VNW Magazin 3/17

 

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VNW Magazin 3/17

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Magazin VNW-Arbeitstagung 2017 25. – 27. September in Rostock-Warnemünde 3 2017 Genossenschaftstag Freiraumplanung Wohnen leitet Mobilität 125 Jahre altoba

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3 Zimmer, Küche, Zukunft Machen Sie Ihre Immobilie fit mit einem zukunftsfähigen Netz. Vodafone Power to you Bieten Sie Ihren Bewohnern den Zugang zu vielfältigen Multimedia-Angeboten. Mit dem leistungsstarken Hybridnetz von Vodafone Kabel Deutschland, der idealen Kombination aus Glasfaser- und Koaxialkabel. Eine Entscheidung für die Zukunft. • Digitales Fernsehen – auch in HD-Qualität • Zeitflexibel fernsehen – mit dem Digitalen HD-Video-Recorder1 • Top-Filme und Serien auf Abruf mit der Vodafone Videothek2 • Internet mit Kabel-Power – mit bis zu 400 Mbit/s im Download bereits in einigen Ausbaugebieten verfügbar3 • Telefon-Anschluss – einfach und günstig über das Kabel3 • Kabel Internet Telemetrie – Bandbreite für Ihre Immobilie4 Mehr zu den Produkten und zur Verfügbarkeit unter www.vodafone.de/immobilienwirtschaft 1 Kopiergeschützte Sendungen (z. B. bestimmte Programme, Video-on-Demand) können aufgrund der Zusatzanforderungen einiger Programmveranstalter nicht angehalten, gespult oder aufgenommen werden. 2 Das Video-on-Demand-Angebot von Vodafone ist in immer mehr Städten und Regionen der Kabel-Ausbaugebiete von Vodafone verfügbar. Prüfung auf www.vodafone.de/vod. Voraussetzungen sind ein 862-MHz-Hausnetz, ein mit einer Giga TV 4K Box, einem Digitalen HD-Video-Recorder oder einem Digitalen HD-Receiver von Vodafone Kabel Deutschland ausgestatteter, kostenpflichtiger Kabel-Anschluss bzw. Vodafone TV Connect-Vertrag sowie ein InternetAnschluss. Empfohlene Bandbreite mindestens 10 Mbit/s. 3 Vodafone Kabel Deutschland Internet- und Telefonprodukte sind in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland mit modernisiertem Hausnetz (862 MHz) verfügbar. Die Maximalgeschwindigkeit von 400 Mbit/s ist im Ausbaugebiet in ersten Städten und Regionen mit modernisiertem Hausnetz verfügbar. Weitere Städte und Regionen folgen. Bitte prüfen Sie, ob Sie die Produkte von Vodafone Kabel Deutschland in Ihrem Wohnobjekt nutzen können. Call-by-Call und Preselection nicht verfügbar. 4 Vodafone Kabel Deutschland Telemetrie ist in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland verfügbar. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Stand: Mai 2017 Vodafone Kabel Deutschland GmbH • Betastr. 6–8 • 85774 Unterföhring

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magazin 3.I7 Mobilität im Quartier ist ein relevantes Thema - auch bei den Wohnungsunternehmen. Im Schwerpunkt ab Seite 16 berichten wir unter anderem über das bundesweite Projekt „Wohnen leitet Mobilität“. Auf dem Foto: „Seestadt Aspern“, Wien Foto: Luiza Puiu ZuwandeInruhnalgt 04 34 38 63 VNW THEMA – ANALYSE – VISION 02 Vorwort 03 Nachhaltigkeitsbericht 04 Werte suchen Talente 06 Kommunale Tagung in Bergen 08 VNW-Nachrichten 57 VNW-Nachrichten 58 MARTINI44 59 Wohnen ohne Barrieren 60 Kieler Modell 61 VNW-Nachrichten 62 Neubau in Mecklenburg-Vorpommern 64 Handwerker-Häuser 65 Richtfeste 09 Genossenschaftstag 16 Schwerpunkt: Mobilität 29 Wohnungsmarkt in Zahlen 30 Normänderung bei Aufzügen 32 CSR-Bericht 34 Jubiläum: 125 Jahre altoba 38 Serie: Freiraumplanung 41 Serie: ERP-Umstellung 44 Digitalisierung 48 Wohnungsbau 53 Bundestagswahl 1

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Vorwort Digitalisierung Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor Der VNW-Schwerpunkt für das Verbandsjahr 2017/2018 lautet: Digitalisierung. „Geht es nicht etwas konkreter“, fragen Sie? Die Antwort ist ganz konkret: „jein“. Denn „nein“ auf der einen Seite: Wir wollen uns nicht nur auf einen Bereich fokussieren, dafür sind die jeweils anderen zu wichtig. Und „ja“: Es geht und es wird konkreter. Dafür ist das Schwerpunktjahr da. Die Wohnungswirtschaft ist in allen Bereichen und auf allen Ebenen von der Digitalisierung betroffen: als Branche, als Unternehmen, als Vermieter, als Vermarkter, als Arbeitgeber, als Bauherr. Wo die digitale Reise hingeht, können auch Experten nicht vorhersagen. Doch dass sich Strukturen und Abläufe gravierend ändern werden, ist allen klar. Die Verbandsunternehmen haben längst reagiert und setzen auf verschiedene Handlungsfelder: neue Software-Systeme, papierlose Wohnungsabnahme, vernetzte Wohnungen und Neubau mit BIM – um nur einige Beispiele zu nennen. Jedes Wohnungsunternehmen hat individuelle Schwerpunkte. Auch Branchenfremde versuchen verstärkt, in Teilbereiche der Wohnungswirtschaft einzudringen – prägnantes Beispiel: der Kauf eines Rauchmelder- und ThermostateHerstellers durch Google. Da drängt sich schnell die Frage auf, was der Internetriese mit den durch die intelligenten Rauch­ melder übermittelten Daten anfangen will. Aber auch Start-Ups bieten vermehrt Produkte im wohnungswirtschaftlichen Bereich an: von Nachbarschafts-Apps über automatisierte Betriebskostenabrechnungen bis hin zu Online-Türzugangssysteme: Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Diese müssen die Wohnungsunternehmen den potenziellen neuen Playern auf dem wohnungswirtschaftlichen Markt selbst setzen. Das Interesse von Seiten der Kunden, der Mieterinnen und Mieter, an digitalen Neuheiten ist gewiss vorhanden. Wer weiß, dass es bezahlbare Angebote gibt, mit denen es sich sicherer oder auch bequemer leben lässt, wird diese kaum ausschlagen. (Nicht nur) hier gilt es für die Wohnungswirtschaft, neue Geschäftsfelder in Betracht zu ziehen – denn die Daten sind beim Vermieter des Vertrauens sicherlich besser aufgehoben als bei einem fremden Dienstleister. Wir möchten die Wohnungsunternehmen in ihrer Entscheidungsfindung und in ihren Vorhaben unterstützen. Eine Analyse der digitalen Entwicklungen, der Möglichkeiten, aber auch der Risiken, wird dabei helfen. In dem Schwerpunktjahr Digitalisierung werden wir daher gemeinsam mit den Mitgliedern der VNW-Fachausschüsse und unter Beratung eines externen Dienstleisters ein Konzept erarbeiten, in dem Ziele definiert, Schwerpunkte erarbeitet als auch Vorschläge unterbreitet werden, welche Schritte in welchen wohnungswirtschaftlichen Bereichen gegangen werden können bzw. sollten. Selbstverständlich wird das Thema Digitalisierung über das Verbandsjahr 2017/2018 Schwerpunkt in VNW-Publikationen, Veranstaltungen und weiteren Angeboten sein. h 2

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VNW Neues VNW-Angebot: Nachhaltigkeitsbericht BEITRAG VON GERHARD VIEMANN, VNW-Direktor für den Prüfungsdienst Der von der Bundesregierung eingesetzte Rat für Nachh­ altige Entwicklung hat sich am 29. Mai 2017 zu seiner 17. Jahreskonferenz getroffen. Prominente Redner und Moderatoren – allen voran die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel – stellten aktuelle Themen der Nachhaltigkeitsdiskussion vor und spannten den Bogen von der Entwicklung nachhaltiger Umweltstrategien, der Entwicklung nachhaltiger Agrar­ produkte, der Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit der G 20-Staaten und Afrika bis hin zu einer nachhaltigen Modeszene in Berlin. Hat das etwas mit der Wohnungs­ wirtschaft und mit der Arbeit der Prüfungsbereiche der Regionalverbände zu tun? Mehr Informationen erhalten Sie in diesem Flyer und auf www.vnw.de D ie Verbindungen liegen auf der Hand. Einige Mitgliedsunternehmen des VNW haben bereits eine detaillierte Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgelegt. Gelebte Nachhaltigkeit hat in der Wohnungswirtschaft eine lange Tradition. Wohnungsunternehmen realisieren bezahlbares Wohnen für breite Schichten der Bevölkerung. Sie gestalten durch ihr Engagement bei integrierter Stadtentwicklung und Stadtumbau die Strukturanpassung der Wohnquartiere an zukünftige Bedürfnisse. Sie bauen, modernisieren und bewirtschaften ihre Wohnungen langfristig, ressourcenschonend und energieeffizient. Sie tragen mit attraktiven Dienstleistungen rund um das Wohnen und soziales Management zu einer Wohnsituation bei, die den sozialen Frieden in kulturell vielfältigen Wohnquartieren erhält und ein nachbarschaftliches Zusammenleben fördert. Und diese Tätigkeiten setzen Wohnungsunternehmen im Rahmen einer maßvollen wirtschaftlichen Rentabilität um. Insoweit berücksichtigt die Wohnungswirtschaft in ihrem Geschäftsmodell traditionell den Gleichklang der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung. Die Motivation für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt also auf der Hand. Der Prüfungs- und Beratungsbereich des VNW bietet den Mitgliedsunternehmen seit Neuestem das Produkt „Nachhaltigkeitsbericht“ an. Dabei gewährleistet der VNW eine Nachhaltigkeitsberichterstattung auf standardisierter Grundlage. Hierzu werden durch einen Berater oder Prüfer des Verbandes die wesentlichen Nachhaltigkeitskennzahlen ermittelt, wesentliche Unterlagen wie Verträge, Geschäftsordnungen etc. zusammengestellt und auf Grundlage des digitalen Musterberichtes die Berichterstattung erstellt. Besonders interessant dabei ist, dass der Bericht so gestaltet und mit dem Rat für nachhaltige Entwicklung abgestimmt ist, dass er gleichzeitig als Entsprechenserklärung auf der Homepage des Deutschen Nachhaltigkeitskodex‘ (DNK) eingestellt werden kann. Das professionell aufbereitete Layout wurde in Kooperation mit einer Agentur entwickelt. Das gesamte Beratungspaket wird zu einem Pauschalpreis von rund 6 000 Euro angeboten. Hinzu kommen Kosten für Layout-Arbeiten und Druck, die mit dem jeweiligen Unternehmen separat vereinbart werden. Wir freuen uns auf gemeinsame Gespräche zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung mit Ihnen. Für weitergehende Fragen stehen Ihnen mein Mitarbeiter Frank Nolte und ich gerne zur Verfügung. h 3

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VNW Neue Internetseite: Arbeiten in der Wohnungswirtschaft Werte suchen Talente „Werte suchen Talente“, so lautet einer der Slogans auf der neuen Internetseite „Arbeiten in der Wohnungswirtschaft“. Die Seite ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden VNW-Fachausschüsse Personal und Kommunikation und Marketing. Ziel ist es, die Seite zu DER neuen Adresse für Jobsuchende zu etablieren – denn die Wohnungswirtschaft bietet „mehr als nur einen Job“. Sie ist „aus Prinzip abwechslungsreich“ und die Fachleute da draußen können nun diese „Vielfalt entdecken“ und „gemeinsam etwas bewegen“. In sechs verschiedenen Berufsgruppen werden die unterschiedlichen Jobs und Tätigkeitsfelder vorgestellt. Controllerin und Finanzbuchhalter finden sich beispielsweise bei den „Zahlenliebhaber*innen“, während Immobilien- und Bankkaufleute zu den „Bürokapitänen“ gehören. Malerin, Hauswarte oder auch Bauleiter bilden die Gruppe der „Macher*innen“, EDV-Experten sind „Computerfans“. Außerdem ergänzen „Menschenkenner*innen“ wie die Sozialmanagerin und „Kommunikationsprofis“ wie der Pressereferent die Kurzvorstellung. Ein allgemeiner Einblick in das Wirken der Wohnungswirtschaft sowie ein Überblick über die Vorzüge des Arbeitens in der Branche runden das Angebot des neuen Portals ab. In einem internen Bereich haben die Mitgliedsunternehmen Zugriff auf verschiedene nützliche Informationen und Materialien. h „Mit dem neuen Informationsportal setzen wir ein Zeichen im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Arbeiten in der Wohnungswirtschaft lohnt sich – für den Einzelnen, für alle. Durch die neue Plattform erreichen wir mit dieser Botschaft direkt potenzielle Bewerberinnen und Bewerber. Wir möchten die Seite etablieren und hoffen, dass sich der Radius erweitert. Kooperationspartner sind herzlich willkommen.“ Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor Die neue Internetseite finden Sie auf www.arbeiten-in-der-wohnungswirtschaft.de oder hier: 4

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VNW Sandra Balicki, Vorsitzende des Fachausschusses Personal, und Dr. Matthias Rasch, Vorsitzender des Fachausschusses Kommunikation und Marketing, haben die Entstehung des Informationsportals begleitet. Im Interview mit dem VNW-Magazin berichten sie über die Idee und die Umsetzung. magazin: Frau Balicki, wieso braucht das Thema „Arbeiten in der Wohnungswirtschaft“ eine eigene Internetseite? Sandra Balicki: Erstens, weil die Arbeit der Wohnungswirt- schaft eine gesellschaftlich, politisch und auch wirtschaft- lich sehr relevante Arbeit ist. Und zweitens, weil das noch zu wenig bekannt ist. Mit Sandra Balicki, unserer Internetseite sprechen Personalleiterin Altonaer Spar- und Bauverein eG wir sowohl Berufseinsteiger als auch Berufserfahrene, Quer- einsteiger sowie Wohnungs- wirtschaftler an: ein notwendiger Schritt in Zeiten drohenden Fachkräftemangels. magazin: Worin lag die besondere Herausforderung beim Konzipieren dieser Plattform? Wir mussten erst einmal herausfinden, wen wir mit dieser Plattform ansprechen wollen. Im Fachausschuss haben wir dann überlegt: Welche Berufsgruppen sind in der Wohnungswirtschaft vertreten, nehmen uns aber selten als Arbeitgeber wahr? Welche Inhalte sind für diese Zielgruppe relevant? Dass Immobilienkaufleute in der Wohnungswirtschaft arbeiten, überrascht niemanden. Aber haben eine Pressereferentin oder ein EDV-Fachmann uns auf dem Schirm, wenn sie auf Jobsuche sind? Diesen Menschen wollen wir mit der neuen Plattform nicht nur zeigen, dass es uns gibt, sondern auch, was das Arbeiten in der Wohnungswirtschaft so attraktiv macht. magazin: Herr Dr. Rasch, was war aus Sicht der Kommuni- kationsexperten wichtig bei der Erstellung der Seite? Dr. Matthias Rasch: Beson- ders wichtig war uns natürlich, dass das Ziel der Seite, poten- zielle Bewerber auf die Woh- nungswirtschaft aufmerksam zu machen, erreicht wird. Das geschieht auf verschiedenen Dr. Matthias Rasch, Wegen, zum Beispiel über den Geschäftsführer Grundstücks- Aufbau der Seite. Das Layout Gesellschaft TRAVE mbH ist einheitlich, Bild- und Textele- mente strukturieren den Inhalt. Leser können Informationen schnell finden. Außerdem haben wir großes Augenmerk auf die Sprache gelegt. Sie ist zielgrup- penspezifisch und soll motivieren, den Arbeitgeber Wohnungs- wirtschaft kennenzulernen. Innerhalb des Textes fördern kurze, prägnante Aussagen zur Wohnungswirtschaft das schnelle und einfache Verständnis. magazin: Was gehört außer der Vorstellung der Berufsgruppen zum Angebot des Portals? Zusätzlich zu den verschiedenen Berufsporträts erfahren die Leser viel über die Wohnungswirtschaft – im Allgemeinen, aber auch im Hinblick auf die Frage, was uns zu einem guten Arbeitgeber macht. Zum Beispiel, dass wir einen eigenen Tarifvertrag haben oder wie wir unsere Mitarbeiter fördern. Für die, die gerne gleich konkret werden, haben wir außerdem einen Link zu aktuellen Stellenangeboten eingerichtet. magazin: Wie geht es weiter mit dem neuen Portal? Wir haben die Seite so angelegt, dass sie kontinuierlich wachsen kann. Alle Inhalte können jederzeit aktualisiert und angepasst werden. Einige Elemente sind ohnehin so konzipiert, dass sie regelmäßig wechseln. Zum Beispiel die Rubrik „Aus der Wohnungswirtschaft“, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrer Arbeit berichten. Wir wollen die Seite lebendig und attraktiv gestalten – genau wie das Arbeiten in der Wohnungswirtschaft. magazin: Vielen Dank für das Gespräch. h magazin: Ist die Plattform auch für die Wohnungsunternehmen im VNW interessant? Ja, sogar gleich auf zweierlei Weise. Zusätzlich zu dem Ziel, Fach- und Führungskräfte für die Wohnungswirtschaft zu gewinnen, können Verbandsmitglieder von einem intern angelegten Bereich der Plattform profitieren. In diesem Mitgliederbereich wollen wir den Unternehmen verschiedene Materialien zur Verfügung stellen, die sie bei der Personalsuche unterstützen sollen. Zum Beispiel Mustervorlagen für Stellenausschreibungen oder Listen mit Ansprechpartnern. Da befinden wir uns aktuell in der Umsetzung. magazin: Vielen Dank für das Gespräch. h 5

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VNW Kommunale Tagung in Bergen „Wichtiges Instrument der Daseinsvorsorge“ Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten die Teilnehmer die Bestände der BEWO Bergener Wohnungsgesellschaft mbH. Alle Fotos: VNW „Kommunale Wohnungsunternehmen sind ein wichtiges Instrument der Kommunen bei der Daseinsvorsorge.“ Mit diesen Worten eröffnete VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner am 23. Mai 2017 die Kommunale Tagung in Mecklenburg-Vorpommern. 45 Geschäftsführer und Gäste waren der Einladung nach Bergen auf Rügen gefolgt. B ereits am Vortag hatte Geschäftsführer Gerd Zander, BEWO Bergener Wohnungsgesellschaft mbH, die Teilnehmer zu einer Exkursion in die Bestände eingeladen. In ihrem Grußwort verwies Bürgermeisterin Anja Ratzke auf die Leistungen der BEWO. Mit 22 Mitarbeitern bewirtschafte das Unternehmen gegenwärtig 2 338 Wohnungen und sei ein wichtiger wohnungspolitischer Faktor für die Versorgung der Region mit Wohnraum. Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmer insbesondere mit dem Vergaberecht. Nach Auffassung von Dr. Christian Nowak und Dr. Andreas Beutin, Rechtsanwälte der Kanzlei Klopsch & Partner, sind kommunale Wohnungsunternehmen öffentliche Auftraggeber im Sinne von §  99 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen und §68 Kommunalverfassung Mecklenburg-Vorpommern. Besonderen Stellenwert hatten die neueren Entwicklungen zur Auftragswertschätzung von Planungsleistungen. Außerdem spiele Compliance eine immer wichtigere Rolle für Geschäftsführer und Aufsichtsräte. Ina-Maria Ulbrich, Staatssekretärin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, erläuterte die wohnungswirtschaftlichen Impulse der neuen Landesregierung. Bezahlbare Wohnungen müssten auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Ulbrich: „Für den sozialen Wohnungsbau stellt das Land in diesem Jahr 14,5 Millionen Euro bereit.“ Ulbrich appellierte an die Kommunen, die nachgefragten Innenstädte nicht nur den Wohlhabenden zu überlassen. Der soziale Wohnungsbau sei vorrangig eine Aufgabe der Kommunen. Diese sollten für ihre kommunalen Gesellschaften günstige Investitionsbedingungen schaffen (günstige Baulandbereitstellung, Gewinnabführungs­ 6

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VNW Die Bergener Wohnungsgesellschaft mbH, BEWO, besitzt ins­ gesamt 2 338 Wohnungen und versorgt damit ca. ein Drittel der Bergener Bevölkerung mit Wohnraum. Sie investiert jährlich ca. 5,5 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen, um den Bedürfnissen des zeitgemäßen und qualitativen Wohnens nachzukommen. Individuelle Grund­ risslösungen, große Balkone, Aufzüge, moderne Wärmedämm­ verbundsysteme und ansprechende Gestaltungen des Wohnumfeldes sind Kriterien, die die Wohnungsgesellschaft als Modernisierungsstandards nach und nach umsetzt. Damit will die BEWO lebendige und zukunftsfähige Strukturen für die Mieterinnen und Mieter schaffen und zudem ihren städtebaulichen Beitrag leisten. 2013 fragte die BEWO ihre Mieterinnen und Mieter: „Leben Sie gern in Ihrer Wohnung?“ Dies bestätigten mehr als 90 Prozent der an der Umfrage Beteiligten. „Was ein großes Lob für die Tätigkeit der BEWO in den vergangenen Jahren ist, ist gleichzeitig ein großer Ansporn für unsere Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeiter, in allen Bereichen noch besser zu werden“, erklärt BEWO-Geschäftsführer Gerd Zander. h verzicht). Zum Thema Digitalisierung regte die Staatssekretärin an, innerhalb der Wohnungsw­ irtschaft eine Plattform für Erfahrungsaustausche zu schaffen. Wie verhält sich der Aufsichtsrat rechtskonform bei einer Beratungs- und Überwachungstätigkeit gegenüber der Geschäftsführung und wo liegen die Grenzen der Geschäftstätigkeit von Aufsichtsräten mit ihren kommunalen Wohnungsunternehmen? Antworten darauf gab DOMUS AG-Vorstand Prof. Dr. Klaus-Peter Hillebrand in seinem Vortrag. Robert Erdmann, LGE MecklenburgVorpommern GmbH, gab in seinem Praxisbericht einen Überblick über die aktuelle Förderlandschaft. „Ausschreibungen müssen sich am Vergaberecht orientieren“, so Erdmann. Gerda Behrend, WOBAU Wohnungsbau GmbH Parchim, berichtete über ihre Erfahrung bei der Ausschreibung unter anderem von Telekommunikationsleistungen. Es habe unterschiedliche juristische Auslegungen des Vergaberechts gegeben. Am Ende sei die WOBAU als öffentlicher Auftraggeber im Sinne von § 99 GWB eingestuft worden. Von der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH seien nach Gesellschaftsvertrag alle Aufträge als öffentlicher Auftraggeber auszuschreiben, berichtete Cornelia Kreft, Leiterin der ab 1. Januar 2016 eingerichteten eigenen zentralen Vergabeabteilung. „Im vergangenen Jahr haben wir 462 Vergabeverfahren abgewickelt“, erklärte Kreft. Thomas Köchig,Geschäftsführer der WGS Wohnungsgesellschaft Schwerin mbH, verwies in seinem Vortrag auf Erfolge bei der Rund 45 Gäste informierten sich bei der Kommunalen Tagung und diskutierten aktuelle wohnungswirtschaft­ liche Themen Mecklenburg-Vorpommerns. Umstrukturierung des Unternehmens während der vergangenen vier Jahre. Er habe einen „Sanierungsfall“ übernommen: Die Leerstandsquote habe bei 18 Prozent gelegen. Das Haupthandlungsfeld der WGS liegt derzeit im Umbau und in der Verbesserung der Finanzierung. „Für den Erfolg des Unternehmens spricht die Komplettmodernisierung des Hochhauses an der Rahlstedter Straße in Lankow“, so Köchig. h 7

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VNW Boys‘ Day im VNW Gleich sechs Schüler zwischen 12 und 14 Jahren nutzten am 27. April 2017 die Chance, den VNW von innen kennenzulernen. Die beiden Auszubildenden Till Ludwig und Lina Mußbach hatten den Boys‘ Day organsiert und begleiteten die Sechs durch den sogenannten Jungen-Zukunftstag. Die beiden Azubis hatten sich ein vielfältiges Programm überlegt. Zuerst lernten die Teilnehmer ihren Arbeitgeber für den Tag kennen – nach einer kurzen Vorstellung des VNW und seiner Arbeit ging es mit Lina Mußbach in die VNW-Druckerei. Postversand, Bindungen kleben und Flyer schneiden – an allem durften sich die Teilnehmer probieren. Geschick war auch bei Till Ludwig in der IT-Abteilung gefragt: Hardware wollte auseinandergenommen und Festplatten wollten ausgebaut werden. Den Durchblick behalten mussten die Sechs beim Akten ordnen und archivieren in der VNW-Verwaltung. Das gemeinsame Mittagessen hatten sich die Jugendlichen redlich verdient. „Der Boys‘ Day war ein voller Erfolg“, resümierte Till Ludwig und seine Azubi-Kollegin Lina Mußbach Die Auszubildenden Till Ludwig (hinten) und Lina Mußbach (rechts) zeigten den Schülern Malek Kilic, Simon Kiselis, Nils Kiselis, Thore Wippermann, Tim Kokerbeck und Lennox Haack die Arbeitsabläufe im VNW (v.l.n.r.). ergänzte: „Die Jungs haben super mitgemacht. Wir hatten alle viel Spaß.“ Als Erinnerung erhielten alle Teilnehmer ein Foto­ album, das sie während des Tages selbst gestaltet hatten. h Arbeitskreis Geislinger Konvention Frühjahrstagung in Hamburg Die Mitglieder des Arbeitskreises Geislinger Konvention bei ihrem Treffen im VNW. Am 7. April 2017 kamen die Mitglieder des Arbeitskreises Geislinger Konvention in Hamburg zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Gastgeber war der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Zehn Jahre nach Unterzeichnung der Verträge über die institutionelle Verfassung des Arbeitskreises zog der Vorsitzende Prof. Dr. Hansjörg Bach ein gemischtes Fazit: „Mit aktuell ca. 4,3 Millionen Wohnungen, die sich am Betriebskosten-Benchmarking beteiligen, können wir durchaus zufrieden sein. Die flächendeckende Durchdringung in der Immobilienwirtschaft und die öffentliche Wahrnehmung dieses wichtigen Themas lassen allerdings noch zu wünschen übrig.“ Die Arbeitskreis-Mitglieder diskutierten deshalb intensiv über 8 klarere Strukturen des Arbeitskreises sowie eine verstärkte Einbindung der Benchmarking-Plattformen, von regionalen Arbeitsgruppen, Tagungen und der wohnungswirtschaftlichen Verbände in die Dachmarke „Geislinger Konvention“. Der erfolgreiche Start von www.bekonet.de als Informations- und Diskussionsforum für alle am Thema Betriebskosten Interessierten wurde vor diesem Hintergrund sehr begrüßt. Ein weiteres wichtiges Thema war die Bildung nützlicher Kennwerte für das Betriebskosten-Management und die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese und weitere Themen sollen in der Herbsttagung des Arbeitskreises vertieft werden. h Weitere Informationen: www.hfwu.de

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Norddeutscher Genossenschaftstag 2017 Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommune Fotos: Bernd Kusber Spannende Vorträge, anregende Diskussionen und viel Sonnenschein – das und mehr bot der Norddeutsche Genossenschaftstag 2017. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Verbände VNW und vdw Niedersachsen Bremen in die Hansestadt an der Weser. Im Mittelpunkt stand das Thema „Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommune“ – und die Frage nach dem Selbstverständnis von Genossenschaften. B evor vdw-Direktor Heiner Pott die Anwesenden am ersten Tag in Bremen begrüßte, nutzten zahlreiche Gäste bereits am Vormittag „Bremen geht es wie den anderen deutschen Großstädten – es wächst.“ „Genossenschaft ist mehr“ Wachsende Großstädte, steigende Mieten, Leerstände auf dem Land – dieses Bild zeichnete dann auch vdw- die Gelegenheit und begaben sich auf eine städtebauliche Ex- Direktor Pott bei seiner Eröffnungsrede des Genossenschafts- kursion durch den zentral gelegenen Stadtteil Findorff. Während tages. Eine schwierige Situation, mit der sich Wohnungs­ eines Quartierrundgangs und einer Neubaubesichtigung erläu- genossenschaften zunehmend konfrontiert sähen. Schwierige terte Marc Bohn, Vorstand der Eisenbahn Spar- und Bauverein Grundstücksvergabeprozesse und wachsende Auflagen bei eG, insbesondere die energetischen Sanierungen und Moderni- Förderprogrammen erschwerten das Handeln der Genossen- sierungen der Genossenschaft im Stadtteil. Ein Abstecher in die schaften. Gleichzeitig manifestiere sich eine Erwartungshaltung Überseestadt, die aktuell auf dem alten Hafengelände entsteht, bei Politik und Kommunen. Sehen sich diese Genossenschaften bot Einblicke in die städtebaulichen Entwicklungsbereiche der nicht als Partner, sondern lediglich als Erfüllungsgehilfen beim Stadt: „Bremen geht es wie den anderen deutschen Großstädten sozialen Wohnungsbau? Pott stellte die Frage nach dem ge- – es wächst“, so Bohn. nossenschaftlichen Selbstverständnis in der heutigen Zeit. Die Parallel zur Exkursion ließen sich Aufsichtsratsvertreter ver- soziale Verpflichtung von Genossenschaften gelte im Sinne ihres schiedener Genossenschaften von Experten der Verbände über Förderzwecks gegenüber den Mitgliedern. Ihr Engagement gehe aktuelle Themen informieren. Die Juristen Heinrich Kleine Arndt jedoch meist darüber hinaus. „Genossenschaft ist mehr“, so der und Rainer Maaß sowie die Wirtschaftsprüfer Heiko Günther vdw-Direktor. Wie viel „mehr“ und in welcher Art und Weise, und Jürgen Wendlandt sprachen unter anderem über die genos- das gelte es zu klären. g senschaftliche Pflichtprüfung, die Wirksamkeit von Aufsichtsrats- beschlüssen und die Vergütung des Aufsichtsrates. 9

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Genossenschaftstag Andreas Breitner, Axel Gedaschko Heiner Pott „Wir sehen und fühlen uns als Partner der Kommunen – aber sehen das die Vertreter aus der Politik auch so?“ Studie: Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommunen Wichtige Stichpunkte zur Klärung dieser Frage sprach Axel Gedaschko, Präsident des GdW, in seinem Vortrag zum Zusammenspiel zwischen Kommunen und Genossenschaften an. Dass Letztere ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht nur anerkannten, sondern aktiv wahrnähmen, daran bestünde kein Zweifel. Die Studie „Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommunen“, die das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen in Auftrag gegeben hat, habe gezeigt, dass Integration, eines der weiteren gesellschaftlich drängenden Themen, vor allem in den Quartieren stattfinde – also im Zentrum genossenschaftlicher Arbeit. Auch deshalb müssten Kommunen Genossenschaften gegenüber einen Umgang auf Augenhöhe pflegen, anstatt kompromisslos zu fordern. „Keine Genossenschaft muss müssen“, so Gedaschko. Und: „Bauen muss Chefsache werden.“ „Keine Genossenschaft muss müssen.“ Dieses Resümee zog auch Mathias Metzmacher, Referatsleiter am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), und Prof. Dr. Sigrid Schaefer, Rektorin der EBZ Business School. Im Gespräch mit Moderator Carsten Ens, vdw Niedersachsen Bremen, stellten sie weitere Erkenntnisse der Studie vor, z.B. regionale Unterschiede bei den Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften und Kommunen sowie Handlungsfelder von Kooperationen. Als Empfehlung für die kommenden Jahre sprach Metzmacher sich insbesondere für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit aus: „Die Zeit ist reif, dass Genossenschaften sich wohnungs- und stadtpolitisch äußern.“ Auch Gedaschko hatte zuvor die zunehmende Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit betont. Soziale Netzwerke und Nachbarschaften Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Ruhr-Universität Bochum, ging in seinem Vortrag nur kurz auf die Relevanz von Öffentlichkeitsarbeit (über soziale Medien) ein. Im Zentrum seines Interesses standen die sozialen Netzwerke innerhalb von Quartieren. Der demografische Wandel führe vermehrt zu prekären Lebens- und Wohnsitua­ tionen bei Älteren. „Genossenschaftliches Wohnen richtet sich gegen diese Entwicklung“, erklärte Heinze. „Das lebenslange Wohnrecht unterstützt das in der alternden Bevölkerung erstarkende Bedürfnis nach Sesshaftigkeit.“ Gleichzeitig ermöglichten soziale, genossenschaftlich organisierte Netzwerke im Quartier ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen im Alter. Diese Potenziale, so der Soziologe, prädestinierten Genossenschaften über den Wohnungsneubau und die Instandhaltung hinaus als strategische Partner der Kommunen. Ähnliche Potenziale stellte auch Prof. Dr. Klaus Boehnke, Jacobs University Bremen, am Folgetag in seiner Untersuchung zum „Sozialen Zusammenhalt in Bremen“ fest. Sozialer Zusammenhalt – „der Kitt der Gesellschaft“ – hänge stark mit der generellen Lebenszufriedenheit zusammen. Und: „Gedöns hilft.“ Gedöns, damit meinte Boehnke insbesondere Nachbarschafts­ aktivitäten. Diese böten sozialem Zusammenhalt besonders fruchtbaren Boden – und seien vor allem in den Quartieren vorhanden, die von Genossenschaften entwickelt und bewirtschaftet würden. Partnerschaften in der Praxis Welche Form kommunale und genossenschaftliche Partnerschaften konkret annehmen können, stellten anschließend vier Vorstände von Wohnungsgenossenschaften aus den zwei Verbandsgebieten dar. Dabei berichteten sie sowohl von gelungenen als auch problematischen Kooperationen. Dr. Christian 10

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Pape, Wohnstätte Stade eG, machte den Anfang und erläuterte in einem Überblick die kritische Übernahme von Beständen der Neuen Heimat in dem sozialschwachen Stadtteil Stade-Hahle. Durch Kooperationen, z.B. mit einer Kirchengemeinde und dem Deutschen Roten Kreuz, habe sich die Situation im Quartier nach und nach verbessern lassen. Zwei weitere positive Beispiele für gelungene Zusammenarbeit brachte Jörg Wieland, Gemeinnütziger Bauverein in Münden eG, an: Der Umbau des ehemaligen Kreiskrankenhauses sei vor allem dank der guten Zusammenarbeit mit der Bauaufsicht geglückt. Auch ein Integrationsprojekt mit 42 minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen habe eine partnerschaftliche Kooperation verlangt. Vor dem Hintergrund weniger gut verlaufender Projekte erklärte Wieland jedoch: „Wir sehen und fühlen uns als Partner der Kommunen – aber sehen das die Vertreter aus der Politik auch so? Ich glaube nicht.“ Burkhard Pawils, Altonaer Spar- und Bauverein eG, zeigte sich angesichts steigender Auflagen bei Fördermitteln ebenfalls Genossenschaftstag skeptisch. Er betonte jedoch: „Genossenschaften werden als verlässliche Partner gesehen“ – z.B. bei dem Projekt „Kleine Bergstraße“, das die Genossenschaft in drei Jahren fertigstellen konnte. Es basiert auf der Kooperation mit verschiedenen Partnern wie z.B. dem Pflegedienstleister alsterdorf assistenz west gGmbH, der in dem Neubau eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft für Menschen mit demenziellen Erkrankungen führt. „Baugenossenschaften können Dinge, die andere nicht können“, resümierte Pawils. Die Wankendorfer Baugenossenschaft für SchleswigHolstein eG arbeite vor allem im Rahmen von Verwaltungstätigkeiten mit den norddeutschen Kommunen zusammen, erklärte abschließend deren Vorstand Dr. Ulrik Schlenz. Die dezentrale Organisation der Genossenschaft erlaube es ihr, die Bewirtschaftung des Fremdbestands für Kommunen im ganzen Land zu übernehmen. Die Forderung nach der Gründung einer kommunalen Gesellschaft habe er bisher nicht vernommen: „Da, wo die wankendorfer vor Ort ist, erscheint dafür bisher kein Bedarf.“ g Exkurs: Non-Profit-Unternehmen statt Geldmaschine Genossenschaft mal anders: der Journalist und TV-Moderator Lou Richter stellte mit den US-amerikanischen Green Bay Packers eine „Genossenschaft im Milliarden-Business“ vor. Das Football-Team ist im amerikanischen Spitzensport die einzige Mannschaft, die aus dem üblichen Franchise-System, in dem reiche Investoren sich ganze Teams kaufen, herausfällt. Stattdessen hat sie über 360 000 Anteilseigner – mit anderen Worten: Genossenschaftsmitglieder. Die Packers sind ein Non-Profit-Unternehmen, dessen Anteile den Eignern keinen geldwerten Vorteil bieten. Wie bei Wohnungsgenossenschaften gilt der Förderzweck – seit den 1920er Jahren. WIR SCHAFFEN GRÜNE WELTEN Flensburg Kiel Heide Neumünster Cuxhaven Lübeck Bremerhaven Hamburg Meppen Bremen Rotenburg (Wümme) Berlin Osnabrück Hannover Lehrte Hildesheim Potsdam WO AUCH IMMER SIE UNS BENÖTIGENCottbus Dbuuirsg- Essen Dortmund Halle Garten- und Landschaftsbau Kassel Zaun-,Nordhausen SpielplatzLei-pziug nd Holzbau Grünflächenpflege Baufeldräumung und Rodung Winterdienst und Wegereinigung Kanal-, Tief- und Wegebau Baumpflege und Fällarbeiten Regie- und Instandsetzungsarbeiten Baum- und Spielplatzkontrolle Planungs- und Ingenieurdienstleistungen Grewe Holding GmbH Vorm Lintel 5 27356 Rotenburg T (0 42 61) 97 08-0 www.grewe-gruppe.de F (0 42 61) 97 08-10 info@grewe-gruppe.de 11

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Genossenschaftstag Gruppenbild mit Staatssekretär (von links): Heiner Pott, Gerhard Viemann, Ingo Theel, Dr. Iris Beuerle, Professor Dr. Nicole Göler von Ravensburg, Gunther Adler, Michael Wulf, Professor Dr. Sigrid Schaefer, Andreas Otto Zum Bürokratieabbau: Genossenschaftsnovelle 2017 Nach eigener Meinung des Referenten eher trocken, aber durchaus humorig, begann der zweite Veranstaltungstag. Prof. Dr. Jürgen Keßler, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, widmete sich in seinem Vortrag der Reform des Genossenschaftsgesetzes. Anschließend erörterte er das Thema im Gespräch mit Gerhard Viemann, vdw-Prüfungsdirektor und VNW-Direktor für den Prüfungsdienst. Laut Keßler griffen die im Genossenschaftsgesetz zum Bürokratieabbau festgelegten Regelungen teilweise in bewährte Prinzipien des Genossenschaftsrechts ein und schwächten dadurch die Rechtsform. „Es gibt Regelungen, bei denen ich an der Rationalität des Gesetzgebers zweifle“, sagte Keßler. Allerdings seien einige Paragrafen nach wohnungswirtschaftlicher Kritik auch neugefasst worden. So wurde beispielsweise die Absicht, Vorstände durch die Satzung an Weisungen der Generalversammlung binden zu können, entschärft – sie gilt nun lediglich für Kleinstgenossenschaften. Die (neue) Rolle der Wohnungsgenossenschaften Die Perspektive auf genossenschaftliche Partnerschaften er­ weiterten gegen Ende des Genossenschaftstages noch einmal Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg, Frankfurt University of Applied Sciences, und Gunther Adler, Staatssekretär des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor­ sicherheit (BMUB). Göler von Ravensburg stellte in ihrem Vortrag und im Gespräch mit Moderatorin Dr. Iris Beuerle, VNW, das Kooperationsprojekt geno@school vor. Dort arbeiteten Genossenschaften, Schulen, Bildungsministerien und Verbände zusammen – das Ziel: Die Gründung und Unterstützung von Schülergenossenschaften. Unter Anleitung sogenannter Partnergenossenschaften erlernten die Schüler soziale Kompetenzen und erweiterten ihr wirtschaftliches Know-how (s. Kasten). Neue Gemeinnützigkeit Der im Verlauf der Tagung oft diskutierten Neuen Gemeinnützig­ keit nahm sich Keßler ebenfalls an. Sie sei vor allem ein politisches Thema und müsse im Kontext aktueller Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt, wie dem steigenden Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum und der gleichzeitig schrumpfenden Zahl Sozialwohnungen, gesehen werden. „Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Gemeinnützigkeit“, äußerte sich Keßler kontrovers gegenüber seinem Vorredner vom Vortag, GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Es ist eher die Frage, wie man eine solche Gemeinnützigkeit gestalten würde als ob.“ 12 Carsten Ens, Lou Richter

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Genossenschaftstag Professor Dr. Rolf G. Heinze Heiner Pott, Bürgermeister Carsten Sieling, Andreas Breitner (v.l.n.r.) Erste Schülergenossenschaft im VNW Gerade hatte Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg ihren Vortrag zu Schülergenossenschaften beendet, da konnte sie bereits gemeinsam mit Dr. Iris Beuerle, VNW, und Michael Wulf, Vorstand des Bauverein der Elbgemeinden eG, BVE, die bevorstehende Gründung der ersten Schülergenossenschaft in der norddeutschen Wohnungswirtschaft verkünden. Während der VNW die Prüfung der Schülergenossenschaft übernehmen will, wird der BVE ihr als Partnergenossenschaft bei der Gründung und im Tagesgeschäft zur Seite stehen. „Bauen und Wohnen können wir, jetzt machen wir nochmal etwas anderes“, freute sich Wulf. Der BVE hat bereits 2014 als erste Baugenossenschaft Deutschlands eine Kindergenossenschaft gegründet. g Wie unsere neue Wand/Deckenheizung auf Lehm-Trockenbaubasis aussieht, ist ziemlich egal. Man sieht sie ja nicht. Achten Sie lieber auf die Vorteile unseres innovativen Heizungssystems. • min. 30% Energieersparnis • keine Probleme mit Schimmelbildung • sehr gut regelbar (keine langen Aufheiz- und Nachheizphasen) • einfache Montage in Bestandimmobilien • behagliches und gesundheitsförderndes Raumklima Argillatherm_182x128.indd 1 Natürlich kommt Wärme von oben Erfahren Sie mehr unter Tel. 0551 / 389 356 – 0 oder auf www.argillatherm.de 18.05.17 17:00 13

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