der Erstausstattung (Neuanschaffungen/Küche/Waschmaschine). Bitte wenden Sie sich mit Ihren Wohnungs-Fragen an Tobias Walter im Jobcenter, !Tel. 07221 - 9721 8101 Termine im Jobcenter für Gespräche über das berufliche Weiterkommen bzw. die schulische Integration machen Sie bitte unter folgender Servicenummer aus: Tel. 0800 - 4555500 (täglich 8 bis 18 Uhr) Allerdings kann es für einen persönlichen Termin bei !!!einem Sachbearbeiter Wartezeiten bis zu einem Monat geben! !6.) Anerkennung von Zeugnissen: Silke Heimannn hat folgendes herausgefunden: Eine kostenlose Beratung im Netzwerk IQ beim ibz in Karlsruhe für schulische und berufliche Anerkennungsqualifikationen gibt es nur für bereits anerkannte Flüchtlinge. (Für alle anderen kostet die Beratung für das Schulzeugnis 100 Euro, bei Studienabschluss 200 Euro; in seltenen Härtefällen zahlt das Jobcenter auch bei noch nicht anerkannten Flüchtlingen die Gebühr.) Das Netzwerk kümmert sich nur um schulische Qualifikationen, d.h. sie bewerten den entsprechenden Schulabschluss. Dauer der Bearbeitung: ca. 4 Wochen. Webseiten => www.netzwerk-iq-bw.de/de/anerkennungsberatung.html => http://www.ikubiz.de/ Hierzu muss ein Antrag ausgefüllt werden, den der zuständige Berater, René Faust, gut erklärt. Herr Faust ist jeden Montag im ibz in Karlsruhe, Kaiserallee, vorher muss ein Termin mit ihm über die Zentrale in Mannheim vereinbart werden. Tel. 0621 43773113 Die Zeugnisbewertung ist notwendig, wenn sich der Flüchtling direkt auf eine Stelle in seinem erlernten Beruf bewirbt. Generell müssen alle Zeugnisse in deutscher Sprache vorliegen (über einen beeidigten Übersetzer). Fotografien, die vom Heimatland digital verschickt werden, werden - in der Regel !!- nicht angenommen.

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!7.) Deckungslücke Sind die Flüchtlinge anerkannt, wechseln sie aus der Zuständigkeit des Asylwesens der Stadtverwaltung zum Jobcenter. Hier ergibt sich eine Deckungslücke: Die Asylbewerberleistungen werden zum 1. des Monats überwiesen, das Jobcenter zahlt die Leistungen aus dem SBG II aber nur rückwirkend, also zum Monatsende. Das kann ein Finanzloch von 4 Wochen bedeuten, nicht einfach für die Leistungsbezieher (gleiches gilt, wenn ein Asylbewerber eine Arbeit aufnimmt und das Gehalt erst zum !Monatsende fließt). In Fällen der Not kann man einen Antrag auf zinsloses Darlehen beim Jobcenter, bzw. (ohne Anerkennung) bei der Stadtverwaltung stellen. Das Geld wird zeitnah vorgestreckt, evtl. muss man auch mit Lebensmittelgutscheinen rechnen, aber niemand muss hungern oder vom Geld !!der Ehrenamtlichen leben. !8.) Leistungen des Jobcenters Ist der Flüchtling endlich anerkannt, ist ab sofort das Jobcenter für ihn zuständig. Was das !bedeutet, haben die Verantwortlichen kürzlich bei einer Informationsveranstaltung erklärt. Hier die Präsentation als pdf zum nachlesen => !http://www.youblisher.com/p/1575745-Jobcenter-SGB-II/ Auch das Jobcenter setzt auf Integration, und das bedeutet: Sprache, Sprache, Sprache. Hier !liegt im Augenblick der Schwerpunkt der Unterstützung. Neben der wohnlichen Situation entspannt sich für anerkannte Flüchtlinge auch die finanzielle Lage: Die Höhe der Regelleistung für Erwerbsfähige (und das sind die meisten Flüchtlinge) beträgt 404 Euro, hinzu kommen Miete, Nebenkosten, aber auch Kosten für Umzug und Darlehen für die Mietkaution, ebenso die Erstausstattung der Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten !(Neukauf), auch Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt. Anträge auf finanzielle Unterstützung bekommt man am Counter des Jobcenters, hier kann man sehr formlos, auch handschriftlich, einmalige Leistungen (z.B. für Kühlschrank, !Mietkaution) beantragen, über die in der Regel sehr schnell entschieden wird. Jede Arbeitsaufnahme muss natürlich gemeldet werden, dann gibt es entsprechend Abzüge, !!hierbei werden aber auch Freibeträge berücksichtigt. !9.) Bankgebühren Bitte beachten Sie, dass sich im Augenblick bei den Geldinstituten die Kontogebühren zum Teil drastisch erhöhen (Sparkasse z.B. bucht dann 7,90 Euro monatlich ab). Hier muss man abwägen, wieviele Zahlungen regelmäßig getätigt werden. Evtl. lohnt es sich, formlos den Antrag auf den Basistarif (4,90 Euro) zu stellen (dann kostet jede Überweisung zusätzlich 2 !!Euro) oder eventuell auch die Bank zu wechseln. Das war diesmal eine Menge an Informationen. Es ist nicht immer leicht, alles zusammentragen. Helfen Sie mir bitte! Schreiben Sie mir, wenn Sie etwas erfahren haben, was !anderen Helfern ebenfalls nützen könnte. Ich kann das auf Dauer nicht alleine leisten. !Baden-Baden, 26. 10. 2016 Mit freundlichen Grüßen, Ihre Rita Hampp

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