Geschäftsbericht 2016

 

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Geschäftsbericht 2016

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GESCHÄFTSBERICHT2016 Im Dienste unserer Mitglieder

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GESCHÄFTSBERICHT2016 Im Dienste unserer Mitglieder

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INHALT Vorwort Da kann einem schon schwindelig werden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Unternehmerverband der Metallindustrie Tarifrunde 2016 – Nachtrag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Mitgliederstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Vorstands- und Beiratsmitglieder des Verbandes 2016. . . . . . . . . . . 7 Mitgliederversammlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Aus der Arbeitsrechtlichen Praxis - Alkohol und Arbeitswelt . . . . . . 10 Testimonial: Oetker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Stolperfalle: Kündigungsberechtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Arbeitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht 2016/2017 . . . . . . 13 Öffentlichkeitsarbeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Gute Zeiten - Krankheitszeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Stromversorgung im östlichen OWL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Mitgliederinformationen durch Rundschreibenservice . . . . . . . . . . 20 Neues aus den Mitgliedsunternehmen des UVM Böllhoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 BKK_DürkoppAdler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Bernstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Berg & Co. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Welland & Tuxhorn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 BST eltromat International. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Gestamp Umformtechnik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Euscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Eisengiesserei Baumgarte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Poppe + Potthoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Miele. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Benteler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Pentair Jung Pumpen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

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Neues aus den Mitgliedsunternehmen des AGV Hörmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 Bethel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Agromatic. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 Piening. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Koch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Krause DiMaTec . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Hörmann Automotive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 IP Adelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Franziskus Hospital. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Stadtwerke Bielefeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Ministerbesuch in der Vorstandssitzung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Testimonial: Euscher. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Vorstands- und Beiratsmitglieder des AGV 2015 . . . . . . . . . . . . . . 48 Verbandsingenieure Arbeitswirtschaft Arbeitsorganisation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 Kooperationsprojekte: Effektiv Führen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Kooperationsprojekte: Ideenmanager - Starterworkshop . . . . . . . 51 KAIZEN Mentoren-Training . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 Wege zu höherer Produktivität durch Steigerung der Effizienz . . . . 53 Seminarveranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 Arbeitskreis OWL - Mitarbeiterideen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 Aufgabenbezogene Verdiensterhebung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 Veranstaltungen und Kooperationen Arbeitskreis SchuleWirtschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Todesanzeigen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58

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VORWORT DA KANN EINEM SCHON SCHWINDELIG WERDEN REINHARD TWEER Vorsitzender Unternehmerverband der Metallindustrie Bielefeld - Herford Minden e.V. Wohl auf keinem Gebiet sonst war die große Koalition in den vergangenen Jahren so produktiv wie in dem uns unmittelbar betreffenden Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik: Mindestlohn, AÜG (Zeitarbeit und Werkverträge), Rentenreform, Entgeltgleichheit, Frauenquote in Aufsichtsräten, Bundesteilhabegesetz, Änderung Teilzeitrecht, Änderung Elternzeit und Mutterschutz, flexible Rente usw. … Alle diese Projekte können und sollen hier von mir nicht im Detail bewertet werden. Allerdings ist es mir wichtig, zu betonen, dass diese Aktivitäten des Gesetzgebers nicht etwa als Reaktion auf eine volkswirtschaftlich kritische Situation erfolgen. Nein, es wird in Deutschland damit wieder einmal aktueller Wohlstand verteilt - und zwar per Gesetz und in (naivem?) PolitikVertrauen darauf, dass es weiter gut bleibt! Es ist für unser Land zu hoffen, dass sich dies nicht eines Tages rächt und wir lieb gewonnene Sozialstandards unter Kämpfen und Krämpfen zurückdrehen müssen, um Industrie und industrielle Arbeitsplätze in Deutschland wegen zu hoher Belastungen nicht völlig zu verlieren. Neue Auseinandersetzungen in einigen Jahren um eine notwendige „Agenda 2030“ will doch wirklich niemand. Also gilt es, problematische Entwicklungen rechtzeitig, klar und deutlich anzusprechen. Schwindelig … … wird mir aber auch, wenn ich an die großen Herausforderungen denke, die 2017 auf uns alle noch zukommen: - Ein Präsident Trump in voller Fahrt … - Ein Brexit, der Fahrt aufnimmt … - Ein immer noch ungeklärtes Griechenlandproblem … - Eine Wahl beim Nachbarn NL, eine Wahl beim Nachbarn F … - Eine Wahl in NRW … und natürlich - Eine Bundestagswahl im Herbst. Es ist gut möglich, dass wir mit dem Geschäftsbericht aus dem Jahr 2018 auf eine Welt blicken werden, die völlig anders als gewohnt und lieb gewonnen „tickt“. Aber wir Ostwestfalen stehen ja mit beiden Beinen fest auf dem Boden und sind (trotzdem) Optimisten. Wir werden also den Schwindel überwinden und langfristig erfolgreich bleiben! In diesem Sinne …. Ihr Reinhard Tweer

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5 TARIFRUNDE 2016 – NACHTRAG Den Ablauf der Tarifrunde 2016 hatten wir im letzten Geschäftsbericht schon ausführlich dargestellt. Sie endete mit einer zweistufigen Lösung + 2,8 % ab dem 1. Juli 2016 + 2 % ab dem 1. April 2017. In der Nachbetrachtung interessant sind die Verfahren zur Differenzierung des Tarifvertrages für die Stufe 2016. Es gab die Möglichkeit, die zusätzliche Juni-Pauschalzahlung in Höhe von 150 € brutto betriebsindividuell im Einverständnis mit der IG Metall zu streichen. Interesse hatten daran 6 unserer tarifgebundenen Mitglieder (ca. 11 %). Aus unterschiedlichen Gründen haben dann nur 2 dieser 6 Betriebe den Differenzierungsantrag bei der IG Metall gestellt. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Bei einem Mitglied, bei dem die Voraussetzungen für die Differenzierung unstreitig vorlagen, wurde die Streichung der Pauschalzahlung mit dem doch recht einfachen Argument abgelehnt, die Belegschaft sei schließlich dagegen gewesen. Das war schon kurios. Während der Tarifverhandlungen hat die IG Metall immer darauf gepocht, sie entscheide zur Differenzierung und nicht die Betriebsräte oder gar Belegschaften vor Ort. Nach dem Tarifabschluss lässt sie dann aber allein die Belegschaft darüber ent- scheiden, ob Bereitschaft besteht, weniger Vergütung zu erhalten … Bei einem anderen Mitglied konnte man sich immerhin darauf einigen, die Pauschalzahlung zu verschieben und auf 2 Raten aufzuteilen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes hoffen wir noch, dass die Differenzierungsmöglichkeit für die 2. Stufe der Tarifentgeltsteigerung ab dem 1. April 2017 von unseren Mitgliedern nicht aus Frustration liegengelassen wird. Immerhin ist es tariflich möglich, die 2%ige Erhöhung um 3 Monate bis in den Juli zu verschieben.

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6 MITGLIEDERSTRUKTUR ...im Unternehmerverband der Metallindustrie Ostwestfalen Bielefeld - Herford - Minden e.V. (Stichtag: 31.12.2016) Firmengröße Firmenzahl Prozent Beschäftigte Prozent bis 19 bis 99 bis 199 bis 499 bis 999 darüber Gesamt 6 8,33 % 44 0,20 % 17 23,61 % 994 4,63 % 16 22,22 % 2.332 10,86 % 23 31,94 % 7.255 33,79 % 6 8,33 % 3.966 18,47 % 4 5,56 % 6.882 32,05 % 72 100 % 21.473 100 %

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7 VORSTANDS- UND BEIRATSMITGLIEDER DES VERBANDES 2016 Vorstand und Beirat des Unternehmerverbandes der Metallindustrie Ostwestfalen Bielefeld - Herford - Minden e.V. setzen sich wie folgt zusammen: Vorstand Reinhard Tweer Reinhard Tweer GmbH 33689 Bielefeld Wilhelm A. Böllhoff Böllhoff GmbH & Co. KG 33649 Bielefeld Axel Christian Börner WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG 32423 Minden Dr. Theodor Plümpe Gestamp Umformtechnik GmbH Werk Brackwede 33647 Bielefeld Dierk von Nordheim Welland & Tuxhorn AG 33649 Bielefeld Jürgen Werner Hettich ONI GmbH & Co. KG 32602 Vlotho Beirat Gisela Bernstein Bernstein AG 32437 Porta-Westfalica Dr. Uwe Brunkhorst Imperial Werke oHG 32257 Bünde Christoph Hörmann Hörmann KG 33803 Steinhagen Patrick Jacob Fr. Jacob Söhne GmbH & Co. KG 32457 Porta Westfalica Dr. Michael Junker Miele & Cie. KG 33611 Bielefeld Manfred Klektau Herbert Kannegiesser GmbH 32602 Vlotho Clemens Küpper Eisengiesserei Baumgarte GmbH 33647 Bielefeld Friedhelm Lohmann Siemens AG 33605 Bielefeld Dr. Christian Potthoff-Sewing POPPE + POTTHOFF GmbH Holding 33824 Werther Ellen Raahede Secher Parker Hannifin Manufacturing Germany GmbH & Co. KG 33659 Bielefeld Ludwig Scholten-Luchsen MECO-Metallwerk Gebr. Scholten-Luchsen GmbH 33613 Bielefeld Stefan Sirges JUNG PUMPEN GmbH 33803 Steinhagen

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8 MITGLIEDERVERSAMMLUNG Mitgliederversammlung im Bültmanns Hof Am 9. Juni 2016 hat die letztjährige Mitgliederversammlung stattgefunden. Der interne, nicht öffentliche Teil befasste sich intensiv mit wichtigen internen Zukunftsaspekten unseres Verbandes. In personeller Hinsicht mussten wir uns leider vom langjährigen Vorstandsmitglied Uwe Kreidel verabschieden, der in der Hettich-Gruppe neue Funktionen übernommen hat. Als Nachfolger von Herrn Kreidel wählte die Mitgliederversammlung Herrn Jürgen Werner, Hettich ONI GmbH & Co. KG, VlothoExter. Herr Jürgen Werner vertritt seitdem die Region Herford im Vorstand. Neu in den Beirat unseres Verbandes gewählt wurde Frau Ellen Raahede Secher, Arbeitsdirektorin der Parker Hannifin Manufacturing Germany GmbH & Co KG. In den Beirat wiedergewählt wurden die Herren Friedhelm Lohmann, Siemens AG Niederlassung Bielefeld, und Stefan Sirges, Jung Pumpen GmbH Steinhagen. Der öffentliche Teil unserer Mitgliederversammlung fand, sozusagen als Heimspiel, wieder im Restaurant Bültmannshof statt. „Heimspiel“ geht hier schon die richtige Richtung. Herr Professor Dr. Elmar Wienecke,. Geschäftsführer Saluto Gesellschaft für Sport und Gesundheit mbH, hat in einem sehr kurzweiligen und mit kleinen Übungen für das Publikum gespickten Vortrag das Thema „Spitzenleistungen in Wirtschaft und Sport“ beleuchtet. Gerade in einem Jahr, in dem Olympia und eine Europameisterschaft im Fußball stattfand die richtige Themenwahl, wie sich an den positiven Reaktionen beim abschließenden Spargelessen zeigte ...

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10 AUS DER ARBEITSRECHTLICHEN PRAXIS ALKOHOL UND ARBEITSWELT Die Juristinnen und Juristen des Verbandshauses am Sparrenberg stehen für eine kompetente und unkomplizierte Beratung in allen Bereichen des Arbeits- und Sozialrechts. Darüber hinaus beinhaltet die Mitgliedschaft im AGV Bielefeld ein vielfältiges Angebot an interessanten und lehrreichen Seminarveranstaltungen. Joachim Owczarek, Abteilungsleiter Personalbeschaffung /Personal und Organisation der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG Gegenstand der arbeitsrechtlichen Beratung ist immer wieder auch das Thema Alkohol und Arbeitswelt. Dies ist insofern nicht verwunderlich, als nach Schätzungen ca. 1 bis 3 % der Bevölkerung alkoholabhängig sind, was rechnerisch im Unternehmen mit 200 Mitarbeitern dann schon sechs Beschäftigte betrifft. Bei rauschbedingten Arbeitsunfällen lockert sich bzw. entfällt der Versicherungsschutz, und auch der Vorgesetzte kann in den Regress genommen werden, wenn er den Betroffenen nicht an der Weiterarbeit gehindert hat. Da objektive Methoden der Alkoholbestimmung gegen den Willen des Betroffenen nicht zulässig sind, ist der Vorgesetzte als Verantwortlicher auf subjektive Wahrnehmungen angewiesen. Unabhängig vom Einzelfall gebietet es daher nicht nur die Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitarbeiter und die Wahrnehmung der betrieblichen Interessen, sondern auch die Wahrung der Eigeninteressen des Vorgesetzten, jedes arbeitsvertragsverletzende Verhalten, auch suchtmittelbedingt, anzusprechen. Gefordert ist der rechtzeitige Aufbau eines „konstruktiven Leidensdrucks“. Deshalb verlangen die Arbeitsgerichte vor der Kündigung alkoholkranker Mitarbeiter die Ausschöpfung aller objektiv denkbaren betrieblichen Mittel, vor allen Dingen stets das Angebot von Therapiemaßnahmen. Die Erfahrungen mit verschiedenen Arbeitsgerichten belegen, dass die Kündigung eines alkoholkranken Mitarbeiters erst dann anerkannt wird, wenn langandauernde, teilweise jahrelange, im Einzelnen belegbare und letztlich vergebliche Bemühungen des Arbeitgebers vorausgegangen sind.

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11 STOLPERFALLE: KÜNDIGUNGSBERECHTIGUNG Unwirksamkeit einer Kündigung wegen fehlender Kündigungsberechtigung Es kommt in der Praxis beim Ausspruch von Kündigungen immer wieder zu Überraschungen, wenn die Kündigung vom Arbeitnehmer oder seinem Vertreter mit der Begründung zurückgewiesen wird, es bestehe keine Vertretungsmacht. Der zur Kündigung Bevollmächtigte muss im Namen des Arbeitgebers und mit Vertretungsmacht handeln. Fehlt ihm die Vertretungsmacht, kann der betroffene Arbeitnehmer die Kündigung aus diesem Grund zurückweisen. Außerdem kann der Arbeitnehmer sie mit der Begründung zurückweisen, dass eine Vollmachtsurkunde vorgelegt werden muss. Es müssen in dem Zusammenhang zwei Voraussetzungen für einen wirksamen Ausspruch einer Kündigung vorliegen: Der Vertreter der juristischen Person muss als solcher erkennbar sein (regelmäßig durch Verwendung des Briefkopfes) und er muss mit Vertretungsmacht handeln. Die Vertretungsmacht kann sich aus einer rechtsgeschäftlichen oder gesetzlichen/organschaftlichen Bevollmächtigung ergeben: 1. Rechtsgeschäftlicher Vertreter Zunächst muss der Vertreter von einem dazu Berechtigten zum Ausspruch von Kündigungen bevollmächtigt werden (Innenverhältnis). So dann muss diese Bevollmächtigung nach Außen zum Ausdruck gebracht werden (Außenverhältnis). Dies kann durch Anfügen einer Vollmachtsurkunde an das Kündigungsschreiben erfolgen oder sich unmittelbar aus der Stellung des Handelnden ergeben. Bei Personalleitern, die als solche im Betrieb bekanntgemacht wurden, ergibt sich die Kündigungsbefugnis bereits unmittelbar aus der bekleideten Position. Die Kündigungsbefugnis muss nicht nach außen bekannt gegeben werden. In allen anderen Fällen muss die diese nach außen im Betrieb ersichtlich oder im Betrieb bekanntgemacht (z. B. mittels Aushang am Schwarzen Brett oder im Intranet) werden. 2. Gesetzlicher/Organschaftlicher Vertreter In den Fällen der organschaftlichen Vertretung ergeben sich Organ und Vertretungsmacht bereits aus einem öffentlichen Register. Die Bestellung als Geschäftsführer ist im Handelsregister einzutragen. Eintragungspflichtig sind ebenso, welche Vertretungsbefugnis die Geschäftsführer haben, eine Änderung in der Person des Geschäftsführers oder eine Änderung in der Vertretungsbefugnis, wie Gesamt- und Einzelvertretungsbefugnis. Ferner sind die Erteilung der Prokura und ihre Form in das Handelsregister anzumelden. Erfolgt eine Eintragung, wird 15 Tage danach fingiert, dass der Kündigungserklärungsempfänger davon auch Kenntnis hat. Einer Bekanntgabe im Betrieb bedarf es nicht. Die im Handelsregister eingetragene Vertretungsmacht ist zu beachten. Es ist z. B. darauf zu achten, dass bei einer Gesamtprokura von mehreren Prokuristen, alle gemeinsam die Kündigungserklärung unterschreiben. Die Unterzeichnung durch einen einzelnen Prokuristen, der laut Handelsregister Gesamtprokura hat, ist unwirksam.

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12 ARBEITSRECHT Im Berichtsjahr wurde durch das Gesetz zur Verbesserung der zivilrechtlichen Durchsetzung von verbraucherschützenden Vorschriften des Datenschutzrechts mit Wirkung für Neuverträge ab 01.10.2016 § 309 Nr. 13 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geändert. Hiervon betroffen sind auch durch AGB in Arbeitsverträgen vorgegebene Ausschlussfristen, bei denen die Geltendmachung nicht mehr von der Einhaltung der Schriftform, sondern nur noch an die sog. Textform geknüpft werden darf. Für die Textform reicht schon ein Fax, eine E-Mail, eine SMS oder eine Whatsapp-Nachricht aus. Das Bundesteilhabegesetz vom 29.12.2016 erweiterte unter anderem mit Wirkung vom 30.12.2016 die Rechte der Schwerbehindertenvertretung. Entgegen der bisherigen Rechtslage ist nach § 95 Absatz 2 Sozialgesetzbuch IX die ohne die vorherige Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung ausgesprochene Kündigung eines Schwerbehinderten oder Gleichgestellten unwirk- sam. Hierdurch wurde zusätzlich zur erforderlichen Anhörung des Betriebsrates eine weitere formale Hürde für arbeitgeberseitige Kündigungen eingeführt. Schließlich ist zum 01.04.2017 das Gesetz zur Änderung des AÜG und anderer Gesetze in Kraft getreten. Im Mittelpunkt dieses Gesetzes stehen Neuregelungen zur Arbeitnehmerüberlassung, welche eine grundsätzliche, 18-monatige Höchstüberlassungsdauer vorgeben, und bei Überschreitung der Höchstüberlassungsdauer Sanktionen beinhalten, nach denen dann kraft gesetzlicher Fiktion ein Arbeitsverhältnis des Leiharbeitnehmers zum Entleiher zustande kommt. Weiter ist u. a. über einen sogenannten Gleichstellungsgrundsatz festgelegt, dass dem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an den Entleiher die im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren sind. Sowohl von der Höchstüberlassungsdauer als auch vom Gleichstellungsgrundsatz sind Abweichungen insbesondere durch einschlägige tarifvertragliche Regelungen möglich. Dieses Gesetz wirft, auch wegen der Möglichkeiten durch tarifliche Abweichungen, eine Vielzahl von bislang nicht geklärten Rechtsfragen auf. In einer aktuellen Entscheidung vom 18.01.2017 – 7 AZR 224/15 – hat das Bundesarbeitsgericht eine bislang umstrittene Rechtsfrage geklärt und die Rechte von Betriebsräten gestärkt. Danach muss zwischen dem Schichtende und einer Betriebsratssitzung, die am nächsten Tag während der Freizeit stattfindet, eine elfstündige Ruhezeit gemäß § 5 Abs.1 ArbZG liegen. Nach der bislang vorliegenden Pressemeldung wendet das BAG die Arbeitszeitschranken des ArbZG zwar nur sinngemäß, aber im Umfang identisch auf das Zusammentreffen von Arbeit und Betriebsratstätigkeit an.

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13 SITZUNGEN DER ARBEITSGEMEINSCHAFT ARBEITSRECHT 2016/2017 09.11.2016 Thema Referent (Schein-)Selbständigkeit und arbeitnehmerähnliche Selbständige Schwerpunkt Sozialversicherung und Steuer Herr Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Arens, Fachanwalt für Arbeitsrecht 08.12.2016 Thema Referent Gesellschaftlich gewünschte Tätigkeiten und ihr Schutz im Arbeitsrecht Herr Prof. Dr. Bernd Schiefer, Geschäftsführer unternehmer nrw, Düsseldorf 25.01.2017 Thema Referent Die Rechtsregeln der Kündigung wegen Krankheit des Arbeitnehmers Herr Dr. Guido Jansen, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht, Hamm 22.02.2017 Thema Referent Der BR verweigert die Zustimmung zur Einstellung etc. – Was ist zu tun? Herr Dr. Franz Müller, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht, Hamm 29.03.2017 Thema Referent Überblick über Rentenzugangsvoraussetzungen und Rentenberechnungen Herr Rechtsanwalt Hans-Wilhelm Köster, Fachbereichsleiter Sozialrecht, unternehmer nrw, Düsseldorf

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