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hamburgisches weltwirtschafts institut ernÄhrung und wasser strategie 2030 vermögen und leben in der nächsten generation eine initiative des hamburgischen weltwirtschaftsinstituts und der berenberg bank b
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hamburgisches weltwirtschafts institut ernährung und wasser teil i perspektiven für die langfristige entwicklung von nahrungsmittelmärkten teil ii ernährung und wasser ein lebensbaustein wird immer begehrter mögliche folgen und konsequenzen für unternehmen anleger und kapitalmärkte strategie 2030 vermögen und leben in der nächsten generation eine initiative des hamburgischen weltwirtschaftsinstituts und der berenberg bank
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»berenberg bank · hwwi strategie 2030 ernährung und wasser« ist eine gemeinsame studie der berenberg bank · neuer jungfernstieg 20 · 20354 hamburg und des hwwi hamburgisches weltwirtschaftsinstitut · neuer jungfernstieg 21 · 20354 hamburg autoren pd dr michael bräuninger dr silvia stiller teil i cornelia koller wolfgang pflüger axel-adrian roestel teil ii stand november 2005 wir haben uns bemüht alle in dieser studie enthaltenen angaben sorgfältig zu recherchieren und zu verarbeiten dabei wurde zum teil auf informationen dritter zurückgegriffen einzelne angaben können sich insbesondere durch zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen für die richtigkeit vollständigkeit und aktualität sämtlicher angaben kann daher keine gewähr übernommen werden bezug über berenberg bank · Öffentlichkeitsarbeit neuer jungfernstieg 20 · 20354 hamburg telefon 040 350 60-203 · telefax 040 350 60-907 · e-mail presse@berenbergbank.de
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strategie 2030 vermögen und leben in der nächsten generation »es kommt nicht darauf an die zukunft richtig vorherzusagen sondern auf sie vorbereitet zu sein.« p erikles athenischer s taatsmann 493429 v c hr die welt steht vor einer zeitenwende große makroökonomische und geopolitische trends werden das leben und wirtschaften der menschheit in der nächsten generation verändern dazu zählen die neue dimension religiös motivierter terroristischer bedrohung westlicher demokratien die mit der erweiterung der europäischen union verbundene einführung des euro als nationalstaatlich übergreifende gemeinschaftswährung die entstehung neuer wirtschaftlicher schwergewichte in asien volksrepublik china indien mit unausweichlichen folgen für rohstoff und kapitalmärkte und vor allem die herausforderungen einer rapide alternden bevölkerung in vielen industrienationen mit all ihren konsequenzen für staatsfinanzen sozialsysteme arbeitsorganisation standortentscheidungen etc dies alles vollzieht sich vor dem hintergrund fortgesetzter technologiesprünge in einer sich globalisierenden wirtschaft in der folge finden politische gesellschaftliche technologische und wirtschaftliche veränderungen immer rascher statt mehr noch sie beeinflussen sich wechselseitig mal verstärkend mal aber auch bremsend und werden so in der wahrnehmung der menschen immer komplexer auch im sinne von weniger greifbar dies gilt umso mehr als sie weit in die zukunft reichen im fall des demographischen wandels sogar generationenübergreifend wirken trotz aller unsicherheit eines ist klar politiker unternehmerisch handelnde und privatpersonen müssen sich diesem tiefgreifenden wandel planerisch und gestalterisch stellen so dürfte es ein lohnendes unterfangen sein nach orientierung gebenden wegweisern zu suchen sie als solche zu identifizieren und mögliche wegstrecken sowie zielorte zu beschreiben diesem versuch dient die gemeinsam vom hamburgischen weltwirtschaftsinstitut hwwi und der berenberg bank getragene schriftenreihe »strategie 2030 vermögen und leben in der nächsten generation« sie vereint die expertise von über unsere landesgrenzen hinaus anerkannten konjunkturforschern mit den umfassenden erfahrungen eines führenden in der vermögensverwaltung tätigen privatbankhauses wir wünschen den lesern eine anregende und nützliche lektüre berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 3
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inhaltsverzeichnis teil i pespektiven für die langfristige entwicklung von nahrungsmittelmärkten zusammenfassung 1 einleitung 2 entwicklung der nachfrage 2.1 gesamtnachfrage 2.2 nachfragestruktur 3 entwicklung des angebots 3.1 allgemein 3.2 wasser 3.3 boden 3.4 technischer fortschritt und produktinnovationen 4 preise 4.1 entwicklung der preise in der vergangenheit 4.2 preisprognosen 5 wichtige märkte für nahrungsmittel im Überblick 5.1 getreide weizen mais gerste und reis 5.2 Ölsaaten 5.3 kaffee und kakao 5.4 zucker 6 fazit 7 8 9 11 11 13 16 16 18 21 22 27 27 29 33 33 35 37 40 41 teil ii ernährung und wasser ein lebensbaustein wird immer begehrter mögliche folgen und konsequenzen für unternehmen anleger und kapitalmärkte zusammenfassung 1 wasser ein mystischer stoff 2 steigender verbrauch und zunehmende knappheit 2.1 verfügbarkeit 2.2 zunehmende knappheit 2.3 das beispiel der volksrepublik china 43 44 45 46 46 46 47 4 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2
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3 das interesse privater investoren 3.1 gemeinschaftsaufgabe 3.2 preisfindung/profitabilität 4 wassernachfrage wachstum in allen sektoren 4.1 landwirtschaftliche wassernutzung 4.2 industrielle wassernutzung 4.3 wasserbedarf privater und öffentlicher haushalte 5 wasserbereitstellung als thema für investoren 5.1 wassergewinnung meerwasser versus recycling 5.1.1 entsalzung 5.1.2 wasseraufbereitung 5.2 wassertransport und -verteilung 6 die nahrungsmittelindustrie demographie wird neue akzente setzen 6.1 der demographische wandel in deutschland konsequenzen für die produktstruktur 6.2 die globale demographische entwicklung konsequenzen für die absatzmärkte 6.3 die »trittbrettfahrer«-branchen im sog der ernährungsindustrie 6.4 die politischen und gesellschaftlichen rahmenbedingungen 6.5 strategieansätze für unternehmen und anleger literaturverzeichnis 48 48 49 52 52 55 59 61 61 61 63 65 69 69 72 75 76 77 79 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 5
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teil i perspektiven für die langfristige entwicklung von nahrungsmittelmärkten hwwi berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 7
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zusammenfassung die weltbevölkerung könnte einer prognose der united nations zufolge bis zum jahr 2030 um rund 40 zunehmen ob die produktion von nahrungsmittelrohstoffen mit der wachsenden weltbevölkerung schritt halten kann oder ob engpässe auf einzelnen märkten zu erwarten sind zählt zu den wichtigen zukunftsfragen von globaler bedeutung wird die kontinuierliche nachfrageexpansion zu preisexplosionen für nahrungsmittelrohstoffe führen die vorliegende studie geht der frage nach wie sich angebot und nachfrage auf den märkten für nahrungsmittelrohstoffe bis zum jahr 2030 entwickeln werden zudem werden die historischen entwicklungen und die zu erwartenden preis trends für ausgewählte nahrungsmittel analysiert konkret sind dies getreide Ölsaaten kaffee kakao und zucker die gesamte nahrungsmittelnachfrage und ihre strukturelle zusammensetzung werden sich innerhalb der nächsten 25 jahre aufgrund demographischer und wirtschaftlicher faktoren erheblich verändern in zahlreichen regionen der welt wird in folge eines hohen einkommenswachstums der kalorienverbrauch pro kopf bis zum jahr 2030 deutlich steigen bei gleichzeitig hohem bevölkerungswachstum wird es damit zu einem stark wachsenden bedarf an nahrungsmittelrohstoffen kommen im zuge dieser entwicklung wird die relative bedeutung von getreide für die ernährung zurückgehen und der durchschnittliche pro-kopf-konsum von fleisch zunehmen damit wird der bedarf an produktionsfaktoren für den anbau von nahrungsmittelrohstoffen erheblich steigen dabei sind neben der menschlichen arbeitskraft und kapital insbesondere boden und wasser von bedeutung unter abwägung der trends für nachfrage und angebot auf den märkten für nahrungsmittel kommt die studie zu dem schluss dass bis zum jahr 2030 keine globalen und dauerhaften engpässe bei der produktion zu erwarten sind boden und wasser sind in ausreichendem maße vorhanden um die produktion von nahrungsmitteln weiter auszudehnen zudem gibt es erhebliche potentiale zur erhöhung der effizienz des anbaus und damit zu einer steigerung der wasser und bodenproduktivität unter diesen bedingungen werden die preise für nahrungsmittelrohstoffe im langfristigen trend nur geringfügig steigen dennoch kann es auch zukünftig zu kurzfristigen engpässen auf den märkten für bestimmte nahrungsmittelrohstoffe kommen so können ernteausfälle spekulation und nachfrageveränderungen dazu führen dass es zeitweise zu erheblichen preissteigerungen kommt 8 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2
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1 einleitung die frage inwieweit eine wachsende bevölkerung mit nahrungsmitteln versorgt werden kann beschäftigt demographen und Ökonomen schon seit langer zeit bereits im jahr 1798 beschrieb der bevölkerungsökonom thomas robert malthus in seinem »essay on the principle of population« seine beobachtung dass die bevölkerung geometrisch wächst während sich die nahrungsmittel nur arithmetisch vermehren aufgrund dieser einschätzung betrachtete er es als unausweichlich dass die nahrungsmittelproduktion dauerhaft mit dem bevölkerungswachstum nicht würde schritt halten können in der folge würden hungersnöte auftreten der arbeitskräftebedarf könnte nicht mehr befriedigt werden und das ökonomische wachstum würde durch die bevölkerungsentwicklung begrenzt werden die pessimistische sichtweise von thomas robert malthus vertritt in einer »moderneren version« der club of rome1 der im jahr 1972 die these aufstellte dass bei einer beibehaltung der art des wirtschaftens in naher zukunft eine wachstumsgrenze erreicht wird dieses werde bei anhaltendem bevölkerungswachstum unter anderem rohstoffkrisen und hungersnöte zur folge haben.2 die problematik der versorgung einer wachsenden bevölkerung mit nahrungsmitteln hat bis heute nichts an aktualität verloren und wird u.a von dennis meadows thematisiert der die unterernährung der bevölkerung in zahlreichen regionen der welt jedoch nicht nur als ressourcen sondern auch als verteilungsproblem beschreibt.3 diese »horrorszenarien« einer nicht zu ernährenden weltbevölkerung und weltweiter ökonomischer krisen aufgrund rasanten bevölkerungswachstums haben sich bisher nicht bestätigt 1 der club of rome ist eine nichtkommerzielle organisation die 1968 gegründet worden ist und einen globalen gedankenaustausch zu verschiedenen internationalen politischen fragen betreibt im jahre 1972 löste die studie »die grenzen des wachstums« die im auftrag des club of rome von dennis meadows et al verfasst worden ist eine kontroverse diskussion um nachhaltiges wirtschaften aus 2 vgl meadows et al 1972 und meadows et al 1992 3 vgl o.v 2004 entwicklung der weltbevölkerung 19502000 milliarden 7 6 5 4 3 2 1 0 asien afrika nordamerika südamerika und karibik europa anteile einzelner regionen an der weltbevölkerung 2000 nordamerika südamerika und karibik afrika 5 9 13 europa 12 61 asien quelle united nations 2004 eigene darstellung 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 abb 1 abb 2 quelle united nations 2004 eigene darstellung berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 9
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die weltbevölkerung ist seit 1950 kontinuierlich gewachsen vgl abb 1 im jahr 2000 lebten insgesamt 6,1 mrd menschen und damit rund 3,6 mrd menschen mehr auf der erde als fünfzig jahre zuvor 13 der weltbevölkerung leben in afrika 12 in europa 9 in südamerika einschließlich der karibik und 5 in nordamerika den größten anteil an der weltbevölkerung hat asien wo 61 aller menschen leben vgl abb 2 durch die gleichzeitige expansion der nahrungsmittelproduktion konnte bisher die stetig wachsende anzahl von menschen mit nahrungsmitteln versorgt werden und es ist zu keinem globalen zusammenbruch der versorgung mit nahrungsmitteln gekommen auch im zuge des steigenden wohlstands als folge der industrialisierung in deren verlauf sich nicht nur die quantitativen sondern auch die qualitativen ansprüche an die ernährung verändert haben traten in den betroffenen ländern keine engpässe auf im gegenteil die ernährungssituation hat sich in den industrialisierten ländern kontinuierlich verbessert was zu einem dauerhaften anstieg der lebenserwartung beigetragen hat allerdings ist die bevölkerung gegenwärtig nicht in allen regionen der welt gleich gut mit nahrungsmitteln versorgt während in zahlreichen regionen insbesondere in afrika wiederkehrend hungersnöte auftreten gibt es in der europäischen union Überproduktionen die sich in sogenannten »milchseen« und »butterbergen« zeigen und teilweise zu einer vernichtung von nahrungsmitteln führen die starken regionalen unterschiede hinsichtlich der verfügbarkeit von nahrungsmitteln resultieren aus den starken ökonomischen disparitäten zwischen den ländern in ländern mit relativ hohem pro-kopf-einkommen ist die pro-kopfkalorienversorgung höher als in relativ einkommensschwachen ländern die schlechte ernährungssituation in vielen ländern ist nicht darauf zurückführen dass nicht ausreichend nahrungsmittel für die weltbevölkerung produziert werden können sondern resultiert aus anderen faktoren die vorliegende studie beschäftigt sich mit der frage wie sich das angebot und die nachfrage nach nahrungsmitteln generell und insbesondere nach nahrungsmittelrohstoffen die die basis für die erzeugung von nahrungsmitteln darstellen bis zum jahr 2030 entwickeln könnten wird die produktion von nahrungsmitteln mit der wachsenden weltbevölkerung schritt halten können oder sind engpässe auf einzelnen märkten zu erwarten im folgenden werden zunächst die wesentlichen entwicklungstrends welche die nachfrage nach und das angebot an nahrungsmitteln beeinflussen diskutiert bei der analyse der produktionsseite wird insbesondere auf wasser und boden eingegangen deren verfügbarkeit grundlegend für den anbau von nahrungsmittelrohstoffen ist im engen zusammenhang mit der entwicklung von angebot und nachfrage steht die entwicklung der preise für nahrungsmittel deren historische entwicklung wird im rahmen der vorliegenden studie exemplarisch für getreide Ölsaaten kaffee kakao und zucker analysiert für diese nahrungsmittel werden preisprognosen bis zum jahre 2030 erstellt die studie schließt mit einem fazit 10 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2
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2 entwicklung der nachfrage bei der analyse der nachfrage nach nahrungsmittelrohstoffen sind veränderungen des umfangs der insgesamt nachgefragten menge und der nachfragestruktur zu berücksichtigen die gesamtnachfrage und ihre strukturelle zusammensetzung hängen im wesentlichen von demographischen und wirtschaftlichen faktoren sowie von der substituierbarkeit dieser rohstoffe durch andere produkte ab im folgenden werden entwicklungstrends der wesentlichen einflussfaktoren auf die nachfrage und das angebot auf nahrungsmittelmärkten skizziert und soweit möglich die ergebnisse relevanter prognosen zur entwicklung der einflussfaktoren präsentiert hierbei werden auch regionale unterschiede dargestellt 2.1 gesamtnachfrage insgesamt ist davon auszugehen dass die weltbevölkerung weiterhin wachsen wird die vereinten nationen prognostizieren für den zeitraum von 1999 bis 2030 eine zunahme der bevölkerung um 2,3 milliarden menschen was einem wachstum von 40 entspricht.4 in dieser prognose umfasst die weltbevölkerung im jahr 2030 8,3 mrd menschen das bevölkerungswachstum und der damit verbundene anstieg der nahrungsmittelnachfrage wird sich deutlich zwischen den industrie und entwicklungsländern unterscheiden vgl abb 3 die bevölkerung wird insbesondere in afrika asien und südamerika stark wachsen während sie bis 2030 in den industrieländern nur leicht 9,8 zunehmen wird das jährliche wachstum der weltbevölkerung wird mit 1,2 bis zum jahre 2015 und mit 0,9 im zeitraum von 2015 bis 2030 gegenüber den letzten drei jahrzehnten des letzten jahrhunderts deutlich zurückgehen zwischen 1969 und 1999 wuchs die weltbevölkerung mit jahresdurchschnittlich 1,7 der rückgang der wachstumsrate der bevölkerung impliziert jedoch nicht dass auch das wachstum der nachfrage nach nahrungsmittelrohstoffen an dynamik verlieren wird zwar würde bis 2030 aufgrund des bevölkerungswachstums bei unveränderten ernährungsgewohnheiten eine geringere expansion der nahrungsmittelproduktion erforderlich sein als im zeitraum wachstum der weltbevölkerung wachstum in 19992030 1969 bis 1999 für die entwicklung der nachfrage nach nahrungsmitteln ist jedoch neben der bevölkerungs40,2 50,2 114,1 72,7 44,0 53,5 25,2 9,8 7,8 welt entwicklungsländer afrika südlich der sahara naher osten und nordafrika lateinamerika und karibik südasien ostasien industrieländer transformationsländer abb 3 entwicklung die entwicklung des kalorienverbrauchs pro kopf relevant der im engen zusammenhang mit der entwicklung des pro-kopf-ein4 vgl united nations 2000 wir beziehen uns im folgenden auf die mittlere variante der revision der united nation world population prospects aus dem jahr 2000 weil diese bevölkerungsprognose die grundlage für den jüngsten bericht der food and agriculture organisation fao der united nations zur entwicklung der agrarwirtschaft darstellt vgl fao 2002 quellen fao 2002 eigene darstellung berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 11
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kommens steht mit steigendem einkommen nimmt der kalorienverbrauch zu wie die unterschiede im kalorienverbrauch zwischen den weltregionen verdeutlichen vgl abb 4 den deutlich höchsten kalorienkonsum haben die industrieländer die auch das höchste einkommen haben die bevölkerung in den entwicklungsländern deren einkommen nur einen bruchteil des einkommens in den industrieländern ausmacht verbraucht im schnitt 17 weniger kalorien als die bevölkerung in den industrialisierten ländern hinsichtlich des pro-kopf-einkommens werden bis zum jahr 2030 von der weltbank ganz erhebliche zuwächse prognostiziert vgl abb 5 das stark ausgeprägte wirtschaftswachstum in vielen regionen der welt dürfte einen deutlichen anstieg der nachfrage nach nahrungsmittelrohstoffen nach sich ziehen die stärksten einkommenszuwächse werden für den zeitraum von 1999 bis zum jahr 2030 in regionen asiens prognostiziert mit jährlichen zuwachsraten von mehr als 5 in ostasien und zwischen 3,9 und 4,3 in südasien auch für den südamerikanischen kontinent und für die transformationsländer wird mit einer jährlichen zunahme von 4 bis 2015 bzw 4,3 2015 bis 2030 ein deutlicher anstieg des prokopf-einkommens prognostiziert die industrieländer die das höchste ausgangsniveau beim einkommen aufweisen werden voraussichtlich bis 2030 nur vergleichsweise geringe zuwachsraten realisieren können im durchschnitt werden sich aufgrund der unterschiedlichen wachstumsdynamik in den relativ armen und den relativ reichen ländern die einkommensdisparitäten zwischen diesen ländern reduzieren dadurch könnten auch die regionalen unterschiede im kalorienverbrauch abnehmen für den zeitraum von 1999 bis 2030 prognostiziert die food and agriculture organisation fao der united nations den stärksten anstieg des kalorienverbrauchs pro kopf für die entwicklungsländer 11,2 während der kalorienverbrauch in den industrieländern mit +3,6 nur vergleichsweise verhalten ansteigen wird vgl abb 4 entsprechend der prognose des prognose kalorienverbrauch pro kopf 1999/97 2015 und 2030 entwicklungsländer bip pro kopf 199799 2015 2030 jährliche wachstumsrate in 1997/99 bis 2015 2015 bis 2030 transformationsländer industrieländer welt welt entwicklungsländer afrika südlich der sahara naher osten und nordafrika lateinamerika und karibik südasien ostasien industrieländer transformationsländer 2,3 3,7 1,8 1,8 2,8 3,9 5,3 2,6 4,0 2,9 4,4 2,3 2,4 3,5 4,3 5,8 2,8 4,3 0 abb 4 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 4000 abb 5 quellen fao 2002 eigene darstellung quellen fao 2002 eigene darstellung 12 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2
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fao wird es im jahr 2030 dennoch weiterhin ausgeprägte unterschiede in der kalorienversorgung zwischen industrieländern und anderen regionen der welt geben während 1999 der kalorienverbrauch in den entwicklungsländern 82,9 des niveaus der industrieländer betrug könnte dieser wert unter dem fao-szenario auf 85,1 im jahr 2030 ansteigen auch die ehemaligen transformationsländer für die ein wachstum des kalorienverbrauchs pro kopf von 1999 bis 2030 um 9,4 angenommen wird werden nach der fao-prognose im jahr 2030 weiterhin deutlich unterhalb des niveaus der westlichen industrieländer liegen zusammenfassend lässt sich feststellen dass der kalorienbedarf insgesamt im jahr 2030 in allen in abbildung 6 aufgeführten ländergruppen mit ausnahme der transformationsländer deutlich höher sein wird als im jahr 1999 diese zuwächse resultieren aus der kombination von zuwächsen bei der bevölkerung und dem wachstum des kalorienbedarfs pro kopf besonders stark wird der kalorienverbrauch insgesamt und damit auch die nachfrage nach nahrungsmitteln in jenen regionen der welt zunehmen in denen gleichzeitig hohes bevölkerungswachstum und hoher einkommenszuwachs stattfinden werden weltweit wird der durchschnittliche kalorienverbrauch pro kopf bis zum jahr 2030 um 8,8 steigen während die bevölkerung um 2,3 mrd und damit um mehr als 40 zunehmen wird deshalb ist der anstieg des gesamten kalorienverbrauchs in der welt bis zum jahr 2030 in erster linie das ergebnis des globalen bevölkerungswachstums und resultiert vergleichsweise wenig aus der zunahme des durchschnittlichen kalorienverbrauchs pro kopf für die weltnachfrage nach nahrungsmitteln wird insbesondere die entwicklung in südasien entscheidend sein für das insgesamt eine zunahme des kalorienverbrauchs um mehr als 85 prognostiziert wird dieser anstieg wird in erheblichem maße auf die entwicklungen in china und indien zurückzuführen sein auch im nahen osten und nordafrika wird der kalorienverbrauch insgesamt um mehr als 80 steigen während für die industrieländer insgesamt nur etwa ein anstieg um 13 prognostiziert wird der mit abstand stärkste anstieg ergibt sich mit annähernd 148 für die afrikanischen länder südlich der sahara insgesamt lässt sich feststellen dass die wachstumsmärkte für den absatz von nahrungsmitteln zukünftig in erster linie außerhalb europas und nordamerikas liegen werden 2.2 nachfragestruktur die prognosen der fao implizieren dass der kalorienverbrauch in der welt insgesamt im jahr 2030 etwa 50 höher sein könnte als 1999 bei unveränderter struktur der gesamtnachfrage müsste zur befriedigung dieses kalorienverbrauchs die produktion aller nahrungsmittelrohstoffe ebenfalls um 50 wachsen es ist jedoch davon auszugehen dass der anstieg des pro-kopf-einkommens und ein hiermit einhergehender anstieg des kalorienverbrauchs zu veränderungen in der zusammensetzung der ernährung führen wird deshalb berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 13
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ist zukünftig nicht nur eine erhöhung der produktion erforderlich sondern auch eine veränderung der zusammensetzung der insgesamt produzierten menge von nahrungsmitteln besonders stark wird die produktion jener nahrungsmittel ausgedehnt werden müssen die im zuge steigenden pro-kopf-einkommens stärker nachgefragt werden generell führt ein anstieg des einkommens zur nachfrage von höherwertigen lebensmitteln.5 die struktur der zukünftigen nachfrage wird zudem von den unterschiedlichen ernährungsgewohnheiten in den weltregionen beeinflusst beispielsweise hinsichtlich des konsums von reis und kaffee während china indien und indonesien mit 140 90 und 75 kilogramm jährlich den höchsten pro-kopf-konsum von reis haben liegt der verbrauch in afrika europa und nordamerika unter 20 kilogramm.6 deutliche regionale unterschiede zeigen sich auch beim pro-kopf-verbrauch von kaffee der im jahr 2002 in finnland 11,4 in deutschland 6,5 in japan 3,2 in südkorea 1,6 und in russland 1,4 liter betrug.7 abbildung 7 verdeutlicht die regionalen unterschiede in der zusammensetzung der nahrung die ernährung der weltbevölkerung insgesamt basiert zum großteil auf getreide welches von den in abbildung 7 dargestellten nahrungsmitteln rund 40 ausmacht etwa 20 entfallen auf milch sowie milchprodukte rund 18 auf wurzeln und knollen der anteil von fleisch liegt bei etwa 10 der von zucker bei rund 8 es lässt sich feststellen dass der anteil von fleisch an der ernährung in den industrieländern mit 22,3 deutlich höher ist als in den entwicklungsländern 6,4 und in den transformationsländern 11,7 auffallend ist der hohe getreideanteil an der ernährung in den entwicklungsländern annähernd die hälfte der nahrung basiert auf getreide für die abschätzung der effekte die von dem anstieg des kalorienverbrauchs auf einzelne produktgruppen und nahrungsmittel ausgehen werden stellt sich die frage ob die regionalen unterschiede in den ernährungsgewohnheiten im zuge der globalisierung und des internationalen handels mit lebensmitteln abnehmen werden oder ob religiöse und kulturelle faktoren eine persistenz der unterschiedlichen entwicklung der weltbevölkerung und des kalorienverbrauchs in 1999 bis 2030 wachstum bevölkerung wachstum wachstum kalorienver kalorienverbrauch/kopf brauch gesamt ernährungsgewohnheiten bedingen nach einer untersuchung der oecd gibt es zwischen den hocheinkommensländern bereits eine erhebliche Überlappung in den ernährungsgewohnheiten so basieren dort 75 der konsumierten nahrungsmittel auf den gleichen nahrungsmittelrohstoffen auf denen die ernährung in den usa basiert.8 andererseits welt entwicklungsländer afrika südlich der sahara naher osten und nordafrika lateinamerika und karibik südasien ostasien industrieländer transformationsländer abb 6 40,2 50,2 114,1 72,7 44,0 53,5 25,2 9,8 7,7 8,8 11,2 15,7 5,5 11,2 20,7 9,2 3,6 9,4 52,3 67,0 147,8 82,1 60,1 85,2 36,7 13,6 1,0 quellen fao 2002 eigene berechnungen 5 6 7 8 vgl international food policy research institute 2001 vgl kommission der europäischen gemeinschaften 2002 vgl deutscher kaffee-verband 2005 vgl fao 2002 s 19 14 berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2
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werden in japan trotz eines etwa gleichen einkommensniveaus wesentlich weniger kalorien verbraucht als in den usa und in thailand weniger als in brasilien die prognose der fao zum konsum einzelner nahrungsmittel basiert auf der annahme dass sich bis zum jahr 2030 veränderungen in der zusammensetzung der nahrung einstellen werden vgl abb 8 in den industrieländern werden hierzu insbesondere veränderungen in der altersstruktur und im gesundheitsbewusstsein beitragen in den entwicklungsländern und in den transformationsländern werden strukturelle veränderungen aus der verbesserung der wirtschaftlichen situation und der hiermit einhergehenden nachfrage nach höherwertigen lebensmitteln eine rolle spielen im zuge dieser strukturellen veränderungen wird der anteil von getreide an der ernährung in allen ländergruppen insbesondere aber in den entwicklungsländern abnehmen vgl abb 8 eine zunahme des anteils an der nahrungszusammensetzung wird hingegen für milch und milchprodukte pflanzliche Öle und Ölsaaten sowie fleisch prognostiziert am stärksten wird sich der ernährungsanteil von fleisch mit einem zuwachs von etwa 1,5 prozentpunkten insgesamt und annähernd 4 prozentpunkten in den entwicklungsländern verändern während der anteil von getreide an der ernährung insgesamt zurückgehen wird für das jahr 2030 wird weltweit ein durchschnittlicher pro-kopf-konsum von 45,3 kg fleisch pro jahr prognostiziert diese menge liegt 8,9 kg oberhalb des fleischkonsums des jahres 1999 besonders ausgeprägt ist der prognostizierte anstieg des fleischkonsums pro kopf mit rund 23 kg in lateinamerika und rund 21 kg in ostasien entsprechend der berechnungen der fao wird der pro-kopf-fleischkonsum im jahr 2030 mit rund 100 kg weiterhin in den industrieländern am höchsten und hier 2,7 mal so hoch sein wie in den entwicklungsländern vergleich der zusammensetzung der ernährung 19971999 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 welt industrieländer transformationsländer milch milchprodukte fleisch pflanzl Öl Ölsaat hülsenfrüchte zucker wurzeln knollen getreide veränderung der anteile einzelner agrarprodukte an der ernährung in prozentpunkten 1999-2030 entwicklungsländer transformationsänder industrieländer welt milch milchprodukte fleisch pflanzl Öl Ölsaat hülsenfrüchte zucker wurzeln knollen getreide entwicklungsländer -8 abb 8 -6 -4 -2 0 2 4 abb 7 quellen fao 2002 eigene darstellung quellen fao 2002 eigene darstellung die summe der aufgeführten kategorien entspricht 100 prozent bei fleisch gewicht des schlachtkörpers des tieres berenberg bank · hwwi strategie 2030 · nr 2 15
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