Limmat Verlag Vorschau Frühjahr 2017

 

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Vorschau auf die neuen Bücher des ersten Halbjahres 2017

Popular Pages


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2 Limmat Verlag Limmat Poetisch leuchtende Erinnerungen. Eine Kindheit in den Vierzigerjahren des letzten Jahrhun- derts auf der Orenplatte bei Braunwald: Der Vater will nicht länger im engen Tal der Linth bleiben, das geprägt ist von Fabrikarbeit, Armut und Hoffnungslosigkeit. Er gibt das Hotel auf, das seit Generationen von der Familie Zweifel geführt wurde, und kauft ein altes Bauernhaus auf dem Berg. Hier will er seinen Traum verwirklichen, bald wird dort ein Hotel stehen, auch eine Seilbahn hinaufführen. Die Tochter bewundert ihn.    Aber das Kind ahnt, dass dies nicht nur ein wunderschöner Ort ist, sondern auch ein Ort des Unheils, denn zum Leben auf dem Berg gehört auch die Wand, eine Schlucht, die alles verschluckt, die Kälte, die Dunkelheit, der Schnee und die immer gegen- wärtige Lawine. Eine seltsame, nicht fassbare Bedrohung liegt über allem.   Viele Jahre, ein ganzes Leben später, nach Stationen in Lausanne, London, Bergamo und Zürich, durchgeht die Erzählerin noch einmal die Wege. In einer kunstvollen Sprache erinnert sie sich an diese Stimmung, an die Menschen auf dem Berg und die Menschen im Tal. Sie beginnen zu leben, zu streiten. Wie war das? Trauer, Ver- trautheit und gleichzeitiges Fremdsein fliessen ineinander. Elsbeth Zweifel Das Bündel Zeit Erinnerungen an eine Kindheit am Berg Elsbeth Zweifel Das Bündel Zeit Erinnerungen an eine Kindheit am Berg ca. 120 Seiten, etwa 12 Fotografien, gebunden ca. sFr. 24.– / € 26.– isbn 978-3-85791-824-7 März Elsbeth Zweifel, 1938 geboren in Diesbach ­(Glarus Süd), als Halbnomadin zwischen Berg und Tal aufgewachsen, später Abwanderung nach Zürich. Nach dem Abschluss ihrer beruflichen Tätigkeit als ­Berufsschullehrerin in Krankenpflege besuchte sie verschiedene Schreibkurse. Sie gehört einer Zürcher Lyrik- gruppe an, schreibt Gedichte und ­lyrische Erzählungen. Foto AdS, M. F. Schorro

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3 Limmat Verlag ImmJeulria Wisebteralles schön Roman ca. 240 Seiten, etwa 30 Zeichnungen, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 28.– / € 24.– isbn 978-3-85791-823-0 Februar Ein beeindruckendes Debüt, eine grosse Geschichte aus der Mitte des Alltags. Anais liebt ihre Mutter, sie liebt ihren Bruder Bruno und insgeheim auch Peter aus der Schule.   Die Mutter sagt, das Leben sei eine Wucht, und dass sie gerne noch ein julia weber Glas Wein hätte. Denn es hält ihren Sehnsüchten nicht stand, das Leben, und die Männer halten ihrer Liebe nicht stand. Das Tanzen, das sie liebt, ist zum Tanz an der Stange vor den Männern geworden. Es sei nicht einfach, so ein Le- ben zu leben, sagt die Mutter, darum will sie noch ein Glas.   Anais und Bruno versuchen, sich und die Mutter zu schützen vor der Aussenwelt, die in Gestalt von Mutters Männern mit Haaren auf der Brust in der Küche steht. Oder in der Gestalt von Peter, der ihre Wohnung s­ eltsam findet und nichts anfangen kann mit den tausen- den, auf der Strasse gesammelten Dingen. In Gestalt eines Mannes vom Jugendamt, der Dreck und Verwahrlosung riecht, und in Gestalt einer Nachbarin, die im Treppenhaus lauscht. Je mehr diese Aussenwelt eindringt, desto mehr ziehen sich die Kinder an den einzigen Ort zurück, an dem sie sich in Sicherheit fühlen: ihre Fantasie.    «Immer ist alles schön» ist ein fröhlich-trauriger Roman mitten aus dem Alltag, der von scheiternder Lebensfreude in einer geordneten Welt erzählt und davon, wie sich zwei vernachlässigte Kinder gegen ihr Unglück auflehnen. Mit Anais und Bruno fügt Julia Weber der Literatur ein zutiefst berührendes Geschwisterpaar hinzu. limmat Julia Weber wurde 1983 in Moshi (Tansania) geboren. 1985 kehrte sie mit ihrer Familie nach Zürich zurück. Nach Berufslehre und Matura studierte sie 2009 bis 2012 literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2012 hat sie den Literaturdienst gegründet (www.literaturdienst.ch ), und sie ist Mitbegründerin der Kunstaktions­ gruppe «Literatur für das, was passiert». Julia Weber lebt mit ihrem Mann und ihrem Kind in Zürich. Foto Ays· e Yavas·

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4 Limmat Verlag Anna Maria Bacher Öigublêkch / Augenblicke  / Colpo d’occhio Gedichte Walser Deutsch, Deutsch und Italienisch Deutsche Übersetzung von Kurt Wanner ca. 140 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 38.– / € 38.– isbn 978-3-85791-828-5 Februar «Melancholisch, aber unsentimental, spröd und klar.» DRS 2, Reflexe Anna Maria Bacher Öigublêkch Augenblicke Colpo d’occhio Limmat «Diese Texte in walserdeutscher Sprache faszinierten mich sofort durch ihren Klang, die Fantasie und die Knappheit der Darstellung», schreibt der Schweizer Komponist Martin Derungs, der sieben Gedichte von Anna Maria Bacher vertonte. Die unverwechselbare Stimme der aus dem piemontesischen Val Formazza (Pomatt) stammenden Lyrikerin erregte bereits 2011 anlässlich der Solothurner Literaturtage mit dem Gedichtband «Kfarwät Schpurä / Farbige Spuren /  Tracce colorate» berechtigtes Aufsehen.   Nun erscheint anlässlich ihres 70. Geburtstags mit «Öigublêkch / Augenblicke / Colpo d’occhio» eine neue dreisprachige Sammlung von 67 Gedichten vor, die von der Verbundenheit der Dichterin mit der Sprache und Kultur ihrer walserischen Bergheimat zeugt. Sie weiss um deren Gefährdung, der sie nicht lautstark, aber umso eindringlicher mit den «rumori del silenzio» (Annibale Salsa), den Geräuschen der Stille, begeg­net. 70. 9. GMeäbruzrt2s0t1a7g Kurt Wanner, geboren 1943 in Chur, er war bis 1990 Lehrer in Splügen. Danach betreute er während fünfzehn Jahren das Sekre- tariat der Walservereinigung Graubünden. In seiner publizistischen Tätigkeit beschäftigt er sich vor allem mit geschichtlichen, volkskundlichen und anderen kulturellen Themen im Alpengebiet. Heute lebt er in der Südostecke des Piemonts. Für sein Schaffen wurde er 1988 mit dem Martin-Peter-Enderlin-Preis ausge­ zeichnet, 2000 erhielt er den Bündner Literaturpreis. Anna Maria Bacher, geboren 1947 in Gurfulu / Grovella im piemonte­ sischen Pomattertal / Val Formazza. Ausbildung am Colleggio Rosmini in Domodossola. Lehrerin in Zumstägg / Ponte. Dort lebt sie mit ihrer Familie und widmet sich neben der Haus- und Gartenarbeit vor allem der Erhal- tung und Förderung ihrer heimatlichen Walserkultur. Sie wurde für ihre literarische Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Premio Letterario Val Formazza und dem Martin-Peter-Enderlin-Preis. Im Limmat Verlag ist lieferbar: «Kfarwät Schpurä / Farbige Spuren / Tracce colorate». Foto Daniel Vass

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5 Limmat Verlag Erstmals auf Deutsch: der grosse Dichter Pierre Chappuis. Pierre Chappuis ist ein Dichter der Natur. Durch sein aus­ serordentliches Können und die Unverwechselbarkeit sei- ner poetischen Rhetorik bringt er sie so einfühlsam zur Sprache, als hätte sie selbst das «Wort» ergriffen, um ihre Ödnis und Pracht, ihre Grausamkeit und Sanftmut, ihre Beharrlichkeit und ihren Wandel sprachlich zu offenba- ren.    Die Natur hat bei Chappuis kein idyllisches und auch kein dramatisches oder exotisches Gepräge, sie erscheint zumeist in vordergründiger Unscheinbarkeit mit Feldern und Wäldern, Gewässern und Hügeln, Felsen und Pfaden, eine in sich ruhende, weitgehend unbeschä- digte Welt, die freilich durch jäh klaffende Abgründe oder durch zivilisatorischen Lärm aus der Ferne – Autobahn, Eisenbahn, Fabrik – bisweilen auch bedrohliche Kompo- nenten erkennen lässt.   «So weit die Stimme reicht / A portée de la voix» versammelt in sich all die The- men, Motive und Verfahren, die der Autor im Verlauf vieler Jahrzehnte immer wieder aufgegriffen und dabei laufend differenziert und fortentwickelt hat. Pierre Chappuis So weit die Stimme reicht A portée de la voix Limmat Pierre Chappuis So weit die Stimme reicht /  A portée de la voix Gedichte Französisch und Deutsch Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Felix Philipp Ingold ca. 140 Seiten, etwa 10 Fotos, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 38.– / € 38.– isbn 978-3-85791-827-8 April Felix Philipp Ingold, geboren 1942 in Basel, ist ein Schweizer ­Slawist, Kulturpublizist, Schriftsteller, Übersetzer und Heraus- geber sowie emeritierter Ordinarius für die Kultur- und Sozialgeschichte Russlands an der Universität St. Gallen. Neben seinem eigenem grossen lite­ rarischen Werk (Romane, Gedichte, E­ rzählungen) hat er schon mehrfach Gedichtwerke aus dem Französischen übersetzt (Edmond Jabès, René Char, Benjamin Fondane, Paul Eluard, Guil- laume Apolinaire u. a. m.). Foto Yvonne Böhler Pierre Chappuis, geboren 1930 in Tavannes (Berner Jura), hat während Jahrzehnten in Neuchâtel (wo er noch heute ansässig ist) als Lehrer für französische Sprache und Literatur gearbeitet. Als Dichter ist er erst ab 1969 in Erscheinung getreten, zunächst ohne merkliche Resonanz, bis er um 1990 im Verlag José Corti in Paris zum Hausautor avancierte. Seither hat er dort in regelmässigem Wechsel seine schmalen Lyrik- und Essaybände vorgelegt, die inzwischen, weit über die Schweiz hinaus, zu den grossen Errungenschaften zeitge­ nössischer Poesie und Poetik zu zählen sind. Foto Yvonne Böhler

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6 Limmat Verlag «Il n’y a rien de plus fragile que la vie – et rien de plus dur.» Andreas Walser «Métro zum Höllentor» erzählt die Freuden- und Leidensgeschichte eines jungen Mannes zwischen Ekstase, Selbstzerstörung und frühem Tod mit 22 Jahren: Das Leben des Churer Pfarrerssohns Andreas Walser, dem schon als Schüler eine grosse Sehnsucht den Weg wies – Künstler sein in Paris und Grosses schaffen. Weg von den Bündner Bergen, hinein in die entgrenzende Kunst- und Geistesstadt. Picasso! Cocteau! Derain! Utrillo!   Ernst Ludwig Kirchner (in Davos) erkennt sofort Andreas Walsers Begabung: «Sie sind der erste Schweizer, den ich kenne, der wirklich das neue Sehen, das in der Kunst heute lebt, ahnt.»   Herbst 1928: Andreas Walser schleust sich schnell und geschickt in den Pariser Kunstkreislauf ein, trifft Picasso, der seine Ar­ beiten lobt, befreundet sich mit Cocteau und lebt seine Homosexualität. Doch bald verdüstern Todeswünsche und Drogenexzesse das Leben des hochbegabten und hypersensiblen jungen Malers. In berührenden Briefen will Ernst Ludwig Kirchner Walser von den Drogen wegbekommen, vergeblich. Die 200 Briefe Andreas Walsers an die befreundete Sopranistin Barbara (Bärby) Hunger sind das Protokoll Métro zuM Höllentor AndreAs WAlser 1908 Chur – 1930 Paris Heinz Bütler Limmat einer beispiellosen psychischen Höllenfahrt.   Noch einmal Licht und Hoffnung: Korsika. Rückkehr nach Paris. Ein jähes Ende unendlich lange vor der Zeit im Frühling 1930. Hinterlassenschaft: Ein staunenswertes Werk. Métro zum HöHeinz Bütler llentor Andreas Walser 1908–1930 ca. 240 Seiten, etwa 180 Fotos, Werke und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 38.– / € 42.– isbn 978-3-85791-832-2 Ausstellung Andreas Walser Bün«dUnnerdKjeutnztst–mguehseeuimchC» hur 10. Februar bis 16. Juli 2017 April Heinz Bütler, seit 1980 freier Filmemacher und Autor. Seit 2000 vor allem Arbeiten zu Themen der bildenden Kunst ­(u. a. Félix Vallotton, A. Giacometti, «Andreas Walser – Die Nacht ist heller als der Tag»), Literatur (zuletzt «Merzluft», zu Klaus Merz), Fotografie (­Henri Cartier-Bresson) und des Designs (Ettore Sottsass). dvd-Produktionen mit Alexander Kluge zum Ersten Weltkrieg («Kunst und Krieg», «Bilderwelten vom Grossen Krieg», «Was ist Dada?»). 2016: «La mosca e la ragnatela» (zu Bruno Monguzzi). – Buchpublikationen u. a. «Zur Besserung der Person», «Was geht mich der Frühling an …», ­«Ferdinand Hodler – Das Herz ist mein Auge». Foto Ays· e Yavas·

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7 Limmat Verlag Paris 1959Michel Contat Notizen eines Waadtländers Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer Mit einem Nachwort von Luc Weibel ca. 90 Seiten, gebunden ca. sFr. 18.– / € 16.– isbn 978-3-85791-825-4 März Vom Aufbruch ins Leben: in die Literatur, die Politik, die Liebe. Im Jahr 1959 bricht der zwanzigjährige Michel Contat auf nach Paris, in die Stadt der Träume, des Ruhms und der Ern­ üchterungen. Er schreibt sich an der Sorbonne ein und wohnt Zimmer an Zimmer mit seinem Freund Michel ­Thévoz, ihre Vermieterin trägt wie zu Kriegszeiten Zeitun- michel contat Pa r is 1959 gen gegen die Kälte unter ihren Kleidern und legt ihnen Bücher von Marx und Engels vor die Tür.   Sie arbeiten sich durch «Das Sein und das Nichts», bei Kälte im Café Bonaparte in der vagen Hoffnung, Sartre zu sehen, der  im dritten Stockwerk wohnt. Sie gehen ins Kino, ins Theater, verbringen Nächte in Jazzlokalen und gründen selbst ein Bepop-Quintett. Sie verachten de Gaulle und demonstrieren gegen den Algerienkrieg. Als Contats Vater mit ihm nach Berlin reist, um ihn von den linken Ideen ab- zubringen, fährt er dort mit dem Taxi ins Berliner Ensem- ble zu den Brecht-Inszenierungen, während der Vater im Hotel fernsieht. Am Ende wird er aus politischen Gründen aus Frankreich ausgewiesen.    Contat erzählt per- sönlich und offen, er verschweigt weder seine Einsamkeit noch seine Nöte, unter denen er in seiner Schüchternheit und Unschuld leidet – auch wenn die Liebe am Ende auch ihm zuteil wird. «Wenn ich mich frage, warum ich glück- lich gewesen bin in jenem Pariser Jahr, das doch so karg war, dann weiss ich darauf nur eine Antwort: Ich war zwan- zig Jahre alt, und ich hatte einen Freund.»   Contats Erzählung ist ein Selbstporträt, das für eine ganze Genera- tion steht. notizen eines Waadtländers limmat Eva Moldenhauer, geboren 1934, lebt als Übersetzerin in Frankfurt am Main. Ihre Übersetzungen von Claude Simon, Claude Lévi-Strauss, Jorge Semprun und anderen wurden vielfach ausgezeichnet, 2012 wurde sie für ihre Verdienste um die französische Kultur zum Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Michel Contat, geboren 1938 in Bern, wächst in Lausanne auf. Nach Studium in Paris arbeitete er als Lehrer in der Schweiz und ging 1968 zurück nach Paris, wo er ein Mitarbeiter von JeanPaul Sartre und zu einem der besten Kenner von dessen Werk wurde, das er für die Pleïades herausgab. Er arbeitete als Autor, Filmer, Kritiker und Journalist und veröffentlichte zahlreiche Publikationen, zuletzt das autobiografische Werk «Ma vie, côté père». Foto Librairie Mollat

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8 Limmat Verlag Manuel Bauer Brief an meinen Sohn ca. 80 Seiten, gebunden ca. sFr. 18.– / € 18.– isbn 978-3-85791-826-1 April Von der Liebe zu einem behinderten Kind. Manuel Bauers Sohn Yorick hat sekündlich Störungen in seinen Hirnströmen und täglich grössere und kleinere epi- manuel BaueR BRief an meinen Sohn leptische Anfälle, die grösseren fahren in die Muskeln, und sein ganzer Körper verkrampft sich.   Yorick hat diese Anfälle von Anfang an, jetzt ist er zehn. Vieles kann sich nicht entwickeln ob den Blitzen in seinem Nervensys- tem, seit zehn Jahren kauft Manuel Bauer zu Weihnachten dasselbe Spielzeug. Yorick kann nicht sprechen, weder Ja sag­­ en noch Nein, er hat einen Rollstuhl, einen Essstuhl, ­ei­nen Toilettenstuhl, ein Stehbrett. Das Aufstehen dauert eineinhalb Stunden, das Schlafengehen drei. Der Alltag mit ihm ist zugleich ein Arbeitstag für Manuel Bauer.   Yorick liebt Musik, und Yorick geht zur Schule, die ganz auf ihn abgestimmt ist. Er hat eine ganze Infra- struktur, nicht wie seine Schicksalsgenossin Dolma, die Manuel Bauer in Nepal auf ihrer Matte vor dem Haus lie- gen gesehen hat.    «Brief an meinen Sohn» ist ein sponta- ner und emotionaler Bericht über das Leben Manuel Bauers mit seinem Sohn, den er liebt, eine berührende Nachricht aus der Randzone unserer perfektionierten Leistungsge- sellschaft. l i m m aT Manuel Bauer, geboren 1966, freischaffender Fotograf. Nach seiner Ausbildung zum Werbefotografen wandte er sich dem Fotojournalismus zu. Seit 1990 fotografiert er in Indien, der tibetischen Diaspora und Tibet, seit 2001 ist er persönlicher Fotograf des Dalai ­Lama. Lebt und arbeitet in Winterthur. Von Manuel Bauer sind im Limmat Verlag «Flucht aus Tibet» und, zusammen mit Christian Schmidt, «Exil Schweiz. Tibeter auf der Flucht» lieferbar. Foto Andreas Brunner

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9 Limmat Verlag Aus dem Leben des Verdingbubs Paul Richener. An der Hand seines sechsjährigen Bruders fühlt sich der vier- jährige Pauli sicher. Die Familie ist arm, die beiden schla- gen sich wie zwei Stadtfüchse auf Nahrungssuche durchs Kleinbasel. Doch dann bricht die achtköpfige Familie aus- einander, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf, die jün- geren Kinder werden versorgt. Für Paul heisst das: Pflege- familien, Kinderheim, Kinderknecht auf einem Bauernhof, schliesslich gar Jugendknast, auch wenn bis heute niemand weiss, warum. Die Vormundschaftsbehörde waltet ohne Rücksicht auf Verluste ihres Amtes.    Aus Paul Richener ist trotz allem doch etwas geworden, zuerst Poli- zist, und heute ist er Gemeindepräsident exakt jenes klei- nen Baselbieter Dorfes, in dem er verdingt war. Er hat lange geschwiegen. «Das ist nicht wahr» und «das interessiert doch keinen», sagten die grossen Brüder, wenn er doch mal den Mund aufmachte. Erst als der Umgang der Fürsorge- behörden mit bevormundeten Kindern in den Medien und danach in der Politik zum Thema wird, steht auch Paul ­Richener auf: Das muss jetzt endlich einmal gesagt wer- den!    Dorothee Degen-Zimmermann hat ihm zu- gehört, die Akten studiert und gibt jetzt dem Verdingkind die Stimme, die es nie hatte. Dorothee Degen-Zimmermann Aus dir wird nie etwas! Paul Richener – vom Verdingbub zum Gemeindepräsidenten Limmat Aus deitrwwaisr!d nieDorothee Degen-Zimmermann Paul Richener – vom Verdingbub zum Gemeindepräsidenten ca. 140 Seiten, etwa 20 Fotos, gebunden ca. sFr. 28.– / € 32.– isbn 978-3-85791-830-8 April Dorothee Degen-Zimmermann, ­geboren 1946 in Olten, Ausbildung zur Primarlehrerin, arbeitet als freie Journalistin. Sie lebt in ­Zürich. Im Limmat Verlag sind von ihr «Mich hat niemand ­gefragt. Die Lebensgeschichte der Gertrud Mosimann» ­sowie ­«Euch zeig ich’s!» 15 Zürcherin- nen erzählen» erschienen. Foto Martin Volken

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10 Limmat Verlag Von starken Frauen und einsamen Wölfen. Von 1960 bis 1991 existierte im Freiamt im Kanton Aargau eine einmalige Institution: das Künstlerhaus Boswil. Hier lebten Kunstschaffende, wie zum Beispiel der Filmregis- Daniela Kuhn � «In die Wärme nach Boswil» � 10 Lebensgeschichten aus einem Altersheim für Künstler 1960 bis 1991 � Limmat seur Kurt Früh, die im Alter in schwierige Situationen ge- raten waren, wobei ihre Wege nicht selten schon steinig begonnen hatten.  Daniela Kuhn erzählt zehn Lebens- geschichten von solchen Bewohnerinnen und Bewohnern, etwa von Walter Arnold Steffen, einem Maler, der als Ver- dingbub aufgewachsen und immer wieder in der Psychia­ trie landete. Oder sie erzählt von der  jüdischen deutschen Sängerin Lissy Sanden, die vor den Nazis nach Bolivien flüchtete. Von der Tänzerin Stephanie Darras, die in Ägyp- ten ein Tanzstudio führte, von Margaretha van Leeuwen, einem ungarischen Waisenmädchen, das im Urner Melch- tal adoptiert wurde und im Alter von 45 Jahren nach einer Tumoroperation wieder gehen und sprechen lernte. Aber auch von Elsa Stauffer, einer Bildhauerin, die hellwach stets ihren eigenen Weg ging.   «In die Wärme nach Boswil» erzählt nicht nur von vergessenen Biografien mit ihren mitunter wundersamen Wendungen, sondern auch von einer kaum bekannten Künstlerwelt jenseits des Ram- penlichts, vom Ringen mit dem Leben und dem Geborgen- sein in der Kunst. Daniela Kuhn «In die Wärme nach Boswil» 10 Lebensgeschichten aus einem ­Altersheim für Künstler 1960–1991 ca. 120 Seiten, etwa 30 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 24.– / € 26.– isbn 978-3-85791-831-5 April Foto Daniel Rhis Daniela Kuhn, geboren 1969, ist freischaffende Journalistin und Autorin. Sie arbeitet als Texterin für gemeinnützige Organisationen. Im Limmat Verlag sind von ihr lieferbar: «Zwischen Stall und Hotel. 15 Lebensgeschichten aus Sils im Engadin», «Ledig und frei. 15 Lebensgeschichten von Frauen, die nicht geheiratet haben», «Welche Heimat? Zwei jüdische Lebensgeschichten» und «Wirtschaften. 13 Lebensgeschichten aus Zürcher Gaststuben».

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11 Limmat Verlag Autonomie auf A4 Wie die Zürcher Jugendbewegung Zeichen setzte Flugblätter 1979–1982 Herausgegeben von Peter Bichsel und Silvan Lerch Mit Beiträgen von Roland Fischbacher, Robert Lzicar, Heinz Nigg und Silvan Lerch, und Gesprächen mit Josy Meier, Christoph Schuler, Peter Bäder, Elinor Burgauer, Barbara Hiestand, Christoph Müller, Olivia Heussler und Markus Kenner ca. 250 Seiten, etwa 200 Abbildungen, offener Rücken, fadengeheftet ca. sFr. 58.– / € 64.– isbn 978-3-85791-833-9 April Die pointierten grafischen Erzeugnisse der 80er. Mit einer für die Schweiz radikal neuen visuellen Sprache sorgten sie für Aufsehen: die Flugblätter während der Zür- cher Jugendunruhen Anfang der 1980er Jahre. Viele Protes- tierende nutzten sie als individuelles Kommunikations- mittel, um ihre autoritäts- und konsumkritische Haltung zu transportieren. Die Flugblätter wurden zum zentralen Medium der Bewegung. Sie brachten das Lebensgefühl einer ganzen Generation zum Ausdruck – und schockierten eta- blierte Kräfte in Gesellschaft und Politik.    Der Band vereint über 200 Flugblätter zu einer qualitativ wie quan­ titativ einmaligen Sammlung. Sie bietet Einblick in eine Zeit, die nicht nur an der Bruchstelle zum heutigen Zürich liegt, sondern aktuell bleibt, wird doch das Verhältnis zwi- schen Stadt und darin autonom agierenden Gruppierungen wieder intensiv verhandelt.    «Autonomie auf A4» präsentiert die Flugblätter in Originalgrösse und chrono- logischer Abfolge. Verknüpft werden sie mit einem parallel verlaufenden Text, der die wichtigsten Ereignisse zusam- menfasst. Dazu integriert der Band Schilderungen von Zeit­ zeugen sowie Fachtexte aus soziologischer und grafisch- kommunikativer Perspektive. Peter Bichsel, geboren 1965, promovierter Germanist, führt seit 2003 sein eigenes Buchantiquariat ­«Peter Bichsel Fine Books» in Zürich. Silvan Lerch, geboren 1974, arbeitet beim Schweizer Fernsehen als Journalist für die Sendung «Kulturplatz». Zuvor war er schon für mehrere Redaktionen im Print- und audiovisuellen Bereich tätig. 2007 schloss er in Zürich ein Germanistik-Studium mit einer D­ issertation in Medienlinguistik ab. Die Geschichte seiner Geburtsstadt gehört zu Silvan Lerchs privaten Interessens­ gebieten.

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12 Limmat Verlag Neue Postkarten Verkaufseinheit à 10 Karten pro Sujet, A6-Format, Duplex und vierfarbig Nettopreis pro Karte (inkl. MwSt) sFr. –.90 / € –.50 Johann Schär (1855–1938) Februar Nr. 2466 Nr. 2467 Nr. 2468 Nr. 2469 Nr. 2470 Nr. 2471 Nr. 2472 Nr. 2473 Nr. 2474 Nr. 2475

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13 Limmat Verlag JO HANN SCHÆR D O R F FOtO g R a F, g On D i s w i l 18 55 –19 3 8 Markus schürpf Der Generationenfotograf aus dem Dorfe. Johann Schär, genannt «Dängi Hannes», wurde 1855 in Gon- diswil im Berner Oberaargau geboren, wo er in einer Bauern- familie aufwuchs. Er selbst wurde nebst Landwirt Bann- wart.    Als Fotograf zu arbeiten begann er als Autodidakt: Er bestellte die nötigen Gerätschaften, Mate- rialien und Chemikalien und richtete sich ein Labor ein. Von einem befreundeten Maler liess er Hintergründe ma- len, die er vor dem Haus für Personenaufnahmen aufspan- nen konnte.    Der Bildschatz, den Schär schuf, umfasst gegen 4000 Glasnegativplatten sowie ein paar Hundert Ab- züge auf Papier und Ansichtskarten. Zwischen ungefähr 1900 und 1935 entstanden, geben die Fotografien nicht nur einen eindrücklichen Einblick in die Welt des bäuerlichen Lebens. Sie führen auch in faszinierender Detailtreue die Art und Weise den Abbau von Braunkohle vor Augen, der grösstenteils im Tagbau von 1917 bis 1920 rund um Gondis- wil betrieben wurde. JohMaarnkuns ScShücrphf är Dorffotograf, Gondiswil 1855–1938 ca. 120 Seiten, etwa 140 Fotos Duplex, gebunden ca. sFr. 44.– / € 48.– isbn 978-3-85791-829-2 KunsAt9hu2. aF.susAetbsperLlruliaulann2rgg0be1in7sthal Februar Johann Schär, geboren 1855, von 1881 bis um 1900 sorgte er in den Gondiswiler Wäldern als Bannwart für Ordnung. Ein beträcht­ licher Teil seiner Aufnahmen entstand unterwegs in Gondiswil oder in den Nachbargemeinden – etwa Melchnau, Huttwil, Rohrbach, Ufhusen, Zell –, wo er Landschaften, Höfe und Häuser sowie häufig auch Ereignisse festhielt. Ein anderer Teil ­betrifft Porträts und Gruppenaufnahmen von Personen, die eigens bei ihm vorbeigingen oder ihn zu sich be­stell­ ten. 1889 heiratete Johann Schär die von Affoltern i. E. ­stammende Elisabeth Iff (1854–1930). Das Paar blieb kinderlos. Markus Schürpf, 1961 geboren, Kunst- und Fotografieh­ isto­ riker, Autor und Kurator. Fachklasse für Freie Kunst an der Schule für Gestaltung Luzern, anschliessend Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Architekturgeschichte an der Universität Bern. Ab 1992 Beschäftigung mit Fotografiegeschichte. Seit 1999 Leitung des Büros für Fotografiegeschichte sowie des Paul Senn-Archivs im Kunstmuseum Bern seit 2005. Im Limmat Verlag sind lieferbar: «Arthur Zeller 1881–1931. Vieh- und Wanderfotograf im Simmental. Fotografien 1900–1931» und «Albert Winkler. ­Fotografien».

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14 Limmat Verlag Neue Postkarten Verkaufseinheit à 10 Karten pro Sujet, A6-Format Nettopreis pro Karte (inkl. MwSt) sFr. –.90 / € –.50 Otto Pfenniger (1919–2004) Februar Nr. 2460 Nr. 2461 Nr. 2462 Nr. 2463 Nr. 2464 Nr. 2465

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15 Limmat Verlag Hugo Jaeggi Februar Nr. 2452 Nr. 2454 Thomas Kern Februar Nr. 2453 Nr. 2455 Nr. 2456 Nr. 2457 Nr. 2458 Nr. 2459 Gesamtverzeichnis www.limmatverlag.ch/postkarten

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