Projekt Trualb

 

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Description

ASV Dietrichingen 2000 e.V.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Projektbeschreibung Gesamtprojekt: Teil 1: Einsetzen von befruchteten Bachforelleneiern November 2013 – März 2015 Teil 2: Anlegen von Kiesrauschen Herbst 2015 Teil 3: Hebung des Fischbestandes (Einheimische Fischarten) Januar, Februar 2017

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Die Trualbe Die Trualbe (auch: Trualb, französisch: Ruisseau d'Eppenbrunn) ist ein Knapp 7 km langer Zufluss des Hornbachs. Die Trualbe entwässert mit ihren Nebenbächen den äußersten Südwesten des Pfälzerwaldes und den Südosten des Zweibrücker Hügellandes. Sie entspringt unterhalb des Hochstellerhofs und fließt nach Westen durch das Ungertal nach Trulben. Der gesamte weitere Verlauf ist ebenfalls überwiegend nach Westen gerichtet, vorbei an der Trulber-, Schweixer- und Hilster Mühle. An der Trulbermühle mündet von links der gleich große Eppenbrunner Bach ein. Unterhalb der Hilster Mühle verlässt die Trualbe deutsches Gebiet und fließt nach Lothringen in den Naturpark Nordvogesen. Sie passiert Walschbronn und mündet bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der zum Schwarzbach fließt, der seinerseits in die Blies einmündet. Der Hornbach führt bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitnamen nebenher.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Ausgangsituation Trualbe Da der Bach in der Gemarkung Dietrichingen einen überwiegend sandigen Boden aufweist, die Forellen für die Fortpflanzung aber Kiesrauschen benötigen, ist der Bestand an Jungfischen sehr gering. Die steigende Zahl der Kormorane und Fischreiher macht die Situation nicht gerade besser. Aus diesem Grund haben die Jungfischer des ASV Dietrichingen sich zur Aufgabe gemacht, den Fischbestand wieder auf eine dem Gewässer angepassten Menge anzuheben. Aus diesem Gedanken heraus haben wir das Renaturierungsprojekt für die Trualb ins Leben gerufen.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN TEIL 1: Einsetzen von 5000 befruchteten Fischeiern im Augenpunktstadium Benötigtes Material: 11 Whitlock und Vibert Brutboxen 2 Drahtgitterkörbe 5000 Bachforelleneier im Augenpunktstadium Fischeier im Augenpunktstadium sind in ihrer Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten 10 Stäbe Baustahl zur Fixierung der Drahtgitterkörbe Mehrere Bündel mit Weidenruten Projektstart: Projektende: November 2013 März 2015

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Die Whitlock-Vibert Box: Die Brutboxen werden nach ihren Entwicklern Whitlock-Vibert Boxen (WV-Box) genannt. Die Box, wie sie im Handel bezogen werden kann, ist vollständig aus Kunststoff gefertigt. Nachdem man sie kurz in ein heißes Wasserbad getaucht hat, lässt sie sich ohne große Mühen in ihre Bestimmungsform zusammenfalten. Kleine Verdickungen und Laschen in den einzelnen Flügeln sorgen für einen entsprechenden Halt. Zusammengefaltet besteht die Box aus 2 Kammern – einer kleineren zur Aufnahme der Fischeier und einer großen in der sich die geschlüpften Dottersacklarven sammeln. Geschlüpfte Fischlarven fallen in den unteren Schutzraum und verweilen dort so lange bis sie ihren Dottersack aufgezehrt haben. Dann passen sie durch das Gitter und können den Schutzraum ins Freie verlassen. Die Vorgehensweise und unsere Erfahrungen zum Umgang und Ausbringen der Brutboxen in das Gewässer sind in der nachfolgenden Fotodokumentation beschrieben.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Die Whitlock-Vibert Box: Vor dem Zusammenbau Funktionsschema Nach dem Zusammenbau Eikammer Schutzkammer Larven entkommen durch Schlitze

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Die Gitterdraht Box: Damit die Whitlock-Vibert Boxen in der Bach nicht weggespült werden, haben wir Boxen aus Gitterdraht gebaut. Jede Box kann 5 – 6 Brutboxen aufnehmen. Aus Gitterdraht wurden die Einzelteile für die Box geschnitten, und dann mit Edelstahldraht zusammengeknotet.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Bau der Drahtgitterboxen Beginn des Boxenbaus Die Technik Die Box nimmt Form an Fast Fertig Geschafft, Team mit Boxen

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Einsetzen der Boxen in die Trualbe: Als das Hochwasser Mitte Januar endlich zurückging, haben wir die Forelleneier bei der Forellenzucht Schneider in Katzweiler bei Kaiserslautern abgeholt. Die Eier wurden in mit Sauerstoff angereichertem Wasser in einem Plastiksack zu unserer Bach transportiert. Als nächstes stand die schrittweise Gewöhnung der Eier an die Temperatur des Bachwassers (ca 8° C) an. Die WV Boxen wurden dann mit je 300 - 500 Bachforelleneier im Augenpunktstadium gefüllt und wieder in einen Behälter mit Wasser gelegt. Nachdem alle Eier in die Brutboxen gefüllt waren, haben wir die Boxen auf einer 7 cm hohen Steinschicht gleichmäßig in den Drahtgitterkörben verteilt. Die Körbe wurden mit Steinen aufgefüllt und mit dem Deckel verschlossen. Die Körbe haben wir dann schnellst möglichst in der Strömung platziert und mit Baustahlstäben fixiert. So verbleiben die Brutboxen für ca. 9 Wochen in der Bach.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Anlieferung Fischeier Forelleneier im Augenpunkstadium Befüllen der WV Boxen Bestücken der Drahtgitterboxen Werkzeug und Material

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Befüllen der Boxen mit Steinen Verschließen der Boxen Einsetzen der Boxen Jetzt nur nicht stürzen Und versenkt Jetzt noch befestigen

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Schutzunterstände für die frisch geschlüpften Forellen: Damit die frisch geschlüpften Forellen nicht gleich alle aufgefressen werden, haben wir Schutzunterstände gebaut. Weidenruten und Äste welche geschnitten, zusammengebunden und in der Nähe der Brutboxen im Uferbereich platziert und gesichert wurden, dienen den frisch geschlüpften Forellen als Schutzunterstand. Somit fallen diese nach dem Schlüpfen gefräßigen Artgenossen nicht gleich zum Opfer.

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Schwer bewaffnet geht‘s in den Wald Es wird gesägt, ...gesägt, und gesägt Die Äste werden gebunden Und fertig ist der Schutz

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RENATURIERUNGSPROJEKT JUNGFISCHER ASV 2000 DIETRICHINGEN Das Ergebnis: Nach 7 Wochen haben wir die Laichboxen aus dem Gewässer entnommen. In 10 Boxen waren fast alle Eier aus den Eikammern verschwunden. Ca. 10 Eier waren noch in den Kammern. Nur in einer Box waren etwas mehr zurückgeblieben (siehe Bild). Bei einer Befüllung von durchschnittlich 450 Eiern bedeutet das, das mehr als 95 % der Fische geschlüpft sind. In den Schutzkammern aller 11 Boxen war kein einziger Fisch zu finden. Deshalb gehen wir davon aus, das alle geschlüpften Fische sich jetzt in unserer Bach befinden.

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