Calluna Sommer 2017

 

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Das Vier-Jahreszeiten-Magazin der Südheide Ausgabe Sommer 2017

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www.calluna-magazin.de Nr. 73/19. Jahrgang Sommer 2017 Das Vier-Jahreszeiten-Magazin der Südheide Calluna 1

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08a0ubJe0nstcdz3ht0Vla6ieenr1ßrt2rue3afn4gen SVO Strom | natürlich – heute an morgen denken. SVO Strom | natürlich wird zu 100 % regenerativ erzeugt. Es entstehen kein CO2 und keine radioaktiven Abfälle. Weitere Infos unter www.svo.de. 2 Calluna

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Titelbild (Blatt eines Walnussbaum auf dem Calluna-Hof in Oerrel) und Teaserfotos: Inka Lykka Korth Foto: Marion Korth EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, Grün ist die Farbe des Sommers, aber in manchen Jahren schlägt sie leider vorzeitig in Gelb um – wenn mal wieder wochenlang der Regen ausbleibt und der Sandboden bei uns in der Südheide so austrocknet, dass selbst große, gesunde Bäume traurig ihre Blätter hängen lassen – oder gar abwerfen. Den Walnussbäumen allerdings scheint Sommerhitze überhaupt nichts auszumachen. Sie kommen mit anhaltender Trockenheit so gut klar, dass immer mehr Forstleute dazu raten, sie als Reaktion auf den Klimawandel vermehrt anzupflanzen. Wir brauchen das nicht selbst zu tun, denn diese Arbeit nehmen uns die Eichhörnchen ab. Jedes Jahr im Herbst plündern sie unseren großen, alten Nussbaum im Innenhof und vergraben die Nüsse als Wintervorrat, finden aber offenbar nur einen Teil davon wieder. Das Ergebnis: Überall sprießen neue Nussbäume. Die ersten sind jetzt schon fast fünf Meter hoch. Weil ich mich darüber so freue und froh bin, dass ich mir zumindest um sie auch im heißesten Sommer keine Sorgen machen muss, habe ich ihnen die Titelseite dieses Heftes gewidmet. Außerdem sieht doch so ein Walnussbaumblatt – genau genommen ist es nur eine Fieder eines Blattes – aus der Nähe betrachtet sehr faszinierend aus, finde ich. Im Zusammenspiel mit anderen entfalten die einzelnen Blätter eines Baumes und mehr noch eines Waldes eine Farbsinfonie in Grüntönen. Früher sagte man, Grün sei die Farbe der Hoffnung, heute könnte man hinzufügen: Grün ist auch die Farbe der Gesundheit und des Wohlbefindens. In dem Gedicht »Dr. Wald« ist vorweggenommen, was heute immer mehr Mediziner empfehlen: ausgedehnte und regelmäßige Waldspaziergänge statt »Pülverchen und Pille«. Von Japan ausgehend wird »Shinrin-Yoku«, was soviel wie »Waldbaden« bedeutet, auch hierzulande zunehmend praktiziert. Womöglich gibt es den Waldspaziergang bald auf Rezept. Dabei ist diese »Therapie« nicht nur frei von Nebenwirkungen (von Mückenund Zeckenstichen abgesehen), sondern auch kostenlos. Ich schwöre schon seit Jahrzehnten auf sie und unterziehe mich ihr täglich. Ohne den morgendlichen Waldspaziergang fehlt mir etwas. Das Grün des Waldes hat eine so wohltuende, ausgleichende Wirkung, dass ich davon den ganzen Tag lang profitiere. Erfrischend ist so ein »Waldbad« obendrein. Während die Sommersonne zuweilen schon um 8 Uhr morgens über dem freien Feld brennt, ist es im Wald noch angenehm kühl und die Luft frisch und belebend. All die positiven Wirkungen des Waldes bekommen auch die Mädchen und Jungen zu spüren, die in einen Waldkindergarten gehen. Wir haben für dieses Heft einen besucht, der zu den ersten seiner Art in der Südheide gehörte: den Waldkindergarten »Rumpelstilzchen« in Hermannsburg (Seite 8). Unser Wanderführer in vier Bänden, von denen zwei bereits erschienen sind (Band 3 folgt im Herbst) enthält viele Vorschläge für schöne Waldtouren. Steffi Olfermann hat sich die beiden ersten Bände besorgt und wandert jetzt die Touren nach und nach ab. Begleitet wird sie von Sohn Moritz – und ihren Eseln (Seite 34). In unseren Buchempfehlungen stellen wir Ihnen »Mythische Bäume« (Seite 57) und eine Biographie vor, in der das Leben von Henry David Thoreau nachgezeichnet wird (Seite 54), der 1854 mit »Walden oder Leben in den Wäldern« zum Vordenker eines nachhaltigen Lebensstils wurde. Für mehr als zwei Jahre zog er sich in eine Hütte im Wald zurück und nutzte die meditative Kraft des Waldes, um zu neuen Erkenntnissen über das Leben zu gelangen. Diese sind heute noch so aktuell wie damals. Also, auf in den Wald! Einen schönen Sommer und bis bald im Herbst! Inka Lykka Korth und Fussel INHALT Zwei Bäche und ein Brunnen Büchlein zur Tour demnächst erhältlich Der Heilige Berg Ziel einer sommerlichen Radtour Schönster Spielplatz der Welt Der Waldkindergarten „Rumpelstilzchen“ Dachboden unter freiem Himmel Ein Haus, zwei Frauen und ein beseelter Garten Beim jungen Gemüse wird gern zugegriffen Hochbeet sei Dank: Mehr Menschen gärtnern Vom Spargel zum Superfood Familie Oestmann probiert gerne etwas Neues aus E wie Esel und Entspannung Steffi Olfermann und ihre „Wandergruppe“ Spurensuche mit Skalpell Die Sanierung des Höferschen Hauses geht weiter „Ein altes Klavier hat eine Seele“ Frank Kostial bringt sie zum Klingen Drei Heideklöster wehren sich ... ... gegen die Reformation Seiner Zeit weit voraus Henry David Thoreau – eine Biographie Op de Weg na dat Golddörp Plattdüütsch SüdheideKalender Buchempfehlungen Calluna-Partner Impressum 4 6 8 14 22 24 34 40 46 50 54 58 28 56 38 56 Viele unserer Geschichten finden Sie auch im Internet, angereichert mit weiteren Fotos und zum Teil auch mit Karten und Videos. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses kostenfreie Zusatzangebot unseren Abon- nenten und Anzeigenkunden vorbehalten ist. Wenn Sie Abonnent sind, schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Abo-Nummer, die Sie auf Ihrer Abo-Rechnung finden, an plus@calluna-magazin.de, und Sie erhalten von uns den Link zu Callunaplus. Sie haben noch kein Calluna-Abo? Kein Problem, schicken Sie einfach eine E-Mail mit Ihrer Adresse an abo@callunamagazin.de. Das Jahresabo kostet 10 Euro. Die Mindestlaufzeit beträgt zwei Jahre (acht Hefte). Bei allen neuen Abonnenten bedanken wir uns mit zwei Freikarten für das Museumsdorf Hösseringen. Kontakt Redaktion Anzeigen Abonnement redaktion@calluna-magazin.de Telefon 05832 979840 anzeigen@calluna-magazin.de Telefon 05832 979938 abo@calluna-magazin.de Telefon 05371 55506 www.calluna-magazin.de CallunaMagazin Calluna 3

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STREIFZÜGE Samstag, Sonntag, Montag & an nds. Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. HOFCAFÉ regional - bio - und mehr ‡ selbstgebackene Kuchen/Torten ‡ FAIR TRADE- & BIO-Espresso-Spezialitäten ‡ italienisches BIO-Eis Frühstück und Familienfeiern möglich! Winkelhof - Alte Dorfstraße 12 - 29328 Müden/Ö. Telefon 0 50 53/94077 - Fax 05053/9999810 E-Mail kontakt@winkelhof-mueden.de - www.winkelhof-mueden.de Wir freuen uns auf Ihren Besuch! FahrräderMittelstrasse 1 Knesebeck sind unsere LeidenschaftTel.: 05834-5261 Am besten selber testen starkes E-Rad + Kompakt-Rad eigenständes Design perfekte Fahreigenschaften Qualität ohne Kompromisse Die große Fahrrad-Auswahl im Nordkreis LLiilliieessRRäädderelraulafeunfeleniclhetiecrh..t. er... wwwww.liwli.eli-lkien-kenseesbeebecckk..ddee Entdecker-Bus 2017 HeideRegion Uelzen Kostenlos ... der kostenlose Fahrrad-, Wander-, Freizeitbus ! Jeden Freitag, Samstag, Sonntag 4 Fahrten täglich, von 10.00 - 19.00 Uhr 3 Ringbuslinien mit Fahrradanhänger vom 2. Juni bis 3. Oktober 2017 Herzogenplatz 2, 29525 Uelzen Tel. (05 81) 7 30 40 info@heideregion-uelzen.de www.heideregion-uelzen.de HEIDEREGION UELZEN 4 Calluna Zwei Bäche und ein Brunnen Neues Büchlein macht Lust auf eine Tagestour mit vielen interessanten Stationen INKA LYKKA KORTH / Text / Fotos Oft und gern schwingt sich Calluna-Autorin Jana Wejkum aus Westerholz aufs Fahrrad und unternimmt spontan kleine Radtouren zu ihren Lieblingsplätzen in der Natur. Einige davon liegen an zwei Heidebächen, deren Verlauf gewissermaßen den roten Faden vorgibt für eine Ganztages-Radtour (60 km) mit zahlreichen Stationen sowohl für naturkundlich als auch kulturhistorisch Interessierte – und für alle, die einfach nur Lust aufs Radfahren haben, denn die Tour führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, durch kleine Dörfer und zu einem lauschigen Picknickplatz auf einer Waldlichtung – am Herzogbrunnen bei Ummern. Das »Energiemuseum«, das die Geschichte der Ölförderung rund um Hohne veranschaulicht, liegt ebenso an der Strecke wie das »Tierhotel« in Nienhof und die ehemalige Gutsanlage Hahnenhorn mit dem sehenswerten Torhaus, einem imposanten,mturmartigen Gebäude. Die Rundtour beginnt und endet am Teichgut bei Wahrenholz. Da Jana Wejkum über die einzelnen Stationen weit mehr zu erzählen hat, als hier in der Calluna Platz zur Verfügung steht, erscheint die Tourbeschreibung zu »Zwei Bäche und ein Brunnen« Mitte Juli in Form eines reich bebilderten kleinen Büchleins mit praktischer Ringbuchbindung. Dieses kostet 6 Euro kann ab sofort unter der E-Mail-Adresse buchshop@calluna-magazin.de bestellt werden. Die Lieferung erfolgt versandkostenfrei mit beiliegender Rechnung. Calluna-Abonnenten, die bei der Bestellung ihre AboNummer nennen, erhalten das Büchlein zum halben Preis.

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Beschirmt vom grünen Blätterdach fließt die Wiehe im Süden des unter Naturschutz stehenden Erlen-EschenBruchwalds „Müsse“ bei Helmerkamp dem Schwarzwasser entgegen, in das sie wenig weiter einmündet. Calluna 5

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6 Calluna STREIFZÜGE Der Heilige Berg Ziel einer sommerlichen Radtour INKA LYKKA KORTH / Text / Fotos Ganz im Nordosten unserer Region erhebt sich zwischen Groß und Klein Ellenberg ein bewaldeter Hügel aus der Landschaft, der das Ziel einer sommerlichen Radtour ist, zu der wir an einem heißen Sommertag am Bahnhof in Wieren starten: der 84,8 Meter hohe Ilkenberg. Auf der Hintour fahren wir überwiegend auf verkehrsarmen Nebenstraßen über Drohe, Könau, Soltendieck, Bockholt und Suhlendorf, zurück geht es über Gavendorf, Kroetze und vorbei an der idyllisch gelegenen Kroetzmühle durch die Esteraunie- derung und auf einem alleeartigen Wald- und Wiesenweg nach Emern und von dort zurück nach Wieren. Die Fahrräder müssen wir am Fuß des Ilkenbergs stehenlassen. Hinauf führt ein steiler Pfad. Oben befindet sich eine Art Natursteinaltar und ein Kreis aus Findlin- gen, die einen Versammlungsplatz ein- schließen und sich auch als Sitzsteine für eine Picknickpause eignen. Außerhalb des Kreises, gegenüber dem Altar steht am Ab- hang der Düvelstein mit Teufelsfratze als Symbol für das Böse. Altar, Düvelstein und der Turm der südlich gelegenen Ostedter Kirche bilden eine Linie. Die Steinsetzung auf dem Ilkenberg erfolgte 1996 auf Initiative von Herbert Schulze aus Suhlendorf, dem Besitzer des Berges. Sie verweist auf die Geschichte des Berges als Kultstätte. Man geht davon aus, lesen wir auf ei- Am Südhang des Ilkenbergs steht der „Düvelstein“. Von dort geht der Blick über die Landschaft bis zum Kirchturm von Ostedt. ner Schautafel, dass der Berg in germanischer Zeit Hilgenbarg hieß, was Heiliger Berg bedeutet. Da die Wenden, die im 9. bis 11. Jahrhundert in der Gegend lebten, das H am Anfang eines Wortes nicht sprachen, wurde in der mündlichen Überlieferung aus Hilgenbarg Ilgenbarg und daraus in heutiger Zeit Ilkenberg. Als am Ilkenberg noch Kies abgebaut wurde – dadurch sind die steilen Hänge entstanden –, wurden nicht nur Scherben von bronzezeitlichen Urnen entdeckt, sondern auch steinzeitliche Funde gemacht, die darauf hindeuten, dass der Ilkenberg in vor- christlicher Zeit als Kultstätte diente – als Ort der Göttervereh- rung, als Opferstätte und als Feuerbestattungsplatz. Nach Einfüh- rung des Christentums wurden Jahrhunderte lang Gottesdienste auf dem Berg abgehalten, und zu Allerheiligen fanden Prozessi- onszüge dorthin statt. Auch heute noch hat der geheimnisvolle Ilkenberg durchaus etwas Magisches. Mehr zu der 30 km langen Rad-Rundtour bei

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Der imposante, vom Wohlstand der Erbauer zeugende Brümmerhof ist das Schmuckstück des Museumsdorfes Hösseringen. Fotos: Inka Lykka Korth Lebendige Geschichte Mitmachaktionen im Museumsdorf Hösseringen Mit zahlreichen Mitmachaktionen sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ist das Museumsdorf Hösseringen besonders in den Sommermonaten ein lohnenswertes Ausflugsziel für die ganze Familie (Veranstaltungsübersicht unter museumsdorf-hoesseringen.de). Da wird zum Beispiel gewebt, gesponnen, geschmiedet und über dem offenen Herdfeuer gekocht. Auch Korbflechten, die Technik des Lehmbaus und das Herstellen von Holzkohle werden anschaulich vermittelt. In 27 alten, in das Museumsdorf umgesetzten Gebäuden wird gezeigt, wie die Menschen in früheren Zeiten in der Lüneburger Heide lebten und arbeiteten. Die Liste reicht vom imponierenden Hallenhaus des Brümmerhofes über Wagenremise, Feuerwehrhaus und Landhandel bis hin zum freistehenden Plumpsklo. In den eingerichteten Gebäuden wird ein Eindruck vom Landleben in der Zeit von 1600 bis 1950 gegeben, und in Ausstellungen werden Imkerei, Schafhaltung, Spinnen, Weben und Schmieden dargestellt. Mit Calluna ins Museumsdorf Das Museumsdorf Hösseringen und das Südheide-Magazin Calluna – das sind zwei, die gut zusammenpassen. Beide zeigen Ihnen die schönsten Seiten des Landlebens. Wenn Sie Calluna abonnieren, erhalten Sie als Begrüßungsgeschenk zwei Eintrittskarten für das Museumsdorf. Als Abonnent/in müssen Sie künftig nicht befürchten, kein Heft mehr abzubekommen, wenn es bei Ihnen im Ort bereits vergriffen ist. Calluna wird Ihnen alle drei Monate druckfrisch ins Haus geliefert. Das Magazin erhalten Sie gratis. Sie zahlen lediglich eine Versandkostenpauschale von 10 Euro im Jahr. Calluna im Paket mit den Eintrittskarten ist auch als GeschenkAbonnement mit Geschenkgutschein für Ihre Freunde oder Verwandte erhältlich. Bestellen können Sie Ihr Abonnement per E-Mail an die Adresse abo@calluna-magazin.de oder telefonisch unter 05371 55506. Die Laufzeit des Abonnements beträgt zwei Jahre (acht Hefte). Danach können Sie das Abo weiterlaufen lassen oder es jederzeit formlos kündigen. www.landbaeckerei-grete.de Pause genießen! ...in Gretes Mühlenbäckerei in Hillerse, Hauptstraße 31. Bestes traditionelles Bäckerhandwerk mit viel Atmosphäre im Bäcker-Café. Jeden Sonntag geöffnet und immer ein lohnendes Ziel für eine leckere Kaffeepause! Hillerse, Hauptstraße 31 geöffnet: Mo. - Fr. 5.00 - 18.00 Uhr Sa. 5.00 - 12.00 Uhr · So. 7.00 - 10.30 + 13.00 - 17.00 Uhr Calluna 7

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Der schönste Spielplatz der Welt MARION KORTH / Text INKA LYKKA KORTH / Fotos W as für ein Wald! Wer hier nur Kiefern und Fichten sieht, ist nicht von dieser Welt. Hinter dem Holzzaun dehnt sich ein Kosmos von Kindern geschaffen. Die Grundversorgung steht, hier gibt es ein Krankenhaus, eine Burgerbude, und an diesem Vormittag hat auch noch ein Zirkus sein Zelt aufgeschlagen. Was braucht der Mensch mehr?! Die Währung hier ist hart und piekt im Portemonnaie: Zapfen. Später wird mir Fietje eine Kostprobe aus dem Imbiss vorbeibringen: dunkles Rindenstück zwischen zwei helleren Rindenstücken – ganz klar, einen solchen veganen Burger lasse ich mir gern schmecken. Stine sorgt für den Nachtisch und verteilt Lollys am Stil (Kiefernzapfen auf Stöckchen gesteckt): Apfel, Erdbeere, Schoko, selbst welches mit Popcorngeschmack hat sie anzubieten. Ein ganz normaler Tag im Waldkindergarten nimmt seinen Lauf. In diesem Jahr feiert der Kindergarten 20. Geburtstag. Eltern hatten von der Idee der ersten Waldkindergärten in Dänemark gehört, gründeten einen Trägerverein und »bauten« ihren Waldkindergarten – nicht mit Steinen, sondern mit Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft. »Die Idee war neu, dass die Kinder die ganze Zeit draußen sind, das konnte sich niemand vorstellen«, sagt Erzieherin Katrin Buhle. Aus anfänglicher Skepsis ist längst Erfolgreich werben ... Jacqueline Grüning Mediaberaterin Gifhorn Telefon 05371 8668640 mobil 0170 9641986 jacqueline.gruening@ calluna-medien.de Anzeigenwerbung im Vier-Jahreszeiten-Magazin der Südheide bietet Ihnen viele Vorteile, z.B. : • große Reichweite durch überregionale Verbreitung im Dreieck der Städte Celle, Gifhorn und Uelzen; • langlebige Anzeigen dank vierteljähr-licher Erscheinungsweise; • ansprechendes und qualitativ hochwertiges redaktionelles Umfeld; • nachhaltige Produktion zu 100 % in der Südheide – kein Kaufkraftabfluss; • attraktive Konditionen für Stammkunden, noch bessere für Calluna-Partner; • Kombi-Rabatte für Print und Web. Wir beraten Sie gerne! Unsere Mediadaten finden Sie im Internet unter calluna-magazin.de. ... im Südheide-Magazin Calluna Jennifer Mallas Mediaberaterin Celle/Uelzen Telefon 05832 979938 mobil 0151 57203308 jennifer.mallas@ calluna-medien.de 8 Calluna

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Immer in Bewegung: Der Waldkindergarten „Rumpelstilzchen“ wird 20 Linke Seite: Beim Freispiel im Wald lernen die Kinder, sich selbst zu beschäftigen. Zwischendurch gibt es eine Frühstückspause. Rechte Seite oben: Morgens kommen die Kinder an der Hütte zusammen und singen, anschließend geht es weiter in den Wald hinein. Unterwegs ist Zeit für manche Naturbeobachtung. Rechts: „Zirkusvorstellung“ im Wald: Melina, Levi und Felix zeigen ihre Kunststücke auf der Schaukel. Calluna 9

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Wir sind Ihr Ziel, wenn Sie stets frische Deutsche Küche in angenehmem Ambiente genießen möchten! Im Juli und August: Unsere extra Pfifferlingskarte So, 13. August: Pfifferlings- und Matjesbuffet mit Suppe (Voranmeldung erbeten) Sa, 26. August ab 18 Uhr: Unser Grillabend Sa, 16. September: Pilz- und Kartoffelbuffet mit Suppe ab 18 Uhr (Voranmeldung erbeten) In der Zeit vom 10. bis zum 26. Juli haben wir Betriebsferien! Wir bitten jeweils um Voranmeldung! Susanne Olvermann Hindenburgstraße 2 · 29386 Hankensbüttel · Tel. 05832/468 info@zur-linde-hankensbuettel.de www.zur-linde-hankensbuettel.de 10 Calluna verlässliche Unterstützung geworden. Der Trägerverein kann heute auf die Gemeinde zählen, bekommt zudem Kreisund Landesmittel, so wie andere Kindergärten auch. Die Eltern gehören fest zum Team, streichen die Hütte, räumen auf, putzen, backen Kuchen und betreuen Spielstände bei Festen. Immer ist irgendetwas zu tun. Auch dieser Tag beginnt an der Schutzhütte, die weniger Aufenthalts- als Aufbewahrungsort ist. Bei unserem Besuch steht die offizielle Geburtstagsfeier noch bevor, die Kinder üben dafür ein Lied ein. »Flieg wie ein Schmetterling«, singt Elisabeth Mentz, die von allen hier nur Elli genannt wird, und spielt Gitarre dazu. Die Kinder fallen noch etwas zögernd in ihren Gesang mit ein, sind nicht nur Sänger, sondern im Verlauf des Liedes auch noch Bäume, die Arme schwenkend in der Luft wie sich wiegende Wipfel, dann wieder Schmetterlinge und Blumen. Noch ist nicht ganz klar, wer hier wen umkreisen muss, aber das wird. Nach einem weiteren Durchgang beschließt Elli: Es reicht für heute. »Das müssen wir wohl noch einmal üben«, sagt sie und lacht. Die Gitarre wird in der Schutzhütte verstaut und der Rucksack gepackt: Verbandskasten, Handy, alles dabei, was eine Erzieherin im Waldkindergarten vorschriftsmäßig so braucht. Auch die Schutzhütte ist Bedingung. »Aber wir sind eigentlich immer draußen«, sagt Katrin. Und: »Ich denke darüber eigentlich gar nicht mehr nach, was für ein Wetter ist.« Feste Stiefel, Hose, Jacke – sie und Elli könnten auch als Försterinnen oder Rangerinnen durchgehen. Die Kinder stehen ihnen in nichts nach, sind ebenso gut und wetterfest verpackt. Gerade im Winter nehmen die Erzieherinnen die Eltern gern einmal mit in den Wald. »Damit sie sich eine Vorstellung machen können, was sie ihren Kindern am besten anziehen sollten«, erläutert Katrin. Außer der gefüllten Brotdose und der Flasche mit Tee oder Wasser haben die Kinder ein Sitzkissen und einen feuchten Waschlappen als Pflichtausrüstung dabei. Spielsachen von Zuhause sind hingegen tabu, im Wald finden die Kinder alles, was sie brauchen, um Hütten zu bauen und ihre Fantasiewelt auszustaffieren. Nur mal mitbringen und kurz zeigen ist hingegen erlaubt. »Meine Mama hat den Schnuffihund dann wieder mit nach Hause genommen«, erzählt mir eines der kleinen Mädchen.

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Das Sitzkissen gehört zur Pflichtausrüstung. Reguläre Sportstunden stehen im Waldkindergarten nicht auf dem Programm, denn die Kinder sind eigentlich immer in Bewegung. Calluna 11

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Sonne, Regen, Schnee – jeder Tag im Wald und jede Jahreszeit ist anders. Statt sich neue Bastelarbeiten auszudenken, müssen Katrin und Elli im Herbst, Winter und auch noch an kalten Frühjahrstagen Ideen für Lauf- und Bewegungsspiele haben, damit den Kindern nicht kalt wird. Auch im Sommer ist es nicht immer gemütlich. »Im Mai kommen die Mücken und etwas später dann die Wespen«, sagt Katrin. Größere Tiere, wie Wildschwein oder Reh, hat sie hier noch nie gesehen, die nehmen vor der Kinderschar offenbar lieber Reißaus. Die Nachricht, dass die Wölfe wieder da sind, habe trotzdem niemand auf die leichte Schulter genommen. Das Thema sei mit den Eltern diskutiert worden. Mit wachen, aber nicht ängstlichen Blicken wird die Situation im Auge behalten, ohnehin dürfen die Kinder im Wald nur in Sichtweite von Elli und Katrin spielen. Außer den lästigen Mücken gibt es noch andere wilde Tiere: »Unsere Kinder haben keine Läuse, unsere Kinder haben Zecken.« Borreliose ist die größte Gefahr, doch eigentlich scheint der Wald allen eher wohl zu tun. »Auch wir werden mal krank, aber das geht dann ganz schnell wieder vorbei«, sagt Katrin. Das viele Draußensein härtet offenbar tatsächlich ab, auch stecken die Kinder sich untereinander nicht so schnell an wie in geschlossenen Räumen, hat sie festgestellt. Es ist die frische Luft und die viele Bewegung, die hier munter macht. Reguläre Sportstunden stehen nicht auf dem »Unterrichtsplan«, die Kinder laufen, klettern, balancieren und schaukeln unentwegt. Weil dieser Bereich mehr als abgedeckt ist, bleibt viel Zeit für anderes. Für Ausflüge in die öffentliche Bücherei zum Beispiel oder auch zum Hundertwasserbahnhof in Uelzen, zu Ausstellungen oder irgendwohin anders in die Natur. »Das machen wir ganz spontan, mit 15 Kindern ist das kein Problem«, sagt Katrin. Die Kinder kennen die Umgebung oft besser als ihre Eltern. Außer Bäumen lernen die Vorschulkinder das Schwimmbad kennen und machen ihr »Seepferdchen«. Zwischen Kiefern lässt sich auch der Kosmos erklären – über vier Wochen hatten die Kinder sich mit dem Weltraum beschäftigt. Alles hat seine Ordnung, die Aufgaben sind klar verteilt. In dieser Woche ist Ben der »Türsteher«. Hinter der Schutzhütte 12 Calluna Auch gebastelt und gemalt wird unter den Bäumen. Katrin Buhle schaut sich von den Kindern gemalte Bilder an. gibt es nämlich noch einen Zaun und eine Pforte, die die Grenze zum richtigen Wald markieren. Dort hat Ben sich jetzt postiert, passt auf, dass keiner drängelt und kein Kind zurückbleibt. Elli und Katrin zählen noch einmal durch, 12 von 15 Kindern müssen es heute sein: zehn, elf, zwölf – passt, es kann losgehen. Außer dem Türsteher gibt es noch den Glockenläuter, der das Signal gibt, wann es Zeit ist, die Sachen einzupacken und sich für den Abmarsch fertig zu machen und dann die vielleicht geheimnisvollste Position, die der zwei Fragezeichen. Zwei Kindern bestimmen gemeinsam, in welcher Ecke des Waldes in der betreffenden Woche gespielt wird. Danach sind zwei andere Kinder an der der Reihe, um sich einen Lieblingsort auszuwählen. »Ihren« Wald kennen die Kinder in- und auswendig, trotzdem fällt ihnen immer etwas Neues für die Zeit des Freispiels nach dem Frühstück ein. Ellie und Katrin schauen sich um, einige Kinder drängen sich um die Imbissbude, drei Jungs haben sich in ihre Hütte zurückgezogen, die Hängematte ist belegt, die Schaukeln sowieso, drei Kinder malen. »Alle haben gut zu tun, dass sind die Früchte unserer Arbeit«, sagen die beiden Frauen. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sich alle von allein beschäftigen. »Sie müssen erst lernen, was sie im Wald alles machen können«, sagt Elli. Spielideen und die passenden Spielpartner müssen jeden Tag neu gefunden werden, das schult, vor allem die Fantasie, aber auch den Umgang mit Worten. Aus der Grundschule erhalten die beiden Frauen öfter die Rückmeldung, dass »ihre« Waldkinder sich besonders gut ausdrücken können. Die Sprache ist für sie der Schlüssel, um im Wald ohne Spielsachen und immer wechselnde Anreize miteinander Spaß haben zu können. So, genug gequatscht, Melina drängelt, die Zirkusvorstellung beginnt gleich. Den ganzen Morgen hat sie mit Levi die Kunststücke eingeübt. An der Kasse türmen sich die Kieferzapfen, ohne Eintritt zu zahlen, läuft hier nichts. Alle haben sich auf den Waldboden gehockt, es kehrt Ruhe ein. Melina und Levi, die beiden Artisten, beginnen zu schaukeln ... Videoclips aus dem Waldkindergarten bei

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GARTENGESCHICHTEN STREIFZÜGE 14 Calluna DACHBODEN Ein Haus, zwei Frauen und ein besonders beseelter Garten MARION KORTH / Text INKA LYKKA KORTH / Fotos Auf diese Art der Verkehrsberuhigung kommt kein Straßenplaner. Keine verschwenkte Fahrbahn, keine Betonpoller, keine Blumenkübel oder Bauminseln, die den Lauf der Autos ausbremsen. Nein, ein langgestrecktes Fachwerkhäuschen, das sein Innerstes nach Außen gekehrt zu haben scheint, lässt einen hier mit Wonne ins Schneckentempo verfallen. Es gibt einfach viel zu viel zu sehen. Der Brummifahrer mit eiliger Fracht wird dafür kaum ein Auge haben, der rücksichtslose Raser ohnehin nicht, wohl aber derjenige, der sich für Dachböden mit ihren spinnenfädenumwebten Schätzen, Strandgut der Jahre,

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UNTER FREIEM HIMMEL Calluna 15

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