Chancen und Risiken für KMU im aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umfeld

 

Embed or link this publication

Description

Chancen und Risiken für KMU im aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Referat von Prof. Dr. Franz Jaeger Ordinarius für Wirtschaftspolitik an der Universität St. Gallen

Popular Pages


p. 1

1 chancen und risiken für kmu im aktuellen politischen und wirtschaftlichen umfeld referat von prof dr franz jaeger ordinarius für wirtschaftspolitik an der universität st gallen inhaltsverzeichnis 1 globalisierung ­ die unheimliche herausforderung 1.1 globalisierung ist mehr als internationaler freihandel 1.2 wachsende kommunikative vernetzung 2 grenzen und chancen der ökonomischen globalisierung 2.1 wie global ist die reale globalisierung 2.2 globalisierung als chance 3 klein und mittelunternehmen vor der globalisierungsherausforderung 3.1 rahmenbedingungen 10 thesen 3.2 was können/müssen klein und mittelunternehmen kmu tun 3.3 staatliche und verbandliche wirtschaftspolitik sollte © few-hsg

[close]

p. 2

2 1 globalisierung die unheimliche herausforderung 1.1 globalisierung ist mehr als internationaler freihandel der begriff globalisierung beschreibt zwar ein vorwiegend ökonomisches phänomen bedeutet aber weit mehr als nur eine fortschreitende internationalisierung des grenzüberschreitenden handels ausgetauscht bzw mobilisiert werden nicht nur immer mehr waren sondern zunehmend auch dienstleistungen kapital personen bzw arbeitsplätze informationen und know how eine ganz neue dimension erhält die globalisierung zudem durch die rasant fortschreitende weltweite vernetzung von sozialen bzw kulturellen gemeinschaften networking von politischen institutionen von netzinfrastrukturen insbesondere von technischen kommunikationssystemen und von unternehmen via grenzüberschreitende kooperationen beteiligungen und direktinvestitionen am anfang stand die Öffnung der grenze der fall des eisernen vorhangs der weltweite siegeszug liberaler gesellschafts und wirtschaftsordnungen auf der basis von demokratie markt und wettbewerb und nicht zuletzt die schleifung nationaler wirtschaftsfestungen durch den abbau institutioneller mobilitätsbarrieren auf globaler gatt wto wie auf regionaler ebene eu asean nafta usw stellen notwendige wenn auch nicht hinreichende voraussetzungen für die ökonomische globalisierung dar sie finden ihren ausdruck c in einer unaufhaltsamen beseitigung technischer handelshemmnisse und anderer protektionismen c in einer sukzessiven liberalisierung des dienstleistungs informations kapital und personenverkehrs c in einer Öffnung der öffentlichen submissionsordnungen sowie c in einer zunehmenden privatisierung bisher öffentlicher leistungserstellungen © few-hsg

[close]

p. 3

3 wachsende markträume kleinere marktanteile die markträume und die transportdistanzen werden grösser die optionen und möglichkeiten von anbietern und nachfragern vervielfältigen die produktepaletten und produktnischen differenzieren sich die anfechtung durch den potentiellen wettbewerb verschärft sich national und international marktmacht und marktanteile früher dominanter firmen werden auf wachsenden und sich ständig schneller wandelnden märkten zusehends relativiert grössere märkte bieten platz nicht nur für mehr sondern auch für grössere firmen steigende transportproduktivität der transport von gütern dienstleistungen und vor allem von informationen profitiert von technischen produktivitätsgewinnen diese sind eine folge der fortschreitenden verkehrstechnik und des quantitativen sowie qualitativen ausbaus der verkehrsinfrastrukturen produktivitätssprünge sind vor allem dort zu erwarten wo hardware-transporte durch software-kommunikation substituiert und dadurch kapazitätsengpässe physischer transportsysteme überwunden werden 1.2 wachsende kommunikative vernetzung dank sinkender kommunikationskosten und neuer informationstechnologien wird die welt bald einmal zum global-village telematik-systeme ebusiness internet und firmenweite intranets ermöglichen eine weltweite kommunikative integration in sämtlichen lebensbereichen und schaffen zahllose virtuelle marktplätze konsequenzen des cyberspace sind c der zugang zu irgendwelchen marktinformationen irgendwo in der welt wird für konsumenten transnationale small wie mega-player arbeitnehmer wie arbeitgeber immer leichter und zu mit der zeit sinkenden kosten möglich die transaktionskosten werden weiter drastisch sinken c entgrenzte kommunikation und weltumspannende transparenz schafft neben sinkenden transportkosten sowie neben dem wegfall institutioneller barrieren und nationaler währungen eine weitere wenn auch noch nicht hinreichende voraussetzung für eine verschärfung des globalen wettbewerbs und für das primat der ökonomischen logik auf sämtlichen güter © few-hsg

[close]

p. 4

4 kommunikations und transportmärkten c der erleichterte zugang zu daten über mikro und makroökonomische rahmenbedingungen in den regionen hilft den wirtschaftssubjekten die wahl der geografischen standorte ihrer ökonomischen aktivitäten zu optimieren dies schafft die grundlage für eine verstärkung des wettbewerbs unter systemen bzw regionalen wirtschaftsstandorten um mobiler gewordene produktionsfaktoren c die globale vernetzung der neuen kommunikationssysteme und die möglichkeit sich ihrer online und interaktiv zu bedienen schaffen auch die voraussetzung für eine dezentralisierung der konsum und arbeitswelt stichworte e-commerce teleshopping homebanking telearbeit homebzw mobilworking sowie für eine wachsende substitution von gütertransporten durch informations und software-Übermittlung gerade die schweiz verfügt hier im europäischen bereich über eine sehr gute ausgangslage c als neue akteure im global-village treten mehr und mehr auch virtuelle organisationen bzw ad-hoc-kooperationen auf firmeninterne feste funktionsorganisationen werden zunehmend durch variable firmenübergreifende prozessorganisationen abgelöst an die stelle von tiefgliedrigen funktionshierarchien treten in wachsendem masse flach organisierte temporär konstituierte projektteams vom arbeitsanbieter aus gesehen ersetzen zeitlich begrenzte projekteinsätze zunehmend die traditionelle funktionsbezogene einstellung auf zeit immer mehr arbeitnehmer werden so zu einzelunternehmern auf eigene rechnung mutieren c dualistische wirtschaftsstrukturen hier die behagliche nach aussen möglichst windgeschützte binnenwirtschaft dort die traditionell international agierende sturmerprobte exportwirtschaft werden sich im global-village nicht aufrechterhalten lassen strommarktliberalisierung unbundling der letzten meile usw parallel dazu wird der verbandsstaat kontinentaleuropäischer prägung nämlich das feste bündnis zwischen demokratie marktwirtschaft und sozialstaat infolge der dynamik und des diktats der globalen Ökonomie aus dem lot geraten bzw in eine fallweise kompetitive oder kooperative partnerschaft übergehen müssen © few-hsg

[close]

p. 5

5 2 grenzen und chancen der ökonomischen globalisierung 2.1 wie global ist die reale globalisierung die ökonomischen grenzen verlaufen nicht mehr entlang der politischen grenzlinien werte wie standortaffinität und heimatbewusstsein volkswirtschaftliches bzw gesellschaftliches verantwortungsbewusstsein von unternehmen der wunsch nach kleinräumiger Überschaubarkeit und gesellschaftlichen geborgenheit scheinen zwar im zuge des ökonomischen globalisierungsprozesses zu erodieren der zwang zu kostenorientierten defensiv angelegten standortverlagerungen sowie zur realisierung komparativer vorteile und zur fokussierung auf kernkompetenzen wird sich zudem verstärken ein gewisser trend zur anonymisierung und zur schwächung der sozialen kontrolle sowie zur entstehung bzw ausnutzung vorläufig noch rechtsfreier aktionsfelder ist unverkennbar die frage stellt sich steht uns der bankrott der politischen geografie der rechtsstaatlichkeit und der demokratischen mitbestimmung bevor ich denke nein denn c erstens verläuft der globalisierungsprozess einer ökonomischen und kommunikativen vernetzung keineswegs flächendeckend sondern er findet zunächst vor allem zwischen den urbanen agglomerationen fortgeschrittener wirtschaftsräume statt protektionismus und regionalismus forciert durch die mächtigen wirtschaftsblöcke usa eu japan feiern geradezu urständ c zweitens sind die realen markträume noch lange nicht kongruent mit den potentiellen markträumen der distanzschutz bleibt trotz sinkender kommunikations und transportkosten weitgehend erhalten ebenso erhalten bleiben regional unterschiedliche z.t geschichtlich und kulturell geprägte wertvorstellungen und bedürfnisse persönliche fühlungsvorteile bzw physische kontaktmöglichkeiten unter den ökonomischen akteuren werden bei unternehmerischen standortentscheidungen auch in zukunft eine wichtige ja wachsende rolle spielen das sind kmu-günstige faktoren c drittens ist globalisierung letztlich immer auch eine funktion der mobilität während die internationale integration der finanz und kreditmärkte mit © few-hsg

[close]

p. 6

6 abstrichen sowie der produktmärkte weit fortgeschritten ist stehen dem transnationalen know-how-transfer und vor allem der internationalen freizügigkeit von personen nach wie vor vielfältige sprachliche kulturelle und institutionelle barrieren entgegen der globalisierung der arbeitsmärkte sind also nach wie vor grenzen gesetzt ausnahmen bilden die internen arbeitsmärkte multinationaler konzerne für führungskräfte und die global integrierten arbeitsmärkte für hochqualifizierte spezialisten die einer mobilen elite zusehends attraktive internationale karrieremöglichkeiten eröffnen c viertens darf die kraft der unternehmensgeschichtlichen verwurzelung im heim standort und die kraft der unternehmerischen einbettung in dessen soziale netze d.h die verbundenheit mit den standortgebundenen anspruchspartnern nicht unterschätzt werden das gilt insbesondere für kmu die in zukunft mehr und mehr von den spinnoffs vom outsourcing und downsizing grosser global player profitieren werden und bereits heute mehr als drei viertel der regionalen wertschöpfungen produzieren zwar zwingt die tatsache dass kunden und marktnähe generell zu zentralen erstrangigen strategischen erfolgsvariablen für anbieter geworden sind auch diese zu einer offensiven strategie der standortoptimierung als industrielle international agierende zulieferer hochintelligenter wertschöpfungen dienstleister oder nahversorger leben indes auch sie vom heimstandort aber selbst für grosse mobilere global players ist die heimbasis wichtiger als auf den ersten blick oft angenommen empirische untersuchungen demonstrieren übereinstimmend zweierlei die überwiegende mehrheit aller produzenten möchte wenn überhaupt nur teile ihrer unternehmungen zumeist offensiv motiviert ­ auslagern daher verwundert es nicht dass die direktinvestitionen von inlandunternehmungen im ausland eng und positiv mit den exportaktivitäten korrelieren offensichtlich spielen historische und kulturelle wurzeln und identität sowie das bedürfnis nach kleinräumiger Überschaubarkeit und geborgenheit nicht nur für unternehmen und ihre erfolge sondern auch für individuen nach wie vor eine wichtige rolle solche phänomene sind es die zusehends eine an kraft gewinnende gegenströmung zu einem ufer und zügellosen globalisierungsprozess erzeugen werden dieses global-lokalisierende sowohl-als-auch macht © few-hsg

[close]

p. 7

7 sich übrigens auch im politischen strömungsbereich bemerkbar die ebene der globalisierung gleicht der stratosphäre wo die grossräumigen jet streams driften die ebene der regionalisierung bzw lokalisierung entspricht demgegenüber ­ um beim vergleich mit der meteorologie zu bleiben ­ der unteren athmosphäre wo die kleinräumigen wettermaschinen ihre wirkung entfalten globalisierung und lokalisierung stehen in einer z.t sich sogar gegenseitig verstärkenden wechselwirkung und immer mehr menschen und unternehmen werden ­ wenn auch mit unterschiedlichen prioritäten ­ auf beiden ebenen agieren 2.2 globalisierung als chance menschen unternehmen und politische hoheiten sind also weder einem grenzenlosen flächendeckenden ökonomischen globalisierungsprozess ausgesetzt noch sind sie ihm ausgeliefert gerade deshalb stellt er für sie eine chance dar globalisierungsoptimisten zu ihnen gehören moderne liberale ebenso wie neue vor allem angelsächsische linke sind denn auch überzeugt dass ökonomische globalisierung nie zum null oder gar negativsummen-spiel werden kann per saldo gesamträumlich und auf lange sicht werden weltumspannende integration und internationaler wettbewerb d.h die globale durchsetzung der vier freiheiten güter dienstleistungs bzw informations personen und kapitalverkehr sowie der prinzipien markt und nachhaltige effizienz bestehende strukturen im schumpeterschen sinn schöpferisch zerstören sie werden nicht einebnen sondern innovative kräfte und kreative dynamik freisetzen und letztlich neue wohlfahrts und wohlstandspotentiale von gigantischem ausmass erschliessen einige optimisten gehen sogar noch weiter indem sie im globalisierungsprozess eine notwendige voraussetzung für eine künftige new-age-economy d.h einer welt mit inflations und zyklusfreiem wirtschaftswachstum bei niedriger arbeitslosigkeit sehen selbst wenn diese vision mit vorbehalt aufzunehmen ist soviel steht fest sich dem globalisierungsprozess entgegenstellen zu wollen erwiese sich nicht nur als quichottischer kampf gegen windmühlen sondern wäre auch gegen die ökonomische evolution und somit gegen die fundamentalinteressen der bürgergesellschaft gerichtet und ebenso steht fest globalisierung © few-hsg

[close]

p. 8

8 weckt die sehnsucht nach kleinräumiger geborgenheit und Überschaubarkeit der trend zur globalisierung und der trend zur lokalisierung verlaufen nicht antagonistisch sondern bedingen ja verstärken sich möglicherweise gegenseitig für die klein und mittelunternehmen schafft der globalisierungsprozess eine neue ausgangslage neue chancen können aber nur wahrgenommen werden wenn eine kmu-freundliche wirtschaftspolitik und eine flexible haltung der klein und mittelunternehmer die agilität und anpassungsfähigkeit dieses sektors gegenüber heute stark erhöhen 3 klein und mittelunternehmen vor der globalisierungsherausforderung1 3.1 rahmenbedingungen 10 thesen these 1 der kmu-bereich als basis der volkswirtschaft die gesamtwirtschaftliche bedeutung des kmu-bereichs ist sowohl in der schweiz als auch in Österreich ­ mit einem unternehmensanteil von über 99 und einem beschäftigungsanteil von knapp 70 ­ ausserordentlich gross und ist ­ jedenfalls in der schweiz ­ sogar weiter im zunehmen begriffen these 2 trend zur dezentration im gesamten kmu-bereich hat die zahl der unternehmen in den letzten jahren ­ in den beiden genannten wie übrigens auch in andern ländern ­ stärker zugenommen als die zahl der beschäftigten letztere hat insgesamt je unternehmen im durchschnitt abgenommen in der schweiz ist die zahl der beschäftigten im kmu-bereich schneller gewachsen als die beschäftigung in der 1 jaeger et al 1999 die klein und mittelunternehmen als träger der schweizerischen volkswirtschaft few-gutachten nr 73 st gallen publiziert als bundesamt fÜr statistik hrsg 1999 die klein und mittelunternehmen als träger der schweizerischen volkswirtschaft neuchâtel © few-hsg

[close]

p. 9

9 klasse der gross-unternehmen dasselbe bild spiegelt sich innerhalb des kmu-bereichs wider die grösste zunahme an beschäftigten weist die klasse der mikro-unternehmen bis 9 vollzeitbeschäftigte auf die geringste die klasse der mittel-unternehmen 50 bis 249 von den gross-unternehmen abgesehen ist somit die gesamtwirtschaft ­ sowohl mit bezug auf die wertschöpfung als auch mit bezug auf die beschäftigung ­ von einer tendenz zur unternehmensdezentration geprägt der geschilderte sachverhalt illustriert darüber hinaus dass der kmu-bereich als eigentliche job-maschine und als wachstumsmotor sowohl der schweizerischen als auch der österreichischen volkswirtschaft wirkt und diese profitiert ­ wie schon früher angetönt ­ nicht so sehr von den unternehmensendogenen wachstumskräften sondern in viel stärkerem masse von der gründungsdynamik und vom strukturwandel im kmubereich eine besonders aktive rolle spielen dabei wiederum die mikrounternehmen die analyse zeigt ausserdem dass die kmu ­ und unter ihnen insbesondere ebenfalls die mikro-unternehmen ­ dank ihrer ausgeprägten konjunkturresistenz erheblich zur stabilisierung rezessiver beschäftigungsentwicklungen beitragen these 3 der kmu-bereich als wachstumsmotor und jobmaschine die gesamtwirtschaftlichen im kmu-bereich angesiedelten wachstumsbranchen gehören mehrheitlich dem dienstleistungssektor an im industriellgewerblichen sektor gibt es sie allerdings auch hier dominieren die versorgungs high-tech-branchen z.b biotechnologie sowie die hersteller von metallerzeugnissen elektronik bzw büromaschinen insgesamt sind es jedoch vor allem in der schweiz in erster linie die in den spitzenbranchen der dienstleistungsbereiche engineering beratung kommunikation entsorgung informatik und verkehr agierenden kmu die das beschäftigungswachstum beleben und somit mithelfen nicht nur konjunkturelle einbrüche zu mildern sondern auch ungleichgewichte auf den arbeitsmärkten auszutarieren dass die wachstumsdynamik der einzelnen kmu-branchen nicht nur in engem zusammenhang mit der tertiarisierung steht sondern auch eng mit der dezentrationstendenz mit der gründungsdynamik und mit dem strukturwandel innerhalb der betreffenden branchen korreliert ist überrascht nicht © few-hsg

[close]

p. 10

10 these 4 positive korrelation zwischen aussenhandelsvolumina und grenzüberschreitenden kmu-kooperationen bezogen auf branchen besteht allgemein eine positive korrelation zwischen dem ausmass der import und exporttätigkeit von kmu und deren auslandverflechtungen das ergebnis dass in branchen in denen relativ viel importiert und exportiert wird auch enge auslandverflechtungen bestehen lässt sich damit begründen dass für die aufnahme von aussenhandel oft ähnliche voraussetzungen gegeben sein müssen wie für unternehmensbeteiligungen die hohe korrelation lässt darauf schliessen dass allfällige auslandverflechtungen von kmu vorwiegend absatz und beschaffungsorientiert sind these 5 auslandverflechtungen und unternehmenssteuersätze in der schweiz mit ihrem föderalen fiskalsystem hat sich gezeigt in kantonen mit niedrigen steuersätzen ist die beteiligung ausländischer unternehmen an schweizerischen kmu grösser als in kantonen mit höheren steuersätzen hier besteht ferner ein positiver zusammenhang zwischen einer kmufreundlichen besteuerung und einer höheren beteiligung von kmu an ausländischen unternehmen einerseits und ihrem grenzüberschreitenden güteraustausch andererseits these 6 stärke schwächeprofil des kmu-standortes vor allem die schweiz im leicht verminderten masse auch Österreich wäre als wirtschaftsstandort für kmu an sich attraktiv und konkurrenzfähig einige standortnachteile insbesondere das relativ ungünstige fiskalische und administrative umfeld müssen durch eine unternehmensfreundliche fiskalpolitik durch ausforstung und vereinfachung bürokratischer prozeduren sowie durch eine liberale kartellverhindernde flexibilisierung der güter und arbeitsmärkte behoben werden dringliche arbeitsmarktpolitische initiativen sind vorab auf eine senkung der als sehr belastend empfundenen lohnnebenkosten auszurichten zudem ist der zugang der kmu zum bankenkreditmarkt für kmu zu erleichtern der zugang zu den auslandmärkten soll für exportierenden kmu © few-hsg

[close]

p. 11

11 vorab durch eine liberale und offene aussenwirtschaftspolitik sowie durch eine verstärkte staatliche unterstützung beim aufbau internationaler kundenund kooperationsnetzwerke erleichtert werden these 7 verbesserung der kmu-spezifischen forschungs und ausbildungsbedingungen matchentscheidend wird sein dass die beiden länder mit bezug auf ihre f&epotentiale und deren wertschöpfungsbeiträge als auch mit bezug auf die leistungsfähigkeit ihrer berufsvorbereitenden und -begleitenden ausbildungssysteme im internationalen vergleich eine spitzenposition einnehmen davon profitiert auch der kmu-bereich wobei allerdings aus seiner sicht der praxisbezug insbesondere der akademischen berufsvorbereitung noch verbessert werden müsste these 8 anpassung qualität des arbeitsangebots an kmu-bedürfnisse auch für kmu gestaltet sich die existentiell wichtige rekrutierung hochqualifizierter spezialisten und führungskräfte dennoch als überaus schwierig daraus resultiert ein innovations und wachstumshemmender standortnachteil gegenüber konkurrierender wirtschaftsstandorten ihn zu beheben setzt nicht nur verbesserungen in der grundausbildung sondern vor allem auch eine möglichst liberale migrationspolitik im oberen qualifikationssegment nicht nur gegenüber eu-ländern voraus these 9 emanzipierung von marktmächtigen grosskunden marktmachtasymmetrien prägen die kmu-kunden-beziehungen vor allem dann wenn die kmu als zulieferer eines oder einiger weniger dominierenden kunden agieren die daraus resultierende marktmächtige stellung der kunden nützen diese in der hälfte der fälle aus indem sie die kmu unter starken kosten termin und qualitätsdruck setzen den letztere wiederum zum glück meist erfolglos an ihre eigenen vorleister weiterzugeben versuchen dadurch © few-hsg

[close]

p. 12

12 wird ein nicht unerheblicher ­ innovations und wachstumshemmender ­ einkommenstransfer vom kmu-bereich zu den gross-unternehmen induziert als gegenstrategien bieten sich kooperationen unter zulieferanten sowie eine gezielte leistungsdifferenzierung und kundendiversifikation an these 10 zunehmende standortoptimierung auch kmu sehen sich im zuge des ökonomischen globalisierungsprozesses zunehmend in der lage und veranlasst ihren räumlichen standort zu optimieren und ­ im regelfall ­ wenigstens teile des unternehmens räumlich auszulagern sie treffen jedoch in der regel diesen entscheid autonom ohne wegziehenden grosskunden folgen zu müssen und sie lassen sich dabei vornehmlich von offensiven motiven wie marktnähe leiten dennoch spielen defensive d.h kostenorientierte motive bei an oder aussiedlungsentscheiden ebenfalls eine bedeutsame rolle ihnen hat sowohl die regionale als auch die nationale standortpolitik im wettbewerb der wirtschaftsstandorte rechnung zu tragen deren erfolgschancen sind gut stellen doch standortverlagerungen im kmu-bereich in der regel ultima-ratio-entscheidungen dar 3.2 was können/müssen klein und mittelunternehmen kmu tun die geschilderten aspekte der globalisierung stellen die kmu vor enorme herausforderungen c wachsendem wettbewerbs preis und gewinndruck lässt sich nur offensiv d.h durch innovative produktdiversifikation und permanente prozessinnovation begegnen erkennen und nutzen von komparativen vorteilen bzw kernkompetenzen und von komparativen schwächen wird zur matchentscheidenden erfolgsvoraussetzung c die beschleunigung eines z.t schmerzlichen strukturwandels verlangt ein hohes mass an mentaler flexibilität und anpassungsfähigkeit im strategischen und operativen bereich kmu sind die kleinen und wendigen schnellboote in der modernen unternehmenswelt © few-hsg

[close]

p. 13

13 c um eine integration in die modernen kommunikations und edvsysteme kommt kein kmu mehr herum niemand kann es sich auf dauer leisten auf deren produktivitätspotentiale zu verzichten selbst in der schweiz gibt es hier allerdings noch ein grosses aufholpotential c nur wer sich auf nischen spezialitäten und spitzenqualität sowie auf hochintelligente kundennahe wertschöpfungen z.b im high-tech consulting engineering personal-service und it-bereich konzentriert wird langfristig überdurchschnittlich wachsen können c stagnierende binnenmärkte im gewerblich-industriellen bereich zwingen die kmu auch hier zur erschliessung von aussenmärkten und grenzüberschreitenden kooperationen bei der wahl des marktes und des partners müssen kulturelle gemeinsamkeiten und unterschiede unbedingt mit berücksichtigt werden c lieferantenpositionen werden durch die marktmacht dominanter grosskunden geschwächt leistungsdiversifikation und differenzierung von kundenportfolios bieten den wirkungsvollsten schutz gegen eine verhängnisvolle abhängigkeit von monopsonistisch agierenden grosskunden c die kmu werden lernen müssen mit partner ähnlicher oder gemeinsamer kultur von fall zu fall im team zu kooperieren oder als konkurrenten sich um die wette zu bewerben das setzt hohe anforderungen an die psychische belastungsfähigkeit aller involvierten akteure c die permanente und duale aus und weiterbildung des nachwuchses und der führungskader darf nicht als last empfunden werden sie wird im sich verschärfenden krieg um talente und fähigkeiten immer mehr zur wichtigsten erfolgsvariablen 3.3 staatliche und verbandliche wirtschaftspolitik sollte c staatliche monopole konsequent dem wettbewerb aussetzen © few-hsg

[close]

p. 14

14 c im submissionswesen vom preiswettbewerb abkehren c die fiskalbedingungen der kmu verbessern beseitigung von mehrfachbelastungen und von steuerlichen behinderungen bei der nachfolgeregelung c in der verbandspolitik den kmu-anliegen die gleiche priorität wie den anliegen der grossunternehmen einräumen c das bürokratie und regulierungsdickicht für kmu abbauen c die schwarzarbeit nicht in erster linie polizeilich sondern an der wurzel bekämpfen erhaltung/verbesserung der arbeitsmarktflexibilität c dafür sorgen dass die gewerkschaftliche forderungen den unternehmerischen und branchenspezifischen möglichkeiten im einzelfall angepasst werden es gilt das gesprochene wort © few-hsg

[close]

Listed in these Collections

Publikationen, Berichte, Statistiken und Studien über die KMU in der Schweiz - Zahlreiche Economic Research Papers, Publikationen, Berichte, Statistiken und Studien über die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz von Banken, Fachhochschulen und Universitäten.

Other Publications

Macht der Staat und die Institution des Eigentums von Paul C Martin

Macht der Staat und die Institution des Eigentums von Paul C Martin

Die Institution der Macht und die Institution des Eigentums: Eine alternative Theorie von Zins und Geld.

Tags: pcm, Wirtschaft, Geldtheorie, Paul C. Martin, Debitismus, Kaptialismus, Wirtschaftstheorie, Historische Wirtschaftstheorie, Goldstandard, Eigentum, Geld und Kredit, Kreditgeld, Kredittheorie, Kapitalismuskritik, alternative Wirtschaftsmodelle, Wirtschaftsmodell, Volkswirtschaftslehre, VWL, Nationalökonomie, Verschuldung, Schulden, Wirtschaftskreislauf, Staatsschulden, Staatsverschuldung, Staatsbankrott, Schuldenspirale, Zinstheorie, Zins
Conforama - Frühlingsschnäppchen VOM 19. APRIL BIS ZUM 16. MAI 2011

Conforama - Frühlingsschnäppchen VOM 19. APRIL BIS ZUM 16. MAI 2011

Conforama Aktionsangebote, gültig VOM 19. APRIL BIS ZUM 16. MAI 2011.

Tags: Möbel, Gartenmöbel, Schnäppchen, Möbelkatalog, Conforama, Einrichtungsgegenstände, Möbel Katalog
SNB Rechenschaftsbericht 2010 (ex Geschäftsbericht 2010)

SNB Rechenschaftsbericht 2010 (ex Geschäftsbericht 2010)

Rechenschaftsbericht 2010 der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus dem SNB Geschäftsbericht 2010.

Tags: SNB, Schweizerische Nationalbank, Notenbank, Zentralbank, Swiss National Bank, Geld- und Währungspolitik, Rechenschaftsbericht 2010
UHU Spielschüür - Katalog 2010/2011

UHU Spielschüür - Katalog 2010/2011

UHU Spielschüür - Katalog 2010/2011 - Wir sind für Sie da. Mit einem grossen, überzeugenden Angebot. (Katalog bitte aufbewahren bis Ende 2013)

Tags: katalog, Möbel, kindermöbel, Spielzeug, Kinderzimmer, Möbelkatalog, Kinderzimmermöbel, Kindermöbelkatalog
Debt Limit Analysis - Bipartisan Policy Center

Debt Limit Analysis - Bipartisan Policy Center


Tags: Debt, Debt Limit, Insolvency of the US, Public debt, Debt ceiling

Comments

no comments yet

YOUBLISHER
About
What Others Say
Sitemap
Impressum

PUBLISHERS
Login
Signup
Tutorials
FAQ
Support

BUSINESS
Overview
Advertising
Support

DEVELOPERS
API

LEGAL
Report a Copyright Violation
Copyright FAQ
Terms of Use
Privacy Policy