IDV-Magazin 90

 

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Ausgabe November 2016

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Nr. 90 | November 2016 | www.idvnetz.org An die Leserinnen und Leser W ir freuen uns sehr, Ihnen die neueste Ausgabe des IDV-Magazins 2016 vor- re schließt diesen ersten Themenblock ab und bildet die Brücke zur zweiten großen Rubrik, in der Deutschlehrerverbände aus Südafrika, Tunesien, To- stellen zu dürfen. Die diesjährige Herbstausgabe ist go, Mali, Benin und Ägypten ihre Verbandsge- dem afrikanischen Kontinent gewidmet und möchte schichte und ihre wichtigsten Tätigkeiten präsentie- durch zahlreiche Beiträge von Deutschlehrerinnen und ren. Ein Best-Practice-Beispiel aus Südafrika sowie Deutschlehrern in verschiedenen Regionen Afrikas ein zwei wissenschaftliche Beiträge aus Senegal bilden Bild von ihrem Wirken vermitteln. Die verschiedenen den Abschluss des Afrika-Teils dieser Ausgabe des Aktivitäten werden sowohl im Rahmen des jeweiligen Magazins. Deutschlehrerverbands vorgebracht, als auch indivi- duell, da Regionen einbezogen sind, in denen noch kein Einen weiteren Höhepunkt in diesem IDV-Magazin Deutschlehrerverband existiert bzw. eine Gründung bilden die beiden abschließenden Beiträge über die erst angestrebt wird. Internationale Deutscholympiade 2016 in Berlin. Das vorliegende Magazin deckt zunächst zwei große Themenbereiche ab. Im ersten Block befassen sich Beiträge aus Kamerun, Marokko, Namibia, Simbabwe, São Tomé und Príncipe, Benin, Mali und Senegal mit der Sprachenpolitik in den jeweiligen Ländern. Ein Bericht über die Regionaltagung 2016 an der Côte d‟Ivoi- Wir bedanken uns bei allen Autorinnen und Autoren für die Mitarbeit in dieser Ausgabe, die gleichzeitig das erste IDV-Magazin mit Fokus auf das Verbandswesen und den Unterricht für Deutsch in Afrika darstellt. Wir wünschen Ihnen eine gewinnbringende Lektüre! IDV - Der Internationale Deutschlehrerinnenund Deutschlehrerverband Präsidentin: Vizepräsidentin: Generalsekretärin: Schatzmeister: Schriftleiter: Experte Deutschland: Expertin Österreich: Experte Schweiz: Grafikdesign: Marianne Hepp Alina Dorota Jarzabek Puneet Kaur Benjamin Hedzic Geraldo de Carvalho Sebastian Vötter Sonja Winklbauer Joachim Hoefele Andréa Vichi hepp@idvnetz.org jarzabek@idvnetz.org kaur@idvnetz.org hedzic@idvnetz.org carvalho@idvnetz.org voetter@idvnetz.org winklbauer@idvnetz.org hoefele@idvnetz.org andreavichi@ig.com.br Herausgeber: Schriftleitung des IDV Für Werbeinserate im IDV-Magazin: carvalho@idvnetz.org 2

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband In dieser Ausgabe Die Arbeit der Multiplikator/innen in Kamerun Nadège Tchuinang Deutsch in Marokko Mohamed Satour Die Sprachenpolitik in Namibia Anika Kroll-Tjingaete | Marianne Zappen-Thomson Zur Situation der deutschen Sprache in Simbabwe Ki Bhebe Die deutsche Sprache auf den paradiesischen Inseln am Äquator: Bericht über die erfolgreichen Bemühungen, Deutsch an der Uni in São Tomé einzuführen Diana Jordão da Cruz Fremdsprachenpolitik in Benin Brice Cledjo Appell von AMAPLA für den Erhalt von Deutsch als zweiter Fremdsprache in Mali AMAPLA-Vorstand Deutsch als Fremdsprache-Unterricht im Senegal: Reflexionen anlässlich der AfrikaRegionaltagung in Dakar Mamadou Ndiaye Bericht über die IDV-Westafrika-Tagung in Abidjan vom 13.-15. Juni 2016 Bernardin Kouamé Der Deutschlehrerverband im Südlichen Afrika: Verbandsgeschichte Eckhard Bodenstein Die vom TGDV organisierten Tagungen als ein Höhepunkt der Verbandsaktivität Ali Nasri Deutschlehrerverein Togo (DLV Togo): Geschichte des Vereins Kossivi Goka Der malische Deutschlehrerverband: Eine kurze Präsentation Boureima Diarra | Ibrahim Keita Der Beniner Deutschlehrerverband Emmanuel Yehouenou 3 6 9 15 21 24 28 32 34 35 40 44 46 48 52

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Der Ägyptische Deutschlehrerverband (ÄDV) Vorstand des ÄDV Eine Moodle-Odyssee….: Ein Best-Practice-Beispiel aus Südafrika und Polen Alet Conradie | Justyna Sobota Übersetzen im Germanistikstudium: Überlegungen zur Anwendung des Fachs im multilingualen Kontext des Senegal Louis Ndong Ortsnamen in der Landeskundevermittlung: eine Analyse an Hand von ausgewählten Beispielen aus „Ihr und Wir plus“ Aliou Pouye Internationaler geht nicht! Die IDO 2016 aus Jurorinnen-Sicht Christina Köck | Naomi Shafer Teilnahmebericht IDO aus dem Blickwinkel eines Jurymitglieds aus Marokko Mohammed Satour 53 54 58 63 69 74 4

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Sprachenpolitik Die Arbeit der Multiplikator/innen in Kamerun NADÈGE TCHUINANG, EDUNEC-VORSITZENDE | KAMERUN Durch die Weisheit anderer erlernen wir Weisheit. Das Wissen eines Einzelnen ist nichts. Diese Weisheit aus Westafrika spiegelt das Grundprinzip terricht mit großer Klassenstärke umsetzbar sind. Die meisten Klassenräume in Kamerun sind ja überfüllt – in den Großstädten sind Klassen mit mehr als 100 Schülern kein Sonderfall mehr – und der Arbeit der Multiplikator/inn/en für DaF in Ka- die Frage, wie die Lehrperson beim Deutschunter- merun wider. Diese Multiplikator/inn/en sind richten damit umgehen kann, kommt in allen engagierte, motivierte und fachlich kompetente Seminaren regelmäßig vor. Deutschlehrer/innen, die 2012 vom Erziehungsmi -nisterium und vom Goethe-Institut Kamerun zerti -fiziert wurden, um in allen Regionen Kameruns Fortbildungsseminare zur Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts in Sekundarschulen durchzuführen. Diese Zertifizierung erfolgte nach einer langjährigen Multiplikatorenausbildung mit verschiedenen Schwerpunkten, die sich sowohl auf methodisch-didaktische Themen des DaF-Unterrichts, als auch auf Seminardidaktik, Kommunikation und Teamentwicklung, sowie auf den Umgang mit Medien bezogen. Die Gruppe der Kameruner Multiplikator/inn/en besteht zurzeit aus 10 Deutschlehrer/inne/n, die jedes Jahr etwa 25 Fortbildungsseminare landesweit anbieten. An jedem Seminar nehmen rund 40 Deutschlehrende teil. Es sind dann Hunderte von Deutschlehrer/inne/n, die jährlich die Gelegenheit haben, sich weiterzubilden und ihre Kenntnisse aufzufrischen. In Kamerun gibt es mehr als 1000 Deutschlehrer/innen, darunter können jährlich nur 15 von einem vom Goethe-Institut in Deutschland angebotenen Fortbildungsstipendium profitieren. In dieser Hinsicht leisten die Multiplikator/inn/en Mit ihren Seminaren geben die Multiplikator/inn/ en den DaF-Lehrkräften die Möglichkeit sich weiterzubilden, sich mit Kolleg/inn/en über die Unterrichtspraxis auszutauschen und mehr Motivation für ihre Arbeit zu gewinnen. So lernen die Deutschlehrer/innen, wie sie trotz harter Arbeitsbedingungen (enge Klassenräume, überfüllte Klassen, fehlende Lehrwerke, Mangel an Strom und Materialien für das Hörtraining usw.) inte- einen bedeutenden Beitrag zur Weiterqualifizierung der Deutschlehrer/innen in Kamerun. Dabei werden sie vom Erziehungsministerium und vom Goethe-Institut Kamerun unterstützt. Beide Institutionen sorgen dafür, dass die behandelten Themen die Erwartungen der Lehrer/innen erfüllen, schicken die Einladungen zu den Seminaren und sensibilisieren die Deutschlehrer/innen für eine Teilnahme an den Fortbildungen. ressante, schüleraktivierende und abwechslungs- reiche Unterrichtsstunden gestalten und durchführen können. Die Stärke der Multiplikator/inn/en liegt vor allem darin, dass sie allesamt aktiv tätige Deutschlehrer/innen sind, dass sie im Alltag unter denselben Bedingungen wie die meisten Lehrer/innen arbeiten und folglich auf die oben erwähnten Schwierigkeiten selber stoßen. In ihren Fortbildungsseminaren vermitteln sie dann zwar methodisch-didaktische Inhalte und Theorien, legen aber auch viel Wert auf die Praxis. Die Multiplikator/inn/en sorgen zum Beispiel dafür, dass die in Seminaren eingeführten Methoden auch im Un- 6

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Mit dem Wunsch, neue Wege einschlagen zu können und die Vernetzung von Lehrkräften zu intensivieren, haben die Kameruner Multiplikator/inn/en vor zwei Jahren den Verein EduNeC (Educational Network Cameroon) gegründet. Seither wirken sie auf nationaler und internationaler Ebene. Auf nationaler Ebene bieten sie nicht nur Seminare an, sondern organisieren jedes Jahr ein Deutschclubforum, das bereits zu einer Tradition geworden ist. Alle jungen Schülerinnen und Schüler, Mitglieder von Deutschclubs, treffen sich einen Tag lang zu einem bestimmten Schwerpunktthema. In verschiedenen Werkstätten befassen sich die Jugendlichen mit einem Aspekt des Themas. Die Ergebnisse der Arbeit dieser Werkstätten sind ganz konkret: Gedichte, Werbetexte, Lieder, Zeichnungen, Ausstellungen usw. Jedes Jahr empfängt eine neue Region das Forum. Die zwei letzten Foren - Douala 2015 und Bertoua 2016 - waren ein großer Erfolg. Dabei konnten sich jedes Mal rund fünf- bis sechshundert Schüler/innen außerhalb von Klassenräumen mit Deutsch beschäftigen und sich über das Thema „die Jugend und die Umwelt“ äußern. Der Verein EduNeC kooperiert international mit dem Verein Netzwirkung e.V. in Hamburg. Zusammen organisieren sie seit 2014 Austauschbegegnungen zwischen Kameruner und deutschen Lehrkräften. Die Idee ist es, junge Lehrer/innen in Kamerun und in Deutschland durch gemeinsame bildungspolitische Aus- und Fortbildungen noch stärker miteinander zu vernetzen, um auf diese Weise berufliche und lebenswichtige Erfahrungen über den Tellerrand hinweg zu ermöglichen, gezielt Schulprojekte zu etablieren und langfristig das Entstehen von Schulpartnerschaften zu fördern. Das Programm - „Bildungsfahrt“ genannt - läuft im Moment zwischen jungen Kameruner Deutschlehrer/inne/n und Referendar/inn/en des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg. Dadurch haben die beiden Vereine im April 2014 und Oktober 2015 den Besuch von jeweils 10 Hamburger Referendar/inn/en nach Kamerun und im Dezember 2014 und Juli 2016 den Gegenbesuch von jeweils 10 Kameruner Deutschlehrenden nach Hamburg ermöglicht. Die beiden Vereine engagieren sich dafür, dass das Programm mit der Zeit auch in anderen Städten Deutschlands umgesetzt wird. Im Oktober 2015 hat EduNeC mit der Unterstützung des kamerunischen Erziehungsministeriums, des Goethe-Instituts in Yaoundé und des Vereins NetzWirkung e.V. in Hamburg die Ausbildung von weiteren 15 Multiplikator/inn/en initiiert. Nach zwei Jahren Ausbildung werden diese neuen Multiplikator/inn/en ab 2018 die Qualifizierungsmaßnahmen der Kameruner Deutschlehrer/innen mit frischem Elan verstärken, für entsprechende Motivation und Lernbegeisterung sorgen und sicherlich noch viele weitere innovative Bildungsprojekte sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ins Leben rufen. Weitere Informationen über die Arbeit der Multiplikator/innen und die Aktivitäten des Vereins EduNeC auf der Webseite: https://educationalnetwork.org/ 7

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Sprachenpolitik Deutsch in Marokko MOHAMED SATOUR | MAROKKO Zur Situation der deutschen Sprache im marokkanischen Bildungssystem I m März 2016 hat der Deutschlehrerinnenund Deutschlehrerverband in Marokko (AMPA) am Kolloquium 40 Jahre Deutsche Heutzutage kann man Germanistik an den drei größten Universitäten Marokkos, nämlich Rabat, Casablanca und Fes, studieren. Die ersten zehn ein- Studien in Rabat teilgenommen. Die Teil- heimischen Deutschlehrenden wurden im Jahr 1981 nahme geschah vor allem aus der festen Überzeu- eingestellt. Seitdem nimmt ihre Zahl bemerkens- gung heraus, dass die deutschen Studien und der wert zu. Aber das Fach Deutsch steht gegenwärtig DaF-Unterricht seit ihren Anfängen maßgeblich zur ohne Zweifel unter Druck. Die Konkurrenz durch Förderung der deutsch-marokkanischen Bezieh- die anderen Fremdsprachen, vornehmlich Englisch, ungen und zur Annäherung der Kulturen der beiden und das wachsende Interesse an Spanisch ist Länder beigetragen haben. Zur Erreichung dieses deutlich spürbar. Wir hoffen aber, dass durch die wichtigen Ziels trägt die Arbeit der Deutsch- und Pasch-Initiative des Goethe-Instituts weitere ma- Germanistiklehrenden maßgeblich bei. rokkanische Schüler veranlasst werden, Deutsch zu Im Folgenden wird der Impulsvortrag von AMPA lernen. auf dem Kolloquium in Rabat präsentiert. Er enthält Im Übrigen wird die Einführung von Deutsch als vor allem Zahlen, Fakten und Perspektiven zur Si- zweiter Fremdsprache in der 3. Klasse im Collège tuation des Deutschen im marokkanischen Bil- mit der gleichen Wertigkeit wie die anderen Fremddungswesen. Dabei sollen unter anderem folgende sprachen angestrebt, um die Position des Faches Anhaltspunkte beleuchtet und hinterfragt und mit jüngsten Statistiken und Fakten untermauert werden: 1. Status quo des Deutschunterrichts in Marokko; 2. Herausforderungen und Maßnahmen zur Förderung des Deutschunterrichts in Marokko; 3. Die Stellung der deutschen Sprache in Marokko vor Deutsch in den marokkanischen Collèges zu verstärken. Diese Entwicklung könnte ganz allgemein zu einer besseren Position für das Fach Deutsch führen. Deutsch wird darüber hinaus in vielen Hotelfachschulen und an dem ISITT (Institut Supérieur International du Tourisme de Tanger) und dem Hintergrund der 2015 begonnenen Bildungsreform; 4. Ausblick: Rolle und Beitrag des Marokkanischen Deutschlehrerverbands zur Förderung des Deutschlernens an marokkanischen Schulen. auch an der Übersetzerschule in Tanger angeboten. 2. Herausforderungen und Maßnahmen zur Förderung des Deutschunterrichts in Marokko 1. Status quo des Deutschunterrichts in Marokko In Marokko gibt es ca. 20.000 Deutschlernende, die sich auf 209 öffentliche Schulen, 150 Privatschulen und im Hochschulbereich auf die vier Universitäten Rabat, Casablanca, Fez und Tanger verteilen. Ergänzend möchte ich zur Geschichte des Deutschunterrichts in Marokko erwähnen, dass in Marokko erst im Jahr 1976 Germanistik an der Fakultät für Geisteswissenschaften in Rabat eingeführt wurde. Die größten Herausforderungen sind neben Überlegungen zur Umstrukturierung des InspektorenSystems auch die Situation von Lehrenden, die zurzeit über keine Deutschklassen verfügen. Das Bildungsministerium stellte Fortbildungen in Aussicht, um letztere so bald wie möglich wieder im Bildungssystem einsetzen zu können. Darüber hinaus wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Marokko an Schulen Werbung für die Wahl des Fachs Deutsch zu machen. Somit 9

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband können Eltern und Schülern zahlreiche Gründe an die Hand gegeben werden, sich für den Deutschunterricht zu entscheiden. Außerdem bildet die geplante Einführung eines neuen Lehrwerks, das den landesspezifischen und bildungsrelevanten Besonderheiten von Marokko Rechnung tragen wird, eine Herausforderung, die bald bewältigt werden soll. 3. Die Stellung der deutschen Sprache in Marokko vor dem Hintergrund der 2015 begonnenen Bildungsreform Nach einer Erhebung von Regionalvertretern des Bildungswesens steigt die Zahl der Deutschlernenden an privaten Sprachlerninstitutionen an, während die öffentlichen Schulen einen Rückgang an Deutschlernenden verzeichnen müssen. Eine Ursache für den Rückgang von Deutsch im öffentlichen Schulsektor könnte darin liegen, dass seit Neuestem für den Zugang an marokkanischen Hochschulen Englischkenntnisse erforderlich sind und Deutsch damit vierte Sprache geworden ist. Laut Aussagen des Vertreters des Obersten Bildungsrates, Hassan Smaili, der an einer Podiumsdiskussion über Sprachenpolitik und Mehrsprachigkeit anlässlich des 15. Marokkanischen Deutschlehrertages beteiligt war, ist Deutsch nicht benachteiligt, es steht vielmehr gleichberechtigt neben Englisch, Italienisch oder Spanisch. Zumindest auf theoretischer Ebene. In der Praxis dagegen wird Deutsch an staatlichen Schulen oft verdrängt. Nichtsdestotrotz ergab die Diskussion, dass viele Gründe für das Erlernen der deutschen Sprache in Marokko vorliegen, wobei vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend sind: Deutschland gilt als attraktiver Standort für ein Studium und viele Marokkaner sind daran interessiert, in Deutschland zu arbeiten. 4. Ausblick: Rolle und Beitrag des Marokkanischen Deutschlehrerverbands zur Förderung des Deutschlernens an marokkanischen Schulen Wir Deutschlehrenden müssen genügend Gelegenheit haben, unser wertvolles Unterrichtsfach erfolgreich zu verbreiten: Wir benötigen die geeigneten Rahmenbedingungen dazu. Wie wir wissen, sind diese jedoch nicht immer und an jedem Ort gegeben, im Gegenteil. Wir fragen uns dann, was wir tun können, um diese Rahmenbedingungen zu verbessern. Alle sind wir im Verbandswesen tätig und suchen insbesondere auf der Verbandsebene nach Lösungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Deutschlehrende, und zwar auf der sprachenpolitischen Ebene. Wir sind alle nun aufgefordert, sprachenpolitisch zu agieren, um das 10

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Ansehen der deutschen Sprache in Marokko zu fördern, deshalb soll der Fokus auf die sprachenpolitischen Möglichkeiten in der Verbandsarbeit gerichtet werden, mit Fragen der Art: Wie kann AMPA die Entscheidungsprozesse der Schulsprachenpolitik beeinflussen, die das Angebot von Sprachen im Bildungswesen in Marokko regeln? Wie können wir die Mehrsprachigkeit als ein erstrebenswertes sprachenpolitisches Ziel in Marokko fördern? Deutschlehrertag 2015 Der Marokkanische Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband (AMPA) und das GoetheInstitut Marokko haben gemeinsam am 28.11.2015 den 14. marokkanischen Deutschlehrertag unter dem Motto „Deutsch in Marokko ein Plus“ im Goethe-Institut Rabat ausgerichtet. Der jährlich stattfindende Deutschlehrertag ist ein Event in Kooperation zwischen AMPA, dem Goethe-Institut Marokko und der Deutschen Botschaft Rabat. Zirka 100 Deutschlehrerinnen, Deutschlehrer und Gäste sind der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung wurde von dem Vorsitzenden des Marokkanischen Deutschlehrerverbandes, Herrn Mohamed Satour, eröffnet. Anschließend sprachen der Leiter des Goethe-Instituts Marokko, Herr Dr. Friedrich Dahlhaus, die Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Marokko, Frau Karin Ende, und der Kulturreferent der Deutschen Botschaft in Marokko, Herr Ralf Lorig. Der diesjährige Deutschlehrertag begann mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Sprachenpolitik und Mehrsprachigkeit in Marokko“, an der Herr Hassan Smaili, Vertreter des Obersten Rates für Erziehung, Bildung und Forschung Marokkos, Herr Ralf Lorig, Herr Dr. Friedrich Dahlhaus, Herr Prof. Dr. Mohammed Elbah vom Lehrbereich Germanistik der Universität Mohamed V, Frau Magistrat Rachida Zoubid, Frau Gabriele Harb, Expertin für den Unterricht am Goethe-Institut Marokko sowie Herr Mohamed Satour teilnahmen. Moderiert wurde die Diskussion vom ehemaligen AMPA-Vorsitzenden, Herrn Larbi Ben Brahim. Schwerpunkt der Diskussion war die Stellung der deutschen Sprache in Marokko vor dem Hinter- grund der 2014 begonnenen Bildungsreform in Marokko. Nach einer Erhebung von Regionalvertretern des Bildungswesens steigt die Zahl der Deutschlernenden an privaten Sprachlerninstitutionen an, während die öffentlichen Schulen einen Rückgang an Deutschlernenden verzeichnen. Eine Ursache für den Rückgang von Deutsch im Schulsektor könnte darin liegen, dass seit Neuestem für den Zugang an marokkanischen Hochschulen Englisch erforderlich ist und Deutsch damit vierte Sprache geworden ist. Der Vertreter des Obersten Bildungsrates betonte, dass Deutsch nicht benachteiligt sei, sondern gleichberechtigt neben Italienisch oder Spanisch stehe. Die Diskussion ergab, dass viele Gründe für das Erlernen der deutschen Sprache in Marokko sprechen, wobei vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend sind: Deutschland gilt als ein attraktiver Standort für ein Studium und viele Marok- 11

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband kaner sind daran interessiert, in Deutschland zu arbeiten. Alle Referenten und Beteiligten waren sich einig, dass die Stellung von Deutsch im marokkanischen Bildungssystem nur durch eine erfolgreiche Sprachenpolitik gestärkt werden kann. Dies soll in enger Kooperation mit allen verantwortlichen marokkanischen und deutschen Institutionen sowie in Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Fremdsprachen erfolgen. An Stelle einer überholten Konkurrenzsituation einzelner Fremdsprachen zueinander, solle Mehrsprachigkeit als Wert in der modernen Gesellschaft betont werden. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion stellte Karin Ende das neue Qualifizierungsprogramm des Goethe-Institutes für DaF-Lehrende „Deutsch Lehren Lernen“ vor. Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden des Deutschlehrertages die Gelegenheit, an einem von vier parallelen Workshops teilzunehmen, um Anregungen und Ideen zu verschiedenen fachrelevanten Themen zu erhalten und sich beruflich auszutauschen. Ein Workshop wurde von Ines Nabil, Sprachlehrerin am Goethe-Institut Rabat, geleitet. Unter dem Titel „Kompetenzorientierung und standardisierte Sprachprüfungen“ wurden die existierenden standardisierten Sprachprüfungen vorgestellt und aufgezeigt, wie im Unterricht auf die für das Bestehen der Prüfungen erforderlichen Kompetenzen vorbereitet werden kann. In einem weiteren Workshop unter der Leitung von Barbara Belghiti, ebenfalls Lehrerin am GoetheInstitut Rabat, haben sich die Teilnehmenden mit dem Thema „Interaktionsorientierung im Unterricht Deutsch als Fremdsprache“ beschäftigt. Der Workshop gab Gelegenheit, am Beispiel von Interaktionsorientierung das Material und den fortbildungsdidaktischen Ansatz des reflektierenden Erfahrungslernens kennenzulernen und einen Einblick in die zahlreichen Videoaufzeichnungen zum Deutschlernen weltweit zu erhalten. In einem dritten Workshop wurde von Gabriele Harb das Projekt der Region Nordafrika-Nahost „Glaubst du mir“ vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein digitales landeskundliches Projekt, das darauf abzielt, Jugendliche zur Reflexion bzw. zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Aspekten Wahrheit und Konstrukt anzuregen. Das Resultat des Projekts 2016 soll eine digitale Ausstellung sein, bei der die besten „Werke“ prämiert werden. Der vierte Workshop zum Thema „Werbung für Deutsch“, den der Vorsitzende des Marokkanischen Deutschlehrerverbandes, Mohamed Satour, leitete, hatte das Ziel, den Deutschlehrenden unter Berücksichtigung der Landesspezifik Anregungen und Ideen mitzugeben, wie die marokkanischen Schülerinnen und Schüler für das Erlernen der 12

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband deutschen Sprache begeistert werden können und das Ansehen von Deutsch in Marokko gefördert werden kann. Die Teilnehmenden des Deutschlehrertages hatten darüber hinaus während der Kaffeepausen am Vorund Nachmittag Gelegenheit, vier Stände zu besuchen: Alumni-Portal Deutschland, DAAD, AMPA sowie Librairie Papeterie Nationale, lokaler Vertreter des Hueber-Verlags. Das Tagungsprogramm schloss mit einem musikalisch-kulturellen Höhepunkt ab: Die Gruppe „Athir“ aus Kenitra unter der Leitung von Jan Spieler bot Gnawa-Fusion und Rai-Musik dar. Sie begeisterten die Anwesenden mit schönen Klängen und neu interpretierten Songs. Der Deutschlehrertag wurde dann noch überraschend mit einer erneuten Diskussion belebt. Herr Fuad Chafiqi, Leiter der Abteilung für Curricula im Bildungsministerium, konnte erst am Nachmittag als Gast erscheinen und stellte sich den Fragen des Publikums. Dabei ging er auf die zentralen Fragen ein, die den Deutschunterricht an marokkanischen Schulen und die marokkanischen Deutschlehrenden betreffen, wie z.B. die bevorstehende Einführung eines neuen Lehrwerks, die Stellung von Deutsch als Unterrichtsfach im Rahmen der bevorstehenden Reform des Bildungswesens, das heißt Deutsch als 3. Fremdsprache und Wahlpflichtfach ab der 10. Klasse, sowie die Tatsache, dass von ehemals neun Inspektoren für Deutsch derzeit nur noch eine Inspektorin im Amt ist. Laut Herrn Chafiqi ist Deutsch als Schulfach an marokkanischen Schulen und die Situation der Deutschlehrenden durchaus ein wichtiges Thema im Bildungsministerium und eine Behebung der bestehenden Probleme und Schwierigkeiten ist vorgesehen. Der 14. Deutschlehrertag wurde dann mit der Ehrung zweier kürzlich pensionierter Kollegen, des Inspektors für Deutsch Abdenasseur Touil und der Deutschlehrerin Fatima Lachhar, beendet. Danksagungen der Vertreter des Goethe-Instituts und des AMPA-Vorstands an alle Beteiligten und an alle, die zum Gelingen des Deutschlehrertages beigetragen haben, bildeten den endgültigen Abschluss der Veranstaltung, welche eine sehr positive Resonanz erzielte. Nun laufen die Vorbereitungen auf den Deutschlehrertag 2016 auf Hochtouren. Am 15.10.2016 findet die Tagung im Gymnasium Lycée Moulay Idriss in der Stadt Fes, einer bewährten Germanisten-Burg in Marokko, statt, aus der die meisten Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer Marokkos herstammen und in der auch am meisten Deutsch gelernt wird. Der Deutschlehrertag wird in Zusammenarbeit zwischen dem Marokkanischen Deutschlehrerverband AMPA, dem Goethe-Institut und der Deutschen Botschaft in Marokko unter dem Motto „Sich fortbilden - dran bleiben“ abgehalten, den Teilnehmenden winkt ein buntes und hochinteressantes Programm und jede Menge erfreulicher Überraschungen. Am Deutschlehrertag wird auch die Preisverleihung an die Gewinner der regionalen Wettbewerbe „Glaubst du mir“ und „Sternstunde“ stattfinden, an deren Durchführung der Marokkanische Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband aktiv beteiligt war. Wettbewerb „Meine Sternstunde“ Organisiert vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Deutschlehrerverbänden der Region Nahost und Nordafrika (DLV-NANO) In der ersten Jahreshälfte 2016 fand zum ersten Mal auf regionaler Ebene ein Wettbewerb für die Mitglieder der Deutschlehrerverbände aus der Region Nordafrika/Nahost statt. Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache hatten die Chance, mit einem besonders gut gelungenen Unterricht zu punkten, ihre Kreativität zu zeigen und dadurch länderübergreifend Lehrerinnen und Lehrer zu inspirieren. Die Gewinner/innen des Wettbewerbs waren Nadra Ourimi aus Tunesien, Gabriele Börschmann aus Israel, Sahar Samy und Ismail Kassem aus Ägypten und Mohamed Satour aus Marokko. Wir Gewinner/innen dürfen uns dank unserer ausgewählten Beiträge auf eine Fortbildung im Sommer 2017 in Deutschland als Preis des Wettbewerbs freuen. Ich habe noch nie als Lehrkraft an einem Wettbewerb teilgenommen. Ich hatte schon immer den Wunsch, gemeinsam mit meinen Schülern die Erfahrung zu machen, bei einem Wettbewerb 13

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband mitzumachen. Da der Wettbewerb „Meine Sternstunde“ genug Raum für Kreativität anbietet und international den NANO-Raum betrifft, hat das meine Motivation umso mehr beflügelt. Meine Schüler/innen haben sich auch sofort darauf gefreut und wollten gern Ihre Deutschkenntnisse auf die Probe stellen. Zumal dies prämiert wird, hat es uns alle sehr ermutigt, unser Bestes zu geben, um das Siegerpodest besteigen zu dürfen. Meine Kursteilnehmenden, Jugendliche und Erwachsene zwischen 17 und 24 Jahren, waren anfänglich ziemlich nervös, sie haben jedoch schon genug Zeit zur Vorbereitung bekommen und haben auch allein die Reihenfolge Ihrer Auftritte untereinander aufgeteilt, was dazu beigetragen hat, dass sie sich gut in ihre jeweilige Rolle einarbeiteten. Weniger selbstsichere Kursteilnehmer/innen konnten auch von einem Blatt bzw. einem Notizzettel ihre Aufzeichungen ablesen, weil unter anderem ein Ziel war, dass jede/r Kursteilnehmende gemäß ihren/seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten mitwirkt. Es ist am Endeffekt jeder/jedem gelungen, einen Beitrag zu leisten. Hinsichtlich meiner Reise nach Deutschland im Sommer 2017 freue ich mich auf neue Erlebnisse und interessante Kontakte, sowohl landeskundlich wie auch beruflich und persönlich, und nicht zuletzt auf ein bereicherndes „Sprachbad“, wie man so schön im DaF-Jargon sagt. Die für den Wettbewerb ausgewählten Unterrichtsmaterialen finden Sie unter: www.deutschlehrerverbaende-nano.org/ material_sternstunden.html 14

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IDV - Magazin | Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband Sprachenpolitik Die Sprachenpolitik in Namibia1 ANIKA KROLL-TJINGAETE UND MARIANNE ZAPPEN-THOMSON | UNIVERSITY OF NAMIBIA W ill man die Sprachenpolitik dieses noch verhältnismäßig jungen Staates verstehen, muss man sich auch mit den Menschen, ihrer Geschichte und ihren Sprachen befassen. Das soll im Folgenden umrissen werden. Namibias Bevölkerung und Sprachen Namibia ist „extrem dünn besiedelt“ und zählt somit zu den Staaten mit der geringsten Bevölkerungsdichte weltweit (Selz, 2012, S. 13). Dies bestätigt auch Harris (2011, S. 10) „The size of the country compared to its population means [...], the second lowest population density in the world“. Statistische Datenerhebungen zu der Bevölkerung Namibias werden von der Nationalen Planungskommission (National Planning Commission) ausgeführt und eine Volkszählung wird alle zehn Jahre durchgeführt. Nach Angaben der Ergebnisse des letzten Zensus im Jahre 2011 wurde die Einwohnerzahl in Namibia auf ca. 2,1 Millionen (2,6 Einwohner pro Quadratkilometer) berechnet (National Planning Commission [NPC], 2013). Die Bevölkerung setzt sich aus vielen einzelnen ethnischen Gruppen zusammen, daher wird Namibia als eine Vielvölkergemeinschaft betrachtet. „The population of Namibia consist of a number of different peoples“ (Maho, 1998, S. 13). Laut der NPC (2013) gibt es dreizehn Volksgruppen, dazu zählen die San, Damara, Nama, Herero, Himba, Owambo, Kavango, Caprivianer, Topnaar, Tswana, Rehobother Baster und Personen mit einem englisch-, afrikaans- und deutschsprachigen Hintergrund (NPC, 2013). Angesichts der zahlreichen Volksgruppen werden viele ver- schiedene Sprachen in Namibia gesprochen. „Namibia has 13 ethnic groups with 13 different languages and dialects” (Harris, 2011, S. 11). Zu den Sprachen in Namibia ergänzt Maho (1998, S. 14): „One cannot discuss the languages spoken in Namibia independently of the peoples inhabiting Namibia.” Mit den Bantusprachen, den Khoisansprachen und den indogermanischen Sprachen beherrschen drei große Sprachgruppen mit über dreißig Einzelsprachen bzw. Dialekten den namibischen Sprachraum (Kellermeier-Rehbein, 2011, S. 4). Die Amtssprache ist die Sprache, in der die Bevölkerung untereinander und mit Verwaltungsstellen (z.B. mit Behörden, der Regierung und Gerichten) kommuniziert (Nißl, 2011, S. 76). Englisch wird heutzutage als allgemeines Mittel der Kommunikation in Namibia verwendet und ist auch die Amtssprache Namibias. Die Nationalsprachen Namibias fassen alle gesprochenen Dialekte und Sprachvarianten des Landes zusammen. So bestehen neben der Amtssprache Englisch noch weitere Nationalsprachen, wie Deutsch, Afrikaans, Khoekhoegowab, Oshiwambo, Otjiherero, RuKavango und Silozi (Harris, 2011, S. 11). Historischer Überblick Namibias in Bezug auf die Sprachen Ab dem 19. Jahrhundert, lässt sich Namibias Geschichte in drei wesentliche Phasen unterteilen, nämlich die Deutsche Kolonialherrschaft (18841915), Südafrikanische Verwaltung (Apartheidszeit) von 1919 bis de facto 1989 und Unabhängigkeit (seit 1990), was auch zu einer jeweiligen Änderung in der Sprachenpolitik führte. 1 Der Artikel beruht auf der unveröffentlichten MA-Arbeit „Strukturelle Veränderungen in der deutschen Sprache in Namibia: eine Untersuchung anhand von Texten aus der Allgemeinen Zeitung“ (2016) von Anika Kroll-Tjingaete. 15

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