Höchstädter Bullenbote III-2016

 

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Höchstädter Bullenbote III-2016

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Höchstädter Bullenbote Ausgabe III/2016

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Höchstädter Bullenbote Besamungsverein Nordschwaben e.V. Gesellschafter oder Mitglied bei: Höchstädter Klauenpflege GmbH Spermex ­ Gesellschaft für den Im­ und Export von TG­Sperma mbH InterGen GmbH Vereinigung zur Förderung der Rinderzucht Arbeitsgemeinschaft der Besamungsstationen in Bayern Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzucht­ und Besamungsorganisationen Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter Herausgeber: Besamungsverein Nordschwaben e.V., Ensbachstr. 17, 89420 Höchstädt/Donau Erscheinungsweise: nach jeder Zuchtwertschätzung Gestaltung und Druck: Roch Druck, Einsteinstr. 21, 89407 Dillingen/Donau Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Neues aus der Zuchtwertschätzung für Nordschwaben . . . . . . . . . . . Metabolische Programmierung – auch bei männlichen Kälbern? . . . Seminare Winter 2017 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Neue Hornlos­Genetik hält Einzug in Nordschwaben . . . . . . . . . . . . Phänomenaler Erfolg der Wertinger Fleckviehzüchter . . . . . . . . . . . . EuroTier 2016 – Erfolgreicher Messeauftritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bestnote für die Besamungsstation bei top agrar Umfrage . . . . . . . Mitgliederversammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Termine der Kreiszüchterversammlungen 2017 . . . . . . . . . . . . . . . . . Klauenpflege: Der Teufelskreislauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Softshellwesten und Winter­Strickmützen im Klauenpflege­Shop . . Auswahl Nachkommen geprüfter Bullen . . . . . . . . . . . . . . . . Auswahl genomisch geprüfter Bullen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auswahl (genomisch) geprüfter Bullen (hornlos) . . . . . . . . . . Auswahl genomisch geprüfter Bullen (Ersteinsatz) . . . . . . . . Neue Gebührenordnung im Besamungsgebiet ab 1.1.2017 . . . . . . . Vererbungsstärken unserer Nachkommen geprüften Bullen . . . . . . Änderungen zum 1. Januar 2017 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Braunvieh­, Holstein­Rot­ und Holstein­Schwarz­Bullen . . . . . . . . . . Schnellauswahlliste unserer Fleckvieh­Bullen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 4 6 7 8 9 10 11 11 12 13 14 15 21 26 29 33 34 34 35 36 Verbindungen zur Besamungsstation Samenbestellung von 7:30 ­ 16:30 Uhr Labor 09074 / 9559 ­ 15 Zucht und Beratung Herr Köhnlein 0177 39 39 321 Beratung und Außendienst Frau Espert 0170 57 04 712 Beratung und Außendienst Herr Kistler 0151 41 97 61 63 Beratung und Außendienst Herr Wiegand 0151 68 81 27 32 Samenausfahrten Herr Montessuto 09074 / 9559 ­ 15 Stationsleiter Dr. Bosselmann 09074 / 9559 ­ 17 Zentrale Frau Zanggl 09074 / 9559 ­ 0 Buchhaltung Herr Schnürch 09074 / 9559 ­ 19 Fax: allgemeine Nachrichten 09074 / 9559 ­ 25 Fax: Samenbestellung 09074 / 9559 ­ 16 E­Mail info@bv­hoechstaedt.de Internet www.besamungsverein.de Verbindungen zur Höchstädter Klauenpflege Geschäftsführer Klauenpflege Internet Mag. Reßler Frau Magosch 09074 / 9559 ­ 13 09074 / 9559 ­ 20 www.klauenpflege.de Bild Titelseite: Unsere Motivation ist Ihre Zufriedenheit! 2

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Höchstädter Bullenbote Liebe Mitglieder, Milchproduzenten und Rinderhalter, ein schwieriges Jahr, vor allem auf dem Milch­ sektor, neigt sich seinem Ende zu. Das Jahr 2016 brachte uns die niedrigsten Milcherzeugerpreise seit vielen Jahren. Zahlreiche Ursachen sind dafür verantwortlich: Nach dem Quotenende 2015, w­ urde in der EU doch mehr Milch produziert als die Milchexperten voraussagten. Durch schwä­ chelnde Exportmärkte war zusätzlich zu viel Milch auf dem Markt. Unsere Discounter Aldi, Lidl, …. nutzen unsere Überproduktion bei den Vertrags­ verhandlungen mit den Molkereien gnadenlos aus und konnten dadurch ihre Einkaufspreise für ihre Molkereiprodukte in sehr großen Schritten senken. Der Auszahlungspreis der Milch für uns Landwirte sank auf unter 25 Cent, was viele Milcherzeuger in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Im besonderen Maße diejenigen, die in den letz­ ten Jahren Investitionen tätigten. Zudem beschleunigen solche schlechten Erlöse den Struk­ turwandel enorm. Allmählich zeigt sich Licht am Horizont: Die Ausz­ahlungspreise tendieren lang­ sam wieder nach oben. Dies ist dringend notwen­ dig, denn Betriebsmittel, Eiweißfutter und Pach­ ten müssen trotzdem bezahlt werden. Nun zu unserer Station: Für die Öffentlichkeits­ arbeit wird immer mehr Zeit und Geld benötigt. Ein großes Highlight war und ist unsere immer am ersten Sonntag im Juni stattfindende Bullen­ parade. Zu ihr kommen immer mehr Besucher aus Nah und Fern, um unsere Spitzenvererber in natura zu sehen. Des Weiteren konnten wir beim Zuchtverbandsjubiläum in Ingolstadt eine Nach­ zuchtgruppe des Bullen PERON präsentieren. Fester Bestandteil unseres Jahresprogrammes waren heuer auch die RegioAgrar in Augsburg, das ZLF in München sowie die EuroTier in Hanno­ ver. Eigenbestandsbesamerkurse sowie Fachvor­ träge haben wir ständig im Programm. Die Höchstädter Klauenpflege GmbH rundet die Höch­ städter Kompetenz rund um das Rind ab. Die Anpaarungsberatung Optibull sowie die Mana­ gement- und Betriebsberatung werden sehr gut angenommen. Unsere züchterische Seite ist nach wie vor geprägt von der genomischen Selektion. Züchter, Zuchtverbände und Besamungsstationen warten Monat für Monat auf neue Kandidaten als Nach­ ersatz für unsere Besamungsbullen. Ob Sie in ihrem Betrieb genomische Jungvererber oder Nachkommen geprüfte Bullen vermehrt einset­ zen, liegt ganz an Ihnen. Wenn auch der geno­ mische Jungvererber etwas mehr Risiko durch geringere Sicherheit bringt, hat er doch einen deutlich höheren Zuchtfortschritt. Wir sind auch weiterhin bemüht, unsere Spitzenvererber zu ordentlichen Preiskonditionen anzubieten. Ich bedanke mich bei Ihnen, liebe Mitglieder, für die gute und vertrauensvolle Zusammen­ arbeit. Bei unseren Angestellten bedanke ich mich für ihren Einsatz an der Station in Höchstädt. Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihren Familien frohe W­ eihnachten und viel Erfolg im Jahr 2017. Helmut Schürer 1. Vorsitzender 3

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Höchstädter Bullenbote Neues aus der Zuchtwertschätzung für Nordschwaben am Nikolaustag, dem 6. Dezember 2016 war die letzte Zuchtwertschätzung in diesem Jahr. Eine Zuchtwertschätzung, die stationsübergreifend einige sicher geglaubte, bereits länger Nachkommen geprüfte Bullen teilweise unerwartet in ihren Zuchtwerten hat verlieren lassen. So haben sich auch in Höchstädt promi­ nente Stiere teilweise merklich verändert. Unser bester Newcomer ist der Witzbold-Sohn WITZBACH 199280, der ein Halbbruder mütterlicherseits zu Islan 179787 ist. Islan führt die Liste der Nachkommen geprüften Bullen in Höchstädt an. WITZBACH debütiert mit einem beeindruckend hohen gGZW von 131 bei 119 MW, 115 FW, 112 FIT und einer äußerst hohen Milchmengenvererbung von 1.285 kg. Weitere Stärken von ihm sind die deutlich positive Zellzahl von 115 bei gleichzeitig optimaler Melkbarkeit von 114. Bei der Anpaarung sollte auf die knappere Fundamentvererbung (93) geachtet werden. Er ist über alle Stationen der zuchtwertstärkste, erbfehlerfreie Neueinsteiger, bei den Nachkommen geprüften Bullen. Die Entwicklung von WEYDEN 193190 ist sehr erfreulich. So ist er der aktuell beste Wyoming-Sohn im gGZW um 3 Punkte auf 129 angestiegen. Eine weitere Steigerung in der Milchmenge auf 582 kg bei guten Fitness­ eigenschaften macht den guten Befruchter zunehmend interessant. Die Hinterbeine seiner mittelrahmigen Töchter sind stärker gewinkelt. In der Eutervererbung fallen der sehr hohe Euterboden (117) sowie die kräftigeren Zitzen positiv auf. Er eignet sich zur Anpaarung auf Everest-Töchter. EVEREST 179900 hat überraschenderweise deutlich im gGZW auf nun 126 und MW auf ebenfalls 126 verloren, obwohl er in der letzten ZWS bereits eine sehr hohe Sicherheit von 96 % im gGZW und sogar 99 % im MW hatte! Die fehlende Leistungssteigerung seiner Töchter in den Folgelaktationen und ein leichter Rückgang beim FIT-ZW dürften hierfür die Erklärung sein. Nichts desto trotz gehört EVEREST mit + 1.196 kg nach wie vor zu den stärksten Leistungsvererbern beim Fleckvieh. 4 WILLIAMS 180078 heißt unser erster Wille-Sohn, der aus einer kalibrigen und exterieurstarken Inhof-Tochter gezogen ist. Mit gGZW 125, MW 119 bei + 1.045 kg Milch und einem FW von 114 steht dieser Leistungsvererber voll im Doppelnutzungstyp. Im ausgeglichenen Vererbungsprofil fällt die sehr hohe Melkbarkeit von 118 auf. WILLIAMS kann zur Verbesserung des Exterieurs (R 111, B 102, F 115, E 115) verwendet werden. WILLIAMS sollte ausschließlich für den Einsatz auf Kühe verwendet werden. Unser Allrounder GESICO 179803 hält sich erwartungsgemäß weitestgehend stabil und kann nach wie vor als fitness-und exterieurstarker Kalbinnenbulle breiten Einsatz in ihre Herden finden. Ebenfalls entgegen der Abschreibung hält sich PERON 189775 als Leistungsvererber (+ 928 kg Milch) mit ausgeglichenem Vererbungsprofil in seinen Zuchtwerten sehr stabil. Die guten Fundamente (108) sowie die sehr schönen Euter (116) seiner Töchter sind weitere Argumente für einen breiten Einsatz dieses Linienalternativen Allrounders. Der dritte Neueinsteiger ist der Weburg-Sohn WEST 180017, der mit einem gGZW von 122 und einem MW von 117 (+ 806 kg Milch) ins Rennen bei den Nachkommen geprüften Bullen geht. Seine Töchter weisen einen hohen Milchfluss (116) auf. Der knappe Kalbeverlauf (82) sollte bei der Besamung dieses guten Befruchters unbedingt beachtet werden. Die rahmigen WEST-Töchter sind mit knapperem Fundament (93) und schönen Eutern (111) ausgestattet. Ebenfalls neu ist mit dem Mangope-Sohn MANDUR 179996 (MV Bosbo), eine echte Linienalternative. Er startet mit einem gGZW von 121, + 553 kg Milch, ausgeglichener Melkbarkeit (107) und Zellzahl (109) bei einem sehr guten Kalbeverlauf von 114. Seine mittelrahmigen und feineren Töchter stehen auf sehr steilen Hinterbeinen, wodurch er sicherlich als idealer Ausgleichsbulle für viele Tiere verwendet werden kann. Ebenfalls neu im Segment der Nachkommen geprüften Bullen ist mit MONDBLICK 180038 (MV Rurex) einer von nur zwei geprüften Mondlicht-Söhnen. Sein gGZW liegt mit 118, sein MW mit 113 und + 668 kg Milch im gut mittleren Bereich. MONDBLICK ist in allen Fitnessmerkmalen positiv, was ihn für einen Einsatz zusätzlich interessant macht. Auch im Exterieur vererbt er ausgeglichen. Unseren leichtkalbigen Euterspezialisten INFORMANT 850773 haben wir aufgrund der Vielzahl an neuen, zuchtwertstärkeren Bullen aus dem Programm genommen. Allerdings ist sein Sperma nach wie vor ausreichend verfügbar.

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Höchstädter Bullenbote In der Kategorie der genomisch geprüften Bullen s­ tartet der aktuell beste Impression-Sohn IMPERATIV 193800 auf der Poleposition. Sein extrem hoher gGZW von 136, sein sehr hoher MW von 130 bei + 842 kg Milch verbunden mit seiner positiven Milchinhaltsstoffver­ erbung, machen ihn äußerst attraktiv. Zudem stammt dieser Exterieurvererber (Fundament 118, Euter 119) aus der gleichen Kuhfamilie wie der bekannte Bulle Vanstein. IMPERATIV ist aktuell aufgrund seiner Nachfrage im Sperma begrenzt verfügbar. SISYPHUS 180561 hat nun einen Nachkommen geprüften Vater, was ihn neben seiner Vererbungsleistung sicherlich zusätzlich interessant macht. Seinen beeindruckenden gGZW von 136 konnte er konstant halten und glänzt neben einer guten Milchvererbung mit 127 als knapp mittelrahmiger Euterspezialist. Mit einem genomischen Kalbeverlauf von 120 (61 % Si.) ist ein Einsatz auf Kalbinnen denkbar. Ein noch junger, aber durchaus schon bekannter Hutera-Sohn ist HUGOBOSS 606193, der das gewisse Extra unter den zahlreichen Hutera-Söhnen hat. Neben hohen Zuchtwerten und einer hohen Milchmengen­ vererbung glänzt HUGOBOSS vor allem mit einem traumhaft vorhergesagten Exterieur. Dabei stechen die Fundamentvererbung von sagenhaften 127 Punkten sowie die gute Eutervererbung (120) ins Auge eines jeden Züchters. Der Vanadin-Enkel VARDY 180639 ist ein Sohn unseres Bullen Valeur und stammt aus einer bewährten Kuh­ familie. So ist seine Großmutter eine Vollschwester zum Hornlosvereber Wallos PS, der sich ebenfalls im Besamungseinsatz befindet. VARDY empfiehlt sich mit einem hohen gGZW von 131 sowie hohem FitnessZuchtwert von 120. Zudem steht er logischerweise mit diesen Vorfahren im Doppelnutzungstyp und kann zudem als Exterieurverbesserer verwendet werden. Ebenfalls neu ist WALDRAND 193775, ein Sohn des zuchtwertstarken Walch, von dem es leider kein ­Sperma mehr gibt. WALDRAND stammt aus einer ­leistungsstarken, sehr schönen Gebalot-Tochter, die sich bereits in der 6. Laktation befindet. Sein gGZW liegt bei 128 und sein MW bei 118. In Melkbarkeit und Zellzahl hoch positiv dürfte aufgrund seiner Abstammung und dem genomischen Kalbeverlauf von 120 (63 % Si.) einem Einsatz auf Kalbinnen nichts im Wege stehen. Jetzt mit hoch positiv Nachkommen geprüftem Vater ist WICHT 171820 als Williams-Sohn neu in der Empfehlung. Er stammt aus einer sehr langlebigen und extrem exterieurstarken Kuhfamilie. So hat seine Großmutter bereits über 100.000 kg Lebensleistung ermolken. Wie sein Vater ist WICHT in seiner Vererbung ausgeglichen. Einzig seinen knapperen Kalbeverlauf sollte man bei der Anpaarung dieses Exterieurvererbers beachten. Mit SINATRA 856559 haben wir einen weiteren Symposium-Sohn in der Empfehlung. Er bringt mit 126 einen hohen MW und kann als Kalbinnenbulle (Kvp 109, 67 % Si.) verwendet werden. Im Segment der natürlichen Hornlosvererber haben wir gleich drei neue, sehr interessante Bullen aufgenommen. Den Anfang macht einer der höchsten Manton-Söhne namens MAXIMUM Pp 180666, der aus einer sehr großrahmigen Polarbaer-Tochter gezogen ist. Mit einem sehr hohen gGZW von 130, MW 120, FW 103, FIT 118 und + 959 kg Milch gehört er zur Spitze in der zukunftsorientierten Sparte der Hornlosbullen. Aufgrund seiner Ahnen und dem genomischen Kalbeverlauf von 116 (60 % Si.) dürfte einem Einsatz auf Kalbinnen nichts im Wege stehen. Zudem verdient MAXIMUM Pp mit seiner Exterieurvererbung (R 101, B 103, F 111, E 107) und seinem Gesamtprofil unbestritten das Prädikat „Das Maximum in der Hornloszucht“. Der Polled Pp-Sohn PREMIUM PS 180600 stammt aus einer Zauber-Tochter, die wiederum eine Halbschwes­ ter mütterlicherseits zu den Exterieurvererbern Hadil und Helderberg ist. Neben dieser beeindruckenden Kuhfamilie sprechen die vielversprechenden genomischen Zuchtwerte von gGZW 127, MW 117, FIT 121 bei + 792 kg Milch für einen Einsatz dieses breit einsetz­ baren Jungbullen. Zudem lässt er im Exterieur (R 114, B 102, F 107, E 110) keine Wünsche offen. Der letzte Neueinsteiger ist der Incredible PP-Sohn INFINITY PS 180641, der durch seine ausgeglichene Vererbung positiv auffällt. Seine Mutter beeindruckt durch ihr gutes Fundament und ihr fest angesetztes, drüsiges Euter. Wir freuen uns, den Mitgliedern und Freunden der Besamungsstation Höchstädt, auch am Jahresende wieder ein sehr attraktives Bullenangebot unterbreiten zu können. So werden Sie sicherlich die passenden Anpaarungspartner für ihre Kühe finden. Wir wünschen Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins Jahr 2017. Ihr Köhnlein Benjamin (Zucht & Beratung) 5

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Höchstädter Bullenbote Neues aus der Forschung: Metabolische ­Programmierung – auch bei männlichen Kälbern? Dass die intensive Versorgung von Kälbern in den ersten Lebenswochen wichtig für die weitere Entwicklung ist, wurde an weiblichen Tieren bereits erfolgreich nachgewiesen. Eine Arbeitsgruppe der Universität Zürich hat den Einfluss der Fütterung in den ersten Lebenswochen nun auch bei männlichen Tieren untersucht. Die restriktive Fütterung von Kälbern in den ersten Wochen nach der Geburt ist eine übliche Vorgehensweise, die mit Hinblick auf die Kos­ teneffizienz jahrelang als Beratungsempfehlung galt. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die restriktive Fütterung der Kälber einen negativen Einfluss auf das spätere Leben und die Leistung des Tieres haben kann. So kann bei einer besse­ ren Versorgung der weiblichen Kälber in den ersten Lebenswochen eine höhere Milchleistung in der ersten Laktation beobachtet werden. Dabei ist insbesondere die Energie- und Proteinauf­ nahme bis zur 8. Lebenswoche entscheidend. Wird die Fütterung erst zwischen der 8. und 14. Lebenswoche intensiviert, kann kein positiver Einfluss mehr beobachtet werden. Das lässt d­ arauf schließen, dass die ersten 8 Lebenswo­ chen ein entscheidender Abschnitt in der Ent­ wicklung der Milchdrüse sind. Gleichzeitig sind durch eine intensivere Kälberfütterung weniger Probleme mit Erkrankungen zu erwarten. Dieser kurzzeitige Einfluss des Ernährungsniveaus beeinflusst lebenslang die metabolische Konstella­ tion des Organismus und wird daher auch „meta­ bolische Programmierung“ genannt. Auch bei männlichen Tieren ist der Effekt der metabolischen Programmierung zu beobachten. Dies ist bei Mast­ tieren insbeson­ dere mit Hinblick auf die allgemeine Entwicklung und die täglichen Zu- nahmen relevant. Bei männlichen Messung des Skrotalumfangs mit Scrotal Tape Zuchttieren kann eine metabolische Programmierung aber eben­ falls vorteilhaft sein, wenn dadurch ein früherer Eintritt in die Geschlechtsreife erreicht wird. Vielversprechend genomisch getes­tete Bullen könnten somit früher in den Besamungseinsatz gehen und ihren Beitrag zur Verbesserung der Populat­ion leis­ten. Somit würde das Genera­ tionsintervall verkürzt und der Zuchtfortschritt erhöht werden. Dies ist aber nur möglich, wenn bereits früh eine gute Spermaqualität sicher­ gestellt w­ erden kann. Um den Einfluss der Auf­ zuchti­ntensität auf die männliche Fruchtbarkeit zu untersuchen, wurden an der Universität Zürich 24 Bullenkälber aufgestallt und hinsicht­ lich Zunahmen, Gesundheitsstatus und Eintritts­ alter in die Pubertät untersucht. Eine Gruppe wurde in den ersten vier Wochen ad-libitum getränkt, die zweite Gruppe wurde restriktiv getränkt. Ab der fünften Lebenswoche wurden die Kälber gleich gefüttert. Die in den ersten Lebenswochen ad-libitum gefütterten Tiere waren zum Ende der Studie mit 16 Monaten 30 - 40 kg schwerer als die restriktiv gefütterten Tiere. Dies unterstreicht, dass die Energieauf­ nahme innerhalb der ersten Lebenswochen einen langfristigen Einfluss auf die spätere Ent­ wicklung der Tiere hat. Während sich beim Ein­ 6

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Höchstädter Bullenbote tritt der Geschlechtsreife nur eine Tendenz im Altersunterschied zugunsten der ad-libitum ver­ sorgten Kälber abzeichnete, so zeigten die adlibitum Tiere eine signifikant frühere Hodenent­ wicklung, höhere Bluttestosterongehalte und eine bessere Spermaqualität. Die intensive Versorgung der Kälber in den ersten Lebenswochen kann sich positiv auf den weiteren Lebensverlauf des Tieres aus­ wirken, was sich sowohl in der allgemeinen Entwicklung als auch in der Leistung und Fruchtbarkeit zeigt. Die Untersuchungen wurden an der VetsuisseFakultät der Universität Zürich in der Arbeits­ gruppe von Prof. Dr. Bollwein und Prof. Dr. Kaske durchgeführt und vom Besamungsverein Nord­ schwaben e.V. über den Forschungsverbund F­örderverein Bioökonomieforschung e.V. unter­ stützt. Dr. Inga Schiefler Förderverein Bioökonomieforschung e.V. Adenauerallee 174 53115 Bonn info@fbf-forschung.de Seminare Winter 2017 Termin: Ort: Kosten: Seminarleitung: Das Qualitätskalb: Kälber- und Jungrinderseminar 02.02.2017, 09:00 - 16:00 Uhr Schwabenhalle Wertingen, Laugnastraße 60, 86637 Wertingen 90 € inkl. Verpflegung und Kursunterlagen Dr. Hans-Jürgen Kunz Termin: Ort: Kosten: Seminarleitung: „Die homöopathische Behandlung im Milchviehbetrieb“ 17.02.2017, 09:00 - 16:00 Uhr Besamungsstation Höchstädt, Ensbachstraße 17, 89420 Höchstädt 85 € inkl. Verpflegung und Kursunterlagen Birgit Gnadl Termin: Ort: Kosten: Seminarleitung: Milchpreisabsicherung über die Börse 23.02.2017, 09:00 - 16:00 Uhr Molkerei Gropper GmbH & Co. KG, Am Mühlberg 2, 86657 Bissingen 85 € inkl. Verpflegung und Kursunterlagen Dr. Carsten Becker Termin: Ort: Kosten: Seminarleitung: Grundfutterernte und Lagerung 09.03.2017, 09:00 - 16:00 Uhr Besamungsstation Höchstädt, Ensbachstraße 17, 89420 Höchstädt 85 € inkl. Verpflegung und Kursunterlagen Dr. Christine Kalzendorf Anmeldung: Tel. 09074 9559-0 – E-Mail: mzanggl@bv-hoechstaedt.de 7

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Höchstädter Bullenbote Neue Hornlos-Genetik hält Einzug in Nordschwaben Die bereits gut bekannten Hornlos-Vererber VOLLGAS PS, MUPFEL Pp und MURILLO Pp bekommen Verstärkung. Gleich vier neue, interessant gezogene Hornlosbullen können wir in diesem Heft präsentieren. MAXIMUM Pp 180666, PREMIUM PS 180600 und INFINITY PS 180641 sind vielleicht schon aus dem Prüfeinsatz bekannt, HENGST PS 859480 wird diesen erst noch absolvieren. MAXIMUM Pp ist ein besonders alternativ gezogener und damit spannender Hornlosvererber, der trotzdem mit hohen Zuchtwerten von 130 gGZW und einem Milchwert von 120 überzeugen kann. Mit Vater Manton und Muttersvater Polarbär sind zwei gehörnte Bullen in direkter Abstammung. Erst Mutters-Muttervater David PS bringt das Hornlosgen in die Linie mit ein. Somit ist er frei von Ralmesbach PS oder Irola PS-Blut und kann ohne Probleme in der Hornloszucht eingesetzt werden. Sein vorgeschätzter paternaler Kalbeverlauf von 116 und die Melkbarkeit (112) runden das Paket von MAXIMUM Pp gut ab. Ebenfalls spezieller gezogen ist der ganz neue Hornlosbulle HENGST PS. Er stammt aus einem Hutera-Sohn namens Humboldi. Humboldi selbst hat es wegen der Vielzahl hochtypisierter HuteraSöhne nicht in den Besamungseinsatz geschafft. Er machte auf seinem Herkunftsbetrieb einen kleinen Natursprung-Einsatz und aus diesem entstammt HENGST PS. Sein Vater, Hum­ boldi, ist ein Sohn von der schauer­ fahrenen Ruakana-Tochter Jackie vom Betrieb Vogl aus Magnetsried. Sie war unter anderem auch auf der Bundesfleckviehschau 2014 in Miesbach aus­ gestellt. Das Hornlosgen von HENGST PS stammt von seiner Mutter, einer leis­ tungsbereiten Irola PS-Tochter. HENGST PS zeichnen ein sehr gut vorausgesagter Kalbeverlauf (125), positive Inhaltsstoffe sowie sein ausgeglichenes, gut beschriebenes Exterieur aus. Ebenso kann sein hoher gGZW von 126 bei einer etwas anderen Linienführung überzeugen. Maximum Pp • Mutter Marloa Pp 1. Lak. Premium PS • Mutter Kessy 1. Lak. Infinity PS • Mutter Valley 2. Lak. Hengst PS 859480 Zeder PP 603204 8 PREMIUM PS ist ein Sohn vom inzwischen Nachkommen geprüften Hornlosvererber Polled Pp. Er entstammt der sehr erfolgreichen K-Kuhfamilie vom Betrieb Böhm aus Oppertshofen. Seine Mutter Kessy stammt direkt von Kasandra ab, deren Söhne HADIL und Helderberg schon in gezielter Paarung eingesetzt waren und zwei weitere S­ öhne in Prüfung stehen. Kessy ist eine kalibrige, große Zauber-Tochter mit steilerem Fundament, was perfekt zu Polled Pp passen sollte und PREMIUM PS auch in seinem vorgeschätzten Exterieur zeigt. PREMIUM PS bringt gute Zuchtwerte (gGZW 127; MW 117) und weißt den zweithöchsten Fleischwert (100) aller eingestellten Polled Pp-Söhne auf. Darüber hinaus verspricht er längere (105) und kräftigere (111) Striche. Einer der interessantesten Incredible PP-Söhne dürfte INFINITY PS sein. Die Kombination mit dem Muttersvater Hutera bringt Kaliber und Exterieur, was er auch in seinem genomisch vorgeschätzten Werten mitbringt. Auch INFINITY PS selbst zeigt diese positive Tendenz im Rahmen. Die knappe Melkbarkeit von Incredible PP scheint INFINITY PS auszugleichen, er liegt hier in seiner Halbgeschwistergruppe ganz vorne. Die hervorragend vorausgesagte Persistenz von 120 und eine gute Eutergesundheit (112) komplettieren das Bild dieses Bullen. Mit ZEDER PP 603204 haben wir nach wie vor einen homozygot hornlosen Fleckvieh-Fleischbullen im Angebot, der ideal für Gebrauchskreuzung verwendet werden kann. Wir empfehlen ZEDER PP für den Einsatz auf Kühe, von denen keine weibliche Nachzucht gewünscht wird, oder der Platz bei der weiblichen Nachzucht eingeschränkt ist. Mit diesem neuen, vielfältigen Bullen­ angebot möchten wir das Hornlosan­ gebot für Sie erweitern. Auch rufen wir Sie hiermit auf, nun verstärkt in der Hornloszucht auf diese neue „Genera­ tion an Hornlosbullen“ zu setzen, um eine gewisse Streuung auch in diesem Segment zu erreichen.

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Höchstädter Bullenbote Phänomenaler Erfolg der Wertinger Fleckviehzüchter bei der ZLF-Landestierschau Bayerns beste Jungzüchter kommen aus dem Zuchtverband Wertingen Beim Zentrallandwirtschaftsfest in München war der Zuchtverband Wertingen der mit Abstand erfolgreichste Fleckviehzuchtverband. Drei Klassensiege, der Gesamtsieg mit Bayerns bester Fleckviehkuh und siegreiche Jungzüchter im Einzel- und Mannschaftswettbewerb – mehr kann man nicht gewinnen! Die Wertinger Jungzüchter errangen beim Fleckvieh souverän den ersten Platz und dürfen sich nun Bayerns beste Jungzüchter nennen. Die siegreichen Drei (vorn v.l.n.r.) – Stefanie Kraus aus Deubach, Bastian Hermanns aus Reistingen und Robert Lindemeyr aus Bliensbach, durften bei der großen Siegerehrung am Tierzuchttag aus der Hand von stellver­ tretender Ministerpräsidentin Ilse Aigner und Landwirtschaftsminister ­Helmut Brunner die Siegerurkunden und -pokale entgegennehmen. Weiterhin gratulierten Landesbäuerin Annemarie Göller, BBV-Präsident Walter Heidl, der 2. Bürgermeister der Stadt München Josef Schmid und der Präsident des Hauptverbandes tierische Erzeugung Siegfried Schütz. Jungzüchterwettbewerb und das Preisrichten der Schaukühe dominiert und herausragende Erfolge erzielt. In S­ umme war der Zuchtverband Wertingen der mit Abstand erfolgreichste Fleckviehzuchtverband! Bereits am Sonntag, beim landesweiten Jungzüchterwettbewerb, gab es einen Doppelsieg. In der Einzelkonkurrenz ließ Stefanie Kraus aus Deubach alle Das 126. Bayerische Zentral-Landwirt- Konkurrenten hinter sich und sicherte schaftsfest war wieder von vielen sich souverän den ersten Platz. Auch Highlights geprägt. So war der gemein- in der Teamwertung überzeugten die schaftliche VfR-Stand ein ständiger Wertinger Jungzüchter mit Stefanie Publikumsmagnet und wir freuten uns Kraus, Bastian Hermanns aus Reistin- viele Gäste und Freunde begrüßen zu gen und Robert Lindemeyr aus Bliens- dürfen. Mit besonderer Spannung wur- bach. Sie errangen den Siegertitel und den natürlich die Entscheidungen in sind damit Bayerns beste Jungzüchter den Jungzüchter-Wettbewerben bzw. beim Fleckvieh. der Tierschau erwartet. Als besonders erfolgreich stellte sich dabei der Zuchtverband Wertingen her­aus. Die Teilnehmer haben den Unter schwierigsten Bedingungen fand das Preisrichten am Montag statt. Dennoch präsentierte sich die Vanadin-Tochter Henriette, vorgeführt von Aus­ zubildender Julia Göggelmann, mit fünf Kalbungen bestens im idealen Zweinutzungstyp und erreichte eine 1c-Platzierung. Das Preisrichten am Montag war zunächst geprägt vom schlechten Wetter und dem durchnässten, schlechten Untergrund im Schauring. Mit einem Dr. Frank Bosselmann und Benjamin Köhnlein stellten sich den Fragen des interessierten Fachpublikum´s am gemeinsamen VFR-Stand. Bretagne, eine Orbit-Tochter, vorgestellt von Stefan Seitz-Götz aus Schwennenbach, bestach bei zwei Kalbungen mit viel Harmonie und einem sehr schönen Seitenbild. In der ersten Jungkuhgruppe erreichte Andreas Böhm mit der Manton-Tochter Pokerface eine 1c-Platzierung. 9

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Höchstädter Bullenbote eindeutigen Klassen-Auftaktsieg der ausstellungsgewohnten Engadin-Tochter Lie, vorgeführt von Michael Landwehr, Gurrenhof, Neu-Ulm, begann jedoch ein außergewöhnlich erfolgreicher Schautag, dem auch das Wetter nichts mehr anhaben konnte. Lie präsentierte sich mit 10 Kalbungen in enormer Frische, sowie mit bestem Fundament und Euter. Auch die kalibrige VANADIN-Tochter Henriette aus dem Zuchtbetrieb Jutz, Loppenhausen, vorgeführt von Auszubildender Julia Göggelmann, präsentierte sich gut. Im idealen Zweinutzungstyp liegend errang sie eine 1c-Platzierung. Bei den Zweitkalbskühen stellte Stefan Seitz-Götz aus Schwennenbach die ORBIT-Tochter Bretagne vor. Sie bestach bei zwei Kalbungen mit viel Harmonie und einem sehr schönen Seitenbild. In der Jungkuhklasse, die in drei Untergruppen mit Abstand am stärksten besetzt war, errang Andreas Böhm mit der Manton-Tochter Pokerface eine 1c-Platzierung. Sein Joker stach jedoch in der letzten Jungkuhgruppe. Die natür- Im Bild die Obi-Tochter „Hotbabe“, mit der Andreas Böhm aus Oppertshofen ein Doppelsieg bei den Jungkühen und bei den natürlich hornlosen Kühen gelang. Die „Miss Bayern“! Im Bild die Engadin-Tochter „Lie“, die beim Zentrallandwirtschaftsfest in München zur besten Fleckviehkuh Bayerns gekürt wurde. Die Besitzer Erich Landwehr und Sohn Michael dürfen zu Recht stolz auf diese Prachtkuh sein, die sich im Alter von zwölf Jahren mit zehn Kalbungen in bester ­Frische und tadellosem Exterieur präsentierte. lich hornlose Obi-Tochter Hotbabe wurde zunächst Gruppen- und später Klassensiegerin aller Jungkühe. Einmal mehr stellte sich die Qualität dieser Kuhfamilie unter Beweis, aus der auch unser Hornlosvererber WITAM PS entstammt. Damit noch nicht genug: Hotbabe Pp stellte sich der internen Klasse der Hornloskühe und dominierte auch diese mit einem Klassensieg – also ein Doppelsieg dieser herausragenden Jungkuh aus dem Zuchtbetrieb Böhm, Oppertshofen. Die spannendste Entscheidung war sicherlich die Wahl der Bayern-Siegerin aus den Klassensiegerinnen aller Altersgruppen. Den Titel „Miss Bayern“ errang bei Konkurrenz auf allerhöchstem Niveau die Lebensleistungskuh Lie von Michael Landwehr, Gurrenhof. Allen Teilnehmern gilt unser Dank und unsere herzliche Gratulation zu den erzielten Erfolgen. Für den Zuchtverband Wertingen wird dieses ZLF wohl als einzigartiger und noch nie dagewesener Erfolg in die Geschichte eingehen. Friedrich Wiedenmann EuroTier 2016 – Erfolgreicher Messeauftritt für Höchstädter Besamungsstation Das Jahr 2016 war geprägt von einer Vielzahl an großen Messen. So fand auch die EuroTier vom 15. bis 19. November 2016 in Hannover statt. Der Besamungsverein Nordschwaben e.V. präsentierte sich bereits zum wiederholten Mal auf einem Gemeinschaftsstand mit der Spermex GmbH, den Besamungsstationen aus Greifenberg und Memmingen sowie den oberbayerischen Zuchtverbänden auf einer der weltweit größten Agrarmessen. Unter dem Motto „Effizienz aus dem Süden Deutschlands“ war der Messestand sehr gut besucht. So konnten nicht nur die Verbindungen mit den Mitgliedern und Freunden des Besamungsvereins gepflegt und weiter ausgebaut, sondern auch neue Kontakte geknüpft werden. Das Fach­ personal vor Ort garantierte den Besuchern einen guten Austausch und interessante Gespräche rund um das T­hema Zucht und Anpaarung. Ein attraktives Sperma­ angebot im Zuge der Messe in Hannover rundete den gelungenen Auftritt ab. Benjamin Köhnlein von der Besamungs- station Höchstädt im Gespräch mit Fleckviehzüchtern aus ­Niedersachsen. Das „Fleckvieh-Team“ des Gemeinschaftsstandes, der sich unter dem M­ otto „Effizienz aus dem Süden Deutschlands“ in Hannover bestens p­ räsentierte. 10

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Höchstädter Bullenbote Bestnote für die Besamungsstation in Höchstädt bei top agrar Umfrage In der Ausgabe 9, 2016 (ab Seite R14) der Fachzeitschrift top agrar finden Sie einen Bericht mit dem Titel „Süden: Mehr Auswahl erwünscht“. Darin geht es um die Zufriedenheit der Mitglieder bayrischer Besamungsstationen. Hauptkriterien dieser Umfrage waren Bullenangebot, Zuchtberatung und wie schnell die Mitglieder Informationen erhalten. Zu „Bullenangebot“: Im Vergleich zu anderen Stationen finden die meisten Mitglieder der Besamungsstation in Höch­ städt das Bullenangebot „sehr gut“ oder „in Ordnung“. Unsere Erfahrungen stimmen mit dieser Umfrage in diesem Punkt sehr gut überein. Sicherlich würden manche Betriebs­ leiter sich ein noch größeres Bullenangebot wünschen. Allerdings sind für die aller meisten Betriebe über 40 Bullen mehr als genügend. Bereits jetzt ergänzen wir unser Angebot immer schon mit interessanten Vererbern anderer Stationen. Wir sind zusätzlich immer bemüht den Samen weiterer Bullen anderer Stationen für unsere Mitglieder und Züchter bereit zu stellen. Zu „Zuchtberatung“: In diesem wichtigen Serviceangebot gaben im Vergleich zwischen den Stationen prozentual die meisten Mitglieder der Station Höchstädt die Note „sehr gut“. Bei der Stimme „in Ordnung“ lagen wir im Mittelfeld. „Nicht zufrieden“ mit der Zuchtberatung waren nur bei einer anderen Station weniger. Die hohe Zufriedenheit freut uns sehr und motiviert uns, wie bisher, auch die Genetik anderer Stationen mit zu empfehlen, wenn sie auf die entsprechenden Kühe passt. Zu „Wie schnell gibt es Informationen“: Für die Stimme „gut und zeitnah“ liegt die Station Höchstädt im Mittelfeld. „Aus­ reichend“ votierten die meisten für Höchstädt und für die S­ timme „spärlich und zu spät“ waren wir die einzige Station, die in diesem Bereich erfreulicherweise keine Stimme bekam. Einzig zum Thema „Anbieter-Wechsel“ gaben die meisten Höchstädter Mitgliedsbetriebe an, dass sie zu einer Zweit­ station wechseln. Als Grund wird zwar das Bullenangebot angeführt. Jedoch zeigt die Auswertung bei diesem Punkt, dass die meisten Mitglieder dieses als „sehr gut“ oder „in Ordnung“ bezeichnen. Natürlich arbeiten wir täglich daran, unsere Mitglieder bestmöglich zu bedienen und wir freuen uns über jeden, der auch weiterhin die Treue zu seiner Besamungsstation in Höchstädt hält. Bei der Gesamtbewertung über die Zufriedenheit der Land­ wirte mit ihrer Besamungsstation belegt die Besamungssta­ tion in Höchstädt den ersten Platz – es gibt also keinen Grund zu wechseln. Wir freuen uns über das hervorragende Ergebnis und nehmen dies als Motivation, weiter unseren Service zu verbessern. Gleichzeitig bedanken wir uns ganz herzlich bei unseren Mitgliedern für diese äußerst positive Wertung! Mitgliederversammlung Am 24. November 2016 fand in Dasing für die Landkreise ­Dachau, Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg die Mitgliederversammlung des Besamungsverein Nordschwaben e.V. statt. Der Vorsitzende Helmut Schürer eröffnete die Versammlung. Nachdem Lisa Frey den Jahresabschluss für 2015 vorgestellt hatte, erläuterte der Stationsleiter Dr. Frank Bosselmann viele interessante Neuig­ keiten aus dem Stationsgeschehen. Benjamin Köhnlein stellte die aktuellen Nachkommen geprüften Bullen, vielversprechende genomisch geprüfte Bullen und einige natürlich hornlose Bullen vor. Bei der Wahl des Ausschussmitgliedes für die Landkreise wurde Johann ­Gronegger aus Gaggers als Ausschussmitglied bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wurde Franz Reindl aus Ried gewählt. Bei der anschließenden Diskussion konnten einige interessante Fragen beantwortet werden. Der neue Ausschuss für die Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau und Aichach-Friedberg. V.l. Franz Reindl (Stellvertreter), Geschäftsführer Dr. Frank B­ osselmann, Johann Gronegger (Ausschussmitglied) sowie der Vorsitzende Helmut Schürer. 11

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Höchstädter Bullenbote Termine der Kreiszüchterversammlungen 2017 Beginn jeweils 19:30 Uhr Landkreis AichachFriedberg Günzburg und Neu-Ulm Dillingen Donau-Ries Augsburg ZG Unterallgäu Datum Hauptreferat Mittwoch, 11. Jan. 2017 Dasing, Bauernmarkt „Shredlage in aller Munde – Was bringt sie bei Milchvieh?“ Mariana Schneider, LfL Grub Donnerstag, 12. Jan. 2017 Wiesenbach, GH Adler „Stabile Klauengesundheit für leistungsbereite Tiere“ Dr. Hubert Reßler, Höchstädt Dienstag, 17. Jan. 2017 „Kälbergesundheit – ein zunehmend wichtiger Einkommens- Wertingen, Schwabenhalle faktor“ – Dr. Ingrid Lorenz, TGD Bayern Dienstag, 24. Jan. 2017 „Kälbergesundheit – ein zunehmend wichtiger Einkommens- Harburg, GH zum Kratzhof faktor“ – Dr. Ingrid Lorenz, TGD Bayern Mittwoch, 25. Jan. 2017 Biburg, GH Hirsch „Shredlage in aller Munde – Was bringt sie bei Milchvieh?“ Thomas Ettle, LfL Grub Dienstag, 31. Jan. 2017 Mittelrieden, GH Sonne „Kälbergesundheit – ein zunehmend wichtiger Einkommensfaktor“ – Dr. Ingrid Lorenz, TGD Bayern Veranstalter: Zuchtverband, Milcherzeugerring, AELF Wertingen 2017 VFR-Tierschau Sonntag I 19. März 2017 I 9.30 – 15.00 Uhr Tierzuchthalle Bayreuth » Preisrichten » Nachzuchtgruppen » » Bambini-Cup » Tombola » Eliteauktion » 12

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Höchstädter Bullenbote – Klauenpflege Der Teufelskreislauf Die magere Kuh wird lahm, lahme Kühe werden oder bleiben mager Erkrankungen des Bewegungsapparates – vor allem diejenigen die mit Lahmheit verbunden sind – gehören zu den wichtigsten, das Tierwohl einschränkenden, Leiden. Die stetig steigende Anzahl von lahmen Kühen wird von vielen Spezialisten in der Intensivierung der Milchkuhhaltung gesucht, vor allem in der ganzjährigen Stallhaltung. Umfangreiche Erhebungen zeigen, dass dort wo Tiere nur kurzzeitig gezwungen sind auf hartem Boden zu stehen, weniger lahme Kühe angetroffen werden. Dort wo Tiere längere Zeit auf harten oder gar unebenen oder rutschigen Böden stehen und laufen müssen, treten deutlich häufiger Lahmheiten auf. Die Klauengesundheit wird von einer Reihe Faktoren positiv beeinflusst. Jeden dieser Faktoren gilt es, soweit möglich, zu optimieren, um die Leistungsbereitschaft und das Wohlbefinden der Tiere sicher zu stellen oder zu verbessern. Folgende Aspekte sind dabei zu beachten: • Tiefstreuboxen • Weidegang oder wenigstens Laufhöfe • möglichst keine Schieberentmistung • griffige und ausreichend breite Laufflächen • bequeme Ausgestaltung der Fressplätze, sinnvoller- weise mit Fanggittern • Gummimatten an strategischen Plätzen, wie dem Vorwartehof • Vermeidung von Stress • regelmäßige, professionelle und tierschonende Klauenpflege. Jeder weiß, dass die Fütterung enorme Auswirkungen auf das Stoffwechselprodukt Horn hat. Bekannt ist, dass Fütterungsfehler wie Fasermangel und/oder Überschuss an leicht verdaulichen Kohlenhydraten, absoluter oder relativer Rohproteinüberschuss, ungenügende Futtermittelqualität und -hygiene zu einer schlechten Hornqualität führen. Ein Mangel an Mengen- und Spurenelementen oder Vitaminen stört ebenso die Hornbildung und machen die Klauen somit anfälliger für die unterschiedlichsten Erkrankungen. Weniger bekannt ist allerdings, wie wichtig die Körperkondition für die Vermeidung von Klauenerkrankungen ist. Immer häufiger wird darüber berichtet, wie wichtig eine gute Körperkondition für die Lahmheitsprophylaxe ist. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die vorrangige Ursache für das Auftreten von Klauenerkrankungen, der zu große Körpermasseverlust in der Frühlaktation ist. Kühe mit BCS unter 2,5 haben ein erhöhtes Risiko in den nächsten 2 Monaten lahm zu werden (Green et al., 2014). Kühe mit BCS unter 2,5 zur Kalbung gingen mit höherer Wahrscheinlichkeit lahm; Tiere die nach der Abkalbung viel Körpermasse einbüßten gingen mit höherer Wahrscheinlichkeit lahm; Zunahme der Körpermasse nach der Geburt verringerte das Lahmheitsrisiko (Lim et. al., 2014). 3 Wochen vor einer wiederholten Lahmheit wiesen Tiere niedrigeren BCS auf; BCS über 2 verringerte Lahmheitsrisiko (Randall et al., 2015). Wenn der Stoßdämpfer fehlt Das Fettpolster, der Stoßdämpfer des Klauenbeins Bei der Fußung wird das Fettpolster unter dem Klauenbein komprimiert. Das Fettpolster schützt die darunterliegende Lederhaut durch die Dämpfung des Drucks, welches vom Klauenbein ausgeht. Nimmt eine Kuh zu viel Körpermasse ab, dann schmilzt auch dieses Fettpolster ein. Dies führt wiederum dazu, dass das Klauenbein mit verhältnismäßig mehr Druck die Klauenlederhaut komprimiert (vor allem an der ständig überbelasteten Außenklaue). An jenen Stellen wo die Lederhaut zu stark punktuell gequetscht wird, kann diese ihrer Funktion, nämlich der Produktion von Horn nicht mehr nachkommen. Dies führt zuerst zu Druckstellen und Sohlenblutungen und in deren Folge zu Sohlengeschwüren und Sohlenwandläsionen. 13

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Höchstädter Bullenbote – Klauenpflege Einfluss des BCS auf die Häufigkeit von Sohlengeschwüren und Mortellaro (Schöpke et al., 2012). Anteil Kühe in % 20 15 10 5 0 < 2,5 2,5 - 3,0 > 3,0 Sohlengeschwür Mortellaro Auf Grund dessen ist ein Energieüberschuss in der Spätlaktation und frühen Trockenstehphase sowie ein Energiemangel in der Frühlaktation so gut es geht zu vermei- den. Es empfiehlt sich sehr die Körperkondition regelmäßig zu kontrollieren und wenn nötig fütterungsseitig zu beeinflussen. Eines steht fest, ein möglichst kleiner Körpermasseverlust bis zum Leistungshöhepunkt ist ein wichtiger Schlüssel zur Lahmheitsprophylaxe. Wer seine Herde gut beobachtet kann vielleicht nicht vorhersagen, welche seiner Kühe künftig lahm sein wird. Aber er kann einschätzen, auf welche seiner Kühe er besonders achten muss. Ganz ohne Technik und nur mit den eigenen Sinnen – lernen Sie Ihre Herde zu beobachten! Tierarzt Mag. Hubert Reßler – Geschäftsführer und tierärztlicher leiter der Höchstädter Klauenpflege GmbH Softshellwesten und Winter-Strickmützen mit dem Logo DEINER Besamungsstation! Für unsere Mitglieder bieten wir jetzt neu eine Engelbert­ Strauss Softshellweste zum Vorzugspreis von 45,– € an. Diese ist mit den Logo´s der Besamungsstation Höchstädt sowie der Höchstädter Klauenpflege versehen. Auf dem Rücken ist die Weste mit einem mächtigen Fleckvieh­Stierkopf veredelt. Farbe: Schwarz Folgende Größen sind vorrätig: XS – XXXL Produktinfo´s: • wasserabweisend, winddicht und atmungsaktiv durch dryplexx® softlight • super leicht und elastisch ••• innen komplett mit Fleece ausgestattet weiches Microfleece am Kragen durchgehender Reißverschluss •• 2 Einschubtaschen und Brusttasche jeweils mit Reißverschluss Material: 100 % Polyester (ca. 290 g/m²) | Waschbar bei 30 °C Passend zur Jahreszeit gibt es auch eine Winter­Strickmütze zu bestellen. Farbe: Schwarz | Größe: Einheitsgröße | Preis: 10,– € STRICKMÜTZEN MIT UMSCHLAG Produktmerkmale: •••• Material: 60 % Baumwolle und 40 % Polyacryl Klassische Strickmütze mit Umschlag Hoher Tragekomfort Umschlag hält Ohren doppelt warm Bestellen Sie gleich online in unserem Klauenpflege­Shop: www.klauenpflege.de/shop oder telefonisch: 09074 95 59­12 oder per E­Mail: lfrey@bv­hoechstaedt.de. Alle Preise verstehen sich inkl. Mehrwertsteuer und zzgl. Versandkosten. 14

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Auswahl Nachkommen geprüfter Bullen geb. 30.09.11 ET WITZBACH *TA 199280 – Milchleistung ––gFGitZnWess Tochter Amira, 1. Laktation Tochter Omira, 1. Laktation gGZW 131 (79 %) Züchter: Potzel GdbR, Seybothenreuth MW 119 (86 %) Menge kg 2765 + 1285 Fett % 3,88 – 0,36 Eiweiß % 3,04 – 0,16 FW 115 (85 %) Nettozunahme Ausschlachtung Handelsklasse 114 (94 %) 112 (74 %) 108 (92 %) FIT 112 (76 %) Nutzungsdauer Melkbarkeit Persistenz Zellzahl HD 113 114 102 115 7622 (74 %) (84 %) (86 %) (83 %) Fruchtbarkeit Kalbeverlauf Vitalitätswert Fruchtbarkeit pat. mat. 105 (91 %) 107 (74 %) 112 (76 %) 97 (55 %) Exterieur Merkmal / Relativzuchtwert 76 Rahmen 104 Bemuskelung 95 Fundament 93 Euter 104 Kreuzhöhe 106 klein Körperlänge 98 kurz Hüftbreite 106 schmal Rumpftiefe 93 seicht Beckenneigung 116 eben Sprg.winkelung 95 steil Sprg.ausprägung 88 voll Fessel 94 durchtrittig Trachten 94 niedrig Voreuterlänge 113 kurz Sch.euterlänge 107 kurz Voreuteraufhäng. 97 locker Zentralband 109 schwach Euterboden 100 tief Strichlänge 80 kurz Strichdicke 92 dünn Strichplatzierung 94 außen Strichstellung 104 nach außen Euterreinheit 102 unrein Anzahl bewertete Tiere: 41 88 100 112 124 erwünschter Bereich groß lang breit tief abfallend säbelbeinig trocken steil hoch lang viel fest stark hoch lang dick innen nach innen rein Witzbold Meli *TA gGZW MW 114 104 GZW MW 127 128 FW 117 FW 108 ND 114 ND 102 Winnipeg Bandl Vanstein Meli Mandl Brogen Ergo Mela 15

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