VNW Magazin 1/17

 

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VNW Magazin 1/17

Popular Pages


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Magazin Genossenschaftstag 2017 16. & 17. Mai in Bremen 1 2017 ManagementForum 2017 Mieter-App Gutachten: Baukosten und Energieeffizienz Marktstudie: Serielles Bauen

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Die multimediale Zukunft hält Einzug Machen Sie Ihre Immobilie fit mit einem zukunftsfähigen Netz. Vodafone Power to you Bieten Sie Ihren Bewohnern den Zugang zu vielfältigen Multimedia-Angeboten. Mit dem leistungsstarken Hybridnetz von Vodafone Kabel Deutschland, der idealen Kombination aus Glasfaser- und Koaxialkabel. Eine Entscheidung für die Zukunft. • Digitales Fernsehen – auch in HD-Qualität • Zeitflexibel fernsehen – mit dem Digitalen HD-Video-Recorder1 • Top-Filme und Serien auf Abruf mit der Vodafone Videothek2 • Internet mit Kabel-Power – mit bis zu 400 Mbit/s im Download bereits in einigen Ausbaugebieten verfügbar3 • Telefon-Anschluss – einfach und günstig über das Kabel3 • Kabel Internet Telemetrie – Bandbreite für Ihre Immobilie4 Mehr zu den Produkten und zur Verfügbarkeit unter www.vodafone.de/immobilienwirtschaft 1 Kopiergeschützte Sendungen (z. B. bestimmte Programme, Video-on-Demand) können aufgrund der Zusatzanforderungen einiger Programmveranstalter nicht angehalten, gespult oder aufgenommen werden. 2 Das Video-on-Demand-Angebot von Vodafone ist in immer mehr Städten und Regionen der Kabel-Ausbaugebiete von Vodafone verfügbar. Prüfung auf www.vodafone.de/vod. Voraussetzungen sind ein 862-MHz-Hausnetz, ein mit einer Giga TV 4K Box, einem Digitalen HD-Video-Recorder oder einem Digitalen HD-Receiver von Vodafone Kabel Deutschland ausgestatteter, kostenpflichtiger Kabel-Anschluss bzw. Vodafone TV Connect-Vertrag sowie ein Internet-Anschluss. Empfohlene Bandbreite mindestens 6 Mbit/s. 3 Vodafone Kabel Deutschland Internet- und Telefonprodukte sind in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland mit modernisiertem Hausnetz (862 MHz) verfügbar. Die Maximalgeschwindigkeit von 400 Mbit/s ist im Ausbaugebiet in ersten Städten und Regionen mit modernisiertem Hausnetz verfügbar. Weitere Städte und Regionen folgen. Bitte prüfen Sie, ob Sie die Produkte von Vodafone Kabel Deutschland in Ihrem Wohnobjekt nutzen können. Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag behält sich Vodafone Kabel Deutschland vor, die Übertragungsgeschwindigkeit für File-Sharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s zu begrenzen. Call-by-Call und Preselection nicht verfügbar. 4 Vodafone Kabel Deutschland Telemetrie ist in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland verfügbar. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Stand: Januar 2017 Vodafone Kabel Deutschland GmbH • Betastr. 6–8 • 85774 Unterföhring

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magazin I.I7 ZuwandeInruhnalgt Der Lübecker Bauverein feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Mehr zur Geschichte und zum Jubiläum erfahren Sie ab Seite 42. Auf dem Foto ist das älteste noch erhaltene Wohnhaus der Genossenschaft abgebildet. Quelle: Lübecker Bauverein eG 03 36 42 57 VNW THEMA – ANALYSE – VISION 02 Vorwort 03 20. ManagementForum 06 WOWI-Frühstück 07 Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern 08 Stromausschreibung 53 Identität und Wachstum 54 25 Jahre mgf Gartenstadt Farmsen 55 VNW-Nachrichten 56 Neubau in Mecklenburg-Vorpommern 58 VNW-Nachrichten 59 Fachkräftenachwuchs 60 Hohe Investitionen 10 Fachtagung BAU 12 Schwerpunkt: Serielles Bauen 24 Serie: Elektronische Archivierung 28 Serie: ERP-Umstellung 33 Norddeutscher Genossenschaftstag 34 Serie: BIM 36 Serie: Freiraumplanung 38 Baukosten und Energieeffizienz 42 Jubiläum Lübecker Bauverein 46 App für Mieter 1

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Vorwort Lena Fritschle, Chefredakteurin VNW-Magazin Liebe Leserin, lieber Leser, heute schon getrumpt? Nein? Besser so. Denn „trumpen“ (nicht zu verwechseln mit „trampen“) steht – dank US-Präsident Donald Trump – für unsoziales, ausgrenzendes, fremdenfeindliches Verhalten. Also für all das, was die Wohnungsgenossenschaften, die kommunalen Wohnungsgesellschaften und die sozial orientierten Wohnungsunternehmen im VNW eben nicht vertreten. Sie bauen keine Mauern, sondern Häuser und – im übertragenen Sinne – Brücken. Sie schließen keine Grenzen, sondern öffnen Türen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbandsunternehmen, die Mieterinnen und Mieter sorgen vor Ort dafür, dass Integration kein Fremdwort bleibt. Während auf der politischen Weltbühne populistische Rufe nach einer sogenannten „Rückbesinnung“ auf das eigene Land laut werden – „America First“ – und damit alles „Fremde“ ausgegrenzt wird, engagieren sich die Verbandsunternehmen in der nachbarschaftlichen Welt für ein offenes und friedliches Miteinander. Ganz nach dem Motto „Human First“ – der Mensch im Mittelpunkt. Der Mensch steht auch im Mittelpunkt, wenn aktuell darüber diskutiert wird, wie wir möglichst schnell und nachhaltig bezahl­ baren Wohnraum schaffen können. Kann der serielle Bau Abhilfe schaffen? Und welche Rolle spielen bei den Baukosten energetische Standards? Der ersten Frage ist die Marktstudie „Serielles Bauen“ von Analyse und Konzepte auf den Grund gegangen, die zweite Frage wird im InWIS-Gutachten „Baukosten und Energieeffizienz“ beantwortet. Beide Analysen hat der VNW gemeinsam mit anderen wohnungswirtschaftlichen Verbänden in Auftrag gegeben, um in einer Zeit alternativer Fakten und postfaktischer Argumente eine fundierte Basis zu schaffen. Einen Ausschnitt der Ergebnisse können Sie in dieser Ausgabe lesen. Beide Studien sind unter www.vnw.de abrufbar. Dort erhalten Sie wie gewohnt auch einen Überblick über das vielfältige Veranstaltungs- und Seminarangebot des Verbandes. An dieser Stelle möchte ich besonders auf den Genossenschaftstag hinweisen, der vom 16. bis zum 17. Mai in Bremen stattfindet, und an den Verbandstag am 15. Juni 2017 in Hamburg und den Mietrechtstag am 13. November in Lübeck erinnern. Berichten können wir in diesem VNW-Magazin bereits über das ManagmentForum 2017. Dies hat – zumindest mit Blick auf die nähere Zukunft – zum letzten Mal in Rostock-Warnemünde stattgefunden. Ab 2018 laden wir zum ManagementForum nach Lübeck-Travemünde ein. Grund dafür ist der Umzug der VNW-Arbeitstagung nach Rostock-Warnemünde. Vom 25. bis zum 27. September 2017, also direkt nach der Bundestagswahl, bieten wir bei der größten wohnungswirtschaftlichen Tagung im Norden wieder ein dichtes und abwechslungsreiches Programm. Wie immer wird es Zeit für Austausch und Diskussionen geben. Die Wohnungswirtschaft bleibt im Gespräch – mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – mit den Menschen vor Ort. Wir lassen uns nicht übertrump(f)en, sondern trumpfen lieber auf – durch Miteinander und Menschlichkeit. In diesem Sinne, alles Gute für 2017, Ihre Lena Fritschle 2

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20. ManagementForum Wir. Bauen. Wohnen. VNW Auf dem ManagementForum wurde das Tiny-House „Tiny100“ vorgestellt. Alle Fotos: VNW / D. Lilienthal Am 17. und 18. Januar war es wieder soweit: Der VNW hatte unter dem Motto „Wir. Bauen. Wohnen.“ zum ManagementForum eingeladen. Zahlenmäßig gab es dieses Jahr in RostockWarnemünde gleich zweimal Grund zum Feiern: Bereits zum 20. Mal fand die nach der Arbeits­ tagung größte VNW-Veranstaltung statt und verzeichnete mit 240 Gästen einen Teilnehmerrekord. „Wir brauchen Mutbürger!“ In seiner Begrüßungsrede blickte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner auf 20 Jahre ManagementForum zurück, um dann einen Blick in die Zukunft zu werfen. Für die Wohnungswirtschaft hänge viel von der gesamtwirtschaftlichen Lage ab. Ihr gesellschaftspolitisches Engagement sei gefragt. „Wir erleben einen fundamentalen Wandel der politischen Kultur. Viele sehen sich nur noch als bloße Konsumenten von Politik. Wenn die nichts auftischt, wird protestiert.“ Als Antwort auf diese „zunehmende Verrohung in Zeiten des Postfaktischen“ forderte Breitner: „Wir brauchen Mutbürger! Es geht um unsere Werte.“ 100 Euro pro Wohnung – all inclusive Jeder sollte sich eine Wohnung leisten können – auch in der Stadt. Das ist die These des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel. Im Interview mit VNW-Pressesprecherin und Moderatorin Lena Fritschle stellte Le-Mentzel das „Tiny House“ vor. Angelehnt an eine Bewegung aus den USA bietet es für 100 Euro Warmmiete 6,4 Quadratmeter Wohnraum – auf Rädern, denn als Fundament dient ihm ein Autoanhänger. „Der Fahrstuhl von IKEA ist größer“, scherzte Le-Mentzel. In Zeiten steigender Mieten und angespannter Wohnungsmärkte in Großstädten ginge es insbesondere darum, neue Wege zu beschreiten. Hinter der Tiny- (House-) Idee steckt eine viel größere: Le-Mentzel möchte ein Mehrfamilienhaus schaffen, welches winzige Wohnungen im Baukastensystem anbietet. Wer eine größere Wohnung benötigt (und sie sich leisten kann), nimmt einfach zwei oder mehr. Die Wohnungen sollten g3

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VNW VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling Matthias Klupp, A&K sich um einen „Co-Being-Space“ gruppieren, in welchem die Bewohner gemeinsam kochen, essen, spielen und arbeiten können. Gemeinsam Geschichte schreiben Die Idee von Le-Mentzel fand der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling sehr interessant. In seinem Grußwort erklärte er, dass die Hansestadt seit 2004 jährlich um rund 1000 Menschen wachse. Diese sowie die bereits ansässige Bevölkerung und nicht zuletzt die mehr als 13 000 Studierenden der Universität Rostock seien auf ausreichend bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Methling sprach von 6 000 zusätzlichen Wohnungen, die bis 2020 entstehen sollen. „Dazu brauchen wir Ihre Hilfe“, wandte der Oberbürgermeister sich an die Wohnungswirtschaft. „Ich würde mich freuen, wenn wir dieses neue Stück Rostocker Geschichte zusammen schreiben.“ Effizienz in Serie? Matthias Klupp von Analyse & Konzepte (A&K) präsentierte die Ergebnisse der Marktstudie „Serielles Bauen“. Die vom VNW und vtw Thüringen in Auftrag gegebene Studie konnte zahlreiche Potenziale, aber auch Hemmnisse in Bezug auf serielle bzw. modulare Bau- und Planungsverfahren herausarbeiten. Problematisch gestalte sich grundlegend die Tatsache, dass bisher keine systematisierte Ermittlung von Einsparpotenzialen statt­ gefunden habe. Aufgrund der gerade im Neubau erforderlichen hohen Stückzahlen von mindestens 150 bis 200 Wohneinheiten biete sich serielles Bauen außerdem bisher nur bei Großprojekten in Städten mit entsprechender Infrastruktur an. Potenziale sah Klupp vor allem beim Neubau von Typengebäuden und teilweise auch in der Bestandsentwicklung. Hier könnten durch Mengeneffekte durchaus Einsparungen erzielt werden. (Siehe Seite 13) Baukosten versus Energieeffizienzstandards In seinem Vortrag „Baukosten versus Energieeffizienzstandards“ stellte Michael Neitzel, Geschäftsführer der InWIS GmbH, die Ergebnisse des Gutachtens „Baukosten und Energieeffizienz“ vor. Neitzel zog ein knappes, aber klares Fazit seiner Untersuchung: „Der Energieeffizienzstandard eines Gebäudes hat einen sehr hohen Einfluss auf die Baukosten und ist ein wesentlicher Einflussfaktor.“ (Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Gutachtens lesen Sie ab Seite 38.) Pauschalmiete mit Energieflaterate Prof. Timo Leukefeld fragte in seinem Vortrag „Wie werden wir in Zukunft leben?“ und zeigte, welche Techniken heute schon die Welt verändern. In Japan ersetzten Roboter z.B. das Empfangspersonal an der Hotelrezeption und in China würden Häuser bereits im 3D-Druck-Verfahren erstellt. In Bezug auf die Energieversorgung könne der technische und digitale Fortschritt bald auch in der Wohnungswirtschaft zu starken Veränderungen führen. Durch eine intelligente Energieversorgung mit Wärme, Strom und Mobilität aus Sonne sowie eingebautem Langzeit­ speicher ließen sich energieautarke Häuser schaffen. Eine Konsequenz daraus: die Wohnungsunternehmen könnten eine „Pauschalmiete mit Energieflaterate“ anbieten. Der Trump-Effekt Wie sich eine exportabhängige deutsche Wirtschaft nach dem Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump entwickelt und welche Auswirkungen dies auf den Immobilienmarkt hat, erläuterte Prof. Dr. Peter Bofinger von der Universität Würzburg. Das Mitglied der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen attestierte Deutschland insgesamt eine gute wirtschaftliche Michael Neitzel, InWIS GmbH 4 Prof. Timo Leukefeld Wirtschaftsweiser Prof. Dr. Peter Bofinger

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VNW Peter Stöhr, Dr. Klein Firmenkunden AG VNW-Prüfungsdirektor Gerhard Viemann Britt Zimlich, Leiterin Unternehmens­ entwicklung der WIRO, und Axel Ebert, wortwelt Verfassung, die allerdings durch protektionistische Absichten der USA sowie die drohende Altersarmut im eigenen Land in Zukunft vor große Herausforderungen gestellt würde. Bei Mietshäusern sei mit Beginn der zweiten Jahreshälfte von 2010 nach langer Flaute ein Preisanstieg zu verzeichnen. „Dieser Anstieg ist im europäischen Vergleich aber eher unauffällig, genau wie der Anstieg von Immobilienkrediten moderat ausfällt“, gab Bofinger Entwarnung. Realwirtschaftlich zeichneten sich auf dem Immobilienmarkt keine Überhitzungstendenzen ab, befand der Professor für VWL, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen. Ebenfalls Thema war Trump im Vortrag von Peter Stöhr von der Dr. Klein Firmenkunden AG. Stöhr stellte (neue) Wege der Immobilienfinanzierung, z.B. über Schuldscheindarlehen oder Anleiheemissionen, vor. Nach der US-Wahl im November vergangenen Jahres habe man, so Stöhr, einen Zinsanstieg wahrnehmen können. Zinsen und Darlehen waren ebenfalls Thema in der Präsentation „Neuigkeiten aus Prüfung und Beratung“ von Gerhard Viemann, VNW-Direktor für den Prüfungsdienst. Er stellte unter anderem einen Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums vor, der eine Novelle des Genossenschaftsgesetzes vorsieht. Des Weiteren ging Viemann auf die Behandlung von Zuschüssen und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen bei negativen Zinsen ein. „Worte brauchen Werte“ „Worte brauchen Werte und Werte brauchen gute Worte“, erklärte Britt Zimlich, Leiterin Unternehmensentwicklung der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft, in der Präsentation „Jede Mahnung eine Imagebroschüre: Wie Alltagstexte Mietermeinung prägen“. Gemeinsam mit Axel Ebert von der österreichischen Agentur wortwelt und dem WIRO Team hat Zimlich die komplette Mieterkommunikation der WIRO analysiert und verbessert. Damit sich die Mieterinnen und Mieter bei der WIRO wohlfühlen, sei eine freundliche, eindeutige und leicht verständliche Sprache wichtig – besonders im schriftlichen Austausch. Miteinander-Management Dr. Walter Kromm, Mediziner, Philosoph und Master of Public Health, erklärte in seinem Vortrag „Die Welt ist im Wandel – Umgang mit Veränderungen. Philosophie und Medizin für den Alltag“, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement meist vollkommen falsch verstanden würde. Nicht der Obstteller oder der Fitness-Gutschein seien ausschlaggebend. „Das geht alles am Problem vorbei. Es geht um Wertschätzung. Wir brauchen ein betriebliches Miteinander-Management.“ Wie das aussieht, steht in seinem jüngst veröffentlichten Buch „Die Kraft der guten Gefühle – Ein Unternehmen berät sich selbst“, welches Dr. Kromm den Anwesenden zur Verfügung stellte. Fairplay – nicht nur im Fußball In eine ähnliche Richtung, aber auf einem ganz anderen (Spiel-) Feld, argumentierte schließlich Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, in seiner Rede zum Thema „Ethik in Sport und Gesellschaft“. Auch im Fußball, insbesondere an der Basis, ginge es um Wertschätzung und damit zusammenhängend um Fairplay. „Wohlverstandenes Ehrenamt kann in einem Verband viel Gutes bewirken“, sagte Grindel. Er stellte das neue DFB-Projekt der „Fairplay-Liga“ vor. Die Nachwuchskicker sollen dabei – ohne Schiedsrichter und ohne Einfluss der Eltern – selbst entscheiden, ob es ein Foul oder der Ball im Aus war oder nicht. Damit lasse sich schon früh sportlich-faires Verhalten erlernen. h ManagementForum 2018: 16. & 17. Januar 2018 in Lübeck-Travemünde Dr. Walter Kromm DFB-Präsident Reinhard Grindel Architekt Van Bo Le-Mentzel berichtete im Interview mit VNW-Presses­ precherin Lena Fritschle über die Idee des „Tiny-Houses“. 5

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VNW WOWI-Frühstück in Kiel Land und Wohnungswirtschaft für mehr bezahlbaren Wohnraum – Albig und Breitner bekräftigen Zusammenarbeit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat am 1. Februar 2017 beim WOWI-Frühstück vor gut 50 Vorständen der Verbandsunternehmen sowie kommunalen Vertretern zur engen Zusammenarbeit beim Wohnungsbau aufgerufen. Albig verwies auf die Wohnraumförderprogramme des Landes. „Der Bedarf an bezahlbarem Wohnungsbau kann nur in gemeinsamer Verantwortung erfüllt werden“, sagte er. Mit mehr als 20 000 fertiggestellten Wohnungen in 2014 und 2015 sei SchleswigHolstein dabei auf einem guten Weg. Mehr als 15 000 Baugenehmigungen in 2016 würden diesen positiven Trend bestätigen. „Das Land wird das sehr erfolgreiche ‚Bündnis für bezahlbares Wohnen‘ fortsetzen und weiterhin verlässliche und ressortübergreifende Rahmenbedingungen sicherstellen.“ VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner lobte die angekündigte Verbesserung der Wohnraumförderung. „Das Land hat die Relevanz des Wohnungsbaus erkannt“, erklärte Breitner. „Zuschüsse sind ein Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (Mitte) zu Gast beim WOWI-Frühstück in Kiel mit Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor (rechts), und Raimund Dankowski, Vorsitzender des VNW Landesverbandes Schleswig-Holstein (links). Fotos: Jörg Wohlfromm / Werbung.sh. sehr wichtiges Signal an die Wohnungswirtschaft. Nun können Investitionen wieder vermehrt in den mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungsbau gelenkt werden.“ Das sei zuletzt wegen hoher Auflagen und Kosten wirtschaftlich immer seltener vertretbar gewesen. Allerdings erinnerte der VNW-Verbands­ direktor auch daran, dass Wohnungsbau nicht allein eine Finanzierungsfrage sei. „Wir müssen Formate entwickeln, mit denen eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Politik in den Kommunen sichergestellt wird. Wohnraum ist Teil kommunaler Infrastruktur, Wohnraumversorgung eine Daueraufgabe. Wohnungsbau muss auf Verwaltungsebene Chefsache und von der Kommunalpolitik gewollt sein“, so Breitner. Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin im Innenministerium, rief zu einer „Willkommenskultur für Kräne und Bagger“ auf. Aus dem Innenministerium ebenfalls anwesend waren Norbert Scharbach, Ministerialdirigent, sowie Dr. Maik Krüger, Referatsleiter Wohnraumförderung. Unter den Gästen waren außerdem Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, Dr. Christoph Mager, Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg, sowie Peter Lehnert, MdL. Diskutiert wurde anschließend über hohe Standards beim Bau und deren Auswirkungen auf die Kosten. Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. sagte in Richtung Politik: „Wir bauen in vernünftigen Standards. Alle weiteren Anforderungen, wie spezielle Stellplatzverordnungen oder überdachte Fahrradplätze, bringen das Fass zum Über­ laufen.“ Er riet dazu, gut abzuwägen, ob städtebauliche Wett­ bewerbe tatsächlich immer nötig seien. Das WOWI-Frühstück ist ein neues wohnungswirtschaftliches Format des VNW, das dem direkten fachlichen Austausch der Akteure in Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft dient. Das erste WOWI-Frühstück hat im Juni mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz stattgefunden. Am 13. Juni 2017 ist ein weiteres WOWI-Frühstück mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks geplant. Dieses wird in Hamburg stattfinden. h 6

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Mecklenburg-Vorpommern Vorstand tagt in Holzminden VNW Am 24. und 25. Januar 2017 hat der Vorstand des VNW Landes­ verbandes Mecklenburg-Vorpommern in Holzminden getagt. Gastgeber waren Thomas Peithmann, Vertriebsbeauftragter Immobilienwirtschaft, sowie Gerold Fuge, Trainer Energy Campus, von Stiebel Eltron. Fuge erläuterte in einem Vortrag, welche Möglichkeiten es für die Wohnungswirtschaft in der Versorgung mit erneuerbaren Energien gibt. Außerdem erhielten die Vor­ standsmitglieder einen Einblick in den Energy Campus und besichtigten das Produktionswerk. h Die Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern zu Gast bei Stiebel Eltron. Hinten: Arno Gutzmer, Roland Blank, Klaus-Dieter Thauer, Gerhard Viemann, Dieter Vetter, René Gansewig und Thomas Peithmann (Stiebel Eltron). Vorne: Lena Fritschle (Gast), Liane Hercher (Gast), Klaus-Dieter Lehrkamp, Uta Meckert, Gerold Fuge. Foto: Stiebel Eltron Mitgliederversammlung Lob und Kritik in Richtung Politik Am 7. Dezember 2016 folgten rund 100 Vorstände und Geschäftsf­ührer der ansässigen Mitgliedsunternehmen sowie weitere Gäste der Einladung des VNW Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern zur jährlichen Mitgliederversammlung. Dieter Vetter, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes MecklenburgVorpommern, begrüßte die Anwesenden in Göhren-Lebbin und lobte die Absichten der neuen Landesregierung, zahlreiche Förderprogramme wie etwa das Programm „Soziale Stadt“ weiterzuführen. Gleichzeitig kritisierte er Punkte der neuen Koalitions­ vereinbarung: „Den Glasfaserausbau als Bedingung an die Städtebau- und Wohnraumförderung zu knüpfen, ist praxisfern.“ Außerdem sprach er sich, ebenso wie im Laufe der Tagung auch VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner und GdW-Präsident Axel Gedaschko, gegen eine neue Gemeinnützigkeit aus. Breitner fand zudem scharfe Worte für das Ergebnis der Klimaschutzkonferenz, das die Wohnungswirtschaft vor große Probleme stelle: „Paris war schlimm, aber Marrakesch hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt.“ Breitner bezog sich dabei auf die weitere Verschärfung der Einsparziele für CO2. Im Anschluss befasste sich GdW-Präsident Axel Gedaschko unter anderem mit dem Thema Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft. In Vertretung für den Energieminister in Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel, stellte Referatsleiterin Beate Görke die wohnungspolitischen Schwerpunkte des Ministeriums vor und versprach die Fortführung der Allianz für das Wohnen. Abschließend berichtete zunächst Ralf Zimlich, WIRO-Geschäftsführer, im Gespräch mit Roland Blank, damaliger Geschäftsführer des VNW Landesverbandes MecklenburgVorpommern, von der Gründung der Tochtergesellschaft „WIR Wärme in Rostocker Wohnanlagen“. Durch die WIR erlange man die Möglichkeit, neben Mieten auch die Nebenkosten für die Bewohner gering zu halten. Ebenfalls im Gespräch mit Blank erzählten René Gansewig, Vorstand NEUWOBA, und Klaus-Peter Adomeit, Geschäftsführer WVG Greifswald, von der Entstehung ihrer Tochtergesellschaften „SODIEN Soziale Dienste“ bzw. „SoPHi“, die den Mieterinnen und Mietern mit einem breiten Angebot an sozialen Dienstleistungen zur Verfügung stehen sollen. h Ehrung und Verabschiedung von Roland Blank Am Abend des ManagementForums 2017 wurde Roland Blank, Geschäftsführer des VNW Landesverbandes MecklenburgVorpommern, mit der silbernen Ehrennadel des VNW ausgezeichnet und verabschiedet. Verbandsdirektor Andreas Breitner und Dieter Vetter, Vorsitzender des VNW Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, lobten das herausragende Engagement Blanks. Nach sechsjähriger Tätigkeit für den VNW wechselte Blank am 1. Februar 2017 in den Vorstand der Wohnungs­ genossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock eG. h Roland Blank wird von Dieter Vetter und Andreas Breitner verabschiedet und mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. 7

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VNW VNW-Stromausschreibung erzielt sauberes Ergebnis für Mitgliedsunternehmen Gebündelter Erfolg Die Strompreise sind hoch – ein Ende der Steigerungen nicht in Sicht. Der Umbruch in der Energiewirtschaft und die Energiewende sind die wesentlichen Gründe. Konventionelle Kraftwerke erzielen weniger Erträge, die Energievertriebe stehen unter Erfolgsdruck. Sie müssen hohe Margen erzielen, zulasten der Verbraucher. Um hier ein Gegengewicht zu schaffen, hat der VNW eine Ausschreibung für den Allgemeinstrombedarf der Verbandsunternehmen durchgeführt. Das magazin hat Christoph Kostka, Geschäftsführer des VNW Landesverbandes Schleswig-Holstein, und Stefan Strenge, Geschäftsinhaber Hansa Energie Service, zu den wichtigsten Punkten befragt. magazin: Was waren die besonderen Rahmen­ bedingungen bei dieser Ausschreibung? Christoph Kostka: Wir wollten weg von den üblichen Preisabfragen. Um im Mieterinteresse vernünftige Konditionen verhandeln zu können, muss der Abfragende, also wir, ernst genommen werden. Dazu benötigten wir Volumen und Abnahmeverbindlichkeit. Also Klarheit für die Anbieter. Die müssen wissen, auf was sie anbieten. Wir haben daher vor Ausschreibungsbeginn Handlungsmandate von den Mitgliedsunternehmen eingesammelt und sind dann als Großkunde auf den Markt gegangen. Spätestens ab hier kamen wir aber ohne energiewirtschaftliches Know-how nicht weiter. Das haben wir uns bei der Hansa Energie Service geholt. Grafik 1: Darstellung des Volatilitätsrisikos Quelle: EEX / Hansa Energie Service magazin: Wer hat sich an der Stromausschreibung beteiligt und was wurde erreicht? Kostka: Im ersten Schritt haben sich 37 Mitgliedsunternehmen mit einer Gesamtabnahme von immerhin 31 Gigawattstunden beteiligt. Der reine Energiepreis, ohne Steuern, Abgaben und Durchleitungsentgelte, konnte um gut 30 Prozent im Vergleich zur Preisstellung für 2016 reduziert werden. Wir beziehen reinen Grünstrom und tragen auch hier etwas zum Klimaschutz bei. Wir haben volle Volumentoleranz, können also mit naturgegebenen Schwankungen bei der Abnahmemenge gut umgehen. Im Gesamtpaket inbegriffen ist ein Rundumservice – die Umstellung war problemlos. Wer will, kann via BK01 Immoconnect abrechnen. magazin: Ein gutes Produkt, gute Konditionen und guten Service erwartet jeder. Wie kommt man dahin? Stefan Strenge: Bündelung ist der erste Schritt. Über die vergleichsweise hohe Abnahmemenge konnten wir eine Ausschreibung mit 20 leistungsfähigen Versorgern organisieren. Und haben damit einen Wettbewerb erzielt. Wir haben die Ausschreibung präzise verfasst und darauf geachtet, dass unsere Anforderungen nicht zu Risikoaufschlägen führen. Außerdem mussten wir dem Fakt volatiler Einkaufspreise an der Leipziger Energiebörse Rechnung tragen. Ordern Sie die Gesamtmenge auf einen Schlag, ist die Gefahr groß, dass Sie zu einem für Sie ungünstigen Zeitpunkt einkaufen. Das verbietet sich. Wohnungsunternehmen sind zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet, auch ihren Mietern gegenüber. Durch Verteilung der Gesamtabnahme auf mehrere Tranchen haben wir das Volatilitätsrisiko minimiert (siehe Grafik 2). Der Trancheneinkauf ist Sache des Versorgers. Dessen Aufwand für Energiebeschaffung, Abrechnung und Handling wie auch die Marge und eventuelle Risikoaufschläge werden über eine fixe Service-Fee abgegolten. Deren Höhe wird über die Ausschreibung ermittelt und in den Energiepreis eingerechnet. Die Preiskalkulation ist dadurch sehr transparent und nachvollziehbar. magazin: Was können Mitgliedsunter­ nehmen tun, die noch nicht an der Stromausschreibung teilnehmen? Kostka: Der Zug für 2017 rollt. Einsteigen ist aber weiterhin möglich. Wer sich entschließt, für das Lieferjahr 2018 dabei zu sein, kann sich gern bis zum 19. Mai 2017 beim VNW melden. Als Entscheidungsgrundlage stellen wir gern und vertraulich unseren aktuellen Preis dem des Mitgliedsunternehmens gegenüber. Sprechen Sie uns an. h Grafik 2: Risikominimierung durch Tranchenbeschaffung Quelle: EEX / Hansa Energie Service 8

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Fachtagung Bau Fachtagung BAU Verbändekooperation: Fachtagung BAU in Braunschweig Von BIM und BEM und E-Mobilität BRAUNSCHWEIG. Gelungene Premiere für VNW und vdw: Die erste Fachtagung BAU in Braunschweig hat einen breiten Strauß an Themen und entsprechend viel Diskussionsanlass geboten. Das vielfältige Programm und die Expertise der Referenten spiegelte wider, unter welch komplexen Rahmenbedingungen die Wohnungswirtschaft derzeit beim Neubau und der Bestandsentwicklung agiert. Rund 70 Bau- und Technikexperten aus beiden Verbandsgebieten waren zu ihrem Fachtreffen in die zweitgrößte Stadt Niedersachsens gekommen. Zu Beginn stand die gemeinsame Sitzung der beiden Fachausschüsse. Unter der Leitung der Technischen Referenten Petra Memmler (VNW) und Hiram Kahler (vdw) sowie der Ausschussvorsitzenden Dietmar Jonscher (VNW) und Heinz Wensing (vdw) standen unter anderem folgende Themen an: Aufzugstechnik, Elektromobilität, serielles Bauen, Überspannungsschutz in Wohngebäuden. Im Anschluss präsentierten die drei großen Braunschweiger Wohnungsunternehmen, die kommunale Nibelungen Wohnbau, die Braunschweiger Baugenossenschaft und die Wohnungsgenossenschaft Wiederaufbau ihre Pläne zur Realisierung des neuen Stadtteils „Nördliches Ringgebiet“. Nach kurzen Einführungsvorträgen fuhren die Teilnehmer mit dem Bus ins Quartier, um sich von den Ausmaßen und den Bauanfängen ein Bild zu machen. Auf zehn Hektar sollen in den nächsten Jahren rund 1 600 Wohnungen entstehen – im ersten Bauabschnitt zunächst etwa 500. Dr. Ingrid Vogler vom GdW gab zu Beginn der Tagung am zweiten Tag einen Überblick über umgesetzte bzw. geplante Gesetzesvorhaben der Bundesregierung. Unter anderem kam sie auf die möglichen Auswirkungen des Gebäudeenergiegesetzes, die geplanten Änderungen beim Energieausweis, die Aussichten von Mieterstrommodellen, die Abfallregelung von Dämmmaterialien, die Musterbauordnung und zusätzliche EU-Richtlinien zu sprechen. Weitere Themen: die TGA-Planung für ein Neubauprojekt der Wiederaufbau, die Einsatz- und Kontrollmöglichkeiten durch die Anwendung von „Building Information Modelling“Technologie (mehr zu BIM in diesem Heft sowie im magazin 5 / 2016) und die Aussichten bei der Beteiligung von Mietern an der Energiew­ ende. Das Zusammenwirken von Photovoltaik und leistungsstarker Speichertechnik („Das sind eineiige Zwillinge.“) sei dabei von entscheidender Bedeutung, sagte Professor Bernd Engel von der TU Braunschweig. Er verwies auf ein aktuelles Forschungsvor­haben zum sogenannten „Building Energy Management (BEM)“, an dem sich auch die Nibelungen Wohnbau mit mehreren Musterwohnungen beteiligt. 10

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Fachtagung BAU Das Aufkommen von Elektroautos wird sich auch auf die Wohnungswirtschaft auswirken. Dr. Klaus-Dieter Clausnitzer vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung ließ in seinem Beitrag keinen Zweifel daran, dass trotz der aktuell sehr überschaubaren Zahlen von E-Autos der Einbau etwa von Ladestationen beim Wohnungsneubau und bei der Sanierung von Gebäuden und Stellflächen bereits jetzt „mitgedacht“ werden sollte. Das Thema werde die Branche in den nächsten Jahren in jedem Fall beschäftigen. Stefan Fölsch von der GEWOBA in Bremen berichtete, dass das Unternehmen in ihren Bau- und Sanierungsplänen die spätere Installation von Ladestationen schon berücksichtige. Der VNW wird am 3. April in Hamburg zum Thema „Elektromobilität und Wohnungswirtschaft“ eine Fachtagung veranstalten. Sehr kompakte Vorträge über Wärmepumpentechnik, Hanf als Dämmmaterial, die Betriebssicherheitsverordnung von Aufzügen und das neue Rollenverständnis von Energieversorgern rundeten das Programm der Fachtagung BAU in Braunschweig ab. Viele Teilnehmer äußerten sich im Anschluss sehr zufrieden über das Veranstaltungsformat, die Themenvielfalt und den Erfahrungsaustausch mit Kollegen. h Von links nach rechts: Heinz Wensing (Spar- und Bauverein Hannover, Vorsitzender des Technischen Ausschusses beim vdw), TGA-Planer Carsten Raabe, BIM-Experte Philipp Ohm, Dr. Ingrid Vogler (GdW-Referentin), Dr. Klaus-Dieter Clausnitzer (Fraunhofer Institut), Petra Memmler (VNW-Referentin), Dietmar Jonscher (GEWOBA Nord, Vorsitzender des Technischen Ausschusses beim VNW), vdw-Verbandsdirektor Heiner Pott. 11

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SECRHIEW: ESRePriUelNleKsTB: aSueerinelles Bauen Serielles Bauen III Der Bedarf an neuen – vor allem bezahlbaren – Wohnungen ist hoch; in Norddeutschland liegt er bei gut 50 000 pro Jahr. Als eine Möglichkeit für schnellen, nachhaltigen und kostengünstigen Wohnungsbau wird aktuell das serielle Bauen diskutiert. In Zeiten hoher Grundstückspreise, verschärfter Vorgaben, drastisch gestiegener Baukosten und langwieriger Genehmigungsverfahren könnte serielles bzw. modulares Bauen Abhilfe schaffen. Das magazin zeigt daher in einer Schwerpunktreihe Pros und Kontras des seriellen Bauens auf. Experten aus Wohnungswirtschaft, Bauindustrie und Architektenkammer beschreiben Chancen und Grenzen des seriellen Bauens. In einer Studie hat der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW) gemeinsam mit dem vtw Thüringen eben diese Bauweise untersuchen lassen. Einen Ausschnitt der Ergebnisse können Sie in dieser Ausgabe des magazins nachlesen. 12

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SCHWERPUNKT: Serielles Bauen Ergebnisse der Marktstudie 2017 Im Rahmen einer Marktstudie hat Analyse & Konzepte, Beratungsgesellschaft für Wohnen, Immobilien, Stadt­ entwicklung mbH, für den Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) und den Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) ermittelt, welche Formen des seriellen Bauens bei Neubau und Bestandsentwicklung aktuell praktiziert werden, welche Erfahrungen damit gewonnen wurden und ob diese Bau- und Produktionsformen im Hinblick auf Mengen- und Kosteneffekte zukünftig tatsächlich eine wirkungsvolle Vorgehensweise sein könnten, dem großen Neubaubedarf effizient zu begegnen und die Bestände wirtschaftlicher zu errichten und weiterzuentwickeln. Das magazin stellt die dort ermittelten Ergebnisse vor. Potenziale und Hemmnisse des seriellen Bauens Die Ausführungen der Studie verdeutlichen, dass das serielle Bauen prinzipiell gute Potenziale bietet, um bei der Errichtung und Sanierung von Mehrfamilienhäusern direkt oder indirekt Kosten einzusparen. So ist der Einsatz serieller Bauweisen und standardisierter Elemente in den Bereichen Einfamilien- und Reihenhausbau (Fertighauserrichtung, häufig durch Generalunternehmer), Industriebau (Werkhallen), Büro und Verwal- tungsgebäude sowie im Wohnungsbau bei einzelnen Bauteilen (vor allem Decken- und Wandelemente) bereits weitverbreitet. Auch bei einer großen Zahl von Wohnungsunternehmen ist eine grundsätzliche Akzeptanz gegenüber dieser Bauweise vorhanden. Es werden hier nennenswerte Potenziale gesehen, wenngleich eine konkrete Befassung mit diesem Themenbereich aktuell noch eher die Ausnahme bildet. Ein zentrales Hemmnis für die Umsetzung serieller Bauweisen bildet für viele Wohnungsunternehmen ein zu geringer Kenntnis- und Informationsstand in diesem Bereich. Dieses betrifft sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekte. Als wichtiges Argument gegen den Einsatz serieller Bauweisen werden in der Wohnungswirtschaft weiterhin die Negativbei­ spiele großer, uniformer Siedlungsbestände und identischer Wohnungseinheiten aus den Zeiten der DDR-Plattenbauten und der Großwohnsiedlungen der 1970er Jahre im Westen angeführt. Dieses gilt für Vertreter ostdeutscher Wohnungsunternehmen, die häufig das Ziel verfolgen, die Großsiedlungsbestände im Rahmen von Modernisierungen vielfältiger zu gestalten und der Uniformität entgegenzuwirken. Aber auch in Westdeutschland ist die Furcht vor zu wenig individuellem Neubau häufiger anzutreffen. Bei den industriell gefertigten Plattenbauten handelt es sich aber um die weitestgehende Form des seriellen Bauens. Dabei sind das Negativimage und die nach wie vor bestehenden g EntschEidEn siE sich hEutE für zufriEdEnE MiEtEr von MorgEn BLEJAErstAsztEtEnn! dEr KABELAnschLuss dEr tELEKoM für diE WohnungsWirtschAft  Zukunftssicherer Anschluss dank hochmoderner Glasfaserkabel  Maximale Zuverlässigkeit dank größter Service-Mannschaft Deutschlands  Reibungsloser Anbieterwechsel durch perfekte Betreuung Informieren Sie sich jetzt unter: www.telekom.de/einfach-umschalten 182x128_AZ_WoWi_VDW_Paerchen_RZ.indd 1 31.01.17 14:33 13

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