Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 03/2016

 

Embed or link this publication

Description

Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 03/2016

Popular Pages


p. 1

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten Juni 2016 VSOU-Kongress in Baden-Baden Zukunft O&U 25 Jahre erfolgreich für die Charité

[close]

p. 2

Editorial Editorial Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (Niels Bohr). Die demographischen Herausforderungen in Deutschland sind Garantie dafür, dass uns die Arbeit in Orthopädie und Unfallchirurgie nicht ausgehen wird. Das kann man schon heute sicher feststellen. Erkrankungen und Verletzungen aus unserem Fach bedingen führende Plätze im Ranking der Krankheitslast in Deutschland. Weitsichtig hat die DGOU in einem Projekt zur Versorgungsforschung den Bedarf an Ärzten in Orthopädie und Unfallchirurgie für die Zukunft kalkuliert – und das sieht nicht schlecht aus. Man wird uns brauchen. Es ist von einer deutlichen Zunahme gerade von älteren Patientinnen mit Osteoporose, Arthrose und Verletzungen auszugehen. Das zeigt klar, mit welcher Patientenklientel wir uns intensiv beschäftigen müssen. Der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in unserem Fach nimmt prognostisch bis 2040 im ambulanten Bereich um 12 Prozent und im stationären Bereich um 18 Prozent zu. Die Weiterbildungsordnung muss die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen, dass unser Nachwuchs für die beruflichen Herausforderungen im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie gerüstet ist. Wir dürfen gespannt sein, was die Bundesärztekammer (BÄK) aus den von uns vor drei Jahren eingereichten Vorschlägen zur Weiterbildung gemacht hat. Unverständlich und bedauerlich, dass die BÄK unsere Kooperationsangebote bei einem derartig wichtigen Thema die letzten Jahre nicht genutzt hat, sondern in ähnlicher Geheimniskrämerei verharrte wie bereits bei der Arbeit zur GOÄ. Die Geheimhaltung ist so groß, dass vor dem Ärztetag nicht einmal die NSA von den Plänen zur neuen Weiterbildungsordnung Kenntnis haben dürfte. Der oft geäußerte Wunsch nach einer frühzeitigen Hochspezialisierung ist zwar nachvollziehbar und möglicherweise auch politisch gewünscht. Die Versorgung unserer Patienten von der „Wiege bis zur Bahre“ erfordert vor der Spezialisierung aber ein Grundverständnis des gesamten Faches im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise unserer Patienten. Die Kunst wird es sein, die Balance zwischen Spezialistenkönnen und notwendigen Generalistenfähigkeiten herzustellen. Weiterhin schafft eine breite Weiterbildung die Voraussetzung dafür, dass die berufliche Tätigkeit im Laufe einer Berufsbiographie auch an individuelle Lebensverhältnisse angepasst werden kann. Um unseren Nachwuchs müssen wir uns aktuell keine Sorgen machen. Nach einer Erhebung des Jungen Forums haben wir circa 5.000 junge Kolleginnen und Kollegen in der Weiterbildung. Das sollte ausreichend sein, um die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern. Allerdings ist der Anteil von Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. In der Niederlassung finden wir ca. 11 Prozent Frauen. Entsprechend der BÄK-Statistik beträgt der Frauenanteil in Orthopädie und Unfallchirurgie 14,1 Prozent, bei den Facharztkandidaten finden wir 22,7 Prozent Frauen. Dieser Anteil ist allerdings in Anbetracht von einem Anteil weiblicher Medizinstudentinnen von 60 bis 65 Prozent noch gering. Wir thematisieren Frauen in O & U bei unserem Zukunftsworkshop Ende des Jahres, bei dessen Gestaltung uns das Junge Forum unterstützt. Die Einbeziehung des Nachwuchses in die Vorstandsarbeit von Fachgesellschaft und Berufsverband zeigt uns, was die Generation der Studenten, der Assistenzärzte und der jungen Fachärzte bewegt –sie war eine enorm wichtige Weichenstellung für unsere Gremienarbeit. Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) als größter Kongress seiner Art in Europa und einer der größten in der Welt ist ein Erfolgsmodell, das aber der stetigen und intensiven Weiterentwicklung in Kooperation mit allen beteiligten Partnern bedarf. In der Welt von Orthopädie und Unfallchirurgie treffen wir inzwischen auf ein fast unüberschaubares Angebot an Kongressen, Symposien und Fortbildungsveranstaltungen. Eine bessere Steuerung der Angebote wäre zwar wünschenswert, scheint aber derzeit unrealistisch. Die Fachgesellschaften werden den Weg frei machen für die Gründung einer gemeinsamen Akademie von DGOU und BVOU, die neben der als bestens etablierte Marke AUC eine Plattform bieten soll, Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär DGOOC, stellv. Generalsekretär DGOU in der alle Veranstaltungen aus unserem Fach eingestellt werden können. Fachgesellschaft und Berufsverband wird dabei die Aufgabe zukommen, dem Nutzer auch eine Orientierung zu geben. Der DGOU-Generalsekretär Prof. Reinhard Hoffmann hat den überbordenden Zertifizierungsangeboten unter der Bezeichnung „Zertifizitis“ in der letzten OUMN schon ein eigenes Editorial gewidmet. Die DGOU hat aufgrund der hohen Bedeutung dieses Themas einen Workshop durchgeführt, über den wir in der nächsten Ausgabe der OUMN berichten. Es ist der erste Workshop einer Fachgesellschaft in Deutschland zu diesem Thema. Die Frage, was sinnvoll zu zertifizieren ist, wird uns weiter begleiten. Und wenn Zertifizierung, dann richtig. Eine ganz neue Herausforderung ist in der Weiterentwicklung moderner Technologien zu sehen. Menschen liefern inzwischen selbst und freiwillig mit Fitnesstrackern und intelligenten Uhren Unmengen von Daten – und das ist erst der Anfang. Die über 100 .000 Gesundheits-Apps werden kein kurzfristiger Trend bleiben, zumal die wertvollsten Konzerne dieser Erde ihren Fokus auf Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 213

[close]

p. 3

Editorial diesen Markt mit unglaublichem Entwicklungspotential richten. Hier laufen wir Gefahr, gnadenlos überrollt zu werden. Das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie ist so groß und breit, dass es zunehmend Angriffe durch konkurrierende Fächer auf uns gibt und wir drohen, nicht nur an den Rändern zu arrondieren. Deshalb brauchen wir eine starke gemeinsame Marke Orthopädie und Unfallchirurgie. Die Zusammenarbeit mit unseren Sektionen und Gruppierungen zur Erreichung diese Ziels ist von ganz besonderer Bedeutung. Wir brauchen nicht nur eine Einheit der Chirurgie, wir brauchen auch eine Einheit von O & U. Der Nachwuchs hat das verstanden. Allerdings verharren manche Kollegen immer noch in einer Art Endlosschleife, hängen in oder an der Vergangenheit und „fremdeln“ gegenseitig. Dafür gibt es keinen Grund. Der Weg ist schon so weit vollzogen, dass neben vielen faktischen Gemeinsamkeiten wie der Weiterbildung auch im kassenärztlichen Bereich für die Abrechnung ambulanter Leistungen die chirurgischen und orthopädischen Kapitel zusammengelegt werden. Nachdem immer wieder bekräftigt wird, dass der Zusammenschluss von O & U unumkehrbar ist, ist es an der Zeit, dass wir den Weg auch konsequent und zügig zu Ende gehen. Dort, wo es keine Grundlage mehr dafür gibt, müssen wir die Vorhaltung von ressourcenfressenden Mehrfachstrukturen weiter abbauen. Die Marke O & U muss nicht nur national an Bedeutung gewinnen, sondern auch in einem zunehmend wichtiger werdenden internationalen Umfeld. Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden (Oscar Wilde). Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär DGOOC, stellv. Generalsekretär DGOU 214 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 4

224 VSOU-Kongress in BadenBaden: Ein kompaktes Wissenschaftsprogramm, klare politische Standpunkte und ein neues Nachwuchs-Format prägten die 64. Jahrestagung der VSOU. 231 Zukunft O&U: Nicht nur Nachdenken, sondern Vordenken ist gefragt. Eine Podiumsdiskussion konzentrierte sich auf die Wünsche und Perspektiven des Nachwuchses, auf die Probleme der Ärzte im Alltag. 216 248 Zum Abschied kam die Kanzlerin: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert P. Haas von der Berliner Charité wurde im Beisein von viel Prominenz, Kollegen und Weggefährten in den Ruhestand verabschiedet. Editorial Editorial Impressum Nachrichten Kurz und bündig HANDLUNGSEMPFEHLUNG Arthroskopie bei Gonarthrose 213 237 RADIOLOGIE Gonarthrose im MRT? Anmerkungen zur Begrifflichkeit 240 218 KONGRESSBERICHT Kongress Alterstraumatologie 2016 242 WEITERBILDUNGSKURS 220 Fit-after-eight 244 Keine Einschränkungen bei Rheuma-Patienten Termine für IC-Kurse Bundesweite KV-Wahlen Summer School 2016 20 JAHRE AMOU-TAGUNG 220 AMOU – Bestandsaufnahme und künftige Entwicklungen 247 220 FEIERLICHE VERABSCHIEDUNG VON 221 P R O F. D R . N O R B E R T P. H A A S Zum 12 Jahre erfolgreich für die 221 Charité 248 Forum Rettungsdienst Bayern Sicheres Radfahren für Senioren 221 221 Politik GASTBEITRAG Flüchtlinge dürfen keine Patienten zweiter Klasse sein 222 Aus unserem Fach 64. JAHRESTAGUNG DER VSOU Neue Formate und spannende Medizin 224 REFORM DES MUTTERSCHUTZGESETZES Ministerium berücksichtigt Initiative „Operieren in der Schwangerschaft“ Recht TELEMEDIZIN Kritische Anmerkungen zur Telemedizin Namen Personalia 251 253 256 64. JAHRESTAGUNG DER VSOU Wir gratulieren ... Kreativ, kompakt und praktisch 228 257 64. JAHRESTAGUNG DER VSOU Zukunft O & U: Nicht nur Nachdenken, Vordenken ist gefragt! 231 64. JAHRESTAGUNG DER VSOU Tag der Vorklinik in Baden-Baden zum dritten Mal 233 ENDOPROTHETIK Initiative zur evidenz- und konsens- basierten Indikationsstellung in der Knie-Endoprothetik (EKIT) 235 Qualität und Sicherheit STELLUNGNAHME Durchführung von postoperativen Ganzbeinstandaufnahmen 300 Für Sie gelesen 302 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 5

BVOU Mitgliederversammlung: Austausch über Honorar, Medien, KV-Wahlen 259 Barrierefreiheit: KBV begrüßt Zuschüsse 260 Orthopäden informieren, wie Kinderfüße gesund bleiben 261 Highlights des DKOU-Kongresses 2016 262 Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken 263 Neue Mitglieder ORFA – Fortbildung 2015/2016 263 264 Krisenkommunikation: Vorbereitung auf „Beißer“ lohnt sich 265 Mitgliederangebote 266 Für unsere Mitglieder Kursangebote Service / Preise 304 314 OU Medizin und Markt 316 DGOU Sektion Wirbelsäule der DGOU 268 Bericht der Deutschen Kniegesellschaft (DKG) 269 Jahresbericht der AOTrauma Deutschland 270 Ausschreibungen der AOTrauma Deutschland 273 DGORh-Bericht: 2015 / 2016: Arbeit in allen Richtungen 274 Kinderorthopädie und Inklusion – 30. Jahrestagung der VKO 276 Gutachten bei Arzthaftung (AG 2) 278 Evidenzbasierte Medizin in O & U 279 Bericht Sektion Rehabilitation – Physikalische Therapie 2015 / 2016 280 Neue Mitglieder DGOOC DGOOC-Beratungsausschuss Orthopädieschuhtechnik 281 283 Bericht Sektion Sportorthopädie / Sporttraumatologie 286 Jahresbericht der Sektion 13 287 Nachruf auf Dr. med. Jules Rippstein 288 Neue Mitglieder 288 DGU 11. Jahrestagung der Sektion Handchirurgie Bericht der AG Ethik, Recht, Geschichte Zusatzweiterbildung „Klinische Notfall- und Akutmedizin“ rückt näher Die Kooperation mit der Bundeswehr vertiefen Meilensteine der AUC Neue Mitglieder VLOU VLOU Forum: Chefarztrolle, Kompetenzen und Weiterbildung 289 290 292 294 295 297 298 FOLGEN SIE UNS AUF FACEBOOK: www.facebook.de/dgou.ev Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 217

[close]

p. 6

Impressum 218 Herausgeber Für den Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Bernd Kladny (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: bernd.kladny@fachklinikherzogenaurach,de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Schriftleitung VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller Geschäftsstelle VLOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de Redaktion Ines Landschek Tel.: (0 30) 340 60 36 00 E-Mail: oumn@dgou.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn www.thieme-connect.de/products/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 19 vom 1. Oktober 2014 ISSN 2193-5254 Satz und Layout L42 Media Solutions, Berlin Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Vorstand Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vizepräsident Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied PD Dr. med. habil. Axel Sckell, Greifswald Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Alexander Beck, Würzburg Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt / Main Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Erster Vizepräsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/ Main Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Generalsekretär Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Schriftführer Prof. Dr. med. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. med. Johannes Sturm, München/ Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Mitglieder der oben genannten Verbände und Gesellschaften erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. JHSUIW)DFKDU]W6WXGLH Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Bezugspreise 2016* Abo Versandkosten Gesamtkosten Inland Europa Weltweit Inland Europa Weltweit Persönliches Abonnement 239,00 36,80 38,00 47,40 275,80 277,00 286,40 Institutionelles Abonnement 438,00** 36,80 38,00 47,40 474,80 476,00 485,40 * Jährliche Bezugspreise in € (D); unverbindlich empfohlene Preise. Preisänderungen vorbehalten. Preis für ein Einzelheft 45,00 € zzgl. Versandkosten ab Verlagsort. Das Abonnement wird zum Jahreswechsel im voraus berechnet und zur Zahlung fällig. Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht eine Abbestellung zum 30. September vorliegt. **der institutionelle Jahresbezugspreis inkludiert Online-Zugriff für 1 Standort Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 7

Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Stellv. Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Florian Gebhard,, Ulm 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/Main Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister (und Schatzmeister der DGOOC) Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat PD Dr. med. Hansjörg Heep, Essen Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Prof. Dr. med. Christoph Lohmann, Magdeburg Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. med. Manuel Mutschler, Köln Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Orthopädischer Vertreter des "Konvent der Universitätsprofessoren für Orthopädie und Unfallchirurgie " (KUOU) Prof. Dr. med. Volkmar Jansson, München Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Vorstand Präsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Klagenfurt/ Österreich 1. Vizepräsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 2. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Klemens Trieb, Wels/ Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Andreas Leithner, Graz/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus,Wien/ Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschland e.V. Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Dietmar Pennig, Köln Schatzmeister Dr. med. Wilhelm Baur, Schwarzenbruck Schriftführer Dr. med. Walter Schäfer, Gummersbach Geschäftsstelle des VLOU Straße des 17. Juni 106-108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de www.vlou.de 219

[close]

p. 8

220 Kurz und bündig Kein Staatskommissar nötig Die Mitglieder der Vertreterversammlung (VV) der KBV haben mehrere Beschlüsse gefasst, die das Bundesgesundheitsministerium gefordert hatte. Das berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“ Bild: KBV 'b 'LH%HVFKOVVHEHWUH̥HQÀQDQ]LHOOH Zusagen an den ehemaligen KBV-Vor- standsvorsitzenden Dr. Andreas Köhler beziehungsweise Versorgungszusagen, die dieser während seiner Zeit in der KBV gegeben hatte. Die VV beschloss entsprechende Rückforderungen und das Vorgehen in arbeitsgerichtlichen Ver- fahren. „Wir gehen davon aus, dass mit den Beschlüssen nun kein Staatskommissar vom Bundesgesundheitsministerium geschickt wird“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. Damit hatte das Bundesgesundheitsministerium zuvor gedroht. Die KBV habe ein ureigenes Interesse daran, Fehler und Versäum- nisse lückenlos aufzuarbeiten. Dabei gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Gassen ergänzte: „Wir sind nicht nur auf einem gu- ten Weg, die Fehler zu beseitigen, wir werden diese auch in Zu- kunft vermeiden.“ Rie Leitgebührenordnung GOÄ Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa), be- grüßt ausdrücklich die Ankündi- gung eines „Resets“ bei der Erarbeitung der GOÄ-Novelle durch den neuen Vorsitzenden des Gebührenordnungsausschusses, Dr. Klaus Reinhardt. Dr. Christian Albring, Vorstandsmitglied des Spi- Fa e.V. dazu: „Alles zurück auf Null, ist der richtige Weg, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Alles bisher Erarbeite- te gehört auf den Prüfstand.“ Das ist jetzt die Chance, das Projekt in professionelle Bahnen zu führen. Dazu braucht es ein klares Projektmanagement und ein transparentes Anhörungsverfahren. „Es ist unumgänglich, die Fachkenntnis von Berufsverbänden und Fachgesellschaften zur Erarbeitung der Leistungslegenden und -bewertungen intensiv einzubeziehen“, so Albring weiter. Aber auch an dieser Stelle funktioniert das Ganze nur, wenn eine Pro- fessionalisierung der Prozesse erfolgt, d.h. die Leistungslegenden und -bewertungen nach einheitlichen, vorher festzulegenden Vorgaben erstellt werden. Saskia Zink Behandlungsfehler Nach der jüngsten Statistik der Krankenkassen wurde 2015 in Orthopädie und Unfallchirurgie in 4.695 Fällen dem Verdacht nachgegangen, es liege ein Behandlungsfehler vor. Dieser wur- de in 1328 Fällen (28,3 Prozent) bestätigt. Zum Vergleich: Die Zahl der stationären Fälle lag 2012 bei18,6 Millionen, die der ambulanten bei 550 Millionen. Prof. Dr. Astrid Zobel, Leiterin des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Bayern, erläuter- WHGLH+lXÀJNHLWGHU9RUZUIHEHLFKLUXUJLVFKHQ(LQJUL̥HQN|Q- ne nicht verwundern: Bei einem postoperativen Behandlungs- verlauf, der nicht den Erwartungen entspreche, entstehe bei einem Patienten eher ein Verdacht als bei einem Medikations- fehler. Stephan Gronemeyer, Leitender Arzt des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen, mahnte HLQHQ R̥HQHQ 8PJDQJ PLW )HKOHUQ XQG 6WUDWHJLHQ ]XU )HKOHU- PHLGXQJDQ$XFKEHUHLQH0HOGHSÁLFKWPVVHGLVNXWLHUWZHU- den. Rie Keine Einschränkungen bei Rheuma-Patienten Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie in Baden-Württemberg können ihre Rheumapatienten weiterhin im Rahmen einer medikamentösen (konservativen) Basistherapie versorgen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie die Zusatzweiterbildung Orthopädische Rheumatologie absolviert haben oder nicht. Das hat die Landesärztekammer (LÄK) Baden-Württemberg vor kurzem in einer Klarstellung zu den Kompetenzgrenzen internistische Rheumatologie/ orthopädische Rheumatologie bekräftigt. Auf der Grundlage der Weiterbildungsordnung 2006 für Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sei „die medikamentöse (konservative) Basistherapie rheumatischer Erkrankungen im Rahmen der orthopädisch-rheumatologischen Behandlung nicht als fachfremd anzusehen“, heißt es in dem Brief. Unterschrieben haben ihn der Präsident der Landesärztekammer, Dr. Ulrich Clever, und der Vorsitzende des Ausschusses „Ärztliche Weiterbildung“. Man wolle eine möglicherweise missverständliche Mitteilung an die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie vom Februar 2015 präzisieren. Damals hatte die LÄK mitgeteilt, „die rheumatische Basistherapie einschließlich Biologika mit umfassender Beratung und Kontrolle der medikamentösen Behandlung“ gehöre für einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nicht zum Gebiet. Für die Klarstellung hatten sich der Präsident des BVOU, Dr. Johannes Flechtenmacher, und das Landesteam Baden-Württemberg des BVOU eingesetzt. „Auch wenn es hin und wieder Auseinandersetzungen um die Kompetenzen einzelner Facharztgruppen gibt, so arbeiten Orthopäden und internistische Rheumatologen vor Ort gut und vertrauensvoll zum Wohle des Patienten zusammen“, betonte Flechtenmacher. Sabine Rieser, Presse BVOU Termine für IC-Kurse Die Termine für die nächsten IC-Kurse für Assistenz- und Fachärzte (ICC 1) und für Ober- und Chefärzte (ICC 3) stehen fest. Der zweitägige Kurs trainiert die interpersonellen Kompetenzen von Medizinern und verbessert damit die Kommunikation im Team und die Handlungssicherheit in kritischen Situationen. IC-Kurse für Assistenz- und Fachärzte ˹ 19.–20. August 2016 ˹ 30. September–1. Oktober 2016 ˹ 16.–17. Dezember 2016 IC-Kurse für Ober- und Chefärzte ˹ 16.–17. September 2016 ˹ 18.–19. November 2016 dgou Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 9

Nachrichten Bundesweite KV-Wahlen In allen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wird in diesem Jahr gewählt. Alle ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten sind aufgerufen, ihre Delegierten für die jeweilige Vertreterversammlung (VV) zu bestimmen. Den Beginn machte Sachsen, wo zwischen dem 3. und dem 17. Juni gewählt wurde. Der Wahlzyklus endet mit Niedersachsen, wo zwischen dem 12. und 27. Oktober die Stimmabgabe möglich ist. In allen KVen haben sich Orthopäden und Unfallchirurgen gefunden, die für die VV kandidieren und Zeit für dieses Ehrenamt aufbringen wollen. Warum lassen sie sich aufstellen? Für welche Themen wollen sie sich einsetzen? Die Antworten veröffentlicht der BVOU auf seiner Homepage (www.bvou.net.de). Summer School 2016 Liebe Studierende, wir freuen uns, die Summer School 2016 der DGOU anzukündigen! Auch in diesem Jahr haben wir für Sie ein spannendes und vielfältiges Programm zusammengestellt. Neben interessanten Diskussionsrunden zu Bewerbung, Karriereplanung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten wir viele praktische Workshops an. Diese umfassen Osteosynthese, Endoprothetik, Arthroskopie, Sonographie und Gipsen. Die diesjährige Summer School findet vom 19.–20.09.2016 in Frankfurt statt. Bewerbungen können Studierende aller klinischen Semester über das Junge Forum (www.jf-ou.de) bis zum 15.07.2016 einreichen. 30 Kandidaten werden in einem strukturiertes Auswahlverfahren vom Jungen Forum O & U benannt und erhalten die Möglichkeit, kostenlos an der Summer School 2016 teilzunehmen. Darüber hinaus werden Kosten für Übernachtung und die Abendveranstaltung von der DGOU übernommen. Die Anfahrt muss selbst getragen werden. Wir freuen uns darauf, Sie für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie begeistern zu dürfen! Mit freundlichen Grüßen, Prof. Dr. A. Meurer Prof. Dr. I. Marzi Zweite Vize DGOOC Zweiter Vize DGU Dr. M. Mutschler Leiter Junges Forum O&U www.dgou.de/bildung/nachwuchsfoerderung/summer-school. html Forum Rettungsdienst Bayern „Schnellstmöglicher Behandlungsbeginn senkt Behandlungskosten“ lautet der Vortrag von Prof. Dr. Michael Nerlich, mit dem der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Caritas-Krankenhauses St-Josef Regensburg am 15.7.2016 auf dem Forum Rettungsdienst Bayern im Veranstaltungsforum Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck bei München) für die DGU spricht. Das Forum findet erstmalig in Zusammenarbeit des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr und dem Institut für Notfallmedizin und Medizin- management (Klinikum der Universität München) statt. Hauptthemen sind neben der Finanzierbarkeit auch die Qualifikation und Qualität im Rettungsdienst sowie der Stellenwert der Versorgungsforschung. Mit seiner Präsentation auf dem Forum Rettungsdienst Bayern wird Herr Prof. Nerlich mit Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen daher Impulse für die Diskussion um Struktur- und Qualitätsanforderungen geben. Aktuelle Informationen zum Forum und die Online-Anmeldung finden Sie unter: www.forum-rettungsdienst-bayern.de Sicheres Radfahren für Senioren Mit Beginn der Fahrradsaison rechnet die DGOU wieder mit einer Zunahme von Fahrradunfällen – vor allem bei Senioren. Aufgrund ihres Alters sind sie besonders unfall- und verletzungsgefährdet. „Viele Unfallursachen lassen sich jedoch vermeiden“, sagt DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Reinhard Hoffmann. Beispielsweise ereignen sich Fahrradstürze, weil Senioren eine Tasche am Lenker mitführen. 2014 gab es laut Statistischem Bundesamt 77 900 Fahrradfahrer, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden. 396 Fahrradfahrer verunglückten tödlich – über die Hälfte von ihnen waren mindestens 65 Jahre alt. Bild: Fotolia_Monkey Business DGOU-Experten raten deshalb: ˹ Gepäck hinten im Fahrradkorb oder in eine Fahrradtasche am Gepäckträger verstauen. ˹ Einen Fahrradhelm tragen. ˹ Ein vorhandenes Hörgerät im Straßenverkehr einschalten. Eine Hörminderung in regelmäßigen Abständen durch den Arzt abklären lassen. ˹ Festes Schuhwerk tragen. ˹ Auf dem Elektrofahrrad mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sein. ˹ Regelmäßig Gymnastik machen. ˹ Eine Warnweste oder helle Kleidung und Reflektoren. ˹ Fahrrad regelmäßig auf Verkehrssicherheit prüfen. ˹ Ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. ˹ Kein Alkohol vor oder beim Fahrradfahren. Susanne Herda, Presse DGOU, www.dgou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 221

[close]

p. 10

Politik Bild: Fotolia_absolutimages GASTBEITRAG Flüchtlinge dürfen keine Patienten zweiter Klasse sein Die Flüchtlingskrise stellt unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Knapp eine Million Menschen sind im vergangenen Jahr vor Not und Gewalt nach Deutschland geflohen. In vielen Erstaufnahmestellen und Registrierungseinrichtungen herrschten über Wochen und Monate bedenkliche Zustände, nicht zuletzt im Hinblick auf die medizinische Versorgung der Flüchtlinge. 222 Die Ärzteschaft zeigte von Beginn an ein überwältigendes Engagement für die Menschen in Not. In ganz Deutschland rückten Mediziner im Ruhestand an, um in Notunterkünften zu helfen. Niedergelassene und Klinikärzte schoben nach Dienstschluss unentgeltlich Überstunden in Erstaufnahmeeinrichtungen, die Krankenhäuser stellten ärztliches und pflegerisches Personal ab. Und in zahlreichen Städten hat die Ärzteschaft Notfallpraxen eigens für Flüchtlinge auf den Weg gebracht. Es ist nicht zuletzt diesem selbstlosen Einsatz zu verdanken, dass die Situation nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten inzwischen weitgehend unter Kontrolle ist. Auch weil aktuell nur noch wenige Flüchtlinge nach Deutschland kommen, können die Helfer jetzt durchatmen – doch es ist nicht gesagt, dass das auch so bleibt. Wir müssen diese Atempause nutzen, um praktikable und menschenwürdige Rahmenbedingungen zu schaffen. Keine einheitlichen Regelungen Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz war dabei ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung. Es gibt den Bundesländern die Möglichkeit, an alle Asylbegehrenden eine Gesundheitskarte auszugeben. Leider verläuft die Einführung der Gesundheitskarte bisher schleppend. Flächendeckend steht sie bisher nur in Hamburg, Bremen, Berlin und Schleswig-Holstein zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen hingegen verteilen bisher erst 20 von 396 Kommunen Gesundheitskarten, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz keine einzige. Länder wie Hessen, Brandenburg oder Thüringen stecken noch in den Vorbereitungen, während Bayern und Sachsen sich gegen die Gesundheits- karte entschieden haben. Es droht also ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen. Dabei sprechen die Erfahrungen aus Bremen und Hamburg klar für die Einführung. Der von Kritikern befürchtete Ausgabenanstieg ist jedenfalls ausgeblieben. Im Gegenteil: Indem die Kassen mit der Abrechnung beauftragt werden, sparen die Kommunen Personal und teure Software. Hamburg konnte dadurch zuletzt rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr einsparen, darunter die Kosten für 14 Sachbearbeiter. Ethische Verpflichtung Zweifellos verbessert die Gesundheitskarte den Zugang zur medizinischen Versorgung, die Spaltung unserer Gesellschaft in Patienten erster und zweiter Klasse überwindet sie allerdings nicht. So bleibt die Behandlung weiterhin auf Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 11

Politik akute Erkrankungen und Schmerzzustände beschränkt. Das ist aus ärztlicher Sicht schlicht unethisch. Für einen Arzt ist es nicht ausschlaggebend, warum ein Mensch nach Deutschland gekommen ist – er hat die ethische Verpflichtung, jeden Patienten gleich zu behandeln. Mehr Personal Ebenso wichtig ist es, das Personal in den Gesundheitsämtern aufzustocken. Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist hoffnungslos überlastet. Dafür kann er nichts, er ist in den vergangenen Jahren von den Kommunen ausgeblutet worden. Das rächt sich jetzt. Regelungsbedarf gibt es auch für den Umgang mit ausländischen Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind. In einem Urteil hat das Bundessozialgericht festgestellt, dass die Amtssprache unserer Krankenversicherung Deutsch ist und deswegen nur ein Anspruch auf Leistungen in deutscher Sprache besteht. Das ist nicht zeitgemäß. Wir haben heute viele Menschen in Deutschland, die normale sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse haben und nicht ausreichend Deutsch sprechen. Dolmetscherservice Deswegen sollte die gesetzliche Krankenversicherung auch Dolmetscherservices für Patienten mit berücksichtigen. Lösungen dafür gibt es. So führt Hamburg gerade ein System ein, bei dem der Übersetzer per Video in das Sprechzimmer zugeschaltet wird. Bild: privat Die Flüchtlingskrise ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Aber wir können sie bewältigen, wenn wir gemeinsam nach pragmatischen und kreativen Lösungen suchen. Wir Ärzte sind bereit, unseren Beitrag zu leisten und eine optimale gesundheitliche Versorgung sicherzustellen – für alle Menschen. Dazu braucht es aber auch den politischen Willen. Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 223

[close]

p. 12

Aus unserem Fach Kongresshaus Baden-Baden 'DV3UlVLGHQWHQXQG2UJDQLVDWLRQVWHDP'U&UDLRYDQ3URI* Bilder: Haumann-Frietsch (U|̥QXQJVYHUDQVWDOWXQJ Prof. Dr. jur. Heribert Prantl hält die Festrede 5HJH'LVNXVVLRQHQ 224 'LH*HZLQQHUGHV:HLWHUELOGXQJV&RQWHVWV0DJGDOHQD:RVQLDNXQG+DQQR6FKHQNHUXPUDKPWYRQGHQ.RQJUHVVSUlVLGHQWHQOLQNV'U7KRPDV0|OOHU9RUVLW]HQGHU9628 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 13

RI*ULIND3URI6W|FNOH'U.UDXV YOQU Aus unserem Fach 64. JAHRESTAGUNG DER VSOU Neue Formate und spannende Medizin (LQNRPSDNWHV:LVVHQVFKDIWVSURJUDPPNODUHSROLWLVFKH6WDQGSXQNte und ein neues Nachwuchs-Format prägten die 64. Jahrestagung GHU9HUHLQLJXQJ6GGHXWVFKHU2UWKRSlGHQXQG8QIDOOFKLUXUJHQGLH YRPELV$SULOLQ%DGHQ%DGHQVWDWWIDQG'LHEHLGHQ.RQJUHVV SUlVLGHQWHQ3URI-RDFKLP*ULIND 5HJHQVEXUJ%DG$EEDFK XQG 8QLY3URI'U8OULFK6W|FNOH 7ELQJHQ SUlVHQWLHUWHQGLH9LHOIDOWXQG %UHLWHGHVJHPHLQVDPHQ)DFKHVEHU]HXJHQGLQHLQHPNRPSDNWHQ Programm. Industrieausstellung Zahlen 2790 7HLOQHKPHU  Aussteller 400 9RUWUlJH 'LHNRPPHQGHQ9628.RQJUHVVSUlVLGHQWHQ3URI 'U3DXO$*UW]QHUbU]WOLFKHU'LUHNWRU%*.OLQLN/XGZLJVKDIHQXQG3URI'U'RPLQLN3DUVFK&KHIDU]WGHU %DXPDQQ.OLQLN2UWKRSlGLH6WXWWJDUW YOQU Vorweg: Baden-Baden, bekannt für seinen zauberhaften Frühling – schon allein deshalb zieht es auch viele norddeutsche Orthopäden und Unfallchirurgen jedes Jahr ins Badische – präsentierte sich mit Wind, Regen und „bezuckerten“ Bergen ringsum um die Stadt anlässlich des Süddeutschen Orthopädenkongresses. Das Flanieren wurde dadurch ein wenig erschwert, tat aber der Qualität der indoor stattfindenden wissenschaftlichen Tagung keinen Abbruch. Die 2.790 nach Baden-Baden gereisten Teilnehmer goutierten die Programmvielfalt, die sich in mehr als 400 Vorträgen und Veranstaltungen zeigte. Nicht die reine Lehre, son- dern die praktische Umsetzung einer guten und sicheren Behandlung prägte das Baden-Badener Kongressprogramm für orthopädische und unfallchirurgische Erkrankungen oder Verletzungen. Das bedeutet, dass neben der Leitlinien-gerechten Therapie immer auch auf die jeweils vorliegende Befundkonstellation verwiesen wurde, die im Einzelfall dazu führen kann, von vorhandenen Leitlinien begründet abzuweichen. Schwere Monoverletzungen sowohl unter dem Aspekt der Primärbehandlung mit entsprechender Wiederherstellung der Anatomie wie auch unter dem Blickwinkel der Rehabilitation bildeten neben den Verletzungen 225

[close]

p. 14

Aus unserem Fach 226 im Alter einen von zahlreichen medizinischen Schwerpunkten der Tagung. Das Kongressmotto: „Was, Wann, Wie“ verspricht viele konkrete Handlungsempfehlungen für das Fach. „Diese Fragenfolge bestimmt unser tägliches Handeln direkt. In dem Maße, wie wir durch wissenschaftliche Evaluation, Diagnostik und Therapie beurteilen können, wie das Behandlungsergebnis durch outcome-Messungen überprüft wird und wie Patienten eine „Reparaturmentalität“ entwickelt haben und einen höchsten Anspruch an die Wiederherstellung der Funktionalität formulieren, müssen wir unser Vorgehen exakt definieren“, erläuterte Prof. Joachim Grifka. Medizinjuristisches Ein Kongress-Novum stellte die Aufklärung über medizinjuristische Aspekte bei einzelnen ausgewählten Therapieoptionen dar. Die juristische Problematik wurde in zahlreichen Sitzungen eingebunden – teils als Berichte aus Schlichtungsstellen, teils als Erfahrungsberichte von erfahrenen Gutachtern vor Gericht. Kongresspräsident Prof. Dr. Ulrich Stöckle sagte, man wolle durch den juristischen Aspekt in Vorleistung gehen und damit mögliche juristische Folgen abwenden. Er verwies darauf, dass allzu häufig von juristischer Seite diagnostische Leistungen gefordert werden, die von ökonomischer Seite nicht immer vergütet werden: „Als Beispiel sei hier die eher großzügige Anwendung eines Schädel-CTs genannt bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma.“ Die 64. VSOU-Jahrestagung war sicherlich auch eine der politischsten Tagungen der VSOU bislang. Insbesondere die jüngst aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichene Arthroskopie bei Gonarthrose, von Grifka als „einsame Entscheidung“ bezeichnet, sorgt im Fach für Aufregung – und bei den Patienten für einen flächendeckend frühzeitigen Einbau von Knie-TEP. Besonders kritisiert wurde, dass der Gemeinsame Bundesausschuss nicht dem Protestschreiben des Fachs, dafür aber einer zweifelhaften Studieninterpretation gefolgt sei. GOÄ und kein Ende Dass das Thema GOÄ auf der Süddeutschen Jahrestagung aufgegriffen wurde, lag mehr als in der Luft. „Die neue GOÄ ist längst überfällig. In wohl keinem an- deren Bereich wird seit mehr als 25 Jahren mit der gleichen Gebührenordnung gearbeitet. Diese wird sowohl dem persönlichen als auch dem apparativen Aufwand bei entsprechenden Operationen nicht mehr gerecht“, nannte Stöckle Gründe für die Aufnahme der GOÄ in den Kongress-Diskurs. Grifka befürchtet auch, dass die Patienten betroffen sind: „Einbußen in der privatärztlichen Vergütung werden auch ihre Konsequenz für gesetzlich krankenversicherte Patienten haben, weil aufgrund der Unterdeckung im kassenärztlichen Bereich viele Kollegen die Behandlung der gesetzlich versicherten Patienten persönlich über Einnahmen aus der privatärztlichen Behandlung subventionieren.“ Die Podiumsdiskussion zur inzwischen gescheiterten GOÄ-Reform attestierte nicht nur den Orthopäden und Unfallchirurgen, sondern allen Ärzten, dass sie sich im Kampf um eine bessere GOÄ „unter Wert“ verkauften. Man müsse selbstbewusster den Wert der eigenen Arbeit definieren, lautete ein Tenor der Runde. Und: Honorare in angemessener Höhe seien, so das einhellige Fazit der lebhaften Diskussion, auf Dauer ohne Zusatzversicherungen für die Patienten kaum zu realisieren. Sport ist Tradition Nicht nur das prominent besetzte Podium zum Thema Spitzensportbetreuung, auch die Sitzung „Muskelverletzungen im Sport“ mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zeigten, dass von der Spitzensportbetreuung auch der Breitensport profitieren kann. Nachdem im vergangenen Jahr das Buch „Muskelverletzungen im Sport“ von Müller-Wohlfahrt auf dem Kongress prämiiert wurde, war er es diesmal selbst, der eine gleichnamige Session gemeinsam mit seinen beiden Praxiskollegen Dr. Peter Ueblacker und Dr. Lutz Hänsel gestaltete. Mit 360 Teilnehmern war es eine der bestbesuchten Veranstaltungen. Die Sportorthopäden stellten die Ergebnisse einer von Müller-Wohlfahrt initiierten Münchener Konsensuskonferenz vor, in der Muskelverletzungen in „funktionell“ und „strukturell“ mit entsprechend angepassten Therapieoptionen unterteilt werden. Müller-Wohlfahrt, seit vielen Dekaden berühmt für seine „fühlenden“ Hände – ohne Zuhilfenahme von CT, Sono und MRT – demonstrierte, wie er das eigentlich mache, einen Muskelfaser- riss oder einen Bündelriss zu ertasten. Und sein Team zeigte, dass zur Erhärtung der Diagnose auch gern die bildgebenden Verfahren zum Einsatz kommen dürfen. Kommen müssen, aus juristischen Gründen. Ebenso gut wie diese Sitzung vom Publikum frequentiert war, wurde das Podiumsgespräch mit Teamärzten aus dem Spitzensport gut angenommen. Die Sportärzte berichteten von erfolgreich funktionierenden interdisziplinären Abstimmungen mit Allgemeinärzten, Psychologen und natürlich Physiotherapeuten. Wichtigste Aussage des Podiums zum Thema Verantwortlichkeit: Wer für die medizinische Abteilung das Sagen hat, müsse unbedingt unabhängig von Trainer und Sportdirektor sein! Und auf die Kommunikation zwischen diesen komme es an. Festvortrag Sicherlich ein weiterer politischer und auch emotionaler Höhepunkt der Tagung war der Festvortrag von Prof. Herbert Prantl im Rahmen der Eröffnungsfeier mit dem Thema „Medizin zwischen Ökonomie und Ethik“. „Ich bin gegen die umfassende Ökonomisierung des Alltags und des Gesundheitswesens“, begann Prantl, Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, seine Rede. Er hielt ein Plädoyer gegen die Kommerzialisierung der Medizin, blanke Umsatzorientierung und anonyme Organisationsstrukturen, aber auch ein Plädoyer für eine persönliche ärztliche Betreuung. Prantl spannte einen Bogen von den Forderungen der Wirtschaft an den modernen Menschen zur Medizin. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbranchen sei stetiges Wachstum in der Medizin „ein Zeichen von Krebs“. Prantl wandte sich dagegen, den „Wert des Menschen am Lineal der Ökonomie“ zu messen. Ein starker Staat sei ein solcher, der sich um das Wohl der Benachteiligten kümmere und nicht – wie beim Beispiel börsennotierter Klinikketten – um das von Shareholdern. „Werden Sie als Ärzte diesem zunehmenden Ökonomisierungsdruck standhalten?“ fragte Prantl. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, betonte er. Um diese Würde gehe es auch im Krankenhaus und jeder Arztpraxis: Jede Reform müsse diese Würde achten und schützen. Das Krankenhaus sei einer der wichtigsten Orte, an dem sich der Eingangssatz des Grundgesetzes bewähren müsse. Denn der Artikel 1 des Grundge- Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016

[close]

p. 15

Aus unserem Fach setzes dürfe hier im Krankenhaus oder der Arztpraxis auch einmal ganz körperlich verstanden werden. Wo sonst würde so viel angetastet und abgetastet wie im Krankenhaus? Das Krankenhaus dürfe deshalb keine Fabrik sein, um Geld zu machen, sondern ein Haus, in dem geheilt wird und in dem der Mensch im Leben und Sterben geachtet wird. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Prantl verwies zum Abschluss auf eine Inschrift im Foyer der Wiener Frauenklinik, die Kaiser Joseph II. bei der Gründung der Klinik anbringen ließ: „In diesem Haus sollen die Patienten geheilt und getröstet werden.“ Prantls Schluss-Kommentar: „Das ist medizinische Ethik.“ Zukunft O & U Ein Kongress in O & U darf selbstredend die gemeinsame Entwicklung dieses in seiner Zusammenführung noch jungen Fachs nicht übergehen. Zumal Grifka 2008 als Gründungspräsident der DGOU persönlich „Aktivist“ bei der Zusammenführung der beiden Fachgesellschaften für Orthopädie und Unfallchirurgie war. „Mit der Zusammenführung der Gesellschaften haben wir formal nachvollzogen, was inhaltlich schon vorgegeben war. Seit 2004 gibt es die gemeinsame Weiterbildungsordnung für den Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Im internationalen Vergleich haben wir früher in Deutschland eine Sonderrolle belegt, indem Orthopädie und Unfallchirurgie getrennt waren“, beschrieb Grifka das Vergangene. Natürlich gäbe es auch noch Probleme: „Es gibt erhebliche Asymmetrien in der Weiterbildung. Hier würde ich mir mehr Kollegen mit einem konstruktiven Ansatz wünschen. Auch bei der Besetzung von Chefarztstellen gibt es noch schwierige Verhältnisse.“ Das mittelfristige Ziel müsse ein eigenes Gebiet sein, analog zur Geburtshilfe und Gynäkologie. Das alles aber müsse auf der Basis des gemeinsamen Facharztes ruhen, betonen beide Kongresspräsidenten: „Darauf aufbauend die Spezialisierungen in „Spezielle Orthopädie“ und „spezielle Unfallchirurgie“ weiter entwickeln, um unsere international führende Position in der Versorgung von Unfallverletzten sowie auch in der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungssys- tems mit geeigneten konservativen und operativen Verfahren weiter auszubauen“, meinte Stöckle. Erst nach dem Facharzt gibt es die Spezialisierung wie Kinderorthopädie, Rheumaorthopädie, physikalische Therapie und Handchirurgie. „Mit der neuen Weiterbildungsordnung müssen wir unsere Ausrichtung besser gliedern: Wir dürfen keine Inhalte der speziellen Unfallchirurgie für den Facharzt fordern.“ Lesen Sie Detailliertes über die Podiumsdiskussion „Zukunft O & U“ einige Seiten weiter in dieser OUMN von Prof. Fritz-Uwe Niethard. Weiterbildungs-Contest Am Kongresssamstag fand die Premiere des neuen Formats „Weiterbildungs-Contest“ statt. In einem Verfahren, wie wir es häufig von privaten Fernsehsendern kennen, traten Zweier-Teams von Weiterbildungsassistenten gegeneinander an, um klinische Fälle zu lösen. Zuerst präsentierten die Nachwuchsmediziner in Kurzvorträgen zunächst ihre Themen und traten anschließend in Halbfinals und dem Finale – beim Einzug begleitet von Musik – in „K. o.-Runden“ gegeneinander an. Am Ende erhielten Magdalena Wozniak vom Klinikum Osnabrück und Hanno Schenker von der Universitätsklinik Aachen die meisten TED-Stimmen aus dem Auditorium und durften sich über den Siegerpreis, eine Einladung zum kanadischen Orthopädenkongress vom 16. bis 19. Juni 2016 in Quebec, gesponsert von VSOU und Canadian Airlines, freuen. Zur Überraschung aller wurden sie unmittelbar nach ihrem Sieg via Skype vom Vorstand der Canadian Orthopaedic Association (COA) beglückwünscht und eingeladen. Preisverleihungen Mit dem Carl-Rabl-Preis 2016 wurden Prof. Dr. Michael Strobel und PD Dr. Thore Zantop für ihr Buch „Arthroskopische Chirurgie – Kniegelenk“ (Band 1-4) ausgezeichnet. Der diesmal geteilte Jahresbestpreis der Zeitschrift Orthopädisch-Unfallchirurgische Praxis ging an PD Dr. Stefan Huber-Wagner für den Beitrag „Moderne CT-Bildgebung im Rahmen der Schockraumversorgung Schwerverletzter“ aus Heft 1 / 2015 und an Univ.-Prof. Dr. Reinhard Graf für den Artikel „Aktueller Stand der sonografischen Diagnostik kindlicher Hüftreifungsstörungen“ aus Heft 2 / 2015. Die VSOU-Vortragspreise gingen an Dr. Christian Fischer (Heidelberg) für den Vortrag „Kontrastverstärkter Ultraschall (CEUS) und Elastografie zur Bestimmung der Deltoideus-Integrität nach inverser Schulterprothese“, an PD Dr. Karl-Heinz Wildmer (Schaffhausen) für den Vortrag „Warum Hüftprothesenschäfte mit normalen CCD-Winkeln gegenüber valgischen bevorzugt werden sollten“, an Dr. Klaus Edgar Roth (Mainz) für „Ein individualisiertes Implantat in der Therapie des zirkumskripten Knorpeldefektes am Schafsmodell, an PD Dr. Michael Müller (Berlin) für „Aktuelle Klassifikation und Therapiestrategien azetabulärer Defekte in der Hüftrevisionsendoprothetik“ und schließlich an Dr. Oliver Ludwig (Saarbrücken) für den Vortrag „Beeinflussung der Steigbügelmuskulatur über sensomotorische Einlagenelemente“. Fazit und Ausblick Last but not least zeigten sich die in Baden-Baden präsenten 139 Aussteller auf der Industrieschau durchweg zufrieden mit der Resonanz. Vor allem der gute Mix aus chirurgischen und konservativen Themen, die damit für alle Orthopäden und Unfallchirurgen interessante Aspekte anbieten, sei ein wichtiger Konzeptteil, der auch von den Firmen begrüßt wird. Mehr als zufrieden zogen die beiden Kongresspräsidenten zum Abschluss des Fachtreffens in Baden-Baden ihr persönliches Fazit. „Als harmonische und angenehme“ Veranstaltung bezeichnete Prof. Stöckle die Tagung, für Prof. Grifka war es schlicht „ein hervorragender Kongress“. Mit dem Abschluss der Tagung richtete sich der Blick gleich auf das kommende Jahr. Die 65. Jahrestagung der VSOU wird vom 27. bis 29. April 2017 stattfinden. Kongresspräsidenten werden dann Prof. Dr. Paul A. Grützner, Ärztlicher Direktor BG Klinik Ludwigshafen, und Prof. Dr. Dominik Parsch, Chefarzt der Baumann-Klinik Orthopädie, Stuttgart, sein. Das Motto für diesen Kongress lautet „Das Ganze ist mehr …“ Ines Landschek, Inge Kölle Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Juni 2016 227

[close]

Comments

no comments yet