SCHUBZ Info 44

 

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SCHUBZ Infopost Ausgabe 44/2016

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Jahrgang 23 | Ausgabe 44  2016 Partnerzentrum in Rumänien eröffnet EU-Förderung für Lernort Bauernhof SCHUBZ übernimmt Wildgehege Weiterhin den Wölfen auf der Spur

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Inhaltsverzeichnis Rückblick 2016: Wir „schubzen an“!  3 Aus dem Förderverein 4 Klima-Experte im Vorstand Prof. Dr. Markus Quante ist 2. Vorsitzender des Fördervereins 5 Ein Arche-Park für Lüneburg SCHUBZ übernimmt das Wildgehege Ochtmissen – Neuer Lernstandort und Heimat für alte Haustierrassen 6 Ein Apfelbaum für SCHUBZ Romania Erfolgreiche Gründung: Rumänisches Umweltbildungszentrum arbeitet jetzt eigenständig 8 Den Wölfen weiter auf der Spur 10 Bildungsinitiative 2016 fortgeführt und aktualisiert – Mehrere Auszeichnungen als Dekade-Projekt Schülerfirmen handeln fair Ideenwettbewerb und Fachtagung schließen Bildungsinitiative ab 12 Der Wert der Lebensmittel Einsatz gegen Verschwendung als Unterrichtsthema 14 Das SCHUBZ stellt sich vor  Leitbild  Organisationsplan  Team  15 Die Globalisierung gestalten SCHUBZ richtet Fachtag im Auftrag des Kultusministeriums aus 19 www.schubz.org Hühner, Kälber und Kartoffeln  20 Dank erneuter EU-Förderung startet „Lernort Bauernhof“ mit zahlreichen Projekten ins Jahr 2017 Klimaschutz: Schulen „drehen ab“ 22 Energie und Klima als Unterrichtsthema im Landkreis Harburg – Pädagogische Begleitung durch SCHUBZ Lüneburg Einmal Einstein sein 24 Gelebte Integration: Forscherprojekte für alle Familien in Lüneburg – Beliebte Reihe geht 2017 weiter Hier handelt der Nachwuchs 25 Schülerfirmenmesse von SCHUBZ und Landesschulbehörde erneut ein großer Erfolg  Nachhaltigkeit in die Schulen bringen 26 Junge Lehrerinnen und Lehrer lernen mit dem SCHUBZ – Langfristige Kooperation mit Lüneburger Studienseminaren vereinbart  Das Geheimnis der Teufelsbrücke 27 Neues Angebot für Erwachsene: Krimi-Tour mit GPS-Gerät – Natur und Kultur rund um die Ilmenau entdecken FÖJ im SCHUBZ 28 Unser Mann fürs Handwerk 29 Die Natur steht Modell Neu bei den Geburtsangeboten: Formen in der Natur entdecken und gestalten 29 Unterstützer gesucht! 30 Begeisterung steckt an: Neue Mitarbeiterin hält Kontakt zu Unternehmen und Sponsoren 2

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Rückblick 2016: Wir „schubzen an“! Liebe Leserinnen und Leser, liebe Projektpartner und Förderer, sehr geehrte Damen und Herren! In der Hand halten Sie die neue SCHUBZ-Infoschrift des Jahres 2016, die wir ab dieser Ausgabe immer zum Jahresende herausgeben werden. Wenn die Tage kürzer werden, die Sonne tiefer steht und die ersten Kerzen am Adventskranz brennen, ist auch die Zeit für einen Rückblick. Dazu mag diese Schubz-Info Ihnen viele Gelegenheiten bieten. Das Interesse an unseren Angeboten ist größer denn je. So haben wir im zurückliegenden Jahr mit rund 14.000 Kindern und Jugendlichen in rund 800 Projekten zahlenmäßig mehr erreicht als je zuvor. Und wir bauen in Lüneburg einen neuen Standort auf: Das Wildgehege Kreideberg/Ochmissen, das wir im Oktober übernommen haben, wird zum Archepark (S.6). Aber auch viele weitere Beispiele zeigen: 2016 war für das SCHUBZ ein besonders ergebnisreiches Jahr mit vielen spannenden Momenten und Ereignissen. Im Herbst wurde das erste rumänische Umweltbildungszentrum nach Lüneburger Vorbild, das SCHUBZ Romania, in Rasnov in der Nähe von Brasov (Kronstadt) eröffnet (S.8). Wir haben es mit den engagierten rumänischen Kolleginnen, Kollegen und Partnern in knapp zwei Jahren und mithilfe der Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aufgebaut. Es kann nun als eigenständiges Zentrum Umweltbildung für Schulen, Kitas und Familien in Rumänien anbieten. Das kommt genau zur richtigen Zeit, wie die vielen leuchtenden Kinderaugen und die begeisterten Lehrkräfte zeigen, die wir bei den rumänischen Bildungsprogrammen erleben konnten. Gleichzeitig haben wir sehr viel von Land und Leuten gelernt und, etwa hinsichtlich des Lebensstils, für unsere Arbeit in Lüneburg mitgenommen. SCHUBZ startet eigene Fachbuchreihe Die Bildungsinitiative „Schülerfirmen als FairtradeBotschafter“ konnten wir im zurückliegenden Jahr sehr erfolgreich mit 30 nachhaltigen Schülerfirmen Die Lüneburger Bundestagsabgeordneten überzeugten sich im Sommer bei einem gemeinsamen Besuch von der wichtigen Arbeit des SCHUBZ. Von li.: Hiltrud Lotze (MdB), Bernd Hufenreuter (SCHUBZ-Förderverein), Eckhard Pols (MdB), Dr. Nadin Hermann (SCHUBZ), Dr. Frank Corleis (SCHUBZ-Leitung), Dr. Julia Verlinden (MdB) und Lena Wäbs (SCHUBZ). aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fortführen (S.12). Zahlreiche Workshops fanden statt, spannende und innovative Bildungskonzepte zum Fairen Handel für Schülerfirmen wurden in der Praxis getestet. Nun erwarten wir – zusammen mit den Pilotschulen und Projektpartnern – mit Spannung die zweitägige Fachtagung im April 2017 in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück. Als wir 2011 begannen, uns in einer Bildungsinitiative als Pilotprojekt mit der Rückkehr der Wölfe zu befassen, ahnte niemand, wie bedeutsam das Thema nur wenige Jahre später landesweit sein würde. Gut, dass wir jetzt über ein Transferprojekt 20 weitere regionale Umweltbildungs- und Waldpädagogikzentren zu diesem Thema qualifizieren konnten – im Auftrag der Landesjägerschaft Niedersachsen und dank der Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (S.10). Nun wird zur Rückkehr der Wölfe mit dem Anspruch einer Bildung für nachhaltige Entwicklung an 30 Lernorten gearbeitet – mit dem vom SCHUBZ entwickelten Konzept und Material. Das aktualisierte Bildungsmaterial ist 3

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in diesem Jahr im renommierten pädagogischen Fachverlag Schneider Hohengehren erschienen. Es ist der erste Band unserer neuen SCHUBZ-Edition, in der wir künftig innovative Methoden, Projekt- und Tagungsergebnisse sowie Bildungskonzepte des SCHUBZ publizieren werden. Das SCHUBZ in den Räumen an der Wichernstraße wird immer mehr zu einer Bildungsplattform für vielfältige Netzwerke und neue Themen einer nachhaltigen Entwicklung. Zwei überregionale Fachtage zu „Lebensmittelverschwendung“ im März (S.14) und zu „Globalisierung in Schule gestalten“ im November (S.19) krönten unser Fortbildungsangebot. Flüchtlingsfamilien zu „Einstein+“ eingeladen Die Lüneburger Schülerfirmenmesse ist inzwischen zu einer regelmäßigen Veranstaltung geworden. Wir kooperieren dabei mit den Regionalkoordinatoren für nachhaltige Schülerfirmen der Niedersächsischen Landesschulbehörden. Im März fand in der Leuphana Universität eine vierte Messe mit rund 400 Beteiligten statt (S.25). Ausweiten konnten wir unser Familienangebot „Einstein+“ (S.24). Die Angebote, handlungsorientiert und in einfacher Sprache, sind auch für Flüchtlingsfamilien geeignet. Deshalb wurde erstmals seit Bestehen des SCHUBZ ein Flyer in arabischer und englischer Sprache gestaltet, um die neuen Lüneburger Familien zu „Einstein+“ einzuladen. Premiere hatte nach fast zweijähriger Entwicklungszeit „Das Geheimnis der Teufelsbrücke“, unser erstes Bildungsangebot für Erwachsene. Gruppen bis zu 50 Personen können per GPS-Tour einen historischen Krimi im Lüneburger Wilschenbruch erleben – buchbar ab sofort (S.27). Sie sehen, im und mit dem SCHUBZ wird es nie langweilig. Themen wie Klimawandel, weltweite Gerechtigkeit, Migration und Inklusion, weltweite Ernährung oder Erhaltung der biologischen Vielfalt stellen uns und die zukünftigen Generationen vor große Herausforderungen. Um gemeinsam mit der jungen Generation nach Lösungen zu suchen, braucht es eine innovative, kritische und handlungsorientierte Pädagogik. Dieser haben wir uns in unserem Leitbild verpflichtet. Mehr dazu auf den vier Seiten in der Mitte des Heftes, wo wir Ihnen auch einen Überblick geben über die Struktur des SCHUBZ mit seinen mehr als 30 Mitarbeitenden. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen der neuen SCHUBZ-Info – ganz nach dem Motto „Wir schubzen an“!  Dr. Frank Corleis Leiter des SCHUBZ Liebe Freunde und Förderer des SCHUBZ, das Jahr 2016 hat unser Umweltbildungszentrum einen großen Schritt weiter nach vorne gebracht: Neben den zahlreichen Bildungsangeboten wird die Arbeit des SCHUBZ in Kürze auch institutionell noch greifbarer. Nach langen Verhandlungen mit den Erben der verstorbenen Pächterin des Wildgeheges Kreideberg/Ochtmissen, Frau Umland-Türke, ist es gelungen, das Wildgehege zu übernehmen; die Erbengemeinschaft wird für weitere fünf Jahre die Kosten der Unterhaltung des Geheges tragen. Das SCHUBZ hat die Vision, aus dem Wildgehege einen Archepark zu machen und den Tierbestand mit vom Aussterben bedrohten heimischen Nutztieren zu entwickeln. Die maroden Gebäude und der Zaun soll durch bedarfs- und kindergerechte Neubauten aus Holz ersetzt werden. An dieser Stelle sei der Stadt, dem Landkreis und der Sparkassenstiftung Lüneburg sowie der NKG Hanseatischen Natur- und Umweltinitiative e. V. für die finanzielle Unterstützung der Umgestaltung herzlich gedankt! Da noch immer Gelder für die Umsetzung der Pläne fehlen, bitte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, als Freunde und Förderer des SCHUBZ selbst für dieses Projekt zu spenden oder in Ihrem Umfeld für Spenden zu werben. Für Ihre Zuwendung können wir Ihnen selbstverständlich eine steuerlich absetzbare Bescheinigung ausstellen. Im kommenden August hoffen wir, Sie alle zur Eröffnung des neugestalteten Wildgeheges und Archeparks einladen zu können.  Bleiben Sie uns auch 2017 weiterhin gewogen. Ihr Bernd Hufenreuter 1. Vorsitzender des Vereines zur Förderung des SCHUBZ e.V. 4

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Klima-Experte im Vorstand Prof. Dr. Markus Quante ist 2. Vorsitzender des Fördervereins Im Sommer 2016 wählte die Mitgliederversammlung des SCHUBZ-Fördervereins den Klima-Experten Prof. Dr. Markus Quante zum 2. Vorsitzenden. Der 59-Jährige arbeitet am Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Das Amt im Förderverein übernimmt er von Carsten Schröder, der den Posten zuvor zehn Jahre ausgefüllt hatte. Prof. Dr. Quante ist Familienvater und lebt in Wendisch-Evern. Hier stellt er sich selbst vor: Mein Studium habe ich in Bochum und Münster begonnen, wo ich ein Diplom in Umwelttechnik erwarb. Aus großem Interesse an atmosphärischen und klimatischen Prozessen kam noch ein Meteorologiestudium dazu, daher bin ich auch DiplomMeteorologe. Meine Promotion in den Geowissenschaften an der Universität Hamburg wurde von Prof. Hartmut Graßl betreut. Seit dem Umzug in den Norden engagiere ich mich in der Lehre an der Leuphana, die damals noch Universität Lüneburg hieß. Vor etwa zehn Jahren verlieh man mir dort den Titel Honorarprofessor. Meine Lehre umfasst(e) hauptsächlich die Fächer Umweltmeteorologie, Stadtklima, Klimaphysik und Stofftransporte in der Umwelt. Hauptberuflich bin ich am Helmholtz-Zentrum Geesthacht beschäftigt. Dort arbeitete ich über einige Jahre an der Wolken-Klima-Frage, was unter anderem zu einem Hochfrequenzradar führte, das heute auf einem NASA-Satelliten fliegt, zu dessen Science Team ich gehörte. Zuletzt habe ich einen internationalen Klimawandelbericht für den gesamten Nordseeraum koordiniert, an dem 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Ländern mitgearbeitet haben und der im September als Buch erschienen ist. Zudem leite ich aktuell ein Arbeitspaket in einem EUProjekt zum Umwelteinfluss der Schifffahrt auf den Ostseeraum. Die Entwicklung des SCHUBZ, die sehr aufschlussreich von der lokalen Presse begleitet wurde, beeindruckt mich. Dieses Zentrum leistet einen wunderbaren Beitrag zur Sensibilisierung der Jugend für Naturschutz und Umweltbelange. Eine gesellschaftliche Verantwortung in diesen Bereichen benötigt einen gesunden Bildungshintergrund. Daher habe ich gern zugestimmt, als man mich zunächst fragte, ob ich für den Beirat der Vereinigung der Umweltbildungszentren in Niedersachsen verfügbar wäre – und auch jetzt, als ein zweiter Vorsitzender für den SCHUBZ-Förderverein gesucht wurde. Dem SCHUBZ wünsche ich von ganzem Herzen, dass es seine hervorragende Bildungsarbeit auf dem derzeitigen hohen Level noch viele Jahre leisten kann. Und ich hoffe in meiner neuen Funktion, trotz zeitlicher Grenzen, dazu beitragen zu können und insbesondere auch das Klimathema einzubringen. Ihr Markus Quante 5

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Ein Arche-Park* für Lüneburg SCHUBZ übernimmt das Wildgehege Ochtmissen – Neuer Lernstandort und Heimat für alte Haustierrassen Zum 1. Oktober 2016 hat das Umweltbildungszentrum SCHUBZ das Wildgehege Kreideberg/Ochtmissen übernommen. Es ist besonders bei Fami- lien ein beliebtes Ausflugsziel. Das SCHUBZ wird dort einen weiteren Lernort für Schulen, Kitas und Familien schaffen. Wir haben einiges vor: Das Wildgehege soll ein neuer Lern- und Erlebnisstandort werden. Wir wollen einen Arche-Park entwickeln und uns um vergessene alte Haustierrassen und Nutzpflanzen kümmern. Viele der jetzigen Tiere werden aber bleiben. Gerade die umliegenden Schulen können davon profitieren und feste Lernpatenschaften eingehen. Auch „Tage des offenen Geheges“ für Familien und Kindergeburtstagsprogramme sind an diesem gut erreichbaren Standort denkbar. Das Gehege ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es wird vor allem am Wochenende und in den Ferien sehr gut von Familien mit Kindern besucht – nicht nur aus Lüneburg. Großzügige Spende der Erbengemeinschaft Die Kosten für den Bau eines Seminarraumes, die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Umzäunung und einiger Stallungen sowie die Entwicklung einer Bildungskonzeption werden auf rund 190.000 Euro beziffert. Um die Finanzierung zu sichern, werden Geldgeber, Sponsoren und Stiftungen benötigt – derzeit fehlen noch rund 75.000 Euro. Helfen auch Sie mit und unterstützen dieses besondere und für Lüneburg einmalige Projekt. Die Anlage des Archegartens, der Bau des Archepavillons als Seminarraum und die Erneuerung der Unterstützen auch Sie das Arche-Park-Projekt Soviel kosten… Vof5rüw0re1rk€Phaüahrner 2P.fo5üi0rtoe0ui-nEe€snel Lippf8üe-r0L1an€Pdagaärnse fü2rB0Leae0ninntdh€seBciumhnweteersin 500 € für 10 Meter Zaun dfüe7sr.5Adr0iceh0Aegnal€artgeens 6.fO0üfre0nd0en€ 8.Kf0üücr0hde0ie € *im Aufbau: Nach Anerkennungsverfahren der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) 6

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Umweltbildungszentrum SCHUBZ Wichernstrasse 34, 21335 Lüneburg Telefon: 04131-3097970 www.schubz.org Arche-Garten Ziegen Rundweg Bentheimer Landschweine ArchePavillon Sika-Wild Rundweg EINGANG Teich Ochtmisser Kirchsteig Am Wildgehege Linie 5005 Rinder Schafe Landgänse Hühner Esel Kleingartenkolonie „Am Brauerteich“ Umzäunung sollen ab dem Frühjahr starten, und die Neueröffnung des Wildgeheges als Arche-Park ist im August 2017 geplant. Bernd Hufenreuter, der sowohl dem Förderverein des Wildgeheges seit 1994 als auch dem Förderverein des SCHUBZ seit 2005 vorsteht, freut sich: „Ich bin froh, dass wir dank der großzügigen Spende der Erbengemeinschaft das Gehege sichern können und mit dem SCHUBZ einen idealen Betreiber gefunden haben.“ Stadt und Landkreis begrüßen das Engagement Das Wildgehege wurde seit 1983 vor allem durch die finanzielle Unterstützung von Frau Umland-Türke unterhalten. Nachdem sie im November 2015 verstarb, Das SCHUBZ übernimmt das Wildgehege: Unterzeichnung der Vereinbarung. ist es ein Interesse der Erbengemeinschaft, das Gehege als das Lebenswerk ihrer verstorbenen Mutter zu erhalten und langfristig über einen Partner eigenständig geführt und ordnungsgemäß versorgt zu wissen. Die laufenden Unterhaltungskosten werden seitens der Erbengemeinschaft zunächst für fünf Jahre über Im Wildgehege Ochtmissen (von links): Anne Umland-Schütt, Bürgermeister Eduard Kolle, Dr. Frank Corleis, Bernd Hufenreuter, Ullrich Umland. (Bild: t&w) Spenden an den Förderverein des SCHUBZ finanziert. Hierzu wurde ein Übertragungsvertrag geschossen. Stadt und Landkreis Lüneburg unterstützen das Engagement. Bürgermeister Eduard Kolle gratulierte im Namen der Stadt dem SCHUBZ als neuen Betreiber. Dr. Frank Corleis 7

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Ein Apfelbaum für SCHUBZ Romania Erfolgreiche Gründung: Rumänisches Umweltbildungszentrum arbeitet jetzt eigenständig Am 18.10.2016 eröffnete das SCHUBZ das Umweltbildungszentrum in Rasnov/Rosenau nahe Brasov/Kronstadt in Rumänien. Das SCHUBZ Romania kann nun Projekte der Umweltbildung für Schulen und Familien eigenständig anbieten. Das Interesse der Schulen ist sehr groß. Zur Eröffnung wird ein Apfelbaum gepflanzt (von re.): Dr. Alexander Bittner (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) und SCHUBZ-Leiter Dr. Frank Corleis sowie sowie Schülerinnen und Schüler. Im Jahr 2014 hatte das SCHUBZ das besondere Projekt vorbereitet. 2015 wurden fünf rumänische Kolleginnen und Kollegen vor Ort eingestellt und ein Haus wurde angemietet. Während einer Summerschool im Sommer 2015 lernten sowohl die neuen rumänischen Mitarbeitenden als auch die zahlreichen Projektpartner aus Universitäten, dem WWF und anderen Nicht-Regierungsorganisationen Rumäniens die Bildungsangebote des Lüneburger Bildungszentrums und der Leuphana Universität kennen, um dann diese Programme an die rumänischen Verhältnisse anzupassen. Dabei halfen 20 Studierende der Leuphana Universität, zwei davon mit einer Bachelorarbeit. Anlässlich der Eröffnung des Umweltbildungszentrums in Rumänien pflanzten die rumänischen Partner und Kinder zusammen mit Dr. Frank Corleis und Dr. Alexander Bittner, dem Referatsleiter Umweltbildung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), einen Apfelbaum. Die DBU hat das Projekt mit rund 125.000 Euro gefördert. Beide Seiten profitieren vom Austausch Es ist gelungen, in dieser kurzen Projektlaufzeit von nur anderthalb ein eigenständiges Umweltbildungszentrum in Rumänien aufzubauen. Das neue Zentrum ist nun in der Lage, Projekte der Umweltbildung für Schulen und Familien eigenständig anzubieten. Die neuen Angebote kommen für Rumäniens Bildungslandschaft genau zur richtigen Zeit, um die Lebensweise der rumänischen Landbevölkerung wertzuschätzen. Vor allem auf dem Lande versorgen sich rumänische Familien noch heute weitgehend selbst, halten Kuh, Schwein und Hühner und ernten Gemüse aus dem eigenen Garten. Das hilft ihnen, mit dem sehr geringen Einkommen und den vergleichsweise hohen 8

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OSTKARPATEN Râşnov SÜDKARPATEN Bukarest DONAU SCHWARZES MEER Bilder oben: Landleben in Rumänien. Stationslernen am Tag der offenen Tür im SCHUBZ in Rasnov. Preisen der Discounter in ihrem Land klarzukommen. Auch in Sachen Fortbewegung setzen einige Rumänen oftmals noch auf Pferdewagen oder legen lange Strecken zu Fuß zurück. In Deutschland überprüfen immer mehr Menschen ihre Konsumgewohnheiten und wollen zum Beispiel zu mehr Selbstversorgung zurück. Sie engagieren sich fürs Urban Gardening oder für Repaircafés – da können wir noch einiges von den Rumänen lernen. Aus Sicht der Bildung ist das Projekt daher doppelt spannend: Die rumänischen Kinder lernen ihre Lebensweise schätzen und die Lüneburger Kinder bekommen durch die Verbindung zum Lüneburger SCHUBZ Einblick in die Erfahrungen der Rumänen und lernen ihre osteuropäischen Nachbarn besser kennen. Neue Lernformen an die Schulen bringen Das SCHUBZ setzt in Rumänien wichtige Impulse: Der Schulunterricht ist oftmals noch frontal ausgerichtet. Die Kinder haben kaum Möglichkeiten, ihre Lernwege und das Lerntempo mitzubestimmen oder für sie interessante Themen auszuwählen. Im Rahmen des Projektes soll nun Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Schulen implementiert werden, was auch neue Lernformen einschließt. Dr. Frank Corleis und Lena Wäbs vom Lüneburger SCHUBZ haben dazu eine Lehrerfortbildung an der Universität in Kronstadt in Rumänien organisiert. Außerdem konnten rumänische Familien beim Tag der offenen Tür des SCHUBZ Romania im über 100 Jahre alten Backofen des Zentrums eigenes Brot backen. Denn auch in Rumänien verlieren in urbanen Gebieten die traditionellen Berufe und eine regionale Ernährung immer mehr an Bedeutung. Genau da möchte das neue Bildungszentrum ansetzen. Lena Wäbs 9

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Den Wölfen weiter auf der Spur Bildungsinitiative 2016 fortgeführt und aktualisiert – Mehrere Auszeichnungen als Dekade-Projekt Das SCHUBZ bleibt auf der Fährte: Die Bildungsinitiative zur Rückkehr der Wölfe ging 2016 in die zweite Runde. Materialien wurden aktualisiert, weitere Bildungszentren eingebunden. Auch ein internationales Projekt ist inzwischen in Planung. Kinder und Jugendliche setzen sich mit der Rückkehr der Wölfe auseinander – dafür startete 2012 die Bildungsinitiative „Wölfen auf der Spur“. Durchgeführt wurde sie von der Landesjägerschaft Niedersachsen in Kooperation mit dem SCHUBZ Umweltbildungszentrum, Förderung kam von der BINGO-Umweltstiftung. Von August 2012 bis Juli 2014 beteiligten sich mehr als 190 Klassen und Kitagruppen über neun kooperierende Umweltbildungszentren in Niedersachsen. Insgesamt wurden mehr als 3.500 Kinder und Jugendliche und deren Lehrkräfte bzw. Erzieherinnen und Erzieher erreicht. Aufgrund der positiven Resonanz wurde die Bildungsinitiative ab Januar 2016 fortgeführt und innerhalb eines Jahres auf weitere 20 regionale Bildungszentren bzw. Waldpädagogikzentren ausgeweitet. Im Transferprojekt konnten die aktuellen Erkenntnisse der Wolfsforschung in die bereits ausgearbeiteten Materialien eingebunden werden. Die sachliche Auseinandersetzung mit der Rückkehr der Wölfe im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde dadurch weiter gestärkt. Über dieses Projekt, ebenfalls gefördert von der BINGO-Umweltstiftung, wurden Theo Grüntjens (Wolfsberater in Niedersachsen) informierte im SCHUBZ über die Rückkehr der Wölfe und beleuchtete aktuelle gesellschaftliche Diskussionen mit umfangreichem Fachwissen. weitere 40 Mitarbeitende aus Umweltbildungs- bzw. Waldpädagogikzentren zur Thematik geschult und erhielten ebenfalls die bereits ausgearbeiteten Wolfskoffer und Durchführungsmaterialien. Somit können die während der Initiative erprobten Bildungsprogramme auch in diesen Einrichtungen weitergeführt werden. Die Bildungsinitiative „Wölfen auf der Spur“ erhielt im ersten Zeitraum zwei Auszeichnungen als Dekade-Projekt: im August 2013 im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, im Juli 2014 zusätzlich von der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“. Im Rahmen der Dekade zur biologischen Vielfalt wurde 2016 nun auch das Transferprojekt ausgezeichnet. Unerlässlich: Austausch über Herdenschutz Der Erfolg der Initiative zeigt deutlich den Bedarf an öffentlicher Aufklärung und adäquaten Bildungsangeboten für Kitas und Schulen. Dennoch steigt mit der Ausbreitung der Wölfe sowie gehäuften Nahkontakten zum 10

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Projekt im Auftrag der Landesjägerschaft Niedersachsen Gefördert durch: Folgende Maßnahmen wurden beim Transferprojekt „Wölfen auf der Spur“ im Jahr 2016 umgesetzt: Jedes Bildungszentrum erhielt den Holzwolf und die Materialboxen für die Durchführung der Module im eigenen Zentrum. Der Flur des SCHUBZ wurde kurzerhand und kurzfristig zur Lagerhalle. 1. Redaktionelle Anpassung der bisherigen Mate- rialien und Bildungsmodule an den derzeitigen Stand bei der Entwicklung der Wolfsrudel und an die Erfahrungen mit der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen; Aufarbeitung und Darstellung der aktuellen Daten und Fakten sowie der derzeit kontroversen Diskussion. 2. Anpassung der drei Lehrerhefte und Veröffent- lichung in zwei Büchern (für Kita und Schule) im Schneider-Verlag Hohengehren. 3. Einstellung der digitalen Ergebnisse der Schulen vom Ideenwettbewerb zur Rückkehr der Wölfe auf der Website www.woelfen-auf-der-spur.de und Aktualisierung der Website. Die Bildungsmaterialien erschienen im Juni 2016 als Lehrbuch im Pädagogikverlag Schneider Hohengehren – als erster Band der neuen SCHUBZ-Edition. 4. Einbindung 20 weiterer Umweltbildungszentren (Schulung der Mitarbeitenden an zwei Fortbildungstagen, Weitergabe der Bildungsmaterialien und der fertig ausgearbeiteten Bildungsmodule). Menschen besonders in Niedersachsen die Beunruhigung in der Bevölkerung und auch Nutztierhalter sind besorgt. Um die Unsicherheit zu verringern und das Miteinander von Wölfen und Menschen konfliktarm zu halten, sind weitere Bewusstseinsbildung und ein Erfahrungsaustausch im Herdenschutz unerlässlich. Hier kann Deutschland von Ländern profitieren, die bereits über langjährige Erfahrungen mit Großraubtieren verfügen. Das SCHUBZ Umweltbildungszentrum plant auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse ein transnationales Bildungsprojekt. Es soll das Zusammenleben mit großen Raubtieren im internationalen Kontext in den Blick nehmen und entsprechend für eine Koexistenz in Deutschland sensibilisieren. Das Projekt wurde zur Förderung bei der EU, bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und bei der Niedersächsischen Bingo Umweltstiftung eingereicht. Sofern alle der angefragten Förderung zustimmen kann das neue und bislang einmalige Projektvorhaben zum Juli 2017 gestartet werden. Ein Planungstreffen fand im Mai 2016 statt. Beteiligt waren die Bundestagsabgeordneten Dr. Julia Verlinden, Hiltrud Lotze und Eckhard Pols, der Vorsitzende des SCHUBZ-Fördervereins, Bernd Hufenreuter, SCHUBZ-Leiter Dr. Frank Corleis sowie die Koordinatorinnen zweier SCHUBZ-Projekte, die hier vernetzt werden sollen: Lena Wäbs (internationale Zusammenarbeit mit Rumänien) und Dr. Nadin Hermann (Bildungsinitiative Wölfe). Dr. Nadin Hermann 11

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Schülerfirmen handeln fair Ideenwettbewerb und Fachtagung schließen Bildungsinitiative ab 30 nachhaltige Schülerfirmen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nehmen an der Bildungsinitiative „Schülerfirmen als Fair Trade Botschafter“ teil. Gemeinsame Workshops, Bildungsangebote des globalen Lernens sowie ein Ideenwettbewerb stehen für zwei Schuljahre auf dem Stundenplan. Im Frühjahr 2017 schließt die Bildungsinitiative mit einer Fachtagung ab. Im Frühjahr 2017 erscheinen die Bildungsmaterialien als Buch – der zweite Band der neuen SCHUBZ-Edition. Das SCHUBZ Umweltbildungszentrum arbeitet hier mit dem Förderverein Nachhaltiger Schülerfirmen e. V. zusammen. Gefördert wird die Initiative von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Zentrales Ziel der zweijährigen Initiative ist es, Fairen Handel als Geschäfts- und Lernfeld in Schulen zu etablieren und Lernkonzepte zum Globalen Lernen zu entwickeln. Denn: Über die nachhaltigen Schülerfirmen kann Bildung für nachhaltige Entwicklung sehr praxisnah in der Schule gelebt und das Umfeld einbezogen werden. Die 30 teilnehmenden Firmen kommen von Gymnasien, Integrierten Gesamtschulen, Oberschulen, Berufsbildenden Schulen und Förderschulen. Sie verkaufen zum Beispiel Büroartikel, bieten Catering an oder stellen Produkte selbst her. Um das Thema Fairer Handel in den Schülerfirmen zu verankern, wurden sie umfangreich unterstützt: mit Workshops für Schülerinnen und Schüler, Fortbildungen für Lehrkräfte, neuen Bildungsmaterialien und mit einem bundesweiten Ideenwettbewerb. Zahlreiche Bildungs- und Wirtschaftspartner beteiligen sich an der Initiative mit Know-how und Engagement. Workshops und Unternehmenskontakte In Workshops erabeiteten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Themen Globalisierung und Fairer Handel an den Beispielen Kleidung, Milch (als regionales Lebensmittel) und Kakao (als international gehandeltes Lebensmittel). Die Schülerfirmen konnten mit den Bildungs- und Wirtschaftspartnern der Initiative ins Gespräch kommen und Hintergründe zu fair gehandelten Produkten erfragen. Auch Verkaufs- und Präsentationstipps gab es von den Profis aus der Wirtschaft. Weitere Workshops qualifizierten die SchülerInnen als Botschafter des Fairen Handels und schulten sie zum Beispiel in Projektmanagement oder in Aktionsformen, um das schulische Umfeld einzubeziehen. Die Ergebnisse der Workshops, die Aktivitäten der Initiative sowie die teilnehmenden Schülerfirmen werden auf der NaSch-Community, der Online-Plattform für nachhaltige Schülerfirmen der Freien Universität Berlin, präsentiert: www.nasch-community.de > Infos > Schülerfirmen als Fair Trade Botschafter 12

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Henning Siedentopp (Mela Wear) führte das Verkaufstraining „Clever von fairen Produkten überzeugen” durch. April 2017: Fachtagung und Preisverleihung Derzeit wird die Abschlusstagung der länderübergreifenden Bildungsinitiative geplant. Sie findet Anfang April 2017 statt, richtet sich an bundesweite Bildungsakteure im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und fokussiert auf zwei Schwerpunkte: 1. Methodisch: Warum eignen sich Schülerfirmen als Methode einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und des Globalen Lernens? 2. Thematisch: Warum eignet sich das Thema Fairer Handel für Schülerfirmen? Ziele und Visionen des Fairen Handels. Bei der Tagung werden auch die Preise für einen Wettbewerb verliehen, der die Schülerfirmen aufrief, den Gedanken des Fairen Handels über kreative Aktionen in der Schule zu verankern. Dr. Nadin Hermann Anmeldung und Information Die Fachtagung findet vom 4. bis 5. April 2017 im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftuång Umwelt (DBU) in Osnabrück statt. Melden Sie sich gern an! Informationen bei Projektkoordinatorin Nadin Hermann: Telefon 04131-309-7964, fairtrade-botschafter@schubz.org Gefördert durch: Auszug aus dem Programm: 04.04.2017 vormittags                   ≥ Vortrag: Die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG) erreichen – Warum eignen sich Schülerfirmen als Methode der BNE und des Globalen Lernens? (Arbeitstitel) (Prof. Gerhard De Haan, Freie Universität Berlin) ≥ Vortrag: Fairer Handel – Entwicklung und Visionen (Andrea Fütterer, Forum Fairer Handel / GEPA) ≥ Markt der Möglichkeiten – Präsentation der Aktionen und Ideen der Schülerfirmen aus dem Wettbewerb und Präsentation der Projektpartner nachmittags ≥ Prämierung und Auszeichnung der Wettbewerbsbeiträge ≥ Podiumsdiskussion mit geladenen Referenten und Schüler*innen ≥ Faires come together mit Theateraufführung 05.04.2017 vormittags ≥ Vortrag: The world we want – the skills we need (Arbeitstitel) (Abdou Rahime Diallo, Transkultur) ≥ Vortrag: Marketing in Schülerfirmen (Prof. Oliver Roll, HS Osnabrück) ≥ 4 parallele Workshops ≥ Kreativmethoden für die Ideenfindung für ein eigenes Fair Trade Projekt / Aktionsformen ≥ Fair Trade als Bildungsanlass / Methodenworkshop ≥ Gründung einer nachhaltigen, fairen Schülerfirma ≥ Marketing in Schülerfirmen für den Bereich Fair Trade (mit Fokus auf inklusivem Lernen) Anlässig der Tagung können teilnehmende Schülerinnen und Schüler die Ausstellung „ÜberLebensmittel“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Tagungshaus besuchen. 13

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Der Wert der Lebensmittel Einsatz gegen Verschwendung als Unterrichtsthema Jeder Bundesbürger wirft im Jahr durchschnittlich 80 kg Lebensmittel weg – ein Großteil hiervon wäre vermeidbar. Dieses aktuelle und brisante Thema griff das SCHUBZ Lüneburg zusammen mit dem Umweltzentrum Hollen im März 2016 in einer Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer auf. Seit 2013 führt das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen das Bildungsprojekt „Wirf mich nicht weg! – Dein Lebensmittel“ im Kontext der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) durch. Dieses Know-how konnte für die Fortbildung genutzt werden. Auch das SCHUBZ entwickelt 2016 auf Initiative von FÖJlerin Alicia Kantor ein Projekt zum Thema „Lebensmittel satt“ für die Sekundarstufe und testete es in Schulen. Wissen in Handeln umsetzen An der Fortbildung nahmen rund 30 Lehrkräfte aus allen Schulformen der Sekundarstufe I sowie Mitarbeitende aus der Schulverpflegung und aus regionalen Umweltbildungszentren in ganz Niedersachsen teil. Sie erhielten fachliche Hintergründe zu Lebensmittelverschwendung und lernten pädagogische Möglichkeiten kennen, um das Thema in der Schule umzusetzen. Ein wesentliches Ziel war es, handlungsorientierte Unterrichtseinheiten vorzustellen, die dazu geeignet sind, die Wertschätzung von Lebensmitteln zu erhöhen und Verschwendung zu vermeiden. Im Vordergrund standen Themen wie Lagerung, Mindesthaltbarkeit, Ressourcenaufwand entlang der Wertschöpfungskette, Kochen mit Resten und Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln bereits während des Einkaufs. Da im SCHUBZ vor allem praktisch gelernt wird, bereiteten die Teilnehmenden das Mittagessen selbst zu. Aus zahlreichen Lebensmitteln, die normalerweise weggeworfen werden, entstand ein Menü mit Salat, Suppe und Nachtisch. Das könnte auch ein Impuls für die Schule sein: Junge Menschen erarbeiten nicht nur Wissen zu globalen Zusammenhängen der Lebensmittelproduktion, sondern tragen durch ihr Handeln selbst zu mehr Gerechtigkeit in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht bei.  Dr. Frank Corleis Claudia Kay vom RUZ Hollen erklärt die Lern- Auch das gemeinsame Reste-Kochen stand auf dem Programm bei der Fortbildung. stationen ihres Projektes „Wirf mich nicht weg”. 14

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Das Leitbild 15

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