WIRaktiv Oktober 2016

 

Embed or link this publication

Description

WIRaktiv Oktober 2016

Popular Pages


p. 1

OÖ Pensionistenzeitung, 56. Jahrgang, Verlagspostamt 4020 Linz – „P.b.b.“ – GZ 02Z031168 M SENIORENBUND BUNDESTAG Seniorenbund wählte in Linz Korosec zur neuen Chefin. Vorgänger Khol einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt. SEITE 10 UND 11 ERBRECHT NEU Mit dem Erbrechts-Änderungsgesetz 2015 wurde eine umfassende Novellierung beschlossen, welche per 01.01.2017 in Kraft tritt. SEITE 20 UND 21 Einladung zum Dranbleiben! WIR ÄLTEREN WERDEN MEHR. WAS HEISST DAS FÜR DIE GESELLSCHAFT, UND WAS FÜR UNS? SEITE 06 www.ooe-seniorenbund.at OKTOBER AUSGABE I 08/2016

[close]

p. 2

02 Vorwort Anregungen zu unserem Mitgliedermagazin sind für uns wichtige Zeichen. Wir bedanken uns dafür und nehmen die Meinungen unserer Leser sehr ernst. Wir freuen uns natürlich über das große, sehr positive Echo. Besonderen Zuspruch haben wir für die Septemberausgabe erhalten, speziell über die Visionen der Zukunft. In dieser Oktoberausgabe kommt der bekannte Sozialforscher Dr. Rudolf Bretschneider zu einem wichtigen Thema zu Wort – über das Älterwerden unserer Gesellschaft. Hier hat gerade die OÖVP seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag geleistet. Oberösterreich ist ein Land der sozialen Wärme und muss es auch bleiben. Haben Sie gewusst, dass Sie bei der stärksten Landesorganisation des Seniorenbundes als Mitglied mit dabei sind? So hat als Anerkennung dafür kürzlich der Bundestag des Seniorenbundes im Linzer Schloss stattgefunden. Dieser außerordentliche Bundestag war nötig geworden, weil Dr. Andreas Khol seine Obmannschaft zurückgelegt hatte und seine Nachfolgerin Ingrid Korosec möglichst zeitnahe gewählt werden sollte. Über die Wahl und die künftigen, auch politischen Themen, lesen Sie in dieser Ausgabe. Es ist auch unser Anliegen, dass wir Sie über wichtige Gesetze und Sozialthemen laufend informieren. So sind Sie immer auf dem neuesten Stand. Diesmal geben wir einen Überblick über das Erbrechts-Änderungsgesetz, welches per 01.01.2017 in Kraft tritt. Wir hoffen, dass wir mit unserem Magazin wieder wichtige Themen für unsere Mitglieder aufgreifen und wünschen viel Freude beim Lesen! DR. JOSEF RATZENBÖCK MAG. FRANZ EBNER LANDESOBMANN LANDESGESCHÄFTSFÜHRER IMPRESSUM: HerausgeberundMedieninhaber: OÖ Seniorenbund, Schriftleitung CR Wolfgang Lennert, alle 4010Linz, Obere Donaulände 7, E-Mail: martina.stierschneider@ooe-seniorenbund.at, Tel.: 0732/77 53 11-0, Fax: 0732/77 53 11-719. Grafik und Layout: OÖ Seniorenbund, Birgit Pichl. Fotos: Shutterstock.com. Druck: Niederösterreichisches Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten. I OKTOBER 2016 20 „Zitat“ DES MONATS Oktober 2016 „Es ist nichts leichter zu ertragen, als fremdes Unglück.“ PROF. DR. RUDOLF BRETSCHNEIDER

[close]

p. 3

Inhalt 03 06 10 32 Bunte Blätter! Im Zimmer geht die Pracht weiter 04 Politik „Investitionen in die Zukunft sichern die Arbeitsplätze von morgen.“ 14 Gesundheit Vorbeugende Maßnahmen zur Herzgesundheit 05 Intern Bundesmeisterschaften Golf 2016; Nachwuchs in der Familie Killinger 06 Titelthema Einladung zum Dranbleiben! 19 Sport 19. Bundesmeisterschaft Tennis 20 Unser Service Information aus der Sozial- und Serviceabteilung 09 Veranstaltung Adventsingen des OÖ Seniorenbundes 10 Seniorenbund Ingrid Korosec zur Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes gewählt 22 Mode & Style Die neuen Mäntel 24 Reisen Bretagne & Normandie; Fernreise Südafrika; Große Landesreise 2017 nach Irland – die grüne Insel 12 Trauer Über den Umgang mit Trauer 26 Kulturreise Prag – OÖSB Kulturgenuss plus 27 ISA-Weiterbildung Lernen Sie’s jetzt bei ISA! 29 Interessantes Buchvorstellung 30 Reisen Dalmatien – Insel Brac; Aktiv am Klopeiner See 32 Biogarten Bunte Blätter! Im Zimmer geht die Pracht weiter 34 Schatztruhe Suchen & Finden 35 Kopfnüsse Halten Sie Ihr Gehirn mit Sudoku, Gehirnjogging und Co. fit – machen Sie mit! OKTOBER 2016 I

[close]

p. 4

© Foto: OÖVP 04 Politik Wolfgang Hattmannsdorfer, Josef Pühringer, Thomas Stelzer und Helena Kirchmayr bei der Präsentation der OÖVP-Herbstschwerpunkte unter dem Motto „Zukunftsland Oberösterreich: Investitionen in die Zukunft sichern die Arbeitsplätze von morgen.“ „Investitionen in die Zukunft sichern die Arbeitsplätze von morgen.“ Wirtschaftsstandort stärken, Arbeitsplätze sichern, schnelle Datenautobahnen, Umsetzung der Deregulierungsoffensive und der Start zahlreicher Bildungs- bzw. Forschungsinitiativen – das sind die Schwerpunkte der OÖVP-Herbstarbeit. „Ein wichtiges Thema ist natürlich die Flüchtlingsproblematik – hier sind wir nach wie vor gefordert. Wir müssen die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger garantieren, wir müssen entsprechende Mittel für Integration bereitstellen und wir brauchen eine klare Verteilung in Europa. Diese gesamteuropäische Solidarität fordere ich ein. Aber wir dürfen darüber hinaus nicht die Fragen vergessen, um die es in Zukunft geht. Werden die Menschen bei uns noch Arbeit haben? Und werden wir zu den Top-Wirtschaftsstandorten in Europa gehören? Dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen. Bildung, Forschung, Entwicklung und Digitalisierung – das sind die Felder, in denen die Zukunft unseres Landes entschieden wird“, so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei der Präsentation der OÖVP-Herbstschwerpunkte. Wirtschaftsstandort stärken und Arbeitsplätze sichern Damit Oberösterreich auch in Zukunft gut dasteht, setzt die OÖVP auf eine aktive Arbeitsmarktpolitik und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Unter anderem mit einer Investquote von über 18 Prozent im aktuellen Budget oder mit dem „Pakt für Arbeit und Qualifizierung 2016“ mit einem Budgetvolumen von 251,8 Millionen Euro. Mit diesem Paket wurden erneut umfassende Maßnahmen für den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und den Fachkräftemangel geschnürt. Darüber hinaus wurde die Wachstums- und Konjunkturinitiative für Oberösterreich gestartet. Diese soll ein Investitionsvolumen von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro auslösen und 12.000 neue Arbeitsplätze bringen und sichern. Digitalisierungsoffensive: Schnelle Datenautobahnen für Oberösterreich Die Chancen, die durch Digitalisierung entstehen, müssen genützt werden – sie sind ausschlaggebend für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich. Deshalb haben Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Dr. Michael Strugl einen 20-Punkte-Plan für die digitale Entwicklung vorgestellt. 121 Millionen Euro sollen dafür bis 2021 investiert werden. Das Paket umfasst unter anderem den Breitbandausbau, die Ausweitung des IT-Clusters, die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Digitalisierung, Kooperationsprojekte sowie Forschungs- und Förderprogramme. OÖVP-Deregulierungsoffensive wird Schritt für Schritt umgesetzt Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer sollen entlastet, motiviert und von bürokratischen Hürden und überbordenden Regulierungen nicht demotiviert werden. Deshalb hat die OÖVP eine Deregulierungsoffensive gestartet mit dem Ziel, Regulierungen, Vorschriften und Bürokratie Schritt für Schritt abzubauen. Bereits Ende Juni hat Landeshauptmann-Stv. Mag. Thomas Stelzer ein 14-Punkte-Deregulierungspaket vorgestellt. Die erste dieser Maßnahmen – Arbeitnehmerschutzvorschriften für Landes- und Gemeindebedienstete – soll im Herbst in einer Sitzung der OÖ. Landesregierung beschlossen werden. Die beiden weiteren Deregulierungspakete im Bereich Anlagerecht und Kinderbetreuung sollen noch diesen Herbst präsentiert werden. Familien im Fokus der Landtagsarbeit Weil Kinder unsere Zukunft sind, wird der OÖVP-Landtagsklub seinen Schwerpunkt auf die Unterstützung von Familien legen. Die OÖVP setzt sich unter anderem für eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten ein. Bei der Pensionsberechnung sollen vier volle Jahre pro Geburt berücksichtigt werden und es soll eine Erweiterung des freiwilligen Pensionssplittings von vier auf bis zu sieben Jahre pro Kind geben. Alleine im vergangenen Jahr nutzten rund 2.500 Klienten das Angebot einer Familienberatung. Die OÖVP tritt deshalb für eine Erhöhung der seit Jahren gleichbleibenden Gelder für Familienberatung ein, um durch diese frühe Hilfe negative Spätfolgen verhindern zu können. Denn gerade wenn Familien in die Brüche gehen, ist schnelle Hilfe gefragt. Mehr zu allen OÖVP-Herbstschwerpunkten unter: www.ooevp.at/zukunftsland I OKTOBER 2016

[close]

p. 5

Intern 05 Bundesmeisterschaften Golf 2016 Die zum vierten Mal ausgetragene Bundesmeisterschaft in Golf, brachte mit 57 Teilnehmern im Golfressort Kremstal (OÖ) ein Rekordergebnis. Kguersaz gt Bild oben (von links): Ehrenpräsident Golfclub Kremstal Georg Obermayr, Margit Schannen, Franz Eder, Organisator Franz Wolfinger; Bild rechts (von links): Fritz Steinberger, Georg Obermayr B ei herrlichem Wetter beteiligten sich Seniorengolfer aus 6 Bundesländern von 18 verschiedenen Golfclubs an den Meisterschaften. Nettosieger Damen: 1. Margit Schannen (OÖ) 2. Barbara Scharler (Sbg) 3. Anita Schamschula (NÖ) Nettosieger Herren: 1. Franz Eder (Bgl) 2. Josef Kock (OÖ) 3. Dieter Koblinger (OÖ) GOLFSPORT ERHÄLT JUNG Fritz Steinberger (95 Jahre) und Georg Obermayr (86 Jahre) spielen noch regelmäßig 2 – 3 Mal wöchentlich. Nachwuchs in der Familie Killinger „In den Augen eines neugeborenen Kindes spiegelt sich das Wunder des Lebens.“ A nfang September erblickte Luis Matheo das Licht dieser Welt. Seine Eltern, Michaela und Johann Killinger (Landesgeschäftsführer Stv.) freuen sich gemeinsam über ihren gesunden Sohn. Wir wünschen der kleinen Familie viel Freude und alles Gute! WOLFGANG LENNERT CHEFREDAKTEUR „Es ist nicht schlimm wenn man hinfällt, aber es ist wichtig wieder aufzustehen!“ Dieser Ausspruch ist ja weithin bekannt. Dieses „Hinfallen“ kann jeden treffen. Sei damit eine Krankheit oder auch ein persönlicher Fehler gemeint. Niemand ist ohne Mängel, wir sind Menschen und keine Engel. Warum ich darauf hinweise? Weil man immer wieder in seinem Umfeld bemerkt, dass Menschen bedrückt und nicht so richtig „lebensfroh“ sind. Oft hilft hier bereits ein freundliches Grüßen oder auch ein kurzer Plausch mit Nachbarn und Bekannten. Natürlich kann man nicht immer gut gelaunt durch das Leben gehen. Aber wir sollten immer bedenken, dass ein freundlicher Umgang der erste Schritt zum Positiven bedeutet. So ist es unsere Generation, die durch Erfahrung und Verständnis zu einem guten Klima beitragen kann. Gerade in einer unruhigen Zeit ist das positive Miteinander ein Faktor, bei dem alle nur profitieren können. Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune. Das zeichnet auch die gute Gemeinschaft im Seniorenbund aus. Genießen wir in diesem Sinne eine schöne Herbstzeit! OKTOBER 2016 I

[close]

p. 6

Einladung zum Dranbleiben! WIR ÄLTEREN WERDEN MEHR. WAS HEISST DAS FÜR DIE GESELLSCHAFT, UND WAS FÜR UNS? Die Gruppe der über 65-Jährigen wird in den kommenden Jahrzehnten stark wachsen. Waren im Jahr 2015 laut Statistik Austria 18,5 % der Österreicher über 65, werden zwanzig Jahre später rund ein Viertel dieser Altersgruppe angehören, im Jahr 2060 sollen es fast 29 % sein. Wer heute in diesem Alter ist, hat statistisch betrachtet gute Chancen den 80er zu erleben, und die Zahl derjenigen, die noch mehr Jahre vor sich haben, steigt kontinuierlich. „Die“ Senioren gibt es freilich nicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von fünf Gruppen – vom Übergang ins Alter mit 60 – 65 bis zu den über 100-Jährigen – die völlig unterschiedliche Voraussetzungen und Ansprüche ans Leben haben. Im Vergleich mit den vorangegangenen Generationen haben sie laut Sozialforschung eines gemeinsam: Sie sind relativ gesünder, gebildeter und finanziell abgesicherter. Schon deshalb ist nicht zu befürchten, dass die negative Vision einer „greisen Gesellschaft“ wahr wird, wie auch der Sozialforscher Dr. Rudolf Bretschneider betont: „Begriffe, wie eine Gesellschaft vergreist, überaltert oder ergraut, treffen meiner Ansicht nach nicht zu. Die älteren Generationen sind aktiver denn je. Das hängt mit dem Gesundheitszustand, der finanziellen Absi- cherung und der neuen Mobilität zusammen. Damit meine ich, dass Ältere auch in den neuen Medien mobil sind. Diese ‚E-Mobilität‘ ermöglicht soziale Kontakte lange zu pflegen und aufrecht zu erhalten, auch mit entfernten Verwandten und Freunden. Dies sind Faktoren, die die Lebenszufriedenheit positiv beeinflussen.“ Dass die Älteren ihr Dasein nutzlos im Ausgedinge verbringen oder den Jüngeren generell zur Last fallen würden, ist keine haltbare These. Der Beitrag von uns Älteren zur Gesellschaft ist laut Bretschneiders Studien hoch – besonders bei uns in Österreich. „Freiwillige leisten einen großen Beitrag, man würde staunen, was ohne sie ungeschehen bliebe“, meint der Experte. „Die nachfolgenden Generationen werden im Rahmen des Familienverbandes unterstützt, mit Geld und Zeit. Das dient der Gesellschaft ebenso wie ehrenamtliche Tätigkeiten, I OKTOBER 2016

[close]

p. 7

Zukunft 07 Auspsgreochen DIETMAR KRIECHBAUM LANDESBILDUNGSREFERENT die viele Ältere übernehmen, ob in Vereinen oder indem sie Hilfe für Verwandte und Nachbarschaft leisten. Hier könnten Institutionen und die Politik bewusster auf die Älteren zugehen und Einladungen zur Mitarbeit aussprechen.“ Natürlich – nicht alle sind bis ans Ende ihrer Tage fit und mobil. Es gibt auch heute ärmere, kränkere, pflegebedürftige Menschen. Und in der älter werdenden Gesellschaft wird die absolute Zahl an Pflegefällen sehr wahrscheinlich steigen. Hier werden jüngere Ältere, älteren Älteren wertvolle Hilfestellungen bieten können, jedoch braucht es in diesem Bereich vor allem professionelle Unterstützung, die durch kluge, vorausschauende Politik sichergestellt werden muss. Neben Gesundheits- und Pflegesystemen kommt der Finanzierbarkeit der Pensionssysteme entscheidende Bedeutung zu, wie der Sozialforscher betont. Änderungen IM ALTER ALLEIN UND EINSAM? In Oberösterreich sind derzeit rund 18 % der Bevölkerung, das sind knapp 260.000 Personen älter als 65 Jahre. Da die durchschnittliche Lebenserwartung von Jahr zu Jahr steigt und zugleich die Kinderzahl sinkt, sehen wir uns einer älter werdenden Gesellschaft gegenüber. Eine für uns Ältere erfreuliche Entwicklung, die allerdings für den Arbeits- und Gesundheitsmarkt, die Sozial- und Pensionssysteme einige Probleme mit sich bringt. Gemäß Statistik Austria haben Frauen im Alter von 65 Jahren noch annähernd 22 Jahre und Männer noch gut 19 Jahre vor sich. Die höhere Lebenserwartung der Frauen bringt es mit sich, dass von den rund 90.600 verwitweten Personen in unserem Bundesland 74.700 bzw. 82,5 % weiblich sind. Diese alleinstehenden älteren Frauen sind vielfach von Vereinsamung bedroht, wenn sie nicht im Familienverband oder in einer Gemeinschaft Geborgenheit finden. Neben kirchlichen Einrichtungen kommt den Seniorenorganisationen die Aufgabe zu, diesen alleinstehenden Frauen – aber nicht nur diesen – Raum für Geselligkeit, Entfaltung und Engagement zu bieten. Seniorinnen und Senioren verfügen über ein reiches Potenzial an Lebenserfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten, das für die Gesellschaft von großem Wert ist und deshalb verstärkt genützt werden soll. Im Vergleich zu jüngeren, berufstätigen Generationen verfügt diese Altersgruppe meist auch über mehr Zeit, die der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden kann. Die Älteren sind eingeladen, den Jüngeren neben ihrer Zeit auch ihr Erfahrungswissen unaufdringlich zur Verfügung zu stellen. Im Austausch können wir Älteren von den Jungen, von deren Vertrautheit mit technischen Innovationen und ihren Zukunftshoffnungen lernen. Dieser wechselseitige Austausch zwischen den Generationen schützt vor dem Alleinsein im Alter. OKTOBER 2016 I

[close]

p. 8

08 Zukunft beim Pensionsantrittsalter sind realistischerweise zu erwarten. Nicht alle Älteren werden darin aber einen Nachteil sehen. Etliche arbeiten heute schon über das Pensionsalter hinaus, suchen sich in der Pension wieder eine bezahlte Arbeit oder machen sich selbstständig. Nicht unbedingt aus finanziellen Erwägungen, oft steht die Suche nach Sinn im Vordergrund. Bretschneider: „Ich glaube, es gibt zunehmend mehr Menschen, die durchaus gewillt sind, länger zu arbeiten. Primär sind dies Selbstständige und Freiberufler, oder Menschen, die eine interessante Tätigkeit hatten, die sie gerne weiter ausüben würden, weil sie ihnen Freude macht. Die Frage ist, ob die vorliegenden rechtlichen Regelungen es möglich machen, diesem Wunsch nachzukommen und natürlich sind auch die Betriebe gefragt.“ Es gibt viele Tätigkeiten, die Ältere bezahlt oder unbezahlt übernehmen könnten und heute schon übernehmen – vorausgesetzt, die Bedingungen passen. „Diejenigen, die länger arbeiten, möchten vor allem mehr Zeitsouveränität. Sie wollen nicht in den gleichen Stress kommen, den sie schon hatten“, sagt Bretschneider. Dass am Arbeitsmarkt aktive Senioren die jüngeren Arbeitnehmer verdrängen, befürchtet er nicht, vielmehr können von deren längerem Verbleib im Arbeits- prozess Wachstumsimpulse ausgehen. Einen großen Generationenkonflikt erwartet der Sozialforscher nicht: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass jüngere Generationen den älteren grundsätzlich recht positiv gegenüberstehen, wie auch umgekehrt. Jüngere und Ältere haben nicht das Gefühl, in einer anderen Welt zu leben und unterstützen einander grundsätzlich.“ Insgesamt sieht Bretschneider für die älter werdende Gesellschaft viele Chancen. „Die notwendige Sensibilisierung für die Bedürfnisse der Älteren dient auch Kindern oder behinderten Menschen, und da geht es oft um einfache Dinge, zum Beispiel dass Ampeln so lange auf Grün stehen, dass alle bequem über die Straße gehen können oder dass das Einsteigen in den Zug kein unüberwindliches Hindernis ist. Eine weitere Chance besteht darin, dass sich Menschen, die ein relativ höheres Zeitbudget haben, für soziale Aktivitäten, für ein Tun miteinander und füreinander begeistern. Schließlich besteht die Chance, dass Jüngere von Älteren und ihrer Art der Lebenserfahrung etwas profitieren können. Ich betone ‚ihrer Art‘, denn der Erfahrungstransfer funktioniert nur, wenn er nicht belehrend daherkommt. Wenn die einen den anderen erklären, warum es sich zum Beispiel auszahlt, sich für bestimmte Dinge zu in- MOTIVIEREN WIR EINANDER! Im Seniorenbund wird das Miteinander groß geschrieben. In den Ortsgruppen wird nicht nur Kontakt und Gemeinschaft geboten, viele Mitglieder engagieren sich. Sie arbeiten mit, sie schenken Zeit, sie überlegen, wie sie gemeinsam kreativ sein können oder gemeinsam helfen können. Dafür ein großes Dankeschön! Die Gesellschaft benötigt unser Engagement in vielerlei Hinsicht. Es braucht Ideen und das aktive Zugehen auf andere, die gerne beitragen möchten und Anschluss an eine Gemeinschaft suchen. Ich möchte Sie daher bitten: Öffnen wir unsere Kreise, gehen wir unvoreingenommen aufeinander zu und laden wir andere zum Dabeisein und Mitmachen ein! Mag. Franz Ebner Landesgeschäftsführer teressieren – sei es für Literatur, Kultur, Natur oder auch Küche – dann ist das etwas, das Jüngere durchaus inspiriert und sie auf ‚alte‘ neue Gedanken bringt.“ DR. BRETSCHNEIDER Der Sozialforscher Dr. Rudolf Bretschneider ist einer der Pioniere der Marktforschung in Österreich. Er begann seine Karriere im FesselGfK Institut, heute GfK Austria, deren Geschäftsführer er rund dreieinhalb Jahrzehnte war und deren Konsulent er seit 2008 ist. © GfK Austria I OKTOBER 2016

[close]

p. 9

Veranstaltung 09 "AUF DEN SPUREN DES FRIEDENSLICHTES" Adventsingen des OÖ Seniorenbundes 4. Dezember 2016, Brucknerhaus Linz. Moderation: Dr. Christine Haiden. VORSTELLUNG DER MITWIRKENDEN GRUPPEN Alfred Rauch/Maximilian Modl Organisieren das diesjährige Schauspiel „Auf den Spuren des Friedenslichtes" . Die Soatn-Gschwister Die zwei Geschwisterpaare aus dem Landkreis Mühldorf/Obb. musizieren mit Harfe, Zither, Gitarre und Kontrabass. Heidi und Kathrin Aigner spielen zusammen mit Heidi Kebinger, geb. Schwarzenböck und Franz Schwarzenböck. Sie kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und fühlen sich durch ihre Leidenschaft für die Musik verbunden. Die Zillertaler Weisenbläser sind Mathias Klausner aus Ramsau (Tuba), Roland Wildauer aus Ried im Zillertal (Posaune), Hannes Sporer aus Schwendau (Flügelhorn) und Stefan Neussl aus Kaltenbach (Flügelhorn). LALÁ Vocalensemble Seit mehr als zehn Jahren singen die vier A-capella KünstlerInnen gemeinsam und sind aus der heimischen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie erschaffen mit ihren Stimmen, die tief unter die Haut gehen, einen atmosphärischen Klangraum. Die vier MusikerInnen verstehen sich darauf, das Publikum zu berühren und ziehen es in ihren Bann. Das preisgekrönte Ensemble begeistert Menschen auf der ganzen Welt und beweist, dass Freude an der Musik keine Grenzen kennt. Rupert Landschützer, Johann Schlick und Jakob Gfrerer aus St. Michael sind leidenschaftliche Musiker mit Gefühl. Seit vielen Jahren spielen sie das schon sehr selten gewordene traditionelle Blasinstrument – das Alphorn. MGV Klopeinersee Der MGV Klopeinersee wurde im Jahre 1955 gegründet. Der langjährige Obmann Werner Katschnig und der Leiter Willi Leschanz führen den Chor in ausgezeichneter Weise. Zillertaler Weisenbläser Seit mehr als 20 Jahren sind die „Zillertaler Weisenbläser“ der Tradition des Weisenblasens verpflichtet. Das Musiziergut umfasst neben Jagd-, Alm-, Wildschützenliedern und Jodlern in besonderem Ausmaß auch das geistliche Volkslied; die Bläsersätze stammen alle aus der Feder von Stefan Neussl, der den Zillertaler Weisenbläsern auch als Leiter vorangeht. ie Inspiration und Motivation zugleich. Lungauer Alphornbläser Das Alphorn gehört aufgrund seiner Anblastechnik instrumentenkundlich zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es traditionell überwiegend aus Holz gefertigt wird. Es besitzt weder Klappen, Züge noch Ventile und ist daher bezüglich der zu spielenden Töne auf die Naturtonreihe beschränkt. Im Laufe des Jahres singen sie sehr viele Messen und begleiten viele touristische Auftritte, wie Kärtnerabende uva. Ein Schwerpunkt werden die traditionellen Kärntnerlieder sein, die wir am 4.12. hören werden. VORSTELLUNGEN: 09.30 Uhr, 13.00 Uhr, 16.30 Uhr KARTENPREISE: € 12,- / € 15,- / € 18,- / € 20,- KARTEN ERHÄLTLICH UNTER: Tel.: 0732/775311-0 oder online unter www.ooe-seniorenbund.at OKTOBER 2016 I

[close]

p. 10

Neugewählte Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes Ingrid Korosec. VORGÄNGER KHOL EINSTIMMIG ZUM EHRENPRÄSIDENTEN GEWÄHLT Ingrid Korosec zur Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes gewählt Ingrid Korosec wurde mit 90,18 Prozent zur neuen Chefin der ÖVP-Senioren bei deren Bundestag am 14. September im Linzer Schloss gewählt. Als ihre Vertreter wählten die 168 Delegierten die Nationalrätin Gertrude Aubauer, den Tiroler Bundesrat und Landesobmann Gregor Hammerl und Landesobmann Herbert Nowohradsky. Andreas Khol wurde mit 100 Prozent zum Ehrenpräsidenten gewählt. Der Seniorenbund mit seinen 305.000 Mitgliedern ist als größter Bund "Rückgrat" der ÖVP. Die stärkste Landesorganisation stellt Oberösterreich mit 80.000 Mitgliedern unter Landesobmann Dr. Josef Ratzenböck. Korosec stellte fest, der ÖVP-Bundesparteiobmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner habe in seiner Begrüßung ihre Wahlrede geradezu vorweggenommen. Das zeige aber nur die Übereinstimmung. Für ihre Tätigkeit als Bundesobfrau – die erste an der Spitze des Seniorenbundes – nannte sie fünf Punkte: Den Wirtschafts- standort Österreich stärken, eine echte Partnerschaft mit der Jugend eingehen, die Pflege und die Betreuung nachhaltig sichern, die Leistung und das Eigentum schützen sowie die Ausbeutung des Mittelstands beenden und weiterhin die Sicherheit und Freiheit garantieren. Korosec lehnte weiters die Abschaffung des Bargeldes ab und kündigte an: Für das Bargeld werde ich kämpfen wie eine Löwin. Auch auf die Flüchtlings-Diskussion ging sie ein: Offene Grenzen, nein! Wer vor Gewalt fliehen muss und eine neue Heimat sucht, dem muss man helfen. Wer aber aus rein wirtschaftlichem Kalkül kommt, wer seine Gewaltkultur nach Österreich importieren möchte, der hat hier absolut nichts verloren. Zuvor hatten Vertreter der ÖVP-Bünde und als "Hausherr" Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer die Qualitäten von Koro- sec gewürdigt sowie ihr Unterstützung bei ihrer künftigen Tätigkeit zugesagt. Der Obmann der Jungen ÖVP Außenminister Sebastian Kurz stellte scherzhaft fest, das geschehe auch aus Eigeninteresse: "Wir wissen nicht, wohin es uns nach der Jungen ÖVP verschlägt, aber wir wissen, dass wir uns am Ende des Tages im Seniorenbund treffen." Korosec, 1940 in Böheimkirchen in Niederösterreich geboren, ist neben ihrer Tätigkeit in der Privatwirtschaft 1983 politisch tätig geworden. Sie war unter anderem ab 1986 neun Jahre lang Nationalrätin, 1991 bis 1995 ÖVP-Generalsekretärin, ab 1996 sechs Jahre lang Volksanwältin und ab 2006 Obfrau des Wiener Seniorenbundes, zuletzt sieben Jahre stellvertretende Bundesobfrau und seit dem heurigen 11. Jänner geschäftsführende Obfrau. I OKTOBER 2016

[close]

p. 11

Seniorenbund 11 TEUERUNGSABGELTUNG 2017 ■ Laut Gesetz werden die Pensionen um den Durchschnitt der statistischen Teuerungsraten von August 2015 bis Juli 2016 erhöht. ■ Dieser Wert ist nun bekannt, er beträgt 0,8 Prozent. ■ Um diesen Wert werden alle Brutto pensionen am 1.1.2017 erhöht. ■ Nicht erhöht werden alle jene Pensio nen, deren Pensionsantrittsdatum an irgend einem Tag im Jahr 2016 liegt. Alles bisher Aufgezählte ist gesetzlich geregelt und erfordert keine Verhandlungen, Gesetzesänderungen oder Ähnliches. Wir haben aber Zusatzforderungen, die für die Verhandlungen mit der Regierungsspitze, dem Sozial- und Finanzminister, erforderlich sind. Während der Pensionistenverband in Zeitungen lautstark Verhandlungen einfordert, habe ich vom Seniorenbund aus schon in der Vorwoche die Verhandlungstermine mit Bundeskanzler und Finanzminister längst fixiert! Forderung 1: Erhöhung der Ausgleichszulage auf 1.000,- Euro brutto nach 30 Pensionsversicherungsjahren am 1.1.2017. Wichtig: Kinderbetreuungszeiten zählen hier in vollem Umfang als Pensionsversicherungszeiten! Dies wurde beim Pensionsgipfel im Februar vereinbart. Dazu ist eine Gesetzesänderung nötig. Wir bestehen auf der fristgerechten Um- setzung! Wichtig: Es ist nicht klar, wie viele Menschen von dieser Regelung profitieren würden. Denn: Bisher wurde bei der Gewährung der Ausgleichszulage nicht da- tenmäßig erfasst, wie viele Pensionsversicherungsjahre im konkreten Fall vorliegen. Forderung 2: Abschaffung aller Zuverdienstgrenzen. Beim Pensionsgipfel hatte die SPÖ geplant, künftig für ASVG, Gewerbe und Bauern, die Zuverdienstgrenzen sogar auf die Zeit nach dem 60./65. Geburtstag auszudehnen. Das haben wir mit großem Einsatz erfolgreich verhindert! Nun soll eine Regelung gefunden werden, welche diese bei den Beamten (sie können ab dem ersten Pensionstag unabhängig vom Alter unbegrenzt dazuverdienen) mit jenen in ASVG, Gewerbe und Bauern (haben vom Pensionsantritt bis zum 60./65. Geburtstag Zuverdienstgrenzen: Übersteigt das Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze von heuer 415,76, so fällt die gesamte Monatspension weg!) gleichstellt. Theoretisch denkbar sind hier zwei Wege: Einführung von Zuverdienstgrenzen auch für Beamte (dazu bräuchte man im Nationalrat eine 2/3 Mehrheit, die es ohnehin nicht gibt) oder eben Abschaffung aller Zuverdienstgrenzen für alle. Für uns ist klar: Hier kommt ausschließlich Variante 2, also Abschaffung aller Zuverdienstgrenzen für alle in Frage! Forderung 3: Aliquotierung der ersten Pensionsanpassung. Auch Menschen, die ihre Pension 2016 angetreten haben, sollen ihren Teil der Teuerungsabgeltung erhalten! Beispiel: Wer ein halbes Jahr 2016 Pension bezogen hat, erhält am 1.1.2017 die halbe Anpassung. Auch dazu ist eine Gesetzesänderung erforderlich. Forderung 4: Abschaffung der „Kalten Progression“. Durch die Steuersenkung 2016 und weil die Teuerungsraten seither sehr gering waren, schlägt die „Kalte Progression“ (Menschen rutschen durch eine Teuerungsabgeltung der Pension automatisch in die höhere Steuerstufe) heuer noch nicht zu. Der Finanzminister möchte aber ab 2018 eine Regelung in Geltung setzen, die mit der „Kalten Progression“ für alle Zukunft aufräumt. Wir unterstützen diesen Plan zu 100% und werden sie ebenfalls in die Verhandlungen einbringen. Forderung 5: Regelmäßige Anpassung des Pflegegeldes an die gestiegenen Kosten. Das Pflegegeld wurde am 1.1.2016 endlich um 2% erhöht. Eine solche Anpassung muss es aber auch in den kommenden Jahren regelmäßig geben! WICHTIGER HINWEIS! Wenn Ihre Pension unter 1.068,- brutto monatlich liegt und Sie keine Aus- gleichszulage beziehen, so steht Ihnen 2016 erstmals eine Steuergutschrift von bis zu 55,- Euro zu! Dazu ist aber ein Antrag erforderlich. Dieser ist in 3 Schritten ganz leicht und schnell auszufüllen. Wie das genau geht, können Sie hier nachsehen: Video auf Youtube: Suchbegriff "Österreichischer Seniorenbund " Ab dem Jahr 2017 beträgt diese Steuergutschrift bis zu 110,- Euro und wird automatisch, ohne Antrag, ausbezahlt. Bitte lassen Sie diese 55,- Euro für 2016 nicht beim Finanzamt liegen! LAbg. Ingrid Korosec Seniorenbund-Präsidentin OKTOBER 2016 I

[close]

p. 12

12 Trauer Über den Umgang mit Trauer „Trauer ist etwas Individuelles. Es ist ähnlich wie beim Sterben: Die einen verdrängen das Schicksal, die anderen ergeben sich ihm.“ Das sagt Roman Leitner, Psychotherapeut und geistlicher Begleiter, der schon vielen Trauernden durch die dunkle Phase nach dem Verlust eines nahen Menschen zur Seite gestanden ist. D en Verlust geliebter Menschen zu überwinden, gehört zu den schwierigsten Herausforderungen überhaupt. Die Trauerphase ist eine Zeit voll starker und widersprüchlicher Gefühle, die zugelassen und seelisch verarbeitet werden müssen, ehe man sich mit dem Schicksal versöhnen und wieder neu beginnen kann. Abschiedsschmerz, Verzweiflung, Angst, Einsamkeit, Zorn, die Suche nach der Schuld und den Schuldigen. Das alles ist genauso normal, wie Gefühle der Dankbarkeit gegenüber dem Verstorbenen oder der Erleichterung, wenn etwa dem Tod ein langes Leiden voranging. Wie der Trauerprozess verläuft, hängt „Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“ Johann Wolfgang von Goethe von Persönlichkeitsfaktoren ebenso ab wie von der sozialen Situation des Trauernden. Niemand sollte zögern Hilfe zu suchen, und niemand sollte zögern, diese seinen Mitmenschen anzubieten. Was hilft beim Trauern? Roman Leitner: „So simpel es klingt: Bewegung. Gehen ist ein wichtiger Faktor, damit etwas in Bewegung kommen kann und um nicht im Leid zu versinken. Das Zweite ist der Kontakt mit anderen Menschen. Es kann auch helfen, Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Weinen ist grundsätzlich heilsam. Es kann anfangs schwer fallen, aber irgendwann brechen die Tränen durch. Sobald ein Mensch wirklich exzessiv weinen kann, fließt etwas von seinem inneren Druck ab.“ Wie können die Mitmenschen Trauernden helfen? Roman Leitner: „Indem sie auf den Trauernden zugehen. Leider haben viele Menschen Bedenken. Soll ich wirklich einfach hingehen und fragen? Wie kommt das an? Da sind viele überfordert. Man kann natürlich einmal eine Ablehnung erhalten, aber meiner Erfahrung nach sind vier von fünf Menschen nicht abweisend, wenn sie angesprochen werden. Und auch wenn jemand zunächst abwehrt kann es sein, dass er bei Gelegenheit darauf zurückkommt und Anschluss sucht. Ich würde sagen: Nicht wegschauen, eher einmal riskieren.“ Was sollte man beachten, wenn man Trauernden begegnet? Roman Leitner: „Die Gesellschaft gesteht einem Menschen oft nicht zu, die Trauer zu leben. Besonders gut gemeinte Ratschläge können Trauernden wehtun. Zum Beispiel wenn jemand sagt: Reiß dich zusammen, du hast ja eh noch andere Kinder. Oder noch schlimmer, wenn der Tod sozusagen als Wille Gottes prä- HILFE FÜR TRAUERNDE Telefon-Seelsorge Oberösterreich Notruf 142 Schulstraße 4, A-4040 Linz Tel.: 0732/731313 telefonseelsorge@dioezese-linz.at Diözese Linz/Trauerbegleitung 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 Tel.: 0732/76103161 spiritualitaet@dioezese-linz.at Familientherapie-Zentrum des Landes OÖ Figulystraße 27, 4020 Linz Tel.: 0732/666412 ftz.post@ooe.gv.at OÖ Landesverband für Psychotherapie Herrenstraße 12, 4020 Linz Tel.: 0732/776090 office@ooelp.at sentiert wird: Es wird schon seinen Sinn gehabt haben. Oder: Du musst das tun oder das, dann geht es dir besser. Das macht zusätzlich zur Trauer Druck und Schuldbewusstsein. Als Trauerbegleiter halte ich mich mit dem Reden zurück: Ich bin ein Hörender und ich stehe nicht an, manchmal auch zu sagen: Da bin ich selbst sprachlos und ohnmächtig.“ I OKTOBER 2016

[close]

p. 13

Trauer 13 Wie lange dauert die Trauerzeit normalerweise? Roman Leitner: „Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Und die Trauer verläuft auch nicht linear. Oft denkt man, es geht einem besser, dann kommt plötzlich eine Situation, die die Erinnerung wieder wachruft und mit ihr kehrt die Schwere zurück. Früher hat man vom Trauerjahr gesprochen, das sich auch im kirchlichen Jahresablauf in den großen Festen spiegelt. Im ersten Jahr findet ein großer Teil der Trauerarbeit statt – mit dem ersten Weihnachten, dem ersten Urlaub, dem ersten Geburtstag ohne den Verstorbenen. Aber die schmerzhaften Erinnerungen dauern oft viel länger.“ Was kann man tun, wenn man als Trauernder niemanden hat, mit dem man reden kann? Roman Leitner: „Professionelle Begleitung suchen. Wenn ein Trauernder Kontakt sucht, hat er sich selbst schon ein Stück geholfen. Die Diözese und das Land OÖ bieten Beratungen an und es gibt viele Psychotherapeuten, Psychologen und Lebensberater, die in dieser Phase helfen. Wenn man nicht gleich dorthin gehen will, ist ein Anruf bei der Telefonseelsorge eine gute Möglichkeit.“ „In deinen Armen lebt mein geliebter Mensch.“ Wenn wir einen lieben Menschen verlieren, gerät unsere Welt aus den Fugen. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Wertmaßstäbe verschieben sich. Was früher wichtig war, ist plötzlich unwichtig, alles wird gleichgültig. Die Sinnlosigkeit des Todes kann unseren ganzen Alltag – alles was wir tun, was wir schätzen, was wir lieben – mit Sinnlosigkeit infizieren. Am ersten Platz stehen Leere, Verzweiflung, Trauer. ROMAN LEITNER Der Soziologe und Psychotherapeut Dr. Roman Leitner hat in der Telefonseelsorge und in persönlicher Beratung bereits zahlreiche Menschen durch schwierige Situationen begleitet: „Wenn ein Trauernder Kontakt sucht, hat er sich selbst schon ein Stück geholfen.“ A ber in dieser Trauer bleibt – wenn auch über lange Zeit verschüttet oder gar ganz verloren geglaubt – das Urbild der Geborgenheit, das Gott uns ganz tief ins Herz gesenkt hat. Gerade wenn wir die Nähe des geliebten Menschen vermissen, wird darin die Sehnsucht nach Geborgenheit offenbar. Und Gott lädt uns ein, dieses Bild der Geborgenheit an den ersten Platz zu stellen. Wir können es mitten in der Trauer wach halten, indem wir sprechen: „In deinen Armen lebt mein geliebter Mensch.“ Wir dürfen uns diesen Satz auch bildlich vorstellen: Die zärtlichen Arme des Schöpfers und in ihnen der Mensch, den wir so vermissen. So kann neues Vertrauen wachsen. Für alle Trauernden ist dies ein großer Trost. Die Geborgenheit in Gott erhoffen wir für unsere Verstorbenen. Wir glauben sie und bekennen sie – die Auferstehung der Toten. Wir glauben und bekennen das Herrsein Jesu über alle unsere Toten. Sie sind bereits im Letzten, sind uns voraus gegangen in die Ewigkeit, hinein in den österlichen Lebensraum. Wir aber sind im Vorletzten, leben in den Tagen der irdischen Welt. Und in diesen Tagen dürfen wir gelassen leben. Wir dürfen unsere Toten getrost in den Armen Gottes lassen. Er wird auch jede und jeden Einzelnen nach unseren Erdentagen zurücknehmen in seine Arme. Ihr Pater Dominik Pfarre St. Leopold, Linz-Urfahr OKTOBER 2016 I

[close]

p. 14

14 Gesundheit BEZAHLTE ANZEIGE Frauenherzen schlagen anders! Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Nacken oder zwischen den Schulterblättern können Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. © Xundheitswelt MEHR FRAUEN ALS MÄNNER ERLEIDEN EINEN HERZINFARKT Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Industriestaaten die häufigste Todesursache. Laut Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in den Ländern der EU 38 % der Männer und 45 % der Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die Lebenserwartung der Frau 8 – 10 Jahre über jener der Männer liegt. Somit versterben mittlerweile mehr Frauen als Männer an Folgen der Koronarsklerose. Die Tatsache, dass Männer unter 65 Jahren etwa drei- bis viermal häufiger einen Herzinfarkt erleiden als gleichaltrige Frauen, hat lange zu einer Unterschätzung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen im klinischen Alltag und in der Forschung geführt. Mittlerweile ist bekannt, dass bereits ab dem 55. Lebens- © Xundheitswelt jahr die Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Brustkrebs in der Todesstatistik der Frauen überholt haben, was an der abnehmenden Östrogenproduktion (Östrogen senkt das LDL-Cholesterin) in der Menopause liegt. SYMPTOME SIND BEI FRAUEN ANDERS ALS BEI MÄNNERN Bei Frauen fehlen oft die typischen Herzinfarktsymptome wie Brust, Arm- oder Schulterschmerzen sowie Atemnot und Schweißausbruch, es treten häufiger unspezifische Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Nacken oder zwischen den Schulterblättern auf. PRÄVENTION – KENNEN SIE IHRE RISIKOFAKTOREN Im Rahmen eines Aufenthaltes im HerzKreislauf-Zentrum Groß Gerungs werden die Risikofaktoren analysiert, die das Entstehen einer Herzkrankheit begünstigen. Zusätzlich wird die körperliche Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Belastungstests am Fahrradergometer überprüft. Damit kann die optimale Trainingsbelastung für den Aufenthalt bestimmt werden. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass alle Maßnahmen unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen passieren, regelmäßige ärztliche Kontrollen sollen diesen Prozess unterstützen. Zusätzlich zu den klassischen Präventionsprogrammen (physikalische Therapie, körperliche XUNDCHECK Ihr Xundurlaub enthält: 2 Nächte in unserem Komforthotel sowie Vollpension „Xund genießen“ • Ärztliche Erstuntersuchung • Ruhe-EKG • Herz-Ultraschalluntersuchung • Ergometrie am Fahrrad oder Laufband • Basislaboruntersuchung • Ärztliches Abschlussgespräch mit Befundbericht inkl. Trainings- empfehlung • Wohlfühlbereich: Hallenbad, Soft-Sauna, Soft-Dampfbad (Benützung zu den Öffnungszeiten) • Xundwärts-Parcours: Bewegungs- freude und Koordinationstraining im Motorik-Park® • Xundwärts-Routen: unsere viel seitigen Lauf- und Nordic-Walking- Strecken • Ein Kartenset der Xundwärts-Routen Preis pro Person inkl. Vollpension im Doppelzimmer, 2 Nächte € 535,20 Trainingseinheiten) bietet das HerzKreislauf-Zentrum Groß Gerungs Ernährungs-, Raucher- und psychologische Beratungen, sowie ein umfangreiches Bewegungsprogramm an. Information & Buchung Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs Kreuzberg 310, 3920 Groß Gerungs Tel.: 02812/8681-0, Fax DW: 300 E-Mail: info@herz-kreislauf.at I OKTOBER 2016

[close]

p. 15

Gesundheit 15 Eine Information Ihrer Sozialversicherung CT/MR: Was Sie bei Ihrer Terminvereinbarung beim Radiologen beachten sollten! – Fragen Sie Ihren Arzt oder Ärztin bei Ausstellung der Zuweisung, ob eine Bewilligung Ihrer Krankenversicherung erforderlich ist. – Vereinbaren Sie mit einem Radiologischen Institut einen Termin für die Durchführung der Untersuchung. – Bei Terminvereinbarung halten Sie Ihre Überweisung (und Bewilligung) bereit. – Nennen Sie Ihren Namen, Versicherungsnummer sowie die Diagnose und ev. Datum des Akutfalles. Informieren Sie das Institut, wie lange Ihre Beschwerden bereits andauern. – Wird Ihnen von einem Radiologischen Institut mit Kassenvertrag ein rascher Termin nur unter der Bedingung angeboten, dass Sie die Kosten der verordneten Untersuchung selbst tragen, informieren Sie bitte direkt die Ombudsstelle Ihrer Krankenversicherung über diese Vorgangsweise und wenden Sie sich an ein anderes Institut! Wiener GKK ombudsstelle@wgkk.at, 01/60122-2131 Niederösterreichische GKK ombudsstelle@noegkk.at, 050/899-5011 od. 0810/200150 Burgenländische GKK giz@bgkk.at, 02682/608-2020 Oberösterreichische GKK ooegkk@ooegkk.at, 05/7807-103705 Steiermärkische GKK bernd.bauer@stgkk.at, 0316/8035-1000 Kärntner GKK kaerntner.gkk@kgkk.at, 050/5855-1000 Salzburger GKK ombudsstelle@sgkk.at, 0662/8889-1805 Tiroler GKK thomas.wackerle@tgkk.at, 059160-1710 Vorarlberger GKK ombudsstelle@vgkk.at, 050/8455-1110 VAEB ombudsstelle@vaeb.at, 050/2350-0 BVA ombudsstelle@bva.at, 050405-21501 SVA ombudsstelle@svagw.at, 050808-0 SVB info@svb.at, 01/79706-2102 SV-Tipp_188x126_CT-MR - OÖ.indd 1 Testhörer für Hörgeräte-Weltneuheit werden! Jetzt aktiv werden & teilnehmen! 06.09.2016 10:41:52 Symbolfoto Opn™ Leichter verstehen in Gesellschaft Weniger Hör-Anstrengung Mehr geistige Fitness 100% Lebensqualität Neuroth – 19x in Oberösterreich Info-Tel 00800 8001 8001 www.neuroth.at | Kassendirektverrechnung BEZAHLTE ANZEIGE BEZAHLTE ANZEIGE OKTOBER 2016 I

[close]

Comments

no comments yet