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Jung, innovativ, unternehmerisch - die StartUps und Newcomer im Landkreis Cham

Popular Pages


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Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement 5. Ausgabe YoungCHAMpions Jung, innovativ, unternehmerisch – die StartUps und Newcomer im Landkreis Cham |1 www.landkreis-cham.de

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Inhaltsverzeichnis Herausgeber: Landratsamt Cham Rachelstraße 6 · 93413 Cham Text / Redaktion: Stefanie Straßburger · www.stefanie-strassburger.de Isabella Bauer · Wirtschaftsförderung Lkrs. Cham Satz & Produktion: Peter Bauernfeind · www.soundslike.media Diese Aktivitäten werden gefördert durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. 2|

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Inhaltsverzeichnis Einleitung Platz da für die jungen Wilden! Beste Aussichten für den unternehmerischen Nachwuchs Gründer: Verstärker für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft Industrie Roding Embedded GmbH VoTec GmbH Ingenieurbüro Muhr GmbH InduVis GmbH DaTeC Automatisierungstechnik GmbH Power Color International GmbH Handwerk Ulmenrausch – Schmuckunikate aus Ulmenrinde Christoph Dengler Schreibgerätedesign Grund-Handicaps Dienstleistung QXXQ STUDIOS subkom GmbH HeiCom Systems GmbH Tom Hauser Schädlingsbekämpfung GbR App Access · Matthias Scherr Wirtshaus Osl Dipl.-Ing. Henrik Henke Supply Chain Management L.A. Live Style Café Taxi und Mietwagen Brand D‘Hoamat TobiWelt Indoor Spielwelt Cham Handel Crossmade · globobag Fuxs GbR BWC WearHouse Inhaltsverzeichnis Seite 4, 5 Seite 6, 7 Seite 10, 11 Seite 12, 13 Seite 14, 15 Seite 16, 17 Seite 18, 19 Seite 20, 21 Seite 24, 25 Seite 26, 27 Seite 28, 29 Seite 32, 33 Seite 34, 35 Seite 36, 37 Seite 38, 39 Seite 40, 41 Seite 42, 43 Seite 44, 45 Seite 46, 47 Seite 48, 49 Seite 50, 51 Seite 52, 53 Seite 56, 57 Seite 58, 59 Seite 60, 61 |3

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Wirtschaftsregion Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement im Landkreis Cham Platz da für die jungen Wilden! Beste Aussichten für den unternehmerischen Nachwuchs Der Motor der Wirtschaft in einer Region sind deren Existenzgründerinnen und -gründer. Sie sorgen motiviert für den wirtschaftlichen Nachwuchs. Ihr Ideenreichtum, ihre Risikobereitschaft und ihr Unternehmerbewusstsein haben den Landkreis Cham zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort gemacht. Gründerkultur von Anfang an zu schaffen – das ist das Ziel der regionalen Wirtschaftsförderung. Im Gegenzug dazu schafft der Landkreis Cham günstige Rahmenbedingungen für Unternehmer und jene, die es werden wollen. Neben der nötigen Infrastruktur und den harten Standortfaktoren zählt dazu vor allem die Schaffung einer Gründerkultur von Anfang an. So setzt die regionale Wirtschaftsförderung nicht erst bei der Beratung von Existenzgründern an, sondern verankert das Thema bereits in der Schule in Form von Gründungsplanspielen und Ideenwettbewerben. Wissenschaft und Kunst von der Hans-LindnerStiftung durchgeführt. Pro Schuljahr beteiligen sich mehr als 600 Schülerinnen und Schüler in Teams aus Niederbayern und der Oberpfalz am Wettbewerb. Schulen aus dem Landkreis Cham sind regelmäßig im Finale vorne mit dabei. „Handwerk – Bau deine Idee“ Ein Praxiswettbewerb, den es so nur im Landkreis Cham gibt, fördert seit 15 Jahren kreative junge Handwerker an den Mittelschulen. Über 200 Mädchen und Jungen sind jedes Jahr eifrig damit beschäftigt, die Planung und die selbständige Ausarbeitung an ihren Modellen und Werkstücken fristgerecht durchzuführen. „Ideen machen Schule” Seit 2004 konnten beinahe 900 Schülerinnen und Schüler im Landkreis Cham als Jungunternehmer ihre Geschäftsideen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Eines der erfolgreichsten Schulprojekte nahm damals seinen Lauf. Das Gründungsspiel wird unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, 4|

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Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement im Landkreis Cham Wirtschaftsregion Dass diese Art der Berufsorientierung und unternehmerischen Nachwuchsgewinnung erfolgreich ist, zeigen die Zahlen: Rund 70 % der Wettbewerbsteilnehmer entscheiden sich für einen Beruf im Handwerk! Innovationspreis „Beste Aussichten“ Seit dem Jahr 2007 vergibt der Landkreis Cham regelmäßig den Innovationspreis „Beste Aussichten“. Ein Beitrag dazu, die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu stärken. Alle zwei Jahre werden damit petente, neutrale und kostenlose Beratung als Starthilfe für ihre Existenzgründung: von der Hilfe bei der Erstellung eines Gründungskonzeptes bis hin zur Berechnung der Tragfähigkeit. Weiterhin werden regelmäßig kostenlose Gründerseminare angeboten, in denen junge Unternehmen umfassende Information und Beratung zu den vielfältigen Themen im Rahmen einer Existenzgründung bekommen. Innovations- und Gründerzentren (IGZ) in Roding und Furth im Wald Die Innovations- und Gründerzentren bieten perfekte Startbedingungen und Zukunftsperspektiven für Existenzgründer. Sie sind eine optimale Basis für den Unternehmensstart und stärken nachhaltig die klein- und mittelständische Unternehmensbasis im Landkreis. 90% aller Gründer verlassen die beiden IGZ erfolgreich und schaffen im Durchschnitt fünf neue Arbeitsplätze. Flexible Räumlichkeiten, gemeinsam nutzbare Servicedienste, Unterstützung bei der Vermittlung von Kontakten und bei der Erschließung von Fördermitteln sowie die räumliche Nähe zu ebenfalls innovativen Existenzgründern verbessern die Startchancen der im IGZ ansässigen Firmen. Dabei genießen sie die Möglichkeit, sich selbst bestmöglich zu entfalten und die volle Konzentration auf ihre unternehmerische Tätigkeit zu richten. bei der Innovationsgala nicht nur herausragende innovative Leistungen ausgezeichnet. Vielmehr wird allen nominierten Unternehmen und Personen auch eine attraktive Plattform geboten, sich und ihre Innovationen einem breiten Publikum zu präsentieren. Mehr als 90 % aller Existenzgründer verlassen die beiden Gründerzentren erfolgreich. Und jede erfolgreiche Unternehmensgründung schafft im Durchschnitt fünf neue Arbeitsplätze. Die Gründerzentren im Landkreis Cham – eine solide Basis für Unternehmensgründer Mit der Kategorie „Nachwuchspreis“ legt die Region ein besonderes Augenmerk auf die Förderung des innovativen Nachwuchses. Freiraum für neue Unternehmenskonzepte Information, Beratung und Begleitung Von der Förderberatung bis hin zu attraktiven Räumlichkeiten werden die jungen Unternehmen in der Region intensiv unterstützt. Im Rahmen der Gründeragentur Cham bekommen sie eine kom- Seit Eröffnung der Gründerzentren im Jahr 1996 nutzten über 50 Unternehmen das Raumangebot und den Service der beiden IGZ. Rund 230 neue Arbeitsplätze konnten so geschaffen werden. |5

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Gründerregion Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement im Landkreis Cham Bild: © Mariusz Szczawinski | Dreamstime.com Gründer: Verstärker für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft Gründer sorgen für einen steten Wettbewerbsdruck. Sie zwingen so etablierte Unternehmen dazu, sich ständig auf den Prüfstand zu stellen und das Beste aus sich herauszuholen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft. Ein reges Gründungsgeschehen macht eine Volkswirtschaft also fit für die Zukunft! Gründerinnen und Gründer tragen dazu bei, die Wirtschaftsleistung in Deutschland zu stärken. Mit ihren überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen sorgen sie für den Großteil der Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Darüber hinaus sind viele von ihnen mit ihren innovativen Produkten und Dienstleistungen weltweit erfolgreich. Hauptmotiv: Unternehmergeist Unternehmerisch tätig zu sein, ist der wichtigste Beweggrund, warum Gründer den Schritt in die Selbstständigkeit gehen: 40 % der befragten Gründer des Jahres 2015 sehen darin voll und ganz einen Grund für ihre Selbstständigkeit. Auch die Einkommenserzielung oder der eigenen Qualifikation Geltung zu verleihen sind für viele „voll und ganz“ Beweggründe. Wie wichtig die verschiedenen Beweggründe sind, hängt teilweise stark davon ab, ob im Voll- oder Nebenerwerb gegründet wurde. Vollerwerbsgründer sind klar stärker durch Unternehmergeist motiviert als Nebenerwerbsgründer. Was motiviert Gründer? Die stark veränderte Motivlage 2015 im Vergleich zum Jahr 2014: ANTEILE IN PROZENT ’15 ’14 Unternehmerisch tätig sein: 40 29 Ø 17 14 2,0 Zusatzverdienst wahrnehmen: 37 28 16 19 2,2 2,8 Eigener Qualifikation gerecht werden: 38 24 15 23 2,2 2,6 Abwechslung im Alltag haben: 31 33 18 18 2,2 2,5 Langersehnten Traum wahrmachen: 33 21 24 21 2,3 2,5 Familie und Beruf vereinen: 23 16 21 40 2,8 2,1 Erwerbstätig werden: 19 17 21 42 2,9 2,2 Konjunktur ausnutzen: 10 16 32 42 3,1 1,8 Arbeitsmarktsituation umgehen: 11 15 27 47 3,1 2,0 Arbeitsplatz erhalten: 16 10 21 53 3,1 0 100 Trifft genau zu Trifft eher zu Trifft eher nicht zu Trifft gar nicht zu 6 | Quelle: KfW-Gründungsmonitor 2016

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Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement im Landkreis Cham Gründerregion Traum von der Selbständigkeit Viele Gründerinnen und Gründer erfüllen sich mit ihrem Weg in die Selbständigkeit einen persönlichen Traum. Sie wollen zum Beispiel: ihrem unternehmerischen Tatendrang nachgehen ihre eigene Unternehmens-Idee verwirklichen eine günstige Gelegenheit ergreifen berufliche Frustrationen vermeiden oder beenden der Arbeitslosigkeit entfliehen mehr Unabhängigkeit erleben mehr Erfolgserlebnisse genießen ihren beruflichen Aufstieg selbst in die Hand nehmen sich ein höheres Einkommen erarbeiten1) Jeder fünfte Gründer baut auf digitale Technologien Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran. Gründer, die mit digitalen Technologien neue Märkte kreieren oder etablierte Märkt erobern, sind die treibende Kraft dieser Entwicklung. Jeder fünfte (21%) ist ein digitaler Gründer: Nach eigener Aussage können Kunden deren Angebot nur durch den Einsatz digitaler Technologien nutzen. Die Geschäftsmodelle digitaler Gründer sind vielfältig. Sie können rein digital sein wie bei AppAnbietern, Betreibern von Webportalen oder Webhosting-Diensten. Sie können aber auch traditionell sein und eine wesentliche digitale Komponente beinhalten wie bei Onlinehändlern oder bei Gründern, die (selbst hergestellte) Produkte oder Dienstleistungen auf Online-Marktplätzen anbieten. Nicht zu vergessen sind Gründer, die für ihre Arbeit im Wesentlichen digitale Technologien anwenden wie Softwareentwickler, Webdesigner, Fachleute im Online-Marketing, viele IT-Consultants oder Fotografen. Weil diese ihre Arbeit im Grunde ortsunabhängig ausüben (können), werden sie oft als „Digitale Nomaden“ bezeichnet.2) Innovativ für den Markt Unternehmensgründer erschließen mit ihren Unternehmen oft völlig neue Geschäftsfelder, die durch bestehende Unternehmen unter Umständen nicht bearbeitet worden wären. Damit sind die Innovationen junger Unternehmen gesamtwirtschaftlich von hoher Bedeutung. Sie unterstützen nicht nur die Modernisierung der Wirtschaftsstruktur, sie steigern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Ausschlaggebend für innovative Ideen in einem neuen Unternehmen sind in den meisten Fällen die Gründerpersonen selbst. Sie sind es, die mit einem breiten Schatz an Wissen und Fähigkeiten neue Ideen entwickeln. Ein weiterer Erfolgsfaktor, der nicht vergessen werden darf, sind neben dem Unternehmensgründer aber kompetente und engagierte Mitarbeiter. Die Hälfte aller jungen Unternehmen stellen bereits im Gründungsjahr Mitarbeiter ein und profitieren so vom Wissen und Engagement ihrer Angestellten.3) Gründer beraten und begleiten Die Wirtschaftsförderung am Landratsamt Cham dient als zentrale Anlaufstelle für Existenzgründer. Hier erhalten Gründungsinteressierte, Unternehmensnachfolger und Jungunternehmer gezielte Unterstützung bei den ersten Schritten, die für eine erfolgreiche Existenzgründung erforderlich sind. Das Angebot umfasst unter anderem vorbereitende Information und Beratung sowie Hilfe bei der Abwicklung von Gründungsformalitäten: 1. Kompetente, neutrale und kostenlose Existenzgründungsberatung Business-Plan Finanzierung / Öffentliche Finanzhilfen Fachliche Stellungnahmen und Gutachten Kalkulation und Kostenrechnung Marketingfragen Standortfragen Rechtsformfragen Gewerberechtliche Fragen Gründung durch Übernahme / Unternehmensbörse 2. Umfassende Informationen und Vermittlung von Kontakten Finanzamt Agentur für Arbeit Registergericht Sozialversicherungsträger Industrie- und Handelskammer Handwerkskammer 3. Unterstützung bei den „Formalitäten“ Gewerbeanmeldung etc. Gründeranfragen (Landratsamt Cham) seit 2003 nach Branchen: 37% Dienstleistung 20% Handel 19% Handwerk 10% Gastronomie 9% Gesundheit 2% Produktion 2% Sonstiges 1% Land-/Forstwirtschaft Bild: Ensinger GmbH Quellen: 1) Starthilfe (BMWi 2014), 2) KfW-Gründungsmonitor 2016, 3) Junge Unternehmen (Nr. 4 März 2016) ZEW, Creditreform, Landratsamt Cham, Wirtschaftsförderung |7

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Industrie

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Industrie Roding Embedded GmbH Von wegen klein Wenn man das Schlagwort „Startup-Unternehmen“ hört, denkt man automatisch an etwas Kleines. Die Roding Embedded GmbH startete jedoch mit einer erfahrenen Gruppe von 18 Personen, die sowohl den Markt als auch die Marktgesetze kennt und sich seit Jahren sehr erfolgreich bei vielen namhaften Firmen bewiesen hat. Ein gut eingespieltes Team mit viel Erfahrung erleichterte den Start. 10 | Roding Embedded GmbH Der Standortleiter der Roding Embedded GmbH, Michael Roider, erklärt die Gründung der Roding Embedded wie folgt: „Das Management der Kontron AG hat 2013 Reorganisierungsmaßnahmen und die Schließung mehrerer Standorte, darunter auch in Roding, angekündigt. Sämtliche Mitarbeiter der Roding Embedded GmbH haben eng und auch erfolgreich in diesem Team zusammengearbeitet, das jüngste Teammitglied ist seit mehr als acht Jahren dabei.“ Dieses aufgebaute Know-how wollte man dem Markt weiterhin zur Verfügung stellen. Mit Dr. Rudolf Wieczorek fand sich ein Investor und die Roding Embedded GmbH ging an den Start – mittlerweile als 100-prozentige Tochter der s&t embedded GmbH mit Sitz in Ismaning. Flexibel und technisch ausgereift „Kunden verlangen heutzutage eine schlanke Basis an Zulieferern, Produkte müssen flexibel designt und trotzdem technisch ausgereift sein“, so Michael Roider. Eine starke s&t embedded / s&t AG im Hintergrund vereinfachte den erfolgreichen Start der Roding Embedded extrem. Die Aufgaben wurden ganz einfach aufgeteilt: Die Entwicklung befindet sich in Roding, die Serienproduktion bei der s&t embedded in Ismaning. Entwickelt werden in Roding Rechnersysteme für die Industrie und Medizintechnik. „Wir arbeiten meistens kundenspezifisch“, sagt Michael Roider. Das bedeutet sehr viel Tüftelarbeit und vor allem große Erfahrung, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können. Dafür ist das Unternehmen hervorragend aufgestellt – und zwar nicht nur personell, sondern auch technisch, zum Beispiel mit einer eigenen EMV-Kammer. Diese ermög-

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Roding Embedded GmbH Buchenstraße 18 93426 Roding Telefon: Mail: Web: +49 (0)9461 / 91454-0 info@roding-embedded.de www.roding-embedded.de Roding Embedded GmbH Industrie licht eine von der Umwelt elektromagnetisch getrennte Prüf- und Messumgebung und damit ein besonders exaktes Ergebnis bei Emissionen und Störeinstrahlungen. Klimakammer für Härtetests Aber die in Roding entwickelten Produkte müssen – je nach Anforderung – auch andere Härtetests bestehen. In einer Klimakammer können Temperaturen zwischen -70 und +170 Grad Celsius simuliert und die Produkte einer dementsprechenden Prüfung unterzogen werden. „Unser Vorteil ist, dass wir alle diese Testes selbst durchführen können, weil wir die dazu nötige Ausstattung haben“, sagt Michael Roider. Das überzeugt natürlich auch große Kunden. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass das Unternehmen komplexe Projekte wie die Entwicklung einer Blackbox für Erlkönige erhalten hat. Diese unterliegen – aufgrund der natürlichen Witterung – zum Teil beträchtlichen Temperaturschwankungen und müssen, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, immer absolut zuverlässig und störungsfrei aufzeichnen. Produkte wie diese werden entweder komplett in Roding entwickelt oder aber – je nach Kundenwunsch – auch nur veredelt. „Von der Spezifikation über nötige Tests und die Zulassung bis hin zur Lieferung können wir alles bieten“, sagt Michael Roider und ist zuversichtlich, dass der Erfolg ihm weiter Recht geben wird. Denn der ist – wie das Unternehmen von Anfang an – alles andere als klein. Viele Produkte werden komplett in Roding entwickelt. „Der Markt ist groß, aber jeder wird satt.” Michael Roider, Standortleiter Eckdaten » Branche: Industriecomputer » Geschäftsführer: Carlos Queiroz » Hauptsitz / Firmenzentrale: Roding / Oberpfalz, Bayern » Mitarbeiter: 14 (+6 am Standort Ismaning) » Unternehmensgründung: 2014 » Kompetenzen: Rechnersysteme für Industrieanwendungen und Medizintechnik Roding Embedded GmbH | 11

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Industrie VoTec GmbH Dreamteam auf der Erfolgsspur „Der hat bei VoTec gelernt, der kann was“: Diese Aussage würde Maria Vogl in einigen Jahren gerne hören, wenn von Ausbildung im Landkreis Cham die Rede ist. Maria Vogl entschied sich, auf eigenen Beinen zu stehen. 12 | VoTec GmbH Die Jungunternehmerin hat es nämlich nicht nur geschafft, eine florierende Firma zu gründen, sondern obendrein von Anfang an Wert auf ein sehr gutes Arbeitsumfeld gelegt – und dazu gehört auch die firmeneigene Ausbildung. Leicht hat es sich die zweifache Mutter mit ihrer Selbstständigkeit nicht gemacht. Denn nach ihrem dualen Betriebswirtschaftsstudium hätte sie auch im Betrieb ihrer Eltern, der Möbel VoglGruppe, weiterarbeiten können. Das wollte sie aber nicht, sie entschied sich dafür, auf eigenen Beinen zu stehen. Gemeinsam mit ihrem Mann Tom, der als Feinwerkmechanikermeister große Erfahrung im Fräsbereich mitbrachte, startete sie 2011 mit der VoTec GmbH. Von Anfang an mit Qualität Die beiden sind der – wie sie sagen – perfekte Mix, um Büroarbeiten und Praktisches effizient zu erledigen. Begonnen haben sie mit zwei alten Maschinen und sehr viel Rennerei. „Es war uns wichtig, von Anfang an mit unserer Qualität zu überzeugen“, sagt die Geschäftsführerin und ihr Mann ergänzt: „Wir haben um eine Chance gebeten, zu zeigen, welch hochklassige Qualität wir liefern wollen und können.“ Dafür haben sie sehr viel Zeit investiert, aber es hat sich gelohnt. Anfangs fertigte VoTec „nur“ die Beschläge, Griffe und Leisten für die Möbelfabrik, heute ist die Möbel Vogl-Gruppe mit Abstand ihr kleinster Kunde. Die intensive Kundenrecherche hat vielfältige

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VoTec GmbH Industrie Aufträge gebracht – zunächst natürlich kleinere Serien zwischen zehn und 20 Stück. Bald schon aber hatten die beiden Gründer ihr Ziel erreicht: Dank Leistung und Zuverlässigkeit fertigt die VoTec GmbH heute diverse Serien mit mehreren tausend Stück – ohne dass die Qualität leidet. Im Gegenteil: Die ist wahrscheinlich sogar noch besser geworden. Denn nicht nur die Mitarbeiterzahlen stiegen kontinuierlich, sondern auch die Zahl der neuen Maschinen. „Wir haben aufgestockt und arbeiten an modernen 5-Achs-Maschinen“, sagt Maria Vogl. Auch in Zukunft in Arrach Aktuell hat das Unternehmen eine Halle in den Räumlichkeiten der Möbel Vogl-Gruppe gepachtet. „Für die Zukunft würden wir ganz gerne einen eigenen Standort aufbauen“, sagt die Geschäftsführerin. Wo genau, das weiß sie noch nicht, aber „wir werden auf jeden Fall im näheren Umkreis bleiben.“ Aktuell soll aber erst einmal in den Maschinenpark und das Personal investiert werden. Bereits 2012 stellten sie den ersten Auszubildenden ein, 2014 folgte der erste Azubi im Büro. „Das Arbeitsklima hat bei uns oberste Priorität“, sagt die Geschäftsführerin. „Wir machen regelmäßige TeamBesprechungen und alle Entscheidungen werden im Team getroffen. Denn wenn jemand zufrieden ist, dann arbeitet er auch effektiv und produktiv.“ Für die Auszubildenden hat das Unternehmen sogar eine eigene Lehrwerkstatt. „Wir wollen, dass sich jeder Mitarbeiter mit seiner Firma identifizieren kann“, sagt Maria Vogl. Die Weichen dafür hat sie schon mal gestellt. Eckdaten » Branche: Metallverarbeitung » Geschäftsführerin: Maria Vogl » Hauptsitz / Firmenzentrale: Arrach / Oberpfalz, Bayern » Mitarbeiter: 19 » Unternehmensgründung: 2011 » Kompetenzen: Zulieferer für Automobil, Sondermaschinenbau, Automation, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und im Hydraulikbereich Für die Auszubildenden hat das Unternehmen sogar eine eigenene Lehrwerkstatt. „Unser Ziel ist es, uns im Landkreis einen Namen zu machen. VoTec soll für alle ein Synonym für Leistung und Zuverlässigkeit sein.“ Maria Vogl, Geschäftsführerin VoTec GmbH Eckstraße 16 93474 Arrach Telefon: Mail: Web: +49 (0)9943 / 940129 info@votec-gmbh.de www.votec-gmbh.de VoTec GmbH | 13

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Industrie Ingenieurbüro Muhr GmbH Alles beginnt mit einem leeren Blatt Papier Da hat man seinen Traumberuf gefunden und dann das: Der Vater erkrankt schwer, dessen Firma läuft aber gut und die Aufträge reißen nicht ab. Was tun? Diese Maschine von Muhr prüft die Hydraulikzylinder von Achterbahnen auf Herz und Nieren. 14 | Ingenieurbüro Muhr GmbH Heiko Muhr stand vor genau so einer Entscheidung. Möglichkeit eins wäre gewesen, die Firma des Vaters zu übernehmen, aber seinen ei- genen Beruf aufzugeben. Möglichkeit zwei hätte bedeutet, die Firma seines Vaters im Stich zu lassen, um seine eigene Karriere zu verfolgen. Was er gemacht hat? Er hat sich für Möglichkeit drei entschieden – und Traumberuf und Firmenübernahme unter einen Hut gebracht. „Meine Leidenschaft und Begabung haben zum ursprünglichen Unternehmensinhalt nicht gepasst. Ich hab mir gesagt: Ich pack das an, bringe die laufenden Projekte zu Ende und stelle alles ganz neu auf“, sagt der heutige Geschäftsführer. Und das hat erfolgreich funktioniert. Aus dem einstigen reinen Ingenieurbüro ist heute ein breit aufgestelltes Unternehmen geworden, das nicht nur Konstruktionsdienstleitungen im Portfolio hat, sondern auch bei der Entwicklung und Herstellung von technischen Produkten, Vorrichtungen und Sondermaschinen Referenzen vorweisen kann. Von Kindesbeinen an Schon als Kind hat ihn der Maschinenbau fasziniert: Beide Großväter waren bereits im Metallbereich tätig. Der eine als Schlosser- der andere als Schmiedemeister, beide haben ihm die Leidenschaft mit in die Wiege gelegt. Sein Studienfach Maschinenbau hat ihn als Konstrukteur für Sondermaschinen- und Werkzeugbau in mehrere große Unternehmen geführt. „Mein Traum war immer, die Maschinen nicht nur zu entwickeln, sondern komplett herzustellen und in Betrieb zu nehmen“, sagt der Geschäftsführer. Dieses Ziel hat er zusammen mit seiner Mannschaft erreicht – auch wenn der Bereich Konstruktion immer noch die Haupttätigkeit des Unternehmens darstellt und auch weiter ausgebaut wurde.

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Ingenieurbüro Muhr GmbH Industrie Ingenieurbüro Muhr GmbH Nanzing 16 93489 Schorndorf Telefon: Mail: Web: +49 (0)9461 / 3693 info@ib-muhr.de www.ib-muhr.de Produktionsmaschine für Kunststoffleisten Eine breite Palette Seit 2010 ist die Entwicklung von technischen Produkten ein Standbein der Ingenieurbüro Muhr GmbH: „Wir haben eine breite Palette, die wir bedienen können. Von Elektronik-Bausteinen über Exponate fürs deutsche Museum und die IAA bis hin zum Jet-Ski. Durch unsere Möglichkeiten im Bereich Simulation (FEM, Kinematik, Moldflow) können die Produkte virtuell am Computer getestet und optimiert werden. „Wir fangen immer mit einem leeren Blatt Papier an“, sagt er. „Der Kunde kommt mit seinen Anforderungen und Wünschen zu uns und wir begleiten ihn, wenn er das möchte, bis zum Prototyp bzw. zur Serienreife.“ Das, was im Schorndorfer Büro entwickelt und hergestellt wurde, sind Sondermaschinen zum Montieren und Testen von Sicherheitssystemen für Achterbahnen, Fensterheber von gepanzerten Luxuskarossen, Kraftstoffpumpen für Autos, Hubsäulen für OP-Tische, Elektronikbauteile, Cabrio-Verdecke etc. – immer absolut unterschiedliche Anforderungen. Standard gibt es nicht. „Mein Team und ich werden bei jedem Auftrag vor neue, unbekannte Herausforderungen gestellt, die wir mit unserer Leidenschaft für die Technik gemeinsam lösen – das ist unser Erfolgsrezept“, so der Geschäftsführer. Und das ist auch der Grund, warum Heiko Muhr in der Firma seines Vaters doch noch seinen Traumjob gefunden hat. Turbolader-Prüfstand Für die Auszubildenden hat das Unternehmen sogar eine eigenene Lehrwerkstatt. Eckdaten » Branche: Ingenieurbüro » Geschäftsführer: Heiko Muhr » Hauptsitz / Firmenzentrale: Schorndorf / Oberpfalz, Bayern » Mitarbeiter: 15 » Unternehmensgründung: 1985 / 2009 » Kompetenzen: Ingenieurbüro für Entwicklung Konstruktion und den Bau von Vorrichtungen, Sondermaschinen, Prüfständen und technischen Produkten „Unsere Projekte sind so vielfältig wie wir: Standardgeschichten gibt es bei uns nicht. Es geht immer bei Null los.“ Heiko Muhr, Geschäftsführer Exponat im Deutschen Museum Exponat auf der IAA Ingenieurbüro Muhr GmbH | 15

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