vdw-magazin-2011-04

 

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vdw verband der wohnungs und immobilienwirtschaft in niedersachsen und bremen magazin 03 i ho her besuch mi nisterpräsident ga st beim ve rbandstag 07 i gr os se v i elfalt gd w präsident besucht v dw-un ternehmen 20 i z uhöre n ma rketing in so cial web 50 i so oder so ge danken zur wohnraumförderung 10 wohnungspolitischer kongress 22 september in hannover 0411 zeitschrift des vdw niedersachsen bremen in zusammenarbeit mit dem verband norddeutscher wohnungsunternehmen e v.

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wohnen mit mehrwert ihre vorteile einer kooperation mit der telekom profitieren sie von den exklusiven kooperationsangeboten heben sie sich von der konkurrenz ab mit exklusiven angeboten für ihre mieter fernsehen internet telefon und mobilfunk ­ alles aus einer hand ohne mehrkosten für sie da keine investition in bestehende inhouse-netzstruktur notwendig interessante kooperations und beteiligungsmodelle für die wohnungswirtschaft innovative lösungen für wohnungswirtschaftsunternehmen metering-dienste health-care-lösungen attraktive tv-versorgungsmodelle neben der digitalen tv-grundversorgung auch zielgruppenspezifische zusatzversorgung möglich ftth glasfaserausbau ­ die überlegene zukunftstechnologie für exzellente Übertragungsgeschwindigkeiten und große datenmengen jetzt auf digit ale tv-grundng versorgu setzen wir beraten sie gern unser vertriebsverantwortlicher informiert sie kompetent ausführlich und völlig unverbindlich über die vorteile für ihre mieter nehmen sie einfach kontakt auf jörg hornbüssel telefon 0170 5520865 joerg.hornbuessel@telekom.de

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inhalt t ite l f oto derverba nd sta ginb re merh ave n m an chmal stü rmisch s t e ts poli t isch un d v or allem ­ sehr informati v foto berndkus ber bremenma ga z i n 04 11 02 03 07 09 12 16 20 24 26 32 36 44 vdw inhalt iiiiiiiiiiii vor wort verbandstag sommerreise des gdw-präsidenten gewos-inter view t hema l ebenswelt 2.0 v n w-zukunftswerkstatt social media m obiles marketing serie design personalmanagement serie städtebauförderung rauchwarnmelder 0411 47 48 50 55 56 v dw iiiii verbandsrat n amen und nachrichten wohnungspolitik stadtgespräche a nkündigung fachtagung

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bernd meyer ve rban dsdire k to r v dw i m a ga z i n 04 11 b remerhaven ist eine stadt im umb ruch nun diese beschreibung trifft die sache nicht im kern vielmehr noch ist bremerhaven eine stadt im aufbruch und die harte arbeit trägt bereits früchte zwei millionen besucher jährlich sprechen eine deutliche sprache vielleicht war es daher zwingend und logisch dass der vdw seinen diesjährigen verbandstag in der seestadt ausgetragen hat denn die symbolik ist nicht zu verkennen wenden und wandel wohin man sieht wie bremerhaven sind auch andere städte und gemeinden im verbandsgebiet in tiefgreifenden veränderungsprozessen begriffen die wohnungswirtschaft begleitet diese entwicklungen aktiv innovativ und vor allem mit sozialer verantwortung somit muss sich auch unsere branche grundlegend neuen rahmenbedingungen anpassen und sich den zentralen herausforderungen stellen die weite teile unserer gesellschaft betreffen sei es der demographische wandel sei es der globale klimawandel seien es fragen der integration oder probleme der weltweiten kapitalverstrickungen bremerhaven war für den vdw seine mitglieder und seinen zahlreichen gästen ein herausragender verbandstag eine der zentralen botschaften der veranstaltung lautet die wohnungsunternehmen und der vdw sind verlässliche partner der stadtentwicklung deswegen streiten wir auch so vehement für den erhalt nein ich muss sagen für die stärkung und ausweitung der städtebauförderung dies ist eine einmütige position der wohnungswirtschaft in niedersachsen und in bremen vorwor t und damit stehen wir nicht allein nicht zuletzt der niedersächsische ministerpräsident david mcallister über dessen besuch wir uns sehr gefreut haben zeigt er doch die enge verbundenheit der sozial orientierten wohnungswirtschaft mit der landespolitik hat bei seinem festvortrag in bremerhaven betont dass er das programm die soziale stadt für sozial und integrationspolitisch unverzichtbar erachtet wie mcallister hofft auch die wohnungswirtschaft dass beim bund das letzte wort noch nicht gesprochen ist auch in diesem magazin geben wir dem thema städtebauförderung mit zwei ausgesprochen fundierten fachbeiträgen den breiten raum den es verdient gleichzeitig hat der vdw mit dem niedersächsischen städtetag dem städte und gemeindebund sowie der landesarbeitsgemeinschaft soziale brennpunkte eine stellungnahme erarbeitet in der wir uns gegen die geplanten kürzungen aussprechen es lohnt sich dafür zu kämpfen wer dies bestreitet sollte nach bremerhaven fahren wie man mit ideen tatkraft und einer gezielten finanziellen unterstützung einen scheinbar unumkehrbaren abwärtstrend stoppt lässt sich kaum besser belegen als in der stolzen seestadt an der wesermündung »man kann die kunden nicht einfach danach fragen was sie wollen und dann versuchen es ihnen zu geben denn wenn man es gefertigt hat wollen sie schon wieder etwas neues « stevejobs g r ü ndervonapple 2

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m a ga z i n 04 11 verban d stag seh r po l it is c her ver b a nd stag inbre mer hav en mi ni st erprä s i d en t d av i d m ca ll i st er lo bt roll e d es v dw grantz heuschrecken können wir in unseren städten nicht gebrauchen bremerhaven viel norddeutscher kann sich eine stadt wohl nicht präsentieren der wind anm d red wir wählen hier eine möglichst neutrale formulierung denn hannoveraner hätten womöglich von sturm gesprochen während den gastgebern in bremerhaven das laue lüftchen nicht der rede wert gewesen wäre trieb die wolken über die weser mitunter prasselte der regen auf bremerhavenerisch es war feucht der so genannte sommer verlangte nach ordentlicher kleidung mütze und jacke vermutlich war alles aber nur ein küsteneignungstest für die gäste aus dem binnenland denn als der verbandstag des vdw mit einem maritimen hafenfest und dem bremerhavener shantychor an der kaje zu ende ging gab es den verdienten lohn sonne tolle abendstimmung und eine schwungvolle zeltparty mit fast 340 gästen und dazu gab es keine zwei meinungen als der verbandstag 2011 dem ende entgegen ging zog verbandsratsvorsitzender rüdiger warnke ein zufriedenes fazit eine tolle veranstaltung der vdw hat gezeigt dass er ein starker verband ist der die interessen seiner mitglieder auch gegenüber der politik hervorragend vertritt der besuch des ministerpräsidenten war für unsere organisation ein wichtiges zeichen ­ auch und gerade in richtung der eigenen mitglieder schon zur eröffnung der Öffentlichen veranstaltung am vormittag hatte warnke die gute zusammenarbeit der wohnungswirtschaft mit der landesregierung hervorgehoben herr ministerpräsident wir versichern ihnen dass wir auch künftig verlässliche partner der politik sein werden welche ergebnisse eine partnerschaft für stadtentwicklung ­ die stets und überall vom vdw und seinen mitgliedern angestrebt wird ­ erzielen kann lasse sich am beispiel bremerhaven eindrucksvoll nachvollziehen sagte warnke bremerhaven hat aufgedreht sagte der verbandsratsvorsitzende und über so viel lob freute sich vor allem oberbürgermeister melf grantz der erste bürger bremerhavens sieht bei aller euphorie über den erfreulichen strukturwandel hin zu einem attraktiven tourismusziel jedoch auch noch nachholbedarf in vielen bereichen wir haben es noch nicht geschafft eine versöhnung im inneren also mit den eliten und teilen der bürgerschaft zu erzielen um die stadt in gänze voranzubringen es bleibe somit noch viel zu tun um auch das nächste große ziel zu erreichen bremerhaven soll klimastadt werden kündigte grantz an dabei setze er auf die mithilfe der fünf großen wohnungsunternehmen in der stadt die schon bislang viel zur stadtentwicklung beigetragen hätten sie sorgen für gute lebensverhältnisse ein 3

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schröder urchs schmuck erpenbach von links david mcallister m a ga z i n 04 11 verkauf der stäwog komme ohnehin nicht in frage denn so grantz unter dem applaus der rund 300 zuhörer heuschrecken können wir in unseren städten nicht gebrauchen bernd bluhm für den senat der freien hansestadt bremen knüpfte an die worte des oberbürgermeisters nahtlos an städte die strukturellen wandel bewältigen müssen vor demographischen herausforderungen stehen und zum klimaschutz beitragen wollen seien auf verlässliche öffentliche förderung angewiesen bremen appelliert an den bund die städtebauförderung mindestens auf das niveau von 2010 anzuheben wasser auf die mühlen des gdw-präsidenten die städtebauförderung sei der wohnungswirtschaft ein dringendes anliegen hob axel gedaschko hervor als investoren und somit als multiplikatoren seien die wohnungsunternehmen solide partner der politik immerhin habe die branche selbst in den zeiten weltweiter rezession ihre investitionen ausgeweitet ­ im gdw-bereich wird für 2011 ein plus von 6,7 prozent erwartet so wird stabilität geschaffen von zunehmender bedeutung ist der neubau wir erwarten für die unternehmen unter dem gdw-dach ein plus von 45,8 prozent in diesem jahr meinte gedaschko zwar sei das ausgangsniveau niedrig dennoch sei die trendwende unverkennbar der gdw-präsident forderte die politik auf diese entwicklungen zu fördern und nicht zu behindern wir brauchen gute rahmenbedingungen um für einkommensschwache haushalt günstig bauen zu können dabei helfe es nicht wenn sich bund und länder mit immer neuen anforderungen beispielsweise zum klimaschutz zu übertrumpfen versuchen wesentlich sinnvoller sei es mit gezielter förderung endlich auch die eigenheimbesitzer zu erreichen und so brachte gedaschko ein konjunkturpaket iii für klimaschutz ins gespräch ministerpräsident mcallister zeigte sich bestens gelaunt bei seiner vdw-premiere ein grund war natürlich der freundliche empfang und das wiedersehen mit vielen langjährigen weggefährten andererseits war offenbar schon der start in den tag für den familienvater aus bad bederkesa sehr viel versprechend termine in bremerhaven so verriet er haben den vorteil dass sie mir die gelegenheit für ein frühstück mit der familie verschaffen und ich meine töchter danach in die schule bringen kann dann sagt meine frau immer zu mir hätte ich wenigstens einmal am tag etwas sinnvolles getan nachdem der applaus für diese gelungene einstiegsepisode verklungen war wurde der regierungschef ernster bei den bewertungen der konjunkturaussichten warne er vor übertriebenem pessimismus zum thema städtebauförderung äußerte sich mcallister zuversichtlich dass 4

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m a ga z i n 04 11 5 verban d stag

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ver ban ds ta g m a ga z i n 04 11 hier das letzte wort noch nicht gesprochen ist für eine verantwortungsbewusste wohnungs und städtebaupolitik formulierte der ministerpräsident drei thesen richtige wohnungspolitik trägt wesentlich zum klimaschutz und zur energieversorgung bei richtige wohnungspolitik hilft den demografischen wandel zu meistern richtige wohnungs und städtebaupolitik stärkt integration und zusammenleben in all diesen fragen sei der vdw ein wichtiger partner der landesregierung für die aktive rolle die sie in der konzertierten aktion übernehmen bedanke ich mich gerne sagte mcallister fördern und fordern ­ dieser zweiklang zog sich letztlich wie ein roter faden durch die politischen beiträge der Öffentlichen veranstaltung und verbandsdirektor bernd meyer unterstrich zum abschluss dass die wohnungswirtschaft ihrer verantwortung nachkommen und sich für den erhalt der wohnquartiere und die verbesserung der lebensverhältnisse in den städten einsetzen werde im anschluss an diesen politischen vormittag widmete sich die fachtagung in diesem jahr neuen wege in der unternehmenskommunikation insbesondere die entwicklungen rund ums internet beschäftigten die referenten und teilnehmer mehr dazu unter www.vdw-wohnen de erneut auf breites interesse stießen die informationen zahlreicher fachaussteller die ihre neuesten produkte und dienstleistungen vorstellten der nächste vdw-verbandstag findet am 11 12 september 2012 in der braunschweiger stadthalle statt 6

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die volle vielfalt der wohnungswirtschaft gdw-präsident axel gedaschko besucht den vdw m a ga z i n 04 11 sommerreise besuch beim inklusionsprojekt des bwv hildesheim und der diakonie himmelsthür marion gedaschko-cisterna von links axel gedaschko bernd meyer aygül Özkan und matthias herter gdw-präsident axel gedaschko im gespräch mit dem haz-redakteur lars ruzic han nover/hi l d e she i m k au m m ehr a ls 30 stu n den war a xe l ge das chk o z u gas t be im vdw ni eder sac h s en brem en indieser ze i t bek a m d er gdw-prä side nt i m schne l ldur chla u f pr ä se nt ie r t wievi el fä lti g d as a u f ga be ns pektrum m oder ne r wo h nu ng su nt e rne h men h eu t zu ta ge ist d as guinness-buch-verdächtige besuchsprogramm gedaschkos hielt in hannover und hildesheim eine breite palette an eindrücken für den gast aus berlin bereit wer das pensum als druckbetankung bezeichnen möchte wird nicht viel widerspruch ernten schon beim frühstück ging es los auf einladung von meravis-geschäftsführer matthias herter trafen sich gedaschko begleitet von ehefrau marion gedaschkocisterna und vdw-verbandsdirektor bernd meyer mit der niedersächischen sozialministerin aygül Özkan schnell waren die brennendsten themen auf dem tisch städtebauförderung klimaziele der bundesregierung entwicklung der wohnungsmärkte von der ministerin ging es weiter zum nächsten besuch hannovers oberbürgermeister stephan weil erörterte mit gedaschko und meyer unter anderem die bedeutung kommunaler wohnungsunternehmen welchen wert die gbh für die stadt hannover und die ksg kreissiedlung für die region hannover haben sollte gedaschko im verlaufe des tages noch erfahren denn das programm führte den gdw-präsidenten über einen markt der wohnungswirtschaftlichen möglichkeiten für die ksg präsentierten brigitta graichen-meißner und martin jorgas wie der stadtteil langenhagen-wiesenau auch durch großflächigen abriss alter gebäude und die errichtung zeitgemäßer neubauten nachhaltig aufgewertet wird der spar und bauverein erklärte seinen ansatz mit umfangreichen sozialen dienstleistungen die lebens 7

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wer die ostland in hannover besucht kommt an einer stippvisite beim wohnprojekt gilde-carré nicht vorbei der hannoversche oberbürgermeister stephan weil links unterstreicht im gespräch die bedeutung der gbh m a ga z i n 04 11 sommerreise kreiswohnbau-geschäftsführer matthias kaufmann zeigt das pelletheizwerk in sarstedt pläne und modelle sind fertig die gbh baut für die stadt hannover ein komplett neues schulzentrum der spar-und bauverein-vorstand führt den gast aus berlin durch vahrenwald qualität in einem quartier deutlich zu verbessern die vorstände udo frommann reiner fulst und heinz wensing empfingen gedaschko dazu im viel dekorierten wohnservice auf dem jahnplatz anschließend führte die rundreise ins gilde-carré ostland-vorstand andreas wahl führte den gast aus berlin zunächst zum wohnprojekt gilde-carré dessen sprecher ralf-hagen ferner erläuterte das zusammenleben in der wohngruppe mit all seinen vorzügen und nachteilen nach einer kurzen stippvisite in der benachbarten demenzwohngruppe und einem kurzen spaziergang durchs quartier ging es schon weiter letztes ziel am ersten besuchstag die igs mühlenberg dort organisiert die gbh das mit abstand größte städtische bauprojekt der nächsten jahre denn die gesamte schule wird abgerissen und durch ein neubauensemble für rund 2000 schüler ersetzt investitionsvolumen 63 millionen euro gbh-geschäftsführer dieter cordes projektleiter helge-michael donnerstag und schulleiter dr michael bax skizzierten die komplexität dieses vorhabens und gedaschko hob die bedeutung kommunaler wohnungsunternehmen als dienstleister für ihre gesellschafter hervor dass sich die wohnungsmärkte in niedersachsen sehr unterschiedlich entwickeln und daher eine vielzahl regional abgestimmter strategien notwendig ist wurde am zweiten tag des besuches deutlich in sarstedt betonten bürgermeister karl-heinz wondratschek und der geschäftsführer der kreiswohnbau hildesheim matthias kaufmann dass es richtig gewesen sei auch in den großwohnsiedlungen der kleinstadt zwischen hannover 8 und hildesheim zu investieren ein nachbarschaftstreff deckt die soziale komponente ab das hochmoderne heizkraftwerk am kipphut sorgt für eine effektive und kostengünstige energieversorgung sehr zur freude der bewohner die sich mit ihrem quartier wieder identifizieren inklusion heißt das stichwort das den beamtenwohnungs-verein hildesheim und die diakonie himmelsthür beschäftigt bwv-vorstand wolfgang dressler und diakonie-chef ulrich stoebe berichteten dass in mittlerweile sechs wohnungen der genossenschaft die diakonie ihre kunden unterbringen konnte die gerne in ganz normalen nachbarschaften und nicht mehr auf dem abgeschlossenen diakonie-gelände leben wollen eigenverantwortung wird groß geschrieben und axel gedaschko konnte sich davon bei einem gespräch mit den bewohnern selbst ein bild machen letzte station war der stadtteil hildesheim-moritzberg dort ist die gbg hildesheim bestrebt ihren wohnungsbestand aufzuwerten wie vorbildlich das bereits gelungen ist und wie sich das stadtumbau-west-gebiet mittlerweile präsentiert davon zeigte sich der gdw-präsident sehr beeindruckt vorstand jens mahnken und der technische leiter der gbg wolfram poppenhäger hoben hervor dass die gbg sowohl saniert als auch auf abriss und neubau setzt kurze gespräche mit den stadtbauräten aus hannover uwe bodemann und hildesheim dr kay brummer rundeten das besuchsprogramm für axel gedaschko ab der gdw-präsident hat sicherlich einen intensiven einblick in die arbeit der vdw-mitgliedsunternehmen gewonnen und wird ganz viele eindrücke mit nach berlin genommen haben

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re n at e s z ame i tat ge sch ä f ts f ü hr e r in dergewos gmb h seit 1983 ist renate szameitat mit wohnungswirtschaftlichen themen befasst 1991 wechselte sie zur gewos gmbh 1996 rückte sie in die geschäftsführung auf nunmehr seit neun jahren ist sie die geschäftsführende gesellschafterin des instituts für stadt regional und wohnforschung i als unabhängiges beratungs und forschungsinstitut operiert gewos bereits seit über 40 jahren erfolgreich auf dem deutschen wohnungs und immobilienmarkt mit büros in hamburg berlin und leipzig ist das institut im gesamten bundesgebiet tätig gewos erarbeitet maßgeschneiderte tragfähige und praxisnahe entscheidungsgrundlagen und zukunftsstrategien für unternehmen und öffentliche auftraggeber auf dem wohnungs und immobilienmarkt für den vdw war gewos zuletzt mit der regelmäßig erstellten studie zur entwicklung der wohnungsmärkte in niedersachsen und bremen einer wohnstilbefragung im gesamten verbandsgebiet und der inhaltlichen und organisatorischen mitgestaltung der auftaktveranstaltung zum jubiläumsjahr 2009 tätig m a ga z i n 04 11 inte rview inte rvi e w dialogbereitschaft und flexibilität sind gefordert die zahlenf ür di ewoh nu ng s m är k t e in nieders ach s en und b reme n li egen au f d em tis ch do ch was n un d az u äu s s e rt si chim int erview ren at e sz am ei tat g e sc hä fts führerin der gewos gmb h i ren ate sz am e itat magazin die ergebnisse der jüngsten wohnungsmarktprognose sind für viele städte und landkreise ganz schön beunruhigend landkreise wie osterode am harz northeim oder helmstedt aber auch städte wie salzgitter cuxhaven oder wilhelmshaven müssen bis zum jahr 2025 mit angebotsüberhängen von 12 bis 25 rechnen was raten sie den landräten und bürgermeistern sz a m e itat ich rate vor allem dazu nicht zu resignieren oder den kopf in den sand zu stecken gerade die letzte wohnungsmarktprognose hat ­ neben den gerade zitierten aufrüttelnden ergebnissen ­ auch gezeigt dass düstere vorzeichen einer prognose keineswegs das letzte wort sein müssen man denke nur an die positive entwicklung die bremerhaven in den vergangenen jahren gezeigt hat erst kürzlich beschied das städteranking von insm und ,wirtschaftswoche bremerhaven die wirtschaftsfreundlichste der 100 größten städte deutschlands zu sein auch die stadt braunschweig der noch vor wenigen jahren nachhaltige wohnungsleerstände prognostiziert wurden hat die trendumkehr geschafft eine dynamische entwicklung am arbeitsmarkt ein interessantes hochschulangebot und investitionen in ein attraktives wohnungsangebot ­ vor allem auch im hinblick auf ältere menschen ­ macht die stadt als wohnstandort attraktiv und lässt nach der jüngsten prognose bis 2025 sogar ein leichtes haushaltswachstum erwarten vorzeichen einer ungünstigen entwicklung dürfen nicht tatenlos mit angesehen werden das gilt sowohl für städte und landkreise mit erkennbaren angebotsüberhängen als auch für jene die den wohnungsbedarf nicht decken können sie müssen sich frühzeitig mit den zu erwartenden veränderungen auseinander setzen um ihnen konzeptionell begegnen zu können 9

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m agazin aber wie zuverlässig können wohnungsmarktprognosen sein wie sicher ist die basis auf der sie frühzeitige strategische entscheidungen fordern sz a m e itat selbstverständlich sind prognosen immer mit einer gewissen unsicherheit behaftet bevölkerungsund haushaltsprognosen lassen sich aber verhältnismäßig zuverlässig ermitteln da sich geburtenraten und mortalität nur langsam verändern kritisch sind vielmehr die wanderungsbewegungen die stark von der konjunktur und von politischen entscheidungen abhängig sind die entscheidung für einen stellenabbau bei vw kann beispielsweise die prognosen für den standort wolfsburg massiv verändern ebenso die entscheidung bundeswehrstandorte zu schließen oder zu verlagern regelmäßige aktualisierungen von m a ga z i n 04 11 prognosen und eine überprüfung der zugrunde liegenden annahmen sind daher unerlässlich quantitative entwicklungstrends lassen sich also ziemlich gut vorzeichnen sie sind berechenbarer als beispielsweise wirtschaftsprognosen schwerer ist es qualitativ bedingte nachfrage und angebotsveränderungen einzuschätzen also die frage der marktgängigkeit von wohnungsbeständen die nicht mehr an die künftige nachfrage angepasst werden können magazin angenommen einer stadt oder einem landkreis werden für das jahr 2025 angebotsüberhänge von einem fünftel des wohnungsmarktrelevanten bestands in aussicht gestellt ­ wie kommt man in einer solchen situation konkret zu verlässlichen lösungen sz a m e itat an erster stelle muss eine systematische analyse der aktuellen marktsituation mit ihren teilmärkten und bestandsqualitäten stehen gegebenenfalls eine erhebung der leerstände sowie eine abschätzung der nachfrageentwicklung in möglichst starker regionaler differenzierung um die handlungsbedarfe konkret abschätzen zu können muss mann also viel stärker in das marktgeschehen einsteigen als dies in form einer überregionalen wohnungsmarktprognose ­ wie der vorliegenden untersuchung im auftrag des vdw ­ möglich ist diese prognose ist ein sehr gutes frühwarn-instrument ist aber für die entwicklung von handlungsansätzen vor ort zu wenig differenziert entsprechende stärker regionalisierte marktanalysen und -prognosen erarbeiten wir aktuell auf der grundlage der vdw-prognose für zahlreiche landkreise und städte im verbandsgebiet ­ sowohl für landkreise und städte mit dynamischer nachfrageentwicklung als auch für solche mit sich abzeichnenden rückgängen sind der status quo und die veränderungen der quantitativen und qualitativen bedarfe in den kommenden jahren bekannt kann als nächster schritt ein wohnungsmarktkonzept erarbeitet werden das die ziele für die verwaltung auf dem weg zu einem ausgeglichenen wohnungsmarkt definiert um zu konkreten lösungen und verbindlichen vereinbarungen zwischen verwaltung und wohnungsmarktakteuren zu kommen sollte die erarbeitung des wohnungsmarktkonzepts unbedingt von einem runden tisch und ergänzenden bilateralen gesprächen z b zwischen verwaltung und einzelnen wohnungsunternehmen begleitet werden um an einem strang zu ziehen ist es sehr wichtig die interessen der beteiligten parteien und einen adäquaten interessensausgleich immer im blick zu haben anders sind vor dem hintergrund der marktentwicklung wünschenswerte investitionen aus privater hand kaum zu befördern int erview magazin aber wer ist denn überhaupt noch bereit in märkte mit erkennbaren überhängen zu investieren sz a m e itat der schwerpunkt der investitionen muss sich in regionen mit nachfragerückgängen ­ noch stärker als in prosperierenden regionen ­ auf den bestand konzentrieren konkret auf energetische maßnahmen und die anpassung an die bedürfnisse älterer bewohner es gestaltet sich aber in der tat schwierig bei einer solchen marktlage modernisierungskosten auf die miete umzulegen ohne damit zu riskieren dass sich ein teil der mieter nach einem günstigeren angebot umsieht bzw umsehen muss hier kann eine kombination mehrer modernisierungsmaßnahmen sinnvoll sein die das wohnungsangebot qualitativ auf eine andere stufe stellen und somit auch eine höhere miete rechtfertigen auch die entwicklung seniorenfreundlicher ­ nicht streng barrierefreier ­ angebote hat angesichts der wachsenden zahl älterer haushalte auch solcher mit einem höheren einkommen bzw vermögen und entspre10 chenden wohnvorstellungen einen markt den es auch in schrumpfenden regionen zu bedienen gilt um das angebot an preisgünstigem wohnraum nicht zusätzlich zu verknappen und investitionen in den bestand zu fördern kann die lösung eines runden tisches aber beispielsweise auch lauten dass die angemessenheitsgrenzen für die nach bestimmten kriterien modernisierten bestände gelockert werden um die aktuellen und zukünftigen herausforderungen effektiv anzugehen ist auf seiten der städte und kommunen sowie der wohnungswirtschaftlichen akteure viel dialogbereitschaft und flexibilität gefordert dies gilt nicht zuletzt auch für die förderung privater investitionen die ­ z b über einen kooperationsvertrag ­ flexibler an die konkreten interessenlagen vor ort angepasst werden muss um wirksam zu sein

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fair seriös professionell professionelles forderungsmanagement starker partner in einem starken netzwerk teil der sparkassen-finanzgruppe zu sein heißt für uns die werte der gruppe zu leben und kundenbeziehungen auch in schwierigen phasen konstruktiv und verantwortungsvoll fortzuführen als partner des gdw bundesverband deutscher wohnungs und immobilienunternehmen bieten wir auch den mitgliedsunternehmen der regionalverbände professionelle lösungen an die vorteile auf einen blick rahmenvertrag mit dem gdw und geprüfte einzelverträge für mitgliedsunternehmen erfolgsorientierte vergütung es fallen keine jahresgebühren keine Übernahmekosten und keine negativpauschalen an imageschonende und lösungsorientierte vorgehensweise fair seriös professionell sie erhalten auf wunsch einzelne dienstleistungsmodule bis hin zu komplettlösungen von der vorgerichtlichen inkassobearbeitung bis zur titulierung und vollstreckung rufen sie uns an ihr ansprechpartner michael hartmann telefon 06172/9219-307 e-mail michael.hartmann@bad-homburger-inkasso.com www.bad-homburger-inkasso.com

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lebenswelt 2.0 solo in der gruppe s ta d tp lanungundwo hn u n gs b au stehen i m 21 j a hrhu ndert v o r neu en h e ra usfo rd erun gen es ze i c hn et s i ch ei ne rei he v o n perspek ti v en a b d ie unserleb en inders tad tderzuku nft gru ndlegend v erÄ ndern werden ma ga z in 0411 z u ku n f ts p er spektive 1 d ie z u ku nftisturb an s t Äd t e s ch ru mp fenund wac hs en zu gl ei c h weltweit zieht es immer mehr menschen in die stadt zum ersten mal in der geschichte der menschheit lebt mehr als die hälfte der bevölkerung in städten 2030 werden wir eine urbane weltbevölkerung von etwa 60 prozent haben was einer verdoppelung seit den fünfzigerjahren entspricht und in gut dreißig jahren werden gar drei viertel der weltbevölkerung städter sein die weltbevölkerung wandert und wächst deutschlands bevölkerung hingegen altert und schrumpft jahr für jahr verliert das land drei bis vierhunderttausend junge menschen auf die städte in deutschland kommt eine schwierige gratwanderung zwischen schrumpfung und wachstum zu manche regionen müssen mit massiven bevölkerungsrückgängen rechnen andere entwickeln sich zu regelrechten wachstumsregionen aus städtepolitischer sicht gleicht die entwicklung mehr dem bild einer bipolaren stadt z u ku n f ts p er spektive 2 d ie me n sche n wan d er n zu m w o hl sta nd pendler ke hr enindies tad t zu r Ü ck erfahrungsgemäß zieht es die menschen dorthin wo es arbeit gibt die besten köpfe also junge und gut ausgebildete menschen lösen starke binnenwanderungen aus und verschärfen die ungleichgewichte zwischen den regionen viele bürger haben in den letzten jahren die stadt als pendler verlassen ­ und kehren als stadtbewohner wieder zurück in den zukunftsvorstellungen der bevölkerung kommen lebensqualitätswünsche zum ausdruck die mit den attributen zentral nah kurz auf eine abkehr von der pendlergesellschaft hinweisen wer es sich leisten kann wohnt citynah ­ und spart zeit so gesehen wird die innerstädtische wohnlage wieder attraktiver die nahversorgung wandert in die städte während millionen menschen in den ländlichen regionen keine post und keine bank mehr in ihrer nähe haben zuku nftsperspek ti v e 3 i m m er m ehr si ngles u nd seni o ren wo llen i n z entra ler la ge wo hnen der wachsende wohnwunsch bezahlbare wohnung in zentraler lage gleicht einer quadratur des kreises denn citywohnen stößt erfahrungsgemäß schnell an die grenze der finanzierbarkeit single und seniorenhaushalte breiten sich in den städten aus selbst an den stadträndern werden einfamilienhäuser zu einpersonenhäusern zugleich wandeln sich die wohnwünsche die wohnflächen wachsen weiter d h die haushalte werden kleiner aber die wohnfläche pro person größer dabei steigt vor allem der anteil der kleinen ein und zweipersonenhaushalte auf über 75 prozent gleichzeitig sinkt die nachfrage nach eigenheimen erheblich weil es immer weniger junge familien gibt die wohneigentumsbildung verlagert sich auf den geschosswohnungsbau in den städten und im städtischen umland zuku nftsperspek ti v e 4 da s ei gentu m sdenk en v erÄ ndert s ic h stÄ dter m i eten lebenssti le die zeitfenster für immobilienverkäufe werden enger und die chancen für einen rückgang der leerstandsraten immer geringer auf den punkt gebracht sinkende geburtenraten fallende immobilienpreise der kinderlose städter der zukunft verkauft sein einfamilienhaus und zieht als mieter in ein haus mit balkon oder dachterrasse weil sich das eigentumsdenken verändert wird das wohnerleben neu definiert wohnen wie im eigenen haus ­ aber sich nicht wie ein eigentümer um alles kümmern müssen im unterschied zu den traditionellen mietern die sich zwar ein eigenes haus wünschen es sich aber nicht leisten können breitet sich eine nach oben mobile gruppe aus die miete statt eigentum wählt die menschen mieten und kaufen lebensstile und nicht nur wohnhäuser berliner verhältnisse kommen auf uns zu berlin hat einen mietwohnungsanteil von fast 90 prozent deutschland wird zum mieterland mieter können sich mehr leisten im leben 12

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pr o f dr ho r st w o pasc ho wski i prof dr horst w opaschowski hat sich im in und ausland als zukunftswissenschaftler und mr zukunft dpa einen namen gemacht er ist autor des standardwerks der zukunftsforschung deutschland 2030 wie wir morgen leben das im gütersloher verlagshaus erschienen ist ma ga z in 0411 z u ku n f tsp e rs pektive 5 so z ia l e p ol arisi er u n g s t Äd tisc he un te rsch ich tensor ge n f Ü rkon fli k te in zukunft wird die kluft zwischen arm und reich weiter zunehmen und damit auch die polarisierungstendenz gering qualifizierte bleiben weitgehend arbeits und chancenlos mit einer hierarchisierten spirale nach unten erst kommen die deutschen dann die eu-bürger danach die spätaussiedler und ganz zuletzt die migranten aus anderen kulturen die soziale polarisierung in den städten verstärkt sich weil sich dort die 5 a ­ arme alte arbeitslose ausländer und alleinstehende ­ konzentrieren für die zukunft ist zu befürchten dass sich parallelwelten bilden ein großteil der künftigen integrationsprobleme werden im kern generationskonflikte sein alte einheimische ­ junge zuwanderer als neuer standortfaktor kommt in zukunft die örtliche toleranz für ethnische minderheiten hinzu z u ku n f tsp e rs pektive 6 woh nungsu nt er n e hm enwerdenzu so z ia lendi en s t lei s t er n im jahr 2030 wird die mehrheit der über 60-jährigen nicht verheiratet sondern ledig verwitwet oder geschieden sein die meisten leben in einpersonenhaushalten und sind dann wenn sie kinder und enkellos bleiben auf den auf und ausbau einer professionellen infrastruktur von hilfe und pflegeleistungen angewiesen immobilienbranche und wohnungsunternehmen bieten in zukunft auch ein quartiermanagement an das vor allem soziale dienste für die wachsende zahl alter hochaltriger und langlebiger menschen leistet das wohnungsmanagement wird wie ein sozialer kitt wirken wozu altenbetreuung mietschuldenberatung beschäftigungsprojekte nachbarschaftshilfsvereine tauschringe u a gehören zuku nftsperspek ti v e 7 na chba rscha ftshi lfen werden i m m er bedeu tsa m er ein comeback der guten nachbarn steht bevor denn je mehr nachbarn sich mit vornamen kennen desto sicherer ist die wohngegend sicherheit und soziales klima hängen entscheidend von der vertrautheit unter den nachbarn ab institutionelle hilfeleistungen durch behörden vereine und verbände haben im alltagsleben der bevölkerung eine viel geringere bedeutung als die spontane hilfsbereitschaft in den eigenen vier wänden vor der haustür oder um die ecke im einzelnen sind dies betreuung von alten menschen und von kinderspielplätzen sozialer fahrdienst z b essen auf rädern lotsendienst durch begleitung von patienten zu therapien sowie telefondienst für tagesmüttervereine zuku nftsperspek ti v e 8 generati o nen u nter ei nem da ch wo hnen m i t wa hlfa m i li en neue wohnkonzepte geben in zukunft konkrete antworten auf die folgen einer gesellschaft des langen lebens dabei geht es auch um alternativen zu den traditionellen altersheimen gefragt sind vor allem generationsübergreifende wohnkonzepte baugemeinschaften und wohngenossenschaften sind im trend im 21 jahrhundert entstehen durch eine art adoption neue wahlfamilien enkel kinder und familienlose werden wie durch adoption in wahlfamilien und -verwandtschaften aufgenommen gleichzeitig wird der familienbegriff um den gedanken des ganzen hauses erweitert im ganzen haus haben in zukunft wieder alle platz gemeinsam statt einsam heißt das wohnkonzept der zukunft 13 leb ensw elten

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