HWWI/BERENBERG-Städteranking: Die 30 Grössten Städte Deutschlands im Vergleich

 

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HWWI/BERENBERG-Städteranking: Die 30 Grössten Städte Deutschlands im Vergleich. Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut und Berenberg Bank

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hamburgisches weltwirtschafts institut hwwi/berenberg-stÄdteranking die 30 grÖssten stÄdte deutschlands im vergleich

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»hwwi/berenberg-städteranking die 30 größten städte deutschlands im vergleich« autoren dr michael bräuninger dr silvia stiller stand mai 2008 wir haben uns bemüht alle in dieser studie enthaltenen angaben sorgfältig zu recherchieren und zu verarbeiten dabei wurde zum teil auf informationen dritter zurückgegriffen einzelne angaben können sich insbesondere durch zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen für die richtigkeit vollständigkeit und aktualität sämtlicher angaben kann daher keine gewähr übernommen werden bezug über berenberg bank · unternehmenskommunikation neuer jungfernstieg 20 · 20354 hamburg telefon 040 350 60-710 · telefax 040 350 60-907 · e-mail presse@berenberg.de

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inhaltsverzeichnis zusammenfassung 1 einleitung 2 demografie und Ökonomie 2.1 2.2 entwicklung in der jüngeren vergangenheit bevölkerungsprognose 4 6 7 7 14 18 18 19 22 25 26 32 33 3 standortfaktoren 3.1 3.2 3.3 3.4 Überblick bildung und innovationsfähigkeit internationalität erreichbarkeit 4 hwwi/berenberg-städteranking indikatoren literatur und quellenverzeichnis hwwi berenberg städteranking 3

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zusammenfassung aufgrund der ausgeprägten konzentration von wirtschaftlichen aktivitäten in städten sind ihre zukünftigen entwicklungen von hoher bedeutung für die wettbewerbsfähigkeit des standortes deutschland insgesamt welche wachstumschancen städte haben werden hängt insbesondere von ihrer attraktivität für arbeitskräfte und investoren ab generell werden die standortwahl von unternehmen und die entscheidung von menschen sich in einer bestimmten stadt anzusiedeln oder dort zu bleiben von zahlreichen standortfaktoren und deren zusammenspiel beeinflusst in der vorliegenden studie werden die standortbedingungen der städte im hinblick auf wirtschaftliche dynamik bildung und innovationen internationalität und die erreichbarkeit europäischer agglomerationen verglichen ziel der analyse dieser faktoren für die einzelnen städte und eines hierauf basierenden städte-rankings ist es zu beurteilen welche städte eine eher günstige kombination von standortfaktoren aufweisen und wo die standortbedingungen in den untersuchten bereichen eher als ungünstig einzustufen sind der städtevergleich verdeutlicht dass es gegenwärtig stark ausgeprägte unterschiede in den standortbedingungen zwischen den deutschen städten gibt und dass unterschiedlich strukturierte städte günstige ausgangsbedingungen für die zukünftige entwicklung aufweisen das hwwi berenberg-städteranking führt die deutsche internationale dienstleistungsmetropole frankfurt am main an dicht gefolgt von münchen und stuttgart die weiterhin durch starke positionen im bereich wissens und forschungsintensiver wirtschaftsbereiche glänzen darauf folgen mit wiesbaden und dresden zwei eher kleinere städte am unteren ende der skala sind chemnitz und die ruhrgebietsstädte bochum gelsenkirchen und krefeld sowie wuppertal zu finden diese städte befinden sich weiterhin in einer abwärtsspirale anhaltenden arbeitsplatzabbaus und fortschreitender bevölkerungsverluste die in erheblichem maße auf den ausstehenden strukturwandel dieser städte zurückzuführen ist insgesamt lässt sich aus den analysen der schluss ziehen dass ein großer teil der deutschen städte gut für die zukunft gerüstet ist während die zukunftsaussichten der städte am unteren ende unseres städterankings als ungünstig einzustufen sind 4 hwwi berenberg städteranking

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hwwi/berenberg-städteranking 1 2 3 4 5 6 7 7 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 21 23 24 25 26 27 28 29 30 frankfurt am main münchen stuttgart wiesbaden dresden karlsruhe köln hamburg bonn dortmund düsseldorf augsburg mannheim aachen hannover bremen nürnberg mönchengladbach essen braunschweig münster duisburg bielefeld berlin leipzig krefeld bochum gelsenkirchen wuppertal chemnitz -1,5 -1,0 -0,5 0 0,5 1,0 1,5 quelle siehe Übersicht s 32 hwwi berenberg städteranking 5

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1 einleitung weltweit konzentriert sich das wirtschaftsgeschehen zunehmend auf die städte die vereinten nationen prognostizieren dass im jahre 2030 60 der weltbevölkerung in städten leben werden während es im jahr 2005 nur 50 waren.1 in deutschland wird etwa ein drittel aller dienstleistungen und güter in den 30 größten städten produziert 27 aller deutschen arbeitsplätze befinden sich hier und 22 der deutschen bevölkerung leben in einer dieser städte.2 aufgrund der ausgeprägten konzentration von ökonomischen aktivitäten in städten sind ihre zukünftigen entwicklungen von hoher bedeutung für die wettbewerbsfähigkeit des standortes deutschland insgesamt dabei wird die zukünftige entwicklung von städten insbesondere durch die intensivierung der weltweiten arbeitsteilung die zunehmende internationalisierung ökonomischer aktivitäten und den fortschreitenden strukturwandel zu humankapitalintensiven wirtschaftsbereichen zu denen forschungsintensive industrien sowie wissensintensive dienstleistungen zählen beeinflusst.3 welche anpassungserfordernisse und wachstumschancen diese entwicklungen für einzelne städte mit sich bringen hängt letztlich von deren standortbedingungen und ihrer gegenwärtigen wirtschaftsstruktur ab besonders bedeutsam ist die attraktivität der städte für hoch qualifizierte arbeitskräfte aufgrund der anstehenden wirtschaftsstrukturellen veränderungen wird die nachfrage nach hoch qualifizierten arbeitskräften in deutschland zukünftig weiter expandieren.4 die positionierung in der konkurrenz um diese arbeitskräfte bestimmt wesentlich die wettbewerbsfähigkeit der städte deshalb sind standortbedingungen welche die verfügbarkeit von hoch qualifizierten arbeitskräften positiv beeinflussen besonders wichtig zu diesen zählen insbesondere eine hohe wirtschaftliche dynamik gute bedingungen in den bereichen »demografie« d.h eine günstige entwicklung der bevölkerung im erwerbsfähigen alter sowie eine gute positionierung im hinblick auf »innovationsfähigkeit und bildung« zudem werden im zuge der zunehmenden internationalisierung der arbeitsmärkte und der weltweiten verflechtung von wirtschaftsbeziehungen die »internationalität« von städten und ihre »erreichbarkeit« von steigender relevanz für die stadtentwicklung sein.5 die vorliegende studie befasst sich mit den rahmenbedingungen für ökonomische aktivitäten in den 30 größten deutschen städten zunächst werden die demografischen und ökonomischen entwicklungstrends in diesen städten in der jüngeren vergangenheit dargestellt um deren gegenwärtige ökonomische leistungsfähigkeit zu skizzieren im anschluss werden die standortbedingungen zwischen diesen städten auf basis ausgewählter indikatoren für die bereiche »demografie« »bildung und innovationsfähigkeit« »internationalität« und »erreichbarkeit« verglichen abschließend wird anhand eines »städterankings« welches die aktuellen entwicklungstrends und die qualität der standortfaktoren zusammenfasst bewertet welche städte hinsichtlich der analysierten standortfaktoren gut und welche weniger gut gerüstet erscheinen für die zukunft 1 2 3 4 5 vgl united nations 2006 berechnungen hwwi auf basis des statistischen bundesamtes 2008a vgl otto et al 2007 vgl bmbf 2007 vgl niebuhr/stiller 2004 6 hwwi berenberg städteranking

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2 demografie und Ökonomie 2.1 entwicklung in der jüngeren vergangenheit die analysen in der vorliegenden studie beziehen sich auf die 30 größten deutschen städte in denen insgesamt 18 mio menschen leben zwischen diesen städten gibt es stark ausgeprägte größenunterschiede während berlin etwa 3,4 mio einwohner hat befinden sich unter den 30 größten deutschen städten insgesamt 21 die weniger als eine halbe million einwohner haben davon zehn städte mit weniger als 300 tsd einwohnern unter denen braunschweig 245 tsd einwohner chemnitz 246 tsd einwohner und krefeld 237 tsd einwohner die kleinsten die 30 größten deutschen städte 2006 einwohner je km2 in tausend berlin hamburg münchen köln frankfurt am main stuttgart dortmund essen düsseldorf bremen hannover leipzig dresden duisburg nürnberg bochum wuppertal bielefeld bonn mannheim karlsruhe wiesbaden münster gelsenkirchen augsburg mönchengladbach aachen chemnitz braunschweig krefeld abb 1 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 bevölkerung bevölkerungsdichte 3.500 4.000 4.500 quellen statistisches bundesamt 2008a und niedersächsisches landesamt für statistik 2008 hwwi berenberg städteranking 7

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städte sind vgl abbildung 1 neben berlin sind hamburg 1,75 mio einwohner und münchen 1,3 mio einwohner die einzigen millionenstädte während köln mit 986 tsd einwohnern diese grenze knapp verfehlt die nächstgrößeren städte sind frankfurt mit 649 tsd und stuttgart mit 593 tsd einwohnern die 30 größten deutschen städte und damit die mit ihnen verbundene wirtschaftskraft sind sehr ungleichmäßig über deutschland verteilt vgl abbildung 2 so befinden sich unter diesen städten gerade einmal vier ostdeutsche städte einschließlich berlin während 13 der größten deutschen städte in nordrhein-westfalen zu finden sind die wirtschaftsgeografische lage von städten ist relevant für ihre ökonomische entwicklung weil regionen u.a über dienstleistungs güter und arbeitsmärkte miteinander verflochten sind aufgrund dieser interregionalen beziehungen übertragen sich entwicklungsimpulse ­ negativer oder positiver art ­ zwischen regionen diese räumlichen entwicklungszusammenhänge sind distanzabhängig und deshalb besonders stark zwischen benachbarten regionen und städten ausgeprägt die vergleichsweise intensive interregionale verflechtungen aufweisen.6 ceteris paribus entwickelt sich eine stadt umso besser schlechter je höher niedriger das ökonomische wachstum ihrer nachbarregionen ist zudem ist die wirtschaftsgeografische lage relevant für den marktzugang und die erreichbarkeit von bevölkerungspotenzialen städte die in hoch verdichteten regionen liegen haben deshalb im hinblick auf die »marktnähe« einen standortvorteil im zeitraum von 2000 bis 20057 hatten 20 der betrachteten städte bevölkerungszuwächse zu verzeichnen wobei es keinen eindeutigen zusammenhang zwischen der siedlungsstruktur und dem bevölkerungswachstum gab vgl abbildung 3 relativ kleine oder auch vergleichsweise wenig verdichtete städte wie beispielsweise aachen 5,5 bonn 3,8 dresden 2,8 und karlsruhe 2,5 konnten ebenso deutlich überdurchschnittliche bevölkerungszuwächse erzielen wie die drittgrößte stadt münchen mit der höchsten bevölkerungsdichte 4,4 stark ausgeprägte bevölkerungsverluste und damit eine abnahme der bevölkerungsdichte hatten insbesondere städte im ruhrgebiet wie duisburg 2,8 essen 1,7 gelsenkirchen 4 und die daran angrenzende stadt wuppertal 2 zu verzeichnen am stärksten ausgeprägt war der bevölkerungsrückgang in dem betrachteten zeitraum mit -5,3 in chemnitz wie zahlreiche regionen in ostdeutschland hat chemnitz seit 1990 aufgrund massiver abwanderung einwohner verloren insgesamt 29 und dieser trend ist bis zum jahr 2005 nicht zum stillstand gekommen in dresden und leipzig die ebenfalls nach der wende von abwanderungen stark betroffen waren hat sich dieser trend rückläufiger bevölkerungszahlen umgekehrt sowohl in leipzig 1,3 als auch in dresden 2,8 hat die einwohnerzahl seit dem jahr 2000 zugenommen außerdem hat dresden das fünfthöchste bevölkerungswachstum unter den betrachteten städten zu verzeichnen 6 vgl funke/niebuhr 2005 7 die zahlen zur beschreibung der demografischen und ökonomischen entwicklung beziehen sich alle einheitlich auf den zeitraum von 2000 bis 2005 dieser zeitraum wurde gewählt weil für die erwerbstätigenzahlen zum zeitpunkt der erstellung der studie keine aktuelleren daten als für das jahr 2005 auf der ebene der städte verfügbar waren 8 hwwi berenberg städteranking

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die 30 größten städte deutschlands hamburg bremen berlin bielefeld hannover braunschweig münster gelsenkirchen dortmund duisburg bochum essen wuppertal krefeld düsseldorf mönchengladbach köln aachen bonn leipzig dresden chemnitz frankfurt wiesbaden mannheim karlsruhe stuttgart augsburg münchen nürnberg abb 2 quelle hwwi 2008 hwwi berenberg städteranking 9

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bevölkerungsentwicklung 2000 bis 2005 aachen münchen bonn augsburg dresden karlsruhe münster wiesbaden bielefeld hamburg stuttgart köln nürnberg leipzig bremen düsseldorf frankfurt am main mannheim berlin hannover braunschweig dortmund mönchengladbach krefeld bochum essen wuppertal duisburg gelsenkirchen chemnitz abb 3 -6 -4 -2 0 2 4 6 quellen statistisches bundesamt 2008a und niedersächsisches landesamt für statistik 2008 nach der deutschen wiedervereinigung kam es zu einer stark räumlich differenzierten bevölkerungsentwicklung diese differenzierung betraf zum einen ost und westdeutschland zum anderen die ländlich peripheren regionen auf der einen seite und die verdichteten agglomerationsräume auf der anderen seite dies ist ökonomisch relevant weil es zahlreiche direkte zusammenhänge zwischen demografischer und ökonomischer entwicklung gibt.8 das bevölkerungswachstum und die altersstruktur der bevölkerung beeinflussen die Ökonomie über die regionale nachfrage nach gütern und dienstleistungen die bedingungen für die bereitstellung von infrastruktur schulen kulturelle einrichtungen Öpnv etc und die immobilienmärkte weil die bevölkerungsgröße und ihre struktur relevant sind für das qualitative und quantitative arbeitsangebot haben die demografischen bedingungen zudem erhebliche bedeutung für den arbeitsmarkt so geht das erwerbspersonenpotenzial bei konstanten erwerbsquoten zurück wenn der umfang der bevölkerung im erwerbsfähigen alter abnimmt als folge hieraus treten dann engpässe auf dem arbeitsmarkt auf wenn der arbeitskräftebedarf nicht entsprechend rückläufig ist 8 vgl zu den zusammenhängen zwischen demografischer und ökonomischer entwicklung institut der deutschen wirtschaft köln 2004 10 hwwi berenberg städteranking

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entwicklung der zahl der erwerbstätigen 2000 bis 2005 münster dortmund dresden karlsruhe köln leipzig münchen stuttgart hamburg düsseldorf bonn frankfurt am main augsburg wiesbaden nürnberg bielefeld aachen hannover bremen mannheim gelsenkirchen mönchengladbach berlin duisburg braunschweig krefeld essen chemnitz bochum wuppertal abb 4 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 quellen statistisches bundesamt 2008b und niedersächsisches landesamt für statistik 2008 ein wichtiger aspekt für die erklärung differierender bevölkerungsentwicklungen zwischen regionen sind unterschiede in der situation der regionalen arbeitsmärkte welche auch die attraktivität von städten für zu und abwanderungen beeinflussen.9 die arbeitsmarktbedingungen und die zahl der erwerbstätigen in den deutschen städten haben sich im zeitraum von 2000 bis 2005 sehr unterschiedlich entwickelt vgl abbildung 4 dortmund und münster haben bei der zahl der erwerbstätigen ein plus von 4 aufzuweisen und in dresden hat deren zahl in diesem zeitraum um 3,2 zugenommen der positiven arbeitsmarktentwicklung in diesen städten stehen rückgänge der erwerbstätigenzahlen von -8,3 in wuppertal -4,6 in bochum und -4,5 in chemnitz gegenüber diese drei städte waren somit von überdurchschnittlichen rückgängen der erwerbstätigen sowie der bevölkerungszahlen betroffen wobei diese entwicklungen sich gegenseitig verstärkt haben könnten 9 vgl burkert et al 2007 hwwi berenberg städteranking 11

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produktivitätsentwicklung 2000 bis 2005 bip pro erwerbstätigen dresden mannheim duisburg chemnitz hamburg stuttgart leipzig essen bremen hannover wiesbaden frankfurt am main augsburg dortmund nürnberg karlsruhe münster bonn krefeld gelsenkirchen wuppertal düsseldorf münchen braunschweig bielefeld köln mönchengladbach bochum berlin aachen abb 5 0 5 10 15 20 25 quelle statistisches bundesamt 2008b der wandel der wirtschaftsstrukturen im zuge der sich verändernden standortkonkurrenz und wettbewerbsposition der deutschen städte führt zu einer zunehmenden spezialisierung auf höherwertigere wirtschaftsbereiche und geht in der regel einher mit produktivitätszuwächsen das heißt im durchschnitt nimmt das von einem erwerbstätigen produzierte bip zu aus ökonomischer sicht ist die produktivitätsentwicklung ein wichtiger maßstab für die beurteilung der entwicklung der standortbedingungen weil sie als ein indikator für die technologische leistungsfähigkeit betrachtet werden kann bei dem vergleich des produktivitätswachstums zwischen den städten ist allerdings zu berücksichtigen dass aufgrund sehr unterschiedlicher ausgangsbedingungen im hinblick auf die wirtschaftsstrukturen sowie die technologische leistungsfähigkeit die produktivitätsentwicklung in einzelnen städten von unterschiedlichen standortspezifischen faktoren beeinflusst wird so lag das produktivitätsniveau im jahr 2005 in den ostdeutschen städten im durchschnitt aufgrund ihrer spezifischen wirtschaftsgeschichte weiterhin deutlich unterhalb des niveaus vieler westdeutscher städte vgl abbildung 5 so beträgt die produktion pro erwerbstätigen in hamburg rund 79 tsd euro 83 tsd euro in frankfurt und 72 tsd euro in münchen dagegen lag die produktivität in chemnitz sowie in leipzig bei 44 tsd euro und bei 50 tsd euro in dresden 12 hwwi berenberg städteranking

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betrachtet man die entwicklung seit dem jahr 2000 so lässt sich kein genereller trend im hinblick auf die angleichung der produktivitätsniveaus zwischen den städten feststellen relativ wenig produktive städte realisieren nicht systematisch einen höheren produktivitätszuwachs als vergleichsweise produktive städte die relativ niedrige produktivität in berlin und aachen hat sich im analysezeitraum kaum erhöht ein stark ausgeprägter aufholprozess im hinblick auf die produktivität zeigt sich hingegen in dresden mit +23,2 im zeitraum von 2000 bis 2005 ist die produktivität hier so stark gewachsen wie in keiner der anderen betrachteten städte vgl abbildung 6 und es wurden gleichzeitig zuwächse bei den erwerbstätigenzahlen realisiert darauf folgen mannheim 16,2 und duisburg 15,1 mit ebenfalls stark überdurchschnittlichen produktivitätszuwächsen während allerdings im gleichen zeitraum die zahl der arbeitsplätze in diesen städten abgenommen hat produktivitätsentwicklung wachstum des bip pro erwerbstätigen 2000 bis 2005 25 dresden 20 mannheim 15 chemnitz leipzig duisburg frankfurt am main 10 dortmund düsseldorf 5 berlin aachen 0 abb 6 30 40 50 60 70 80 bip pro erwerbstätigen 2000 in 1 000 euro quellen statistisches bundesamt 2008b berechnungen hwwi hwwi berenberg städteranking 13

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2.2 bevölkerungsprognose in den kommenden jahren wird die bevölkerung insgesamt und besonders die erwerbsfähige bevölkerung in deutschland abnehmen.10 hiervon werden einzelne deutsche städte und regionen sehr unterschiedlich betroffen sein so unterscheiden sich ihre gegenwärtige altersstruktur die fertilitätsraten und auch die wanderungssalden die einwohnerzahl einer stadt nimmt in einem bestimmten zeitabschnitt zu wenn die summe der natürlichen bevölkerungsentwicklung geburten abzüglich sterbefälle und der wanderungsbilanz zuwanderung abzüglich abwanderung positiv ausfällt in fast allen deutschen städten wird der natürliche bevölkerungssaldo zukünftig zunehmend negativ werden aufgrund seit jahrzehnten niedriger fertilitätsraten in der regionalisierten bevölkerungsprognose des bundesamtes für bauwesen und raumordnung bbr wird zwar die annahme getroffen dass die durchschnittliche kinderzahl pro frau bis zum jahre 2020 im durchschnitt aller deutschen regionen leicht ansteigen wird sie wird aber auch weiterhin deutlich unterhalb von durchschnittlich 2,1 kinder pro frau bleiben welches das erforderliche niveau ist damit eine elterngeneration ihre müttergeneration ersetzt unter diesen bedingungen sind für viele städte ein rückgang ihrer bevölkerung sowie die alterung der bevölkerung vorprogrammiert wie sich die demografische entwicklung in den einzelnen städten zukünftig 10 vgl statistisches bundesamt 2006 wanderungsprognose 2003 bis 2020 angaben in tausend hamburg berlin köln nürnberg bremen düsseldorf frankfurt am main münchen wiesbaden karlsruhe bochum stuttgart augsburg dortmund mannheim essen braunschweig hannover bonn mönchengladbach dresden bielefeld leipzig aachen krefeld gelsenkirchen münster chemnitz wuppertal duisburg abb 7 -60 -40 -20 0 20 40 60 80 100 120 quelle bundesamt für bauwesen und raumordnung 2006 14 hwwi berenberg städteranking

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entwicklung der bevölkerung insgesamt und der erwerbstätigen bevölkerung ende 2006 bis 2020 angaben in prozent wiesbaden frankfurt am main hamburg köln stuttgart karlsruhe bremen münchen mannheim nürnberg augsburg düsseldorf mönchengladbach bonn berlin braunschweig dortmund hannover bochum bielefeld dresden essen aachen leipzig münster krefeld gelsenkirchen wuppertal duisburg chemnitz abb 8 -25 -20 -15 -10 -5 0 erwerbspersonen bevölkerung 5 10 quelle bundesamt für bauwesen ud raumordnung 2006 darstellen wird hängt deshalb entscheidend davon ab wie viele menschen aus anderen teilen deutschlands und aus dem ausland zuziehen beziehungsweise aus der jeweiligen stadt abwandern hinsichtlich der entwicklung der wanderungssalden für die deutschen städte ergibt die bbr-prognose ein sehr differenziertes bild vgl abbildung 7 wobei insbesondere die größten deutschen städte zukünftig hohe wanderungsgewinne realisieren könnten die höchsten zuwanderungssalden werden für hamburg 104 tsd berlin 70 tsd und köln 40 tsd prognostiziert und unter den betrachteten ostdeutschen städten ergibt sich auch für dresden ein hwwi berenberg städteranking 15

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