Willich erleben - Ausgabe 05/2016

 

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Willich erleben - Ausgabe 04/2016

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5 5 | 2016 Jetzt kostenlos mitnehmen! WILLIeCrlHebenWillich, Anrath, Schiefbahn & Neersen

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IHRE KRANKENKASSE UNTERSTÜTZT SIE! Der §20 - Das Präventions-Gesetz Die Kurse nächsten starten am: 161.2N. oOvketombbeerr Vorbeugen ist besser als heilen! Seit 2000 sind wir auf Gesundheitskurse spezialisiert. Im Jahr 2016 haben wir unsere Angebot um zertifizierte Präventionskurse erweitert. Neuer Präventionskurs: five – das präventive Ganzkörpertraining • 4 Wochen Kurs – der Sie wieder aufrichtet und Ihre Beweglichkeit fördert • Ihre Krankenkasse unterstützt Sie mit mindestens 75,- €* (Kursgebühr 129,- €) • Kursleitung: Markus Janßen: Staatlich geprüfter Physiotherapeut • Vereinbaren Sie Ihr Beratungsgespräch unter Telefon: 02154-8866 0 Rücken- & Gelenkzentrum *unterschiedliche Erstattung je nach Krankenkasse Halle 22 Fitness & Gesundheit e.K. • Schmelzerstr. 5 • 47877 Willich • Telefon: (02154)88660 • www.halle22.de

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// Willich erleben Liebe Leserinnen und Leser, DANKE – möchten wir an dieser Stelle nur einfach einmal sagen. Denn wir freuen uns über die große Resonanz, die wir auf „Willicherleben“ bekommen. Eine kleine Erfolgsgeschichte ist unsere Internetseite, die fast 100.000 Mal im Monat aufgerufen wird und unsere Magazine sind schnell vergriffen. Als Dankeschön haben wir jetzt einen Kalender „Willicherleben 2017“ in limitierter Auflage herausgegeben. Auf dreizehn Seiten präsentieren wir Willicher Fotos von Fotograf Sascha Lucas. Auch ihm gilt ein besonderes Dankeschön für seine Hilfe und Mitarbeit. Positiv wurden in unserer vierten Ausgabe die Geschichten aus Niederheide aufgenommen, aber auch unser Rätsel kommt an und viele Leser schicken uns dazu E-Mails oder Postkarten, darüber freuen wir uns sehr. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die Heimat- und Geschichtsfreunde Willich mit dem Heimatmuseum im Albert-Oetker-Park vor, ebenso das Programm der Schlossfestspiele 2017. Dazu empfehlen wir den außergewöhnlichen Reisetipp von Olaf Krüger, den Gartentipp von Gärtnermeister Jan Hartfiel und den Tierarzt-Rat von Dr. Jean-­ Michel Muller. Sehr gerne möchten wir den Willicher Bernd-Dieter Röhrscheid und den Verein „StaR – Stammzellspende Rheinland“ unterstützen. Diese Aktion stellen wir Ihnen in diesem Magazin vor. Wenn Sie auch ein Thema haben, treten Sie einfach mit uns in Kontakt. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail. Wir präsentieren in „Willich erleben – Das Magazin“ das „Willicher Leben“ in all seinen Facetten Jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen des Magazins und empfehlen Ihnen einen Internet-Besuch auf www.willicherleben.de. Nadia Joppen & Wolfgang Dille Herausgeber Inhaltsverzeichnis // Willicher Leben 7 // Kultur erleben 8 12// Willicher Leben 18// Kultur erleben Spaß an Bewegung Schlossfestspiele 2017 Ein Stück Heimat Magical Christmas Time Tour 2016 20// Geschichte erleben 25// Willicher Leben 30// Vereine erleben 36// Willich erleben Bahnhof Anrath Sonderzug Zarengold Kurz Tipps Termine in Willich 3

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4 //  Willich erleben Auf dieser Seite in „Willich erleben – das Magazin“ präsentiert unser Fotograf Sascha Lucas immer eines seiner Fotos. Heute: Herbstwanderung an der Niers Mehr Fotos von Sascha Lucas unter www.slucas.de

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// Willich erleben Mensch, Willich ist ein Dorf…!? WEM: ...Willich ist ein Dorf steht in der Überschrift, ist Willich erleben auch noch ein Dorf? DK: Es war mal ein Dorf, als alles vor über 3,5 Jahren begonnen hat. Heute ist Willich erleben eine gesund gewachsene Stadt. Vielleicht sogar schon eine kleine Großstadt... WEM: Du bist nicht mehr alleine? DK: Hinter Willich erleben stecken mittlerweile mehrere kluge Köpfe! Der tägliche, zeitliche Aufwand ist sehr hoch um solch eine allumfassende Plattform zu betreiben. Die klassischen lokalen Zeitungen werden ja auch nicht in einer One-Man-Show am Laufen gehalten. Alleine ist so etwas längst nicht mehr zu stemmen. Gemeinsam mit Nadia Joppen und Wolfgang Dille betreue ich seit 2016 dieses tolle Projekt „Willich erleben“. Beiträge und Fotos werden von uns, im Grunde eine Art „Redaktionsteam“ bearbeitet und auf den verschiedenen Plattformen veröffentlicht. Auch hier im Magazin... 7W5.I0L0L0IeCrlHeben VERTEILE PRINT- 80.000AUSGABEN 100.000FACEBOOKLESER PRO WOCHE WEB-AUFRUFE IM MONAT WEM: Es gibt ja nun den ersten Ableger von Willich erleben... DK: …Willich erleben hat sozusagen Nachwuchs bekommen, als mobile App für unsere Stadt. Kostenlos und aktuell alle wichtigen Informationen und Nachrichten aus Willich, Anrath und Neersen auf das Smartphone. Wir haben in der App alle wichtigen Telefonnummern für die kleinen und großen Notf­älle in der Stadt hinterlegt. Einfach den unten abgedruckten QR Code mit dem Handy ab scannen. Dieser führt direkt zur Downloadmöglichkeit im ent­ sprechenden App Store. WEM: Willich erleben wird die Menschen also weiterhin begleiten? DK: Das ganz sicher. Im Übrigen nicht nur 365 Tage mit Hilfe der vers­ chiedenen Online-Plattformen, sondern auch ganz klassisch in ihrer Küche oder Diele. Mit dem Willich erleben Kalender 2017! Ein sehr hochwertig ged­ ruckter Bild­kalender mit Motiven aus allen vier Stadtteilen im DIN A3 Format. So können alle Willicher mit Hilfe von zwölf ausdrucksstarken Bildern einmal quer durch unsere Heimatstadt reisen – ohne das Haus zu verlassen. Mehr dazu auf Seite 22/23 hier im Magazin. WEM: … also eine gesamtes Team? DK: Richtig. Dazu kommt noch unsere Grafikerin Nicole Barendt-Ley. Sie gestaltet mit uns gemeinsam das Magazin. Eine absolute Fachfrau, mit ihrer Hilfe bringen wir unsere Texte und Fotos in die optisch ansprechende Form, so wie wir es uns wünschen. Sie gibt dem Gesamten eine Art Rahmen. Dann gibt es ja auch noch unseren „Haus- und Hoffotografen“ Sascha Lucas. Er rückt nicht nur unsere Titelbilder mit Hilfe seiner Kamera ins rechte Licht. WEM: Wie sieht es unter der Motorhaube aus? DK: Mindestens genauso spannend, denke ich. Allein unser Magazin ist mittlerweile, diese Ausgabe mitgerechnet, in einer gesamten Auflage von 75.000 Stück verteilt worden. Unsere Facebook-Seite hat aktuell eine wöchentliche Reichweite von über 80.000 Leser pro Woche. Die Internetseite kratzt mittlerweile an den 100.000 Aufrufe/Monat. Diese Zahlen erreichen andere Plattformen selbst mit einer täglichen Printausgabe nur sehr schwer oder gar nicht. Wir freuen uns sehr dass unsere tägliche Arbeit anerkannt wird und die Leserinnen und Leser uns ihr Vertrauen schenken. www.willicherleben.de facebook.com/willich.erleben twitter.com/willicherleben instagram.com/willicherleben 5

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Hans Brocker KG · Im Fließ 14 · 47877 Willich Tel. 02154 9566-0 · Fax 02154 9566-49 · www.brocker-moehren.de Junges Gemüse sucht Liebhaber! 6 //  Willicher Leben

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// Willicher Leben Spaß an Bewegung, Geselligkeit und Abwechslung: Die ‚Integrativen Gruppen“werden 15 Vor 15 Jahren hat dieses besondere Sportangebot beim TV Schiefbahn mit fünf Kindern begonnen – heute sind rund 130 Kinder und Jugendliche dabei: Im Oktober feiern die „Integrativen Gruppen“ des TV Schiefbahn ihr Jubiläum mit einem Sport- und Spielfest in der Peter-Bäumges-Halle und vielen Besuchern. Hinter dem sperrigen Wort „Integrative Gruppen“ steckt ein ganz einfacher Grundsatz: Kinder und Jugendliche – mit körperlichen und geistigen Behinderungen oder Kinder ohne Einschränkungen und immer ungeachtet der Frage, wo die Familien in der Gesellschaft stehen – machen zusammen Sport – um sich zu bewegen und fit zu sein, Spaß zu haben und den unkomplizierten Umgang miteinander zu lernen. „Die Idee dazu hatte meine Frau Petra, die früher als Integrations­ helferin an der Hubertus-Schule gearbeitet hat. Sie meinte, dass das Miteinander in der Schule funktioniert und warum nicht auch im Sport“, schildert Stephan Adomeitis, der mit seiner Frau die Gruppen leitet. Sie hätten dann Ulrike und Klaus Bamberg vom TV Schiefbahn anges­ prochen und so wurde das Angebot in die Vereinsa­ rbeit aufgenommen. Um angemessen auf die häufig doch eingeschränkten Fähigkeiten der Kinder eingehen und entsprechende Sportkonzepte entwickeln zu können, haben die Adomeitis verschiedene Übungsleiter-Scheine gemacht – etwa für Coronar-Sport, Sport in der Krebs-Nachsorge oder für Menschen nach einem Schlaganfall. Die Sporthallen und Sportplätze in Willich sind mittlerweile ihr zweites Zuhause: Mittwochs leiten sie drei Gruppen im Trampolins­pringen in der Turnhalle der Hubertus-Schule, weil diese Sportart die Kinder einfach immer wieder begeistert, schildert Petra Ado­meitis. „Sie haben das Gefühl, ein bisschen zu fliegen und können sich teils auch leichter bewegen – das macht ja jedem Spaß“. Donnerstags wird in verschiedenen Gruppen Hallensport gemacht, „seit kurzem haben wir auch einen Übungsleiter für Kampfsportübungen“, so Stephan Adomeitis. Der Hit für viele ist Basketball – es gibt eine Rollstuhl-B­ asketball-Gruppe und eine „zweibeinige“. Die speziell ange­fertigten Rollstühle stellt der TV Schiefbahn, „wir haben da­bei viel Unterstützung durch Sponsoren“, so Adomeitis. Ganz klassisches Fußballtraining findet freitags auf dem Sportplatz Siedler-­Allee statt. Außerdem organisieren die Betreuer ein- oder mehrtägige Ausf­lüge und achten bei allen Aktivitäten daraus, dass alle Kinder mitmachen können. Eine besondere Freude für alle, die in der Übungsleitung aktiv sind, ist es zu sehen, dass sich die Kinder entwickeln – so hat sich das Altersspektrum mittlerweile auch auf junge Menschen bis 26 Jahre ausgeweitet: „Unsere Kinder sind eben älter geworden, aber es gibt für sie in anderen Vereinen keine Möglichk­eiten. Also machen wir das eben auch“, meint Stephan Adomeitis. Er freut sich, dass im Laufe der Jahre ganz viele Projekte neben dem Sport entstanden sind: Es gibt Fußball-Turniere mit mehreren Mannschaften – ein Behinderten-Team, aber auch Teams anderer Vereine aus der Umg­ ebung. Das DFB-M­ obil war schon mehrfach da und ein Highlight ist dank des Eins­atzes der HanseMerkur Versicherung entstanden: 2013 erhielten die Inte­grativen Gruppen den Kinderschutzpreis des Unternehmens. Dabei entstand ein Kontakt zum BUNDESJUGENDBALETT von Prof. John Neumeier und dem künstlerischen Leiter Kevin Haigen. Die jungen Tänzer kamen im November 2014 nach Schiefbahn und übten mit den Kindern Teile ihrer Choreo­graphie ein – die Schiefbahner Kids wiederum durften zur Verleihung des 34. HanseM­ erkur Preise für Kinderschutz in Hamburg reisen und mit den Profis vor 500 Gästen tanzen. Einen großen Dank spricht Stephan Adomeitis den Familien Limbach und Brychcy aus. Sie sind seit Jahren verlässliche Unterstützer der Arbeit und immer da, wenn beim Training oder bei Veranstaltungen Hilfe gebraucht wird. „Außerdem möchten wir allen danken, die uns im Laufe der Jahre mit Geldund Sachs­ penden unterstützt haben. Sonst hätten wir viele Dinge nicht realisieren können“, meint Stephan Adomeitis. INFO: Der 15. Geburtstag der „Integrativen Gruppen“ wird am 29. Oktober ab 16:00 Uhr in der Peter Bäumges-Halle, Jahn-S­traße 1 in Schiefbahn gefeiert. Es kommen bekannte Gesichter aus dem deutschen Fernsehen, das BUNDES­JUGENDBALLETT und es gibt ein buntes Programm. Gäste sind herzlich willkommen, die „Integrativen Gruppen“ kennen zu lernen. 7

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Schlossfestspiele – erleben ‚Vergeben – Vergessen – Verzeihen"Ist das Motto der Schlossfestspiele vom 18. Juni bis 20. August 2017 „Michel aus Lönneberga“ – „Honig im Kopf“ – „Der zebrochene Krug“ Die 34. Spielzeit beginnt am 18. Juni 2017 mit der Premiere des Kinderstücks, „Michel aus Lönneberga“, von Astrid Lindgren unter der Regie von Gideon Rapp. Am 24. Juni folgt die Eröffnungspremiere des ersten Abendstücks. Die Festspielbesucher dürfen sich auf die Bühnenadaption der Tragikomödie „Honig im Kopf“ von Til Schweiger freuen, die 2014 zu dem Überraschungs­ erfolg in den deutschen Kinos wurde. Regie wird Matthias Freihof führen, der in diesem Jahr den querschnittsgelähmten Philippe in „Ziemlich beste Freunde“ spielte. „Die Rollen-Besetzung steht allerdings zur Zeit noch nicht fest“, so Intendant Jan Bodinus bei der Programm-Vorstellung. Beim zweiten Abendstück handelt es sich um einen ganz großen Klassiker des deutschen Theaters: „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist. Nach Gerhard Ernst in der ersten Spielzeit 1984 und Claus Boysen im Jahre 1995 wird diesmal Michael Schanze die Paraderolle des Dorfrichters Adam spielen. Nach einjähriger Pause kehrt Michael Schanze somit auf die Neersener Bühne zurück, wo er 2015 als „Pater Brown“ brillierte. Intendant Jan Bodinus wird das Stück persönlich auf die Bühne bringen, Premiere ist am 29. Juli 2017. Neues und Bewährtes im Rahmenprogramm Auch das Rahmenprogramm der kommenden Spielzeit kann sich sehen lassen. Für die kleinen Festspielbesucher spielt das aus den letzten Spiel­ zeiten bekannte Hohenloher Figurentheater den „Kleinen Vampir“ nach dem Buch von Angela Sommer-Bodenburg in einer Fassung für Kinder ab sechs Jahre und Erwachsene. Für Kinder ab vier Jahre gibt es den Fernseh-K­ lassiker „Robbi, Tobbi und das Fliewatüt“, gespielt vom Puppentheater Con Cuore. Mademoiselle Chanel und Frank Sinatra Im Rahmenprogramm für Erwachsene kommen zwei alte Bekannte: Inez Timmer, dieses Jahr zu sehen im Stück „An allen Fronten: Lale Andersen und Lili Marleen“, wird 2017 die Lebensgeschichte der berühmten Coco Chanel 8 //  Kultur erleben

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erzählen und singen. Auch mit Christoph Schobesberger gibt es ein Wieders­ehen – aufgrund des großen Erfolgs wird in der kommenden Spielzeit der „FrankSinatra-­Abend“ zu sehen sein. Erich Kästner und Heinz Rühmann Erstmals in Neersen zu Gast ist der aus dem Fern­ sehen bekannte Schaus­ pieler Hans-Jürgen Schatz. Er bietet einen Erich-Kästner-Abend unter dem Motto „Ein Querschnitt durch die Gebrauchslyrik für Erwachsene“ an. Ein weiteres Highlight: „Jawohl meine Herr`n“ – ein Heinz Rühmann Abend mit Michael J. Westphal. Er präsentiert die beliebtesten Schlager und Filmrollen seines Idols und wird von Uli Schmid am Klavier begleitet. // Kultur erleben Schon fast Tradition ist das Figurentheater für Erwachsene – 2017 steht „Notre Dame“ auf dem Programm, gespielt vom Puppentheater Con Cuore. Es handelt sich dabei um ein Traumspiel nach Victor Hugo`s Klassiker „Der Glöckner von Notre Dame“. Musik bei den Schlossfestspielen - vom Fado bis zur Operngala Zum Festspielprogram 2017 gehören auch zwei musikalische Acts: Zum einen tritt der weit über sein Heimatland Portugal bekannte Fado-Sänger Telmo Pires mit seinen Musikern auf. Und ein Wiedersehen gibt es mit den beiden jungen Gitarristen von „Twofourtwelve“, die in der vergangenen Spielzeit mit ihrem Kurzauftritt im Vorprogramm von Otti Fischer begeisterten. Traditionell wird es natürlich auch eine Gartenlesung geben, diesmal unter dem Motto „Und träumte Frieden mir in die Brust“. Den Abschluss der Saison wird eine „Opern- und Operettengala mit Pfiff“ bilden, dargeboten von den Künstlern der Deutschen Oper am Rhein. Der Karten-Vorverkauf beginnt am 01. Dezember 2016 unter www.festspiele-neersen.de AUSVERKAUFT // Der Schauspieler Michael Schanze spielt den Dorfrichter Adam im Theaterstück „Der zerbrochene Krug“ 9

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Helfen, damit andere Menschen leben konnen: StaR–Stammzellspende Rheinland e.V. „Ihr Kind leidet an einer wahrscheinlich tödlichen Krankheit“ – Diesen Satz zu hören, ist für Eltern und Verwandte wohl das <> kommen. Die Ärzte hatten bei seinem damals vierjährigen Enkel Linus Leukämie festgestellt – und trotz eines ersten Erfolges nach einer Stammzellen-Transplantation im Kampf gegen die Krankheit erlitt der StaR e.V. sucht Spender Junge einen Rückfall und verstarb im Jahr 2008. Sein Großvater wollte bei diesem Thema nicht untätig bleiben. Er gründete im Oktober 2007 den Und genau mit diesen Zielen treten Röhrscheid und die Vereinsmitglieder an: Verein „StaR e.V.“ – Stammzellspende Rheinland. Die 27 Mitglieder sind alle StaR e.V. unterstützt schwerpunktmäßig die Knochenmarkspenderzentrale in ihrem Umfeld schon einmal mit der Krankheit Leukämie und deren Folgen der Uni Düsseldorf. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und kann für in Kontakt gekommen und möchten helfen, dass sich für möglichst viele jede Geldspende eine Spendenquittung ausstellen. Erkrankte die Hoffnung erfüllt, über eine Stammzellenspende geheilt zu „Wir begleiten möglichst viele Typisierungsaktionen in der Region: Seit 2008 werden. waren wir an 29 Aktionen beteiligt“, schildert Röhrscheid. Denn jede Erst-­ Um dieses Ziel zu erreichen sind zwei Ansätze wesentlich: Es muss immer Typisierung einer Blutspende oder Speichelprobe – wie sie heute ausreicht – mehr Menschen geben, die bereit sind, ihr Blut typisieren zu lassen und im mit Aufnahme der Ergebnisse in die weltweit vernetzte Spender-Datenbank Falle einer Übereinstimmung ihre Stammzellen zu spenden. kostet rund 50 Euro. Dabei kann es sein, dass ein Mensch bereit ist, Es braucht mehr Geld, um die Typisierungen und die Forschung zur Stamm- sich typisieren und als potentieller Spender in die Datenbank aufnehmen zellen-Transplantation voran zu bringen. zu lassen, aber die Kosten für die Typisierung nicht tragen kann. „50 Euro 10 //  Willicher Leben

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// Willicher Leben können für einen Schüler, Studenten oder Menschen mit geringem Blutwäsche zu entwickeln. So konnte die Qualität des Transplantates Einkommen viel Geld sein – wir brauchen aber jeden einzelnen Spenden­ verbessert und die Dauer der Behandlung auf etwa ein Drittel verkürzt willigen: Je mehr Einträge wir in der Datenbank haben, desto größer ist die werden. Möglichkeit, dass ein leukämiekranker Mensch einen genetischen Zwilling findet, der für ihn Stammzellen spenden kann“, betont Röhrscheid. Geldspenden gewinnen Stammzellenspender kann jeder werden, der zwischen 18 und 55 Jahren alt ist. Ein Ziel des Vereins ist es möglichst junge Menschen als typisierte Ein­ Im Laufe der Jahre ist es dem doch eher kleinen Verein gelungen, die Summe träge in die Datenbank zu gewinnen. von 750 000 Euro aus Spenden zu generieren – wobei dabei zum Beispiel Neben der Grob­typisierung auch große Summen ein- der Speichelprobe unter­stützt StaR e.V. auch, wenn in kon- << Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass sich für einen Leukämie-­ fließen wie Bußgelder aus Gerichtsverfahren. „Aber kreten Fällen eine Fein­ typisierung verschiedener Kranken ein passender Spender eher im eigenen regionalen Umfeld es sind auch immer wieder die kleinen Initiativen und mögl­icher Spender für einen erkrankten Menschen vor­ findet, weil die Spendenwilligen meist mindestens über mehrere Aktionen, die uns Gelder bringen – das ist eine ganz genommen wird. Diese feine- Generationen in ähnlichen Umweltb­ edingungen gelebt haben. >> re Typisierung dient dazu, wichtige Unterstützung der Arbeit“, betont Röhrscheid. möglichst viele Übereinstim- Viel Unterstützung gibt es mungen der Ge­webe­merk­ von Fußball-Fans aus der male des Spenders und des Empfängers zu finden, um den Erfolg der Trans- Region – etwa von den Ultras aus Block 42 von Fortuna Düsseldorf oder von plantation sicherer zu machen – allerdings kostet diese „HLA-A und HLA-B den Fans des KFC Uerdingen, die schon tolle Aktionen organisiert haben. Feint­ypisierung“ deutlich mehr als die erste Untersuchung. Jedem Spender stellt der Verein auf Wunsch eine Spendenquittung aus. Bei allen medizin-wissenschaftlichen Aspekten geht es aber immer um Der Arbeitsschwerpunkt Düsseldorf hat mehrere Gründe: Das Ziel ist es, Menschen – das darf man nicht aus den Augen verlieren: Im September 2009 die Feintypisierungen und dann die Transplantationen möglichst in der Region hat die Knochenmarkspenderzentrale der Uni Düsseldorf gemeinsam mit zu fördern. Finden diese Prozesse hier statt, dann muss der Spender nicht StaR e.V. in Düsseldorf den ersten „Tag der Stammzellenspende“ durch­ unter Umständen auch mehrere Tage Urlaub nehmen – das wäre notw­ endig, geführt. Dabei hatten sich auch Spender und Empfänger von Stamm­ wenn er in eine andere Knochenmarkspenderzentrale in Deutschland zellenspenden erstmals getroffen, eine hoch emotionale Angelegenheit für fahren müsste. beide, „Sie können sich nicht vorstellen, was da zwischen Lebensretter und Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass sich für einen Leukämie-Kranken wieder Gesundem abläuft“, meint Röhrscheid. ein passender Spender eher im eigenen regionalen Umfeld findet, weil die Spenden­willigen meist mindestens über mehrere Generationen in ähnlichen Umweltbedingungen gelebt haben. „Das macht es zum Beispiel so schwierig, wenn wir – wie in einem Fall – ein türkisches Kind haben, das einen Stammzellenspender sucht. Im Fall der kleinen Selim sind Spendenwillige aus ganz Deutschland angereist, deren Wurzeln in der türkischen Heimatregion liegen“, berichtet Röhrscheid. Info: Einfachere Spende und Transplantation Dank der wissenschaftlichen Arbeit ist heute die eigentliche Transplantation deutlich einfacher geworden – meistens müssen keine Stamm­zellen mehr direkt aus dem Rückenmark entnommen werden. Stattdessen wendet man die Standardmethode der PBSC-Spende an. Dabei erhält der Spender über mehrere Tage ein Medikament, das ein künstliches Fieber erzeugt. Dadurch werden die Stammzellen leichter in das Blut ausgeschwemmt. „Das ist natürlich etwas unangenehm, aber in der Regel zu bewältigen“, meint Röhrscheid. Danach geht der Spender einen Tag in die Apherese-Ambulanz des Düsseldorfer Universitätsklinikums, wo das Blut des Spenders durch einen Apparat geleitet wird, der die Stammzellen aus dem Blut gewinnt und in Beutel ableitet, vergleichbar einer Dialyse zur Blutreinigung bei einem nierenkranken Menschen. Diese Stammzellen werden dann dem Leukämie-Patienten gespritzt und leiten in der Regel den Heilungsprozess ein – wobei dieser Prozess auch eine große Belastung für den Körper des Transplantierten bedeutet. Zusätzlich fördert StaR e.V. die wissenschaftliche Arbeit der Mediziner in Düsseldorf. Dank der Arbeiten von Oberarzt Dr. Johannes Fischer ist es mittlerweile gelungen, einen deutlich besseren Apparat für die StammzellspendeRheinlande.V.// StaR e.V. Moorenstr. 5, Gebäude 14.83, 40225 Düsseldorf Tel.: 0211 / 811 96 20 E-Mail: kontakt@star-ev.de www.star-ev.de Wer die Arbeit von StaR e.V. unterstützen möchte, sollte folgende Konto-Verbindung verwenden: Stadtsparkasse Düsseldorf IBAN: DE04 3005 0110 1004 8752 31 BIC: DUSSDEDDXXX 11

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Heimat erleben – Heimat- und Geschichtsfreunde Willich e.V. 12 //  Willicher Leben 1950 hat alles mit wenigen Ausstellungsstücken angefangen. Heute ver­ walten die ca. 1.000 Mitglieder der Heimat- und Geschichtsfreunde mehr als 6.000 Exponate. Im Jahr 2015 ist der frühere Verein „Heimat- und Geschichtsfreunde Schiefbahn“ in „Heimat- und Geschichtsfreunde Willich e.V.“ umbenannt worden. „Grund war, allen Bürgern der Stadt Willich Verein und Museum zu öffnen“, erklärt Ernst Kuhlen. Er ist seit 2007 Vorsitzender der Heimatfreunde. „In Willich gibt es mit Sicherheit viele verborgene Schätze, sie müssen nur gefunden und gehoben werden“, ist er sich sicher. Das Museum bietet einen umfangreichen geschichtlichen Überblick über ländliche Lebensweisen, Handwerk und Kultur unserer Vorfahren. „Allerlei Interessantes und Kurioses aus mehreren Jahrhunderten hilft uns Ges­ chichte wieder lebendig werden zu lassen“, erläutert der Vorsitzende. Der in Schiefbahn gegründete Heimatverein übergab zunächst in den 50er Jahren eine erste heimatkundliche Sammlung mit rund 500 Exponaten der Öffentlichkeit, als im Keller der Hubertusschule ein Raum zur Verfügung gestellt wurde. Die nur notdürftige Unterbringung führte aber später dazu, dass die gesamte Sammlung 1976 dem Kreis Viersen (in der Dorenburg) als Dauerleihgabe überlassen werden musste. Intensive Sammelt­ätig­keit von Schrift- und Kulturgut und die Möglichkeit in den Räumen des St.-B­ ernhardGymnasiums im Oetker-Park unterzukommen, boten die Voraussetzung dafür, den Gesamtbestand wieder in Schiefbahn zu vereinen. Der langjährige Religionslehrer der Hünfelder Oblaten, Pater Andreas Petith, ermöglichte dem Heimatverein Ende der 90er Jahre die Unterbringung der Sammlung. Die Sammlung, die inzwischen mehr als 6.000 Exponate umfasst, zeigt anhand der Gemarkung Schiefbahn das kulturelle, geschichtliche und wirtschaftliche Wachsen unserer Stadt. Bis zum Frühjahr 2010 war die gesamte Ausstellung aufgrund der baulichen Voraussetzung in zwei Teile aufgeteilt: Das Heimatmuseum I wurde in mehreren Kellerräumen des Gebäude 4 im Gymnasium untergebracht, das Heimatmuseum II in der ehemaligen Gärtnerei des Oetker-Parks, im sogenannten „Kamps-Pitter“. „Sanierungsmaßnahmen im Gebäude 4 des Gymnasiums sowie die Um­ gestaltung im „Kamps-Pitter“ zwingen uns zur Neuordnung. Daher werden die Kellerr­äume im Augenblick nur als Archiv benutzt“, erklärt Ernst Kuhlen. Im „Kamps-P­ itter“ finden wir im vorderen Teil rechts Glasfenster der ehem­ aligen Gaststätte „Zum alten Brauhaus“ sowie Musik-Instrumente. Des Weiteren be­finden sich in den Vitrinen Relikte aus der Vor- und Früh­ geschichte wie Steinbeile und Tonschalen sowie römische Gefäßscherben und Münzen. Auf einen im Bruchgelände gefundenen Mammutunterkiefer sind wir besonders stolz. Backenzähne, Schenkel – und Gelenkknochen,

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die auf einen Mammutfriedhof hinweisen, sowie Hornzapfen vom Auer­ ochsen stammen ebenso aus unserem Gebiet. Sie bilden den Kontrast zu einem Originalplakat Napoleons und dem im 2. Weltkrieg abgeschossenen Kirchturmhahn. Der Hubertus-Schlüssel (ältestes Stück) wurde zum Brandmarken von tollwütigen Tieren benutzt in der Hoffnung, dass sie gesund würden. Verschiedene Abschnitte zeigen Materialien und Gegenstände aus dem handwerklichen dörflichen Leben, wie das Schneider-, Maler- und Hutmacher-Handwerk, aus Hauswebereien der Seidenwebereien, sowie aus dem Schul- und kirchlichen Leben und aus dem Arbeitsmaterial von Fotografen. Das Modell der früheren „Festung Schiefbahn“ um 1800 steht im Mittelpunkt des vorderen Raumes. Die alte Befestigungsweise mit Mauern und Türmen wurde im 15. / 16. Jahrhundert durch Wall und Graben ersetzt, wie sie im Modell zu finden ist. Die hinteren Räume des Museums umfassen Möbel und Einrichtungsgegenstände aus den 50er / 60er Jahren; eine gute Stube, Küche, Wohnzimmer, Schlaf- und Arbeitsraum, Musiktruhen, Radios und frühe Fernsehgeräte. Dazu umfasst die Ausstellung Haushaltsg­ eräte, die zum Kochen und Backen benötigt wurden, Brotmaschinen, Kaffeem­ ühlen, Bügeleisen, Nähmaschinen, Töpfe sowie Porzellan und Bestecke ebenso wie die Filmvorführmaschine des alten Dorfkinos „Capitol“, einen Fernschreiber, Schreibmaschinen, Druckerei-­ Setzkasten und die Geschichte der Drahtfunktelefone. Rund um den großen Innenhof sind mehrere Remisen gruppiert, in denen vor allem bäuerliche Großgeräte untergebracht sind, wie Mähbinder, Schlagkarre, Jauchekarre, Sämaschine, Eggen, Pflüge, Erntemaschinen, Flachsbearbeitungsgeräte sowie historische Traktoren. Im Mai 2011 wurde die restaurierte „Waschk­üche“ mit einer Holzwaschmaschine, einem „Pännchen“ zum Bereiten von Heißwasser sowie den Geräten zum Waschen eing­ eweiht. Im gleichen Gebäude befindet sich eine Holzschuhmacher- und Schusterwerkstatt. Derzeit wird ein zweites Gebäude des Museums saniert. Anfang 2018 kann dann die Ausstellung aus den Kellerräumen des Gymnasiums hier untergebracht werden. Das Gebäude wird ebenfalls den Haupteingang sowie ein Büro erhalten. Das Museum hat jeden zweiten Sonntag im Monat von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Um 15:00 Uhr ist jeweils ein Vortrag oder eine Filmvorführung geplant. Für Schulklassen und interessierte Gruppen werden geschichtliche Führungen angeboten. Heimatmuseums „KampsPitter“ im Park des St. Bernhard Gymnasiums, Albert-Oetker-Str.108 in Schiefbahn. (Der Beschilderung folgen) Geschäftsstelle Heimat – und Geschichtsfreunde Willich e.V. Straterhofweg 3, Tel. 021 54 / 7996. Weitere Informationen unter www.heimatverein-willich.de // Willicher Leben 13

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// Kultur erleben Schlossfestspiele – erleben ‚KidzClub“und‚Impro-Battles“ Intendant Jan Bodinus will im kommenden Jahr noch stärker auf junge Leute zugehen. Deshalb wurde der „Kidz Club“ gegründet. „Jetzt fragen sie bestimmt, warum Kids mit z – ganz einfach, weil wir es so schreiben und weil es in ist“, erklärt Bodinus lächelnd. Kidz Club richtet sich an Kinder zwischen sechs und zehn Jahren und wird von der erfahrenen Schauspielerin und Theaterpädagogin Reinhild Köhncke geleitet, die im Übrigen die Ehefrau von Sven Post ist. Köhncke, die im vergangenen Festspiel-Sommer unter anderem im „Gestiefelten Kater“ zu erleben war, wird mit „Michel aus Lönneberga“ in die Grundschulen gehen. In den teilnehmenden Klassen will sie das kommende Kinderstück spielerisch und mit viel Spaß auch schau­ spielerisch und improvisatorisch erarbeiten. Das Ergebnis soll an einem „Kidz-Club-Tag“ vor Schülern, Lehrern und Eltern vorgeführt werden. „Eine tolle Sache, um die ganz jungen Menschen an das Theater heranzuführen“, so Jan Bodinus. Sven Post, Leiter der „Jungen Schlossfestspiele“ hat auch bereits seine Arbeit wieder für die nächste Spielzeit aufgenommen. Seit einigen Wochen treffen sich jeden Dienstag ab 17:30 Uhr Jugendliche verschiedener Altersg­ ruppen, um sich durch Schauspiel-Training auf „Impro-Battles“ vorzubereiten. Die „Battles“ sind in den vergangenen beiden Spielzeiten ein großer Erfolg ge­ wesen. Die Jugendlichen messen sich dabei öffentlich und präsentieren gleichzeitig, was sie übers Jahr im Schauspiel-Kurs von Sven Post gelernt haben. Außerdem wird Sven Post wieder mit „Junge Schlossfestspiele // Ehepaar Reinhild Köhncke und Sven Post machen sich für die jungen Leute stark. Reinhild Köhncke spiel in Grundschulen und Sven Post macht Schauspiel-Training mit Jugendlichen mobil“ unterwegs sein. Gemeinsam mit einer Schauspielerin wird er Oberstufen der umliegenden Schulen mit einer Lesung aus „Das Tagebuch der Anne Frank“ besuchen. GmbH Walzwerkstraße 10 · 47877 Willich Tel.: 0 21 54/41 44 50 · Fax: 0 21 54/41 44 30 www.elektro-luecke.de 15

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