Christus König Halver Netzwerk 2016 Sommer

 

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Magazin der Pfarrei Christus König Halver-Schalksmühle-Breckerfeld-Dahl

Popular Pages


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christus könig netzwerk Magazin der Pfarrei Christus König Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl Ausgabe 2/2016 »Wir können aus dem Lebenskuchen uns nicht nur die Rosinen suchen.« (Thomas Morus) 60 Jahre St. Thomas Morus Schalksmühle

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Editorial Kirche unterwegs – unterwegs Kirche Dieses kleine Wortspiel möchte einladen zu unterschiedlichen Lesarten. Es eröffnet vielfältige Dimensionen des Kircheseins. In dieser Netzwerk-Ausgabe finden Sie vielfältige Artikel, die beschreiben, wie unterwegs Kirche gelebt werden kann bzw. wie Kirche unterwegs war und ist als »ältester Global Player«, so Bischof Franz-Josef Overbeck anlässlich des 100. Katholikentags in Leipzig. Da mag sich jede/r individuell ganz unterschiedlich und auch auf verschiedenen Ebenen angesprochen fühlen: kirchen- oder sozialpolitisch, humanitär, pastoral oder spirituell…? Jesus selbst hat Kirche unterwegs begründet. Denn er hat sich »auf die Socken gemacht«, lebte unterwegs Kirche, in dem er selbst die Werke der Barmherzigkeit verrichtete, die er im Weltgericht beschreibt (Mt 25,31-46). Heute bin ich in seiner Nachfolge nach wie vor gefragt. Als Christ/in bin ich herausgefordert, tatkräftig und glaubwürdig Kirche zu leben, Zukunft mitzugestalten, nach Antworten zu suchen und Lösungen herbeizuführen – zum Beispiel für leidgeplagte Menschen und Flüchtlinge vor unserer Haustür und in den Krisengebieten oder für die versteckte und wachsende Armut hierzulande. Kirche unterwegs – in Bewegung bzw. unterwegs Kirche gelebt, erlebt und gespürt habe ich persönlich hautnah erst kürzlich noch: bei der ökumenisch gestalteten Trauerfeier für den tödlich verunglückten Flüchtling aus Eritrea, beim Kirchen-Familientag in der Kita St. Jakobus und beim Gottesdienst anlässlich einer Goldhochzeit. Liebe Leserinnen und Leser, unterwegs Kirche sein, das heißt für mich, mit Gottes Hilfe unterwegs sein, im Alltag wie im Urlaub. Der Sommer steht bevor, für viele auch die Urlaubstage. Gern möchte man dann die täglichn Anstrengungen und Nöte mal vergessen, den Schalter einfach umlegen. Sehnsucht macht sich breit, nach Ruhe und Erholung, Freude und Frieden für die Seele. Arbeit und Sorgen hinter sich lassen, abschalten und ausspannen, das wünsche ich Ihnen von Herzen und dazu Gottes liebendes Geleit, wann und wo immer Sie auch unterwegs sein mögen. Ihre Barbara Wilk Inhalt 2 Geleitwort/Inhalt/Impressum 3 Neuigkeiten 4/5 Wallfahrtsziel: Die heilige Ida 6/7 Charles de Foucauld 8/9 60 Jahre St. Thomas Morus 10/11 Die Wüste ist meine Kathedrale 12 Rätsel für Kinder 13 Pfarreientwicklungsprozess 14 Aufbau einer Ikone 15 Leih dir was! Die Büchereiseite 16/17 Der verlorene Sohn 17 Impuls 18/19 Pater Pio 20/21 Hl. Jahr der Barmherzigkeit 22/23 Termine 24 Unterstützenswerte Projekte Impressum Herausgeber: Katholische Pfarrei Christus König, Hermann-Köhler-Straße 15, 58553 Halver, Tel. 0 23 53 / 37 30 Redaktion: Ascan von Bargen, Maximilian Marx, Cornelia Nölle, Claus Optenhöfel, Heidrun Rediger, Dr. Johannes Sander Mitarbeit an dieser Ausgabe: Ileana Beckmann, Ulrike Biesenbach, Ralf Lothar Knop, Sandra Schnell, Barbara Vormann, Barbara Wilk. Bilder: Titel: Kirche St. Thomas Morus, Thorsten Rehberg. Innenteil: Argos‘ Dad; Ascan und Florian von Bargen; Eva Koch; Conny Nölle; Redaktion; Thorsten Rehberg; Reuters; Dr. Johannes Sander; Lea Schnell; Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan); wikipedia; Barbara Wilk. Albert Backer, Dnalor1, Taguelmoust, Fabrice Blaudin de Thé – alle wikipedia. Kontakt: netzwerk@christus-koenig.de Gestaltung/Satz: Heidrun Rediger, HR-Typo Mediengestaltung, Halver Druck: Reintjes Graphischer Betrieb GmbH, Kleve Internet: www.christus-koenig.de Hinweis: Die Redaktion behält sich aus technischen und inhaltlichen Gründen vor, Texte redaktionell zu bearbeiten oder zu kürzen. Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Über Leserbriefe freut sich die Redaktion, kann allerdings nicht in jedem Fall den Abdruck garantieren. Wie Sie uns erreichen Katholische Pfarrei Christus König Hermann-Köhler-Straße 15 58553 Halver, Telefon 0 23 53 / 37 30 Filialkirche Sankt Georg, Oberbrügge Gemeinde Sankt Jakobus Am Wehrgraben 7, 58339 Breckerfeld Telefon 0 23 38 /1316 Gemeinde Sankt Thomas Morus Hälverstraße 8, 58579 Schalksmühle Telefon 0 23 55 / 66 79 Gemeinde Herz Jesu Kallestraße 4, 58091 Hagen-Dahl Telefon 0 23 37/ 6 21 2 netzwerk

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Kirche vor Ort Eine neue Gemeindereferentin für die Pfarrei: Herzlich willkommen! Wir begrüßen unsere neue Gemeindereferentin für die Pfarrei Christus König, Eva Koch und freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit ihr. Am 1. August 2016 beginnt offiziell ihr Dienst in der Pfarrei. Am 27. August wird sie in der Vorabendmesse um 17.00 Uhr in der St.-Jakobus-Kirche in Breckerfeld vorgestellt und begrüßt. Die Beauftragung der Gemeindereferentinnen und Pastoralreferenten für den Dienst im Bistum Essen (u.a. Frau Eva Koch) ist am Freitag, dem 8. Juli, um 18.00 Uhr im Essener Dom. Wer unsere neue Gemeindereferentin bei diesem Schritt schon begleiten möchte, ist herzlich dazu eingeladen! Und hier kommt sie selbst zu Wort: Es sind nur noch wenige Wochen, bis ich zur Gemeindereferentin beauftragt werde. Noch vor drei Jahren, als ich meine Ausbildung in Mülheim begann, schien dieser Tag unendlich weit entfernt zu sein. Ich hatte gerade meinen Bachelor in Religionspädagogik absolviert und fragte mich, welche Tätigkeiten in der Gemeinde auf mich warten könnten. Es folgte eine intensive Zeit mit Religionsunterricht, Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Kindergottesdiensten und Einheiten im Kindergarten. Vor allem Kinder im Alter von 3–12 Jahren prägten meinen beruflichen Alltag. Wird nun alles anders in Halver und in der Pfarrei Christus König? In einem aufgeschlossenen Gespräch bot mir Pfarrer Claus Optenhöfel an, verstärkt in die Jugendarbeit einzusteigen aufgrund meines jungen Alters (momentan bin ich noch 25 Jahre alt). Die pfarreiweite Firmvorbereitung sei für mich ein gutes Tätigkeitsfeld. Und noch etwas sollte ich wissen, ergänzte er, hier in Halver sind die meisten Menschen evangelisch. ›Das trifft sich ja gut, weil ich mit meinem Umzug in die Pfarrei direkt einen Protestanten mehr, meinen Mann, mitbringen werde‹, dachte ich im Stillen und setzte ein verschmitztes Lächeln auf. Also gut, liebes Sauerland, sagte ich zu mir selbst, als ich über die damals noch verschneite Landschaft blickte, dann werde ich ab August einen neuen Abschnitt meines Lebens hier verbringen. Und in meinem Kopf hat sich schon jetzt ein altbekannter Ohrwurm aus der Studienzeit eingenistet: Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland... Eva Koch netzwerk 3

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Kirche unterwegs Gemeinschaftlich auf Pfarrei-Wallfahrt am Samstag, dem 1. Oktober 2016 Zum zweiten Mal laden wir ein zur gemeinsamen Wallfahrt unserer Pfarrei. Sie führt uns nach Herzfeld, zum »weißen Dom an der Lippe«. Die neugotische Basilika wurde 1903 erbaut und ist der Heiligen Ida gewidmet. Busse fahren weiter zur jeweiligen dritten Station. Ab diesen Stationen machen sich zwei Wandergruppen auf einen Weg von ca. 10 bzw. 5 Kilometern. Alle Strecken sind gut ausgebaut und eben, so dass auch Familien mit Kinderwagen die 5km-Strecke gut bewältigen können. Teilnehmer/innen, die nicht mitwandern möchten, fahren danach mit dem Bus weiter zur Kirchenführung in St. Ida. Auf allen Wegstrecken liegen kleine Gebetskapellen, an denen wir zu einer weiteren Gebetsstation innehalten und eine kurze Rast einlegen können. Am frühen Vormittag geht es mit zwei Reisebussen und einem Fahrradanhänger los bis zur zweiten gemeinsamen Station nach Hamm. Von dort aus brechen die Radfahrer auf zu ihrer ca. 35 km langen Strecke durch das Lippetal. Die Alle Wallfahrergruppen treffen sich um 14.00 Uhr im Gemeindehaus »Haus Idenrast« (neben der Wallfahrtskirche) zum gemeinsamen Imbiss. Anschließend sind alle Erwachsenen eingeladen zum gut einstündigen Kreuzweg durch die Lippeauen. Für Kinder gibt es parallel dazu ein Kreuzweg-Quiz mit anschließenden Spielmöglichkeiten am Haus Idenrast. Für Personen, die den Kreuzweg nicht mitgehen können, halten wir ein kleines Alternativprogramm bereit. Als Abschluss unserer Pfarrei-Wallfahrt feiern wir um 17.00 Uhr zusammen mit der Gemeinde St. Ida die Vorabendmesse. Um 18.30 Uhr treten wir von St. Ida aus mit beiden Bussen und dem Fahrradanhänger alle gemeinsam die Rückfahrt an. Flyer mit genaueren Informationen liegen in unseren Kirchen aus. Um unsere Wallfahrt möglichst gut planen zu können, benötigen wir Ihre verbindliche Zusage (Anmeldeabschnitt im Flyer) bitte bis spätestens zum 18. September in den Sakristeien unserer Kirchen oder im Pfarrbüro. Schon heute freuen wir uns auf das gemeinschaftliche Unterwegssein mit dem Lobgesang Gottes auf unseren Lippen und in unseren Herzen, unter freiem Himmel, in den Kapellen und in der WallfahrtsBasilika. Für das Pfarrei-Wallfahrt-Team Barbara Wilk Noch mehr Informationen über Herzfeld und St. Ida finden Sie im Internet unter www.sanktida.de 4 netzwerk

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Die Heilige Ida von Herzfeld Kirche unterwegs Passend zum von Papst Franziskus ausgerufenen »Jahr der Barmherzigkeit« lautet das Motto des diesjährigen Wallfahrtsjahres von St. Ida Herzfeld »Selig die Barmherzigen«. In der Heiligen Ida von Herzfeld begegnen wir einer Frau, die durch ihre Hinwendung zu den Armen und Bedürftigen die Barmherzigkeit Gottes angenommen und weitergegeben hat. St. Ida Herzfeld ist der älteste Wallfahrtsort Westfalens. Schon seit Idas Tod 825 pilgern die Menschen zu ihrem Grab in den Lippeauen. Sie gilt vor allem als Schutzpatronin der Schwangeren, Armen und Schwachen. Ihr Gedenktag ist der 4. September. Ida wurde um 765 geboren. Als Verwandte Karls des Großen und seit 786 verheiratet mit einem seiner engsten Vertrauten, dem Herzog Egbert, kam sie aus wohlhabendsten Verhältnissen. Als sie zusammen mit ihrem Mann nach der Hochzeit auf dem Weg zu ihren Gütern war und eine Rast an der Lippefurt in der Nähe des heutigen Schloss Hovestadt machte, erschien Ida im Traum ein Engel mit dem Auftrag, an diesem Ort zu Ehren Gottes eine Kirche zu errichten. An dieser Stelle der Geschichte setzt die Legende an: Bei einer Jagd rettete Ida in ihrer Barmherzigkeit einem Hirsch das Leben, der dann als Dank die Steine für den Kirchenbau durch die Lippefurt trug. So entstand wohl auch der Name des Ortes: Hirutfelden – Hirschfelder – Herzfeld. Durch diese Legende wird die Heilige Ida in der Regel mit einem Hirschen dargestellt. Die geschichtliche Erklärung für das Bild des Hirsches im Wappen von Herzfeld ist eher politischer Natur: Der Hirsch soll ein Bild für die im 32-jährigen Krieg zwischen Sachsen und Franken von den Franken bedrängten Sachsen sein. Im Jahr 804/805 entstand durch die Mittel von Ida und Egbert ein für diese Zeit ungewöhnlich prächtiger Kirchenbau. Die Kirche wurde der Gottesmutter Maria und dem heiligen Germanus von Paris geweiht. Ida und Egbert bekamen im Laufe ihrer Ehe fünf Kinder. Im Jahr 811 starb Egbert und wurde an der Südseite der Kirche beigesetzt. Über dem Grab ließ Ida sich einen Portikus bauen. Sie verließ den Königshof, um dort zu wohnen und sich ganz dem Gebet und der Sorge um ihre Nächsten zu widmen. Der Legende nach ließ sich Ida schon zu Lebzeiten einen Steinsarg anfertigen, um ihn als Zeichen der eigenen Vergänglichkeit immer vor Augen zu haben. Diesen füllte sie zweimal täglich mit Gaben und teilte diese an die durch die Sachsenkriege in Not geratenen Menschen aus. Die Menschen verehrten sie daher als »Mutter der Armen«. Der Sarg ist noch heute in der Wallfahrtskirche zu sehen. Neben der Verteilung ihres Vermögens unter den Armen, versuchte Ida Zeit ihres Lebens den Frieden zwischen den Sachsen und Franken herbeizuführen, um auch auf diesem Weg den gequälten Menschen zu helfen. Dieses Wirken gilt als eines der ersten europäischen Friedens- und Freiheitszeichen. Am 4. September 825 starb Ida und wurde in ihrem Steinsarg neben Egbert beigesetzt. Viele Menschen pilgerten daraufhin nach Herzfeld, um der »Mutter der Armen« zu gedenken. Dabei wurde immer häufiger über Wunder an ihrem Grab berichtet. Aus diesem Grund wurde Ida im Jahr 980 von Bischof Dodo von Münster zu »Ehren der Altäre« erhoben, was in der damaligen Zeit der Heiligsprechung entsprach. Zu diesem Anlass verfasste der Mönch Uffing aus dem Kloster Essen-Werden, zu dessen Besitz Herzfeld – wohl auch durch verwandtschaftliche Beziehungen von Ida zu dem Gründer des Klosters, dem Heiligen Liudger – damals gehörte, ihre Lebensgeschichte (Vita Idae). Von der Heiligsprechung bis zum Anfang des 19. Jahr- hunderts wurde auch die Kopfreliquie der Heiligen Ida in Essen-Werden aufbewahrt. Seit 1980 liegen die Re- liquien in der Krypta der jetzigen Wallfahrtskirche. Auf dem Boden der Krypta sind auch die Abmessungen der ersten durch Ida gebauten Kirche durch Betonstreifen in der Pflasterung zu sehen. (Conny Nölle) netzwerk 5

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Kirche in der Welt Charles de Foucauld – der Gott suchte mitten in der Welt Paris im Jahr 1886. Ein junger Mann ist immer wieder in den verschiedenen Kirchen der Stadt anzutreffen, mit einem höchst merkwürdigen Gebet auf den Lippen: »Mein Gott, wenn es dich gibt, dann lass mich dich erkennen!« So beginnt eine Lebensbeschreibung des 2005 seliggesprochenen Franzosen Charles de Foucauld. Dieser Mann war Militär- und Lebemann, Forschungsreisender in Marokko, Gärtner und Hausdiener in Nazaret, Angehöriger des Trappistenordens und schließlich Priester und einziger Christ in der Sahara, bei den Tuareg. Sein Leben lässt sich kaum beschreiben und begreifen, so voller Wechsel und Veränderungen war es. Und doch erkannte er selber darin einen roten Faden, eine Richtung: Jesus von Nazaret folgen, immer mehr dem verborgenen Leben Jesu auf die Spur kommen. Seit 18 Jahren gehöre ich der Priestergemeinschaft »Jesus Caritas« an, die an sein Leben anknüpft. Ihre Mitglieder versuchen, im Geiste »Bruder Karls«, wie Charles de Foucauld im deutschen Sprachraum genannt wird, als Priester »mitten in der Welt« zu leben. Eine Annäherung an diesen, so scheint es, unruhigen Geist, braucht ein paar Anhaltspunkte zu seinem Leben. Geprägt war Charles, geboren 1858 in Straßburg, vom frühen Tod seiner Eltern, der Erziehung durch seine Großeltern und den Umzug nach Nancy. Er war »recht verwöhnt« und begann eine militärische Ausbildung, in der er vor allem durch Faulheit und legendäre Feste Aufmerksamkeit erregte. Zugleich konnte er, wenn es darauf ankam, konsequent Verantwortung übernehmen – etwa bei Militäreinsätzen in Algerien. Überhaupt ging Bruder Karl seinen ganz eigenen Weg. Er war von der Frömmigkeit der Muslime und der Welt Nordafrikas fasziniert und bereiste nach der Militärzeit, als Jude verkleidet, das für Christen damals gänzlich verbotene Marokko. Manchmal in der Lebensgefahr, enttarnt zu werden, zeichnete und schrieb er über die Landesnatur – und erhielt nach seiner Rückkehr für seine veröffentlichten Aufzeichnungen einen bedeutenden Preis. Nun war er bekannt in Paris – aber auch auf der Suche, wie es weitergehen könnte. Im Gespräch mit seiner frommen und ihm sehr nahestehenden Cousine lernte er den Abbé Huvelin kennen. Als er diesen in seiner Kirche aufsuchte, um Fragen des Glaubens zu besprechen, forderte dieser ihn auf: Beichten Sie, und empfangen Sie die Kommunion! Dieser Tag bedeutete einen Wandel im Leben Bruder Karls: von nun an glaubte er fest an Gott. Später sagte er einmal: Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, war mir klar, dass ich nicht anders könnte, als nur für ihn zu leben. Meine Berufung zum Ordensleben stammt aus derselben Stunde wie mein Glaube. Gott ist so groß! Da ist ein solcher Unterschied zwischen Gott und all dem, was nicht er ist! In der ihm eigenen Konsequenz, unbedingt den eigenen Weg zu gehen, zugleich aber diesen in Verbundenheit mit der Kirche einzuschlagen, ging er die weiteren Schritte seines Lebens: Eine Reise nach Palästina nährt in ihm die geistliche Sehnsucht, dem Leben Jesu immer näher zu kommen. Er tritt bei den Trappisten ein, und keine Ordensregel kann ihm streng genug, kein Kloster arm genug sein. Er lässt sich nach Syrien versetzen, muss gedrängt werden, zu studieren und Priester zu werden. Lieber verdingt er sich als Hausknecht in Nazaret und Jerusalem und lebt ein einfaches »Einsiedlerleben«. Nach seiner Weihe geht er nach Nordafrika – damals französisch beherrschtes Gebiet; als Priester für das Militär, aber auch immer mehr als Einsiedler unter den Menschen. Er zieht nach Tamanrasset – eine Siedlung mit damals höchstens 20 Hütten – und will den »Entferntesten« das Evangelium bringen. Dazu lernt er die Sprache des No- 6 netzwerk Die 1911 auf dem Assekrem-Plateau im Süden Algeriens von Charles de Foucauld erbaute Einsiedelei.

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Mich fasziniert die bleibende Suche seines Lebens. Charles de Foucauld war einerseits klar in seinem Glauben, ganz auf Christus ausgerichtet, tief im Gebet, dem Evangelium verpflichtet, das er – oft allein seine Zeiten verbringend – in winziger, Papier sparender Schrift seitenweise meditierte. Andererseits forderte diese Klarheit der Ausrichtung immer wieder neue Schritte im Leben; die brachten seine Angehörigen und Vorgesetzten oft zur Verzweiflung, weil Bruder Karl eben nie »ankam« und »fertig war«, sondern immer Neues suchte und fand. Dann fasziniert mich die Einfachheit seiner Mittel und Erfahrungen: eine Sprache lernen und dokumentieren, um das Evangelium verkünden zu können – wie oft ist heute die unpassende Sprache ein Problem der Verkündigung! Erkennen, dass wir Menschen Geschwister sind – weil ich wie ein Bruder gerettet und gepflegt werde! Das Leben Jesu kennenlernen wollen – und dazu nach Nazaret gehen, wo Jesus 30 Jahre unerkannt lebte! Eine Seite aus dem Wörterbuch der Tuareg. madenstammes der Tuareg, lässt sich in ihre Poesie einführen, entwickelt ein Wörterbuch dieser Sprache – immer in der festen Überzeugung, so die Verkündigung des Evangeliums für die Tuareg vorzubereiten. Zugleich will er eine Gemeinschaft gründen und schreibt Regeln dafür. Alle, denen er sie zu lesen gibt, mahnen ihn: So streng sind seine Vorstellungen, dass er sein Leben lang keine Gefährten finden wird. In der Wüste wird Bruder Karl bekannt, erweist sich als Freund der Nomaden und wird als Ratgeber und für seine konkrete Hilfe sehr geschätzt. Als 1907/1908 eine Hungersnot ausbricht, gibt er sein Letztes. Er hat selbst nichts mehr, erkrankt und wird dank der aufopferungsvollen Hilfe der Tuareg, die ihre letzte Milch heranbringen, gerettet. Eine neue Erkenntnis für ihn: Bruder bin ich nicht, indem ich immer mehr anderen gebe, sondern indem ich annehme und empfange – mein Leben den anderen verdanke. In der Priesterbruderschaft – und allen Gemeinschaften im Geist Bruder Karls – finden sich die einfachen Formen wieder. Bibelteilen, eucharistische Anbetung und »Revision de Vie« – Gespräch über das Leben im Bewusstsein der Gegenwart Gottes – machen die Gemeinschaft aus. In meiner Bruderschaft haben Priester verschiedener Generationen, Charaktere und theologischer Ausrichtung in Verbundenheit zusammengefunden. Nicht die unterschiedliche Meinung trennt, sondern der gemeinsame Geist eint. Ähnliche Erfahrungen machen viele in den geistlichen Gemeinschaften Bruder Karls. Und von den »Inhalten« her, die sein Leben mitgibt: »mitten in der Welt« – den Glauben dort suchen, wo ich bin, wo die Menschen sind. Das Leben selbst als zentralen Ort der Gotteserfahrung leben und deuten. Und Geschwister suchen – unter Menschen aller Konfessionen und Religionen, in der wachsenden Erkenntnis, wie wenig scheinbare Grenzen bedeuten müssen. Neugierig geworden – auf einen sehr eigenen Seligen? Auf Formen gemeinschaftlich gelebten Glaubens? Sprechen Sie mich gern an, oder informieren Sie sich! Mit Charles de Foucauld können Sie mehr entdecken! (Claus Optenhöfel) ▼ Das Grab von Charles de Foucauld in El Golea. Auf Reisen nach Frankreich wirbt Charles Menschen, die seine Ideale unterstützen: eine Gemeinschaft gründet sich. Die letzten Jahre seines Lebens sind von der Unsicherheit der Kriegszeit bestimmt. Charles baut für sich und die Menschen der Umgebung eine befestigte Anlage. Dort wird er am 1. Dezember 1916 erschossen. Wie kann dieser so eigentümliche Mensch vergangener Jahrhunderte heute jemanden begeistern? netzwerk 7

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Kirche vor Ort 60 Jahre St. Thomas Morus 60 Jahre und kein bisschen leise, 60 Jahre auf dem Weg zum Herrn, 60 Jahre eine lange Reise und auch 60 Jahr‘ davon entfernt… Wir machen uns jeden Tag auf den Weg, Neues zu entdecken, Dinge zu bearbeiten und somit viele Erfahrungen zu sammeln. Vor 60 Jahren hatten viele Schalksmühler Katholiken, die zum großen Teil aus Schlesien hierhin fanden, den Wunsch nach einer katholischen Kirche vor Ort. Viele Jahre mussten sie sich behelfen und zu oft zu Fuß den Weg nach Rummenohl auf sich nehmen, um die heilige Messe feiern zu können. Bis zum Bau der katholischen Kirche an der Hälverstraße verging einige Zeit, denn es dauerte, bis alle Genehmigungen zum Neubau auf dem Tisch lagen. Vorher diente ein ehemaliges Kino, neben dem heutigen Feuerwehrhaus, als Gottesdienstraum. Wo heute die Gastwirtschaft »Zur Kuhle« untergebracht ist, wurde vor über 60 Jahren die Hl. Messe gefeiert. Da die katholische Gemeinde immer größer wurde und man auch nicht mehr den langen Weg nach Rummenohl zurücklegen wollte, haben die Gläubigen hier in Schalksmühle ihr Gotteshaus errichtet. Diejenigen, die körperlich vom Krieg nicht versehrt waren, griffen zu Schaufeln und Spaten und schachteten die Fundamente aus. Im September 1956 war es dann endlich soweit und die Kirche, dessen Patron der Heilige Thomas Morus wurde, konnte von Bischof Franz Hengsbach feierlich eingeweiht werden. Die Freude war groß, als am 14. September 1956 die Reliquien in den Altar eingemauert wurden. Das Gedenken an dieses Fest wurde seitdem über viele Jahre gefeiert. Zahlreiche Gemeindemitglieder und auch auswärtige Gäste fanden damals den Weg zur Kirche, um dort zwei Tage lang zu feiern und mit dem bunten Programm ein wenig dem Grau des Alltags zu entfliehen. Kirche war der »Lichtblick« in einem sonst sehr arbeitsreichen Alltag. Dort traf man sich an Sonn- und Feiertagen, um miteinander Gott zu danken, ihn zu loben und auch Sorgen an ihn heranzutragen. Kirche war damals bei vielen Christen ein zentraler Punkt in ihrem und für ihr Leben. Sie diente auch als Treffpunkt zum Austausch mit Freunden und Gleichgesinnten. Z.B. traf sich die Jugend nach den Gottesdiensten, um noch miteinander zu klönen, zu spielen und gemeinsam Pläne für Ausflüge etc. zu schmieden. So war Kirche nicht nur ein spiritueller, sondern auch ein gesellschaftlicher Ort. Doch im Laufe der Zeit wurde das Unterhaltungsangebot außerhalb von »Kirche« immer größer, zahlreiche andere Veranstaltungen luden ein, um sich zu treffen, sich auszutauschen und miteinander zu feiern. Nicht nur eine hohe Fluktuation an Priestern in St. Thomas Morus – vor allem in den letzten Jahren – trug dazu bei, dass sich die Menschen hier nicht mehr so verwurzelt und 8 netzwerk Baubeginn und Grundsteinlegung. ▼ Kirchweihe durch Bischof Hengsbach.

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Kirche vor Ort geistig beheimatet fühlen, wie noch in den 60er, 70er und 80er Jahren. Der sonntägliche Messbesuch geriet, nicht nur in St. Thomas Morus, immer mehr ins Abseits. Es ist nicht mehr selbstverständlich, wie noch für die ältere Generation, regelmäßig sonntags die Messe zu feiern. Vieles, was früher den Menschen von den Priestern in den Katechesen vermittelt wurde, gerät heute immer mehr aus dem Blick, wird vergessen, weil darüber nicht mehr gesprochen wird. Seit 2006 ist St. Thomas Morus keine eigenständige Pfarrei mehr und gehört nun zur Pfarrei Christus König Halver. Neben dem Pfarrer ist nur noch ein Pastor da, der hier zu 50% seinen Dienst tut. Dabei handelt es sich noch nicht einmal um den Dienst für St. Thomas Morus, sondern um den Dienst in der gesamten Pfarrei Christus König. Man sollte sich natürlich nicht nur auf die »Leitfigur Priester« fixieren, denn die Gläubigen sind sehr wohl in der Lage, etwas zu bewegen, trotzdem kommt dabei das, was vom katholischen Glauben weitergegeben werden soll, leider oft zu kurz. Wo stehen wir also in den nächsten zehn Jahren? Wie kann es gut für St. Thomas Morus weitergehen? Müssen andere Formen der Glaubensverkündigung gefunden werden, um die Menschen zu erreichen? Viele haben im Laufe der Zeit ihre Einstellung zu Kirche verändert. Darf Kirche sich auch verändern? Oder MUSS Kirche das nicht sogar? Wie kann in Zukunft die frohe Botschaft Jesu weitergegeben werden? In den kommenden Jahren wird sich sicher bei Kirche – auch hier vor Ort – etwas verändern. Ich hoffe nur, dass der Wunsch der »Gründungsväter«, hier in Schalksmühle den katholischen Glauben leben und feiern zu können, weiter- hin möglich bleibt. (Ulrike Biesenbach) Auf www.christus-koenig-halver.kirche-vor-ort.de/schalksmuehle.html finden Sie noch einiges Wissenswerte über St. Thomas Morus. Unsere Gruppen und Kreise freuen sich über Verstärkung. Bitte informieren Sie sich sonntags nach der Messe beim Café Tatort über Aktivitäten in der Gemeinde, machen Sie mit – Sie sind herzlich willkommen! 60. Kirchweihtag in St. Thomas Morus, Schalksmühle am Sonntag, dem 25. September, 9.30 Uhr Festmesse, mitgestaltet vom Kirchenchor Anschließend Feier, u. a. mit einem Vortrag von Pastoralassistent Bernd Fallbrügge über Thomas Morus. Weitere Informationen dazu in den Pfarrnachrichten. Wir bitten herzlich um Kuchenspenden. netzwerk 9

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Kirche in der Welt Kirche in der Sahara: Was Bischof Claude Rault erlebt »Kirche – das ist das, was ich von Jugend an kenne«, so werden viele sagen. Meine Vorstellungen von der Kirche knüpfen an meinen ganz persönlichen Erfahrungen an. Umso lohnender erscheint es mir, mich auch ganz anderen Erfahrungen von Kirche »auszusetzen«: Denn Kirche ist ja bekanntlich vielfältig. Eine solche Erfahrung konnte ich in den vergangenen Weihnachtsferien machen, als das Deutschlandtreffen meiner Priestergemeinschaft »Jesus Caritas« einen ganz besonderen Gast und Referenten hatte: Bischof Claude Rault aus der Sahara. Dort, in Algerien, haben viele Katholiken das Land verlassen. Nach der Eigenständigkeit des Landes, als später in den siebziger Jahren kirchliche Einrichtungen verstaatlicht wurden, fragten manche in der französisch geprägten Kirche: »Was sollen wir noch hier?« – und gingen nach Europa. Neben manchen anderen blieb Claude Rault. Er musste seine Arbeit als Lehrer aufgeben, war zeitweise arbeitslos, verdingte sich als Kunsthandwerker (kein besonders guter, meint er). So lernte er, als einfacher Priester unter Muslimen zu leben, oft unerkannt, bis er Generalvikar und schließlich Bischof wurde. Was macht ein katholischer Bischof in der Sahara? Nun, auch dort gibt es Christen. In der riesigen Diözese Laghouat in Algerien sind es rund 200 (!) Katholiken auf 2 Mio km². Bischof Claude sagt: Europäische Diözesen haben riesige Generalvikariate mit vielen Büros. Ich habe ein Auto und einen Laptop – das ist meine Verwaltung! Die meisten Katholiken seines Bistums gehören geistlichen Gemeinschaften oder Orden an, sie leben in kleinen Gemeinschaften an den weit entfernten Orten. Der Bischof versucht, sie alle jährlich für einige Zeit zu besuchen und mit ihnen zu leben. Was kann die Kirche dort tun? Es gibt keine Taufen, alles ist ganz schlicht. »Wir sind da«, sagt Bischof Claude: unsere Mission ist die Präsenz. »Betende Gemeinschaft im muslimischen Umfeld« nennt er das. Mit großer Ergriffenheit erzählt er von den Versuchen, mit den Muslimen des Landes geistlichen Austausch zu suchen. Wie es erst nur so ging, dass nach dem Austausch Christen und Muslime in verschiedene Räume gingen, um zu beten. Wie später das Gebet beieinander möglich wurde. Und das alles im Kloster Thibirine, das durch die Entführung und Tötung der Mönche 1996, im algerischen Bürgerkrieg, und durch den Film »Von Menschen und Göttern« bekannt geworden ist. Diese schreckliche Erfahrung hat Bischof Claude gerade nicht entmutigt. Er sagt: Hier heißt Christ sein einfach: es wie Jesus machen. Also mit den Menschen des Landes in Beziehung treten. Ohne Kathedrale oder Bischofsstab. Einfach den Menschen zeigen: Du interessierst mich. Eure Fragen und Probleme interessieren uns. So sind die einfachen Menschen der Kirche Algeriens mehr und mehr zur »Kirche in Algerien« geworden: Menschen, denen ihre muslimischen Nachbarn abnehmen, dass sie Leben und Schicksal miteinander teilen. Und Bischof Claude folgert: alles fängt mit der Liebe an. Ich muss »die anderen« nicht mit ihrem Glauben genau kennen, um sie dann schätzen zu lernen. Ich muss zuerst einüben, sie zu lieben, indem ich das Leben mit ihnen teile. Nur den Freund kann ich wirklich kennen. Für ihn die Konsequenz: die Kirche braucht nichts zu »machen«. Das Sein, das Dasein, das Leben hat immer Vorrang. Er erlebt es selber als Lehrling im Kunsthand- 10 netzwerk

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werk, mit dem die Arbeitskollegen unendliche Geduld haben – als christlicher Lehrer, dem ein muslimisches Mädchen verspricht, ihn aus der Hölle herauszuholen, die den Ungläubigen verheißen ist – oder als »angenommener Sohn« in einer muslimischen Familie, die ihren Sohn – seinen guten Freund – durch Krankheit verloren hat. Natürlich »macht« die Kirche dann doch das eine oder andere. Ordensschwestern stärken Frauen und ermöglichen ihnen Beschäftigung und Verdienst. Sie geben Nachhilfeunterricht. Sie engagieren sich für die Flüchtlinge – ja, Algerien ist voll von afrikanischen »Binnenflüchtlingen« – Menschen, die aus dem Süden kommen und auf dem geplanten Weg nach Europa erst einmal »hängen bleiben«. Migranten in algerischen Gefängnissen – weit weg von allen Verwandten – werden besucht. Was die Katholiken in der Sahara tun, ist eine moderne Form der Inkarnation, der Menschwerdung, erzählt Bischof Claude: Gott ist Mensch geworden – und so ist es unsere Aufgabe immer wieder, in der Wirklichkeit anzukommen und heimisch zu werden, in der die Menschen leben – mit ihrer Kultur, ihrer Religion, ihrer Not. Angst haben die Katholiken in der Diözese Laghouat nicht. Sie glauben fest an die Wirksamkeit ihres Daseins. Ich finde gerade diese mutige »Mission der Präsenz« beeindruckend, weil es bei uns oft scheint, als könnten nur Aktionen und Projekte des Tuns etwas bewirken. Könnte es sein, dass wir als Christen in Deutschland von der Ausrichtung auf das »Dasein« etwas lernen können? Könnte es sein, dass es auch bei uns weniger als es scheint, auf die äußerliche Präsenz ankommt – aber mehr als es scheint, auf die Wurzeln, auf die Tiefe unseres Lebens? Was die Tage mit Claude Rault mir deutlich gezeigt haben, ist dies: Kirche gibt es auch ganz anders. Und Kirche kann auch bei uns ganz anders lebendig sein, als sie sich jetzt darstellt. »Nach vorn schauen« muss nicht heißen: das alte mit Kraft nach vorn wuchten – sondern kann auch heißen: ungeahnte Möglichkeiten des Lebens entdecken. (Claus Optenhöfel) Claude Rault, geboren 1940 in Frankreich, gehört dem Orden der Weißen Väter an, deren Aufgabe die Mission in Afrika ist. Seit 1972 lebt er in Algerien, seit 2004 ist er Bischof der Diözese Laghouat. Buchempfehlung: Claude Rault: Die Wüste ist meine Kathedrale. St. Ottilien, 2011 Kirche vor Ort KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg + + KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg ++ KiTa St. Georg + Kann die KiTa St. Georg als katholische KiTa bestehen bleiben? Eltern und Pfarrei versuchen eine Finanzierung zu stemmen – zumindest für zwei weitere Jahre: 2018 bis 2020. Pro Kind und Monat fehlen ca. 125 €. Wer hilft mit? Eltern haben sich zum Förderverein zusammengetan, der jetzt »in Gründung« ist; den Vorsitz übernimmt Herr Denis Wirt. Frau Meike Schmidt vom Landeselternbeirat der KiTas berät und unterstützt. Mit dem Elternbeirat der KiTa und Kirchenvorstandsmitgliedern bilden sie die »Task force St. Georg«. Eine »Elterninitiative« als eigener Träger der KiTa wurde verworfen. Bekommen wir die Mittel zusammen? Der Kirchenvorstand kann einen Anteil aus Mitteln der Pfarrei geben. Die Eltern versuchen, durch Patenschaften, eigene Anteile und großzügige Unterstützer Mittel zu gewinnen. Der Fronleichnamstag in der Pfarrei brachte rund 900 €. Wird die Stadt Halver sich beteiligen? Gespräche werden möglich, wenn wir die eigenen Kapazitäten einschätzen können. Sind Sie bereit, jährlich eine feste Summe zu spenden? Können Sie sich vorstellen, eine (Teil-)Patenschaft für ein Kind zu übernehmen? Wenden Sie sich gern an Pfr. Optenhöfel. Herzlichen Dank für jede Hilfe! netzwerk 11

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Für Kinder Preisrätsel für Kinder von 6 bis 12 Jahren Die Kircheneule Eulen sind klug und wenn sie dann auch noch in einem Kirchturm leben, erfahren sie ganz besonders viel. Wenn auch ihr so klug wie eine Kircheneule seid, dann beantwortet doch diese vier Fragen und tragt die markierten Buchstaben an den angegebenen Stellen in das Lösungswort ein. Den Abschnitt mit dem Lösungswort, eurer Adresse und Telefon-Nummer sowie eurem Alter könnt ihr bis zum 4. September 2016 (letzter Abgabetermin) in den Sakristeien abgeben. Pro Kind darf nur ein Originalabschnitt abgegeben werden. Es entscheidet das Los. Der 1. Preis ist ein Gutschein über 10 E. Damit könnt ihr euch in eurer Gemeindebücherei etwas aus dem Borromäus-Buchspiegel aussuchen. Der 2. und 3. Preis ist jeweils ein schöner blauer Glasfisch*. – Viel Spaß beim Rätseln! 1. Durch die Gemeinde Breckerfeld, die zu unserer Pfarrei gehört, führt ein berühmter Pilgerweg, der sich durch ganz Europa erstreckt und in Spanien endet. Welchem Apostel sind der Pilgerweg und die Kirche in Breckerfeld geweiht? 3. Auf Seite 14 in dieser »Netzwerk«-Ausgabe ist eine Ikone abgebildet. Solche Ikonen sind in den Ostkirchen, also beispielsweise in Russland oder Griechenland weit verbreitet. Wen zeigt die dort abgebildete Ikone? 5 89 4 2. Gleich zweimal wird in dieser Ausgabe ein Kontinent erwähnt. Dort starb der Selige Charles de Foucauld und dort befindet sich auch eines der kleinsten Bistümer der Welt. Welcher Kontinent ist gemeint? 76 4. Die Stadt Venedig hat ein ganz besonderes Wappentier, das sie dem Evangelisten Markus verdankt. Wenn ihr wissen wollt, um welches Tier es sich handelt, dann müsst ihr nur die Punkte der Reihe nach miteinander verbinden: * Wir danken für die frdl. Unterstützung von Claudia Friedrich, KÖB Halver. " Lösungswort: 12345 6 7 8 9 10 Name Anschrift Telefon 12 netzwerk Alter 3 2 1 10

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PEP – Weiter auf dem Weg Kirche vor Ort Sie erinnern sich: Der Pfarreientwicklungsprozess – wir in der Pfarrei Christus König überlegen, wer und wie wir als Kirche sind und sein wollen, um dies trotz weniger Hauptamtlicher, weniger Kirchenmitgliedern und anstehender Sparmaßnahmen leben zu können. Eine kurze Zusammenfassung was es mit diesem Prozess auf sich hat, finden Sie in einem kleinen Video des Bistums Essen unter: https://youtu.be/NQOjIvvrS9k oder hier: »Kennt Ihr die?« Die ca. 90%, die mit unserer Pfarrei nichts zu tun haben, kennen wir leider noch nicht. Daher nehmen wir – die Koordinierungsgruppe – Kontakt zu Menschen mit Erfahrung in der Werbung auf. Wie kommt man in Kontakt mit Menschen, die keinen Kontakt zu uns haben? Wie organisiert und gestaltet man Umfragen? Und was sind überhaupt Fragen, die uns weiter helfen können? Warum brauchen Menschen Kirche? – Wir möchten es wissen! Die Gespräche laufen und ich bin gespannt, was es beim nächsten Mal zu berichten gibt. Vielleicht wurden Sie bis dahin ja bereits gefragt und haben von unserer Aktion gehört. Sehen – Urteilen – Handeln In diesen Schritten wollen wir vorgehen und – wie im letzten Netzwerk angekündigt – genau hinschauen und die Pfarrei kennenlernen. »Kennt Ihr die?« Außerdem haben wir einen Blick auf die Zahlen der Pfarrei geworfen. Vertreter des Bistums haben uns besucht und die Zahlen für unsere Pfarrei vorgestellt. Ein umfassendes Datenmaterial steht uns zur Verfügung. Was diese Zahlen jedoch für uns bedeuten, wird sich im Zusammenhang mit der Entwicklung unseres pastoralen Konzeptes – also der Idee, wie wir Kirche sein wollen – zeigen. Auch hier: Genaueres in den nächsten Ausgaben des Netzwerks. »Kennt Ihr die?« Die Gemeinderäte haben sich in ihren Gemeinden umgeschaut und zahlreiche Gruppen und Aktionen benannt, ökumenische Zusammenarbeit und mögliche Kooperationen beschrieben und in die »Landkarte« unserer Pfarrei zahlreiche Institutionen – von der Flüchtlingshilfe über die KiTa und die Tafel bis zur Schule – eingetragen. Das sind wir und in diesem Umfeld leben wir – und das ist ganz schön bunt und vielfältig und keine Gemeinde ist wie die andere. Wie Sie sich vorstellen können: es bleibt spannend! Wir halten Sie auf dem Laufenden. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Claus Optenhöfel: Tel. 0 23 53 - 37 30 oder claus.optenhoefel@christus-koenig.de Barbara Vormann: Tel. 0 23 53 -27 66 oder barbara@vormann-halver.de oder: pfarreientwicklung@christus-koenig.de »Kennt Ihr die?« Die offiziellen Akteure in der Pfarrei und den Gemeinden sind gesammelt und bekannt. Auch zahlreiche Querdenker und mögliche Unterstützer wurden genannt, die uns mit ihren Gedanken und Ideen in der Entwicklung einer Vision von Kirche (und evtl. in der Umsetzung) Hilfe sein können. Falls Sie sich gerne in den Prozess einbringen wollen, aber noch nicht angesprochen wurden, wenden Sie sich an Pfarrer Optenhöfel oder Barbara Vormann. Auf Landkarten der einzelnen Gemeinden wurden Gebäude, Gruppen und Aktivitäten eingetragen, um einen Überblick zu bekommen. netzwerk 13

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Aus der orthodoxen Kirche Die Elemente einer Christusikone Ikonen sind nach orthodoxer Vorstellung direkte Abbilder des Himmels. Sie sind daher unveränderbar und müssen genau kopiert werden. Bisweilen finden sich aber doch kleine Abweichungen, wie hier z.B. der Bibeltext auf griechisch und englisch. Das Kreuz im Heiligenschein steht nur Christus zu. Es enthält drei Buchstaben: Ein kurz gesprochenes »O« (das O-mikron), dem bei der Aussprache ein »H« vorangestellt wird, ein lang gesprochenes »O« (das O-mega) und ein »Ny«. Zusammen ergeben sie den Ausdruck »HO ON«, was soviel bedeutet, wie »Der Seiende«. Dies ist ein Hinweis auf die Göttlichkeit Jesu: Gott ist der Seiende schlechthin, von dem alles Sein seinen Ausgang nimmt. Im Gleichnis vom brennenden Dornbusch (gr. Version) bezeichnet sich Gott selbst als »der Seiende«(Ex. 3,14). Das vermeintliche »I« entspricht dem Anfang des Wortes »Iesus«, die restlichen Buchstaben werden mit dem »C« abgekürzt. Das vermeintliche »X« entspricht einem griechischen »Chi« und steht somit für den Anfang des Wortes »Christos«, die restlichen Buchstaben werden mit dem »C« abgekürzt. Der goldene Hintergrund symbolisiert den Himmel. Die spezielle Stellung der Finger soll die griechischen Buchstaben »Chi« und »Rho« symbolisieren. Es handelt sich dabei um eine Segensgeste, die nochmals auf die ersten Buchstaben von »Christos« hinweist. Das aufgeschlagene Buch ist die Bibel. Zu lesen ist der Text aus Joh 14,6: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.« 14 netzwerk

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Katholische öffentliche Bücherei Halver Öffnungszeiten: Sonntag nach der Hl. Messe, Dienstag und Freitag 15 – 17 Uhr Breckerfeld Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.30 Uhr, Mittwoch 15 – 16 Uhr, Freitag 16 – 17 Uhr Schalksmühle Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 15.30 – 18.00 Uhr Dahl Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.15 Uhr, Montag 17.30 – 18.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag 16 – 18 Uhr Die Dahler Bücherei ist während der Schulferien (11. Juli – 23. August) nur sonntags geöffnet. Hörbuch für die Reise: Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid. Gelesen von Heikko Deutschmann Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: Nämlich Oma. Ein kleines Mädchen, ein großes Abenteuer und die Macht der Fantasie! Nach dem Mega-Erfolg »Ein Mann namens Ove« hat Fredrik Backman erneut einen Bestseller gelandet. Mit der poetischen und bewegenden Geschichte von Elsa und ihrer Oma trifft der sympathische Bestseller-Autor aus Schweden wieder mitten ins Herz – und auf die Lachmuskeln.. Die Büchereien empfehlen für die Sommerzeit: Wanderbuch Deutschland 350 Touren zwischen Zugspitze und Rügen Tages- und Halbtagesrouten für jeden Geschmack mit Übersichts- und Wegverlaufskarten. Roman einer Reise: Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda Eine überraschende Landpartie. Ein glücklicher, zärtlicher, geräuschvoller Tag in Gesellschaft von Brüdern und Schwestern, die ihrer Kindheit Adieu sagen. Kleine Fluchten – ein Ausflug ins Glück, an einem lavendelblauen Sommertag zu lesen. Familienfilm: Heidi. 135 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung erhält der Kinderbuchklassiker von Johanna Spyri eine Neuverfilmung, die sich ganz eng an die Vorlage hält und den zeitlosen Reiz perfekt einfängt. Mit Bruno Ganz in der Rolle des Großvaters gelang dem Film ein Besetzungscoup. Getragen wird das Abenteuer eines einfachen Mädchens, das sich niemals entmutigen lässt, jedoch von der Entdeckung Anuk Steffen, die in der Titelrolle einfach hinreißend ist. Käpt‘n-Blaubär. Das Karten-Spiel (Kinderspiel) Drei wundervolle Kartenspiele in einer Box: Das unglaubliche ›Seemannsgarn-Mau-Mau‹, das legendäre ›Klabautermann-Skat‹ und der geheimnisvolle ›Schwarze Pirat‹. Je nach Laune, Alter oder Spielerzahl kann gewählt werden, welcher Spiele-Spaß es sein soll. Beim ›Seemannsgarn-Mau-Mau‹ gilt es, möglichst alle Seeleute passend zuordnen – da darf gelogen werden, bis sich die Balken biegen oder bis es jemand merkt. Fans von Doppelkopf, Ramsch und Herzblättchen finden diese Elemente im ›Klabautermann-Skat‹ wieder. Und der ›Schwarze Pirat‹ schließlich ist für die Kleinen gedacht, da wird der Schwarze Peter vom blauen Klabautermann gespielt. Kinderbuch für Liebhaber der Elsper Karl-May-Festspiele: Winnetou. Seinen Namen kennt im Wilden Westen jeder: Winnetou, der Häuptling der Apatschen, ist berühmt für seinen Mut. Old Shatterhand will mit ihm Freundschaft schließen. Winnetou aber misstraut den Bleichgesichtern – bis Old Shatterhand ihm das Leben rettet. Der Klassiker von Karl May in einer altersgerechten Nacherzählung von Christian Loeffelbein. »Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.« (Voltaire) netzwerk 15

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