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bevölkerung und einkommen ein vergleich der schweizer kantone economic briefing nr 27 welche kantone besitzen eine dynamische bevölkerungsentwicklung wo wächst das einkommen am stärksten wie gross sind die regionalen wachstumsunterschiede economic research consulting
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inhalt einleitung 1 demographische entwicklung in den schweizer kantonen eine bilanz der letzten 20 jahre abweichende bevölkerungstrends determinanten der bevölkerungsentwicklung altersstruktur 2 szenarien zur kantonalen bevölkerungsentwicklung bis 2030 grundlagen und methode hypothesen zu den determinanten der bevölkerungsentwicklung nachlassende wachstumsdynamik und alterung der bevölkerung 3 entwicklungstendenzen der kantonalen haushaltseinkommen was ist das haushaltseinkommen herausgeber credit suisse economic research consulting postfach 100 ch-8070 zürich verantwortung für die reihe economic briefing cesare ravara telefon +41 1 333 59 12 cesare.ravara@credit-suisse.ch autoren dr sara carnazzi weber telefon +41 1 333 58 82 sara.carnazzi@credit-suisse.ch dr roland fischer telefon +41 1 333 77 36 roland.fischer@credit-suisse.ch layout und grafiken peter vetsch grafik typografie ch-7000 chur telefon +41 81 250 10 55 peter.vetsch@bluewin.ch helena rupp helena.rupp.2@credit-suisse.ch druck wyss offsetdruck quellenstrasse 27 ch-8031 zürich redaktionsschluss 10 dezember 2001 erscheinungsweise ca 6 ausgaben pro jahr gemäss aktualität der themen für frühere ausgaben vgl s 23 abonnements und bestellungen direkt bei ihrem kundenberater oder bei jeder credit suisse geschäftsstelle interne bestellungen via host mit mat nr 1511831 host mw01 abonnements mit publicode ebd host wr10 einzelexemplare über ebic fax 41 1 333 37 44 oder e-mail daniel.challandes@credit-suisse.ch besuchen sie uns auf dem internet www.credit-suisse.ch kopien unter quellenangabe gestattet titelbild bildagentur baumann ag 3 4 4 4 6 9 9 9 12 14 14 15 das prognosemodell der credit suisse wachstumstrend der haushaltseinkommen bis 2004 schlussfolgerungen 20 22 2
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einleitung der volkswirtschaftliche oder aber auch ganz allgemeine nutzen einer analyse der einkommensstruktur und -entwicklung ist offenkundig gerade internationale und interregionale vergleiche finden ein immer breiteres interesse kaufkraftindikatoren konsummuster und -tendenzen vom detailhandel bis zum wohnungsmarkt aber auch steueraufkommenspotenziale und handlungsspielräume für öffentliche körperschaften und vieles mehr werden daraus abgeleitet die schweizer volkswirtschaft ist nicht zuletzt aufgrund des stark ausgeprägten föderalismus durch regionale besonderheiten geprägt vor dem hintergrund der zunehmenden arbeitsmobilität und der damit verbundenen regionalen entflechtung von wohn und arbeitsort stellt die einkommensentwicklung einen unerlässlichen aspekt zur beurteilung des wachstumspotenzials einer region dar die entstehung der wertschöpfung ausgedrückt durch das bruttoinlandprodukt und ihre verwendung fallen nämlich räumlich zunehmend auseinander kantone mit grossen städten weisen in der regel eine wertschöpfung auf die deutlich höher ist als das einkommen der grund dafür liegt im relativ grossen zustrom von pendlern aus anderen kantonen welche zwar in den zentren arbeiten und somit dort zur wertschöpfung beitragen ihr einkommen aber vornehmlich im wohnkanton verwenden in kantonen mit einer bedeutenden zahl von wegpendlern ist das einkommen dagegen höher als die wertschöpfung das vorliegende economic briefing konzentriert sich auf die einkommensseite konkret auf die haushaltseinkommen damit wird der grösste teil des volkseinkommens berücksichtigt welches neben dem einkommen der privaten haushalte auch die einkommen der kapitalgesellschaften und der öffentlichen haushalte einschliesslich sozialversicherungen umfasst auf nationaler ebene macht das haushaltseinkommen rund 87 des volkseinkommens aus auf kantonaler ebene liegt dieser wert verschiedentlich etwas höher bzw tiefer die aussagekraft des haushaltseinkommens im hinblick auf die entwicklung des volkseinkommens kann somit etwas variieren entscheidend für die entwicklung der regionalen haushaltseinkommen sind struktur und wachstum der bevölkerung denn was in einer region an einkommen entsteht hängt vornehmlich von der altersstruktur dem lohnniveau und der erwerbsquote deren einwohner ab credit suisse economic research consulting bevölkerung und deren prognose stellen somit unverzichtbare bestandteile bei der modellierung der haushaltseinkommen dar abweichende bevölkerungsstrukturen und deren entwicklungen in den einzelnen kantonen sind zum teil ausdruck deren standortattraktivität sie widerspiegeln aber zunehmend auch die räumliche entwicklung wie z b das wachstum der agglomerationen oder die abwanderung aus peripheren gebieten dazu hängt die entwicklung der haushaltseinkommen auch von der erzielten wertschöpfung ab die an die privaten haushalte verteilt werden kann unser modell der kantonalen haushaltseinkommen versucht die geschilderten zusammenhänge abzubilden und liefert hinweise für die beurteilung des wachstumspotenzials einer region die resultierenden prognosen der haushaltseinkommen ermöglichen zudem projektionen der regionalen nachfrageentwicklung in einzelnen sektoren wie z b dem detailhandel dem wohnungsbau und dem immobilienmarkt economic briefing nr 27 3
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1 demographische entwicklung in den schweizer kantonen eine bilanz der letzten 20 jahre in den letzten 20 jahren ist die bevölkerung der schweiz von 6,3 auf 7,2 millionen einwohner gewachsen dies entspricht einer wachstumsrate von 0,6 pro jahr verglichen mit dem starken wachstum der nachkriegsjahre welches auf das zusammenspiel von hohen geburtenüberschüssen und starker einwanderung zurückzuführen war hat sich die bevölkerungsdynamik deutlich verlangsamt dieses phänomen ist in allen hochentwickelten ländern zu beobachten und wird von einer zunehmenden alterung der bevölkerung begleitet sinkende geburtenraten und eine steigende lebenserwartung haben zu einer verschiebung der altersstruktur zugunsten der älteren altersgruppen geführt neben dieser grundtendenz beobachtet man jedoch unterschiedliche demographische gegebenheiten auf regionaler ebene diese unterschiede in struktur und entwicklung der bevölkerung und ihre implikationen für ökonomisch wichtige variablen wie das haushaltseinkommen und die nachfrage nach konsumgütern wohnraum oder infrastruktur verdeutlichen den bedarf einer regional differenzierten analyse figur 1 bevölkerungsentwicklung in den schweizer kantonen 1980 2000 2,0 durchschnittliche jährliche wachstumsrate in prozent 1,5 1,0 0,5 1.1 abweichende bevölkerungstrends die schweizer kantone haben sich in den letzten 20 jahren unterschiedlich entwickelt wie aus figur 1 ersichtlich ist während kantone wie schwyz nidwalden zug freiburg wallis obwalden und thurgau wachstumsraten erreichten die im durchschnitt deutlich über 1 lagen fielen die kantone bern uri schaffhausen neuenburg glarus und jura deutlich zurück im kanton basel-stadt verzeichnete man sogar einen rückgang der bevölkerung betrachtet man die jüngste entwicklung so wird die verlangsamung der bevölkerungsdynamik besonders deutlich zusätzlich zum kanton basel-stadt verzeichneten auch die kantone glarus uri appenzell a rh schaffhausen und jura einen bevölkerungsrückgang einzig die kantone zug und zürich erlebten in der zweiten hälfte der neunziger jahre eine zunahme des bevölkerungswachstums die abweichende bevölkerungsentwicklung in den kantonen ist mitunter resultat der räumlichen entwicklung etwa des gegensatzes zwischen zentrum und peripherie sowie der zunehmenden regionalen entflechtung von wohn und arbeitsort die städte sind heute die eigentlichen triebkräfte der wirtschaftlichen entwicklung und beheimaten zusammen mit ihren agglomerationen fast zwei drittel der schweizerischen bevölkerung durch ihre zunehmende und zum teil unkontrollierte ausdehnung haben die zentren selbst jedoch an attraktivität als wohnort verloren die gestiegene mobilität der arbeitskräfte verbunden mit dem ausbau der verkehrsinfrastrukturen erhöhen zunehmend die durchschnittliche distanz zwischen wohnund arbeitsort davon profitieren in hohem masse steuergünstige und gut erschlossene gemeinden und kantone im weiteren umfeld der grossen zentren beispiele dafür sind die entwicklungen in den kantonen zug zürich schwyz aber auch nidwalden basel-landschaft und aargau ins hintertreffen geraten hingegen die peripheren noch eher ländlichen landesteile wie das schwache bis negative bevölkerungswachstum in den kantonen glarus uri jura oder appenzell a rh belegt 1.2 determinanten der bevölkerungsentwicklung die bevölkerungsentwicklung eines bestimmten gebietes hängt weitgehend von der geburten und sterberate der migration und dem bürgerrechtswechsel ab die anzahl geburten und sterbefälle bestimmen die sogenannte natürliche bevölkerungsentwicklung zucredit suisse economic research consulting 0,0 ow nw so sg ar sh ju sz zg ch ne gr ag zh vd ge be tg lu vs bl ai fr ti gl 0,5 ur 1995 2000 1980 2000 1,0 bs quelle bundesamt für statistik 4 economic briefing nr 27
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sätzlich hängt das bevölkerungswachstum von der einund auswanderung ab der bürgerrechtswechsel gibt zusätzlich aufschluss über die entwicklung der bevölkerung nach nationalitätengruppen abschwächung der geburtenüberschüsse anfang des 20 jahrhunderts war der geburtenüberschuss die differenz zwischen geburten und sterbefällen die wichtigste triebkraft des schweizer bevölkerungswachstums in der zweiten hälfte des 20 jahrhunderts ging dessen bedeutung jedoch zugunsten von wanderungsgewinnen zurück in den letzten 20 jahren trug die migrationskomponente im durchschnitt zu 56 zum bevölkerungswachstum bei nach dem sogenannten baby-boom der im jahr 1964 mit einer fertilitätsrate 1 von durchschnittlich 2,68 kindern je frau den höhepunkt erreichte sanken die fertilitätsraten kontinuierlich bis mitte der siebziger jahre auf durchschnittlich 1,5 kinder je frau ab seitdem stagniert die fertilitätsrate mit nur geringfügigen schwankungen auf diesem niveau betrachtet man die bevölkerung nach nationalität dann zeigt sich während der neunziger jahre bei den schweizerinnen ein weiterer klar erkennbarer rückgang dieser wurde bis heute durch die höhere kinderzahl der in der schweiz niedergelassenen ausländerinnen kompensiert im europäischen vergleich liegt die schweiz zwischen ländern mit etwas erhöhter fertilität wie irland frankreich dänemark norwegen oder island und ländern mit noch deutlich geringeren kinderzahlen wie deutschland spanien italien und etlichen staaten osteuropas zur erhaltung des generationenbestandes wären durchschnittlich 2,1 kinder je frau notwendig also eine steigerung um etwa 40 gegenüber dem heutigen niveau ein rückgang oder eine stabilisierung der fertilitätsrate auf niedrigem niveau kann in allen kantonen festgestellt werden zudem gehen die kantonalen unterschiede zurück mit einer fertilitätsrate von durchschnittlich 1,75 kindern je frau im kanton genf und 3,92 im kanton uri liess sich ende der sechziger jahre noch ein bedeutendes gefälle zwischen den kantonen feststellen anfang der achtziger jahre hatte sich die kluft zwischen den kantonen mit dem niedrigsten sogenannte zusammengefasste fertilitätsrate gibt die durchschnittliche kinderzahl an die eine frau gebären würde wenn sie in ihrer gesamten gebärfähigen zeit das fortpflanzungsverhalten der verschiedenen altersgruppen im beobachtungsjahr aufweisen würde 1 die figur 2 zusammengefasste fertilitätsrate in den schweizer kantonen 2000 2,5 durchschnittliche anzahl kinder je frau frauen total schweizer frauen 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 ow nw ch ne sg vd gr so ur zh sh ag ge zg gl vs be ar lu tg bl sz ju ai fr ti bs quelle bundesamt für statistik basel-stadt 1,09 und dem höchsten wert appenzell i rh 2,47 bereits stark verringert die angleichung des fertilitätsverhaltens hat sich bis heute fortgesetzt die höchste fertilitätsrate weist heute weiterhin der kanton appenzell i rh mit durchschnittlich 1,86 kindern je frau auf dieser kanton ist zudem durch ein in der schweiz einzigartiges phänomen gekennzeichnet die fertilitätsrate der schweizerinnen übersteigt dort diejenige der ausländerinnen die niedrigste fertilitätsrate verzeichnet nach wie vor der kanton basel-stadt mit durchschnittlich 1,24 kindern je frau vgl figur 2 die beschriebene angleichung unter den kantonen hängt womöglich damit zusammen dass die geburtenhäufigkeit immer weniger von «traditionellen» faktoren wie glaubenszugehörigkeit oder wohnort beeinflusst wird dafür gewinnen andere faktoren der individuellen lebens und familienplanung welche nicht kantonsspezifisch sind zunehmend an bedeutung die regionalen fertilitätsraten werden zudem durch die geburtenraten der jeweils niedergelassenen ausländerinnen und damit indirekt auch durch unterschiedliche ausländeranteile und deren nationalitäten beeinflusst sinkende geburtenzahlen werden in der schweiz wie in allen anderen hochentwickelten ländern von einer economic briefing nr 27 5 credit suisse economic research consulting
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ständigen verlängerung der lebenserwartung begleitet letztere beträgt heute 82,6 jahre bei den frauen und 76,7 jahre bei den männern damit gehört die schweiz neben japan und schweden zu den drei ländern mit der höchsten lebenserwartung auf der welt bei der durch die lebenserwartung ausgedrückten allgemeinen mortalität lässt sich ebenfalls eine deutliche verringerung der kantonalen unterschiede feststellen heute beläuft sich der maximale unterschied der lebenserwartung bei geburt auf 2,7 jahre bei den männern und 2,0 jahre bei den frauen wie bereits im fall des fertilitätsverhaltens festgestellt sind geographische unterschiede bei der sterblichkeit anderen ungleichheiten gewichen vor allem solchen sozioökonomischer art migrationssaldo als triebkraft des wachstums der aufgrund sinkender geburtenzahlen nachlassenden dynamik bei der natürlichen bevölkerungsentwicklung steht eine zunehmende bedeutung des migrationssaldos als wachstumsfaktor gegenüber seit 1980 übertrifft in der schweiz im durchschnitt der wanderungszuwachs aus dem ausland den geburtenüberschuss hinter dieser gesamtschweizerischen tendenz figur 3 geburtenüberschuss und migrationssaldo in den kantonen 19812000 durchschnitt über die betrachtete periode 10 8 ti migrationssaldo je 1000 einwohner sz fr zg vd ge gr so be bs gl ju tg vs ow ag lu sg bl ai nw 6 4 ch-mittel 2 0 2 4 6 5 3 1 ch-mittel 1 ne sh ar zh verstecken sich jedoch markante regionale unterschiede figur 3 vergleicht den durchschnittlichen geburtenüberschuss und den durchschnittlichen internationalen und interkantonalen migrationssaldo je 1000 einwohner in den schweizer kantonen über die letzten 20 jahre in den kantonen schwyz zug nidwalden obwalden freiburg thurgau wallis aargau und in geringerem ausmass genf und waadt trugen sowohl der geburtenüberschuss als auch der migrationssaldo überdurchschnittlich stark zum bevölkerungswachstum bei was sich entsprechend auch in überdurchschnittlich hohen wachstumsraten der bevölkerung im vergleich zum schweizer mittel ausdrückte für das bevölkerungswachstum in den kantonen uri appenzell i rh basel-landschaft graubünden st gallen und luzern war eher die natürliche bevölkerungsentwicklung massgebend während der migrationssaldo im vergleich zum schweizer mittel unterdurchschnittlich ausfiel der kanton tessin konnte über die betrachtete periode auf einen überdurchschnittlichen migrationssaldo zählen der geburtenüberschuss war hingegen sehr schwach in den kantonen zürich solothurn schaffhausen bern neuenburg glarus jura und basel-stadt lag sowohl der wachstumsbeitrag des geburtenüberschusses als auch derjenige des migrationssaldos unter dem schweizer durchschnitt wobei für den kanton basel-stadt bereits ein negativer geburtenüberschuss d h ein sterbeüberschuss verzeichnet wurde im kanton appenzell a rh lag der wachstumsbeitrag der beiden komponenten etwa im schweizer mittel ein analoges bild der beiträge zum bevölkerungswachstum ergibt sich auch wenn man die jüngste vergangenheit betrachtet einzig in drei kantonen hat sich in der zweiten hälfte der neunziger jahre die bedeutung dieser grössen gegenüber dem schweizer mittel massgeblich geändert in den kantonen zürich und basel-landschaft lag der wachstumsbeitrag des migrationssaldos in dieser periode neu über dem schweizer mittel während im kanton appenzell a rh sowohl der beitrag des geburtenüberschusses als auch derjenige des migrationssaldos unterdurchschnittlich ausfielen 1.3 altersstruktur mit der erhöhung der lebenserwartung und der verringerung der geburtenraten hat sich die altersstruktur der bevölkerung in der schweiz erheblich verändert am anfang dieses jahrhunderts war für die schweiz eine credit suisse economic research consulting ur geburtenüberschuss je 1000 einwohner 3 5 7 9 quelle bundesamt für statistik 6 economic briefing nr 27
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pyramidenförmige altersstruktur typisch diese hat im verlaufe der zeit immer mehr die gestalt eines baumes oder einer glocke angenommen der rückgang der geburtenzahlen hat zu einer verminderung des anteils jugendlicher an der bevölkerung und damit zu einer immer schmäleren basis der alterspyramide geführt parallel dazu sind im zuge der kontinuierlichen verlängerung der lebenserwartung die anzahl älterer menschen und deren anteil an der gesamten bevölkerung gestiegen die spitze der alterspyramide ist dadurch immer höher und immer breiter geworden der anteil der jugendlichen unter 20 jahren an der bevölkerung beträgt heute in der schweiz 23,1 derjenige der 65 jährigen und Älteren 15,4 vor 20 jahren lagen diese anteile bei 27,1 bzw 13,9 und am anfang des jahrhunderts bei 40,5 bzw 5,8 die demographische alterung ist in allen schweizer kantonen anzutreffen was deren ausmass und form betrifft stellt man jedoch beträchtliche unterschiede fest auf der einen seite ist der alterungsprozess in städtischen gebieten stärker vorangeschritten als in ländlichen regionen niedrige geburtenzahlen können jedoch in manchen fällen durch eine starke einwanderung junger arbeitskräfte sei es aus dem ausland oder aus anderen kantonen kompensiert werden auf der anderen seite verzeichnen alpine und periphere regionen zwar höhere geburtenzahlen gleichzeitig aber auch eine erhebliche abwanderung die dort ebenfalls zu einer markanten alterung der verbleibenden lokalen bevölkerung führt diese regionale vielfalt lässt sich nicht in einer einzigen altersmasszahl zusammenfassen je nachdem welcher indikator herangezogen wird fällt die beurteilung der demographischen alterung unterschiedlich aus der kanton appenzell i rh weist beispielsweise den höchsten anteil der unter 20 jährigen an der bevölkerung auf wird jedoch der alterslastquotient herangezogen welcher das verhältnis der 65 jährige und Älteren zur aktiven bevölkerung zwischen 20 und 64 jahren angibt dann ist der alterungsgrad der appenzeller bevölkerung überdurchschnittlich hoch im vergleich zum schweizer mittel aus diesem grund haben wir die schweizer kantone anhand ihrer altersstruktur in fünf gruppen eingeteilt welche die wesentlichen in der schweiz beobachtbaren muster der altersverteilung widerspiegeln figur 4 veranschaulicht die gewählte typologie die kantone in denen die demographische alterung noch nicht so weit vorangeschritten ist lassen sich in drei kategorien einteilen die erste kategorie welche credit suisse economic research consulting figur 4 typologie der altersstruktur für die schweizer kantone typ 1 hoher anteil jugendliche niedriger anteil Ältere obwalden freiburg thurgau luzern st.gallen wallis typ 4 typ 2 hoher anteil jugendliche hoher anteil aktive zug aargau nidwalden schwyz typ 3 niedriger anteil jugendliche hoher anteil aktive zürich genf waadt typ 5 niedriger anteil jugendliche hoher anteil jugendliche hoher anteil Ältere hoher anteil Ältere basel-stadt tessin schaffhausen bern neuenburg basel-landschaft solothurn glarus appenzell i rh appenzell a rh uri jura graubünden quelle bundesamt für statistik credit suisse die kantone obwalden freiburg thurgau luzern st gallen und wallis umfasst ist im vergleich zum schweizer mittel durch einen hohen anteil an kindern und jugendlichen und einen niedrigeren anteil an älteren personen über 65 jahren gekennzeichnet typ 1 die aktive bevölkerung ist gleich bis weniger stark vertreten als im landesdurchschnitt diese kantone zählen jedoch nicht zu den typischen abwanderungsregionen die zweite kategorie umfasst die kantone zug aargau nidwalden und schwyz typ 2 diese kantone weisen überdurchschnittlich hohe anteile an jugendlichen insbesondere kindern und an aktiven auf die vertretung der höheren altersklassen bleibt hingegen unter dem schweizer mittel diese merkmale welche in figur 5 anhand des kantons zug veranschaulicht werden widerspiegeln die attraktivität dieser kantone als wohnregion im umfeld der grossen und mittleren wirtschaftszentren die dritte kategorie umfasst die kantone zürich genf und waadt typ 3 im vergleich zum schweizer mittel sind diese kantone durch einen niedrigeren anteil an jugendlichen und einen hohen anteil an aktiven insbesondere in den altersklassen zwischen 25 und 39 jahren gekennzeichnet diese merkmale widerspiegeln zum teil die attraktivität der grossstädte für junge aktive bei den kantonen die durch eine eher vorangeschrittene alterung der bevölkerung charakterisiert sind unterscheidet man zwei kategorien die erste kategorie economic briefing nr 27 7
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figur 5 altersstruktur der bevölkerung im kanton zug und in der schweiz 2000 100 95 90 85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 1,1 0,9 0,7 0,5 0,3 0,1 0,1 0,3 0,5 0,7 0,9 1,1 zg ch männer frauen umfasst die kantone basel-stadt tessin schaffhausen bern neuenburg basel-landschaft und solothurn typ 4 in diesen kantonen sind die gruppe der jugendlichen und mit ausnahme des kantons tessin diejenige der aktiven unterdurchschnittlich stark vertreten im vergleich zum schweizer mittel dem steht ein überdurchschnittlich hoher anteil an älteren personen über 65 jahren gegenüber diese merkmale sind im kanton basel-stadt besonders stark ausgeprägt wie aus figur 6 ersichtlich ist typisches merkmal der zweiten kategorie welche die kantone glarus appenzell i rh appenzell a rh uri jura und graubünden umfasst ist ebenfalls ein höherer anteil an älteren personen über 65 jahren als im landesdurchschnitt typ 5 diese kantone weisen jedoch auch einen überdurchschnittlich hohen anteil an kindern auf während der anteil der aktiven im vergleich zum schweizer mittel unterdurchschnittlich ausfällt die kombination dieser merkmale stellt eine typische erscheinung für ländliche regionen dar die von abwanderung betroffen sind quelle bundesamt für statistik figur 6 altersstruktur der bevölkerung im kanton basel-stadt und in der schweiz 2000 100 95 90 85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 ch bs männer frauen 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,0 quelle bundesamt für statistik 8 economic briefing nr 27 credit suisse economic research consulting
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2 szenarien zur kantonalen bevölkerungsentwicklung bis 2030 das bundesamt für statistik bfs erstellt seit 1984 im auftrag des bundesrates und in zusammenarbeit mit dem perspektivstab der bundesverwaltung laufend szenarien zur bevölkerungsentwicklung in der schweiz die jüngsten szenarien wurden anfang dieses jahres veröffentlicht und decken den zeitraum 20002060 ab bis heute beinhalten diese szenarien jedoch keine angaben über die kantonale bevölkerungsentwicklung auf der ebene der einzelnen kantone wird die zukünftige bevölkerungsentwicklung ebenfalls nur mangelhaft untersucht veröffentlichen doch nur die wenigsten kantone eigene vorausschätzungen um diese lücke zu schliessen haben wir szenarien zur bevölkerungsentwicklung auf kantonaler ebene erarbeitet 2.1 grundlagen und methode unter einem bevölkerungsszenario versteht man ein modell zur vorausschätzung der zukünftigen entwicklung einer bevölkerung in abhängigkeit von bestimmten hypothesen über fertilität mortalität migration und bürgerrechtswechsel diese hypothesen widerspiegeln annahmen über soziale kulturelle wirtschaftliche und politische entwicklungen welche den allgemeinen rahmen des bevölkerungsszenarios bilden der zweck von bevölkerungsszenarien besteht nicht darin vorauszusagen wie gross die bevölkerung in der zukunft tatsächlich sein wird sondern aufzuzeigen welche demographische entwicklungen sich unter den getroffenen annahmen ergeben können die einzelnen szenarien werden in der regel mit eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet das szenario mit der höchsten eintrittswahrscheinlichkeit gilt dann als referenzszenario zur erstellung der kantonalen bevölkerungsszenarien wurde die sogenannte komponentenmethode herangezogen vgl box seite 13 diese methode stellt das am häufigsten verwendete verfahren zur erstellung von bevölkerungsszenarien dar und beruht auf dem ansatz der bevölkerungsfortschreibung ausgangspunkt der bevölkerungsfortschreibung bildet eine nach alter geschlecht und nationalität aufgegliederte bevölkerung im letzten verfügbaren beobachtungsjahr der bevölkerungsstand in den einzelnen prognosejahren wird ermittelt indem für jedes jahr die prognostizierten geburten und einwanderungen zum anfangsbestand hinzugerechnet und die todesfälle und auswanderungen credit suisse economic research consulting davon abgezählt werden die bevölkerungsfortschreibung auf der ebene der nationalitätengruppen wird durch die einbürgerungen ergänzt die prognostizierte anzahl von geburten todesfällen einwanderungen auswanderungen und einbürgerungen ergibt sich aus den getroffenen annahmen über fertilität mortalität migration und bürgerrechtswechsel die vorliegende prognose erstreckt sich bis 2030 wobei die ständige wohnbevölkerung am 31 dezember 2000 als letzter beobachtungswert eingeht 2.2 hypothesen zu den determinanten der bevölkerungsentwicklung die den kantonalen bevölkerungsszenarien zugrunde liegenden annahmen widerspiegeln die kantonalen gegebenheiten lassen sich jedoch in die gesamtschweizerische bevölkerungsentwicklung einordnen so wird im hinblick auf fertilität und mortalität für alle kantone die gleiche auf schweizerischer ebene beobachtbare entwicklungstendenz unterstellt die unterschiedlichen kantonalen niveaus jedoch berücksichtigt die annahmen zu den internationalen migrationsströmen drücken zum einen die für die gesamte schweiz prognostizierte ein und auswanderung aus zum anderen deren bedeutung für die einzelnen kantone die interkantonalen migrationsbewegungen welche auf gesamtschweizerischer ebene per definitionem gleich null sind widerspiegeln hingegen lediglich kantonsspezifische gegebenheiten zur beurteilung der zukünftigen entwicklung der bevölkerung in der schweiz haben wir drei szenarien konstruiert ein referenzszenario und zwei alternativszenarien «hoch» und «tief» welche jeweils von einer optimistischeren bzw pessimistischeren entwicklung ausgehen als im referenzszenario unterstellt dem referenzszenario ordnen wir eine eintrittswahrscheinlichkeit von 70 zu das szenario «hoch» wird durch eine eintrittswahrscheinlichkeit von 10 das szenario «tief» durch eine eintrittswahrscheinlichkeit von 20 charakterisiert im folgenden sollen die den drei szenarien zugrunde liegenden annahmen näher erläutert werden fertilität das fruchtbarkeitsverhalten hängt von vielen faktoren ab wie dem sozialen und ökonomischen kontext dem ausbildungsgrad der erwerbsbeteiligung oder der familienpolitik es ist jeweils schwierig aus dem zusammenspiel dieser faktoren die ursachen für eine verhaleconomic briefing nr 27 9
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tensänderung zu bestimmen und folglich eine prognose für die entwicklung der fertilität anzustellen im rahmen unseres referenzszenarios gehen wir für schweizer frauen in allen kantonen davon aus dass sich der in den neunziger jahren beobachtete fertilitätsrückgang fortsetzen wird wenn auch in etwas langsamerem tempo die fertilitätsrate wird auf gesamtschweizerischer ebene von heutigen 1,3 auf 1,2 kinder je frau sinken gleichzeitig wird ein weiterer anstieg des mittleren alters der mutter bei der geburt des ersten kindes unterstellt diese annahmen werden durch zwei phänomene begründet auf der einen seite wird die konkurrenz zwischen mutterschaft und erwerbstätigkeit im zuge eines vermehrten zuganges zu tertiären ausbildungsgängen und hochqualifizierten positionen weiter zunehmen was sich dämpfend auf die fertilitätsraten auswirken wird auf der anderen seite ist eine verstärkte förderung der vereinbarkeit von erwerbs und familienarbeit durch fortschritte bei der schaffung von betreuungsstrukturen für kinder zu erwarten die den fertilitätsrückgang etwas bremsen sollten bei den ausländischen frauen wird für die ganze prognoseperiode und alle kantone jeweils das im jahr 2000 beobachtete fertilitätsverhalten unterstellt was auf gesamtschweizerischer ebene einer fertilitätsrate von 2,1 kindern je frau entspricht die begründung für diese annahme liegt im ausgleich zweier gegenläufiger tendenzen die fertilität der ausländerinnen hängt in erster linie von der fertilität in ihren herkunftsländern und dem grad ihrer integration im zielland ab für die nächsten jahrzehnte ist anzunehmen dass die einwanderung vermehrt aus ländern erfolgt die verglichen mit der schweiz noch hohe geburtenraten aufweisen dieser entwicklung steht eine zunehmende integration der ausländischen frauen in der schweiz und die angleichung von deren fertilitätsverhalten an dasjenige der schweizerinnen gegenüber die alternativszenarien « hoch » und «tief » unterscheiden sich lediglich in den annahmen über die fertilität der schweizer frauen im szenario «hoch» wird der weitere rückgang der geburtenraten ausbleiben das durchschnittsalter der mutter bei der geburt des ersten kindes wird jedoch ebenfalls zunehmen im szenario «tief» wird die fertilitätsentwicklung vom referenzszenario unterstellt mortalität die verringerung der sterblichkeit in der schweiz ist ein wichtiger aspekt des sozialen und demographischen 10 economic briefing nr 27 wandels des 20 jahrhunderts die schweiz hat inzwischen eine der weltweit höchsten lebenserwartungen erreicht es sei denn ein unvorhergesehenes ereignis gäbe der entwicklung der lebenserwartung in den letzten jahrzehnten eine unerwartete wende zum beispiel epidemie oder revolutionäre entdeckung auf dem gebiet der medizin ist kein allzu grosses abweichen von dieser tendenz zu erwarten im gegenteil dürften medizin und gesundheitsvorsorge das mittlere sterbealter noch weiter ansteigen lassen wobei vor allem in den oberen altersgruppen zunahmen zu erwarten sind bei den unteren altersgruppen ist die mortalität bereits so tief dass sich zukünftige fortschritte nicht mehr gross auf die mittlere lebensdauer auswirken dürften in allen drei szenarien wird eine weitere erhöhung der lebenserwartung unterstellt jedoch in etwas langsamerem tempo bis 2030 wird sich die lebenserwartung der männer von heute 76,7 auf 81,8 jahre diejenige der frauen von 82,6 auf 87,1 jahre verlängern die ohnehin sehr geringen unterschiede in der mortalität zwischen schweizern und ausländern werden bis 2030 verschwinden weiter wird von einer annäherung der lebenserwartung von männern und frauen ausgegangen diese annnahme widerspiegelt einerseits das erhöhte potenzial für einen rückgang der mortalität bei den männern andererseits erste tendenzen eines langsameren anstiegs der lebenserwartung bei den frauen die vermehrt verhaltensweisen annehmen die in der vergangenheit eher für männer typisch waren internationale und interkantonale migration die migrationsbewegungen schwanken über die zeit beträchtlich und sind einerseits von der wirtschaftlichen lage und der ausländerpolitik im zielland andererseits von den politischen wirtschaftlichen und sozialen bedingungen in den herkunftsländern abhängig neben jahren mit deutlichen wanderungsgewinnen besonders 1990 und 1991 hatte die schweiz zum beispiel zwischen 1996 und 1998 einen negativen wanderungssaldo zu verzeichnen eine retrospektive betrachtung über mehrere jahrzehnte hinaus liefert deshalb kaum hinweise auf zukünftige veränderungen in der schweiz wie auch in den anderen hochentwickelten ländern mit tiefen fertilitätsraten haben die migrationsbewegungen jedoch einen beträchtlichen einfluss auf die bevölkerungsdynamik und bilden deshalb die zentrale annahme eines bevölkerungsszenarios die migrationsannahmen für das referenzszenario beinhalten werte die nahe an die durchschnittswerte der credit suisse economic research consulting
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letzten 20 jahre kommen sollten für das szenario «hoch» wurde unterstellt dass die zukünftige entwicklung im langfristigen durchschnitt näher am niveau jener phasen der jüngeren vergangenheit der schweiz mit hoher zuwanderung wie zum beispiel der periode 19901994 liegen wird dagegen orientiert sich das szenario «tief» langfristig am migrationsniveau der phasen geringerer zuwanderung aus der zweiten hälfte der neunziger jahre ausgehend von diesen unterschiedlichen migrationsniveaus wird für alle drei szenarien unterstellt dass der migrationssaldo zwischen 2000 und 2010 leicht zunehmen und dass sich dieser anschliessend auf den jeweiligen durchschnittswert aus der vergangenheit einpendeln wird die zunahme des migrationssaldos bis 2010 stellt eine fortsetzung der seit 1999 beobachteten tendenz zu einer verstärkung der einwanderung dar zudem ist zu erwarten dass das inkrafttreten der bilateralen abkommen zwischen der schweiz und der europäischen union das frühestens für die erste hälfte des jahres 2002 vorgesehen ist in einer ersten phase positive auswirkungen auf die durch erwerbstätigkeit oder familiennachzug bedingte einwanderung in die schweiz haben wird im referenzszenario wird der migrationssaldo zwischen 2000 und 2010 von 20 224 auf 25 000 personen zunehmen und sich anschliessend bis 2030 auf das niveau von 15 000 zurückbilden im szenario «hoch» wird sich der migrationssaldo bis 2010 auf 30 000 personen erhöhen und sich bis 2030 bei 20 000 personen einpendeln das szenario «tief» geht schliesslich von einem anstieg des wanderungssaldos bis 2010 auf 15 000 personen und von einer stabilisierung auf 5000 personen bis 2030 aus ausgehend von diesen annahmen für die gesamte schweiz werden dann die kantonalen migrationssaldi bestimmt wobei sich die verteilung an den anteilen der einzelnen kantone am gesamtschweizerischen migrationssaldo orientiert für die bevölkerungsentwicklung auf kantonaler ebene sind neben den internationalen auch die interkantonalen migrationsbewegungen von grosser bedeutung ob ein kanton eine nettozuwanderung oder -abwanderung aufweist hängt zum grossen teil von seiner standortattraktivität und vom wachstumspotenzial der wertschöpfung ab anhand eines von uns entwickelten standortqualitätsindikators der im abschnitt 3.2 näher erläutert wird und einer bewertung der kantonalen branchenstruktur und damit des wachstumspotenzials der wertschöpfung haben wir die anziehungskraft der kantone im rahmen der interkantonalen migrationsbewegungen credit suisse economic research consulting figur 7 anziehungskraft der schweizer kantone im jahr 2000 anziehungskraft im vergleich zum ch-mittel zug zürich nidwalden basel-stadt schaffhausen aargau basel-landschaft schwyz tessin solothurn genf waadt st.gallen bern thurgau glarus appenzell a.rh luzern freiburg appenzell i.rh uri neuenburg wallis obwalden jura graubünden ch anteil internationaler migrationssaldo in 2,4 26,5 0,7 2,7 1,5 5,9 2,9 1,2 5,0 2,7 12,2 5,7 5,8 11,3 0,3 0,0 0,5 5,0 3,2 0,2 0,3 0,5 1,4 0,6 0,1 1,7 100,0 hoch mittel tief quelle bundesamt für statistik credit suisse ermittelt vgl figur 7 kantone mit einer überdurchschnittlich hohen anziehungskraft im vergleich zum schweizer mittel werden eine verbesserung des migrationssaldos erfahren kantone mit einer niedrigeren anziehungskraft weniger einwanderung aus und verstärkt abwanderung in andere kantone verzeichnen diese tendenzen werden nur für die ersten fünf jahre der prognoseperiode fortgeschrieben anschliessend werden sich die interkantonalen migrationsströme auf einen langjährigen durchschnittswert einpendeln erwerb des schweizer bürgerrechts die entwicklung der einbürgerungen hängt sowohl von der möglichkeit als auch von der neigung zum erwerb des schweizer bürgerrechts ab viele faktoren sind dabei mit im spiel wie das gesetzliche umfeld die einbürgerungsvoraussetzungen individuelle merkmale der ausländer die wirtschaftliche und politische situation im herkunftsland und nicht zuletzt die möglichkeit der doppelbürgerschaft vor dem hineconomic briefing nr 27 11
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figur 8 bevölkerung in der schweiz 1990 2030 8 500 000 8 300 000 8 100 000 7 900 000 7 700 000 7 500 000 7 300 000 7 100 000 6 900 000 6 700 000 1990 1995 2000 2005 2010 2015 referenzszenario szenario tief szenario hoch 2020 2025 2030 einbürgerungsraten basierend auf den angaben der zweiten hälfte der neunziger jahre unterstellt und über die ganze prognoseperiode konstant gehalten wurden auf gesamtschweizerischer ebene entspricht dies einer einbürgerungsrate der ausländischen bevölkerung von etwa 1,5 2.3 nachlassende wachstumsdynamik und alterung der bevölkerung die bevölkerung der schweiz wird in den nächsten jahrzehnten weiter zunehmen gemäss referenzszenario wird die schweiz im jahr 2030 7,9 millionen einwohner zählen in den alternativszenarien «hoch» und «tief» wird die einwohnerzahl auf 8,2 bzw 7,6 millionen ansteigen vgl figur 8 allen szenarien ist eine allmähliche abschwächung des bevölkerungswachstums gemeinsam im szenario «tief» ist ab 2028 sogar mit einem bevölkerungsrückgang zu rechnen auf kantonaler ebene werden sich die unterschiede in der bevölkerungsdynamik in den nächsten 30 jahren etwas verschärfen wie aus figur 9 ersichtlich werden mehrere kantone gemäss referenzszenario bereits im nächsten jahrzehnt einen bevölkerungsrückgang verzeichnen dabei werden die kantone glarus uri baselstadt und appenzell a rh am stärksten an einwohnern einbüssen dieser negativen bevölkerungsdynamik steht ein überdurchschnittlich hohes wachstum in den kantonen zug genf schwyz zürich nidwalden und freiburg gegenüber bis 2030 wird sich die bevölkerungsdynamik jedoch in allen kantonen abschwächen als folge der steigenden lebenserwartung und der geringen kinderzahlen wird sich der alterungsprozess in der schweiz fortsetzen der anteil der 65-jährigen und Älteren an der gesamtbevölkerung wird von heutigen 15,4 auf 24,3 im jahr 2030 steigen derjenige der jugendlichen unter 20 jahren von 23,1 auf 19,3 schrumpfen der alterslastquotient wird sich von 25,0 auf 43,2 erhöhen dies bedeutet eine massive verschlechterung des verhältnisses zwischen aktiver bevölkerung und rentnerbevölkerung von 4 zu 1 auf 2,3 zu 1 dieses verhältnis wird sich auf kantonaler ebene insbesondere in denjenigen kantonen verschlechtern die gemäss der typologie aus figur 4 eine altersstruktur vom typ 5 und in etwas abgeschwächter form typ 4 aufweisen wie aus figur 10 ersichtlich wird der alterslastquotient in den kantonen appenzell a rh uri und glarus sogar bis über 60 steigen was einem verhältnis von weniger als 2 aktiven pro rentner entspricht credit suisse economic research consulting quelle bundesamt für statistik credit suisse figur 9 bevölkerungsentwicklung in den kantonen 20002030 gemäss referenzszenario 1,5 2000 2030 2000 2010 1,0 0,5 0,0 ch lu nw ag ow ge so zh bl vd sg tg zg sz fr ti vs ai be ne sh ju gr ar bs ur gl 0,5 1,0 durchschnittliche jährliche wachstumsrate in prozent quelle bundesamt für statistik credit suisse tergrund dieser komplexität ist es sehr schwierig hypothesen über die zukünftige entwicklung der einbürgerungen zu formulieren in allen drei szenarien wurde deshalb vom status quo ausgegangen indem für jeden kanton jeweils die mittleren altersspezifischen 12 economic briefing nr 27
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die komponentenmethode ein verfahren zur erstellung von bevölkerungsszenarien ausgangspunkt einer bevölkerungsprognose nach der komponentenmethode bildet eine nach alter geschlecht und nationalität aufgegliederte bevölkerung zu einem bestimmten zeitpunkt t in abhängigkeit von hypothesen über die zukünftige entwicklung von fertilität mortalität migration und bürgerrechtswechsel wird die zahl der geburten todesfälle einwanderungen auswanderungen und einbürgerungen für jedes zukünftige jahr der prognoseperiode vorausgeschätzt und damit die basisbevölkerung fortgeschrieben zur altersgliederung der basisbevölkerung werden 101 altersklassen [x;x+1 mit x 0 100 als ganzzahligem alter zugrunde gelegt mit b tj,v x bezeichnet man die basisbevölkerung im ganzzahligen alter x mit geschlecht v v männlich weiblich und nationalität j j inländer j v ausländer zum zeitpunkt t mit b t+1x+1 bezeichnet man die prognostizierte bevölkerung im alter x+1 mit geschlecht v und nationalität j zum zeitpunkt t+1 die prognose der bevölkerung nach der komponentenmethode umfasst zwei vorgänge zum einen wird die basisbevölkerung über alle altersklassen fortgeschrieben indem vom anfangsbestand zum zeitpunkt t die Überlebenden im prognosezeitraum durch abzug der todesfälle bestimmt werden zum anderen werden die neuzugänge zur basisbevölkerung im prognosezeitraum ermittelt diese umfassen die neugeborenen die differenz aus einwanderung und auswanderung sowie die einbürgerungen zur basisbevölkerung diese vorgänge lassen sich anhand folgender gleichung zusammenfassen j v x j v 0 j v x j v x j v x j v b t+1x+1 b tj v x d t,t+1 g t,t+1 e t,t+1 a t,t+1 n t,t+1 figur 10 alterslastquotient in den schweizer kantonen 2000 2030 70 2030 2000 60 50 40 30 20 10 0 ch sh so nw ow sg ag gr ne gl be vd bs zh ur ge zg ar tg vs bl sz lu ju fr ai ti quelle bundesamt für statistik credit suisse dabei bezeichnen für den prognosezeitraum t;t+1 j v x d t,t+1 die anzahl todesfälle im alter x mit geschlecht j v 0 v und nationalität j g t,t+1 die anzahl neugeborener im altersintervall [0;1 mit geschlecht v und nationalität j j v x j v x e t,t+1 und a t,t+1 die anzahl einwanderer bzw auswanderer im alter x mit geschlecht v und nationalität j und j v x n t,t+1 die anzahl einbürgerungen zur bevölkerung im alter x mit geschlecht v und nationalität j bei einer bevölkerungsvorausschätzung für mehrere zukunftsperioden werden die hier vorgestellten schritte mehrfach wiederholt credit suisse economic research consulting economic briefing nr 27 13
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3 entwicklungstendenzen der kantonalen haushaltseinkommen prognosen der einkommensentwicklung sind von zentraler bedeutung für die schätzung wichtiger volkswirtschaftlicher grössen das wachstum der konsumnachfrage wird zum beispiel zu einem grossen teil vom wachstum des haushaltseinkommens bestimmt woraus sich dann marktpotenziale im handel schätzen lassen aber auch nachfragetendenzen im baugewerbe und auf dem immobilienmarkt lassen sich aus der einkommensentwicklung ableiten unser neues modell zur prognose der kantonalen haushaltseinkommen ermöglicht die abschätzung dieser tendenzen auf regionaler ebene struktur und entwicklung der bevölkerung bilden dabei eine zentrale grösse 3.1 was ist das haushaltseinkommen die nationale buchhaltung oft auch volkswirtschaftliche gesamtrechnung genannt misst die entstehung verteilung und verwendung der wertschöpfung eines landes während eines jahres die wohl bekannteste grösse der nationalen buchhaltung ist das bruttoinlandprodukt bip das bruttoinlandprodukt bildet die entstehung der wertschöpfung in einem land oder einer region ab das haushaltseinkommen auch primäreinkommen der privaten haushalte genannt hingegen gibt aufschluss über die verteilung der wertschöpfung das haushaltseinkommen umfasst die summe der arbeitnehmereinkommen geschäftseinkommen der selbständigen sowie vermögens und mietzinseinkommen der privaten haushalte durch diese komponenten wird jedoch nur ein teil der verteilung der wertschöpfung erfasst das haushaltseinkommen ist bestandteil des volkseinkommens welches zusätzlich folgende komponenten umfasst unverteilte unternehmensgewinne direkte steuern der kapitalgesellschaften sowie vermögens und erwerbseinkommen des staates und der sozialversicherungen abzüglich der zinsen für die öffentliche schuld die verwendung der wertschöpfung schliesslich umfasst den kauf von gütern transferzahlungen sowie ersparnisse sie wird anhand der nachfragekomponenten des bruttoinlandprodukts konsum ausrüstungsinvestitionen bauinvestitionen usw d.h der endnachfrage abzüglich 14 economic briefing nr 27 importe dargestellt in dieser form werden in der regel auch die konjunkturprognosen des credit suisse economic research consulting präsentiert die zusammensetzung des volkseinkommens ist in figur 11 ersichtlich diese figur zeigt deutlich dass das haushaltseinkommen mit rund 87 den hauptteil des volkseinkommens ausmacht der staat und die sozialversicherungen besitzen einen anteil von 5 die unverteilten gewinne und die direkten steuern der kapitalgesellschaften einen anteil von 8 diese anteile können je nach konjunkturumfeld variieren die grössten schwankungen sind jeweils bei den kapitalgesellschaften zu beobachten so betrug ihr anteil am volkseinkommen im rezessionsjahr 1992 lediglich 5,2 im boomjahr 1998 hingegen 11,1 das wachstum des haushaltseinkommens wird massgebend von der bevölkerungsentwicklung bestimmt der grund liegt darin dass das haushaltseinkommen ausschliesslich aus grössen zusammengesetzt ist welche einen direkten bezug zur wohnbevölkerung aufweisen aufgrund des hohen anteils des haushaltseinkommens am volkseinkommen können zwar auf der basis von bevölkerungsprognosen auch hinweise auf die entwicklung des volkseinkommens gewonnen werden allerdings weisen die anteile der komponenten figur 11 zusammensetzung des volkseinkommens in der schweiz 1990 1999 400 000 350 000 300 000 250 000 200 000 150 000 100 000 50 000 0 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 millionen schweizer franken kapitalgesellschaften staat und sozialversicherungen private haushalte quelle bundesamt für statistik credit suisse economic research consulting
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auf regionaler ebene grosse unterschiede auf weshalb die aussagekraft der bevölkerungsentwicklung und des haushaltseinkommens im hinblick auf das wachstum des gesamten volkseinkommens stark schwankt die zusammensetzung des volkseinkommens in den kantonen ist in figur 12 dargestellt daraus sieht man dass die unverteilten gewinne und direkten steuern der kapitalgesellschaften in einigen kantonen zum beispiel basel-stadt zug und zürich über sehr hohe anteile am volkseinkommen verfügen in anderen kantonen wiederum zum beispiel obwalden und appenzell a rh sind sie fast vernachlässigbar das wachstum des haushaltseinkommens ist zum beispiel für die entwicklung der konsumnachfrage massgebend interessiert man sich hingegen für die entwicklung der staatseinnahmen dann sollte das gesamte volkseinkommen herangezogen werden auf diese weise kann der beitrag der kapitalgesellschaften zum steueraufkommen besser abgeschätzt werden 3.2 das prognosemodell der credit suisse gemäss unseren statistischen analysen lässt sich der mittelfristige wachstumstrend des kantonalen haushaltseinkommens anhand der allgemeinen konjunkturellen lage in der schweiz der struktur und entwicklung der kantonalen bevölkerung sowie der standortattraktivität des kantons erklären diese bestimmungsfaktoren sollen im folgenden näher erläutert werden allgemeine konjunkturlage die allgemeine konjunkturlage der schweiz bestimmt die wertschöpfung welche über die diversen einkommenskomponenten an die privaten haushalte weiterverteilt wird leider existieren in der schweiz keine offiziellen statistischen angaben zum bruttoinlandprodukt der kantone unsere schätzung der kantonalen haushaltseinkommen basiert deshalb auf der entwicklung des bruttoinlandprodukts für die gesamte schweiz obwohl die wachstumsrate des schweizer bruttoinlandprodukts gemäss unseren schätzungen einen grossen teil des kantonalen einkommenswachstums erklärt dürfte diese restriktion mit einer gewissen qualitätseinbusse der schätzung verbunden sein figur 13 zeigt den relativ engen zusammenhang zwischen bruttoinlandprodukt und haushaltseinkommen während der neunziger jahre der korrelationskoeffizient zwischen den beiden variablen beträgt 50 credit suisse economic research consulting figur 12 zusammensetzung des volkseinkommens in den schweizer kantonen 1998 80 000 70 000 private haushalte 60 000 50 000 40 000 30 000 20 000 10 000 0 ow nw ch sh so ne zh sg gr ag vd ge ur bs zg be gl ar lu tg vs bl sz fr ju ai ti schweizer franken pro einwohner staat und sozialversicherungen kapitalgesellschaften quelle bundesamt für statistik figur 13 haushaltseinkommen und bruttoinlandprodukt in der schweiz 19911999 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 quelle bundesamt für statistik haushaltseinkommen bip wachstumsrate zum vorjahr in prozent economic briefing nr 27 15
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