Albeins-Magazin Nummer 3, Winter 2016/2017

 

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Albeins-Magazin Nummer 3, Winter 2016/2017

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Nummer 3 Winter 2016/2017 albeins2,80€ Das Magazin für ein genussvolles Leben Wintervergnügen auf der Schwäbischen Alb Besuch bei Bäcker Laible: So lebt Winfried Wagner Andy Borg krönt Göppinger Schlagerfest

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www.stauferkrone.de

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Liebe Freunde der Schwäbischen Alb, wir freuen uns, wenn der Winter unsere Heimat in ein weißes Kleid hüllt. Das ist die Zeit für alle, die dem Skisport frönen und ihren Spaß an Pisten und auf Loipen suchen. Die Alb bietet aber noch mehr. Junge Trendsportarten, erlebnisreiche Schlittenhun- detouren, gemächliche Ausfahrten mit dem Pferdeschlitten. Viele von uns erleben den Alb-Winter aber gerne auch zu Fuß, auf Wanderungen oder Spaziergängen auf gebahnten Wegen oder mit Schneeschuhen durch das frische Weiß. In diesem Heft stim- men wir Sie ein auf das Wintervergnügen Schwäbische Alb. Da- bei wollen wir aber all jene nicht vergessen, die für ungetrübten Spaß in der weißen Pracht sorgen. Ihnen, aber auch den Fahrern von Räum- und Streufahrzeugen, gilt ein großes Dankeschön. Die langen Winterabende bieten sich geradezu an, zu einem Buch zu greifen und zu lesen. Im Regal stehen wieder einige neue Bücher von und über die Schwäbische Alb. Einige haben wir uns herausgesucht und stellen sie in dieser Ausgabe von Albeins vor. Darunter auch den Regionalkrimi „Oh Älb- le, sei rau“ von Bernd Weiler. Über sein neues Buch, über den ermit- telnden Hauptkommis- sar Schoch vom Landes- kriminalamt Stuttgart, Bernd Weiler (links) mit Albeins-Redakteur Bernhard Bürkle. über Mörder und Opfer hat sich unser Redakteur Bernhard Bürkle mit Weiler unterhalten. Beim Gespräch im „Hirsch“ im Hayinger Ortsteil Indelhausen reifte dann auch die Idee für eine Autoren- lesung. Am Ende des Abends stand der Termin fest: Am 31. März präsentiert Albeins Bernd Weiler und sein neues Buch im Saal des Gasthofs „Hirsch“ in Indelhausen. Nach dem Erscheinen der zweiten Ausgabe von Albeins haben uns wieder viele Zuschriften und Anrufe von Menschen erreicht, die unser Magazin nicht mehr missen möchten. Für sie und alle Alb-Begeisterten gibt es Albeins ab sofort auch im Abonnement. Das Jahres-Abo mit vier Ausgaben (März, Juni, September, De- zember) kostet nur 14.90 Euro. Die Hefte werden per Post zu- gestellt. In dieser Ausgabe finden Sie den Bestellcoupon. Sie können natürlich auch das Albeins-Abo verschenken und damit Freunden unserer Heimat eine Freude machen. Wäre das eine Idee? Herzlichst Ihr Rüdiger Gramsch Chefredakteur Redaktion und Verlag wünschen allen Lesern und Anzeigenkunden ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes, friedvolles und glückliches Neues Jahr. Zum Titelbild: Schneeschuhwanderungen auf der Schwäbischen Alb, zum Beispiel bei Westerheim, werden immer beliebter. Foto: Margit Weber albeins Inhalt Foto: Walter Müller 4 Stille Weite – Winter auf der Alb 5 Rein ins Wintervergnügen 7 Stolla, Bredla & Schoklad 9 Wilde Vielfalt 11 Fundgrube für Alb-Leser 12 Grausiges im Morgengrauen 13 Glücksbesuch in Hayingen 14 Prickeln auf der Zunge 15 Das Bier aus der Höhle Wärme und Energie 17 Feuer in seiner schönsten Form 20 Gesunde Wärme von der Wand 22 Ein Missionar des Schwäbischen 24 Besuch im OF7 25 Gewinnspiel 26 Ein Laden für alles 28 Jeder Baum erzählt eine Geschichte 29 Andy Borg krönt die „Stauferkrone“ 30 Veranstaltungstipps 31 Geschenkideen – nicht nur für den Gabentisch

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Stille Weite Die Schwäbische Alb offenbart auch im Winter ihre Reize Sanfte Hügel, steile Hänge, ebene Hochflächen, sonnige Täler, lichte Wälder – die Luft ist klar und rein. Mit Höhenlagen an die 900 Meter ist die Schwäbische Alb auch im Winter ein Paradies. Von Andrea Maier oder geruhsam, mit viel Zeit zum Verweilen, Schauen und Horchen.“ Da ist meist nur das Knirschen des Schnees, der eigene Atem, das leise Rieseln von Eiskristallen, die sich von Bäumen lösen. Stille Weite. „Auf Schneeschuhen ist man unabhängig von viel begangenen Wegen.“ Zwischen Dezember und „Es ist herrlich!“, Margit We- März liegt oben auf den Alb- ber freut sich auf den Alb-Winter. hochflächen mehr Schnee als Die zertifizierte Gesundheits- gemeinhin angenommen: Mit Hö- Wintererlebnis Schwäbische Alb. wanderführerin aus Westerheim henlagen bis an die 900 Meter ist liebt den Anblick der verschnei- das Mittelgebirge relativ schnee- ten Weite. Vor allem schätzt sie sicher. So liegt beispielsweise die zahlreichen Möglichkeiten, die Westerheim auf 820 m über dem Wandertipps das heimische Mittelgebirge für Meeresspiegel, genau so hoch so viele Arten von Wintersport wie Oberstdorf. für den Winter bietet. Als begeisterte Wanderin ist ihr das Schneeschuhwandern am nächsten. „Du brauchst weder in die Berge zu fahren, noch eine teure Ausrüstung.“ Darum hat wohl auch Skilanglauf auf der Schwäbischen Alb eine lange Tradition. Für hervorragenden Loipen sind beson- Für Winter-Touren auf der Schwäbischen Alb eignen sich die ausgezeichneten Premium-Winterwanderwege „Schneewalzer“ und „Wintermärchen“. Sie führen durch bezaubernde Landschaften und Winterjacke, warme Hose, ein paar Gamaschen, Wanderschuhe, Handschuhe und los geht’s. Schneeschuhe und Stöcke kosten ders die weiten Hochflächen und sonnigen Täler berühmt – etliche 100 Kilometer werden über die gesamte Alb hinweg gespurt. Ähnlich wie die ausgewiesene bieten sagenhafte Ausblicke über zwei bis drei Stunden Wanderzeit. Aber auch bei Hayingen startet eine wunderschöne zehn Kilometer lange Winterwanderung zur historischen Maisenburg. Zu empfehlen ist auch eine Tour nicht viel, sind aber auch in vielen Wintersport-Gemeinde Wester- zwischen St. Johann und Gomadingen. 4 Sportfachgeschäften und bei ge- heim, haben sich auch in anderen führten Touren von den meisten Regionen mehrere Ortschaften Veranstaltern zu leihen. Mit den zusammengetan und Touren über Die kleine Runde um Bleichstetten, die Streckenwanderung an Lonsingen vorbei oder der Winterweg von Würtingen bis Ohnastetten sind gern begangene Win- Krallen der Schneeschuhe gibt es die Grenzen hinweg erschlossen. terwege. Sehr beliebt ist das großräumige kein Ausrutschen mehr, die große Oberfläche verhindert Einsinken, selbst in hohem Schneeverwehungen. Die Stöcke helfen bei der Fortbewegung und stützen das Alleine das Biosphärengebiet weist mit über 260 gespurten Kilometern eines der größten Loipennetze Süddeutschlands vor. So weiträumig kann man nur Winterwegenetz bei Sonnenbühl. Reizvoll sind zur Winterzeit auch Wanderungen am Albtrauf entlang. Beispielsweise von Dettingen/Erms über den Calverbühl zu den Höllenlöchern – einem imposanten Spannungsriss an der Albkante.Vorbei am Gleichgewicht. Mit Schneeschuhen zu gehen ist für Junge und Ältere schnell gelernt und beinahe überall möglich, wo Schnee das Land bedeckt. „Alleine oder in in wenigen Skigebiete über die weiße Pracht gleiten. Fast überall sind einfache und kürzere Strecken, extra für Anfänger, oder speziell für Familien mit Kindern Gelben Felsen durch den Wald, dessen besondere grafische Strukturen im Winter deutlich hervorstechen. Nach den Gütersteiner Wasserfällen geht’s vorbei am Gestütshof Güterstein zum kleinen Uracher Bahnhof „Wasserfall“. der Gruppe ist Schneeschuhwandern ein Hochgenuss“, schwärmt Margit Weber, die selbst Schneeschuhtouren rund um Wester- ausgewiesen. Wer lieber auf den eigenen Füßen durch den Albwinter geht, Vorschläge für Bewegung auf der winterlichen Alb sind in Broschüren oder auf Internetseiten zu finden, beispielsweise unter www.albweiss.de oder heim anbietet. „Ganz gleich, ob findet in allen Alb-Regionen eine www.mythos-alb.de. als sportliche Herausforderung mannigfaltige Auswahl an präpa-

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rierten Winterwanderwegen. Vom kleinen Rundgang bis hin zu mehrstündigen Schneewanderungen – die Schwäbische Alb ist zu jeder Jahreszeit ein unübertroffenes Wander-Paradies. Ein wirklich besonders Erlebnis ist die Fahrt im Pferdeschlitten durch den Albwinter.Während man warm eingepackt im Schlitten sitzt und geruhsam die vorüber gleitende Winterpracht genießt, traben die Pferde munter über verschneite Wege. Naheliegend ist eine Kutschfahrt vom Gestütshof St. Johann bei Gomadingen aus, aber in vielen anderen Gemeinden, wie beispielsweise Münsingen, Römerstein, Hohenstein, Sonnenbühl stehen sanftmütige Zugpferde bereit. Foto: Walter Müller Rein ins Wintervergnügen Abenteuerlich von Schlittenhunden gezogen, am Snowkite über die Ebene fliegen, auf ausgedehnten Loipen zügig touren,sportlich skaten oder schwungvoll über Pisten abwärts rauschen – Wintersport auf der Schwäbischen Alb ist vielseitig, einfach zu erreichen, kostengünstig und sowieso wunderschön. Von Andrea Maier Über 50 Skilifte, viele mit Flutlicht ausgestattet, bieten über die Alb verteilt jede Menge SkiAbfahrtsvergnügen. So richtig flitzen kann man auf der Strecke in Dottingen und auch auf den Pisten im Römersteiner Salzwinkel kann man‘s kurz, aber knackig stauben lassen. Noch dazu liegen sie in un- Foto: Margit Weber mittelbarer Nähe zur B 28 und Flutlicht versteht sich von selbst. Seit einigen Jahren lockt neben den über 50 Liftanlagen auf der Alb auch die Wintersport-Arena Holzelfingen. In dem weiträumig zusammenhängenden Skigebiet finden Familien mit kleinen Kindern, Anfänger, aber auch ambitionierte Könner die jeweils angemessene Piste. Skifahrer, die sich eine extra Portion Spaß wünschen, sind am Dottinger Skilift richtig. Hier finden „Twin Tip“-Fahrer Boxen zum gliden und grinden. Viele Skibetriebe haben für Snowboarder separate Pisten präpariert, so bietet beispielsweise der Skilift Beiwald in St. Johann-Upfingen eine flotte 450 Meter Snowboardpiste. Gerne gesehen sind die Boarder auch beim Westerheimer Skilift „Halde“. Für Skilangläufer ist die Alb ein Paradies mit Tradition: Ob klassische Loipen, Skating-Bahnen oder respektable Tagestouren über 50 Kilometer und mehr. Schneeschuhwandern bei Westerheim. Das Loipennetz, das Römerstein, Schopfloch und Westerheim gemeinsam erschlossen haben, lässt sich geruhsam, aber auch ziemlich sportlich nehmen: Hier kann man gut drei bis vier Stunden gleiten, ohne eine Spur doppelt zu nutzen. Auch die Skihochburgen Bremelau und Mehrstetten sind beliebt, ebenso die Routen um den Sternberg bei 5

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Gomadingen, Engstingen und der St. Johanner Alb. Doch auch in allen anderen Regionen der Alb sind ausgezeichnete Loipen zu finden. Die meisten kennen sie nur aus Abenteuerfilmen: Schlittenhund. Die hechelnden Kraftpakete, die, so scheint es, zum Laufen geboren Foto: Skywalker ner der windsichersten Spots im Südwesten. Die weiten Flächen bieten Vergnügen pur und bei einem Tageskurs lässt sich schon mächtig viel „Zischschsch ...“ erleben. Falls das Albwinter-Wetter mal wirklich gar nichts an sportlicher Betätigung ermöglicht, bietet das Wintersportmuseum in St. Johann bemerkenswerte Einblicke in vergangene Zeiten:Wintersportgeräte von etwa 1900 bis 1950 mit allerlei Kuriositäten. Information Kiteschule: Chris Volk Krummenackerstraße. 189, 73733 Stuttgart-Esslingen Telefon 0711/67349891 www.kiteschule-skywalker.de Mit der Kraft des Windes über den Schnee gleiten. sind, ziehen auch auf der Alb Schlitten mit Mensch und Gepäck durch den Schnee. Wer das Abenteuer in nächster Nähe selbst erleben möchte, findet anerkannte Schlittenhunde (-Führer) zum Beispiel in Seeburg oder in Münsingen. Schlittenhunde: Thomas und Margit Hau, Wiesentalstr. 11, 72574 Bad Urach-Seeburg, Telefon 07381/500011 oder Michael Ruopp, Hermann Staudinger Str. 19, 72525 Münsingen, Telefon 0171/6905482 Über die Albhochflächen fliegen? „Klar“, ruft Chris Volk, schnallt Wintersportbericht: sich Ski unter die Füße und lässt sich von der Kraft des Windes Telefon 07333/6039 6 in seinem Kite über die verschneite Ebene ziehen. Dann ist nur „Zischschsch“ zu hören und das Jauchzen beim Sprung gen Himmel. Chris Volk und sein Team bieten Snowkite-Kurse in den Alpen, am Wintersportmuseum: Skilift Beiwald 72813 St. Johann Telefon 07125/408065 bzw. 07122/3566 Feldberg und bei Westerheim auf der Alb an. Westerheim gilt als ei- www.webmedienneumann.de Wir sorgen für Ihren Auftritt                             Medienbüro Oksana Neumann     Wir arbeiten auch für die Maitis-Media Verlagsgesellschaft mbH

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Weihnachtsbäckerei findet in der Adventszeit statt, weil auch die Plätzchen Ruhe brauchen Fotos: Bernhard Bürkle Stolla, Bredla & Schoklad War der Herbst schon kulinarisch üppig, so darf um die Weihnachtszeit diesbezüglich erst so richtig geschlemmt werden, der Begriff „Kalorien“ kommt in diesen Wochen einfach nicht vor. In den Woche vor dem Fest der Feste wir nach christlicher Lehre gefastet. In dieser Zeit wird das saisonale Naschwerk zubereitet und sorgsam gelagert. Von Bernhard Bürkle Zum traditionellen Backwerk zum Weihnachtsfest gehört zum Beispiel der Christstollen. Und der hat’s wahrlich und im Wortsinn in sich, betrachtet man allein schon die zahlreichen Zutaten für dieses äußerlich so harmlos wirkende Gebäck: Orangeat und Zitronat, reichlich Mandeln und Rosinen, die sich in der Nacht gut mit Rum vollgesogen haben. Das Ganze unter einen ordentlich gesüßten Hefeteig gemischt, der mit ungewöhnlich viel Butter aufgepeppt wird. Und nach dem Backen wird der ofenwarme Butterstollen noch zusätzlich – daher der Name – in flüssige Butter getaucht. Aber nur, so beteuert mancher Hobby- und auch Profibäcker, damit der finale Puderzucker außen herum auch hält. Auf der Mittleren Schwäbischen Alb gibt es hinsichtlich der drei bis vierwöchigen Lagerzeit eine Besonderheit: Der Wimsener Höhlenstollen verbringt gleich nach dem Backen diese Ruhephase in einem eigens dafür modifizierten Boot in der Wimsener Höhle mit ihrer konstanten Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine schwäbische Spezialität ist auch des „Schnitzbrot“, benannt nach den getrockneten Birnenschnitten (Biaraschnitz oder auch „Hutzla“) und den Zwetschgen als wichtigste Zutaten. Auch dieses leckere Backwerk muss etliche Wochen ruhen und wird dabei zwar etwas hart, aber immer besser. Hier ist Butter nicht Bestandteil des Rezepts, sondern wird hinterher aufgestrichen – nicht zu dünn. Die klassische Weihnachtsbäckerei, wie sie eigentlich zuhause zusammen mit den Kindern stattfinden sollte, umfasst eine ganze Reihe von Klassikern, die sich über die Jahrhunderte so gut wie nicht verändert haben. Zimtsterne, Haselnussbrötchen und Kokosflocken sind die etwas aufwändigeren „Gutsle“, die im Grunde nicht gebacken, sondern im Backofen lediglich getrocknet werden und so ihre innere Feuchtigkeit über die Fastenzeit beibehalten. Für sie benötigt man vor allem Eiweiß – das zwangsläufig anfallende Eigelb findet in Mürbteig-Plätzchen Verwendung, zum Beispiel in „Ausstecherle“, die am Schluss zusätzlichen Glanz durch Eigelb-Anstrich erhalten. Diese recht einfache Weihnachtsbäckerei sollte die Domäne der Kinder sein, die hier mit leuchtenden Augen ihre eigenen Erfolgserlebnisse zu Weihnach- 7 Der Teig für den Stollen mit all seinen Zutaten wird von Hand bearbeitet und geformt.

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ten feiern. Aufbewahrt werden Weihnachtsgutsle übrigens in Blechdosen, die ihrerseits wiederum – gerade in Haushalten mit Kindern – bis Heilig Abend unter Verschluss gehalten werden sollten. Schokolade gegen den Winterblues Die lange Wartezeit bis Weihnachten hält besonders für Kinder so manche Leckerei bereit, die seit alters her zur Adventszeit gehört: SchokoladenNikoläuse nämlich. In allen Größen gibt es sie schon ab Herbst in den Supermärkten. Qualitativ hochwertige und sorgsam von Hand hergestellte Nikoläuse aus garantiert frischer Schokolade stellt der örtliche Zuckerbäcker oder Konditor her. Jürgen Hoffmann in Münsingen zum Beispiel bemalt jeden seiner in alten Blechformen gegossenen Nikoläuse mit geeigneter Schokolade, und zwar einzeln und von Hand. So entstehen lauter Unikate, kleine, fast persönliche Kunstwerke, die natürlich auch ganz anders schmecken als die übliche Massenware. Mag auch so viel Süßes dem körperlichen Befinden nicht unbedingt förderlich sein – Schokolade gilt als beliebtester Stimmungsaufheller, gerne angewendet bei Liebeskummer, in Lernphasen und sonstigen stressigen Situationen. Oder eben bei mangelnder Helligkeit, wenn der „Winterblues“ auf die Gemüter schlägt und sogar Depressionen drohen. Experten gehen hier auch von einem Belohnungseffekt aus, der durch die Süßigkeit erreicht werde. Einzeln und von Hand werden Schokoladen-Nikoläuse von Jürgen Hoffmann bemalt. Außerdem enthalten Schokoprodukte auch Tryptophan, das bei der Serotonin-Produktion hilft, jenem so genannten „Glückshormon“. Allerdings zählt auch hier ganz besonders die Qualität, die entscheidend mit dem Gehalt an echtem Kakao zusammenhängt. Nur der nämlich kann als gesund angesehen werden, nicht aber der Zucker, der in billigen Schokoprodukten üppig eingesetzt wird. In Pralinenkursen lernt man die edlen Leckereien selbst herzustellen. 8 Das Feinste, was sich aus edler Schokolade herstellen lässt, sind Pralinen, die mit zartem Schmelz und extravaganten Füllungen höchste GeschmacksErlebnisse auslösen können. Und auch auf diesem Gebiet gibt es auf der Schwäbischen Alb wahre Meister ihres Fachs. Wie zum Beispiel Beate Bientzle, die vor fünf Jahren als erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Konditormeisterin ihre „Pralinenwerkstatt“ eröffnete und hier erlesene Schokoprodukte kreiert und auf handwerklich höchstem Niveau täglich frisch herstellt. Ebenso wie hier kann man auch im „Lagerhaus an der Lauter“ in Dapfen unter meisterlicher Anleitung erlernen, wie man die süßesten Verführungen selber herstellen kann. Information www.albseele.de www.pralinenwerkstatt-bientzle.de www.lagerhaus-lauter.de

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Wilde Vielfalt 89,6 Kilo Fleisch verzehrt der Baden-Württemberger jährlich im Durchschnitt. Nur 180 Gramm stammen von Wildtieren aus dem eigenen Land – ein kleines Steak pro Jahr. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums erarbeitet wurde. Ziel des Landesjagdverbandes ist es, den Anteil des Wildfleischs aus heimischer Jagd – des so genannten Wildbrets – zu erhöhen. „Wir wollen den Absatz von heimischem Wild fördern“, erklärt Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle. „Mit der notwendigen Bejagung von Rehen und Wildschweinen helfen wir, Schäden in Feld und Wald zu verhindern, und erzeugen dabei ein wertvolles, gesundes Lebensmittel.“ Karl Göbel aus Göppingen verarbeitet in seinem Betrieb nur Reh undWildschwein aus der Region.Es kommt aus dem Herz des Biosphärengebiets, sowie von den Forstämtern des Landkreises Göppingen, des Alb-Donau-Kreises und des Ostalb-Kreises. Rot und Dammhirsch bezieht Göbel, selbst passionierter Jäger, von unter Vertrag stehenden Jagdrevieren aus der Pfalz. In seinem nach neuesten EU-Hygiene- und Qualitätssicherungskriterien zertifizierten Betrieb in Göppingen verarbeitet er das Wildfleisch zu Wildsalami, Rehknackern, Sülzen und Pasteten vom Wild, zu Wildschwein- oder Hirschschinken, zu Steaks, Braten oder Gulasch. Göbel schwört auf seine Wildschwein-Rote, sowie auf den Wildschweinfleischkäse, bei dem er Wildfleisch mit ein wenig regionalem bäuerlichen Hausschwein mischt. Der Göppinger, der seine Produkte unter anderem auch auf Messen, Märkten und Festen vertreibt, verzichtet bei der Herstellung auf Geschmacksverstärker und künstliche Aromen. „Als Stärke verwenden wir allenfalls genfreies Maismehl“, so der Wild-Experte und verweist darauf, dass seine Produkte für Allergiker geeignet sind. Information www.direkt-vom-jaeger.de Markt in der alten Zimmerei, Abt-Fulrad-Straße. 2, 73728 Esslingen Anzeige Rezept Rehbraten – nicht nur zum Fest Hier unser Rezeptvorschlag (für 4 Personen) Zutaten: 800 gr. Rehbraten, Salz, Pfeffer, Gewürzmischung gemahlen, 2 Lorbeerblätter, 3 Gewürznelken, Wachholderbeeren, 1/4 l Rotwein, 1 ERL Fleischbrühe, Mehl oder Soßenbinder, 1 Zwiebel, 3 Karotten, 1 EL Preiselbeeren (für die Soße), 4 EL Preiselbeeren (Garnitur), 1 EL Crème fraîche, Pfifferlinge oder Champignons. Zubereitung: Fleisch waschen und trocken tupfen. Salzen und pfeffern und mit etwas gemahlenem Wildgewürz einreiben. Das Fleisch rundum in Öl anbraten. In dem Bratenfond die Zwiebeln und Karotten andünsten und dann mit Wasser ablöschen.Wenn es kocht, wie bei einem normalen Braten mit Mehl oder Soßenbinder ein-dicken. Rotwein, Gewürze, Fleischbrühe und nach Geschmack noch etwas Wildgewürz dazugeben. Dann ca. 1,5 Std. köcheln lassen. Etwa 15 Min. vor dem Ende die Crème fraîche unter Rühren in die Soße geben.Wer mag kann die Soße mit Pilzen (zum Beispiel Pfifferlingen oder Champignons) aufpeppen. (Dazu passen: Teigwaren – zum Beispiel von Schaut in Andelfingen -, Kartoffelsalat, Semmelknödel und Blaukraut) Feiner Rehbraten mit Preiselbeeren und Nudeln. So kommt er im Gasthaus Hirsch in Indelhausen auf den Tisch. www.wagnerwagner.de Foto: Bernhard Bürkle MACHEN SIE NICHT NUR IHREM GAUMEN EINE FREUDE Wir stellen Präsente von 15 EUR bis 250 EUR ganz individuell nach Ihren Wünschen zusammen. Brigitte Schaut | Holzbachstraße 10 | 88515 Andelfingen Telefon: 07371 8853 | Telefax: 07371 13024 info@schauts.de | www.schauts.de

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Holen Sie sich die Alb ins Haus... Foto: Walter Müller Albeins-Abonnement Ich möchte „Albeins – das Magazin für ein genussvolles Leben“ regelmäßig lesen und bestelle ein Jahresabo (vier Ausgaben) zum Preis von derzeit 14.90 € (bei Lieferung ins Ausland zzgl. Porto-Mehrkosten). Die Zahlung erfolgt nach Rechnungserhalt nach der ersten gelieferten Ausgabe. Das Abonnement verlängert sich um zwölf Monate, wenn es nicht spätestens drei Monate vor Ablauf gekündigt wird. Die Zustellung der Hefte erfolgt per Post. Rechnungsanschrift Lieferanschrift (wenn nicht mit Rechnungsanschrift identisch) Name, Vorname Name, Vorname Straße, PLZ und Ort Straße, PLZ und Ort Landkreis Landkreis Telefon, E-Mail Telefon, E-Mail O Ja, mir ist bekannt, dass ich diese Bestellung innerhalb von 14 Tagen bei der Maitis-Media Verlagsgesellschaft mbH, Kuhnbergstr.16, 73037 Göppingen, Telefon 07161 / 651557-0, Fax 07161 / 651557-9, eMail info@maitis-media.de schriftlich widerrufen kann. Zur Wahrung der Frist reicht die termingerechte Absendung (Poststempel). Ort / Datum Unterschrift Bitte senden Sie das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Formular an: Maitis-Media Verlagsgesellschaft mbH, Kuhnbergstr. 16, 73037 Göppingen

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Fundgrube für Albleser Weihnachtsgrüße auf schwäbisch Mancherorts wünscht man sich zum Fest nicht einfach schöne Weihnachten, sondern man sagt: I wünsch dir s Chrischtkendle ens Herz! Als Weihnachtsgruß verstehen der Schriftsteller und Moderator Edi Graf und der oberschwäbische Barde Bernhard Bitterwolf auch die schwäbischen Gedichte und Geschichten, die sie hier zusammengestellt haben. Namhafte schwäbische Autoren sind vertreten, etwa Willy Reichert, Oskar Heiler und Werner Veidt, Bernd Kohlhepp und Winfried Wagner. Auch weihnachtliche Texte bekannter Nichtschwaben wie Udo Jürgens und Rolf Zuckowski tauchen auf – ins Schwäbische übersetzt. Panzer auf den Schienen In dem Buch “Mit der Lokomotive zum Schießplatz” geht Autor Joachim Lenk von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute unter militärischen Gesichtspunkten auf folgende Schienenverbindungen auf der Schwäbischen Alb ein: Echazbahn, Albbahn, Donaubahn, Hohenzollerische Landesbahn, Donaubahn, Illerbahn, Zollernbahn, Filsbahn, Brenzbahn sowie auf die Strecken von Amstetten nach Laichingen und Gerstetten. Dabei werden unter anderem die ehemaligen und noch existierenden Garnisonen Ulm, Neu-Ulm, Dornstadt, Urach, Münsingen, Breithülen, Feldstetten, Amstetten, Engstingen, Sigmaringen und Stetten am kalten Markt beleuchtet. Das Nachschlagewerk hat knapp 370 Seiten mit mehr als 850 Fotos, Billetts, Abbildungen, Postkarten und Fahrplänen. Paradiesischer Landkreis Dieses Kochbuch der etwas anderen Art beschreibt nicht nur den Landkreis Reutlingen, es zeigt ihn auch in Bildern Winfried Herb Das Kochbuch Landkreis Reutlingen und macht ihn im wahrsten Sinne des Wortes »schmackhaft«. Über 150 alte und neue, regionaltypische und moderne Rezepte haben Eingang in Spezialitäten von Heißem Geißlein bis Albbüffel dieses Buch gefunden. Studenten der Reutlinger Reportageschule haben die schönsten Sehenswürdigkeiten und Ereignisse in rund 20 le- senswerten Geschichten beschrieben. Über 200 Bilder der Region zeigen zudem ein Fleckchen auf Erden, das vielfäl- tiger, faszinierender und paradiesischer kaum sein könnte. Selbstgemachtes aus Bienenprodukten Selbermachen ist und bleibt ein Trendthema: Auch aus Bienenprodukten lassen sich Kosmetika, Heilmittel und Delikatessen mit Leichtigkeit selbst herstellen. Honig, Pollen, Propolis, Gelée Royale und Bienenwachs sind echte Alleskönner aus dem Bienenstock. Das Buch enthält sowohl altbewährte als auch neue raffinierte Rezepte und Hausmittel: vom selbstgemachten Lippenpflegestift mit Bienenwachs über Bienenwachswickel gegen Bronchitis bis zu den gebratenen Honigauberginen. Dank detaillierter Schritt-für-SchrittAnleitungen ist alles auch für Einsteiger leicht umzusetzen. Umfassende Infos zu Zutaten, Einkauf, Haltbarkeit und Aufbewahrung helfen dabei. Raffiniertes aus der Weihnachtsküche Weihnachtszeit – die Zeit, in der Geschenke, vor allem liebevoll zubereitete Köstlichkeiten aus der Küche, sehr gefragt sind. Ob mürbe Plätzchen, zartschmelzendes Konfekt, kleine Kuchen und Stollen, würzige Saucen und Chutneys, feine Sirups und Liköre, edle Pasteten, raffiniert eingelegte Früchte: Mit diesen süßen und pikanten Spezialitäten kann man Familie, Freunden und lieben Kollegen eine ganz besondere Freude machen. So fantastisch schmeckt die Alb Linsenflädle mit Wiesen-Bärenklau, Rinderfilet mit Topinambur-Püree oder Linsenhofener Apfel-Weißwein-Sabayon? So fantastisch kann sie schmecken, die Schwäbische Alb. Jürgen Autenrieth, Annegret MüllerBächtle und Alexander Schulz sind jahrein, jahraus im »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« unterwegs, um die besten Produkte der heimischen Hersteller, die aromatischsten und gesündesten Kräuter und Früchte aufzustöbern und in der Küche zu köstlichen Gerichten zu verarbeiten. In diesem opulent gestalteten Buch verraten sie ihre Lieblingsrezepte. Porträts der albtypischen Produkte und ihrer Hersteller sowie heilkundliche und kulturgeschichtliche Erläuterungen dazu runden dieses schwäbische Kochbuch ab. Die stimmungsvollen Fotografien von Rainer Fieselmann fangen den kulinarischen Reiz der Alblandschaft treffend ein. Rätsel um Tote auf der Alb Eine Reihe von eigenartigen Todesfällen – alle im selben Zeitraum – bringt Hauptkommissar Schoch vom Landeskriminalamt Stuttgart auf die Reutlinger Alb. Auf der Suche nach Zusammenhängen und Motiven stößt er auf ein Gedicht, dessen Inhalt auf die Todesarten der Opfer hindeutet. Der neueste Alb-Krimi von Bernd Weiler beginnt mit einem Toten in der Wimsener Höhle und spielt fortan überwiegend in und um Hayingen. Albeins präsentiert den Autor bei einer Lesung am 31. März 2017 im Flair-Hotel Gasthof Hirsch in HayingenIndelhausen. Rau und schön: die Alb Urzeittiere und Neandertaler, Kelten und Römer, Ritter und Adelsleute – sie alle waren schon auf der Schwäbischen Alb zuhause. Die zahlreichen Höhlen, Ausgrabungen, Burgen und Schlösser zeugen von ihrem Dasein. In der Neuzeit haben auch Kirche, Militär, Landwirtschaft und Industrialisierung ihre Spuren hinterlassen. Auch Gegenwart und Zukunft werden nicht spurlos vorbei gehen, und doch ist die Schwäbische Alb immer das geblieben, was sie seit jeher war: rau und schön – eine Natur- und Kulturlandschaft, die nicht ohne Grund auch der Unesco als auszeichnungswert aufgefallen ist. In einem außergewöhnlichen Buch geht der Naturfotograf Günther Bayerl zusammen mit Herausgeber Raimund Haser sowie acht namhafte Alb-Experten der Frage nach, was oder wer die Alb in 40 000 Jahren – von der Steinzeit bis zur Neuzeit – verändert und gestaltet hat. 11

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Grausiges im Morgengrauen Wenn die Tage kürzer werden, ist es wunderbar gemütlich, sich mit beim Lösen derartiger Merkwür- einem Buch in den Sessel zu kuscheln und in erfundene Geschichten digkeiten zugeschrieben. Die Le- einzutauchen. Besonders erdachte Verbrechen und menschliche Un- ser werden ins Staunen geraten, tiefen lassen wohlige Schauer über den Rücken huschen. Vor allem soviel sei vorweg genommen. dann, wenn die Schauplätze von Krimis in der Region liegen und dem Leser vertraut sind. Da der vielbeschäftigte Ge- schichtenerzähler in freien Stun- Von Andrea Maier den gerne über die Alb spaziert, ebenso gerne Pausen macht und dabei die regionalen Köstlichkei- Die raue Schwäbische Alb mit ihren eigenwilligen Bewohnern, den ten entlang der „blauen Mauer“ geheimnisvollen Höhlensystemen, kargen Hochflächen und schroffen genießt, ist alles auf‘s Beste re- Schluchten, ist als Schauplatz für Geschichten bestens geeignet. Neben cherchiert. Dörfer, Straßen, Bäu- Lyrik, naturkundlichen Sachbüchern und historischen Romanen wer- me, Gärten,Wirtschaften – (fast) den vor allem Alb-Krimis geschrieben. „Albeins“ hat den Krimi- und alles wie in echt. Nur beispiels- Sachbuchautor Jürgen Seibold besucht. Sein aktueller Roman „Lindner weise Wohnungen, Fahrzeuge, und das schwarze Schaf“ erschien im Oktober und erfreut sich bereits Lieblingswirte oder ähnlich Per- größter Beliebtheit. sönliches der Beteiligten ist aus- gedacht. Auch das, was geschieht, „Der Schäfer Jo Meißner macht im Morgengrauen auf dem Korn- ist der Realität zwar oft verblüf- berg bei Gruibingen eine grausige Entdeckung: Sein Vater, Seniorschä- fend nahe, aber in jedem Fall fer Ernst Meißner, liegt tot und übel zugerichtet auf der Weide, … „konsequent erfunden“. LKA-Kommissar Stefan Lindner wird aus seinem Urlaub zurückgeru- fen ...“ (Auszug aus der Ankündigung des Silberburg Verlages) Dies und vieles mehr berich- tet Jürgen Seibold mit Humor So ein bisschen muss er selber lachen, wenn der Kommissar Stefan und Selbstironie bei den Lesun- Lindner immer so hypochondrisch daherkommt. Auch in der druck- gen in Buchläden, Weinkellern, frischen Geschichte „Linder und das schwarze Schaf“ fürchtet der Bildungseinrichtungen, Gast- und „bähmullige“ Hauptkommissar aus Bad Boll schon bei geringfügigem Kulturhäusern. Er liest am liebs- Unwohlsein eine lebensbedrohliche Krankheit. Schelmisch grinsend ten im Stehen, ein Apfelschorle lädt Lindners Erfinder, Jürgen Seibold, seine Zuhörer in einer Buch- vor sich. Mit komödiantischem handlung ein, sich über die Hauptfigur der Schwäbische-Alb-Krimi- Talent holt er sein Publikum in 12 Reihe lustig zu machen. „Nur späßleshalber!“, ruft er, denn tatsächlich die Geschichten hinein und entist dem erfolgreichen Krimiautor daran gelegen „so zu schreiben, dass lässt sie mit einem Augenzwin- mir niemand böse ist.“ kern wieder ins echte Leben. Ab und an gibt der begeisterte Hob- Mit viel Liebe zur jeweiligen Region ersinnt der ehemalige Journa- bymusiker Seibold dabei auch ein list bemerkenswert produktiv eine ganze MengeVerbrechen: Im Allgäu paar Stücke mit der Gitarre zum lässt er das Nordlicht Hansen ermitteln, im Remstal schickt er Kom- Besten. missar Schneider los, rund um Stuttgart löst der Bestatter Gottfried Foto: Seibold-Media Froelich Ungereimtheiten bei Todesfällen und auf der Alb, da bruddelt und sinniert sich eben genannter Kommissar Lindner durch besonders kuriosen Fälle. Ganz ehrlich: Hätten Sie gedacht, Information Termine der Lesungen, Krimi-DinnerVeranstaltungen und Mordstouren, sowie alle erschienenen Bücher sind zu finden auf www.juergen.seibold.de dass ein Opfer mit Äpfeln er- Jürgen Seibold recherchiert häufig am Ort seiner fiktiven Verbrechen. schlagen, mit Spülmittel erstickt oder von Wölfen ... ? Nun ja, Autor Jürgen Seibold hat seinem Lindner außerordentliches Talent „Lindner und das schwarze Schaf“ ist als Taschenbuch im Silberburg-Verlag erschienen und kostet 9,90 €. ISBN: 9 783842 514836

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Glücksbesuch in Hayingen Realisten, so sagt man, stehen mit beiden Beinen fest auf der Erde.Was aber, wenn ein Mensch diese beiden Beine nicht mehr hat? Diese und noch viel mehr Fragen beantwortet Silke Naun-Bates herzerfrischend authentisch in ihren Büchern,Vorträgen und Seminaren und unlängst auch live in einem Café in Hayingen. Von Bernhard Bürkle Als Achtjährige hatte sie bei einem tragischen Unfall beide Beine verloren und für sich erkannt, dass Glücklich zu sein eine Wahl ist, eine Option. Mit ihrer sprudelnden Lebensfreude begeistert Silke Naun-Bates bundesweit ein Millionen-Publikum in TV-Talkshows und macht Mut, eine neue Wahl für sich und sein Leben zu treffen. Einen solchen erfrischenden Vortrag hielt sie unlängst auch auf der Schwäbischen Alb im dortigen „Café Stadtschloss“, jenem Kunstraum und Museum im Zentrum von Hayingen. Allein die Untertitel ihres gut zweistündigen Vortrags wie z.B. „Hör‘ auf zu kämpfen, das Leben ist einfach!“ oder „Die vier Schlüssel zum Glück“ sorgten für atemlose Stille im Raum, vereinzelt flossen gar Tränen beim Publikum. „Ihr seid so ein liebes Völkchen hier, ich mag euch alle und werde sicher einmal wieder kommen“, versprach Silke Naun-Bates nicht nur den lebensfrohen „Alb-Gurus“, in deren selbsternannten „Sprechzimmer“ mit den außergewöhnlichen Rostbildern des Künstlers Lothar Bechtle sie sich ausgesprochen wohl fühlte und bis zum Abend die familiäre Atmosphäre genoss. Information www. silkenaunbates.com S B Anzeige töbern in der ücherei Vor über einem halben Jahrtausend wurde der moderne Buchdruck erfunden, und entgegen aller Prognosen, die mit dem weltweiten Vormarsch des Internets das Ende des gedruckten Buches vorhersagten, verzeichnen Buchmessen allerorten höchste Besucherzahlen. Schaden genommen durch den Internethandel haben allein die Buchhändler, die gewaltige Umsatz-Einbußen zu verkraften hatten und noch immer haben.Wobei sich so langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass der Besuch einer Buchhandlung wahrlich durch nichts zu ersetzen ist. Zumal, wenn man dort eine so wohlige, ja fast heimelige Atmosphäre vorfindet wie zum Beispiel im Buchcafé ONE mitten in Münsingen. Neben einer breiten, bestens sortierten Auswahl an Neuerscheinungen und natürlich auch Klassikern aus allen Genres wird der Kundschaft nicht nur Kaffee und Tee angeboten, sondern auch eine besonders gemütliche Leseecke mit einladendem Sofa. „ONE - wir sind nicht perfekt aber echt, wir lieben Inspiration und machen verrückte Dinge, wir sind kreativ und machen Fehler, die Leidenschaft treibt uns an und lässt uns immer wieder aufstehen. Wir lieben was wir tun. Mit Büchern, schönen Dingen, innovativen Ideen und Atmosphäre möchten wir unsere Welt mit Ihnen teilen. Wir nennen das orangene Momente.“ So bezeichnet das Team von ONE – wovon es übrigens etliche Filialen gibt auf der Alb und drumherum, sein Selbstverständnis. Unsere Empfehlung gerade für die hektische Vorweihnachtszeit: Nehmen Sie sich eine Auszeit, stöbern Sie in aller Ruhe in Ihrer Buchhandlung, treffen Sie nette Menschen, lassen Sie sich beraten und nehmen Sie (mindestens) ein gutes Buch mit – das es im Übrigen im Internet keineswegs billiger gibt…! Die Münsinger Filiale von ONE ist beileibe nicht nur ein „Buchladen“ – hier herrscht Wohlfühl-Atmosphäre mit Sofakissen und Kaffeeduft. 13

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Prickeln auf der Zunge Im Herzen der Esslinger Altstadt wird seit 190 Jahren ein anregend prickelndes Getränk hergestellt. In mittelalterlichen Gewölbekellern reifen Schaumweine, hergestellt aus hochwertigen Weinen in traditionellem Verfahren. Nicht nur zum Jahreswechsel wird mit Kessler-Sekt angestoßen. Von Andrea Maier Das Haus Kessler zählt zu den wenigen Sektkel- lereien Deutschlands, die ihren Ursprung tatsäch- lich in der Champagne haben.Als Teilhaber und Di- rektor eines der berühmtesten Champagnerhäuser Um mit einem Gläschen Sekt anzustoßen, gibt es immer Frankreichs sammelte Georg Christian von Kessler einen Grund. profundes Wissen und wertvolle Erfahrung. Am 1. Juli 1826 gründete er in Esslingen die heute älteste Sektherstellung am Neckar. In einem Labyrinth aus Sektkellerei Deutschlands. Der ehemalige Speyrer zwölf miteinander verbundenen Gewölbekellern la- Pfleghof ist seit dem Gründungstag Firmensitz und gern zigtausend Flaschen im Schutz der Dunkelheit, zugleich eine der bedeutendsten Sehenswürdigkei- kopfüber in Rüttelpulten. Wie schon vor 190 Jah- ten der Stadt. ren rütteln und drehen geschulte Mitarbeiter des Kellermeisters die Flaschen teils von Hand, um den Durch seine hohen Qualitätsansprüche wies der optimalen Reifeprozess zu gewährleisten. junge Kaufmann von Kessler neue Wege im Weinan- bau und wirkte maßgeblich an der Industrialisierung Je nach Cuvée reifen die Weine bis zu 30 Mona- Württembergs mit. Die Besinnung auf Werte wie ten. Hier entwickeln sie ihre Aromen und die Per- die Qualität der verwendeten Grundweine, aber lage, die das lustige Kitzeln an Zunge und Gaumen auch der (in Teilen noch heute Hand-) Arbeit, die ausmacht.Am Ende des Prozesses wird jede Flasche der Gründer seiner Zeit zum Maßstab erklärte, trug degorgiert, sprich: der Satz aus Hefe und Trübstof- das Unternehmen selbst durch schwierige Zeiten. fen, der sich beim sorgfältigen Rütteln im Flaschen- hals abgelagert hat, wird herauskatapultiert. Nun Das Firmengelände, direkt am Marktplatz, prägt erst wird der Naturkorken eingedreht. mit seinen historischen Gebäuden die Innenstadt. Es ist für die Esslinger und ihre Gäste eine lieb ge- Nach einigen Jahren der Krise hat die Orien- wonnene Tradition, unter dem Motto „Sekt in the tierung „zurück zu den Ursprüngen“ und die ge- 14 City“, nach dem Wochenmarkt noch im Kessler- lingende Verbindung alter Tradition mit modernem Karree auf ein Glas Sekt oder einen Kaffee vorbei Lebensgefühl Kessler-Sekt wieder nach vorne ge- zu schauen. bracht. Mehr als eine Million Flaschen Sekt werden jährlich verkauft. Rund 30 Mitarbeitende tragen zu In geführten Kellereibesichtigungen können diesem Erfolg bei. Besucher tiefer eintauchen in die Geschichte der Fotos: Kessler Information Das Kessler-Haus in der Esslinger Altstadt. Bei den „Besichtigungen mit Tiefgang“ kann man einzeln oder in Gruppen in die Kellergewölbe der Sektkellerei eintauchen und damit auch in Mythen und Geschichten rund um die Herstellung des Kessler-Sekts. Sekt-Degustationen gehören selbstverständlich zum Angebot. Die Kellereibesichtigungen sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Informationen und Anmeldung unter Telefon 0711/31059310 und über www.kessler-sekt.de

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Vater Karl und Sohn Thomas Blank in Deutschlands kleinster Schauhöhle. Fotos: Bernhard Bürkle Das Bier aus der Höhle Es gibt Wirtschaften, da scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, wohl „die kleinste Schauhöhle da ist alles noch wie früher – das Essen, die Wirtsleut‘, das ganze Flair Deutschlands“ ist, wie der Uren- einer Ära, in der die Menschen noch Zeit hatten und keine Handys. kel des Entdeckers Thomas Blank Zeit für gutes Essen und gute Gespräche, Zeit für lebendige Diskus- schmunzelnd erklärt. Mit interes- sionen anstelle von nimmermüden Displays und anonymen „Apps“. sierten Gästen aus nah und fern steigt er auf Wunsch hinunter Von Bernhard Bürkle in die Tiefe unter den Lagerkellern, wenn es die Zeit erlaubt. Aus noch größerer Unterwelt, Eine .Wirtschaft, so wie früher, ist das „Rössle“ in Zwiefaltendorf, nämlich aus 317 Metern Tie- einer 500-Seelen-Gemeinde am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemäch- fe, direkt aus dem Karstgestein, lich zieht hier die junge Donau vorbei, den verdienten Feierabend verbringt man genießend in der Die beliebten Rössleswirte Karl (links) und Thomas Blank. einzigen Wirtschaft am Ort bei und mit der Wirts- familie Blank. 15 In der vierten Generation wird hier ein köstliches Bier gebraut und inzwischen auch Obst gepresst und Schnaps gebrannt. Man schrieb das Jahr 1878, als der Großvater des heutigen Seniorwirts gedachte, seinen Bierkeller zu vergrößern. Dabei brach plötzlich der Boden unter dem Pickel durch, und zum Vorschein kam eine Tropfsteinhöhle. Nicht sehr weitläufig zwar, doch immerhin begehbar ist dieser Hohlraum in der Tiefe, der heute

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