Zeitung für Kinder 12. Ausgabe

 

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Zeitung für Kinder 12. Ausgabe

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Heft 12 | 2. Ausgabe 2016 Eltern und ErzieherInnen Seite 3 Seiten 5, 9-11 Seite 7 icKhoemrzma..th,l' euch was! FDaAs EBichEhLörHnchAenFunTd :der Mauersegler PErzRähAlenXunIdSENrzäAhleHn la:ssen! – Zeit für Erzählen AUS DEM FAMILIENALLTAG: Erzählen in der Familie Quelle: Kita Gummistiefelchen Herausgegeben von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH in Kooperation mit dem Landkreis Görlitz 1

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SEHR GEEHRTE LESER, LIEBE KINDER, „Eine gut erzählte Geschichte macht aus den Ohren Augen.“ FABELHAFT Das Eichhörnchen und der Mauersegler . . . . . . 3 Chinesisches Sprichwort WORTWÖRTLICH . . . . . . . . . . . . . 4 Erfinder und Erzähler treffen auf aufmerksame Zuhörer in der neuen Ausgabe der „Zeit(ung) für Kinder“. Die Redaktion hat für Sie recherchiert und zeigt, warum Kinder Geschichten brauchen und Erwachsene genau hinhören sollten. Ob Vorlesen oder Erzählen: Kinder entwickeln so ihren Wortschatz und eignen sich ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit an. Geschichten helfen ihnen,Werte zu entwickeln sowie zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Für sie entstehen dadurch Bilder im Kopf, die ihre Fantasie anregen und sie in ihre ganz eigene spannende Welt eintauchen lassen. Für Erwachsene gilt es genau hinzuhören und sich Zeit zum Zuhören zu nehmen, denn Kinder haben viel zu sagen. Sie geben uns durch ihre verbalen Äußerungen einen Einblick in ihr Denken, ihre Gefühle, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ängste und ihre Erlebnisse. Spitzen wir nun unsere Ohren und lauschen den großen und kleinen Geschichtenerzählern! PRAXISNAH Erzählen und erzählen lassen! . . . . . . . . . . . 5 KÜNSTLERISCH & KREATIV Original und Fälschung . . . . . . . . . . . . . . 6 Ausmalbild . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 AUS DEM FAMILIENALLTAG Es war einmal … beim Wandern . . . . . . . . . 7 Oma, Opa – erzählt doch mal! . . . . . . . . . . 7 WISSENSWERT Erzählfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 PRAXISNAH Zeit fürs Erzählen . . . . . . . . . . . . . . . . 9 ERZÄHLEN – ein Schatz für die Zukunft . . . . . 10 4. Seminar „Kulturelle und künstlerische Praktiken in der kulturellen Bildung im frühkindlichen Bereich“ . . . . . . . . . . . 11 Ein paar Verse aus der KITA Gummistiefelchen . . 12 Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr Bernd Lange, Landrat Landkreise Görlitz Impressum Redaktionsleitung - Ariane Archner • Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH Redaktion - Mandy Berg • Landkreis Görlitz, Mitarbeiterin Kultursekretariat - Nicole Blana • Hochschule Zittau/Görlitz - Ulf Großmann • Netzwerkstelle Kulturelle Bildung, Kulturraum OL-NS - Susanne Hoffmann • Landkreis Görlitz, Büro Landrat - Joachim Mühle • Landkreis Görlitz, Kulturamt - Daniel Wiesner • Landkreis Görlitz, Jugendamt Alle Ausgaben finden Sie auch online auf www.kreis-goerlitz.de Lob, Kritik,Anregungen? Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns an zeitung-fuer-kinder@kreis-gr.de Redaktionsschluss: 15. November 2016 Layout: Ariane Archner • ENO mbH Druck: Lausitzer Druckhaus GmbH Auflage: 10.000 Exemplare Alle in dieser Ausgabe verwendeten Personenbezeichnungen gelten generell für beide Geschlechter und sind nicht diskriminierend zu verstehen. Bildnachweise Titel - Kita „Gummistiefelchen“ Seite 3 - Ramona Kliemt Seite 4 - © fotoschab / Fotolia.com Seite 5 - Kita „Gummistiefelchen“ Seite 6 - Ramona Kliemt Seite 9 - Nikola Hübsch Seite 10 - Jule Richter Seite 11 - Ulf Großmann Grafiken - © snyGGG / Fotolia.com Literaturquelle zum Artikel Seite 8 Schelten-Cornish, S. (2008): Förderung der kindlichen Erzählfähigkeit. Geschichten erzählen mit Übungen und Spielen. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag. 2

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FABELHAFT: DAS EICHHÖRNCHEN UND DER MAUERSEGLER Das Eichhörnchen saß gemeinsam mit einem schwarzen Vögelchen bei einer Haselnuss direkt vor seinem Kobel und spitzte seine Ohren. Die beiden hatten sich gerade kennengelernt und der Vogel berichtete aus seinem Leben: „Meine Heimat ist in Deutschland.Aber ich reise sehr ger- ne. Fast das ganze Jahr bin ich unterwegs. Um noch genauer zu sein: Beinahe mein ganzes Leben verbringe ich in der Luft. Ich fresse im Flug und auch wenn es verwunderlich klingen mag: ich kann beim Fliegen auch schlafen.“ „Was bist du denn für einer? Wie soll das denn funktionieren?“, staunte das Eichhörnchen. „Na, ich bin ein Mauersegler. Mein Körper ist für das Fliegen gebaut. Schau doch mal: ich bin klein, schmal und leicht, habe breite Flügel und dazu noch ganz glatte Federn. Ich liebe es, zu fliegen. Und daher fällt es mir auch nicht schwer, bis nach Afrika zu reisen. Du glaubst gar nicht, was ich schon alles gesehen habe.“ „Stopp, stopp, stopp! Wo ist denn Afrika? Und was hast du denn alles gesehen?“, fragte das Eichhörnchen. Mit einem Lächeln erzählte der Vogel: „Lehn dich mal zu- rück und hör gut zu. Afrika ist ein Kontinent. Er ist gaaanz weit entfernt. Ich fliege ungefähr ein halbes Jahr bis dahin. Auf meiner Reise begegnen mir die interessantesten Tiere. Einmal habe ich mit meinen Freunden eine Pause gemacht – auf einem Baum in der Savanne. Plötzlich stupste mich eine riesige Nase von hinten an. Erschrocken drehte ich mich um und da schaute mich plötzlich ein braungelber Kopf an mit sooo großen Nasenlöchern, einer riiiesigen Zunge und Ohren, die größer als ich waren.“ Der Mauersegler fuchtelte mit seinen Flügeln in der Luft herum und erzählte aufgeregt weiter: „Ich blickte nach unten: an dem Kopf hing ein langer Hals und vier stakselige Beine. Ich war drauf und dran, loszufliegen. Da sprach der Braungelbe plötzlich: ‚Halt. Halt. Bitte hilf mir. Ich brauche deine Hilfe.‘ Ich zitterte am ganzen Körper und stotterte, was er nur von mir wolle. Im Hintergrund legten sich bereits drei Hyänen auf die Lauer, um den Langhals zu jagen. Meine Freunde und ich erkannten schnell, dass er wirklich unsere Hilfe brauchte. Der Langhals stellte sich schnell vor. Er hieß Gustav und war angeblich ein kleines Giraffenkind, das seine Familie verloren hatte. ‚Bitte lenkt die Hyänen ab, damit ich schnell von hier verschwinden kann‘, flehte er. Ohne viel Zeit zu verlieren, fassten wir all unseren Mut und flogen in Richtung der gefräßigen Hyänen. Mein Herz pochte so laut, dass ich glaubte, unsere Feinde würden das hören. Meine Freunde und ich pickten ihnen in die Ohren, flogen um sie herum und gaben den lautesten Lärm von uns, den wir jemals gemacht haben. Im Hintergrund sah ich den Langhals verschwinden.“ Der Mauersegler bekam beim Erzählen ganz große Augen und wurde immer lauter. Das Eichhörnchen staunte mit ebenso großen Augen und hielt die Luft an. Sie saßen noch lange beisammen und berichteten sich von ihren Erlebnissen. Wieder hatte das Eichhörnchen einen neuen Freund gefunden. Einen, der sehr gut erzählen kann. Theresa Huste Absolventin der Hochschule Zittau/Görlitz Überlege, was der Mauersegler wohl noch alles auf seinem Flug um die Welt gesehen haben könnte und erzähle es deinen Freunden oder deiner Familie. Achtung, fertig, los und ausmalen! 3

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WORTWÖRTLICH Lena Berg (5 Jahre) • Bärengruppe der Kita Gummistiefelchen Opa erzählt mir immer Märchen, in denen ich selbst eine Rolle spiele. Das ist toll, denn meistens darf ich eine Prinzessin sein! Außerdem erzähle ich ihm alles von zu Hause, zum Beispiel, dass der Wolf bei uns war und ein Schaf gefressen hat und wer meine Freundin in der Kita ist. Mit Mama, Papa und meiner Schwester Lara erzählen wir beim Abendbrot, wie unser Tag war und was ich in der Kita mit meinen Freunden erlebt habe. Geschichten mit Tieren und Märchen mit Prinzessinnen mag ich am liebsten. Beim Erzählen oder Vorlesen kann man super kuscheln. Zwergengruppe (1-3 Jahre) • Erzieherinnen Birgit Weiß und Kerstin Göpfert Unsere Zwerge haben „100 Sprachen“, also vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Vom anfänglichen Brabbeln, Laute nachahmen, Silben und Wörter bilden bis zu den ersten Sätzen wird der Entwicklung des Sprachvermögens eine hohe Priorität im gesamten Tagesablauf zuteil. In geborgener, vertraulicher Atmosphäre soll mit allen Sinnen Sprache gelernt und Freude am Sprechen entfaltet werden. Marienkäfergruppe (3-5 Jahre) • Erzieherin Diana Förster Wir nutzen viele Momente im Tagesablauf für kleine Gespräche und zum Erzählen. Damit es in den Gesprächsrunden etwas geordnet zugeht, haben wir einen „Erzählstein“. Wer diesen hält, darf erzählen. Ist das Kind fertig, gibt es den Stein an das nächste Kind weiter. So üben wir gleichzeitig das aufmerksame Zuhören, andere Personen ausreden zu lassen und warten bis jeder an der Reihe ist. Kinder der Kindertagesstätte „Gummistiefelchen“ in Uhsmannsdorf sowie Erzieher, Eltern und Großeltern der Kinder kommen zu Wort. In dieser Kita wird dem Erzählen sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Mandy Berg • Mutti von Lena und Lara Berg Zeit zum Erzählen ist im hektischen Alltag nicht so leicht zu finden. Für mich ist der tägliche Austausch mit jedem Familienmitglied sehr wichtig. Bei den Mahlzeiten nehmen wir uns die Zeit, über den Tag und das Erlebte zu sprechen – ganz ohne Fernseher und Handy. Jeder steht dabei mal im Mittelpunkt und ihm gehört die uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Neben schönen Erlebnissen kann ich aber auch die kleinen oder großen Sorgen wahrnehmen. Erzählen heißt für mich auch Anver- trauen und stärkt die Bindung in einer Familie. Frank Weise • Opa von Lena und Lara Berg Unsere Enkelkinder wollen immer wissen, wie es „früher“ war und was die Eltern und Großeltern so erlebt haben. Die Streiche der eigenen Eltern im Kindesalter sind besonders interessant. Außerdem erzählen sie alles, was sie erlebt haben und bewegt, weil sie sich bei Oma und Opa auch mal richtig das Kinderherz „ausschütten“ können. „Kindermund tut Wahrheit kund“ – die ungezwungene Ehrlichkeit unserer Enkelkinder ist erfrischend und bringt uns oft zum Lachen. Bärengruppe • Vorschulgruppe (5-6 Jahre) • Erzieherin Doreen Heinze Die Kinder sind sehr mitteilungsbedürftig, manche mehr und manche weniger. Deshalb ist es wichtig, den Kindern genügend Aufmerksamkeit zu schenken, ihnen zuzuhören und auch die Kinder zu animieren, welche sich im Hintergrund halten. Wir erzählen über Erlebnisse in der Familie, über schöne Dinge oder traurige Begebenheiten. Märchen und Geschichten beflügeln die Fantasie der Kinder. 4

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PR AX IS NA H: EERRZZÄÄHHLLEENN ULANSDSEN! Nicht zu vergessen und immer wieder gern genutzt sind die guten alten Geschichten und Märchen. Hier ist es zum beliebten Ritual geworden, den Kindern vor dem Schlafen noch eine Geschichte vorzulesen oder einfach so zu erzählen. Bei den Großen muss man dem „Erzähldrang“ schon manchmal ein wenig Grenzen aufzeigen, zum Beispiel durch gezielte Regeln wie „Wenn einer erzählt, hören die anderen zu!“ oder „Beim Essen wird nur leise unterhalten und nicht von einem Tisch zum anderen gerufen!“ Wir „Gummistiefelchen“ erzählen gern und viel, von früh bis spät! Das klingt nun wahrscheinlich so, als wäre unsere Kita ein einziger „Schnatterhaufen“, doch dem ist natürlich nicht so. Wie bei anderen Gegebenheiten auch, haben wir Erwachse- nen auch hier eine große Vorbildfunktion für unsere Kinder. Daher sollten wir bei Gesprächen mit Eltern oder untereinander immer daran denken „Kinderohren sind überall und hören das, was nicht für diese bestimmt ist, besonders gut!“ Aber hier kommen auch wir doch oft mal an unsere Grenzen und müssen feststellen „Regeln einhalten ist gar nicht immer so einfach“... Liebe Grüße aus dem „Gummistiefelchen“ in Uhsmannsdorf an alle großen und kleinen Leser. Aber Erzählen ist uns wichtig, denn es ist ein wertvolles Instrument, um mit anderen in Kontakt zu treten. Durch Erzählen kommen schon die Kleinsten mit unserer Sprache in Kontakt und lernen dadurch eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Gerade bei den Kleineren stehen Erzählungen nicht in Form von langen, wortreichen Geschichten im Mittelpunkt, sondern sind es da vielmehr die sprachliche Begleitung von Aktivitäten, das Ermuntern der Kinder zum Sprechen durch gezielte Fragen, aber natürlich auch einfach beim Anschauen von Bilderbüchern und kleinen Fingerspielen und Reimen. Im Kindergartenalter geben die Kinder dann schon sehr detailliert ihre Erlebnisse wieder, zum Beispiel was sie am Wochenende mit Mama und Papa erlebt haben, dass der Max schon wieder geärgert hat oder dass sie ein paar neue rosafarbene Schuhe mit kleinen Blumen und einer Schleife dran bekommen haben. Ein Zwillingspärchen in unserer Kita erzählt seit circa zwei Wochen ganz aufgeregt von ihrem bevorstehenden Urlaub mit Oma und Opa: „Da fahren wir auf den Bahnhof, dort müssen wir ein bisschen warten und dann fahren wir mit dem Zug zum großen Schiff! Dort steigen wir dann auf das Schiff und fahren ganz lange damit. Da schlafen wir sogar drauf und Mama und Papa und die Schwester kommen nicht mit. Nur wir allein mit Oma und Opa...“ Ganz beliebt für solche „Erzählrunden“ ist dabei unser täglicher Morgenkreis. KINDERTAGESSTÄTTE „GUMMISTIEFELCHEN“ Leiterin Frau Pfuhl Adresse: Spreer Straße 15 02929 Rothenburg/O.L. OT Uhsmannsdorf Telefon: 035892 - 54 80 Telefax: 035892 - 54 80 E-Mail: kinderland_uhsmannsdorf@web.de 5

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KÜNSTLERISCH UND KREATIV ANLEITUNG Schneide die Bilder aus. Lege die Bilder in eine beliebige Reihenfolge. Erzähle eine Geschichte zu den Bildern. Wenn du die Reihenfolge deiner Bilder änderst, kann eine ganz neue Geschichte entstehen. 6 Achtung, fertig, los und ausmalen!

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AUS DEM FAMILIENALLTAG: „ESIchWkA anRn EINMAL … BEIM WANDERN nicht mehr…“, „Wann sind wir endlich da?“, ERZÄHLEN IN DER FAMILIE OZMwiAsc,heOnPGAro–ßeEltReZrnÄuHndLETnkDelOkiCndHernMbAesLte! ht oft eine be- „Wie weit ist es noch?“, „Das ist doch langweilig…!“ Die- sondere, vielleicht sogar sehr innige Beziehung. Gemeinsam se oder ähnliche Aussagen gehören wohl in vielen Familien in die Berge oder zur See fahren, mit Opa Karten spielen zum Standardrepertoire von Kindern, wenn es um das The- oder mit Oma zusammen kochen – mit den Jahren wächst ma „Wandern“ geht. Mit der Schönheit der Natur oder der ein großer gemeinsamer Erfahrungsschatz. Aber was wissen herrlichen Ruhe im Wald sind die Kinder oft nicht zu begeis- Jungen und Mädchen eigentlich vom Leben des Großvaters tern. Eltern müssen sich da meist schon was einfallen lassen, und der Großmutter, bevor sie Oma und Opa wurden? damit der Nachwuchs die Lust nicht verliert. Ein bewährtes Mittel zum Manchmal, ohne genau zu wissen warum, passiert es, zum Beispiel beim Kuscheln mit Oma, da werden alte Erinnerun- Drei Kinder zu Ansporn von Kindern gen wach oder Opa, der gerade das Auto putzt, wird auf ihren Eltern: „Mama, Papa, zum (Weiter-)Wan- einmal ganz nachdenklich. Dann fangen sie an zu erzählen machen wir es dieses Jahr wieder so dern ist das Erzäh- von früher, als sie noch jung waren. Dann bleibt alles andere im Urlaub, dass wir Kinder je einen Tag len von Geschichten. liegen und die Kinder hören gespannt zu, wenn die Groß- entscheiden, was gemacht wird?“ – Hierbei kann man auf eltern aus der Zeit berichten, in der Opa beim Nachbarn „Ja, gerne.“ – „Super, dann müssen verschiedene Genres immer die Kirschen klaute oder wie Oma vor vielen Jahren wir schon mal drei Tage zurückgreifen. Beliebt im Sommer immer mit dem Fahrrad zum Baggersee fuhr um nicht wandern.“ sind oft Märchen, bei Opa zu treffen. den kleineren Kindern die schon bekannten, bei den größe- Wenn Oma und Opa erzählen, dann geben sie etwas ab ren eher die, die sie noch nicht kennen. Besonders von dem, was sie erlebt haben, was sie geprägt hat. Das sind spannend finden Kinder meist das Erzählen von mal schöne Dinge, mal weniger schöne. Manches werden Erlebnissen aus der Kindheit der Eltern oder Großeltern. sie mit Stolz erzählen, um anderes machen sie einen Bogen. Bei ausdauernden, aber nicht zu anspruchsvollen Wanderun- Oft werden sie strahlen, ab und zu auch mal weinen. Solche gen, können auch schon mal die große Schwester oder der Momente mitzuerleben, kann auch für Kinder sehr wertvoll ältere Bruder den kleineren Geschwistern eine Geschichte sein, zeigt es doch, woher sie eigentlich kommen und dass erzählen oder es wird ein Familienspiel daraus gemacht und Oma und Opa auch lernen mussten, die Dinge des Lebens gemeinsam der Anfang einer Geschichte weiterentwickelt. zu meistern. Anspornen können auch Fantasiegeschichten, die Elemente entlang des Wanderwegs mit aufnehmen: „Da gibt es das alte Hast du eigentlich schon einmal Oma oder Opa gefragt: „Du, verlassene Haus, in dem vor vielen Jahren … wohnte.“ Und erzähl doch mal.Wie war das bei dir?“ Was würdest du gern sollte den Kindern dann doch so langsam die Puste ausge- mal über deine Großeltern wissen? Am besten, du schreibst hen, hilft auf den letzten Metern der alte Rhythmusspielklas- dir deine Fragen auf und beim nächsten Besuch oder Telefo- siker „Ein Hut, ein Stock, ein alter Mann…“. nat schnappst du dir deinen Zettel und fragst einfach mal. Du wirst überrascht sein, was sie alles zu erzählen haben. Fazit: Erzählideen gibt es viele und jede Familie wird selbst herausfinden müssen, was für sie passt. Und das Tolle ist: die Kombination aus Wandern und Erzählen macht nicht NIX LOS FÜR FAMILIEN? nur Spaß sondern die Bewegung fördert gleichzeitig auch die STIMMT DOCH GAR NICHT! Sprachentwicklung der Kinder. Wenn das nicht Lust auf die nächste Wanderung macht… Aktuelle Infos zu Kultur-, Freizeit- und Bildungsangeboten für Familien gibt es regelmäßig im Familienzeit-Kalender DANIEL WIESNER im Internet unter fzk.landkreis.gr und bei vielen Vater von drei Kindern und beruflich tätig als Anlaufstellen im gesamten Landkreis Görlitz. Koordinator für Familienbildung im Landkreis Görlitz Adresse: Landratsamt Görlitz • Jugendamt Bahnhofstraße 24 • 02826 Görlitz Telefon: 03581 663-2872 E-Mail: familie@kreis-gr.de 7

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WISSENSWERT: ERZÄHLFÄHIGKEIT Die Entwicklung der Erzählfähigkeit ist eng mit dem Spracherwerb verbunden und davon abhängig. Schelten-Cornisch beschreibt die Entwicklung der Erzählfähigkeit wie folgt: Auf allen Ebenden des Spracherwerbes können die sprach- lichen Fähigkeiten der Kinder durch das Erzählen und das Zuhören erweitert werden. Zunächst existiert eine sogenannte Vorstufe ab circa zwei Jahren. Ein Thema der Erzählung ist erkennbar, dabei werden Zwei- und Dreiwortsätze verwendet. Beispiel: „Papa Auto kaputt.“ oder „Teddy krank.„ In der ersten Stufe zwischen circa zwei und drei Jahren be- nennen und beschreiben Kinder Geschehnisse, dabei werden sprachliche Elemente unverbunden aneinandergereiht. Der Wortschatzspurt bedingt den Einsatz vieler neu erlernter Wörter, ohne dass ein zentrales Thema erkennbar ist. Beispiel: „Da bauen sie ein Haus. Da legen sie Dächer rauf. Fenster...Türen ... Holz malen. Ein Mädchen, ein Jägerstand. Ich klettere immer hoch.“ In der zweiten Stufe zwischen drei und vier Jahren ist ein zentrales Thema erkennbar. Dazu sind einzelne Geschichtenteile enthalten, jedoch noch ohne klare Weiterentwicklung. Beispiel: „Heute war ich im Auto mit Mama.Wir sind ins Geschäft gegangen. Dann haben wir Eis gekauft. Dann sind wir in die Bank gegangen.“ Zwischen fünf und sieben Jahre sind drei weitere Entwick- lungsstufen zu verzeichnen: In der dritten Stufe können kurze, aber vollständige Ge- schichten mit verursachendem Geschehen (kann Problem sein), Lösungsversuch und Ergebnis, also einer logischen Weiterentwicklung, entstehen. Meist kommen Nebensätze mit Konjunktionen wie „weil, dass, bis“ usw. zum Einsatz. Beispiel: „Georgs Katze konnte aus einem großen Ahornbaum nicht runter, weil der so hoch war. Sein Vater holte eine Leiter. Er kletterte hoch und holte die Katze.“ In einer vierten Stufe kommen zusätzliche Teile und weitere Ausschmückungen dazu. Auch ist es den Kindern möglich, innere Pläne oder interne Reaktionen der Protagonisten zu nennen. Beispiel: „Sie hatte ganz viel Angst.“ In der fünften Stufe wird ein weiterer zusätzlicher Teil der Geschichte als logische Folge hinzugefügt. Beispiel: „Jetzt muss sie immer im Haus bleiben.“ Ab dem Grundschulalter können sechs Geschichten- teile und mehr entwickelt werden. Beispielsweise die Einleitung: „Gestern war Georg im Garten.“ Es hört einen oftmals viel variableren Wortschatz als in der alltäglichen Umgangssprache. Das Kind wird somit einer Vielfalt von Worten und Begriffen, die sich manchmal nur durch einen geringen Grad in ihrer Bedeutung unterscheiden, ausgesetzt. Wenn Kinder selbst erzählen, können sie diese Vielfalt an Worten einsetzten, dabei ist es gleich, ob es sich beim Erzählen um Beobachtungen von Ereignissen, eigenem Erlebten oder Fantasiegeschichten handelt. Je öfter Kinder Erzählungen hören und das zu unterschiedlichen Themen, desto abwechslungsreicher wird der passive Wortschatz des Kindes. Bei eigener Anwendung erhöht sich der aktive Wortschatz. Im Spracherwerbsalter bis fünf Jahre kommt der Grammatik eine entscheidende Rolle zu. Beim Erzählen können Kinder vor allem die Konjugation von Verben, da oft die Vergangenheit benutzt wird, üben.Auch die Steigerung von Adjektiven, Benutzung von Präpositionen wird bei Beschreibungen von Dingen und Handlungsabläufen gefordert. Hierbei ist es wichtig, dass Pädagogen eine dialogische Haltung zum Kind einnehmen und während des Erzählens aktiv zuhören. Aktives Zuhören meint in diesem Kontext eine sprachfördernde Gesprächsführung. Dazu gehört das Nachfragen, um nähere Ausführungen anzuregen oder das Wiederholen von Inhalten mit den richtigen grammatikalischen Formen.Aber auch Erzählpausen zulassen und Zeit zum Überlegen geben. Aus kommunikativer Sicht lernt das Kind Blickkontakt zu halten und mit entsprechender Mimik und Gestik seine Erzählung zu unterstützen. Kognitiv hoch anspruchsvoll ist es für Kinder, eigene Ge- schichten zu erfinden. Dies muss durch die Pädagogen strukturiert und unterstützt werden.Vor allem im letzten Kindergartenjahr und in der Grundschulzeit ist die Förderung der Erzählkompetenz ein wichtiges Bildungsziel. Dabei werden nicht nur sprachliche Fähigkeiten trainiert, sondern kognitive Fähigkeiten, wie das Erkennen logischer Zusammenhänge, das Analysieren von Ereignissen oder Konflikten, das Problemlösen und Schlussfolgern, aber auch das Einnehmen von Perspektiven auch innere Perspektiven der Protagonisten. Verbunden mit der Lese- und Schreibfähigkeit der Kinder im Grundschulalter können Kinder nun auch selbst Geschich- ten lesen, was die Fähigkeit des Geschichtenerzählens und -schreibens enorm unterstützt. Nicole Blana 8

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PRAXISNAH: ZEIT FÜRS ERZÄHLEN Wenn ich zum vierten Mal in der gleichen Klasse bin – mein Beruf ist der einer Geschichtenanzettlerin – und anfange: „Ihr wisst ja, Geschichten sind...“ und dazu eine Geste des ‚Kind-imArm-Wiegens‘ mache, dann sagen die Kinder: „Ja, Geschichten sind wie Babys.“ Dann sage ich: „Sie sind am Anfang ganz klein und nackt,...“ und dann sagen die Kinder: „...und wir müssen sie anziehen und füttern.“ Und dann erfinden wir, sammeln die schönsten Ideen, verwerfen Unlogisches (auch Geschichten haben eine innere Logik) und vor allem... erzählen. Ob nun tradierte Geschichten erzählt werden,Autobiogra- phisches, Geschichten aus dem Alltag, Narbengeschichten oder ganz frei erfundene – die Geschichten brauchen uns! Uns alle. Denn beim Geschichtenerzählen sind Erzählende und Zuhörende eine Gemeinschaft. Ohne die Zuhörenden, die mit ihren Augen, Ohren, Einwürfen, mit ihrer ganzen Körperhaltung dabei sind, gäbe es das mündliche Erzählen nicht. Die Zuhörenden sind Mitgestalter in diesem Prozess, der immer wieder aufregend und neu ist. In Freiburg gibt es das Langzeitprojekt EZW (Erzählen – Zu- hören – Weitererzählen). Neben den wöchentlichen Erzählzeiten von professionellen Erzählern ist es ein Anliegen, dass Kindertagesstätten und Schulen Orte werden soll, an denen von den Erziehern und Lehrkräften selbst regelmäßig und selbstverständlich erzählt wird, und an denen auch Kinder Geschichten erzählen lernen. Deshalb gibt es für all diejenigen Lehrkräfte, deren Gruppen oder Klassen am EZW teilnehmen, bindende Fortbildungen.Alle Pädagogen wissen, wie gebannt die Schüler lauschen, wenn sie Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Und wie oft die Frage kommt: „Kannst du nochmal die Geschichte erzählen, als du...“ Das Geschichtenerzählen verbindet auf ganz besondere Weise. In einer schnelllebigen und von Multimedialität geprägten Zeit schafft es einen Ort, an dem für kurze Zeit die Zeit nicht die Hauptrolle spielt. Erzählen ist nicht nur Vermittlung über das Wort. Es ist eine leibhaftige Kunst, „Der hat total gewackelt“ – Ein Kind bei der der ganze Körper der ersten Klasse erzählt vom Wackel- „mitredet“. Wir haben in zahn. Freiburg für die vielen Neuangekommenen auch eine Form des Erzählens entwickelt, bei der Deutsche und nichtdeutsche Muttersprachler eine Geschichte gemeinsam erzählen, die nicht übersetzt wird, sondern abwechselnd in jeweils zwei Sprachen weitererzählt wird. Hier werden Gestik und Mimik explizit eingesetzt. „Und ich sag euch, der war sooo stark!“ – Nikola Hübsch erzählt für Kinder einer ersten Klasse. Warum erzählen? Mündliches Erzählen ist Voraussetzung für das geschriebene Wort, denn alles, was wir niederschreiben, müssen wir im Kopf vorher gedacht haben. Erzählen ist deshalb die Brücke zum geschriebenen Wort. Und sollte seinen festen Platz in Kita und Schule haben. Denn nur eine feste Struktur mit festen Erzählzeiten ermöglicht den Kindern, eigene Fantasiebilder zu entwickeln, diese wandern zu lassen, innere Bilder in Sprache umzusetzen und dann ihre eigenen Geschichten präsentieren. Es macht großen Spaß, mit Kindern Geschichten zu entwickeln, denn auch das Unmögliche kann beim Erzählen möglich werden. Es braucht Geduld und... Zeit. Und ist es nicht das, was Kindern heute oft fehlt? Oder Ihnen, als Großeltern, Eltern, als Betreuern, Pädagogen? Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit. Hören Sie aktiv zu, was Ihre Kinder Ihnen erzählen. Dazu kann das Handy ruhig mal weggelegt werden. Denn Nachfragen ist wichtig und vor allem Blickkontakt. Seien Sie neugierig und ganz dabei! Und erzählen Sie den Kindern Geschichten von früher, von heute, von damals. Sie werden staunen, was die Geschichte so alles mit Ihnen und den Kindern macht, wenn Sie sie angezettelt haben. Insofern geht es Erzählenden hier gerade ähnlich wie den Hebammen, denn Geschichten sind wie Babys. Erst sind sie klein und nackt und wir müssen – nein wollen! – sie anziehen und füttern. Nur so können wir erfahren, wie fruchtbar das Erzählen ist und was es bewirkt. NIKOLA HÜBSCH professionelle Erzählerin, Schauspielerin, Theaterpädagogin, Dozentin Adresse: Lindenmattenstraße 33 • 79117 Freiburg E-Mail: mail@nikolahuebsch.com 9

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PR AX IS NA H: EDNINIAANSDCVHPEORRBROAMHJREEASHKPBTRRESNAEPRCRZZHAUÄICRGHHESLIPEBGRNEEEGN–CEEHOGIBFNNÖEUSRRNCLDHGAEAURTUSZINTFZGÜURNDDIE ZUKUNFT, Das Erzählen ist eine Form der Kommunikation mit jahr- hundertelanger Tradition und kunstvollen Ausprägungen. Mündlich ein Erlebnis oder Vorkommnis anschaulich zur Darstellung zu bringen, bedarf langen und ständigen Übens und frühzeitiger Begegnung mit dieser Form der Weiterga- ben von Erfahrungen und Erkenntnissen. Jemandem etwas mündlich mitzuteilen oder über ein emotionales Erlebnis zu berichten, wird in unserer Zeit, die zunehmend von unper- sönlicher, ja kalter, elektronischer Daten- und Informations- Das tschechisch-deutsche Erzähltandem Jana Podlipná und Jule Richter erzählt übermittlung geprägt ist, immer wichtiger. die Geschichte vom „Pfannkuchen“. Das Sprechen und Erzählen fördert so nachhaltig die Sprechfähigkeit, die Anwendung der Sprache sowie auf be- essant wäre es, wenn eine Kooperation mit einer Partner- deutsame Weise auch Sozialresonanz. Das Erzählen fordert einrichtung in Polen und Tschechien genutzt oder aufgebaut auf der Seite der Adressaten das Zuhören heraus und soll zum Weitererzählen motivieren. Das Projekt „ERZÄHLEN – ein Schatz für die Zukunft“ werden würde. Die wöchentlichen Erzählstunden sollen jeweils von zwei Erzählern zweisprachig gestaltet werden, wobei es nicht da- möchte das Defizit der mündlichen Weitergaben von Er- rum geht, dass die Texte in die andere Sprache übersetzt lebnissen, Geschichten, Märchen, Mythen, Erfahrungen und werden, sondern es soll vielmehr in beiden Sprachen fortlau- Informationen aufgreifen und mit Kindern im frühen Kindes- fend und abwechselnd erzählt werden. Die Kinder werden alter die verschiedenen Techniken des Erzählens altersspezi- so mit der Sprache des anderen, mit ihrer Sprachmelodie, fische vermitteln und üben. ihrem Rhythmus, ihrer Lautbildung und Artikulation vertraut. Das Spezifikum der Region Oberlausitz-Niederschlesien,die Durch gezielte Wiederholungen inhaltlicher Passagen oder durch ihre Mehrsprachigkeit in der zweisprachigen Lausitz von Zitaten in beiden Sprachen, durch das Nachsprechen und durch die Nachbarsprachen Polnisch und Tschechisch einzelner Wörter (zum Beispiel bei Kettengeschichten), die gekennzeichnet ist, wird in diesem Projekt besonders zu Verwendung von Internationalismen sowie die Einbeziehung berücksichtigen sein. Insbesondere soll perspektivisch auch kleinerer Requisiten, einzelner Kleidungsstücke und insbe- der in unserer Region neuen Situation des Miteinanders von sondere durch Gestik und Mimik sowie plastischer Erzähl- Kindern verschiedenster Nationen, die durch die gegenwär- weise wird das Verstehen der Geschichten ermöglicht. Die tige Entwicklung der Flüchtlingsbewegung beschleunigt wird, Kinder erleben darüber hinaus die Sprache der Anderen mit Rechnung getragen werden. der Zeit nicht mehr als ungewohnt und fremd. In jeweils einer Kindereinrichtung (Kita oder Grundschule) Das fordert die Konzentration und die Fantasien der Kinder im polnisch-deutschen und im tschechisch-deutschen Raum heraus. Sie sollen später aktiv in das mehrsprachige Erzählen sowie im deutsch-sorbischen einbezogen werden und selbst kleine Geschichten erzählen Sprachgebiet des Kulturrau- oder angefangene Geschichte zu Ende erzählen. mes sollen in diesem Jahr Die Schauspielerin und Erzählerin Nicola Hübsch aus Frei- erste Erfahrungen mit der burg im Breisgau, die seit vielen Jahren auf diese Weise mit speziellen Methodik dieser Kindern mehrsprachig arbeitet, hat unsere Erzähler intensiv Projektarbeit und der Ver- auf die pädagogische, die methodische und die künstlerische wendung der Zwei- oder Spezifik des Erzählens vorbereitet. Sie wird das Erzählpro- Mehrsprachigkeit gesammelt jekt auch als Mentorin weiter begleiten. werden. Die Kinder aus den Einrich- Laufzeit des Vorhabens: Ende Oktober bis Dezember 2016 tungen, die in das Projekt einbezogen werden, soll- Ulf Großmann ten sowohl Kinder sein, die Netzwerkstelle Kulturelle Bildung Deutsch als Muttersprache im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien haben, als auch Kinder, die mit jeweils Polnisch, Tsche- chisch oder Sorbisch als EINFACH.THEATER • JULE RICHTER Muttersprache haben. Inter- Adresse: Eschenstraße 4 • 01097 Dresden Telefon: 0351 - 20 92 07 64 E-Mail: mail@jule-richter.de Website: www.jule-richter.de 10

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PR AX IS NA H: 4K.ÜSENMSTINLAERRIS„CKHUELTPURRAEKLTLIEKUENNDIN DER EKIUNLTKUÜRNESLTLLEENRIBSICLHD-UPNÄGDAIMGOFGRÜISHCKHIENSDNLEICTHZWENERBEKEIRNTERPIECAFHAF"ER–NVERSE AUS DER KITA GUMMISTIEFELCHEN Von Minute zu Minute – eins, zwei, drei – das Lernen und Sprechen ist nie vorbei! Workshop Tanz mit Tanzpädagogin Alexandra Wagner Seit fünf Jahren ist Kulturelle Bildung im frühkindlichen und im Grundschulbereich ein Schwerpunktthema der Arbeit der Netzwerkstelle Kulturelle Bildung im Kulturraum. Die Fachtage und Seminare und die zahlreichen Projekte in Kitas und Grundschulen haben zu vielen, neuen Erkenntnissen geführt und einen umfangreichen Erfahrungsschatz angereichert. Der Fokus des diesjährigen Seminars, das am 29. Oktober 2016 im Sorbischen National Ensemble Bautzen stattfand, lag auf dem „ERZÄHLEN als ein Schatz für die Zukunft!“. Das Erzählen hat in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition. Bevor Sprache verschriftlicht wurde, sind über viele tausend Jahre Legenden, Mythen und kollektive Erinnerungen mündlich weitergegeben worden. Das geschah nicht nur wortgebunden, sondern auch mit Gesten und mit Mimik, mit Tönen, Geräuschen, Rhythmen und Bildern, mit Liedern und mit Tänzen. Begonnen hat das Seminar mit einem wahren Feuerwerk aus Worten, Gesten, Geräuschen und mit viel Emotionalität, als die Erzählerin Nikola Hübsch in die wunderbaren und vielfältigen Spielarten des Erzählens als Beiträge zur Sprachbildung und Sprechförderung einführte. Die Teilnehmer haben sich dann dem großen Themenfeld des Erzählens in drei Workshops genähert 1. Erzählen-Hören-Weitergeben: Das Erzählen – eine wieder zu entdeckende Kulturtechnik mit Jule Richter aus Dresden als Workshopleiterin 2. Erzählen mit Liedern: Förderung von Sprache und Kreativität beim Singen und Gestalten von Liedern mit der Gruppe „Leichtfuß und Liederliesel“ aus Bautzen 3. Tanz ist Körpersprache: Erzählen ohne Worte mit der Tanzpädagogin Alexandra Wagner aus Bautzen Die Seminarteilnehmer waren fasziniert von den reichen Möglichkeiten, in die Wunderwelt des verbalen und des nonverbalen Erzählens einzutauchen und soziale Interaktion zu erleben. So ein Tag in der Kita ist interessant. Wir lernen ganz viel und sind gespannt. Jedes Kind ist anders, wie wir alle auf Erden, wir lernen trotzdem, Freunde zu werden. Wir lernen, ein Gespräch nicht immer zu stören, auch mal etwas länger zuzuhören. Ob über Freude oder Kummer und Groll – wir erzählen uns alles und das ist toll. Wir beobachten, wie es andere machen und werden neugierig bei ganz vielen Sachen. Wir wollen auch oft allein überlegen: „Wie könnte man dies und jenes bewegen?“ Viel Geduld brauchen wir, empfiehlt uns der Bernd und schon haben wir wieder dazugelernt. Auch wenn wir so manchen Fehler machen, wir lernen daraus und können dann lachen. Wir erzählen munter tagein und tagaus beim Malen und Spielen im Puppenhaus. Mal nichts tun und träumen ist auch gesund, dann kommen die Ideen, sie sind kunterbunt. Mit Geschichten erzählen und mit dem Singen können wir die schönsten Stunden verbringen. Wenn Mutti am Bett mich abends fragt, bevor Sie „Gut’ Nacht“ und „Schlaf schön“ sagt: „Was hast du heute Schönes tagsüber erlebt?“, erzähl’ ich ihr alles, was mich so bewegt. Ich muss die Erlebnisse erst richtig sortieren und träume im Schlaf, „was wird morgen passieren?“ Aber eine Gute-Nacht-Geschichte vorher, DIE MUSS SEIN, dann schlafe ich immer besser ein. Mutti hat dann für mich nur Zeit und ich genieße unsere Zweisamkeit. Evi Hötzel (Bienengruppe) NETZWERKSTELLE KULTURELLE BILDUNG • ULF GROSSMANN Mobil: 0152 - 22 67 27 72 E-Mail: kulturelle-bildung@freenet.de Website: www.kulturellebildung-ol.de 11

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Veranstaltungen 2017 Schloss Krobnitz Kammerkonzerte 15.01. 16 Uhr „Menschen bei Nacht“ 12.03. 16 Uhr „Winterreise“ 02.04. 16 Uhr „Violinissimo“ 14.05. 15 Uhr Muttertagskonzert h Am Friedenstal 5 02894 Reichenbach/O.L. A +49 35828 88700 Dorfmuseum Markersdorf 29.01. 14-17 Uhr Textiler Mitmachtag 18.02. 14-16 Uhr Vom Schaf zur Wolle 05.03. 14-17 Uhr Flegeldrusch 16.04. 14-17 Uhr Ostersonntag auf dem Bauernhof h Kirchstraße 2 02829 Markersdorf A +49 35829 60329 ARecikcehrebnübragcehrm/Ou.Ls.eum h Görlitzer Straße 25 02894 Reichenbach/O.L. A +49 35828 72093 GKröannigitsahbabianuemr Buesreguem 23.04. 14-17 Uhr Saisonauftakt h Dorfstraße 163 b 02829 Königshain A +49 35826 60127 (April-Oktober) +49 171 7062673 (ganzjährig) Weitere Informationen finden Sie auf www.oberlausitz-museum.de

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