Unsere Wärme Ausgabe 01/2017

 

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Unsere Wärme Ausgabe 01/2017

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Das österreichische Magazin für energieeffizientes Heizen mit Öl. HEIZUNGSTAUSCH Heizen mit Öl wird stärker gefördert INTERVIEW „Unverzichtbare Energiequelle“ PETITION Unterschreiben Sie für die Ölheizung! HKeilzimFunaagcsectrhsnü:etuzeernn 1·2017 Österreichische Post AG, Firmenzeitung 12Z039355 F Retouren an Postfach 555, 1008 Wien www.heizenmitoel.at

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ARGUMENTE Grafik: Heizen mit Öl GmbH Neue Öl-Brennwertgeräte verbrennen den Energieträger Heizöl praktisch feinstaubfrei. Sauber bequem sparsam modern effizient ÜBERRASCHEND Rund 800.000 österreichische Haushalte heizen mit Öl. Es zahlt sich aus, auch in Zukunft der Ölheizung treu zu bleiben. Denn diese saubere und bequeme Heizform ist gleichzeitig sehr energieeffizient. Neue Öl-Brennwert-Geräte bringen bis zu 40 % Energie- und Kostenersparnis gegenüber alten Ölkesseln. Moderne Ölheizungen haben zudem sehr niedrige Emissionswerte. Tauschen Sie Ihren alten Heizkessel gegen ein modernes Öl-Brennwert-Gerät und holen Sie sich jetzt bis zu 3.000 Euro Förderung. Tel. 01-890 90 36 | www.heizenmitoel.at Überraschend sauber „Modern, effizient, bequem, sparsam“ – die Argumente zum Heizen mit Öl s­ prechen für sich. Für Besitzer eines modernen Öl-Brennwertgeräts gilt: Heizen mit Öl ist „überraschend sauber“. Info Feinstaub besteht aus sehr kleinen, nicht sichtbaren Partikeln in der Luft. Atembarer Feinstaub ist kleiner als zehn Mikrometer (= ein Zehntel der Dicke eines Haares). Feinstaub unter 2,5 Mikrometer gelangt bis in die Lunge. Je kleiner die Teilchen, desto größer die Gefahr für die Gesundheit: Feinstaub verursacht Lungen­krankheiten und erhöht das Risiko für Lungenk­ rebs, Herzinfarkt und Schlaganfall. 2  R und 800.000 Haushalte in Österreich wissen, was sie an ihrer Ölheizung haben. Vielen ist bewusst, dass es sich auch in Zukunft auszahlt, dieser Heizform treu zu bleiben: Ein steigender Anteil tauscht die alte Ölheizung gegen ein hocheffizientes ÖlBrennwertgerät. Moderne Produkte sparen Energie und damit Geld. Und sie tragen wesentlich dazu bei, CO2- und Feinstaub-Emissionen zu verringern. Als Draufgabe bietet die Heizen mit Öl GmbH eine finanzielle Förderung von bis zu 3.000 Euro. Während sich andere Energieformen aus dem Subventionstopf und den Geldbörsen der Steuerzahler bedienen, handelt es sich bei der Heizen-mit-Öl-Förderung um einen Investitionsanreiz, den die Branche selbst bezahlt. Sinnvolle Heizungserneuerung statt subventionierter Luftverschmutzung Verglichen mit einem modernen Öl-Brennwertgerät ist die Förderung manch anderen Wärmeträgers nur als steuerlich begünstigte Luftverschmutzung zu klassifizieren. Dies gilt insbesondere für Biomasseheizungen. „Holzheizungen verursachen deutlich mehr Feinstaub als Ölheizungen“, erläutert Martin Reichard. Den Geschäftsführer der Heizen mit Öl GmbH stört, dass bei den Diskussionen um CO2 die Feinstaub-Problematik übersehen wird. Dabei sieht die Europäische Umweltagentur (EUA) in Feinstaub und Stickstoff-Dioxid jene Schadstoffe, die unsere Gesundheit am stärksten gefährden. EUA-Schätzungen zufolge verringert sich die Lebenserwartung innerhalb der Europäischen Union durch Feinstaub um mehr als acht Monate. Die gute Nachricht: Ein modernes Öl-Brennwertgerät arbeitet nahezu feinstaubfrei. Heizen mit Öl ist damit eine besonders gesundheitsschonende Heizform. Luftverschmutzung Der Umstieg auf eine Ölheizung trägt dazu bei, die Feinstaub-Belastung in Österreich zu verringern. Im vergangenen Winter gab es einmal mehr Feinstaub-Warnungen in mehreren Bundesländern. Die Grenzwerte wurden ums bis zu Dreifache überschritten. Studien zeigen, dass Luftverschmutzung zu Gesundheitsgefährdung und Tod führt. Bis 2030 will die Union daher den Feinstaub-Ausstoß um 49 Prozent reduzieren. Auch die Emissionen bei Stickstoffoxiden (NOx) sollen um 63 Prozent verringert werden. Dies sind wichtige Maßnahmen für mehr Lebensqualität und eine höhere Lebenserwartung.   unsere wärme 1·17

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INHALT · IMPRESSUM 08 Fotos: Öst. Seniorenbund, ISH, IWO Österreich/APA-Fotoservice/Richard Tanzer 21 Liebe Leserinnen und Leser, 24 Im Fokus: Pipeline-Überwachung aus dem All ������������������������ 04 Saubere Energie, schmutziges Geheimnis? �������������������������������� 06 Interview: „Ölheizung ist unverzichtbare Energiequelle“ �������� 08 Heizen mit Öl: Neue Förderungen ������������������������������������������ 10 Kostenvergleich: Sparefrohs heizen mit Öl ���������������������������� 11 Jetzt gegen ein Verbot der Ölheizung unterschreiben! �������������� 12 Kesseltausch-Aktion schützt Umwelt und Klima ������������������������ 14 Hintergrund: Wie Kunststoff die Elefanten rettet �������������������� 16 Leserfrage: Kann man zu viel Heizöl lagern? ���������������������������� 17 Analyse: Das Märchen von der OPEC-Kürzung ������������������������ 18 Holz im Ofen, Feinstaub in der Luft ������������������������������������������ 20 Studie: Öl hält auch in Zukunft warm �������������������������������������� 23 IWO-Cocktail: 2017 war das Jahr der Energieeffizienz ���������� 24 Rätsel: 100 Gewinne für mehr Vitalität ������������������������������������ 26 im abgelaufenen Winter wurde von einzelnen Politikern ein Verbot von Ölheizungen thematisiert. Diese versuchen damit, sich auf dem Rücken der betroffenen Bevölkerung zu profilieren. Gerade am Land ist die Ölheizung für viele eine unverzichtbare Wärmequelle. Heizen mit Öl ist weiterhin die günstigste Alternative, wie ein Vollkostenvergleich zeigt (siehe Seite 11). Ein deutlicher Preisanstieg ist nach Expertenmeinung nicht zu befürchten (Seiten 18 und 19). Laut Statistik Austria erfüllen in Österreich 117.000 Haushalte die Kriterien für „Energiearmut“. Es wäre somit geradezu unverantwortlich, eine günstige und überall verfügbare Heizform vom Markt auszuschließen. Die Heizen mit Öl GmbH wahrt Ihre Interessen im Sinne der Wahlfreiheit des Energieträgers. Unterstützen Sie uns dabei, indem Sie unsere OnlinePetition unterzeichnen! Mehr dazu auf www.heizenmitoel.at. Martin Reichard IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Heizen mit Öl GmbH, 1020 Wien, Untere Donaustr. 13–15/3. OG, Tel.: 01/890 90 36, Fax: 01/890 90 36-50; Geschäftsführer: Mag. Martin Reichard; Unterneh- mensgegenstand: Förderung des Austausches von Ölheizungsanla- gen durch Anreizbildung für den umwelt- und klimafreundlichen Ersatz von alten Heizungs­anlagen durch moderne, sparsa- me und effiziente Ölheizungsanlagen. Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Tel.: (01) 546 64-0, E-Mail: office@wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Martin Reichard (HMÖ); Marketing: Elisabeth-Klara Betes-Kummer Redaktion: Mag. Reinhard Ebner Grafik/Layout: Make Media Mediendienstleistungen OG Titelbild: Thinkstock.com Druck: LEYKAM Let’s Print, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Auflage: 161.378 Stück  unsere wärme 1·17 3

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IM FOKUS Foto: ESA P ipeline-Überwachung aus dem All – diese Dienstleistung bietet das holländische Unternehmen Orbital Eye seit dem Vorjahr an. Erstmalig in Anspruch genommen wird sie zurzeit in Afrika. Die Holländer müssen dazu keine Satelliten in den Weltraum schießen. Sie greifen auf öffentlich zugängliche Daten des Kopernikus-Programms der EU zurück. Die Bilder der Sentinel-Satelliten (am Foto zu sehen: Sentinel 5) lassen mögliche Lecks ebenso erkennen wie geringfügigste Bodenverschiebungen. Weltweit sind rund zwei Millionen Kilometer an Pipelines verlegt, alleine in der EU handelt es sich um 180.000 Kilometer (davon 40.000 für Öl und Ölprodukte). Pipelines garantieren einen sicheren Transport, sind emissionsfrei und damit sehr umweltfreundlich.  4   unsere wärme 1·17

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IM FOKUS  unsere wärme 1·17 5

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KURZMELDUNGEN Wussten Sie schon …? … dass die Seneca-Indianer Erdöl als medizinisches Wundermittel betrachteten? Die am Ontario-See lebenden Ureinwohner verwendeten es gegen Gelenkschmerzen, Juckreiz und andere Beschwerden. Auch die europäischen Einwanderer Nordamerikas glaubten an die Heilkraft. Ein deutschsprachiges Flugblatt aus den 1790ern etwa bezeichnet „French-Crieck-Seneca-Öl“ als „vortreffliches und bewährtes Medicament“, auf dem der „unaussprechliche Segen Gottes“ liegt, und zählt zehn Fallgeschichten wundersamer Heilungen auf. … dass Erdöl die Pottwale vor der Ausrottung bewahrt hat? Wirtschaftlich bedeutend wurde der natürlich vorkommende Rohstoff erst, als US-amerikanische Walfänger auf immer weniger Beute in den Meeren stießen. Die Pottwale, deren Tranöl für Lampen genutzt wurde, waren nahezu ausgestorben. Samuel Kier begann daher, das als Nebenprodukt in einer Salzmine anfallende Erdöl zu raffinieren. Sein „Carbon Oil“ ersetzte das tierische Fett.  –44 % Um diesen Prozentsatz ist der Heizölverbrauch der Haushalte (Raumwärme) im Zeitraum 2000 bis 2015 gesunken (Daten der Statistik Austria). Früchte trägt nicht zuletzt die Gerätetausch-Aktion der Heizen mit Öl GmbH. Saubere Energie, schmutziges Geheimnis? „Clean energy’s dirty secret“ – so lautet der Titel der Marktanalyse in einer der jüngsten Ausgaben der renommierten Zeitschrift „The Economist“. Das „schmutzige Geheimnis“, um das es hier geht: Seit 2008 wurden rund 800 Milliarden Dollar an öffentlichen Subventionen in den Energiemarkt gepumpt, um Energieformen wie Photovoltaik und Windkraft zu fördern. Die Beweggründe dafür waren nobel (Klimaschutz), das Ergebnis ist jedoch Chaos am Markt: „Je mehr an Grüner Energie eingesetzt wird, umso stärker kommen die Energiepreise allgemein unter Druck.“ Aus Konsumentensicht scheint dies nur auf den ersten Blick von Vorteil. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, braucht es nämlich mehr als nur eine, noch dazu witterungsabhängige Energieform. „Wird der Markt nicht repariert, werden die Subventionen an die Indus­ trie weiter steigen.“ Und das wiederum geht auf Kosten des Steuerzahlers.  6  Abgas als Rohstoff Wird Abgas aus Feuerungsanlagen in ein Glashaus g­eblasen, wirkt Kohlendioxid als natürlicher Dünger und verbessert das Wachstum der P­ flanzen. Auch in anderen Industrie­bereichen wird das Gas genutzt. Längerfristig könnte Kohlendioxid als Quelle für Kohlenstoff sogar Erdöl als Ausgangsstoff der Kunststoffproduktion ersetzen. Ein besonders umweltfreundlicher Weg, um Kohlendioxid zu gewinnen, wäre die Filterung dieser Molekülverbindung aus den Abgasen industrieller Prozesse. Dank heimischer Forscher ist die Wissenschaft hier nun ein ganzes Stück weiter: In Kooperation mit Shell hat die Technische Universität Wien ein Wirbelschichtverfahren entwickelt, das in einer ersten Versuchsanlage bereits erfolgreich umgesetzt wird. Dabei wird Rauchgas durch eine Schicht poröser Partikel geblasen, auf denen Amine aufgebracht wurden. Die Amine nehmen CO2 auf und geben dieses beim anschließenden Erhitzen wieder ab.   unsere wärme 1·17

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Fotos: Thinkstock, TU Wien/Julius Pirklbauer, MGI, privat KURZMELDUNGEN Heizkosten in der Übergangszeit Nach einem kalten Winter ist die Vorfreude auf den Frühling umso größer. Je nach Witterung kann sich die Heizsaison jedoch bis Ende Mai hinziehen. Die Temperaturschwankungen können beträchtlich sein: Auf warme Tage folgen kalte Nächte. Bei Sonneneinstrahlung wird es schnell heiß. Ist die Sonne weg, kühlt es ebenso rasch ab. Mit einigen Tipps kann viel Heizenergie eingespart werden: 1. Lieber etwas zu wenig als zu viel heizen! Notfalls Pullover oder Weste überziehen. 2. Heizung bei Bedarf stufenweise hinauf- oder hinunterschalten. Wird die Heizung zu früh abgedreht und später wieder hochgefahren, kostet das mehr Energie. Bei 15° C Außentemperatur über mehrere Tage hinweg kann die Heizung ganz abgeschaltet werden. 3. Die Fenster nicht stundenlang kippen, sondern stoßlüften! 4. Zusatzheizungen kommen meist teurer, als die Hausheizung um einige Grad höher zu stellen. Das gilt insbesondere für Stromradiatoren und auch dann, wenn nur einzelne Räume damit erwärmt werden.  Newsticker • E nergiepreis-Index 2016: Heizöl war um 14 Prozent günstiger als 2015 – und so billig wie zuletzt vor zwölf Jahren. • E ine Milliarde für die Tochter: Rund eine Milliarde Dollar bekommt die OMV für den Verkauf ihrer britischen Tochter an einen schottischen Energiekonzern. • Am Weg zur Nummer eins – bis ­Jahresende soll Turmöl mit 200 Tankstellen zu Österreichs führender Diskontkette aufsteigen. • Weltgrößter Börsengang verzögert sich – der staatliche Ölkonzern Saudi-Aramco bringt voraussichtlich 2019 fünf Prozent des Unternehmens auf den Aktienmarkt. „Durch effiziente und g­ esteuerte Nutzung von Heizung, Strom und Licht können Konsumenten weltweit ihre Energie­ kosten um bis zu 20 Prozent reduzieren.“ Jacques Bughin, Direktor des McKinsey Global Institute  unsere wärme 1·17 „Unsere Wärme“-Musterhaus: Familie Böhm (NÖ) beheizte Nutzfläche: 180 m² Anzahl der Bewohner: 4 Kessel-Nennleistung der Altanlage: 30 kW Kessel-Nennleistung der Neuanlage: 19 kW Heizölverbrauch vor der Sanierung: 3.500 l Heizölverbrauch nach der Sanierung: 1.500 l Maßnahmen: Öl-Brennwertkessel Investition: 12.000 Euro Einsparung: 2.000 l Investitionskosten: 210 Euro je Prozent Einsparung Einsparung: 57 % Weitere MusterhausProjekte finden Sie im Folder der Heizen mit Öl GmbH (Bestell­ möglichkeit unter www.heizenmitoel.at). 7

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INTERVIEW „Unverzichtbare Energiequelle“ Schutz vor Altersarmut gehört zu den Hauptzielen des Österreichischen Seniorenb­ undes. Ein Verbot von Ölheizungen hält dessen Präsidentin Ingrid Korosec dabei für höchst problematisch.  „Ein kurzfristiges Verbot von Ölheizungen würde ein­ kommensschwache Senioren an den Rand der Existenz treiben.“ Ingrid Korosec, Österreichischer Seniorenbund 8  Unsere Wärme: Die Bundesregierung hat ein neues Arbeitsprogramm beschlossen. Wurde ausreichend an die ältere Bevölke­ rung gedacht? Ingrid Korosec: Eine alte Regel sagt: Mehr geht immer. Prinzipiell sind wir als Seniorenvertreter aber zufrieden. Ich erwähne hier beim Thema Arbeit den neuen Beschäftigungsbonus, der bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze helfen wird, und die „Beschäftigungsaktion 20.000“, mit der 20.000 Arbeitsplätze für über-50-jährige Langzeitarbeitslose in Gemeinden durch gemeinnützige Trägervereine und Unternehmen geschaffen werden. Erfreulich für ältere Menschen sind das Sicherheits- und Integrationspaket, das Wohnpaket und nicht zuletzt das Gesundheitspaket, das unter anderem kürzere Wartezeiten bei CT- und MRT-Untersuchungen bringen wird. Unsere Wärme: Politik und Medien werden von Menschen gestaltet, die im aktiven Be­ rufsleben stehen. Werden die Interessen der Senioren zu wenig berücksichtigt? Korosec: Nein. Viele wichtige Beiträge in der Politik entstammen den Seniorenvertretungen. Dort sind zahlreiche pensionierte Spezialisten tätig, die bei ihrer ehrenamtlichen, also unbezahlten, Arbeit auf einen immensen Erfahrungsschatz in der jeweiligen Thematik zurückgreifen können. Fachliche Erfahrung zählt zu den Grundsäulen erfolgreicher Politik. Unsere Wärme: Der Flüchtlingszuzug hält Österreich in Atem. Zur Sicherung der Pen­ sionen bedarf es einer wachsenden Bevöl­ kerung. Muss man aus Sicht künftiger und heutiger Senioren nicht hoffen, dass mög­ lichst viele bleiben?  unsere wärme 1·17 Fotos: ÖSB, IWO D‚

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INTERVIEW Gerade am Land ist die Ölheizung als Wärmequelle oftmals unverzichtbar. Korosec: Aktuelle Erhebungen zeigen, dass 2016 die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge gegenüber dem Jahr davor um ein Drittel gestiegen ist. Nur 15 Prozent haben nach einem Jahr einen Job. In Wien ist bereits jeder zehnte Arbeitslose ein Flüchtling. Diese Zustände belasten das Sozialsystem. Entscheidend für die Sicherung der Pensionen ist natürlich das Wachstum, aber auch das Antrittsalter. Wenn das gesetzliche Pensionsantrittsalter eingehalten würde, wären wir schon viel weiter. Unsere Wärme: Zu den Zielen des Österrei­ chischen Seniorenbundes gehört der Schutz vor Altersarmut. Wie drängend ist das Pro­ blem? Wo will man ansetzen? Korosec: Rund eine Million Pensionistinnen und Pensionisten liegt beim Einkommen unter der Medianpension von 1050 Euro. Für diese Menschen müssen wir uns einsetzen. Erkämpfen konnten wir eine höhere Ausgleichszulage für alleinstehende Personen, die mindestens 30 Jahre erwerbstätig waren und Versicherungsbeiträge geleistet haben. Unsere Wärme: Altersarmut ist vielfach auch Energiearmut. Fossile Energieträger sind besonders günstig. Auch wurden hier viele Anstrengungen für mehr Energieeffizi­ enz unternommen. Wie stehen Sie der The­ matik gegenüber? Korosec: Das Thema Energie aus fossilen Energieträgern ist im heurigen Winter heiß diskutiert worden. Dabei wurde auch ein Verbot von Ölheizungen thematisiert. Auf der einen Seite führt kein Weg an der Abkehr vom Energieträger Öl vorbei. Auf der anderen Seite lehnen wir ein kurzfristig greifendes Verbot von Ölheizungen, wie es derzeit in Diskussion ist, ab. Vor allem für ältere Menschen stellen Ölkessel nicht selten eine unverzichtbare Energiequelle dar. Ein kurzfristiges Verbot würde diese Personengruppe schwer treffen und einkommensschwache Seniorinnen und Senioren an den Rand ihrer Existenz treiben. Der Seniorenbund setzt auf einen Kompromiss, mit dem Ziel einer schrittweisen Abwendung von fossilen Heizformen. Konkret heißt das: Statt eines generellen Verbotes bestehender Ölkessel wollen wir, dass fossile Energieformen beim Neubau überdacht werden. Generell sollte die Diskussion über nachhaltige Energiequellen intensiviert ­werden.   unsere wärme 1·17 Zur Person Ingrid Korosec wurde 1940 in Böheimkirchen geboren. Neben ihrer Tätigkeit als Managerin in der Privatwirtschaft begann sie vor mehr als 20 Jahren ihre politische Laufbahn als Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin in Wien. Unter anderem arbeitete sie als ÖVP-Generalsekretärin und als Volksanwältin. Seit 2006 leitet sie den Wiener, seit 2016 auch den Österreichischen S­ eniorenbund. 9

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HEIZFORMEN Die neue Heizung ist da: In diesem Haushalt wird künftig Energie gespart. „Bis 2020 sollen 60.000 alte Öl­ heizungen durch energiesparende ÖlBrennwertgeräte e­ rsetzt werden.“ 45.000 Haushalte sparen schon Seit Beginn der Förderaktion zum Ölkesseltausch haben rund 45.000 Haushalte einen Förderantrag für ihr Brennwertgerät gestellt. 2016 war ein Rekordjahr. Und 2017 gibt’s noch mehr zu holen. Info 500 Euro zusätzlich erhalten Sie ab 1. April, wenn Sie das neue Öl-Brennwertgerät mit Wärmepumpe oder Photovoltaikanlage kombinieren. 1.000 Euro gibt’s bei einem Ölkesseltausch mit Umstieg von Heizöl leicht auf Heizöl extra leicht (Heizöl leicht wird vorrangig in Großan­ lagen eingesetzt). 10  I mmer mehr Österreicher stellen die Weichen für eine energiesparende Zukunft: Im abgelaufenen Jahr haben 5.503 Haushalte eine Förderung für die Modernisierung der Ölheizung beantragt. Das ist ein Anstieg um fünf Prozent im Vergleich zu 2015 und die höchste Zahl an Anträgen seit 2012. Begonnen wurde die Förderaktion, die von der Industrie selbst ohne öffentliche Gelder finanziert wird, im Jahr 2009. Seitdem stellten fast 45.000 Haushalte einen Antrag und sparten sich durch den Kesseltausch bis zu 40  Prozent Heizöl. „Bei keinem anderen Energieträger lässt sich so viel Energie mit so wenig Kosten einsparen“, erklärt Martin R­ eichard. Der Geschäftsführer der Heizen mit Öl GmbH sieht für die Zuku nft noch viel Potenzial: In Österreich heizen rund 800.000 Haushalte mit Öl. „Darunter sind hunderttausende veraltete Anlagen. Diese arbeiten nach wie vor zuverlässig, jedoch bei weitem nicht so effizient wie Geräte der neuesten Generation.“ Das gesetzte Ziel bis 2020 sei, mindestens 60.000 alte Ölheizungen durch neue Brennwertgeräte zu ersetzen. Förderungen für Haushalt und Industrie Daher wurde beschlossen, die Aktion um ein weiteres Jahr zu verlängern und um zusätzliche Förderungen zu ergänzen (siehe Infokasten). Für die Erneuerung einer Heizanlage in einem Einfamilienhaus beträgt die Förderung 2.500 Euro. Für Mehrfamilienhäuser mit drei bis zehn Wohneinheiten sind’s 3.000 Euro. Individualförderungen für größere Wohnbauten sowie Industrie- und Gewerbeanlagen liegen zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Die Förderhöhe hängt hier von verschiedenen Kriterien ab, wie Gebäudetyp, Wohneinheiten, Raumfläche, Energieverbrauch und Investitionskosten. Einfach ermitteln lässt sich die Förderhöhe mit einem Rechner auf www.heizenmitoel.at.   unsere wärme 1·17 Fotos: IWO D

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KOSTEN- UND PREISVERGLEICH Sparefrohs heizen mit Öl Berücksichtig man die Kosten für Anschaffung, Betrieb und Verbrauch bleibt Heizen mit Öl die günstigste Alternative unter den Heizsystemen. Voraussetzung dafür ist der Umstieg auf ein modernes Öl-Brennwertgerät. Heizöl EL Erdgas Pellets Brennholz Flüssiggas Fernwärme Erdwärme Der Vollkostenvergleich für Februar 2017 (Stichtag: 15. 2.) gemäß ÖNORM basiert auf der beispielhaften Berechnung einer Modernisierung der Heizungsanlage in einem Einfamilien-Haushalt. Angenommener Betrachtungszeitraum: 15 Jahre. Technik: Heizöl, Erdgas u. FG auf Brennwertbasis (Erdgas Hi = 10,09 kWh/m³, Ho = 11,20 – 11,24 kWh/m³); Erdwärme (WP) mit Tiefenbohrung Preise/Kosten: Preise inkl. aller Steuern. Quellen: WKÖ, propellets, AK, LWK, Handel, 9 Landesenergieversorger, HmÖ verbrauchsgebundene Kosten: Brennstoffkosten, Transport, Nebenkosten, Hilfsenergie kapitalgebundene Kosten: Wärmeerzeuger, Umformerstation, Abgasanlage, Kleinmaterial, Installation, Anschlussgebühren, Grabarbeiten, Bohrungen, Entsorgung u. Reinigung betriebsgebundene Kosten: Instandhaltung, Wartung, Service u. Reinigung der Anlage, Energiekostenabrechnung Berechnungen: IWO-Österreich nach Modernisierung/Erneuerung einer bestehenden Ölheizung; Variantenberechnung mit verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen nach ÖNORM M 7140; für die Berechnung wurde bei allen Energieformen der systembedingte Wirkungsgrad berücksichtigt Grafiken: IWO  unsere wärme 1·17 Die Entwicklung des Rohölpreises ist von leichtem Auf und Ab gekennzeichnet. Unterm Strich verharrt Heizöl extra leicht auf niedrigem Preisniveau. 11

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UNTERSCHRIFTENAKTION Rechtsexpertin Christa Wendler: „Ein Verbot der Ölheizung verstößt gegen Grundrechte.“ Nicht ärgern – unterschreiben! Sie ärgern sich über die Kurzsichtigkeit ­einer P­ olitik, die einen wichtigen Energieträger ­benachteiligt? Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition! Gegen ein Verbot von Ölheizungen sprechen triftige Argumente. Petition Beteiligen Sie sich an unserer Unterschriftenaktion gegen ein Ölheizungsverbot! Tausende haben schon unterschrieben. Tun Sie es Ihnen gleich, und helfen Sie uns damit, Ihre Interessen zu wahren! ­Online-Petition unter: www.heizenmitoel.at www.iwo-austria.at 12  R echtliche Aspekte, wie Eingriffe in Grundrechte und G­rundfreiheiten, sprechen gegen ein Ölheizungsverbot. C­ hrista Wendler, IWO-Expertin für Energieund Umweltrecht, hat sich die Sache näher angesehen: • Grundrecht des freien Warenverkehrs „Ein absolutes Verbot bzw. ein De-facto-Nutzungsverbot, aber auch eine starke Einschränkung von Ölheizungen führen ausnahmslos zu einem Verstoß gegen dieses Grundrecht“, erklärt Wendler. EU-Richtlinien sehen aus gutem Grund kein Verbot von Ölheizungen vor, sondern nur vorgegebene Emissionswerte und Wirkungsgrade. • Grundrecht auf Eigentum Wird dem Eigentümer einer Ölheizung die Verwendung eines bestimmten Brennstoffes untersagt, ist die Nutzung der Anlage faktisch unmöglich. Dies wäre damit ein Eigentumseingriff. Selbiges gilt, wenn dem Eigentümer der Betrieb der Anlage verboten wird. • Sachlichkeitsgebot Eingriffe in Grundrechte sind nur dann ge- rechtfertigt, wenn diese im öffentlichen Interesse liegen und Verhältnismäßigkeit gewährleistet ist. Letzteres bedeutet, das „gelindeste Mittel“ zur Erreichung des Ziels anzuwenden. Verbote sind gemäß der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes besonders kritisch zu beurteilen. Im öffentlichen Interesse liegt nicht nur der Klimaschutz, sondern auch die Luftreinhaltung. Ölheizungen arbeiten nahezu feinstaubfrei, wogegen Biomasse-Anlagen einen um ein Vielfaches höheren Feinstaubausstoß verursachen. Auch in anderer Hinsicht ist die Ölheizung der Musterschüler: Der Jahresnutzungsgrad moderner Öl-Brennwertgeräte liegt bei 96 Prozent. Zukunftssicher ist die Ölheizung durch ihr „freundschaftliches Verhältnis“ zu Erneuerbaren Energien: „Die nicht jederzeit verfügbare Wind- und Solarenergie wird durch einen speicherbaren Energieträger wie Heizöl optimal ergänzt.“ Ölheizungen können zudem mit synthetisch erzeugtem Flüssigbrennstoff (beispielsweise aus Biomasse) betrieben werden. Energie- und Klimastrategie: Eine sinn­ volle Strategie müsste Aspekte wie die Nach-  unsere wärme 1·17 Fotos: Thinkstock, privat

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UNTERSCHRIFTENAKTION NOiwcnwhwlsiwtcnwhewl.är-h.Peniewiebigztoeieetn-nriaomuuännsrittutgoreniereat:rle..naar-t!t Achtung! Die aktuelle Diskussion betrifft die Ölheizung – wie hier – im Neubau. Bestehende Ölheizungen dürfen nicht verboten werden! haltigkeit der Maßnahmen, Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Leistbarkeit berücksichtigen. • Nachhaltigkeit Österreichs Anteil an den weltweiten CO2Emissionen beläuft sich auf 0,2 Prozent. Der von Haushalten und anderen Gebäuden verursachte Ausstoß weist davon – global gesehen – wiederum nur einen geringen Teil (vier Prozent) auf. Wendler: „Durch den einseitigen Fokus auf Kohlendioxid bleiben Emissionen anderer Treibhausgase sowie der gesundheitsschädliche Feinstaub- und NOx-Ausstoß unberücksichtigt. Aufgrund von Überschreitungen bei Feinstaub und NOx müssen schon jetzt Strafzahlungen in Millionenhöhe geleistet werden.“ • Wettbewerbsfähigkeit Rechtliche Einschränkungen bei Ölheizungen hätten wirtschaftliche Auswirkungen auf viele Gewerbebranchen – vom Kesselhersteller über den Energiehändler bis hin zum Installateur und Rauchfangkehrer. Weiterentwicklungen und Forschungen in diesem Sektor würden dadurch verhindert. • Versorgungssicherheit Wichtig für die sichere Wärme- und Stromversorgung ist ein Energiemix, der Wettbewerb ermöglicht und die Abhängigkeit von einem Energieträger vermeidet. Durch die Ausweitung erneuerbarer Energieträger erhöht sich die Importabhängigkeit bei Biomasseprodukten. Im Zeitraum 2005 bis 2014 steigerten sich die Importe von Biomasseprodukten um 73,6 Prozent (Statistik Austria, 2014). Der Import von Mineralölprodukten nahm um 42,7 Prozent ab. Wärmepumpen wiederum erhöhen den Stromimport. Die Speicher- und Lagerfähigkeit ist beim Heizöl am besten von allen Energieträgern gesichert. • Leistbarkeit Der Vollkostenvergleich zeigt: Eine Umstellung von einem alten Ölkessel auf ein neues Ölbrennwertgerät ist mit 9.000 Euro möglich, bei jährlichen Vollkosten von 2.124 Euro. Die Umstellung auf einen Pelletskessel würde rund 21.000 Euro kosten – plus 2.922 Euro Vollkosten pro Jahr. Ölheizungsbesitzer haben außerdem die Möglichkeit, den Kaufzeitpunkt ihres Energieträgers selbst zu steuern und Preisschwankungen dadurch aus­zug­ leichen.   unsere wärme 1·17 Rechenbeispiel Eine Umstellung aller alten Ölkessel in Österreich auf moderne Öl-Brennwerttechnik würde die jährliche Feinstaub-Belastung (PM10) von 133 Tonnen auf 107 Tonnen verringern. Eine Umstellung auf andere Energieträger würde hingegen eine Erhöhung der Belastung auf 1.867 Tonnen (!) nach sich ziehen. 13

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Kesseltausch-Aktion schützt Umwelt und Klima: Seit dem Jahr 2009 konnten durch die Modernisierung von alten ineffizienten Ölheizungen auf moderne Öl-Brennwertgeräte bereits 4.090 GWh an Energie und 1.104.313 Tonnen CO2 eingespart werden. Bereits 44.958 Haushalte freuen sich über eine neues Öl-Brennwertgerät. Einsparungen an Energie und CO2 durch die Kesseltausch-Aktion der Heizen mit Öl GmbH von 2009 – 2016 290,4 GWh 78,4 kt CO2 Vlbg 678,9 GWh 183,3 kt CO2 Tirol 719,8 GWh 194,4 kt CO2 OÖ 654,4 GWh 176,7 kt CO2 NÖ 343,6 GWh 92,8 kt CO2 Szbg 437,6 GWh 118,1 kt CO2 Kärnten 719,8 GWh 194,4 kt CO2 Stmk 130,9 GWh 35,3 kt CO2 Wien 114,5 GWh 30,9 kt CO2 Bgld Die Kesseltausch-Aktion der Heizen mit Öl GmbH trug bislang dazu bei, dass in Österreich tausende Gigawattstunden Strom eingespart und Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen. Von einer angenommenen Fortsetzung der Aktion bis 2020 profitieren Umwelt und Klima. ....... GWh ....... kt CO2 1483 GWh

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Hochgerechnete Einsparungen an Energie und CO2 bei Kesseltausch-Aktion der Heizen mit Öl GmbH von 2009 bis 2020 1631 GWh 440 kt CO2 OÖ 400 kt CO2 NÖ 658 GWh 178 kt CO2 Vlbg 1539 GWh 415 kt CO2 Tirol 779 GWh 210 kt CO2 Szbg Obenstehende Grafik rechnet die Werte hoch, wenn die Kesseltauschaktion bis 2020 weiter geführt wird. 1631 GWh 440 kt CO2 Stmk 992 GWh 268 kt CO2 Kärnten 297 GWh 80 kt CO2 Wien 260 GWh 70 kt CO2 Bgld Anzahl der modernisierten Ölheizungsanlagen pro Bundesland. Bundesland Immer mehr Haushalte entscheiden sich für die Modernisierung Ihrer Heizungsanlage und stellen auf ein modernes Öl-Brennwertgerät um. Wien Niederösterreich Burgenland Steiermark 808 8.479 1.796 8.279 Kärnten 4.088 Oberösterreich 6.790 Salzburg 4.622 Tirol 6.850 Vorarlberg 3252 Österreich 44.958 Stand: 31.12.2016

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