VNW-MAGAZIN 4/2016

 

Embed or link this publication

Description

VNW-Magazin

Popular Pages


p. 1

Magazin Norddeutscher Mietrechtstag 7. November 2016 in Lübeck 42016 VNW-Arbeitstagung Schwerpunkt: Serielles Bauen Bezahlbares Wohnen VNW-Verbandstag

[close]

p. 2

Vodafone Kabel Deutschland Partner der Immobilienwirtschaft. 3 Zimmer, Küche, Zukunft Machen Sie Ihre Immobilie fit mit einem zukunftsfähigen Netz. Vodafone Power to you Bieten Sie Ihren Bewohnern den Zugang zu vielfältigen Multimedia-Angeboten. Mit dem leistungsstarken Hybridnetz von Vodafone Kabel Deutschland, der idealen Kombination aus Glasfaser- und Koaxialkabel. Eine Entscheidung für die Zukunft. • Digitales Fernsehen – auch in HD-Qualität • Zeitversetzt fernsehen – mit dem Digitalen HD-Video-Recorder1 • Filme und Fernsehen auf Abruf – mit Select Video2 • Internet mit Kabel-Power – mit bis zu 400 Mbit/s im Download bereits in einigen Ausbaugebieten verfügbar3 • Telefon-Anschluss – einfach und günstig über das Kabel3 • Kabel Internet Telemetrie – Bandbreite für Ihre Immobilie4 Mehr zu Produkten und Verfügbarkeit unter www.vodafone.de/immobilienwirtschaft 1 Kopiergeschützte Sendungen (z. B. bestimmte Programme / Select Video) können aufgrund der Zusatzanforderungen einiger Programmveranstalter nicht angehalten, gespult oder aufgenommen werden. 2 Select Video (Video-on-Demand) ist in immer mehr Städten und Regionen der Kabel-Ausbaugebiete von Vodafone verfügbar. Prüfung auf www.selectvideo.de. Voraussetzungen sind ein 862-MHz-Hausnetz, ein mit einem Digitalen HD-Video-Recorder oder einem Digitalen HD-Receiver von Vodafone Kabel Deutschland ausgestatteter, kostenpflichtiger Kabelanschluss sowie ein Internetanschluss. Empfohlene Bandbreite mindestens 6 Mbit/s. 3 Vodafone Kabel Deutschland Internet- und Telefonprodukte sind in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland mit modernisiertem Hausnetz (862 MHz) verfügbar. Die Maximalgeschwindigkeit von 400 Mbit/s ist im Ausbaugebiet in ersten Städten und Regionen mit modernisiertem Hausnetz verfügbar. Weitere Städte und Regionen folgen. Bitte prüfen Sie, ob Sie die Produkte von Vodafone Kabel Deutschland in Ihrem Wohnobjekt nutzen können. Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag behält sich Vodafone Kabel Deutschland vor, die Übertragungsgeschwindigkeit für Filesharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s zu begrenzen. Call-by-Call und Preselection nicht verfügbar. 4 Vodafone Kabel Deutschland Telemetrie ist in immer mehr Ausbaugebieten von Vodafone Kabel Deutschland verfügbar. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Stand: August 2016 Vodafone Kabel Deutschland GmbH, Betastr. 6–8, 85774 Unterföhring

[close]

p. 3

magazin 4.I6 Die Wohnungswirtschaft entwickelt Alternativen für schnellen, nachhaltigen und kostengünstigen Wohnungsbau. Das Serielle Bauen gilt dabei als mögliche Lösung und ist deshalb Schwerpunkt dieses magazins und wird in den kommenden Ausgaben ebenfalls näher betrachtet. Mehr dazu ab Seite 12. Visualisierung: Modulhäuser des SBV. Quelle: Asmussen + Partner, Flensburg ZuwandeInruhnalgt 03 07 13 56 VNW THEMA – ANALYSE – VISION 02 Vorwort 03 Arbeitstagung 05 Verbandstag 07 GdW-Präsident auf Sommertour 08 Kieler Immobilien Dialog 09 VNW-Nachrichten 51 Neues Quartier für Familien 52 Vorstandswechsel 53 Bauen mit Perspektive 54 Jahresbilanzen 56 Dank an Ehrenamtler 57 Neubau in Mecklenburg-Vorpommern 58 Elektro-CarSharing Station 59 Zeitgemäß Wohnen 60 Zeugnisübergabe 12 Schwerpunkt: Serielles Bauen 27 Architekturwettbewerb 30 Bezahlbarer Wohnraum 34 SERIE: Elektronische Archivierung 39 Lerninsel Juist 40 BilRUG 46 Soziale Stadt 48 Norddeutscher Mietrechtstag 1

[close]

p. 4

Vorwort Wohnungen, die zum Leben passen Von Jeanette Huber, Zukunftsinstitut Frankfurt „Welche Dinge sind für Sie persönlich besonders wichtig und erstrebenswert?“ Das haben wir vom Zukunftsinstitut 20 bis 35-Jährige gefragt, die als Bildungsabschluss mindestens die (Fach-) Hochschulreife haben. Für 89 Prozent der Befragten waren Unabhängigkeit und das Ziel, sein Leben selbst bestimmen zu können, besonders wichtig. Diese Freiheiten sind ein unumstößliches Charakteristikum der modernen Gesellschaft, Millionen von Menschen verstehen sich als „individualistische Lebensgestalter“. Das prägt Lebensentscheidungen. Junge Leute stürzen sich nach ihrer Ausbildung nicht mehr mit wehenden Fahnen in den Job für’s Leben, sie buchen lieber erst einmal ein Ticket nach Australien oder entscheiden sich für ein soziales Jahr in Costa Rica. Während zu Anfang des vierten Lebensjahrzehnts die Ehen geschlossen werden, landen sie im fünften wieder vor dem Scheidungsrichter. Auch deshalb sind 20 Prozent der Familien mit minderjährigen Kindern alleinerziehend. Rund 40 Prozent der deutschen Arbeitskräfte bemühen sich aktiv um einen neuen Job. Unter'm Strich bedeutet das ein erhöhtes Veränderungstempo des Lebens. Eigentlich müssten Wohnangebote diese Dynamik des Lebens spiegeln, doch im Wohnungsbau dominiert noch immer die landläufige Standardpackung: zwei Zimmer, Küche, Bad oder drei Zimmer, Küche, Bad. Das Wohnangebot der Zukunft fühlt sich eher an wie Apps auf einem Smartphone: man wählt, was man braucht. Je nach Lebensphase, momentanem Familienstand und Arbeitsverhältnis werden Leermodule nach individuellem Gutdünken gefüllt, mit KinderzimmerMobiliar und Spielzeug, mit der Ausstattung, die man zum Arbeiten benötigt, mit allem, was man braucht, um Gäste zu bewirten oder sich fit zu halten. Die Wohnung der Zukunft punktet weniger mit perfekt organisierter Monofunktionalität als mit modularer Wandelbarkeit. Nicht nur die Wechselhaftigkeit moderner Lebensverhältnisse, auch eine dynamische und komplizierte demografische Entwicklung stellt neue Herausforderungen an den Wohnungsbau. Deutschland altert, aber es schrumpft nicht mehr. Seit ca. fünf Jahren wächst Deutschland wieder, wobei der Osten trotzdem vielerorts schrumpft. Hinzu kommen die noch nicht völlig absehbaren Effekte der Zuwanderung. Daraus folgt: Die Wohnung der Zukunft ermöglicht Leben und Arbeiten und die Nutzung durch junge Menschen, Familien und ältere Menschen. Sie erlaubt Nutzungsvielfalt, ohne massive Kosten zu verursachen. 78 Prozent der Deutschen leben in Städten. Aber 2014 zogen zum ersten Mal mehr Deutsche aus Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Düsseldorf, Köln, München und Stuttgart weg als neu hinzukamen. Das Wachstum der Städte wird von Ausländern getragen. Landlust ist Trend. Vom Land erhofft man sich „gute Luft“, „günstigen Wohnraum“, „Nachbarschaftshilfe“ und „Zufriedenheit“. Während der Stadt die soziale Wärme fehlt, mutiert das Land zur Projektionsfläche des guten Lebens. Das wiederum mündet in ein neues Verständnis von gutem Wohnen. Wohnqualität definiert sich über das Miteinander mit den Nachbarn. Und ein Erfolgsfaktor dafür, dass solche Qualität geboten werden kann, ist die Einbindung der Mieter oder Käufer im Vorfeld, und zwar nicht nur bei der Auswahl des Bodenbelags. h Quellen: Statista, Zukunftsinstitut, Institut für Demoskopie Allensbach 2

[close]

p. 5

VNW-Arbeitstagung 2016 VNW Einen Tag nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern öffnete der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) in Rostock-Warnemünde die Tore – vom 5. bis zum 7. September 2016 tauschten sich hier zahlreiche Experten aus Politik und Wirtschaft über die aktuelle Wohnungspolitik sowie über Neuigkeiten in Sachen Wohnen, Bauen und Leben aus. Gut 850 Gäste reisten bei sommerlichen 30 Grad an die Ostseeküste, um an der diesjährigen VNW-Arbeitstagung teilzunehmen. Das Programm war gut gefüllt: über 40 Referenten boten in zahlreichen Panels eine große Themenvielfalt. Am Montag lag der Schwerpunkt auf der Wohnungspolitik, der zweite Veranstaltungstag war kaufmännischen und rechtlichen Fragestellungen gewidmet und am Mittwoch konzentrierten sich die Themen auf den Bereich Technik und Energie. VNW-Verbandsausschussvorsitzender Dieter Vetter begrüßte die Anwesenden und stellte die Zukunftsforscherin Jeanette Huber vor, die mit ihrem Vortrag „Städte der Zukunft – anders als die Vergangenheit in Grün!“ den Auftakt der Veranstaltung machte (siehe Vorwort). Würde und Wohnen „Würde und Wohnen haben einen engen inhaltlichen Zusammenhang“, sagte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner in seiner Rede zum Thema „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – das Wohnen als Objekt der politischen Begierde“. Flüchtlinge, älter werdende Menschen, Menschen mit Behinderungen oder an der Armutsgrenze, Obdachlose, sie alle hätten einen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, so Breitner. Die Planungsprozesse müssten folglich beschleunigt werden. Doch die Politik tue sich schwer: „Statt unsere plausiblen Vorschläge umzusetzen, kom- men seitens der Politik Ideen auf den Tisch, die nichts zu besseren Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau beitragen. Im Gegenteil: Es werden immer neue Säue durchs Dorf getrieben – z.B. die Mietpreisbremse oder die Mietrechtsreform. Hier dient das Thema Wohnen einzig der politischen Begierde nach Wählerstimmen und zeigt, wie wenig politisches Handeln manchmal mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen ist.“ Das müsse sich dringend ändern, so der Verbandsdirektor. Bund will Verantwortung „Die Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung im Spannungsfeld zwischen Mietrecht, Klimaschutz und bezahlbarem Wohnraum“, zu diesem Thema referierte Anke Brummer-Kohler, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, Wohnen, öffentliches Baurecht im Bundesbauministerium. Sie erklärte, dass die Bundesregierung mit dem Bündnis für bezahlbares Wohnen ein klares Zeichen für den Wohnungsneubau gesetzt habe. Experten aus allen Bereichen würden hier gemeinsam einen Instrumentenkasten entwickeln, mit dem sich die Zukunft des bezahlbaren Wohnens gestalten ließe. Sie betonte, dass der Bund Mitverantwortung beim Wohnungsbau übernehmen wolle, der bisher Ländersache ist, und wies auf den Vorstoß von Bundesbauministerin Barbara Hendricks hin, dafür das Grundgesetz ändern zu wollen. Mit etli- 3

[close]

p. 6

VNW-Verbandsdirektor eröffnet am Montagabend den VNW-Salon im Bootshaus der Hohen Düne. chen Förderungen und der Baukostensenkungskommission werde aktuell bereits eine Menge getan. Fazit: Ein Spannungsfeld zwischen den genannten Bereichen sei zwar vorhanden, würde das Engagement in Sachen Wohnungsbau aber nicht ver- bzw. behindern. „Wir brauchen auch eine Willkommenskultur für Bagger und Co.“ Axel Gedaschko, GdW-Präsident „Mehr Placebos vertragen wir nicht“ Ganz anders bewertet GdW-Präsident Axel Gedaschko das Spannungsfeld, in dem sich die Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung befindet. In seiner Rede „Bereit zur Wende: auf Kurs für mehr bezahlbaren Wohnungsbau“ sagte er: „Placebos wie die Mietpreisbremse brauchen wir nicht. Und noch mehr Placebos – wie die geplante Verschärfung – vertragen wir nicht. Wir benötigen richtige „Medikamente“, z.B. bei den gestiegenen Baukosten – da muss die Politik ran.“ Gedaschko wies auf die Mietstruktur der GdW-Mitgliedsunternehmen hin und konstatierte: „Wir haben 3 000 Mietpreisbremsen in Deutschland.“ Des Weiteren sprach sich der GdW-Präsident gegen die Idee einer erneuten Einführung der Wohnungsgemeinnützigkeit aus. „Wir glauben, dass die 1 800 Wohnungsgenossenschaften gemeinsam mit den kommunalen Wohnungsunternehmen das an bezahl­ barem Wohnraum schaffen können, was nötig ist.“ „Ich komme als so ´ne Art Bild-Zeitung“ Nahe am politischen Kabarett präsentierte sich Berlin-Neuköllns ehemaliger Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky in seinem Vortrag „Die andere Gesellschaft – Neukölln ist überall“. Er lieferte einen Rundumschlag zu den Themen Einwanderung, Abwanderung, Geburtenrate, Bildung und Politikerverhalten. „Gute politische Arbeit lässt sich an der Zustimmung der Bevölkerung messen“, sagte Buschkowsky und bezog sich dabei nicht nur auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Er verwies auf die Versäumnisse der Politik während der „Flüchtlingskrise“ und hob das starke Engagement der Bevölkerung hervor: „Freiwillige Helfer haben das geschafft, nicht die Politik.“ Buschkowsky sprach sich - im Sinne einer ausgeglichenen Verteilung – für die, von der Wohnungswirtschaft ebenfalls geforderte, Wohnsitzauflage für geflüchtete Menschen aus. Eine Begegnung der Menschen in der Gesellschaft sei wichtig für eine gelungene Integration. „Jetzt kommt die Intelligenz in die Wohnung“ Dr. Christoph Kucklick, Chefredakteur des GEO Magazins, erläuterte: „Die drei Revolutionen des Digitalen: Intelligenz, Differenz und Kontrolle“ und erklärte, „warum wir uns vor ihnen nicht fürchten sollten“. Der Einfluss der digitalen Entwicklung auf die Zukunft des Lebens und Wohnens sei immens. Lernende Maschinen, sich stetig verstärkende Möglichkeiten der Analyse menschlichen Handelns und Denkens sowie eine erhöhte Transparenz durch digitale Kontrolle bildeten laut Dr. Kucklick die Grundlage für eine Wohnung, die beobachtet, mitdenkt, vorausschaut und unterstützt. Er riet den Anwesenden zur Offenheit gegenüber der digitalen Revolution und sagte: „Gestalten Sie das neue Wohnen mit, versuchen Sie nicht, es aufzuhalten.“ „Wie bedroht ist Deutschland wirklich?“ Weg von der Wohnungs- hin zur Weltpolitik – diesen Schritt ging Terrorismusexperte und ehemaliger Präsident des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke. Er erklärte Ursachen und Zusammenhänge des internationalen Terrorismus und berichtete über das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum GTAZ, welches sich 2004 gegründet hat. Das GTAZ ist eine gemeinsame Kooperations- und Kommunikationsplattform von 40 nationalen Behörden aus dem Bereich der Inneren Sicherheit. Ziercke wies auf die Bedeutung der Datenspeicherung bei der Bekämpfung von Terrorismus hin. Diese sei wichtig, da Personal für eine 24/7 Überwachung von relevanten Personen fehle. Trotz der unruhigen Zeit riet der Experte allen dazu, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. 4

[close]

p. 7

„Leistungsriesen, aber Wahrnehmungszwerge“ „Wer nicht kommuniziert, wird wegkommuniziert“, sagte Michael J. Inacker, Vorstandsvorsitzender der WMP EuroCom AG, in seinem Vortrag „Erfolgreiche Kommunikation mit Medien, Politik und Wirtschaft“. Um das eigene Unternehmen in der Öffentlichkeit so zu positionieren, dass es wahrgenommen werde, müssten stetig Informationen angeboten und ein vertrauensvoller Kontakt zu Medienvertretern hergestellt werden. „Ein mediales Grundrauschen ist erforderlich, damit Ihr Unternehmen über der Wahrnehmungsschwelle steht. Mangelnde Präsenz führt zur Deutungshoheit der Medien oder Dritter“, erklärte Inacker. Viele Unternehmen seien Leistungsriesen, aber Wahrnehmungszwerge. Dies ließe sich durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit ändern. „Holen Sie sich einen Experten ins Haus“, riet Inacker abschließend. „Die Erde hat Fieber“ Vom medialen Klima zum meteorologischen Klima: DiplomMeteorologe Dr. Meeno Schrader Geschäftsführer der WetterWelt GmbH, erläuterte die Bedeutung des Klimawandels für die Wohnungswirtschaft. Er betonte, dass der Klimawandel ein realer Prozess sei, der stetig und schnell voranschreite. Natur­ katastrophen, Tornados, Jahrhundertregen, Überschwemmungen, Stürme – all dieses seien Anzeichen eines Wandels, der alle Menschen und alle Wirtschafts- und Lebensbereiche betreffe. In den vergangenen Jahren hätten wir jedes Jahr Temperatur­ rekorde verzeichnet: „Die Erde hat Fieber“, sagte der Wetter­ experte. Für die Wohnungswirtschaft könnte die Erderwärmung zwar zu geringeren Heizkosten, dafür jedoch zu höheren Ausgaben beispielsweise für Gartenarbeiten aufgrund länger werdender Vegetationsperioden führen. Vor allem aber dürfe das Schadenspotenzial durch Regenmassen oder Hagelschlag nicht unterschätzt werden. Auf der einen Seite müsse man sich auf die Entwicklung einstellen und sich anpassen, beispielsweise durch Überschwemmungsgebäudemanagement und eine robustere Bauweise. Auf der anderen Seite sei es aber umso wichtiger, der Entwicklung entgegenzuwirken, durch Dekarbonisierung in allen Bereichen, Veränderung des Konsumverhaltens und durch den Erhalt der tropischen Regenwälder. „Die Treibhausgase sind die Ursache – dort müssen wir ansetzen. Wir müssen alle umdenken“, forderte Dr. Schrader. „Efficiency First“ „Die Rolle der Wohnungswirtschaft bei der Energiewende“, erklärte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Erste Priorität bei der Energiewende habe die Energieeffizienz:„ohne wird es nichts“, sagte Kuhlmann. Und eben dort könne die Wohnungswirtschaft ansetzen. Neben dem Bau von Effizienzhäusern seien weitere Potenziale vorhanden: beispielsweise durch die Erstellung von Sanierungsfahrplänen als strategische Werkzeuge und die Vernetzung im Quartier. Die Zukunft sieht Kuhlmann im „Integrierten Energiesystem“. „Wo sind die Schnittstellen für innovative Veränderungen?“, fragte er und forderte alle Akteure auf, gemeinsam „Dinge in Projekte zu gießen, Substanz in die Fragen zu bringen und Antworten zu entwickeln“. h VNW Andreas Breitner Anke Brummer-Kohler Dr. Christoph Kucklick Heinz Buschkowsky Dieter Vetter Jeanette Huber Axel Gedaschko Die VNW-Arbeitstagung 2017 findet vom 25. bis zum 27. September 2017 wieder in RostockWarnemünde statt. 5

[close]

p. 8

VNW VNW-Verbandstag 2016 Wohnungswirtschaft im Umbruch Der VNW-Verbandstag verzeichnete in diesem Jahr eine Rekord- teilnehmerzahl: über 220 Teilnehmer kamen am 16. Juni 2016 nach Kiel. Als Gastredner wurden unter anderem der Kieler Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer sowie Hilmar von Lojewski vom Deutschen Städtetag erwartet. Am Vortag hatte der VNW traditionell zu einer wohnungswirtschaftlichen Exkursion geladen, bei der Kieler Verbandsunternehmen ihre aktuellen Neubauprojekte vorstellten. Neu in diesem Jahr war eine „Din- ner Speech“ am Vorabend des Verbandstages. Staatssekretär Gunther Adler aus dem Bundesbauministerium gab den Gästen einen Einblick in die Wohnungspolitik aus Sicht der Bundesre- gierung. Nach seiner Rede nutzten einige Gäste die Möglichkeit, mit dem Staatssekretär ins Gespräch zu kommen. Der Abend bot daher auch inhaltlich einen guten Einstieg in den offiziellen Verbandstag, bei dem VNW-Verbandsausschussvorsitzender Dieter Vetter die Gäste willkommen hieß und das VNW-Schwerpunkt- thema des Jahres „Serielles Bauen Dieter Vetter als Beitrag zum kostengünstigen Wohnen“ vorstellte. Vertieft werden sollte das Thema im Laufe des Tages durch einen Vortrag von Dietmar Walberg, Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (Siehe Seite 13). Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor, zog in seiner Rede Bilanz, wagte einen Blick in die Zukunft und lobte das Engagement der Verbandsunternehmen: „In Zeiten hoher Zuwanderung haben sich die VNW-Mitgliedsunternehmen der Aufgabe gestellt und gesellschaftliche Verantwortung übernommen. Sie haben Tausenden geflüchteten Menschen in Norddeutschland ein sicheres und festes Dach über dem Kopf zur Verfügung gestellt.“ Breitner bezeichnete die Zeit als „Um- bruch“ in der norddeutschen Wohnungswirtschaft wie in der gesamten Gesellschaft. Nach dem Ankommen müsse jetzt das Bleiben organisiert werden – mit den passenden Rahmenbedin- gungen. „Planungssicherheit ist für Kommunen und Wohnungs- unternehmen gleichermaßen wichtig. Wenn wie in Gade­busch 200 Wohnungen für die Erstaufnahme zur Verfügung gestellt werden, aber am Ende nur drei Vermietungen erfolgen, stimmt etwas nicht. Die Wohnsitzauflage im Integrationsgesetz kann Planungssicherheit bringen – daher fordern wir die Länder auf: macht Gebrauch von der Wohnsitzauflage. Nur so stoppen wir die Sekundärmigration in die Metropolen.“ 6 „Auch wenn wir wachsen, werden wir schrumpfen“ In seinem Vortrag „Kommunen im Spannungsfeld zwischen Wachstum und Schrumpfung“ verdeutlichte Hilmar von Lojewski, Beigeordneter des Deutschen Städtetages, dass wir in Deutschland – abhängig von der Region – sowohl wachsen als auch schrumpfen werden. Er erklärte: „Wachsen tun die wenigsten, schrumpfen die meisten. Das bleibt auch so. Nach 2030 haben wir vielleicht noch anderthalb Dutzend wachsende Städte und eine Reihe von wachsenden Landkreisen in Deutschland.“ Seine Schlussfolgerungen: In Westdeutschland werde die derzeitige Anzahl fertiggestellter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern den Wohnungsbedarf bis 2030 nicht decken können, ab ca. 2035 werde allerdings ein ähnlicher Umbau / Rückbauprozess zu organisieren sein, wie derzeit in Ostdeutschland. Dort werde der Rückbauprozess mit Ausnahme der Großstädte zur Daueraufgabe. Als Herausforderungen definierte von Lojewski unter anderem die Zukunft der Kleinstädte und ländlichen Gemeinden, die steigenden Kosten im Infrastrukturbereich sowie die Zuwanderungsverträglichkeit in den Städten. „Irgendwie ist immer Wahlkampf“ In die nähere Zukunft blickte GdW-Präsident Axel Gedaschko in seiner Rede „Ein Jahr vor der Wahl – Gedanken zur Bundespolitik“. „An Geld fehlt es nicht“, resümierte Gedaschko, „die richtige Regulierung fehlt. Die Gesetze, z.B. beim Mietrecht und der EnEV, gehen in die falsche Richtung. Für diejenigen, die es am Wohnungsmarkt am schwersten haben, können wir so nicht bauen.“ Es müsse eine Renaissance des sozialen Wohnungsbaus geben, damit verstärkt für das untere und mittlere Preissegment gebaut werden könne. Gedaschko präsentierte die Wohnstrategie der Wohnungswirtschaft und mahnte: „Wohnungspolitik darf nicht zum Spielball im anstehenden Bundestagswahlkampf gemacht werden. Was wir in Deutschland brauchen, ist die zügige Umsetzung einer zielgerichteten Strategie für mehr bezahlbaren Wohnungsbau statt weiterer populistischer Schnellschüsse.“

[close]

p. 9

Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer sprach zum Thema „Stadt – Kreative Stadt – Innovative Stadt. Integrative Stadtentwicklung und aktive Wohnungspolitik als Standortfaktoren“ und outete sich: „Wohnen ist eines meiner Lieblingsthemen“. Es sei aber kein Gewinnerthema, fügte er hinzu. Als ehemaliges Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft sei er Fan dieser Unternehmensstruktur, betonte aber, dass „wir alle Angebote brauchen.“ Eine gute Durchmischung verschiedener Wohnungstypen sei wichtig, auch um der Herausforderung der Integration begegnen zu können. Die Bedarfe seien unterschiedlich, man müsse wissen, was in den Quartieren passiere, um richtige Entscheidungen treffen zu können. h Der VNW-Verbandstag 2017 findet am 15. Juni 2017 in Hamburg statt. VNW Referenten auf dem VNW-Verbandstag: Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner, Dietmar Walberg, Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., und GdW-Präsident Axel Gedaschko. Hamburg und Schleswig-Holstein GdW-Präsident auf Sommertour Am 27. und 28. Juni 2016 besuchte GdW-Präsident Axel Gedaschko einige VNW-Mitgliedsunternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Im Vordergrund der Sommertour stand das Thema „Kostengünstig Bauen – bezahlbare Wohnungen schaffen“. Duplizierung, serielles Bauen und Typisierung stellen dafür Lösungsansätze dar. Die Verbandsunternehmen präsentierten ihre Neubauprojekte. In Hamburg stellte das städtische Wohnungsunternehmen SAGA GWG gemeinsam mit den Wohnungsgenossenschaften HANSA und BGFG das Projekt Haferblöcken vor. Gedaschko konnte sich des Weiteren bei einer Baustellenbegehung den Expresswohnungsbau von SAGA GWG am Elfsaal in Hamburg-Jenfeld anschauen. Außerdem präsentierte die Wohnungsgenossenschaft altoba das Projekt „Flüchtlingsunterkunft mit Perspektive Wohnen“ in Ottensen sowie – gemeinsam mit dem Bauverein der Elbgemeinden und SAGA GWG – die „Neue Mitte Altona“. In Schleswig-Holstein besichtigte der GdW-Präsident die erste bauliche Ausführung des Kieler Modells in Bad Segeberg, durchgeführt von der Wankendorfer Baugenossenschaft. In Kiel wurde Gedaschko das Gemeinschaftsprojekt „Genossenschaftliches Wohnen im AnscharPark“ präsentiert. Hier sind die vier Genossenschaften Mittelholstein, Eckernförde, WOGE Kiel sowie die wankendorfer beteiligt. Außerdem erfuhr er, was hinter der Bezeichnung „152“ steckt: das modulare Mehrfamilienhaus des SBV Flensburg. Neben den Besichtigungen und Präsentationen blieb Zeit für einen politischen Austausch mit den Vorständen und Geschäftsführern sowie in Hamburg mit Bausenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und in Schleswig-Holstein mit Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin im Innenministerium. h 7

[close]

p. 10

Kleines Jubiläum, große Wirkung Kieler Immobilien Dialog künftig bundesweit offen Am Abschlusstag: Die Teilnehmer des Kieler Immobilien Dialogs mit den Veranstaltern und Experten. Foto: Otto Kasch Das vierte Gipfeltreffen vom 8. bis 12. Juli 2016 ist Geschichte, das erste kleine Jubiläum 2017 schon in Sicht: Der Kieler Immobilien Dialog bleibt eines der begehrtesten Branchen-Ereignisse für junge Fach- und Führungskräfte. Mit dem starken Rückenwind der ersten Auflagen haben die Veranstalter nun beschlossen, ihre Weiterbildungsinitiative an der Kieler Förde Bewerbern künftig auch bundesweit zu öffnen. Die Organisatoren von VNW und Vodafone Kabel Deutschland GmbH sind mit ihrem wissenschaftlichen Leiter und Impulsgeber Professor Dr. Hansjörg Bach (FRICS) auf Kurs Zukunft einer Meinung: Von Mehrwert und Meerwert des Kieler Immobilien Dialogs sollen künftig Talente und Nachwuchs in der ganzen Republik profitieren. Die auf Augenhöhe mit namhaften Branchen-Vordenkern diskutierten aktuellen Themen der Immobilienwirtschaft und der teamfördernde gemeinsam ausgeübte Segelsport sollen die ManagerInnen und MacherInnen von morgen beflügeln. So wie Marina Hagen von der altoba eG in diesem Jahr: „Ich habe verstanden, dass es beim Kieler Immobilien Dialog auch um mich und meine persönliche Entwicklung geht. Ich freue mich darauf, gleich anzufangen, Impulse von hier im Unternehmen umzusetzen.“ Daniel Schafer von der Wankendorfer eG fügte der durchweg positiven Bilanz der Teilnehmer eine weitere Erkenntnis hinzu: „Nach den Tagen hier verstehe ich meinen Vorstand besser.“ h Der Kieler Immobilien Dialog 2017 findet vom 30. Juni bis zum 4. Juli statt. Aufgrund der nationalen Öffnung empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. VNW-Fachausschuss Kommunikation und Marketing tagt in Rostock Das Schattendasein Interner Kommunikation „Interne Kommunikation“ wird von Kommunikationsverantwortlichen teilweise nur marginal bearbeitet – oder auch gar nicht. Die Konzentration liegt meist auf der externen Kommunikation. Grund genug für den Fachausschuss Kommunikation und Marketing, sich diesem Thema auf der zweitägigen Sitzung am 29. und 30. Juni 2016 bei der WIRO in Rostock zu widmen. Nach einem Impulsvortrag von Dr. Michael Ahrens, SAGA GWG, erarbeiteten die rund 20 Teilnehmer unter der Leitung von Kommunikationsexpertin Ulrike Führmann mögliche Lösungsansätze. Das Ergebnis: Mit dem richtigen Konzept und funktionierenden Instrumenten müsste interne Kommunikation kein Schattendasein mehr führen und könnte, trotz zeitlicher Engpässe, in den Arbeitsalltag integriert werden. h Am zweiten Tag besichtigten die Fachausschussmitglieder verschiedene Neubauten und Projekte in Rostock. 8

[close]

p. 11

VNW-Weiterbildung „Qualifizierte/r Quartiersentwickler/in der Wohnungswirtschaft“ VNW Das Leben im Quartier und damit die Entwicklung lebenswerter Quartiere findet in Politik, Gesellschaft, Medien und in Wohnungsunternehmen steigende Beachtung und Relevanz. Quartiersentwicklung wird zu einer „Königsdisziplin“ unternehmerischen Handelns in der Wohnungswirtschaft. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedarf es einer fundierten Qualifikation. Der VNW hat daher mit Teilnehmern des Fachausschusses Quartiersentwicklung eine entsprechende Weiterbildung konzipiert. In vier Modulen à zwei Tagen werden neben Grundlagen der Quartiersentwicklung Methoden- und Sozialkompetenz geschult sowie relevante Aufgabenschwerpunkte vermittelt: von Versorgungskonzepten, Dienstleistungen, Beteiligungen, Vernetzung über technische, planerische und rechtliche Aspekte sowie Förderprogramme. Verschiedene Exkursionen und die Möglichkeit zur kollegialen Beratung in Regionalgruppen runden diese Weiterbildung ab. Die Teilnehmer arbeiten parallel an einem Konzept, das zum Ende der Weiterbildung präsentiert und diskutiert wird. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat verliehen. Die Weiterbildung findet an verschiedenen Orten in Hamburg von April bis November 2017 statt. Weitere Informationen erhalten Sie von Dr. Iris Beuerle, 040 52011 238, beuerle@vnw.de. h Fachtagungen über Quartiersentwicklung und Sozialmanagement Am 11. Oktober 2016 findet in Hamburg die Tagung „Leben im Quartier“ statt. Neben einem Vortrag der Stadtsoziologin Professor Dr. Martina Löw stehen die Themen Angebote für alle Genera­tionen, Bildung, Kommunikation, Integration und die Rolle der Wohnungsunternehmen in der Quartiersentwicklung auf der Tagesordnung. Am 14. / 15. November 2016 findet in Hamburg der bundes­ weite Workshop Sozialmanagement unter dem Motto „Interkulturelle Arbeit im Quartier“ statt. Näheres erfahren Sie von Dr. Iris Beuerle. h Sozialarbeiter im Erfahrungsaustausch Am 28. Juni 2016 trafen sich 26 SozialarbeiterInnen der Verbandsunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern im Hause der Wohnungsgenossenschaft Marienehe e.G. in Rostock, um unter fachlicher Leitung von Sozialpädagogen Robert Montau Problemfälle zu diskutieren, sich auszutauschen und Lösungen zu erarbeiten. Als Schwerpunkt stellte sich das Thema Flüchtlinge heraus. Als relevantes Thema für das nächste Treffen definierten die Anwesenden das Selbstverständnis der Sozialarbeiterin / des Sozialarbeiters. Der Stellenwert und die Organisation der Sozialarbeit im Unternehmen seien sehr unterschiedlich. h Lösungsfindung im Erfahrungsaustausch. 9

[close]

p. 12

VNW Der VNW ist Lese-Pate Seit September ist der VNW Lese-Pate der Abendschule „Vor dem Holstentor“ in Hamburg. Im Rahmen der gleichnamigen Aktion des Hamburger Abendblatts übernimmt er die Kosten eines zwölfmonatigen Zeitungsabonnements für die Schule. Damit steht den Schülerinnen und Schülern eine traditionelle und regionale Informationsquelle zur Wahl. Beste Voraussetzungen für die Förderung von Medienkompetenz und Allgemeinbildung. h Hohe Auszeichnung für SBV-Aufsichtsrat Peer Oberg erhält die goldene Ehrennadel Der VNW hat Peer Oberg mit der goldenen Ehrennadel für besondere Leistungen und Engagement in der Wohnungswirtschaft Norddeutschland geehrt. Am 12. Juli überreichte VNWVerbandsdirektor Andreas Breitner die Nadel dem Aufsichtsrat des Selbsthilfe-Bauvereins eG (SBV), der seit 44 Jahren Mitglied der Genossenschaft ist. Breitner betonte, dass Wohnungswirtschaft ohne solch ein ehrenamtliches Engagement gar nicht funktionieren würde. „Diese besondere Anerkennung hat sich Peer Oberg wirklich verdient. Seit 30 Jahren engagiert er sich mit viel Herzblut für unsere Genossenschaft“, sagte SBV-Vorstandsvorsitzender Raimund Dankowski. Auch darüber hinaus ist Peer Oberg für andere da: „Er hat immer ein offenes Ohr für diejenigen, die Hilfe benötigen“, so SBV-Vorstand Jürgen Möller. Das bislang 30 Jahre lange Engagement endet damit aber nicht: Peer Oberg bleibt dem SBV weiterhin als Mitglied im Aufsichtsrat erhalten. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Jan-Kai Jensen. h Jürgen Möller (SBV-Vorstand), Andreas Breitner (VNWVerbandsdirektor), Peer Oberg (SBV-Aufsichtsratsmitglied), Raimund Dankowski (SBV-Vorstandsvorsitzender), Jan-Kai Jensen (SBV-Aufsichtsratsvorsitzender) EIGENHEIM-Vorstand geehrt Jörg Mach wird mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet Jörg Mach, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft EIGENHEIM eG in Wedel, wurde am 1. August 2016 mit der silbernen Ehrennadel des VNW ausgezeichnet. Im Namen des Aufsichtsrates überreichte Michael Zacher die Ehrennadel. Verband und Aufsichtsrat würdigten damit das außerordentliche Engagement Machs in der Wohnungswirtschaft. Jörg Mach trägt seit 20 Jahren Verantwortung für die Wohnungsgenossenschaft in Wedel – viele Jahre als Vorstand. Er engagiert sich ehrenamtlich im VNW Landesvorstand Schleswig-Holstein und in der BAG Süd-West. h 10

[close]

p. 13

Hanf dämmt grüner. Die natürliche Alternative. Was wäre, wenn Fassadendämmung einfach nachwachsen würde? Nachwachsend, nachhaltig, natürlich. Das ist unsere neue Generation der Wärmedämmung. Das revolutionäre Dämmsystem Capatect System Natur+ basiert auf Hanf, einer der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Die Dämmplatte besteht aus natürlichen Rohstoffen und verfügt über hervorragende Dämmeigenschaften. Auch die hohe Diffusionsoffenheit und der ausgezeich­ nete Schallschutz werden Sie überzeugen. Capatect System Natur+ Erfahren Sie mehr zum Capatect System Natur+ für eine gute Zukunft unter: www.caparol.de/hanf-daemmt-gruener

[close]

p. 14

Schwerpunkt: Serielles Bauen Die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen ist immens. Laut dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, GdW, benötigen wir deutschlandweit rund 400 000 neue Wohnungen pro Jahr, davon rund 80 000 Sozialwohnungen. Der Bedarf an neuen Wohnungen in Norddeutschland liegt bei gut 50 000 pro Jahr. Die Wohnungswirtschaft setzt sich auf politischer Ebene stetig für bessere Rahmenbedingungen ein, um dieser Nachfrage gerecht werden zu können. Zu hohe Grundstückspreise, verschärfte Vorgaben beispielsweise bei der Energieeinsparverordnung (EnEV), drastisch gestiegene Baukosten und langwierige Genehmigungsverfahren sind nur einige der Faktoren, die das Bauen verzögern und verteuern. Daher entwickelt die Wohnungswirtschaft Alternativen für schnellen, nachhaltigen und kostengünstigen Wohnungsbau. Das serielle Bauen gilt dabei als mögliche Lösung und ist deshalb Schwerpunkt dieses magazins und wird in den kommenden Ausgaben ebenfalls näher betrachtet. Experten erläutern die verschiedenen Facetten des seriellen Bauens, Fachleute aus Wohnungswirtschaft, Politik und Architektenschaft geben Meinungsbilder ab, Verbandsunternehmen stellen ihre Projekte vor und vieles mehr. Abschließend werden die Ergebnisse einer Studie zum seriellen Bauen vorgestellt, die der VNW gemeinsam mit dem vtw Thüringen in Auftrag gegeben hat. 12

[close]

p. 15

Serielles Bauen VON DIETMAR WALBERG Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen GmbH www.arge-sh.de Schwerpunkt: Serielles Bauen als Beitrag für bezahlbares Wohnen Grundbegriffe und geschichtlicher Abriss Die erste geschichtliche Tat des Menschen ist die Produk­ tion des materiellen Lebens, d.h. die Erzeugung der Mittel zur Befriedigung seiner Grundbedürfnisse. Die Grund­ bedürfnisse des Menschen sind neben dem Essen und Trinken, der Kleidung und einigen anderen Dingen vor allem das Wohnen. Für die ersten Wohnbehausungen nutzte der Mensch die Konstruktionselemente, die die Natur vorgab. Außerhalb von Höhlen waren dies Äste, Zweige oder sonstige natürliche Materialien. Doch schon sehr bald begann er diese zu bearbeiten und zu konstruktiven Systemen zusammenzufügen. Bei nomadisierenden Zivilisationen war es dabei wichtig, dass diese transpor­ tabel und wiederverwendbar waren. Auch die einfachsten Konstruktionen sollten dabei schnell und sicher zu errichten und auch wieder zu errichten sein. Sie mussten sich also gleichen. Dies war die Basis des „seriellen Bauens“. Somit ist das serielle Bauen so alt wie das Bauen selbst. Jedes Gebäude, jede Baukonstruktion besteht aus Elementen. Elemente werden innerhalb eines konstruktiven Bau­ systems mittels systemspezifischer Regeln zu einem Bauwerk zusammengesetzt. Elemente gibt es prinzipiell in drei Strukturen: • In der Primärstruktur von Gebäuden für das Tragwerk und den Rohbau • In der Sekundärstruktur von Gebäude für die Gebäudehülle und den Innenausbau • In der Tertiärstruktur von Gebäuden in der Haustechnik und technischen Ver- und Entsorgung Die Art des Elements richtet sich nach dem konstruktiven Sys- tem. So ist der Ziegel im Mauerwerksbau dessen Grundelement, in der Paneelbauweise ist dies die Wandtafel und z.B. in der Raumm­ odulbauweise die Zelle. Die Art des Elementes richtet sich also nach dem konstruktiven Grundprinzip. Bauelemente werden typisiert, damit sie in spezialisierten Werken industriell und seriell gefertigt werden können. Bauelemente werden in der Regel in serieller Bauweise hergestellt. g Rohbau einer asiatischen Jurte: Transportabler Holzgerüstbau Foto: Ambroix Traditionelle Ziegelherstellung in Indien Foto: Jean-Pierre Dalbéra 13

[close]

Comments

no comments yet