AWO Pfeilchen Winter 2016/ 17

 

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AWO Pfeilchen Winter 2016/ 17

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Das Magazin der AWO KV Berlin Spree-Wuhle e. V. Ausgabe Winter 2016/ 17 „Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes. Wenn eine Scholle ins Meer gespült wird, wird Europa weniger, genauso als wenn’s eine Landzunge wäre, oder ein Landgut deines Freundes oder dein eigenes. Jedes Menschen Tod ist mein Verlust, denn ich bin Teil der Menschheit; und darum verlange nie zu wissen, wem die Stunde schlägt; sie schlägt dir selbst.“ John Donne Liebe Freundinnen und Freunde der Arbeiterwohlfahrt, das nahende Weihnachtsfest und das sich dem Ende entgegen neigende Jahr 2016 laden wieder einmal zur Rückschau ein. Ein bewegtes, bewegendes und anstrengendes Jahr liegt hinter uns. Die Kriege im Nahen- und Mittleren Osten dauern fort. Das Friedensprojekt eines geeinten Europas droht politisch angesichts von Wirtschaftskrisen im südlichen Europa, nationaler Egoismen und der zunehmenden Kaltherzigkeit gegenüber dem Schicksal von Geflüchteten an seinen eigenen Werten zu scheitern. Ökonomisch fühlen wir uns machtlos gegenüber dem anonymen Diktat einer globalisierten Marktgesellschaft. Wir wünschen uns Halt und eine starke Gemeinschaft, die uns diesen Halt gibt. – Nur vielen von uns fehlt in unserer säkularen Gesellschaft dieser sinnstiftende Halt. (Fortsetzung auf der Seite 2) 1-2 2 3 3 Grußwort des Kreisvorsitzenden Jahresrückblick 2016 Marzahn-Hellersdorf bleibt bunt Farbe bekennen! 4-5 Aus unseren Kitas Interkulturelle 6-7 Familienbildung „Machbarschafts- 8-9 garten Pelikan“ Zuckertütenfest 9 2016 10-11 Halloween Wahlübung auf 12 dem ASP Neues aus„Der 13 Nische“ Tagespflege „Am 14-15 Park“ Besuch im 16 Lutherheim Herbstfahrt zum 16-17 Schlachtefest Ein ganz besonderer 17 Tag SCHUFA als 18-20 Schutzpatron der Verbraucher? Elternzeit – eine 20 Falle? Wir sind wieder 21 da! 22 Impressum 23 Geburtstage 24 Parkfest wird 20

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Jahresrückblick 2016 Grußwort des Kreisvorsitzenden Fortsetzung Und ein neues Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Rechtspopulismus. Großbritannien beschließt den Brexit und in vielen europäischen Ländern sind rechtspopulistische Parteien und Bewegungen auf dem Vormarsch. Auch in Berlin ist nach den Wahlen im September die AfD in das Abgeordnetenhaus und in alle zwölf Bezirksverordnetenversammlungen eingezogen. In sieben Bezirken beansprucht sie Bezirksamtsmitglieder bzw. sind diese bereits gewählt worden. In Marzahn-Hellersdorf ist die AfD nur knapp hinter der Partei Die Linke auf den zweiten Platz verwiesen worden. Sie konnte dort zudem zwei Direktmandate für das Abgeordnetenhaus erringen. Ich freue mich sehr, dass sich die AWO gegenüber Parteien und Bewegungen, die menschenfeindliche Inhalte vertreten, eindeutig positioniert hat. Die politischen Ziele einer Partei wie der AfD sind mit dem Leitbild und dem Grundsatzprogramm der AWO unvereinbar. Der Bundesverband hat dazu einen Un- vereinbarkeitsbeschluss gefasst. Die Mitgliedschaft in der AWO ist unvereinbar mit der in der AfD, ebenso ist eine berufliche Tätigkeit bei der AWO für AfD-Mitglieder ausgeschlossen. Die AWO wird weiterhin Gesicht zeigen, wenn es darum geht, für Toleranz und Vielfalt, gegen Ausgrenzung und Hass einzutreten, sei es beim Fest„Schöner leben ohne Nazis“ oder vor Ort in den Einrichtungen und Projekten. Unser Ansatz ist es, mit sozialer Sinnstiftung für viele Menschen vor Ort einen Beitrag zu leisten, dass Hass gegen Menschen keine Chance hat. Denn Niemand ist eine Insel. Mit herzlichen Weihnachtsgrüßen und den besten Wünschen für ein sozialeres Jahr 2017 verabschiede ich mich mit der letzten Ausgabe des Pfeilchen für dieses Jahr. Euer/ Ihr Robert Schwind 2 Auch für dieses Jahr lässt sich festhalten, dass es für unsere AWO Berlin Spree-Wuhle e. V. ein erfolgreiches gewesen ist. Es ist uns gelungen, unsere Einrichtungen und Projekte und damit auch die Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen zu sichern. Auch neue Vorhaben konnten erfolgreich begonnen werden. So ging in der Petersburger Straße 92 in Friedrichshain die Notübernachtung für Frauen mit 12 Plätzen im Frühjahr in Betrieb. Unser Familienbildungsprojekt für Roma-Familien in Marzahn-Nordwest endete mit dem Monat August. Anfang September startete am Standort Schwarzwurzelstraße ein neues Familienbildungsprojekt, das sich nunmehr mit seinen Angeboten an alle Familien mit Migrationshintergrund richtet und eng mit der Alice-Salomon-Hochschule kooperiert. Insbesondere in Marzahn-Hellersdorf hat die interkulturelle Öffnung unserer Einrichtungen größere Bedeutung gewonnen. Der Abenteuerspielplatz „Forcki“ in Friedrichshain konnte mit einer neuen Projektfinanzierung im Bereich Kooperation Schule-Jugendhilfe seine Angebotspalette erweitern. Das AWO Begegnungszentrum in Kreuzberg ist frisch saniert übergeben worden und hat seine Arbeit unter besseren Bedingungen vor kurzem aufgenommen. Alle Kolleginnen und Kollegen arbeiten wieder unter einem Dach. Unser „Sprungbrett“-Projekt in Berlin-Mariendorf ist ein Angebot für die Kinder der Flüchtlingsunterkunft in der benachbarten Großbeerenstraße. Sie erhalten eine verlässliche Halbtagsbetreuung. Elternbildungsangebote sind durch die Integration von Angeboten der Frühen Bildung ebenfalls Bestandteil des Projektes. Auch in unseren Kitas hat sich viel getan. Die Sanierungsarbeiten in der Kita Wartenburgstraße schreiten voran, viele Räume sind bereits fertiggestellt. Unsere Kita in der Solmsstraße legt den konzeptionellen Schwerpunkt seit langer Zeit auf die Sprachförderung und war immer wieder erfolgreich beim Einwerben von zusätzlichen Mitteln für diesen Zweck. Folgerichtig findet sich dieser Schwerpunkt seit kurzem auch im Namen der Kita wieder. Sie heißt seit dem 1. November „Lingulino“. Unsere Friedrichshainer Kitas „Weidenkätzchen“, „Leonardo“ und „Tausendfüßchen“ nehmen am Berliner Landesprogramm „Gute gesunde Kita“ teil. Die Kita „Wichtelbühne“ mit ihrem langjährigen Schwerpunkt erhielt das Zertifikat für Theaterunterstützende Pädagogik (Tuki-Kita). Das Highlight des Jahres war für unsere AWO ohne Zweifel unser Jubiläumsfest „25 plus X“ am 2. Juli in der Villa Pelikan mit einem bunten Kulturprogramm und vielen Gästen, vor allem aus den Reihen unserer Mitglieder sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Jubiläumsausgabe des „AWO Pfeilchen“ hat dieses Ereignis zusätzlich gewürdigt. Auch die kommende Zeit wird von Veränderungen bei der AWO geprägt sein. So werden die Marzahn-Hellersdorfer Einrichtungen weiter in unser Qualitätsmanagementsystem integriert, in Friedrichshain werden wir ein zusätzliches Grundstück für den Bau einer neuen Kita erhalten und unser LesbiSchwules Parkfest wird im kommenden Sommer 20 Jahre alt. Somit ist auch im nächsten Jahr wieder ein ganz besonderer Grund zum Feiern gegeben. R. Schwind Marzahn-Hellersdorf ist und bleibt bunt Von wegen graue Platte und einfältige Menschen! Einmal mehr hat sich der Bezirk Marzahn-Hellersdorf als Ort der Vielfalt präsentiert. Einen Eindruck davon liefern die Bilder vom Demokratiefest „Schöner leben ohne Nazis“ am 3. September auf dem Alice-Salomon-Platz. Wie seit mehreren Jahren unterstützte die AWO auch diesmal die Durchführung des Festes. Unsere beiden Stadtteiltreffs, Herr Dr. W  eise und unsere Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „Die Nische“ waren vertreten. Es gab von 14.00 bis 19.00 Uhr ein buntes musikalisches Programm und internationale Küche, Wahlzirkus und Kinderprogramm. Von 19.00 – 22.00 Uhr kamen die Freunde der elektronischen Musik auf ihre Kosten. Zuvor führte die „Bunte Tour Hellersdorf“ vom Cecilienplatz mit einem Festumzug mit Musik zum Demokratiefest auf dem Alice-Salomon-Platz. Dieses Fest zeigt einmal mehr, dass es in Marzahn-Hellersdorf eine bunte und funktionierende Zivilgesellschaft gibt, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzt. Und unsere AWO ist ein fester Teil davon. I. Blum bMTFeüakcirethbneebnruennn!ten Vom 5. – 18. September 2016 beteiligten wir uns an der Aktion „Mit bunten Tüchern Farbe bekennen – keine Stimme der AfD“ * um ein Zeichen gegen ausgrenzende, homophobe, rassistische und antifeministische Politik zu setzen. * Eine Aktion der„Berliner Frauen gegen die AfD“. Die Kampagne steht für gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalt in Berlin. 3

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Was gibt es Neues? Tausendfüßchen Bei uns in der Kita Liebigstraße hat sich seit dem Beginn des Kita-Jahres einiges verändert! Einige Gruppen haben wegen bevorstehender Baumaßnahmen in unser Kita neue Räume bezogen. Andere Kinder, besonders aus den jüngeren Gruppen, wechselten nicht nur ihren Gruppenraum, sondern auch ihre Erzieher_innen. Das sorgte schon für viel Aufregung! Dabei konnten wir im Sommer natürlich wieder viele ganz „neue“ Kinder, welche noch ein wenig Eingewöhnungszeit benötigten, begrüßen. Für einige Kinder ist es oft die erste längere Trennung von ihren Eltern – und das ist nicht ganz so einfach! Im „goldenen“ Herbst standen Herbstsammelleidenschaften und vielfältige Basteleien mit Naturmaterialien ganz oben auf der Kinderangebotsliste. Einige Gruppen lernten bei Besuchen die Musikschule kennen und andere machten sich in kindgerechter Weise mit der Bibliothek vertraut. Höhepunkt war sicher unser alljährliches Lichterfest mit Lampionumzug und Lagerfeuer. Dazu kochten wir traditionell Punsch für Groß und Klein, dazu gab es Stockbrot und Schmalzstullen. Das Thema„Gute gesunde Kita“ ist unser aktuelles Weiterbildungsprojekt und wird uns weiterhin begleiten. In entsprechenden Aushängen informieren wir darüber. Für die rege Beteiligung an der Online-Befragung bedanken wir uns recht herzlich. Dabei werden die Ergebnisse in die alltägliche Arbeit mit einfließen und auch konzeptionell verankert. Abschließend bedanken wir uns bei allen Familien für die gute, wertschätzende Zusammenarbeit. Wir hoffen auch weiterhin auf viel Elternengagement zur Unterstützung der guten pädagogischen Arbeit. Das Team Tausendfüßchen 4 Aus Sonnenschein 2 wird Lingulino „Lingula“ heißt auf Latein „kleine Zunge“. Seit 2011 nimmt unsere Kita an verschiedenen Sprachförderprojekten der Bundesregierung wie „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“, „BISS-Bildung in Sprache und Schrift“ sowie dem Projekt „Sprach-Kitas. Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Die Sprachbildung ist damit ein wichtiger pädagogischer Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit. Wir stellten uns lange Zeit die Frage, mit welchem Kitanamen wir das sichtbar machen können. Die Kinder, Eltern und Mitarbeiter_innen machten viele Vorschläge. Letztlich kamen wir auf das Chamäleon – ein Tier mit einer typischen Zunge und vielfältig aussehend wie wir. Gemeinsam haben wir ein Logo entwickelt, die Kinder waren einbezogen, um das Chamäleon zu gestalten. Darauf sind wir besonders stolz. Lingulino, ein kleines Chamäleon, bunt wie wir, wird uns nun auf unserem weiteren Weg begleiten. Die feierliche Übergabe fand im Rahmen des Laternenfestes am 10.11.2016 statt. Wir durften besondere Gäste wie Herrn Schwind, den Vorstandsvorsitzenden unseres Kreisverbandes, Frau Badinski, Frau Schmidt sowie Frau Töpfer willkommen heißen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Beteiligten für die Mühe bei der Namensumstellung sowie für das neue Namensschild am Kitaeingang bedanken. K. Strauch Weidenkätzchen Unseren Kindern zuliebe Unser Garten ist wieder um ein ganzes Stück reicher … an neuem Erfahrungsraum für unsere Kinder!!! A. Meyer Ende September wurde es wieder aufregend in unserem Garten … ein Schiff zum Beklettern, Pferde zum Aufsteigen, eine kurze Balancierstrecke und etliche neue Pflanzen konnten mit Hilfe unserer GatoGärtner und wertvoller Spendengelder bei unglaublich strahlendem Sonnenschein in unserem Kitagarten gebaut und gepflanzt werden. Eine spannende Zeit auch für unsere Kinder, die das Bauen und Pflanzen sehr aufmerksam verfolgten und den Moment der Fertigstellung kaum abwarten konnten. Vielen Dank an all die fleißigen Helfer – unsere  GatoGärtner – für  ihre tolle Unterstützung! Inzwischen ist das Schiff geentert, die Pferde gesattelt, die Balancierstrecke eingelaufen und die verschiedenen Pflanzen beginnen wohl bald ihren wohlverdienten Winterschlaf. Aus unseren Kitas 5

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Projektvorstellung Interkulturelle Familienbildung für neu zugewanderte Kinder und Eltern in den Stadtteilen Marzahn-Nordwest und Marzahn-Mitte Unsere Welt ist eine Welt der Vielfalt. Kulturen entwickeln verschiedene Lebensweisen. Ist dies ein Grund für Vorurteile und Diskriminierung? Im Gegenteil: Toleranz und Akzeptanz für das jeweils Andere sollten Grundmerkmale für das moderne Europa sein. Hauptziel unseres im September 2016 gestarteten Projektes ist es, neu zugewanderte Familien in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken und ihre Kinder in ihrer Bildungslaufbahn zu unterstützen. Die Eltern erlangen mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein als handlungsfähige Eltern gegenüber den Kindern und den Bildungsinstitutionen. Das Projekt zielt ebenfalls auf die Unterstützung der Familien und die Befähigung ihrer Mitglieder zu einem selbstbestimmteren Leben, zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch Bildung, Begegnung und Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft. Das Projekt richtet zudem den Fokus auf das Gemeinwesen, will dabei Ver- 6 ständnis und Empathie für verschiedene Kulturen und Lebensweisen entwickeln und einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Minderheiten leisten. In Kitas, Schulen und Begegnungsstätten treffen sich Menschen aus zahlreichen Nationen und unterschiedlichen Kulturen. Die Unterschiedlichkeit wahrzunehmen und anzuerkennen – dies ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung von Toleranz. Schwerpunkte der Projektarbeit: • Förderzirkel (zweimal pro Woche jeweils 5 Std.) für junge Erwachsene mit Lese- und/ oder Schreibdefiziten sowie als Orientierungshilfe für die eigene Entwicklung, • Musik- und Tanzworkshop für Kinder und Eltern (pro Woche 3 Std.), • Kreatives Gestalten, Nähen, Stricken und Kochkurse für Eltern; Basteln und Malen für Kinder (pro Woche 5 Std.), • Kontaktcafé (einmal monatlich 3 Std.), • Qualifizierung von Multiplikator_innen zu Bildungsbegleiter_innen (proWoche 12 Std.), • Interkulturelle Öffnung – Training für Pädagog_innen und Entscheidungs träger_innen aus den beiden Stadttei- len, die mit neu zugewanderten Kin dern bzw. Familien arbeiten (einmal monatlich 2 Std.), • Berlin Entdecken – Besuch historischer bzw. wichtiger Orte, • Familienseminar (einmal jährlich). Zielgruppen: Das Projekt richtet sich an: • neu zugewanderte Familien, insbe sondere aus EU-Staaten, in den Stadt teilen Marzahn-Nordwest und Mar zahn-Mitte, • Personen mit Vorbild- bzw. Multiplika torenfunktion aus migrantischen Communitys: Unterstützung und Qua- lifizierung zu Bildungsbegleiter_ innen, die in Kitas und Grundschulen aktiv mitwirken und die Eltern unterstützen, • (Sozial)pädagogisches Fachpersonal in Bildungsinstitutionen: Sensibilisierung für die Bedürfnisse neu zugewanderter Familien, Vermittlung interkultureller Kompetenzen. Das Projekt stärkt die Fähigkeiten aller Beteiligten, mit Vielfalt umzugehen. Dr. S. Weise Kontakt: AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. Projekt „Interkulturelle Familienbildung“ Schwarzwurzelstraße 48 12689 Berlin (Eingang über Geraer Ring) Tel.: 030 - 930 298 63 Fax: 030 - 992 821 08 Dr. Sufian Weise Projektleiter s.weise@awo-spree-wuhle.de www.awo-spree-wuhle.de 7

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„In einem Garten wächst mehr als man aussät“ englisches Sprichwort u"gDaMinerdatGecdhenibbePuaerrlstickdhaeansf“tsuLNenaicechhnbtdiaglirkcnheiet des 8 Der Unterschied zwischen dem Aufbau eines „Machbarschaf tsgar ten“ ( Wor tspiel aus Nachbar und machbar) und einem Obstbaum beim Wachsen zuzusehen, besteht wohl darin, dass man als Beobachter des Baumes genau weiß, dass es sehr lange dauern wird, bis man die ersten Früchte ernten kann. So kann man wohl das Projekt „Machbarschaftsgarten Pelikan“ als Samen sehen, den wir in diesem Jahr zum Keimen gebracht haben. Im April wurde die Idee geboren, ein Vortrag vor den „Partnerschaften für Demokratie“ gehalten und wenig später hatten wir das nötige Kleingeld zusammen, um mit dem Aufbau der Infrastruktur zu beginnen. Es folgte ein Tag der offenen Tür, auf dem wir interessierte Nachbarn über unser Vorhaben informierten. Es wurden einige begeisterte Hobbygärtner gefunden, woraufhin ein Aufbauworkshop in Zusammenarbeit mit den Gärtnern der Prinzessinnengärten aus Kreuzberg durchgeführt wurde. Nach diversen Zusagen für eine weitere Mitarbeit am Projekt und für die Bewirtschaftung des Gartens wurde mit ehrenamtlicher Unterstützung der Volkssolidarität ein gut sortiertes Gerätehaus eingerichtet. Ab sofort gab es für Jedermann aus der Nachbarschaft, ob Jung ob Alt, ob schon lange in Berlin lebend oder erst vor kurzem zugezogen, freitags von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr die Möglichkeit, sein eigenes Hochbeet zu bewirtschaften. Gezielt sollten die Familien aus den Flüchtlingsnotunterkünften ange- sprochen werden. Es stellte sich nach einigen Wochen heraus, dass sich trotz einer Menge verbaler Zusagen („Ach, das ist aber eine tolle Idee!“) der Tatendrang in Grenzen hielt. Doch wie einst ein kleiner grüner Mann namens Yoda sagte: „Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen“. Also zogen wir die Sache durch, machten weiterhin Werbung, u. a. bei unserem Zuckertütenfest und in der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung. Samen wurden eingebracht, es wurde eifrig gegossen (was bei diesem Jahrhundertsommer auch dringend nötig war) und es fing an zu wachsen und zu gedeihen im „Machbarschaftsgarten Pelikan“. Im Laufe des Sommers bauten wir gemeinsam mit unseren Kindern eine Kräuterspirale, legten einen Naschgarten an und bauten einen großen bepflanzbaren Löwenkopf aus Holz. Höhepunkt und Abschluss der Gartensaison war unser erstes Erntedankfest am 8.10.2016. Es gab Suppe mit frisch geerntetem Gemüse aus dem Machbarschaftsgarten sowie Stockbrot mit Kräuterbutter. Bleibt festzuhalten, dass wie immer aller Anfang schwer ist, aber mit einem kleinen Schritt nach vorn ist man dem Ziel näher als vorher. Der „Machbarschaftsgarten Pelikan“ ist nun ein Teil der Villa Pelikan und wird im Laufe der Jahre weiter wachsen. Viele große und kleine Hände werden sich durch die Erde wühlen und es werden Pflanzen wachsen, die zuvor kaum ein Kinderauge gesehen hat. Wie schon vor langer Zeit der griechische Epiker Choirilos von Samos feststellte, höhlt steter Tropfen den Stein und wie das nun einmal in der Arbeit mit Menschen so ist, werden wir mit unserem Projekt weiterhin in langsamem Tempo schnell voranschreiten. Text: E. Olivar/ Bilder: O. Ernst fZuecskter2tü0te1n6- in der Villa Pelikan Das traditionelle Zuckertütenfest der Villa Pelikan fand am Samstag, dem 10. September, statt. Es kamen wie in jedem Jahr zahlreiche Kinder mit ihren Familien und Freunden. Das Fest wurde über mehrere Monate geplant und die Karten waren schnell ausverkauft. Das gesamte Villa-Team kümmerte sich an diesem Tag um einen reibungslosen Ablauf. Es gab ein buntes Rahmenprogramm mit allerhand Spielen und Mitmach-Angeboten. Auf der Bühne sorgte Clown „Dudel-Lumpi“ mit seinem lustigen Musikspektakel für Kinder und Erwachsene für Unterhaltung und Spaß. Wie immer waren die Gäste nicht nur Zuschauer, sondern Teil des Geschehens. Neben dem Bühnenprogramm konnten sich die ABC-Schützen an kreativen Bastelangeboten, Kinderschminken, Ponyreiten für die Kleinen und zwei Hüpfburgen erfreuen. Beim Dosenwerfen, Tischtennis und beim Riesenschachspiel wurden Körper und Geist herausgefordert. Die Freiwillige Feuerwehr stellte einen Einsatzwagen und Personal zur Verfügung, um kleine Feuerwehrfrauen und -männer auf spielerische Art und Weise an das Thema Brandschutz und Brandbekämpfung heranzuführen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Eine Catering-Firma kümmerte sich um die Speisen und Getränke. Für Kaffee und Kuchen sorgte die Villa Pelikan, und sogar eine Zuckerwattemaschine stand für kleine Naschkatzen bereit. Das Zuckertütenfest war auch in diesem Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung für Klein und Groß. Vielen Dank allen fleißigen Helferinnen und Helfern für den gelungenen Einsatz und das tolle Ergebnis! Allen Schulanfängern wünschen wir natürlich alles Gute für das erste Schuljahr und viel Freude am Lernen! C. Revestido 9

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10 Es war ein düsterer Abend in Hellersdorf, feucht, kalt und vor allem gruselig!!! Eigentlich ein Abend, den man gemütlich zu Hause verbringt, vor dem Fernseher, eingekuschelt in eine warme Decke. Hauptsache man hat ein paar Süßigkeiten besorgt, für den Fall, dass zufällig irgendjemand klingelt und„Süßes oder Saures“ ruft. In der Geister-Villa wurde – wie in jedem Jahr – ein besonderes Programm vorbereitet. Es ging schon am frühen Abend mit den Vorbereitungen für den Umzug los. Ab 15.00 Uhr wurden Lampions gebastelt und Kürbisse geschnitzt. Nebenbei gab es selbst zubereitete kreative Speisen zur Stärkung, wie zum Beispiel bunte Monster-Muffins, Spinnenweben (Zuckerwatte), blutige Wiener-Finger oder schreiende Frikadellen-Gesichter. Auch der extra vorbereitete Gruselraum war geöffnet, zumindest für diejenigen, die sich dort hinein trauten. Manche gingen lieber gleich zu zweit hinein, nur die Mutigsten trauten sich allein zu gehen. Zuweilen gingen zwei Besucher hinein, doch nur einer kam wieder heraus...„Was ist denn mit dem Zweiten passiert?“, fragten wir uns alle. Die Geheimnisse einer alten Villa bleiben ewig unerforscht. Eines wussten jedoch alle:„Der Villa-Geist ging wieder um!“ Die Polizei war informiert und zwei Beamte kamen aus ihrem Revier, um den Geister-Umzug zu begleiten. Alle liefen ängstlich und eng hintereinander. Es hat genieselt, die Kostüme wurden nass, aber die Freude war groß! Die Kinder haben vor jeder Haustür laut geschrien. Und es hat sich gelohnt jeder bekam seine„Beute“ und es gab ausreichend Bonbons und Schokolade für alle. Wir bedanken uns auf diesem Wege bei der freundlichen Nachbarschaft und freuen uns sehr darüber! Zum Abschluss, als wir alle zurück in unserer Villa waren, wartete schon ungeduldig der„Meister“ auf uns mit seiner monströsen Feuerskulptur. Alles war gut vorbereitet, insbesondere die Sicherheitsmaßnahmen. Das Publikum stand im Kreis rund um die Holzskulptur, die wie eine Weihnachtspyramide aussah, wie eine gruselige Weihnachtspyramide, natürlich! Einmal angezündet und langsam ging es los, von der Basis bis zur Flügelrad. Als wir alle dachten, dass das Flügelrad sich nicht drehen würde, da die Struktur zu schwer wäre, hat es sich dann aber doch noch ein wenig gedreht, eine halbe Umdrehung weit. Das reichte aus, um den „Meister“ und das Publikum zufrieden zu stellen. „Nächstes Jahr probieren wir es mal mit Kugellagern“, tönte es aus der Menge. Das Feuer hat uns auf jeden Fall – wie schon in ganz frühen Zeiten – vereinigt und die Ängste der Kinder sind in seinem hellen Schein schnell verschwunden. Es war ein unvergesslicher Abend. Niemand hat es am Ende bedauert, seine Couch mit Kuscheldecke gegen unsere Grusel-Villa getauscht zu haben. C. Revestido „Open-AirHalloween“ auf dem ASP „Forcki“ Auch  auf  dem  Abenteuer- und Bauspielplatz „Forcki“ fand die nunmehr im 17. Jahr traditionelle „Open-AirHalloween“-Veranstaltung für Kinder und Familien statt. Aktionen  waren  u. a. Schminken, Kürbissuppe vom Feuer und Gespensterdisco im Kinder- und Familientreff „Kokon“. Abends gab es eine „Süßes – sonst  gibt‘s Saures“ Parade durch den Kiez (wir „erpressten“ Süßigkeiten) mit einem Dudelsackspieler und Trommel-Events. Zum Höhepunkt gehörte das Verbrennen einer Feuerskulptur von setAlite (www.setalite.com). Es war ein gelungener Abend: lustig, gruselig und unterhaltsam zugleich.  Er hat allen viel Spaß gemacht. Team ASP Factory 11

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Wahlübung auf dem ASP Forcki Von Mittwoch, dem 7. September, bis Freitag, dem 9. September, fanden auf dem Abenteuerspielplatz„Forcki“ in Friedrichshain die Projekttage zur berlinweiten „U18-Wahl“ statt. Das Angebot regt Kinder und Jugendliche an, sich mit den Wahlen und den Inhalten der konkurrierenden politischen Parteien auseinanderzusetzen. In dieser Woche wurden im Rahmen einer Kiezrallye Wahlplakate der Parteien im Kiez fotografiert. Ziel war es, möglichst viele verschiedene Plakate mit unterschiedlichsten Inhalten zu finden. So konnten die Parteien besser verstanden und zugeordnet werden. Auch gab es verschiedene Anschauungsmaterialien durch die Organisatorinnen der U 18-Wahl. Die Teilnehmenden hatten viele Fragen, gerade auch zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Flucht und rechte Strömungen. Der Wahl-O-Mat wurde für die Besucher_innen bereitgestellt. Die alte Wahlurne musste aufgefrischt werden. In der Einrichtung gab es eine rege Wahlbeteiligung. Durch persönliche Gespräche mit Jugendlichen, die bereits das 16. Lebensjahr vollendet hatten, wurden viele motiviert, die Möglichkeit zur Teilnahme an der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung wahrzunehmen. Am Abstimmungstag nahmen insgesamt 40 Kinder aus der Einrichtung an der Wahl teil und zusätzlich ca. 100 Schüler_innen der Klassenstufen 4 bis 6 der Pettenkofer-Grundschule. Die Wahlergebnisse für den Bezirk sind im Internet unter www.u18.org einsehbar. 12Text: ASP Factory Die roten Kajaks liegen gut gesäubert im neuen Winterquartier. Noch sind die Erlebnisse, besonders die 25-Kilometer-Etappe, Gesprächsthema. Den Videofilm hat Petra fertiggestellt, aber das Fotoheft benötigt noch einen kräftigen Entwicklungsschub. Mit unseren Kürbispflanzen hatten wir dieses Jahr kein Glück. Doch eine einzige Tomatenpflanze erfreute uns umso mehr. Seit dem 1. September arbeitet unser neuer FSJler bei uns. Es ist wieder ein Glücksgriff, zumal er unsere Einrichtung schon von früher her kennt. Zurzeit nutzt er mit allen Altersgruppen den Wind und mit viel Gaudi lassen sie die Drachen steigen. Auch der Profilkurs mit den 8. Klassen hat begonnen und wir bekommen das große Staunen. Für den Dienstag–Kurs haben sich 14 Schüler eingetragen, davon waren einige bereits in der 7. Klasse schon hier. Wir nehmen es als Kompliment für unsere gute Arbeit. Es ist Herbst, aber bei uns hat auch schon ein wenig der Winter Einzug gehalten. Einen tollen Start in die Eishockeysaison 2016/ 17 hatte unser Team „Flying Pucks“ beim Ananas–Turnier am 24.9.16. Das Team bestand aus 6 Jungen und 4 Mädchen an diesem Spieltag. 1.Spiel: 1:0, 2.Spiel: 3:2 und Finalspiel 1:1, nach Penalty dann knapp den Sieg verpasst: 1:2. Wir benötigen noch neue Spieler_innen. Wir laden alle Mädchen und Frauen/ Alter 16 J. bis unbegrenzt ein, bei der Eishockeynacht vom Berliner Projekt „Kick on Ice“ mitzumachen. Die Mädchen des Teams unterstützen bei den ersten Schritten, auch was das Anziehen der Ausrüstung betrifft. Danach übernehmen zwei erfahrene Trainer das Probetraining mit anschließendem Spiel. Die Ausrüstung wird vom Projekt gestellt. Materialausgabe ab 20.00 Uhr. Eigene Schlittschuhe sind immer von Vorteil, aber nicht Bedingung. Es steht schon fest, dass unsere Mitarbeiterin Maud aufs Eis gehen wird. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, dann ist auch unsere Mitarbeiterin Alise wieder dabei. Erforderlich ist eine Anmeldung mit Material-Größenangabe/ Schlittschuhgröße. Anmeldung unter: die-nische@awo-spree-wuhle.de M. Golüke Lust auf Eishockey? Neues aus der Kinder- und Jugend- „fDreiizeeitNeiinsricchhtuen“g Mach mit in unserem Team „Flying Pucks“! Eishockeysaison September – März Es sind wieder Plätze für Jungs und Mädchen im Alter von 15 – 18 Jahren frei geworden –  keine Vereinsbindung. Die Spielstätte Paul-Heyse-Eishalle ist mit der Tram 6 günstig zu erreichen. Interessenten melden sich per E-Mail bei Teamchefin Franziska Golüke unter: fretzelpipe@web.de 13

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Tagespflege „Am Park“ Eine Information zu unserer Tagespflege Die Tagespflege „Am Park“ besteht beinah zwei Jahre am Standort Platz der Vereinten Nationen und hat sich dort inzwischen erfolgreich etabliert. Wir sind in der Nachbarschaft und über die Grenzen der Nachbarschaft hinaus als zuverlässiger Partner bekannt und arbeiten mit vielen Trägern und Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen bereits viele Jahre zusammen. Die Nachfrage nach Einrichtungen, wie es eine Tagespflege ist, stieg über die Jahre hinweg zunehmend, da deutlich wurde – sowie wissenschaftlich belegt ist –, welche verbesserte Lebensqualität für viele auf Pflege angewiesene Menschen hierdurch erreicht wurde. Hinzu kommt, dass die Tagespflege eine enorme Entlastung für pflegende Angehörige leisten kann. Die Gesetzgebung hat die Pflege und Betreuung mit der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung vor 21 Jahren gestärkt. Dies war eine sozialpolitische Großtat! Diese richtige und wertvolle Entscheidung hat Weichen gestellt und 14 vielen pflegebedürftigen Menschen zu mehr Lebensqualität verholfen. Mit dem Pflegestärkungsgesetz I (PSG I) ab 1.1.2015 sowie dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) ab 1.1.2017 wurden Verbesserungen auf den Weg gebracht, welche sowohl den pflegebedürftigen Menschen als auch den Pflegekräften weitere Fortschritte und Entlastungen einbringen sollen. Beide Pflegestärkungsgesetze sind ganz wichtige Schritte. Es gibt nicht nur eine gerechtere Systematik in der Begutachtung von Pflegebedürftigkeit und den damit einhergehenden Zugang zu gesetzlichen Leistungen, sondern auch eine notwendige Entbürokratisierung sowie erhebliche Leistungsverbesserungen. Doch Geld allein pflegt und betreut nicht. Beides muss stimmen. Für eine gute Pflege braucht es eine ausreichende Zahl an qualifizierten Pflegekräften und damit sich Menschen für den Pflegeberuf entscheiden, sind gute Arbeitsbedingungen und Entlohnung zur Pflicht geworden. Schon die Einführung des PSG I sorgte dafür, dass noch mehr Arbeitgeber nach Tarif bezahlen konnten, denn die Pflegekassen können nunmehr, in den Kostenverhandlungen mit den Einrichtungsträgern die Zahlung von Tariflöhnen nicht mehr als unwirtschaftlich ablehnen. Mit der aktuellen Reform des Pflegestärkungsgesetz (PSG II) ab 1.1.17 ist die Grundlage dafür geschaffen, dass die Personalausstattung in den Einrichtungen weiter verbessert werden kann und mit dem neuen Begutachtungsverfahren der Personalbedarf passgenauer ermittelt und refinanziert werden kann. Zudem werden ab 1.1.17 aus Pflegestufen nunmehr Pflegegrade, die Überleitung hierzu erfolgt durch die Krankenkassen bei allen bestehenden Pflegestufen automatisch. Hier die Umstellungsübersicht: 1) bei Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen gilt die Grundre gel + 1 von Pflegestufe in Pflegegrad : Pflegestufe Pflegegrad Sachleistung Entlastungsbetrag 0 1 2 3 3+ = 1 = = 2 = = 3 = = 4 = = 5 = 125 Euro 689 Euro 1298 Euro 1612 Euro 1995 Euro 125 Euro 125 Euro 125 Euro 125 Euro 2) bei Menschen mit dauerhaft eingeschränkter Alltagskompenz gilt die Grundregel + 2 von Pflegestufe in Pflegegrad : Pflegestufe Pflegegrad Sachleistung Entlastungsbetrag - 0 1 2 3 = 1 = = 2 = = 3 = = 4 = = 5 = 125 Euro 689 Euro 1298 Euro 1612 Euro 1995 Euro 125 Euro 125 Euro 125 Euro 125 Euro Leistungen für Tagespflege Ab 01.01.17 haben Versicherte der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Tagespflege im Umfang der oben dargestellten Sachleistung. Personen im Pflegegrad 1 können ihren Entlastungsbetrag hierfür einsetzen. Versicherte der Pflegegrade 2 bis 5 können ihren Entlastungsbetrag für etwaige Eigenanteil nutzen. Die Anpassungen der Tagessätze für die Tagespflege„Am Park“ ab 01.01.17 haben wir wie folgt vorgenommen: Pflegegrad 1 = 76,79 € (Anteil Kasse 64,56 € bis 125,00 €) –  Eigenanteil 12,23 €) Pflegegrad 2 = 77,28 € (Anteil Kasse 65,05 € bis 689,00 €) –  Eigenanteil 12,23 €) Pflegegrad 3 = 77,77 € (Anteil Kasse 65,54 € bis 1298,00 €) –  Eigenanteil 12,23 €) Pflegegrad 4 = 78,26 € (Anteil Kasse 66,03 € bis 1.612,00 €) – Eigenanteil 12,23 €) Pflegegrad 5 = 78,75 € (Anteil Kasse 66,52 € bis 1.995,00 €) – Eigenanteil 12,23 € Die Tagessätze sind Grundlage für die geltenden Abrechnungen mit den Krankenkassen, den Sozialhilfeträgern und den Klienten zu verstehen. Der sogenannte neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ab 1.1.17 Faktisch gesehen ist der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff zwar nur eine Neudefinition der Zugangsberechtigung zu den Leistungen der Pflegeversicherung, dennoch wird hierdurch auch ein Paradigmenwechsel eingeleitet, denn die Grundlage der Begutachtung durch die Krankenkassen ist zukünftig der Grad der Selbständigkeit und nicht mehr die der Defizite. Die neuen gesetzlichen Begutachtungsgrundlagen haben sich hiermit endlich an die Schwerpunkte der aktivierenden Pflege, welche stets ressourcenorientiert und auf die Förderung der Fähigkeiten angelegt war, angepasst. Insofern lässt sich die gesetzliche Neuerung in folgende Schwerpunkte zusammenfassen: 1) die Förderung der Selbständigkeit der Pflegebedürftigen, 2) der Wille und die Selbstbestimmung der Betroffenen und 3) die Anerkennung der Fachlichkeit der Fachkräfte. Diese werden definitiver in die Begutachtungskriterien einfließen. Die fachliche Beurteilung zur Einschätzung der Pflege- und Betreuungssituation erfolgt anhand von sechs Modulen, in welchen sich nach den Ergebnissen der Pflegeforschung alle relevanten Hilfe-, Pflege- und Betreuungsbedarfe einordnen lassen. Die früheren 13 AEDLs nach Dr. Monika Krohwinkel finden sich nunmehr in sechs Modulen zusammenfasst wieder: Modul 1: Mobilität, Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Modul 4: Selbstversorgung, Modul 5: Bewältigung von und selbstän diger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anfor- derungen und Belastungen, Modul 6: Gestaltung des Alltaglebens und sozialer Kontakte. Ziel dieser Strukturveränderungen ist u. a. auch eine deutliche Entbürokratisierung in der Dokumentation der Pflege und Betreuung einzuleiten, um mehr zeitliche Kapazitäten für die Pflegebedürftigen zu schaffen. Wir als Team der AWO Tagespflege „Am Park“ freuen uns auf die errungenen Neuerungen, welche viele positive Aspekte mit sich bringen werden. Es wird sicherlich – wie mit allen Veränderungen – Zeit benötigen bis alle Mitwirkenden (Gesetzgeber, Klienten, Träger, Kostenträger, Netzwerkpartner, Angehörige und Betreuer) die Umstellung bestmöglichst vollzogen haben, doch die nötigen Weichen sind gestellt und wir sind weiterhin gewillt, unseren ganzen Einsatz für ein gutes Gelingen zu leisten! B. Neufeld 15

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AWO-Besuch im Lutherheim Pflegeheime genießen in weiten Teilen der Bevölkerung keinen guten Ruf – Presseberichte über Pflegeskandale bleiben im Gedächtnis haften und bestätigen bestehende Vorurteile. Eine bunte Gruppe von älteren Besucher_innen und Ehrenamtlichen des AWO Begegnungszentrums besuchte im August das familiär geführte Lutherheim im Herzen Kreuzbergs, um sich selbst ein Bild zu machen. Begleitet wurden die Besucher_innen, die u. a. türkische, polnische, spanische und irakische Wurzeln haben, von Mitarbeiter_innen des Migrantensozialdienstes und des Arbeitsbereiches Gemeinwesenarbeit des Begegnungszentrums. Der Leiter des Hauses, Diakon Olaf Schulz, nahm sich viel Zeit, um das Konzept des Heimes zu erläutern und Fragen der Besucher_innen zu beantworten. Besonders erfreut waren die Besucher_ innen über die Offenheit des Heims gegenüber Migrant_innen, die ja spezielle Essgewohnheiten oder andere kulturelle Bedürfnisse mitbringen können. Die Teilnehmenden waren beeindruckt vom Idealismus und Engagement des Heimleiters und werden das Thema Pflegebedürftigkeit und Wohnen in die von ihnen betreuten Seniorengruppen tragen. Nicht nur, um sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen – eine ehrenamtliche Tätigkeit im Besuchsdienst bei Pflegeheimbewohner_innen ist eine dankenswerte Aufgabe! S. Koch und F. Müller-Lenhartz Herbstfahrt zum Schlachtefest Fröhlich gestimmt und bei strahlend schönem Wetter machte sich am 27. September eine Gruppe von 26 AWO-Freundinnen und –Freunden aus der Abteilung Kreuzberg auf den Weg, um einen erholsamen Tag im Fläming zu verbringen. Nach einer geruhsamen Fahrt erreichten wir nach ca. zwei 16Stunden das Hotel „Zur Linde“, wo jeder vom Wirt mit Hand- schlag begrüßt wurde. Nachdem er uns einiges über das Haus erzählt hatte, erfreuten wir uns an dem reichhaltigen Schlachtebuffet. Es gab wirklich für jeden etwas, angefangen von der Suppe bis zum Obstteller. So gestärkt machten wir uns auf zum Forellenhof Locktow, der sich inmitten der Fläminglandschaft befindet. Bei einer kleinen Führung erfuhren wir Interessantes über die Forellenzucht. Danach deckten wir uns noch mit frisch geräucherten und auch frisch gefangenen Forellen ein und kehrten dann nochmals im Hotel „Zur Linde“ ein, wo man uns schon zum Kaffeetrinken mit selbst gebackenem Kuchen erwartete. Nochmals gestärkt machten wir uns danach auf den Rückweg und kamen gegen 18.00 Uhr wieder wohlbehalten in Berlin an. Ein sehr schöner Tag ging zu Ende. E. Uffelmann Ein ganz besonderer Tag Einen ganz besonderen Ausflug konnte das AWO Begegnungszentrum seinen Ehrenamtlichen und Stammbesucher_ innen im Oktober bieten. Mit dem Bus ging es frühmorgens los in die Uckermark. In Lychen erwartete uns schon eine Stadtführerin, die uns Wissenswertes über das kleine Städtchen vermittelte. Wer wusste schon, dass hier Anfang des 20. Jahrhunderts die Reißzwecke erfunden wurde und dass Lychen mit seiner wunderschönen Lage in einer Seenlandschaft Hochburg der Flößerei war? Weiter ging die Fahrt dann ins nahe gelegene Alt-Placht, wo wir das im letzten Augenblick vor dem Verfall bewahrte und nun schön restaurierte Kirchlein im Grünen besuchten. Dort sang unsere Reiseführerin mit ihrer schönen Stimme ein Lied für uns und gab uns damit einen Eindruck von der guten Akustik im Kirchlein, das öfter für Konzerte genutzt wird. Nach einem gemeinsamen Mittagessen am Seeufer von Lychen stand noch eine Bootsfahrt über die idyllische Woblitz nach Himmelpfort auf dem Programm. Auch Himmelpfort ist eine Reise wert, denn dort sind die Überreste einer großen Klosteranlage und das Haus des Weihnachtsmannes zu besichtigen. Diesen ganz besonderen Tag, ausgefüllt mit schönen Eindrücken, Wissenswertem und guten Gesprächen, haben wir Karl-Heinz Krause zu verdanken, langjähriges Mitglied der AWO und Leiter einer Abteilung der AWO Südost, der viele Jahre ein enger Freund des AWO Begegnungszentrums war. Karl-Heinz schätzte die interkulturelle Arbeit im Begegnungszentrum sehr und war selber regelmäßig Gast bei unseren Sommerfesten und interkulturellen Dialogtischveranstaltungen. Nach seinem Tod im Februar dieses Jahres hinterließ uns Karl-Heinz Krause Geld, mit dem er insbesondere unsere interkulturelle Seniorenarbeit unterstützen wollte. Karl-Heinz, der am 3. Oktober 90 Jahre alt geworden wäre, hätte seine Freude an unserem Tagesausflug mit einer bunten Gruppe von Menschen aus insgesamt neun Herkunftsländern gehabt. Wir werden Karl-Heinz und seine Menschen verbindende, großzügige und tolerante Art immer in guter Erinnerung behalten. S. Koch, F. Müller-Lenhartz, B. Eberle/ Fotos: M. Yilmaz 17

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SCHUFA als Schutzpatron der Verbraucher? 18 „Wir schaffen Vertrauen“ als „Schutzpatron für Unternehmen und Verbraucher“,1 so stellt sich die SCHUFA selber vor. Mit ihren „zuverlässigen Bonitätsprodukten“ nimmt sie nach eigenen Angaben „gesellschaftliche Verantwortung“ wahr.2 Dabei möchte die SCHUFA Holding AG auch ihren „verbraucherorientierten Ansatz weiter ausbauen“.3 Als führende Auskunftei in Deutschland verfügt die SCHUFA Holding AG über Daten zu 66,4 Millionen natürlichen Personen und liefert täglich rund 300.000 Auskünfte.4 In der Praxis spielt die SCHUFA-Auskunft für Verbraucher vor allem bei der Suche nach einer neuen Wohnung eine erhebliche Rolle. Kaum eine Wohnung wird heute ohne Vorlage einer aktuellen SCHUFA-Auskunft mehr vergeben. Negative Eintragungen schränken den Verbraucher vor allem in Großstädten mit einer angespannten Wohnungsmarktlage gravierend ein. Es zeichnet sich in der Klientel der Berliner Schuldnerberatung bereits ein neuer Trend ab: Familien weichen in ein „Zusammenrücken“ aus, da sie mit ihren negativen SCHUFA-Merkmalen kaum noch neuen Wohnraum finden. Überaus beengte Wohnverhältnisse sind die Folge, wenn zum Beispiel der erwachsene Sohn mit Ehefrau und Kindern wieder bei den Eltern einziehen muss. Zum einen wissen viele Verbraucher gar nicht erst, dass es dieses Recht überhaupt gibt. Zum anderen ist diese kostenlose Möglichkeit für sie auch nicht leicht zu finden. Unter www. meine-schufa.de und dem Unterpunkt „Produkte“ sieht man zunächst ausführlich sämtliche kostenpflichtigen Angebote.5 Die Bestellmöglichkeit der Datenübersicht nach § 34 BDSG ist dagegen erst ganz unten sichtbar und mit dem irreführenden Hinweis „…sollte vertraulich behandelt werden“ versehen. Doch natürlich kann man auch diese (kostenlose) Übersicht dem potentiellen Vermieter vorlegen, denn die Daten gehören dem Verbraucher, der allein über deren Verwendung entscheidet. Wird nun die Bestellmöglichkeit angeklickt, so wird der Verbraucher wieder zuerst animiert, das kostenpflichtige Alternativ-Produkt „meine SCHUFA kompakt“ zu erwerben, indem dessen (scheinbare) Vorteile grafisch geschickt hervorgehoben werden.6 Erst wenn auch diese Hürde genommen ist, kann das Bestellformular heruntergeladen und ausgefüllt werden. Dabei sollte der unkundige Verbraucher aber keinen Fehler machen, denn auch dieses Formular enthält wieder zusätzlich die Alternativ-Möglichkeit der kostenpflichtigen Bonitätsauskunft. 7 Da Vermieter in der Regel keine Auskunft akzeptieren, die älter als sechs Monate ist, sollte die SCHUFA Holding AG es den Verbrauchern ermöglichen, mindestens zweimal jährlich die Auskunft nach § 34 BDSG kostenlos zu erhalten. Die übrigen Bonitätsprodukte kosten aktuell: „Bonitätsauskunft“ jeweils € 24,95 Dabei stellen sich hinsichtlich der Aussagekraft von SCHUFA-Auskünften durchaus Fragen, die einer breiten Diskussion würdig wären. Es ist erstaunlich, wie wenig kritisch das Auftreten der SCHUFA-Holding AG und die Bedeutung ihrer Bonitätsprodukte im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs präsent sind. „meine SCHUFA kompakt“ (Mindestlaufzeit 1 Jahr) jährlich zzgl. einmalig jede Auskunft kostet jeweils € 47,40 € 9,95 € 9,95 Die Fragen beginnen bereits mit den Preisen: Zwar hat jeder Verbraucher das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Auskunft über die bei der SCHUFA Holding AG gespeicherten Daten gem. § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu erhalten. Für den Verbraucher ist es aber nicht ganz einfach, ohne den Rat und die Unterstützung durch eine kompetente und unabhängige Beratungsstelle diese Auskunft zu bekommen. „meine SCHUFA premium“ (Mindestlaufzeit 1 Jahr) Einmal jährlich Auskunft Jede weitere Auskunft jährlich zzgl. einmalig jeweils € 83,40 € 9,95 umsonst € 9,95 1 SCHUFA Holding AG (Hrsg.), 85 Jahre SCHUFA, Chronik und Ausblick, November 2012, S. 6 2 SCHUFA, 85 Jahre, a. a. O., S. 7 3 SCHUFA, 85 Jahre, a. a. O., S. 6 4 SCHUFA, 85 Jahre, a. a. O., S. 61 5 www.meine-schufa.de, aufgerufen 2.6.2016 6 wie (5) 7 wie (5) Das sind stolze Preise, die sich auf der Homepage der SCHUFA Holding AG allerdings nicht als solche präsentieren, sondern sich hinter den umgerechneten, viel kleineren Monatspreisen verstecken. Eine weitere Frage betrifft die Dauer der Daten-Speicherung: Die SCHUFA Holding AG hält hier die gesetzlichen Vorgaben des BDSG ein. So werden Informationen zu fälligen Forderungen drei Kalenderjahre seit Meldung gespeichert. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird für die gesamte Dauer des Verfahrens gespeichert, maximal 6 Jahre. Die Erteilung der Restschuldbefreiung bleibt 3 Jahre gespeichert. Dies harmonisiert allerdings nicht mit den Speicherfristen der öffentlichen Bekanntmachungen in www.insolvenzbekanntmachungen.de, wo bereits nach sechs Monaten eine Löschung vorgenommen wird. Diese Disharmonie ist schon vielfach beklagt worden, eine Gesetzesänderung sollte endlich diskutiert und vorgenommen werden. Derzeit dauert die Speicherung der Daten von Schuldnern im Insolvenzverfahren bei der SCHUFA Holding AG insgesamt bis zu 10 Jahre. Dies verzögert und erschwert einen wirtschaftlichen Neuanfang erheblich. Dabei stellt sich die weitere Frage, welche Aussagekraft die Bonitätsprodukte überhaupt haben: In der Praxis der Schuldnerberatung kommt es häufig vor, dass Schuldner den Überblick über ihre Schulden verloren haben. Manche haben über längere Zeit ihre Unterlagen nicht geöffnet oder gar weggeworfen, weil sie dem Druck von Mahnungen und Vollstreckungen nicht mehr standgehalten haben. Manchmal sind Unterlagen auch infolge einer Wohnungsräumung verloren gegangen. Daher ist es oft Aufgabe der Schuldnerberatung, gemeinsam mit dem Schuldner eine Übersicht zu erarbeiten. Die Auskünfte der SCHUFA Holding AG sind dabei ein Puzzle-Teil bei der Recherche, aber nie mehr als das. In der Praxis kommt es einerseits nicht selten vor, dass in den Auskünften Forderungen als aktuell bestehend enthalten sind, die tatsächlich aber schon erledigt sind. Dies liegt in der Regel daran, dass die Erledigung der SCHUFA Holding AG nicht gemeldet wurde. Ebenfalls nicht selten sind Fälle, in denen die SCHUFA-Auskunft gar keine Negativ-Merkmale enthält, obwohl tatsächlich viele Schulden vorhanden sind, die allerdings der SCHUFA Holding AG nicht bekannt – weil nicht dorthin gemeldet – sind. In diesen Fällen attestiert dann die SCHUFA Holding AG volle Bonität. Es ist nachvollziehbar, dass die SCHUFA nicht über alles Bescheid wissen kann, aber welche Aussagekraft hat dann die Auskunft? Im gesellschaftlichen Diskurs wird die SCHUFA-Auskunft ganz anders gehandelt, auch viele Schuldner sind erstaunt über den Inhalt der Auskünfte. Vermieter wiederum leiten aus negativen Merkmalen in der Regel ab, dass der Wohnungsinteressent seine Miete nicht regelmäßig und pünktlich zahlen wird. Aber ist diese Folgerung wirklich berechtigt? Aus langjähriger Erfahrung in der Schuldnerberatung8 wäre da in den meisten Fällen Skepsis angebracht. Die meisten Betroffenen in der staatlich 8 Die Autorin RA‘in Susanne Wilkening ist seit 1.1.1999 in der Schuldnerbe- ratung aktiv. anerkannten, gemeinnützigen Schuldnerberatung haben ihr Problem, das sie in die Schulden führte, schon hinter sich. Sie wissen, dass sie ihre Miete (und den Strom, das Gas) immer regelmäßig und pünktlich zahlen müssen, egal was kommt. Und warum soll zum Beispiel jemand, der aus einer gescheiterten Selbstständigkeit überschuldet ist, im Privaten überhaupt ein unpünktlich zahlender Mieter sein? Jenseits dieser Fragen gibt es einen speziellen Aspekt, der sich als großes – und von Seiten der SCHUFA Holding AG leicht lösbares – Ärgernis darstellt. Ist eine Forderung ausgeglichen und erledigt, so speichert die SCHUFA Holding AG das nicht – wie es dem Grundsatz der Datenklarheit entsprechen würde – als „Forderung erledigt“, sondern als „…(dass die) Vertragsbeziehung inzwischen beendet oder Forderung inzwischen ausgeglichen“. Das lässt jedoch einen weiten Interpretationsspielraum zu. Es lässt die Möglichkeit offen, dass der Vertrag beendet und die Forderung eben nicht ausgeglichen ist. Die Schuldner- und Insolvenzberatung der AWO Berlin Spree-Wuhle e.  V. hat dazu einen längeren Schriftverkehr mit der SCHUFA Holding AG geführt. Letztlich wurde die Anregung, diese Speicherweise umzustellen und klar zu formulieren, mit der Begründung abgelehnt, dass es kaum Beschwerden gegen diese Verfahrensweise gäbe. Damit sind wir aufgefordert, im Interesse der bei uns betreuten Überschuldeten viele entsprechende Beschwerden einzureichen. Dies kann im Namen des Betroffenen, aber auch der Beratungsstelle in Vollmacht des Betroffenen geschehen. Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e. V  . hat dazu einen Musterbrief zur Verfügung gestellt, der wie folgt lautet: Schufa Holding AG Rechtsabteilung Kormoranweg 5 65201 Wiesbaden Datum Daten…. / Auskunft nach § 34 BDSG vom…, Referenznummer… Sehr geehrte Damen und Herren, in o.g. Sache teilen wir zunächst mit, dass Herr… laufend von uns betreut wird, eine auf uns lautende Vollmacht liegt in Kopie anbei. In der o.g. Selbstauskunft ist folgendes vermerkt: „Firma/Inkasso…unter Nummer…dass die Vertragsbeziehung inzwischen beendet wurde oder die Forderung inzwischen beglichen wurde.“ Wir bitten darum, bei diesen Vermerken klarzustellen, dass (und nicht „oder dass“) die Forderung beglichen wurde. 19

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SCHUFA als Schutzpatron der Verbraucher? Fortsetzung Denn dies ist tatsächlich der Fall. Wir gehen davon aus, dass Ihnen entsprechende Mitteilungen der Gläubiger vorliegen. Sollte dies nicht der Fall sein, teilen Sie uns dies bitte umgehend mit, damit wir Ihnen die entsprechenden Unterlagen zukommen lassen können. Die Formulierung „…oder dass die Forderung inzwischen beglichen wurde“ stellt die Begleichung nur als Möglichkeit dar. Damit bleibt dann aber auch die Möglichkeit offen, dass die Vertragsbeziehung nur beendet wurde, ohne Forderungsausgleich. Dies kann mögliche neue Vertragspartner unseres Klienten in die Irre führen und benachteiligt ihn im Geschäftsverkehr erheblich. Angesichts der hohen Bedeutung der Schufa-Auskunft, insbesondere auf dem Wohnungsmarkt, bitten wir daher um einen eindeutigen Eintrag und zwar wie folgt: „…dass die Vertragsbeziehung inzwischen beendet und die Forderung inzwischen beglichen wurde.“ Hierfür notieren wir uns eine Frist bis zum… Andernfalls werden wir die Angelegenheit dem zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten als Beschwerde vorlegen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Am Freitag, dem 14.10.16, fand der Workshop„Elternzeit – Falle oder Chance?“ des Projektes „Mariposa“ in den Räumen des Gemeinwesenzentrums Frankfurter Allee 110 statt. Der von mir als Koordinatorin und der Psychologin Silvia Bonapace FEaltlelernozdeeitr –  Chance? zweisprachig moderierte Workshop fand regen Anklang. 14 Teilnehmerinnen kamen, arbeiteten angeregt mit und stellten interessierte Fragen. Sowohl die bürokratischen und finanziellen als auch die affektiven Aspekte der Mutterschaft waren Themen des Workshops, denn im Zusammenhang konnten die Frauen ihre soziale Lage mit persönlichen Befindlichkeiten in Einklang bringen, und haben nun Werkzeuge für eine aktive und bewusste Gestaltung dieser so wichtigen Lebensphase an der Hand. Die allgemeine Resonanz war: „Ganz toll, aber viel zu kurz.“ Es bestand der einhellige Wusch, die aufgeworfenen Fragen in einer weiteren Veranstaltung zu vertiefen. B. Apicella Dieser Musterbrief ist auch abrufbar auf der Homepage der LAG SIB Berlin (http://www. schuldnerberatung-berlin.de/). Es wird zu einem regen Gebrauch aufgerufen. Dr. S. Fairlie, Juristin bei der LAG SIB Berlin e. V. / S. Wilkening, RA, Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung AWO Berlin Spree-Wuhle e. V. 20 Wdwaiie!rdseinrd Zum 1. November konnten wir nach vollendeter Sanierung unser angestammtes Domizil des AWO Begegnungszentrums in der Adalbertstr. 23a wieder in Betrieb nehmen. Wir freuen uns sehr, in diesem schönen Haus unter besseren Bedingungen zu arbeiten und unsere Besucher_innen zu empfangen. Vor dem Wiedereinzug haben wir unsere Ehrenamtlichen um ihre Expertenmeinung gebeten: Wie kann das Gebäude für die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer gestaltet und eingerichtet werden? Unter anderem wollten wir „Barrieren“ aufdecken, die nicht sofort auffallen. Fahrstuhl und Rampe sind vorhanden. Aber es gibt weitere Hindernisse, die überwunden werden können. Mit dabei war Ulrike Ehrlichmann, Beauftragte für Menschen mit Behinderung des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg. Es kamen viele gute Vorschläge und Ideen, die wir in nächster Zeit umsetzen wollen. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die daran mitwirken. Text: B. Eberle/ Fotos: M. Yilmaz Donnerstag, 15. 12.2016, 14.00 Uhr Stadtteilzentrum Hellersdorf-Nord Kastanienallee 53 12627 Berlin Abteilungsvollversammlung Weihnachtsfeiermit anschließender der Abteilung Marzahn-Hellersdorf NUR für MITGLIEDER 21

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Ich bin ein AWOMitglied. Und du? Ich bin Mitglied der AWO, weil sie dazu beiträgt, unsere Gesellschaft gerechter zu machen. Andy Hehmke, AWO-Mitglied seit 1999 AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. Rigaerstr. 55 b 10247 Berlin H. Münzhardt Tel.: 030 420 890 34 / Fax: 030 420 892 99 E-Mail: h.muenzhardt@awo-spree-wuhle.de Frau/ Herr Ja, ich werde AWO-Mitglied Name, Vorname Geburtsdatum Straße, Haus-Nr. PLZ, Wohnort Telefon, Fax E-Mail Hiermit ermächtige ich die Arbeiterwohlfahrt zur Abbuchung meines Monatsbeitrags von 2,50 € (Mindestbeitrag) 4,00 € (Familienbeitrag) ___ , ___ € (ab 5,00 €) Förderbeitrag. Der Mitgliedsbeitrag wird halbjährlich im Vorraus ein- gezogen. Name der Bank Datum IBAN Unterschrift Kontoinhaber_in Die angegebenen Daten werden unter Berücksichtigung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) erhoben und ausschließlich zum Zwecke der Mitgliederverwaltung gespeichert und genutzt. BIC Ihre Meinung ist uns wichtig! Was halten Sie vom Magazin der AWO KV Berlin Spree-Wuhle e.  V.? Schreiben Sie bitte an: oeffentlichkeitsarbeit@awo-spree-wuhle.de IMPRESSUM Ausgabe Winter 2016/17 Herausgeber: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.  V. Rigaer Straße 55b 10247 Berlin Tel.: 030 420 890 34 Fax: 030 420 892 99 E-Mail: buero@awo-spree-wuhle.de www.awo-spree-wuhle.de www.facebook.com/awospreewuhle V.i.S.d.P. Robert Schwind Kreisvorsitzender Redaktion und Layout: André Dierks Andy Hehmke Wladimir Kusnezow Holger Münzhardt oeffentlichkeitsarbeit@awo-spree-wuhle.de Anmeldung für den Newsletter: www.awo-spree-wuhle.de/newsletter Druck: Uhl-Media GmbH Chemie- und wasserfreie Druckplattenherstellung, Strom aus regenerativen Energiequellen, klimaneutrale Druckproduktion. Für jeden Druckauftrag lassen wir einen Baum pflanzen. Wenn Sie von unserer Arbeit überzeugt und begeistert sind und auch Sie unsere Arbeit für junge Menschen, Menschen mit Handicap und ältere Menschen unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Beitrag. Geldspenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Spendenkonto der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. Bank für Sozialwirtschaft IBAN DE96 1002 0500 0005 5444 04 BIC BFSWDE33BER Auf Wunsch erhalten Sie eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Auch über eine Unterstützung in Form von Sachspenden, wie z. B. Büroausstattungen oder Tankgutscheine, freuen wir uns, da diese unserer Arbeit sowie allen, die unsere Unterstützung brauchen, zugute kommen. Vielen Dank! Ihre AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.  V. In der Transparenzdatenbank des Landes Berlin aufgeführt unter der Registrierungs-Nr. vr_021507 22 Geburtstage im Dezember Waltraud Berger Marianne Berthel Bernd Bräunig Ursula Erdinc Gisela Fetzko Monika Greßner Helga Groth Barbara Jantzen Jürgen Koch Christa Kutzner Christa Lang Holger Langkau Tobias Martin Christian Meyerdierks Carmen Münzhardt Svea Rochow Manuel Sahib Joachim Schmitz Ingrid Schneider Bernd Schulze Rita Speck Sarina Strumpen Anita Theiss Christiane Uhlich Werner Ullrich Ana Maria Villegas Quang Vu Van Thi Xuan Ha Vu Manfred Wetzel Barbara Wiesner Christa Wysocki Geburtstage im Januar Erika Badinski Gabriele Benndorf Hannelore Borchardt Stephanie Bosch Brigitta Bremme Josefa Brunner Joachim Bühler Stefano Busachi Carola Fellgiebel Ricardo Fonseca Horst Förster Lorenz Görig Lars Gustafsson David Hitzer Thang Long Hoang Kemal Ilhan Tam Kayser Vincent Kiefer Anika Kröller Julia Kuhl Anne Kurth Stefan Leese Irene Lietzmann Norbert Michalski Hermann Minz Waldtraut Mohnholz Ramona Mudrich Helga Muhle Holger Münzhardt Charlotte Neumann Thu Loan Nguyen Alessandra Pascalis Tri Dung Phan Brigitte Pieper Stephan Richter Helmut Riedel Martina Schorning Jolanta Sieranska Volkmar Stein Fritz Steinhorst Dana Süß Frank Uelze Dorit Vogelsang Sabrina von Boenigk Lars Weinbrenner Marianne Wetzel-Malik Vera Wittkowski Stefan Zackenfels Ingeborg Zänker Geburtstage im Februar Belinda Apicella Muharrem Aras Helmut Borchardt Benjamin Buchner Peter Cersovsky André Dierks Monika Förster Ursula Gode Christa Gruber Martina Hartleib Gerda Hartwig Eneas Hehmke Ahmet Iyidirli Ingeburg Kemnitz Christian Kneip Marcel Knuth Walter Momper Andrea Beate Müller Pamela Strutz Christiane Müller-Naili Selma Stüber Selvi Naidu Manuela Stuhlsatz Carlos Enrique Nunez Velazco Jaqueline Tichauer Gerhard Pielmann Gisela Töpfer Gerda Preuss Ingrid Treskow Felix Rehn Dieter Tulke Libertad Rehn Sabine Weisgram Waltraud Schillert Karl-Heinz Witke Bernd Schlieter Hans-Joerg Schmedes Folker Schmidt Geburtstage im April Gerda Schmischo Frank Spranger Lucyna Steiner Kerstin Strauch Jutta Tulke Thi Thanh Phuc Vu Barbara Wagner Renate Ziegs Ingrid Bartsch Meltem Baskaya Iljana Blum Andre Boldt Dieter Borries Mechthild Bruns Gunther Czichocki Felix Frenzel Geburtstage im März Irene Fripann Hans-Wolfgang Funke Joachim Günther Cristina Agolino Daniela Habel Jörg Becker Barbara Herrmann Karin Braatz Else Hoffmann Ana Diaz Gonzalez Ursula Köhler Otto Dittmann Günther Krug Daniel Dunkhase Elfriede Kubenz Barbara Eisengarten Rose-Marie Kuhlen Uwe Finkbeiner Anja Möbus Sven Giese Günther Neukirch Günter Greßner Thi Duyen Hai Nguyen Marco Herold Charlotte Oberberg Marianne Horrmann Sabine Ott Sebastian Iring Inge Pietschker Renate Klatt Eleonore Podubrin Anja Kossok Hannelore Rath-Kohl Gisela Krause Henning Rehn Klaus Lichtenstein Ingrid Reinhold Sabine Lichtenstein Elisabeth Richter Cathleen Lüdde Johannes Rummel Andreas Mewes Nancy Rummel Christine Minz Arne Schildberg Gerda Oehme Josef Schröer Georg Pöhlmann Carola Schulteisz Hanna Pöhlmann Anneliese Steffen Karin Sarantis-Aridas Horst Stein Nadine Schröder Petra Störr Siegfried Schulz Bärbel Turek Eveline Schulze Anja Wermann Albrecht Schumann Susanne Wilkening Kirstin Schüssler WallierngGraetbuuliretrsetnagskindern! 2135

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2LaPemasr0Bk1fi2Se.cs AhtJuwFgaruiuelsedhtsr2ic0rh1s7heain Liebe Freundinnen und Freunde des Parkfestes, unser Parkfest wird im Jahr 2017 20 Jahre alt. Wir freuen uns, euch bereits jetzt auf den Termin des kommenden Parkfestes hinzuweisen. Wir feiern zusammen am 12. August 2017 in der Freilichtbühne im Volkspark Friedrichshain und freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid. Falls ihr Bands kennt oder selbst eine Band habt, die gern beim Parkfest auftreten möchte(n), könnt ihr euch gern bei uns melden. Wir sehen uns dann alle Bewerber an und melden uns bei euch. Bewerbungen bitte an unsere Vorbereitungsgruppe (info@parkfest-friedrichshain.de). Bitte bedenkt aber, dass das Fest auf Spendenbasis finanziert wird. Unser Budget ist also begrenzt. Euer Parkfest-Team Information für Unternehmen, Organisationen und Vereine – Wer will Partner des LesBiSchwulen Parkfestes Friedrichshain werden? Wir möchten, dass Sie unser Partner werden und mitten in der Berliner Innenstadt mindestens 6.000 Menschen erreichen! Das „LesBiSchwule Parkfest Friedrichshain“, das seit 1998 regelmäßig im August eines Jahres veranstaltet wird, ist nach dem Lesbisch-schwulen Stadtfest in der Schöneberger Motzstraße und dem Christopher Street Day das drittgrößte Berliner Event für Lesben, Schwule, Bi-, Trans*- und Intersexuelle und alle anderen Menschen – ein Fest für alle. Das „LesBiSchwule Parkfest“ ist ein nichtkommerzielles Fest und wird ehrenamtlich organisiert. Als einziges Fest seiner Art im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bietet es einer Vielzahl von Initiativen und sozialen Trägern ein Forum, sich selbst und ihre Anlegen vorzustellen. Ziel des Festes ist es, über die gemeinsame Begegnung von Lesben, Schwulen und den Bewohnerinnen und Bewohnern der umliegenden Kieze und Bezirke Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen. Unser Fest ist für das Publikum mit seinem vielfältigen kulturellen Pro- gramm mit verschiedenen Bands und nach Künstlern dem Motto: kUomstesonnlosst –u fnredi draußen! Dennoch entstehen beim Fest Kosten, die nicht allein durch die AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. und die beteiligten freien Träger und Einrichtungen aufgebracht werden können. Wir möchten Sie deshalb einladen, das LesBiSchwule Parkfest mit Sachoder Geldspenden zu unterstützen. Mit Ihrer Unterstützung bekennt sich Ihr Unternehmen in der Öffentlichkeit zu Toleranz und Vielfalt und spricht sich explizit gegen jede Art von Diskriminierung aus! Neben einer öffentlichkeitswirksamen Präsenz vor einem großen, zielgruppenspezifischen Publikum bieten wir unseren Sponsoringpartnerinnen und -partnern zudem die Nennung auf Plakataushängen und Postkartenwerbung in Berlin, auf dem Fest sowie auf der Webseite des LesBiSchwulen Parkfestes für ein ganzes Jahr (www.parkfest-friedrichshain.de). Für Ihr Engagement erhalten Sie eine ordentliche voll abzugsfähige Spendenbescheinigung nach §10 b EStG. Bitte unterstützen Sie uns–wir freuen uns auf Sie! Ihr Parkfest-Team

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