Christus König Halver Netzwerk 2017 April

 

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Magazin der Pfarrei Christus König Halver-Schalksmühle-Breckerfeld-Dahl

Popular Pages


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christus könig netzwerk Magazin der Pfarrei Christus König Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl Ausgabe 1/2017 Ostern Nun freue dich, du Christenheit, der Tag, der ist gekommen, an dem der Herr nach Kreuz und Leid die Schuld von uns genommen. Befreit sind wir von Angst und Not, das Leben hat besiegt den Tod: Der Herr ist auferstanden. An diesem österlichen Tag lasst uns den Vater loben, denn er, der alle Ding vermag, hat seinen Sohn erhoben. Das ist der Tag, den Gott gemacht; das Leben ward uns neu gebracht: Der Herr ist auferstanden. GL 753, 1+2 Brunnen vor dem Petersdom Foto: © Ralf Lothar Knop

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Inhalt 2 Inhalt/Impressum/Impuls 3 Geleitwort 4/5 Erstkommunion 2017 6/7 Reformation 8/9 Südafrikaprojekt der Pfadfinder Dahl 10/11 Gottesdienste 11-15 Pfarreientwicklungsprozess 16 Firmvorbereitung 2017 17 Der Hl. Georg 18/19 Die Heilung am Teich Betesda/Impuls 20/21 Für Kinder 22 Leih dir was! Die Büchereiseite 23 Gottesdienst mal anders 24 Tauftermine 25 Visitation des Bischofs 25-28 Termine/Sonstiges Impressum Herausgeber: Katholische Pfarrei Christus König, Hermann-Köhler-Straße 15, 58553 Halver, Tel. 0 23 53 / 37 30 Redaktion: Ascan von Bargen, Ralf Lothar Knop, Eva Koch, Maximilian Marx, Cornelia Nölle, Claus Optenhöfel, Heidrun Rediger, Dr. Johannes Sander Mitarbeit an dieser Ausgabe: Ileana Beckmann, Rafael Berger, Rebekka Berger, Iris Boh meyer, Dr. Michael & Dorothée Boecker, Anna Brosch, Ursula Kubsda, Armin Rogge, Sandra Schnell, Barbara Wilk. Bilder: Falls nicht anders vermerkt: Redaktionsteam; wikimedia commons. Seite 2: Folkhard Wunderlich/fotolia.com. Seite 4: Nicole Bärenfänger, Iris Bohmeyer, Silvia Gonzalez, Bettina Purschke. Kontakt: netzwerk@christus-koenig.de Layout und Herstellung: Heidrun Rediger, HR-Typo Mediengestaltung, Halver Internet: www.christus-koenig.de Hinweis: Die Redaktion behält sich aus technischen und inhaltlichen Gründen vor, Texte redaktionell zu bearbeiten oder zu kürzen. Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Über Leserbriefe freut sich die Redaktion, kann allerdings nicht in jedem Fall den Abdruck garantieren. Wie Sie uns erreichen Katholische Pfarrei Christus König Hermann-Köhler-Straße 15 58553 Halver, Telefon 0 23 53 / 37 30 Filialkirche Sankt Georg, Oberbrügge Gemeinde Sankt Jakobus Am Wehrgraben 7, 58339 Breckerfeld Telefon 0 23 38 /1316 Gemeinde Sankt Thomas Morus Hälverstraße 8, 58579 Schalksmühle Telefon 0 23 55 / 66 79 Gemeinde Herz Jesu Kallestraße 4, 58091 Hagen-Dahl Telefon 0 23 37/ 6 21 Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig, außer wenn man viel zu tun hat. Dann ist eine ganze Stunde nötig. Franz von Sales 2 netzwerk

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Kirche bei den Menschen – und das zu Ostern Editorial Wenn ich – außerhalb unserer Pfarrei, irgendwo im Bistum – von unserem Pfarreientwicklungsprozess erzähle, haben ganz viele schon von der Umfrage des vergangenen Spätsommers gehört. Und die Reaktionen sind geradezu euphorisch: Wie, ihr habt wirklich einfach alle gefragt? Und ihr habt 800 Antworten bekommen? Ein Buch darüber zu schreiben oder einen Artikel in einer Zeitschrift, wurde mir schon empfohlen. Wow – »Wir kommen an«! Ein gutes Gefühl, muss ich sagen. Denn die Koordinierungsgruppe unseres PEP (Pfarreientwicklungsprozesses) hat sich etwas getraut – offen, ohne Vorbehalte, alle zu fragen, seien sie »kirchlich« oder nicht, katholisch oder nicht. Und unser Prozess soll so offen und transparent sein, dass die Ergebnisse dieser Befragung weiterhin Grundlage unserer Entscheidungen sind. In dieser Ausgabe des »netzwerk« finden Sie den Stand der Dinge – mit Kurzberichten aus den AGs, die zurzeit tätig sind. Aber jetzt gilt es! Ich merke den Spagat, in dem wir jetzt immer wieder stehen. Können – und wollen – wir wirklich eine Kirche »bei den Menschen, mit den Menschen und für die Menschen« sein? Oder wollen wir Menschen dazu bringen, »bei der Kirche, mit der Kirche und für die Kirche« zu sein? Immer wieder stoße ich auf diese Frage. In einem Blog werden die beiden Möglichkeiten – sicher etwas zugespitzt: so beschrieben: Manche in der Kirche wollen »besser werden«. Sie wollen kirchliche Angebote noch besser (lebendiger, jugendlicher, attraktiver) machen, damit viele sich angesprochen fühlen. Angebote für Jugendliche sollen helfen, dass Jugendliche sich bei uns wohlfühlen. Es geht Menschen mit dieser Haltung darum, Menschen zu erreichen, damit sie zu uns kommen und zur Kirche finden. Die Alternative heißt: »anders werden«. Das bedeutet, für die Menschen um ihrer selbst willen da zu sein, die Frohe Botschaft in ihre Lebenssituation zu bringen. Und zwar unabhängig davon, ob es »für die Kirche« etwas bringt. Position eins sagt: Grundlegend soll es bleiben, wie es ist. Nur: das in einer Welt, die sich verändert hat. Eine Kirche, die bleibt, wie sie ist, geht auf Menschen zu, die es so nicht mehr gibt oder in Zukunft immer weniger geben wird. Sie organisiert sich selbst, an den Bedürfnissen der meisten Menschen vorbei. Position zwei sagt: Es soll so sein, wie Menschen es derzeit brauchen. In einer veränderten Welt bedeutet das eine – jedenfalls soziologisch, und in ihren konkreten Angeboten – veränderte Kirche. Die sich deswegen verändert, um heute ihrer Botschaft gerecht zu werden: Menschen vom liebenden Gott her Raum geben für ihr glückendes Leben. Ein Kongress, an dem ich im Februar teilgenommen habe, nennt das: »Eine Kirche, die Platz macht.« Eine Kirche, die nicht selbst den Platz (zum Beispiel in der Mitte der Stadt) für sich einnimmt, sondern die denen Platz macht, die Platz brauchen. Denen, die sich treffen wollen. Denen, die nach einem Sinn suchen. Denen, die als Fremde hier ankommen. Denen, die miteinander singen oder tanzen wollen. Oder, oder, oder… Die euphorischen Reaktionen auf unsere Umfrage rühren daher: Hier könnte Kirche »Platz machen« für die Menschen. Aber dann muss sie immer wieder zu ihnen gehen und sie fragen – und nicht die gewohnten Räume selbst besetzen. Ob wir uns das zutrauen, als Pfarrei, in den Entscheidungen unseres PEP? Vielleicht meinen manche: Ach ja, immer nur der PEP. Auch in diesem Heft. Kirche geht doch weiter – ob mit oder ohne ihn. Stimmt. Aber es gibt keine andere Kirche als die konkrete, die in dieser Zeit, in dieser Welt wirkt. Das haben wir Katholiken immer betont. Es hilft nicht, irgendeine »ideale« Kirche zu erträumen. So, wie wir jetzt handeln, sind wir Kirche Jesu Christi – mit allen hellen und dunklen Seiten. Und Jesus selbst? Er macht es uns immer wieder vor. Auf seinem Kreuzweg. Er hat festgehalten an seiner Botschaft. Er hat nicht daran gerüttelt: Gott ist nah. Ihn und sein Reich zu suchen, ist das erste. Mit dieser Botschaft hat Jesus allen Platz gemacht. Den Menschen, die zu ihm kamen, um geheilt zu werden. Dem Barrabas, als man lieber ihn freilassen wollte als Jesus; und den Menschen, die das forderten. Jesus hat seinen Mördern Platz gemacht – weil es nicht sein Weg war, sich zu behaupten, sondern sich selbst ganz hinzugeben. Neues Leben entsteht nach dem schmerzhaften Weg des Kreuzes und des Sterbens. Christliches Leben in unserer Region braucht unsere Bereitschaft, Gewohntes und Bewährtes hinzugeben und sterben zu lassen. Dann dürfen wir auf Ostern hoffen – wenn durch Gottes Kraft Erneuerung geschieht und Leben entsteht. Ihr Pfarrer netzwerk 3

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Erstkommunion 2017 Familienzirkel Sonnenblume: Laureen, EVmiomlaaf,eChlltaraau,fFdraenmziBskilad.. Familienzirkel Stern: Liam, Maria, Carlotta, Julian, Emily. Familienzirkel Melodie: Sophie, Jana, Merle, Leonie. 4 netzwerk FAadmriialine,nJzoirekle, lDKuirscthine,nJdeesstieckat,ivDea:niel, Julien. Am 3. Advent 2016 gab es in Schalksmühle eine kleine Premiere. Die Kommunionkinder der Gemeinde haben bei ihrem ersten gemeinsamen Treffen herausgefunden, dass sie alle sehr musikalisch sind und viele von ihnen bereits ein Instrument spielen. Also haben sie geübt und nach nur einer gemeinsamen Probe haben sie in der Messe die Gemeinde beim Singen zweier Lieder begleitet. Am Donnerstag zuvor machten sich einige der Kinder auf, um den Seniorenkreis in Schalksmühle mit ihrer Musik zu begeistern. Vielen Dank für den Mut und dafür, dass sie der Gemeinde mit ihren Darbietungen eine große Freude bereitet haben.

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Erstkommunion 2017 Christus König, Halver Erstkommunionfeier: Sonntag, 14. Mai, 9.30 Uhr Familienzirkel Lämmer Nicolas Bier Julien Ost Leonie Peters Erstkommunionfeier: Christi Himmelfahrt Donnerstag, 25. Mai, 9.30 Uhr Familienzirkel Wasser Lukas Kiedrowski Angelina Luczynski Vanessa Nilovic Pavle Nilovic Leonidas Schwartz Giulia Spey Natalie Swat St. Thomas Morus, Schalksmühle Erstkommunionfeier: Sonntag, 21. Mai, 9.30 Uhr Familienzirkel Melodie Sophie Gebhardt Jana Kleberg Leonie Purschke Merle Reinhardt Familienzirkel Hand Alexander Kania Justus Pfeil Niklas Raillon Sören van de Loo Familienzirkel Sonnenblume Franziska Bohmeyer Clara Diehl Laureen Matyschak Viola Schwerak Emma Sterchele Herz Jesu, Hagen-Dahl Erstkommunionfeier: Sonntag, 7. Mai, 11.15 Uhr Familienzirkel Herz Louisa Becker Marie Becker Anni Möckel Ina Puckler Erstkommunionfeier: Sonntag, 14. Mai, 11.15 Uhr Familienzirkel Hirte Leonhard Clever Shania Haak Nele Pregitzer Marta Wenig Erstkommunionfeier: Christi Himmelfahrt Donnerstag, 25. Mai, 9.30 Uhr Familienzirkel Kirchendetektive Adrian Behrendt Gonzalez Dustin Halup Daniel Karwot Julien Kramny Joel Perka Jessica Schneider Erstkommunionfeier: Pfingsten, 4. Juni, 11.15 Uhr Familienzirkel Bibel (Kinder aus Dahl und Breckerfeld) Ryan Kek Sean Kloth Luiz Oberschelp Maik Dorsch Dankmessen Die Termine finden Sie in den Pfarrnachrichten und auf der Seite 10 in diesem Netzwerk. St. Jakobus, Breckerfeld Erstkommunionfeier: Sonntag, 14. Mai, 11.00 Uhr Familienzirkel Stern Emily Bärenfänger Julian Bärenfänger Maria Bednarska Liam Engstermann Carlotta Hellmann Erstkommunionfeier: Christi Himmelfahrt Donnerstag, 25. Mai, 11.00 Uhr Familienzirkel Anker Florian Bibaj Louis Brehm Paul Gebert Max Heidrich Familienzirkel Notenschlüssel Mika Altenbeck Maximilian Bruins Amelie Dahlhaus Paulina Faust Thamea Scherers Jule Setzepfand netzwerk 5

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Wissenswertes Zur Geschichte der Reformation – Teil 2 Ein Gewitter zieht auf Am 2. Juli des Jahres 1505 liegt eine bleierne Hitze über der flachen, von wenigen sanften Hügeln durchsetzten Landschaft, die die kleine Ortschaft Stotternheim in der Nähe von Erfurt umgibt. Ein junger Student ist nach einem Heimatbesuch bei seinen Eltern in Mansfeld auf dem Weg zurück zu seiner Universität. Das damals vorgeschriebene Grundstudium der sieben freien Künste hatte er bereits mit dem Magisterexamen abgeschlossen und so die Berechtigung erworben, an den höheren Fakultäten zu studieren. Nach dem Willen seines Vaters, der u. a. als Bergmann und Minenbesitzer seinen Lebensunterhalt verdiente, hatte er sich daher zum Studium der Rechte eingeschrieben, versprach doch dieses Fach auch damals schon eine gute Karriere. Eine beträchtliche Wegstrecke durch die Gluthitze lag bereits hinter dem jungen Mann, doch noch immer war er nicht am Ziel. Zu allem Unglück verfinsterte sich zunehmend der Himmel und kündigte mit leisem Grollen ein heraufziehendes Sommergewitter an. Ein geeigneter Schutz war nicht in Sicht und so geriet der Wanderer mitten in das Unwetter. Plötzlich schlägt ein Blitz unmittelbar neben ihm ein, wirft ihn zu Boden, schleudert ihn einige Meter weit weg. Vom Schreck erschüttert, fleht er zur damals bei Bergleuten beliebten Schutzpatronin »Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden«. 34 Jahre später berichtete der mittlerweile als Reformator bekannte Martin Luther bei einem gemeinsamen Mahl seinem Gast Anton Lauterbach von diesem Ereignis: »Und er begann die Geschichte vorzutragen, auf welche Weise er das Mönchsgelübde gelobt hatte, nämlich da es kaum 14 Tage zuvor geschehen sei, dass er beim Reisen durch einen Blitz nahe Stotternheim nicht weit von Erfurt so erschreckt worden sei, …«. Trotz innerer Zweifel und der Einwände seines Vaters, der offensichtlich Zweifel hegte, ob es sich bei dem Blitz um ein göttliches Zeichen oder nicht doch um ein »teuflisch Gespenst« handelte, setzte Luther also seinen Entschluss in die Tat um. Auch wenn sich heute nicht mehr sicher feststellen lässt, ob der Blitzschlag tatsächlich so stattgefunden hat, so bleibt doch als zentrale Frage: War wirklich nur ein im Moment des höchsten Schreckens ausgestoßenes Gelöbnis der Grund für diesen fundamentalen Schritt, der das ganze restliche Leben Martin Luthers verändern sollte, oder steckt doch mehr dahinter? Sicherlich kann hier nicht die ganze Persönlichkeit Martin Luthers im Rahmen einer umfassenden Biographie erläutert werden, ein paar fundamentale Überlegungen lassen sich jedoch dennoch anstellen: allem die ewige Glückseligkeit die Erlösung vom oftmals tristen Diesseits breiter Bevölkerungsschichten. Doch nur leider gab es da ein Problem, denn Gott war nach der Meinung vieler damals lebender Theologen ein Erbsenzähler, dem nicht nur keine Sünde entging, sondern der auch penibel jedes Vergehen nachhielt, um es dem Sünder am Ende des Lebens vorzuhalten. Nicht zuletzt deshalb konnte auch das Versprechen der Ablassprediger – im Fegefeuer gefangene Seelen durch ein wenig Geld von den Qualen ihrer zeitlichen Sündenstrafen (wohlgemerkt nicht von ihren Sünden, aber wem fiel das schon auf) zu befreien – auf so fruchtbaren Boden fallen. Für Luther gipfelte dies in der entscheidenden Lebensfrage: »Wie finde ich einen gnädigen Gott?«. Die Antwort auf diese Frage fand Luther letztlich im intensiven Studium der Heiligen Schrift, insbesondere im Römerbrief: Gerechtfertigt vor Gott wird der Mensch nicht durch seine Werke, sondern allein durch die Gnade Gottes (sola gratia), die er sich nicht erarbeiten kann, sondern nur im Glauben (sola fide) – der mehr ist, als ein bloßes »Für wahr halten«, sondern auch ein »Vertrauen auf« und eine »Hingabe« an Gott – annehmen kann. Zusammen mit dem später von Luther formulierten »sola scriptura« (die Schrift allein) wurden daraus die drei »Solas« der reformatorischen Theologie. Ausgelöst durch die Geschäftstüchtigkeit der Ablassprediger, die vor allem viel Geld für den Neubau der Peterskirche und für den dank teurer päpstlicher Dispens zum Kurfürsten und Erzbischof von Mainz avancierten Magdeburger Erzbischof Albrecht von Brandenburg einsammeln wollten, wurde aus dieser Rechtfertigungslehre ein Streitpunkt, Menschen strebten zu allen Zeiten nach Glück und einem erfüllten Leben. Ein Mittel, dies zu erreichen, sind für heute lebende Menschen oft Fitness und Gesundheit, Reichtum und beruflicher Erfolg. Zur Zeit Luthers versprach vor Erzbischof Albrecht von Brandenburg sympathisierte zunächst mit den reformatorischen Gedanken Luthers, entwickelte sich dann aber zu seinem Gegenspieler. Denkmal im Mainzer Dom. © Foto: Marcel Schilling 6 netzwerk

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Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg. Szene aus dem Film »Luther« mit Joseph Fiennes in der Titelrolle.   Foto: © ottfilm (UIP) der letztlich die Initialzündung zur Reformation geben sollte. 1517 verfasste Luther seine berühmten 95 Thesen, die, zunächst nur für den theologischen Disput bestimmt, schnell an die Öffentlichkeit gelangten und dank ihrer spitzen Formulierung auf dem Nährboden einer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Zustand der Kirche fruchtbare Resonanz fanden. Die Arroganz der kirchlichen Obrigkeit, sowie Luthers hitziges Gemüt trugen letztlich dazu bei, dass der Streit eskalierte und die von Luther sicher am Anfang nicht beabsichtigte Kirchenspaltung unumkehrbar wurde. Dabei wäre diese Entwicklung gar nicht nötig gewesen, entsprach doch Luthers Rechtfertigungslehre – von Feinheiten, über die in den folgenden Jahrhunderten ausführlich gestritten werden sollte, einmal abgesehen – weitgehend der katholischen Lehre. Bereits Thomas von Aquin hatte rund 250 Jahre zuvor von der »gerechtmachenden Gnade« gesprochen, doch selbst Kardinal Cajetan, der damals beste Kenner der Schriften des Aquinaten erkannte diesen Zusammenhang bei seinem Disput mit Luther im Jahr 1518 nicht. Luther selbst war mit Thomas‘ Schriften nie näher in Berührung gekommen, gehörte die Universität Wittenberg doch zu einer philosophischen Schule, die die Lehren des Thomas von Aquin ablehnte. Von katholischer Seite wurden rasch Einwände gegen Luthers Lehre erhoben: Wenn allein der Glaube den Menschen gerecht macht, was ist dann mit den guten Werken? Reicht es für die ewige Seligkeit aus, an Gott zu glauben, auch wenn man sonst ein mieses Ekel ist und kann man sich des ewigen Heils tatsächlich so gewiss sein? Steht nicht bereits in Jak 2,18 als Antwort auf eine falsch verstandene Auslegung des Römerbriefs: »Zeige mir deinen Glauben ohne Werke und ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben!« Jahrhunderte lang sollte über diese Frage gestritten werden, dabei ist die Sache im Kern doch recht einfach: Glaube ohne gute Werke ist kein wahrer Glaube, doch allein aus den Werken erwirbt der Mensch Gott gegenüber keinen Rechtsanspruch auf das Himmelreich, denn die Gnade geht von Gott aus! Nach katholischer Auffassung schließt dies ein Mitwirken des Menschen aber keineswegs aus. Viele der einst strittigen Punkte konnten mittlerweile geklärt werden. Erleichtert haben mag diese Einigung vielleicht nicht nur der Wille zur Einheit, sondern auch die abnehmende Bedeutung dieser Lehre im Bewusstsein der Menschen, stellt sich doch der moderne Mensch weniger die Frage nach seiner Rechtfertigung vor Gott, als vielmehr die Frage, wie sich Gott angesichts des Leids in der Welt vor den Menschen rechtfertigen kann (vgl. Benedikt XVI.). Trotz einer gemeinsamen Erklärung der Lutheraner und der katholischen Kirche sind allerdings bis heute noch einige Fragen offen. Besonders stark stößt man sich auf katholischer Seite z.B. an Luthers These der Christ sei »simul iustus et peccator« (Gerechter und Sünder zugleich), denn nach katholischer Auffassung ist der Getaufte kein Sünder mehr. In ihm verbleibt lediglich eine gewisse Begehrlichkeit (Konkupiszenz) zur Sünde. Diese Konkupiszenz ist aus evangelischer Sicht aber, das »Sichselbst-Suchen«, d.h. die Selbstsucht des Menschen und damit von sich aus schon Sünde. Oft geht es hierbei um feine Details, die wahrscheinlich im praktischen Leben vieler Christen keine große Rolle spielen, andererseits deswegen aber auch nicht gänzlich unwichtig sind, denn letztlich wird die Auseinandersetzung mit diesen Fragen wohl beiden Seiten dabei helfen, in das Geheimnis der Gnade Gottes immer tiefer einzudringen. (Dr. Johannes Sander) netzwerk 7

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Nächstenliebe Besuch der Dahler Rover in Südafrika Es war ganz wunderbar, diesen Sommer (afrikanischer Winter) wieder mit Rovern unseres Pfadfinderstammes Don Bosco in Südafrika zu verbringen. Das, was uns 2003 bewegt und veranlasst hat, das Waisenheim zu bauen, hat immer noch Bestand und bewegt uns wie am ersten Tag. Die rund 40 Kinder, die aktuell im Waisenheim leben, sind uns und unserem Partnerverein anvertraut worden. Mittlerweile können wir nicht nur Unterkunft und Essen, den Schulbesuch und die medizinische Versorgung sicherstellen, sondern können mit den Kindern, aus denen schon Jugendliche und junge Erwachsene geworden sind, Zukunftspläne schmieden und diese wachsen sehen. Unsere ehemaligen Kinder der ersten Stunden haben Ausbildungsstellen, sind examinierte Krankenschwestern und können ihr Leben selbstbestimmt leben. Sie haben durch uns alle die Möglichkeit bekommen, zur Schule zu gehen und im Umfeld der Hausgemeinschaft/der Waisenheimfamilie zu verantwortungsbewussten jungen Menschen heranzuwachsen, die ganz wunderbare soziale Kompetenzen entwickelt haben. Wir alle haben Hilfe geleistet, wo sie nötig war und haben gemeinsam die Welt für diese Menschen und somit auch deren Umfeld in Bamshela, Tongaat, Durban und Pietermaritzburg ein Stück weit besser gemacht. In diesem Sommer konnten die Rover dem Hospiz und Gesundheitszentrum den letzten Schliff geben. Die kahlen Wände wurden bemalt und mit schönen Sprüchen versehen. Die Kapelle wurde eingerichtet und ein normaler Raum wurde zu einem Ort der Einkehr und Besinnlichkeit umgestaltet. »Ukuthula – Menschlichkeit grenzenlos« war das Motto der Südafrika-Tour 2016. Dies haben die Rover gelebt und so im neuen Hospiz und Gesundheitszentrum ihre Spuren hinterlassen. Seit Oktober 2016 haben wir eine pensionierte Krankenschwester eingestellt. Sie wird alle notwendigen Maßnahmen vorbereiten, damit wir im Januar 2017 offiziell eröffnen können. 8 netzwerk Fotos: © Fam. Boecker Links: Dorothée und Michael Boecker mit einigen ihrer Schützlinge Rechts: Oben: Das Hospiz Mitte: Der Frühstücksraum Unten: Brunnenbohrung Foto Seite 9: Roverbesuch 2016

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Nächstenliebe Das Baden-Powell-Camp, in dem wir mit den südafrikanischen Pfadfindern in der Aidsprävention gearbeitet haben, ist mehrmals überfallen und zerstört worden. Auch das gehört zur Realität Südafrikas dazu. Hier hat der Gründer der Weltpfadfinderbewegung selbst einmal kurz gewohnt und einen Baum gepflanzt. Ein Fußabdruck zeugt bis heute davon. Wir werden mit allen uns verbundenen Pfadfinderstämmen dieses Camp renovieren und für nachfolgende Generationen wieder aufbauen. Unsere Rover haben uns Mut und Zuversicht gegeben, dass wir weiterhin die Dinge, die wichtig sind, angehen und uns dafür einsetzen. Auch die südafrikanischen Pfadfinder werden einen großen Beitrag mit einbringen und sind schon dabei, Spendengelder zu sammeln und staatliche Hilfen einzufordern. sis aufzubauen. Hierzu werden regelmäßige Workshops und gezielte Trainingsangebote bereitgestellt. Sie erstellen gemeinsam Schmuck und Möbel, bauen Gemüse an und versuchen gezielt Absatzmärkte zu erschließen. »ÜBUNTU«. »ICH bin weil WIR sind« ist einer der unerschütterlichen Grundsätze des sozialen Miteinanders in der Tradition der Zulus. Es ist zugleich der Anspruch und die Gewissheit, dass wir als Menschen innerhalb unserer Gemeinschaft Probleme und Hoffnungen teilen. Wir sind menschlich, weil wir Mitgefühl zeigen und Verantwortung für Mitmenschen übernehmen. Diese Erkenntnis liegt allen großen Weltreligionen zugrunde und ist ein unerschütterlicher Grundsatz eines humanistischen Menschenbildes. Die Projekte mit den Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit an der University of KwaZulu Natal in Durban, in dem Armenviertel Bhambayi, zeigen uns immer wieder, wie ähnlich die Herausforderungen und Probleme vieler Menschen sind. Flucht, Armut, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sind nicht nur in Afrika anzutreffen. Hier unterstützen wir ein Gremium aus zwölf Frauen, die alleinerziehend sind und derzeit mit ca. 150 ? im Monat sechs bis acht Familienmitglieder ernähren müssen. Studierende der Sozialen Arbeit der Universität von Durban haben dieses Gremium gegründet und begleiten diese Frauen, um sie zu ermutigen, sich eine ökonomische Ba- Somit gehen wir mit guten hoffnungsvollen Gefühlen ins nächste Jahr, bestaunen die vielen kleinen und großen Fortschritte und schöpfen Kraft aus den gemeinsamen Anstrengungen. Es ist nicht immer einfach zu helfen und es braucht viel Engagement, Zeit und guter Ideen – aber vielleicht ist es das, was uns menschlich macht. Wir freuen uns, DANKE und Siyabonga sagen zu können und finden es unheimlich toll, so viele Weggefährten gefunden zu haben. (Weihnachtsbrief von Michael & Dorothée Boecker) netzwerk 9

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Besondere Gottesdienste in der Pfarrei Samstag, 8. April 16–17 Uhr Beichtgelegenheit – HV 17.00 Uhr Vorabendmesse mit der KiTa St. Georg – OB In diesem Jahr laden wir alle Kinder und Familien an den Kar- und Ostertagen nach St. Jakobus, Breckerfeld, ein. Dort feiern wir alle Gottesdienste als Familiengottesdienste für die ganze Pfarrei. Palmsonntag, 9. April 09.30 Uhr Heilige Messe – HV 09.30 Uhr Heilige Messe – SM 11.00 Uhr Familienmesse – BF 11.15 Uhr Heilige Messe – DA 16.00 Uhr Beichtgelegenheit für Kinder – BF 17.00 Uhr »Traditioneller« Buß- gottesdienst, anschl. Beichtgelegenheit – BF Gründonnerstag, 13. April 14.30 Uhr »Kirche für Kids« zum Gründonnerstag – BF 17.00 Uhr Familiengottesdienst zum letzten Abendmahl – BF 20.00 Uhr Messe vom Letzten Abendmahl mit »Chorissimo« – HV Karfreitag, 14. April 15.00 Uhr Feier vom Leiden und Sterben Christi – HV 15.00 Uhr Feier vom Leiden und Sterben Christi – DA 15.00 Uhr Ökumenischer Kreuz- weg für Kinder und Familien – BF 17.00 Uhr Feier vom Leiden und Sterben Christi – SM Karsamstag, 15. April 19.00 Uhr Osternachtfeier für Kinder und Familien – BF 21.30 Uhr Osternachtfeier – HV Ostersonntag, 16. April 06.00 Uhr Osternachtfeier – SM 09.30 Uhr Feierliche Ostermesse mit Taufen, mit »Chorissimo« – HV 09.30 Uhr Heilige Messe – OB 11.00 Uhr Feierliche Ostermesse mit dem Kirchenchor St. Jakobus – BF 11.15 Uhr Feierliche Ostermesse – DA Die Messfeiern am Ostermontag sowie an den folgenden drei Sonntagen sind als »kreative Liturgien« gestaltet. Ostermontag, 17. April 09.30 Uhr Heilige Messe mit Taufe – HV 09.30 Uhr Heilige Messe mit dem Kirchenchor St. Thomas Morus – SM 11.00 Uhr Familienmesse mit »Emmausgang« – BF 11.15 Uhr Heilige Messe – DA Samstag, 22. April 17.00 Uhr Feierliche Messe zum St.-Georgs-Tag – OB Sonntag, 23. April 09.30 Uhr Heilige Messe mit parallelem Wortgottes dienst für Kinder – SM Sonntag, 30. April 11.00 Uhr Familienmesse an der Kita St. Jakobus – BF Pastor-Hellweg-Str. 12 18.00 Uhr Even Song – musika lischer Abendgottes dienst mit der Kantorei Halver – HV Samstag, 6. Mai 15.30 Uhr Taufgottesdienst für die Pfarrei – HV Sonntag, 7. Mai 09.30 Uhr Heilige Messe mit parallelem Kinderwort gottesdienst »Kleiner König« – HV 11.15 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – DA Sonntag, 14. Mai 09.30 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – HV 11.00 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – BF 11.15 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – DA Sonntag, 21. Mai 09.30 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – SM 11.00 Uhr Heilige Messe mit Taufe mit Kirchenchor St. Jakobus – BF 11.15 Uhr Familienmesse als Dank messe zur Erst- kommunion – DA Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 25. Mai 09.30 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – HV 09.30 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – SM 11.00 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – BF Sonntag, 28. Mai 09.30 Uhr Familienmesse als Dank messe zur Erst- kommunion – HV 09.30 Uhr Familienmesse als Dank messe zur Erst- kommunion – SM 11.00 Uhr Familienmesse als Dank messe zur Erst- kommunion – BF Pfingstsonntag, 4. Juni 09.30 Uhr Festmesse zu Pfingsten – HV 09.30 Uhr Festmesse zu Pfingsten – SM 11.00 Uhr Festmesse zu Pfingsten – BF 11.15 Uhr Familienmesse mit Erstkommunion – DA Pfingstmontag, 5. Juni 09.30 Uhr Heilige Messe mit »Chorissimo« – HV 09.30 Uhr Heilige Messe – SM 11.00 Uhr Heilige Messe – BF 11.15 Uhr Ökumenischer Gottes dienst – DA 10 netzwerk

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Sonntag, 11. Juni 09.30 Uhr Heilige Messe mit parallelem Kinderwort gottesdienst »Kleiner König« – HV 09.30 Uhr Heilige Messe mit Gitarrenmusik, mit parallelem Wortgottes dienst für Kinder – SM Fronleichnam, Donnerstag, 15. Juni 10.00 Uhr Heilige Messe mit Prozession, Beginn an/ in der Bürgerhalle Dahl Mittwoch, 21. Juni 19.15 Uhr Messfeier mit Einladung der evang. Christen, anschl. ökumenische Begegnung – SM Sonntag, 25. Juni 09.30 Uhr Familienmesse zum Gemeindefest, anschl. Gemeindefest rund um die Kirche – SM 11.00 Uhr Gottesdienst zum Öku menischen Gemeinde fest im evang. Gemein- dehaus – DA Sonntag, 2. Juli 09.30 Uhr Heilige Messe mit parallelem Kinderwort gottesdienst »Kleiner König« – HV 09.30 Uhr Heilige Messe mit Gitarrenmusik in der ev. Kirche Heedfeld – SM Donnerstag, 6. Juli 19.00 Uhr Messfeier mit Bischof Dr. Franz-Josef Over- beck zum Abschluss der Visitation; mit »Chorissimo« – HV Sonntag, 9. Juli 09.30 Uhr Heilige Messe mit parallelem Wortgottes dienst für Kinder – SM 11.15 Uhr Familienmesse mit Kinderchor und Jugend chor – DA Weitere Gottesdienste und Termine entnehmen Sie bitte den Pfarrnachrichten. HV = Halver, OB = Oberbrügge, DA = Hagen-Dahl, BF = Breckerfeld, SM = Schalksmühle So geht es weiter im Pfarreieintwicklungsprozess (PEP) SEHEN/URTEILEN: Beim Zukunftstag am 20. November 2016 haben sich fast 50 Jugendliche, Männer und Frauen in fünf Arbeitsgemeinschaften zusammengefunden. Themen der AGs sind: – Lokal (leben) – Beständig (bleiben) – Glaubwürdig (auftreten) – Christlich ökumenisch (handeln) – Modern (werden) Zu diesen fünf Themen werden konkrete Fragestellungen, Aktionen, Projekte und Herangehensweisen entwickelt, die dann im kommenden Frühjahr in die »Urteilen«- Phase des Pfarreientwicklungsprozesses der Pfarrei einfließen werden. Den »Stand der Dinge« (von März 2017) finden Sie in diesem Heft. Eine erste Bewertung wird auf einer gemeinsamen Sitzung von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand am 6. Mai erfolgen. Die Vorschläge der AGs werden dort miteinander abgeglichen, bewertet und ggf. ergänzt oder korrigiert. Hier geht es darum, eine pastorale Vision für unsere Pfarrei bis 2030 zu entwickeln – und das auch im Blick auf geringer werdende Finanzen. Nach dem 6. Mai wird es darum gehen, aus den ersten Vorschlägen konkrete Planungen auf 2030 hin zu entwickeln. Wo müssen pastorale Initiativen einen neuen Schwerpunkt bekommen? Wer ist dafür da? Was fällt dafür weg? Wo wollen wir mit unseren ökumenischen Partnern verbindliche Absprachen treffen, und wie lang brauchen wir dazu? Welche Gebäude sollen anders weiter genutzt werden? Je nach Thema werden die bisherigen oder neue AGs, die Gemeinderäte oder auch alle Interessierten zu Überlegungen eingeladen. Im Mai erfahren Sie mehr! Parallel werden – ausgehend vom Kirchenvorstand – schon jetzt konkrete Kosten, mögliche Ausgaben und anstehende Entwicklungen der »Ressourcen« angesehen, um pastorale Vision und zur Verfügung stehende Mittel »zusammen zu bringen«. Das wird in manchem eine Fleißarbeit, hier und da auch eine Herausforderung an unsere Kreativität sein. Die Beschlüsse zu unserem Votum sollen schließlich – wieder von PGR und KV gemeinsam – am 18. November gefasst werden. Kleinere Veränderungen sind in den Tagen danach noch möglich. Bis Ende des Jahres werden wir dem Bischof die Ergebnisse präsentieren, denen er dann – so hoffen wir – zustimmen und unseren Plan in Kraft setzen wird. Und nach SEHEN und URTEILEN kommt HANDELN – denn dann geht es darum, unsere Pläne in den nächsten Jahren in die Tat umzusetzen. (Claus Optenhöfel) netzwerk 11

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AG »christlich ökumenisch handeln« Bericht über die Sitzung der AG »Christlich ökumenisch handeln« im Rahmen des Projekts »Kirche neu denken« Die Sitzung fand am 28. Januar 2017 in Breckerfeld statt. Die Notwendigkeit ökumenischer Zusammenarbeit steht für die Zukunft außer Frage. Die Voraussetzungen dazu sind in den verschiedenen Gemeinden sehr unterschiedlich. Es gilt Probleme zu lösen: a) auf pastoraler Ebene b) auf organisatorischer Ebene Auf pastoraler Ebene ist das gemeindliche Miteinander zu klären, d.h. welche Angebote gibt es vor Ort, die z.Zt. noch von jeder Konfession vorgehalten werden. Denkbar wären gemeinsame Chöre, Frauengruppen, Büchereien usw. Wie wichtig sind diese entsprechenden Einrichtungen vor Ort? Auf der organisatorischen Ebene geht es um die gemeinsame Nutzung von Gebäuden und Räumen. Leider waren beim Treffen nur Vertreter der Gemeinde Herz Jesu da. Für unsere nächste Sitzung erhoffen wir Rückmeldungen der Gemeinderäte zur Situation in den verschiedenen Gemeinden. Dann möchten wir konkrete Vorschläge ausarbeiten, die als Grundlage für ökumenische Gespräche dienen können. Für die Arbeitsgruppe »christlich ökumenisch handeln«: Ursula Kubsda Die Mitglieder der Arbeitsgruppe: aus Hagen-Dahl: Ileana Beckmann, Helmut Hoyer, Rita Iachini, Ursula Kubsda, Cornelia Nölle, Katrin Pietzschke, Sandra Schnell aus Breckerfeld: Barbara Wilk aus Schalksmühle: Patricia Raillon aus Halver: Christoph Dickel ▼ Die Gemeinde St. Thomas Morus in Schalksmühle. Auf der Karte wurde verzeichnet, welche Angebote es in der Gemeinde gibt, welche Aktivitäten dort stattfinden und welche Gebäude genutzt werden. Ebenso wurde in den anderen Gemeinden der Pfarrei verfahren, um einen ersten Überblick zu erhalten. 12 netzwerk

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AG »lokal leben« Die Kirche ist für mich von Bedeutung, wenn sie… ® vor Ort erreichbar ist ® katholisch ist Im Fragebogen unserer Umfrage zu »Kirche neu denken« hatte eine klare Mehrheit der Rückmeldungen hier die erste Antwort angekreuzt. Kirche in unserer Pfarrei braucht einen lokalen Bezug an den jeweiligen Orten – dieser Grundgedanke im Pfarreientwicklungsprozess war damit bestätigt und hat auch dazu geführt, eine AG »lokal (leben)« zu gründen, in der es darum gehen soll, erste Vorschläge und Konzepte zu entwickeln, wie dieses »lokale Leben« in den jeweiligen Gemeinden aussehen könnte – mit welchen Besonderheiten und Möglichkeiten von Ort zu Ort auch bei eingeschränkten Möglichkeiten. Die AG – mit einer Mehrheit von Breckerfelder Mitgliedern – hat dazu zunächst alle vier Gemeinderäte gebeten, aus ihrer Sicht zu benennen, was sie brauchen, um künftig lebendige Kirche vor Ort zu sein. Außerdem haben wir die vier von den Gemeinderäten im letzten Jahr erstellten Karten zum »Ist-Zustand« vor Ort angesehen, um Gemeinsames und Besonderes herauszufiltern. Christus König, Halver, benennt: Zentral ist ein Heimatgefühl, das vor allem durch den Ort – die Kirche mit dem Gemeindehaus sowie den Gottesdienst und das jährliche Gemeindefest vermittelt wird. Für die Gottesdienste sind ein Priester sowie Kirchenmusiker/Organisten wichtig. Bedeutsam ist es, einander zu kennen und gern miteinander zu sprechen; auch Menschen, die neu in der Gemeinde sind, werden angesprochen. Ebenso vermitteln die einzelnen Gruppen Zusammenhalt und Zugehörigkeit. St. Jakobus, Breckerfeld, benennt: Vor Ort bedeutsam ist die Kirche. Neben dem Gottesdienst könnte sie auch für andere Veranstaltungen genutzt werden, falls für diese kein eigener Raum zur Verfügung steht. Ansonsten ist das Gemeindehaus als zentraler Veranstaltungsort von Bedeutung. Die gemeinsame Feier des Sonntags/Sonntagsmesse/ Sonntagsgottesdienst wird als bedeutsam angesehen. Ein besonderer Schwerpunkt vor Ort liegt in der Kirchenmusik – durch Kirchenchor und Orgel ermöglicht. Hier sind auch ökumenische Gestaltungen möglich. Ergebnisse im Sinne von Wertungen der Rückmeldungen stehen im April – nach Redaktionsschluss des »netzwerk« – an. Die Rückmeldungen der Gemeinderäte wollen wir Ihnen hier aber schon einmal vorstellen – damit Sie selbst einen Blick für den Stand der Überlegungen bekommen. St. Thomas Morus, Schalksmühle, benennt: Die Gemeinde braucht vor allem verbindliche Ansprechpartner vor Ort, die die verschiedenen Felder verantworten oder organisieren, die erreichbar und bekannt sind. Ob diese haupt- oder ehrenamtlich tätig sind, kann unterschiedlich sein. Weiterhin wird Kinder- und Jugendarbeit als unverzichtbar für ein lebendiges christliches Leben vor Ort benannt. Der dritte Punkt – ein eigener Gemeinderat – ist in der Rückmeldung mit Fragezeichen versehen. Der Gemeinderat schätzt als Konsequenz dieser Prioritäten ein, dass vor allem jemand da sein sollte, der die ehrenamtlich Tätigen und deren Tun koordiniert (»Ehrenamtskoordinator«). Ohne einer Wertung vorgreifen zu wollen, ist festzustellen, dass alle Gemeinderäte bestrebt sind, einen »Grundbestand vor Ort« abzusichern und zu stärken, während Schwerpunktsetzungen eher in bestimmten Details wahrgenommen werden. Die Gruppe »lokal leben« wird nun versuchen, erste Empfehlungen auf Grundlage dieser Rückmeldungen zu entwickeln. Für die Arbeitsgruppe »lokal leben«: Claus Optenhöfel An den Treffen der AG waren bisher beteiligt: aus Halver: Susanne Ackfeld, Claus Optenhöfel aus Hagen-Dahl: Martin Kümper aus Breckerfeld: Martin Gensler, Frank Hangebrock, Markus Köper, Thorsten Pettenpohl, Friedbert Wedi Herz Jesu, Hagen-Dahl, benennt: Um lebendige Kirche zu sein, werden vor allem die Kirche selbst und das Forum mit den Gemeinderäumen gebraucht. Vor Ort muss es feste Ansprechpartner mit einer Anlaufstelle (Büro) geben. Außerdem soll die Annäherung an die evangelische Kirche und Stärkung ökumenischer Projekte und Initiativen fortgeführt werden. netzwerk 13

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AG »beständig bleiben« Unsere Arbeitsgruppe hat sich bisher einmal getroffen, so dass noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen. Mitglieder aus allen Gemeinden unserer Pfarrei gehen gemeinsam der Frage nach: Was macht uns hier vor Ort als katholische Kirche und als Pfarrei aus, und was muss oder sollte erhalten bleiben? Dabei geht es um die Gottesdienste in ihren unterschiedlichen Formen, die Sonntags- und Werktagsgottesdienste, Andachten, und Wallfahrten; um die Sakramente und ihren Sitz im Leben unserer Pfarrei. Bei allen Veränderungen und wohl auch Einschnitten, die uns als Pfarrei bevorstehen, fragen wir uns, was muss wie erhalten bleiben, damit wir weiter als katholische Kirche vor Ort wahrgenommen werden. Für die AG »beständig bleiben«: Pastor Armin Rogge Die Mitglieder der Arbeitsgruppe: aus Halver: Gaby Berner, Johannes Sander, Gabriela Stantke, Ralf Wegerhoff, Stefan Wüller aus Breckerfeld: Ans Probst aus Hagen-Dahl: Wolfgang Klug aus Schalksmühle: Patricia Raillon, Armin Rogge ▼ Bunt gemischt waren die Diskussionsrunden beim Zukunftstag in Breckerfeld am 20. November 2016. Auch in den daraus entstandenen Arbeitsgruppen des Pfarreientwicklungsprozesses bringen sich Menschen unterschiedlichen Alters mit ihren Gedanken und Erfahrungen ein. Foto: © Rebekka Berger 14 netzwerk

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AG »modern werden« Was bedeutet »modern werden« für das Gemeindeleben in unserer Pfarrei? Vor dieser Frage standen die Teilnehmer der neu gebildeten Arbeitsgruppe, die sich beim Zukunftstag der Pfarrei im November 2016 zusammengefunden hatte. Seitdem hat es vier interessante Treffen gegeben, um den Auftrag »modern werden« mit Leben zu erfüllen. Aber woraus ergab sich überhaupt diese doch recht provokative Forderung? Die Teilnehmer unserer Umfrageaktion »Kirche neu denken« hatten diese Anregung in vielen Antworten und Textbeiträgen zum Ausdruck gebracht und wir wollten uns dieser Herausforderung stellen. Unser Fokus sollte dabei besonders auf der Kinder- und Jugendarbeit liegen, denn gerade diese Zielgruppe wurde ebenfalls in der Umfrageaktion als zukunftsträchtig für eine neu gedachte Kirche benannt. In unserem Arbeitskreis sind Teilnehmer aus allen vier Gemeinden unserer Pfarrei vertreten. Außerdem sind Vorstandsmitglieder der beiden DPSG Pfadfinderstämme Don Bosco aus Dahl/Rummenohl und Halver sowie Messdienerleiter und Teilnehmer des Runden Tisches der Jugend beteiligt. Nach dem Arbeitsmotto SEHEN-URTEILEN-HANDELN sortierten wir zunächst Ideen und Forderungen aus der Umfrage nach den Gesichtspunkten, ob es sich um Aufgaben und Entscheidungen der Weltkirche (Zölibat, Frauen als Priesterinnen etc.) oder des Gemeindelebens vor Ort handelte. Da wir nur zielgerichtet und engagiert unsere Pfarreiebene weiterentwickeln können, haben wir uns dann konkret mit dem Potential unseres Gemeindelebens vor Ort beschäftigt. Wir waren angenehm überrascht, wie viele Angebote in unseren Gemeinden und auf Pfarreiebene bereits existieren. Als bisher noch nicht genügend bedachte Gruppe fiel uns dabei die Elterngeneration auf, die zwar für ihre Kinder in Familienzirkeln bei der Erstkommunionvorbereitung aktiv werden können, als Lektoren, Kommunionhelfer und Organisatoren bei Kinderkirchentagen oder Kleidermärkten mithelfen, für die aber kein eigenständiges spirituelles Angebot existiert. Wir wollen als Pfarrei »aktuell bleiben«, indem wir auch in Zukunft immer mal wieder eine Umfrage starten möchten, um die Meinung der Menschen in unserer Umgebung zu erfahren und bei Zukunftstagen auszuwerten. Dabei sollten wir unsere Arbeit stets evaluieren und reflektieren, um nah an den Vorstellungen unserer Gemeindemitglieder zu sein. Außerdem möchten wir »attraktiv« werden und unser Angebot der Seelsorge und des Gemeinschaftslebens weiter ausbauen. Eine optimierte Öffentlichkeitsarbeit wird dabei von besonderer Wichtigkeit sein, damit unsere vorhandenen Möglichkeiten und Angebote, den Glauben in christlicher Gemeinschaft zu leben, möglichst vielen suchenden Menschen bekannt werden. Modern zu werden heißt in diesem Zusammenhang sicherlich auch, unsere Planungen und unsere Erfahrungen über technische Möglichkeiten, wie z. B. ein pfarreiweites Intranet besser zu sichern und zu koordinieren. Da allerdings gerade der wichtige Personenkreis der Kinder und Jugendlichen in der großen Umfrage aus dem Jahre 2016 gar nicht angesprochen wurde, haben wir zusätzlich noch mit einem Fragebogen für Jugendliche und Besuchen bei Familienzirkeln, Messdienerstunden und Pfadfinderlagern die Meinungen und Wünsche dieser Altersgruppe erfragt. Die Antworten betrafen den Wunsch nach modernerer Musik, mehr Medieneinsatz, weniger und verständlicheren Texten, Erklärungen und Mitmachaktionen in den Gottedienstfeiern. Spezielle Kindergottesdienste mit modernen Liedern und jugendgerechte spirituelle Einheiten in der Jugendkirche in Rummenohl sind Ideen unserer Arbeitsgruppe. Ein spezieller Zukunftstag für Kinder und Jugendliche sollte auch in unserer Pfarrei Usus werden. »Modern werden« bedeutet für uns also unsere christlichen Werte und Angebote weiter zu pflegen, immer aktuell zu halten und mit zielgerichteten Liturgieformen für alle Altersklassen attraktiv zu sein. Für die Arbeitsgruppe »modern werden«: Rebekka und Rafael Berger Die neu begonnene Reihe der kreativen Liturgie, die seit Februar 2017 in der Rummenohler Herz-Jesu Kirche angeboten wird, geht genau in diese noch ausbaufähige Richtung. Für uns als Arbeitskreis stand schnell fest, dass wir die positiven Rückmeldungen der Umfrage, nämlich der hohe Stellenwert der kirchlichen Feste (wie z. B. Weihnachten und Ostern) und die Wichtigkeit der Sakramente (wie z. B. Hochzeit, Firmung und Erstkommunion) und ihrer intensiven Vorbereitung weiter pflegen müssen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe: aus Halver: Michael Kißing, Fabian Kißing, Katharina Wüller aus Schalksmühle: Stefan Jörgens aus Breckerfeld: Elisabeth Köper, Eva Koch aus Hagen-Dahl: Julia Kistler, Moritz Pietzschke, Marc Raude, Rebekka Berger, Teresa Berger, Johannes Berger, Rafael Berger netzwerk 15

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