AWO Pfeilchen 25+X Jubiläumsausgabe

 

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AWO Pfeilchen 25+X Jubiläumsausgabe

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PFEILCHEN 25 + X JKSuprebrieisleäv-ueWrmbuadhneledr eAB.W eVr.Olin Das Magazin der AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V.  Sonderausgabe 2016 AUS DEM INHALT: Grußworte von R. Schwind und M. Müller S. 2 – 3 Grußworte von S. Klebba, W. Stadler, M. Herrmann, S. Komoß, U. Kumpf S. 4 – 5 Unsere Kitas – viel erreicht und noch viel vor S. 6 – 7 „Unser Café“ stellt sich vor S. 8 – 9 Grußwort von Dr. P. Beckers S. 9 44 Jahre AWO in der Adalbertstraße 23a S. 10 – 13 Die Nische S. 14 –15 Grußwort von J. Witt S. 16 Villa Pelikan S. 17 –18 Grußwort von K. Mildner-Spindler S. 19 Das Kiez-Café der AWO S. 20 –21 Was mache ich mit meinen Schulden? S. 22 –23 Kom•zen S. 24 –27 Grußwort von F. Petratschek S. 27 Das Roma-Projekt S. 28 –29 Seit 25 Jahren –  Daheim bei der AWO in Marzahn und Hellersdorf S. 30 –32 Grußwort von D. Pohle S. 32 Die AWO Tagespflege „Am Park“ stellt sich vor S. 33 Das Bayouma-Haus S. 34 –44 Das Frauenprojekt „Mariposa“ S. 44 –45 Die AWO-Abteilung Friedrichshain S. 46–49 Das LesBiSchwule Parkfest FErinieFderiscthfsühraailnle –!  S. 50 –51 Grußwort von Dr. W. Drahs und A. Wächter S. 52 Freizeithaus Balzerplatz –  Das sind wir S. 52 –53 ASP? Wat soll’n das sein? S. 54 –55 Die AWO City gGmbH – Leben ohne [B] Hindernisse  S. 56 –57 Miteinander in Vielfalt – Hedwig-WachenheimGesellschaft e. V. S. 58 Grußwort von C. Schulte S. 59 Wir helfen mit! –  Die Flüchtlingsarbeit der cs care&shelter gGmbH S. 59 –60 Alle unsere Einrichtungen auf einen Blick S. 61 –62 Impressum S. 63 Unsere Geschäftsstelle – Eine für alle! S. 64

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Wohlfahrtsarbeit, fürsorgerische Tätigkeit sind für uns nur in freier Luft und in einem demokratischen Gemeinwesen möglich. Wir sind nicht anpassungsfähig. … Unser Optimismus soll kein Zweckoptimismus sein, Er gehört zu uns wie unsere demokratischen und sozialistischen Überzeugungen.” Ida Wolff Ehemalige AWO Landesvorsitzende zur Auflösung der AWO in Ost-Berlin Liebe Freundinnen und Freunde der AWO, 25 Plus X ist das Motto dieser Sonderausgabe des Pfeilchens. Plus X steht dabei für 90, 46, 19. Denn 1990, vor etwas über 25 Jahren, gründete sich die AWO in den Ost-Berliner Bezirken zum dritten Male wieder. 1919 gründete sich die AWO zum ersten Mal, um dazu beizutragen, aus den Ruinen des Kaiserreiches ein demokratisches Sozialsystem zu entwickeln und dabei den Gedanken der Solidarität mit einer nichtdiskriminierenden Sozialen Arbeit zu verbinden. Zum zweiten Mal formierte sich die AWO 1946, um nach dem Verbot des Verbandes während der nationalsozialistischen Diktatur wieder daran mitzuwirken, aus dem Nachkriegselend ein demokratisches Gemeinwesen mit aufzubauen. Nachdem sich die AWO nach dem Mauerbau 1961 in den Ost-Berliner Bezirken aufgelöst hatte, ging es 1990 wieder darum, von Neuem anzufangen und uns unseren Platz in der sich rasant entwickelnden Trägerlandschaft zu erstreiten. Dieser Wiedergründung vor gut einem Vierteljahrhundert wollen wir an dieser Stelle ganz besonders gedenken. War es doch das Wirken vieler Ehren- und Hauptamtlicher der ersten Stunde, die der Entwicklung unseres Verbandes aus dem Nichts beziehungsweise nur aus seiner Tradition als wertgebundener Mitgliederverband heraus, in Friedrichshain, Hellersdorf und Marzahn die entscheidenden Impulse gegeben haben. Dafür gebührt insbesondere unser Dank den Gründer/ -innen und Entwickler/ -innen von damals, wie unserem Ehrenvorsitzenden Hans-Wolfgang Funke, Karin Sarantis-Aridas, unserem Unsere Geschichte in Bildern Geschäftsführer Holger Langkau und unserem Hellersdorfer AWO-Freund Horst Spitzer. Heute sind wir in Marzahn-Hellersdorf und FriedrichshainKreuzberg ein breit aufgestellter Wohlfahrtsverband mit ca. 500 Mitgliedern und mehr als 250 Beschäftigten, der eine Vielzahl von sozialen Dienstleistungen erbringt und die verschiedensten Angebote für Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senioren bereit hält. Viele unserer Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in diesen Einrichtungen und Projekten oder streiten in politischen Gremien für ein sozialeres Miteinander, gegen Diskriminierung und für eine inklusive Gesellschaft. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre dieser Jubiläumsausgabe und verbleibe mit herzlichen Grüßen. Euer Robert Schwind Kreisvorsitzender 2

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Grußwort LiniedbieesFerneufTüanr gddideeiennSsnoRgneedinbgeiretuarueensnsdgdaeebFntewrBedüauersrgnAeGdrWmreOoeid-ßsZteeeerirstssAczvhourrnbifftBeezeiiutrelmeinrrn,2wM5: -DiojcähhhearlreifglAaeMnhWüJrllutOe,br,ilKäuremisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. kann sich über sein 25-jährigLieebse JFurebunildäinunmen ufnrdeuFreeunn.deWdierr Afrrbeeuiteernwohulfnahsrt,mit ihm! Herzlichen Glückwünsch zu dieser besonderen Jahresfeier! EiignednietsliecnhTwagaernengibdt ieesFeetiwearslicGhrkoßeeisteznu sfcehieornn: Dfüerr dAWasOleKtrzeitseveJrbaahndr Berlin geSpprleaen-Wt.uhAlebee.rV.dkiaennFsüicrhsoübrgeresefiün r25T-jaähursigeens dJuebilävuomnfreFulüenc.hWtlirinfrgeueenn,uns mit diiehmb! eHieruznlicsheSncGhlüuctkzwüvnosrchKzruiedgiesuernbdesToendrerorernsJuahcrhestfeeiner,! war der AWO wichtiger. Also verschob sie kurzerhand die Jubiläumsfeier auEfigdenatslicnh äwcahresntedieJaFheire,rluicmhkesiteonmscihtogn afünr zdeasr KletrzateftJadher ngegpleanfltü. AcbhetredtieenFürsorge MfeürnTsacuhseenndehveolnfeFnlüczhutlinkgöenn,ndeienb.eIicuhnsfiSncdhuetz, dvoarsKzrieegigutndseTherrrogr usutc,hwtean,swar der diAeWAOWwOichatiglserW. Aolsho lvfearshcrhtosbosriegkaunrziesrahtainodndieauJusbzileäuicmhsfneeietr.aFufüdrassineäcshtsetehJtahr, um desor Mmitegnasnzcehr KimraftVdoenrdgeefrlügcrhutentedn.Menschen helfen zu können. Ich finde, das zeigt sehr Degurt,AwWasOdieKrAeWisOvealrsbWaonhdlfaBhretsrolrignanSispartieone-aWuszuehiclheneet.. FVü.rbslieicsktethat udefreMinensch im erVeoirgdnerigsrruendic. hes Vierteljahrhundert zurück, geprägt von Fusionen, Umstrukturierungen und wachsenden Aufgaben. Trotz deDrerweAWchOseKlvreoislvleernbanGdesBcehrliinchStperebe-lWieubhlediee. AVW. Oblidckat baeuif imeinmeererigihni-sreiches reVnieGrterlujahnrdhupnrdienrtzzipuriüecnk, tgreepurä:gDt veomn FEusniognaegn,eUmmestnrutktfuürierrudnigeenMuintdmweanch-senden scAhuefgna,bedne. mTroEtzindterer tweenchfsüelrvoSlloenlidGaersicthäicthutenbdlieGb edrieechAWtiOgkedaitbesioiwmmieer ihren dIcehuGmnruddnGaKdneparrkmeincezhpiptaifigelkglneeeitntregsuohe:wnaDieueRdmpeatmEs-nsKugisaanmmgdepmufegeshenugtrefneünrndRdaiDaemsiMssitsikltmmirciuehmsnsuAicnnhkdieetDnir,visudekenrnimmgisE.noiinewtrrueniteegn. afüllreSnolidarität uMnImictthiget drlSisaepntedükneetdzeraennllendnu,ienhfadüAurrpbdte-ieihtunnrddeeernnehA, rWEdeniiOneamsumatnlittciezhtrsSAftüükpttzrieveennen,dinsfeüoernwiihesdroeainellliedEnAainrMrsbiiatsegtczliiethfdüederreneGrinueAensdWsedolOelli-dnaernis,cdhiee scGheasfetll.sEchsasfti.nEds sOinrdgOarngaisnaistaitoionneennwwie ideiedAiWeOA,WdieOB, edrliien zBueerilnienr zSutadet imnaecrhen, die StsaicdhtdmurcahcHhielfsnb,erdeiitsechsaifct,hTodleurarnczhuHndilWfseblteofrfeenihtsecit haausfzte, icThonleet.raUnndz duans dist heute Wweiletdoefrfewinchhtiegeitr adeunsnzejei.cIhn ndieets.eUm nSdinndeawsüinsstchheeuichtedewmieKdreeisrvwerbicanhdtiaguechr für die dennäcnhsjteen. I2n5 dJaiherseevmiel ESrifnolgnuenwd aüllenssGchutee! ich dem Kreisverband auch für die nächsten 25 Jahre viel Erfolg und alles Gute! MMicichhaaeellMMülülelrler ReRgegieierreennddereBrüBrgüerrmgeeisrtmerevoisntBeerrlvinon Berlin 3

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Sehr geehrte Damen und Herren, Kinder und Jugendliche sind der Schlüssel für die Zukunft unserer Stadt. Die Arbeiterwohlfahrt – und der Kreisverband Berlin Spree-Wuhle – nehmen sich den daraus erwachsenden Aufgaben entschlossen an. Gerade die Kinder- und Jugendarbeit bietet jungen Menschen Räume für die Entwicklung eigener Identität, für Selbstorgani- sation, für die Entwicklung sozialer Verantwortung und für lebensweltbezogene Beteiligung. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des AWO-Kreisverbands Spree-Wuhle sehr, dass sie sich in der Jugendfreizeiteinrichtungen „Villa Pelikan“ und „Nische“ in Hellersdorf, „Balzerplatz“ in Biesdorf-Süd und auf dem „Abenteuerspielplatz Forckenbeckplatz“ in Friedrichshain engagieren. Kinder und Jugendliche zur fördern, bedeutet, auch Eltern und Familien einzubeziehen. Hier unterstützt und nutzt der AWO-Kreisverband Spree-Wuhle über sein Kreuzberger Begegnungshaus die Programme HIPPY, Rucksack und Opstapje, um Kinder gemeinsam mit ihren Eltern zu fördern. Ein solches ganzheitliches Bildungskonzept liegt ebenso der Elternbildung für Roma-Familien in Marzahn zugrunde. Ich freue mich sehr, mit dem AWO Spree-Wuhle Kreisverband einen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien engagierten Träger als Partner zu haben. Das ist gerade mit Blick auf die vielen neu zu uns gekommenen, vor Krieg, Verfolgung und Elend geflohenen jungen Menschen und Familien besonders wichtig. Deshalb bestärke ich Sie ausdrücklich in Ihrem Einsatz für Menschen- und Kinderrechte, für demokratische Werte sowie für die Gleichberechtigung aller hier lebenden Menschen, wie Sie es nicht zuletzt mit dem Lesbischschwulen Parkfest im Volkspark Friedrichshain zeigen und wie es das AWO-Jugendwerk kontinuierlich praktiziert. Zu dem nun 26. Jahrestag der Wiedergründung der AWO Spree-Wuhle sende ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche und wünsche Ihnen noch viele weitere erfolgreiche Jahre des Engagements für junge Menschen und ihre Familien. Sigrid Klebba Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Staatssekretärin für Jugend und Familie Liebe Freundinnen und Freunde, euer 25-jähriges AWO-Jubiläum ist ein guter Grund stolz zu sein. 25 Jahre AWO bedeuten eine Menge Arbeit und Engagement. Dass heute hinter einem Kreisverband, der die Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und MarzahnHellersdorf vereint, Bezirke, die kaum unterschiedlicher sein könnten, 510 Mitglieder und 250 hauptamtlich Beschäftigte stecken, ist ein beachtenswerter Erfolg. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass ihr 1990 als reine Mitgliederorganisation wiedergegründet wurdet, ohne eigene Einrichtungen. Während die AWO im Westen Deutschlands schon sehr schnell nach Kriegsende ihre Tätigkeit wieder aufnehmen konnte, musste sie im Osten bis zum Mauerfall warten.  Die AWO musste hier bei Null anfangen. AWO Haupt- und Ehrenamtliche fuhren„rüber“ und leisteten gerne unterstützende Aufbauarbeit. Sie trafen sich mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, gründeten Ortsvereine und bauten so langsam verbandliche Strukturen auf. Dass ein Verband wie die AWO nicht in das autoritäre System der DDR passte, liegt schon in der Verbandsstruktur begründet. Die AWO ist ein Verband, der Demokratie lebt. Deshalb findet alle 4vier Jahre die Bundeskonferenz statt. Sie ist das  oberste Beschlussorgan der AWO. Dieses Jahr ist es wieder soweit – die rund 450 Delegierten kommen im November in Wolfsburg zusammen, um zukunftsweisende Entscheidungen für die Arbeit des Verbandes zu treffen. Das diesjährige Konferenzmotto „Solidarität für alle – Die AWO.“, widerspiegelt die derzeit wohl größte gesellschaftliche und politische Herausforderung unseres Landes – niemanden  zurückzulassen. Das Motto zeigt, dass sich die AWO dieser Herausforderung stellt. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass Solidarität eines der wichtigsten Werte der AWO ist und die Werte der AWO die Klammer zwischen unserer fast 100-jährigen Geschichte und unserer Zukunft sind. In diesem Sinne wünsche ich euch im Namen des AWO Bundesverbandes alles Gute für die nächsten 25 Jahre. Wolfgang Stadler Vorsitzender des Vorstandes der Arbeiterwohlfahrt

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Liebe AWO-Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren, das Jubiläum des AWO-Kreisverbandes Berlin Spree-Wuhle e. V. nehme ich zum Anlass, um DANKE zu sagen. Danke, für die Abertausenden Stunden, die hauptund ehrenamtliche Mitarbeiter*innen investieren, um anderen zu helfen. Sei es in der Schuldnerberatung, in der Pflege, als Erzieher*in in einer der AWO-Kitas in Friedrichshain-Kreuzberg – ihr seid seit 25 Jahren (und oft auch schon länger) ein nicht wegzudenkender Bestandteil des täglichen Lebens, des täglichen ZUSAMMENlebens. Ein besonderer Dank gebührt all jenen, die in den vergangenen Monaten dort eingesprungen sind, wo die Politik versagt hat, wo der Senat lange ignorant weggeschaut hat. Ohne die – vor allem ehrenamtlichen, freiwilligen – Helfer*innen hätte Berlin die Zehntausenden Geflüchteten weder gut versorgen, noch unterbringen können. Jetzt geht es darum, diese neu Angekommenen zu integrieren, ihnen in einen Alltag in Berlin zu„helfen“. Dafür wird, da bin ich mir ganz sicher, auch die AWO einen maßgeblichen Beitrag leisten. DANKE! Eure Monika Herrmann Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg Berlin 25 Jahre erfolgreiche Arbeit in Berlin und im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, für den ich hier stellvertretend dem Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. gratulieren möchte, sind ein wirklich erfreulicher Anlass zu feiern. Ob als Träger von Kindertagesstätten, Stadteilzentren, Projekten, verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, beratend oder unterstützend hat sich die AWO im Bezirk um die Menschen und das Miteinander vielfach verdient gemacht. Auch die Villa Pelikan, in der wir das Jubiläum feiern, hat sich in den Händen der AWO nicht nur ihren guten Ruf erhalten, sie hat in den gut zwei Jahren, vor denen sie vom Bezirk an den Verein übergeben wurde, weiter an Beleibtheit zugelegt und setzt ihre lange Tradition als ein Angebot an die Kinder und Jugendlichen des Bezirks nahtlos fort. Für diese Arbeit und die Verbundenheit mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf gebührt dem Kreisverband Spree- Wuhle e. V. der AWO unsere Dank! Ich wünsche der AWO Spree-Wuhle auch für die kommenden Jahre und Herausforderungen weiterhin alles Gute, eine erfolgreiche Arbeit und viele Ideen! Ihr Bezirksbürgermeister Stefan Komoß Marzahn-Hellersdorf Berlin Liebe Leserinnen und Leser, Berlin wird bunter und vielfältiger. In diesen spannenden Zeiten, in denen wir sehr zukunftsorientiert arbeiten, tut es gut, auch einmal zurück zu schauen. Denn Zukunft braucht Herkunft. Vor über 25 Jahren konnte sich die Arbeiterwohlfahrt auch im Ostteil unserer Stadt wieder begründen und wächst seit dem stetig. Sie wächst und bringt zusammen, was zusammengehört – die Menschen dieser Stadt. Uns verbinden unsere Grundsätze: Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz, Solidarität und Demokratie. Nicht erst seit der Neugründung – seit unseren Anfängen vor fast hundert Jahren. Diese Werte prägen nicht nur uns, sondern sind auch die Basis unserer täglichen Arbeit in unseren Einrichtungen. Die kollektive Erfahrung unserer Geschichte, die Schrecken des Nazi-Regimes, erinnert uns und mahnt uns wachsam zu bleiben. Wir wollen auch in Zukunft das Zusammenleben in unserer Stadt aktiv mitgestalten. Auf unserer AWO Landkarte sind heute keine Grenzen mehr erkennbar. Wir arbeiten jeden Tag dran, auch die Grenzen in den Köpfen der Menschen zu überwinden. Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz, Solidarität und Demokratie kommen nicht von selbst, sondern müssen gelebt und gestaltet werden, jeden Tag aufs Neue, dafür stehen wir gemeinsam ein! In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Durchstöbern der Lektüre. Herzliche Grüße Ute Kumpf Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt 5

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Viel erreicht und noch viel vor –  Unsere AWO-Kindertagesstätten Unser AWO-Kreisverband ist derzeit Träger von acht Kindertagesstätten. Von diesen befinden sich sechs Einrichtungen in Friedrichshain-Kreuzberg, zwei weitere in Marzahn-Hellersdorf. Mit den Kindertagesstätten „Tausendfüßchen“ in der Liebigstraße, „Weidenkätzchen“ und „Wichtelbühne“ im Weidenweg sowie den Kitas Sonnenschein I und II in der Kreuzberger Wartenburg- bzw. Solmsstraße konnten fünf Einrichtungen in den Jahren 2005 und 2006 vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg übernommen werden. Im Laufe der Jahre kamen drei weitere Kitas hinzu. 2008 eröffnete nach der Komplettsanierung, einer Jahre zuvor aufgegebenen Kita, die Kita „Leonardo“ in der Kleinen Markusstraße am Ostbahnhof. Ein Neubau auf dem Grundstück dieser Kita zur Erweiterung der Platzzahlen eröffnete 2011. Unsere erste Kita im Bezirk Mar- zahn-Hellersdorf war die Kita „Galileo“ im Naumburger Ring, in der 2013 die ersten Kinder aufgenommen wurden. Der jüngste und zugleich kleinste Standort befindet sich in der Marzahner Wuhletalstraße, in der ein früherer Jugendtreff nach Umbau und Sanierung im Jahr 2014 als Kita „Wuhlehopser“ eröffnete. Aufgrund der steigenden Kinderzahlen und des schlechten baulichen Zustandes der meisten übernommenen älteren Kitas arbeiten wir kontinuierlich daran, die Platzzahlen durch An-, Um- und Neubau zu erweitern. Insgesamt bieten wir derzeit 1049 Plätze an. Weitere Sanierungsarbeiten sind für eine Platzerweiterung und eine schönere Umgebung für unsere Kinder geplant. Und wir sind auf der Suche nach weiteren Standorten für den Kita-Neubau, um die Versorgungssituation in der wachsenden Stadt Berlin zu verbessern. 6

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Im Laufe der Jahre haben wir in vielen langen Sitzungen und guten Diskussionen ein Qualitätshandbuch für unsere Kindertagesstätten erstellt, welches für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich gilt und dessen Inhalte sich am Berliner Bildungsprogramm orientieren. Im Juli 2015 wurden alle Kitas von der externen Prüfgesellschaft „ZertSozial“ zum Stand der Umsetzung des Qualitätsmanagements überprüft. Diese Prüfung haben alle Einrichtungen sehr gut bestanden und wir werden weiterhin gemeinsam an Verbesserungen arbeiten. Viele weitere Dinge wurden in den Jahren, in denen wir als Träger von Kindertagesstätten arbeiten, angestoßen, hinterfragt und verändert. Im Mittelpunkt aller Überlegungen steht dabei immer das Wohl der uns anvertrauten Kinder. In der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern wollen wir weiterhin orientiert an den Bedürfnissen unserer Kinder diese bestmöglich fördern und unterstützen. B. Schmidt www.awo-spree-wuhle.de/kitas Ein großer Dank geht hier vor allem an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die kleinen, uns anvertrauten Menschen jeden Tag liebevoll auf ihrem Weg ins Leben begleiten, sie unterstützen, fördern und bei all den täglichen Schwierigkeiten, die der Erzieherberuf mit sich bringt, jeden Tag für die Kinder da sind. 7

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menschen Ruth Schröer Ruth trat am 8. Mai 1958 der AWO Kreuzberg bei. Sie hat seit Jahrzehnten viele AWO-Funktionen ausgefüllt und war seit ganz langer Zeit die AWO-Kreiskassiererin. Während der Gründungszeit des AWO Kreisverbandes Friedrichshain 1990 hat Ruth aktiv unterstützend mitgewirkt. Seit der Fusion mit Marzahn-Hellersdorf hat sie sich im Kreis zurückgezogen und war noch bis 2015 Abteilungskassiererin und Gesellschafterin der AWO City gGmbH. In der aktuellen Wahlperiode 2015-2019 ist Ruth im Vorstand der Abteilung Kreuzberg als Beisitzerin und Kreisdelegierte aktiv. Selbstverständlich ist Ruth auch weiterhin in der 5. Unterabteilung als Kassiererin tätig und gestaltet ehrenamtlich mit Evelyn unseren Abteilungstreffpunkt Café. Sei es Sport am Montag, Spielenachmittage oder Bingo, ohne Ruth könnte es nicht durchgeführt werden. Hauptamtlich leitete Ruth viele Jahre die Hauspflege der AWO Kreuzberg. Wir wünschen unserer Ruth noch viele gute Jahre und eine eiserne Gesundheit. „Unser Café“ stellt sich vor 8 Unser AWO-Café in der Kreuzberger Oranienstraße blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bis August 2000 war das Café eine Einrichtung des Bezirksamtes Kreuzberg als Seniorenfreizeitstätte. Danach wurde die Seniorenarbeit bis August 2003 im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg von der AWO Kreisverband Kreuzberg e. V. betrieben. Dies schloss auch die Seniorenfreizeitstätte in der Prinzenstr. 19 mit ein. Es wurden in dieser Zeit in beiden Einrichtungen bis zu 15 ABM-Mitarbeiter_innen beschäftigt. Seit 2003 bis heute wird die Einrichtung als Freizeitstätte und Mitgliedertreffpunkt „Unser Café“, Oranienstr. 69, durch die Arbeiterwohlfahrt Kreuzberg e. V. bzw. – nach der Fusion der AWO-Kreisverbände Friedrichshain und Kreuzberg zum Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg e. V. im Jahr 2007 – als Regionalbüro und Mitgliedertreffpunkt der AWO Abteilung Kreuzberg in Eigenregie durch den Abteilungsvorstand weitergeführt. Nach einer weiteren Fusion mit dem AWO-Kreisverband Marzahn-Hellersdorf e. V. führt der Kreisverband jetzt den Namen AWO Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e. V. Wir sind eine Begegnungsstätte für unsere Mitglieder, Seniorinnen und Senioren, deren Angehörige sowie für all diejenigen, die Lust haben, uns zu besuchen und ihre Zeit mit uns zu verbringen. Zu unseren Angeboten gehören u. a.: • Gemeinsame Tagesausflüge mit dem Bus zu erschwinglichen Preisen, • Kulturelle Veranstaltungen, • Sportliche Betätigung in Form von wöchentlicher Gymnastik,

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• Gesellige Nachmittage bei Kaffee und Kuchen, • Fachvorträge mit unterschiedlichen Ausrichtungen, • FRAUENFRÜHSTÜCK, das seit 2003 einmal im Monat stattfindet, • Spielenachmittage. Darüber hinaus hat unser Team immer ein offenes Ohr und wenn immer es uns möglich ist, leisten wir Hilfe und Unterstützung bei Problemen im Alltag. „Unser Café“ lädt aber auch abseits fester Veranstaltungstermine einfach mal zum Vorbeischauen ein. Wir laden Sie u. a. zu liebevoll selbstgebackenem Kuchen und warmen Kleinmahlzeiten ein. Unser besonderer Dank gilt insbesondere unseren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Evelyn Uffelmann und Ruth Schröer, die seit vielen Jahren mit ihrem persönlichen Engagement für das Café und unsere Gäste da sind. A. Dierks www.awo-spree-wuhle.de/ unser-cafe Der AWO-Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V. blickt auf den 25. Jah- restag der Wiedergründung zurück. Ich freue mich sehr, dass dieses Ereignis durch ein Jubiläumsfest gewürdigt wird. Denn mit dem Er- innern an die Wiedergründung sind untrennbar die weltpolitischen Umstände verbunden, die zur friedlichen Revolution geführt haben. Ein Ereignis, dessen schöne Folge ich am Moritzplatz erlebt habe. Die- se Nacht ist für mich die größte Kollektiverfahrung meines Lebens. Die nachfolgende Fusion der beiden Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg zum gemeinsamen Bezirk war für alle Beteiligten nicht ein- fach. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass die Bildung des AWO Kreisverbandes mit den Gebieten Marzahn-Hellersdorf und Fried- richshain-Kreuzberg sicher auch nicht ohne Geburtswehen gelang. Aber aus meiner Erfahrung mit dem Bezirk habe ich die Überzeugung gewonnen, dass eine Fusion aus Ost und West mit unterschiedlichen Erfahrungen und Biographien sehr bereichernd ist. Insofern hoffe ich, dass der Kreisverband meine Erfahrungen teilt. In der AWO engagieren sich neben den Hauptamtlichen besonders viele Menschen ehrenamtlich und freiwillig. Auf diese Bindungskraft kann die AWO stolz. Ich bin diesen Menschen und allen anderen, die helfen, diese Gesellschaft menschlicher zu gestalten, als Mitglied der AWO, aber auch als Bezirksstadtrat sehr dankbar. Denn dieses vielfältige Engagement ist sehr notwendig. Das bestä- tigen gerade wieder jüngste Ereignisse bei der Unterstützung der Flüchtlinge. Unsere eigene Geschichte – und da bin ich fast wieder am Beginn meines Beitrages – mahnt uns zu helfen. Wir brauchen die AWO. In diesem Sinne wünsche ich dem AWO Kreis- verband mindestens weitere 25 Jahre erfolgreiches soziales Engage- ment. Dr. Peter Beckers Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport 9

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A4d4aJilanbheKrrreteAsutWzrbOaeiSrnSged2e3ra Das AWO Begegnungszentrum setzt sich seit über 44 Jahren für die Belange von sozial benachteiligten Personen ein. Die lange Geschichte des Begegnungszentrums begann mit dem Einzug der Beratungsstelle„Türk Danış“ in das Schwesternwohnheim des ehemaligen Evangelischen Krankenhauses Bethanien in Berlin-Kreuzberg. Das dreistöckige Gebäude mitten im Kreuzberger Kiez mit vielen damals sogenannten „Gastarbeitern“ bot viel Platz für Beratung, Bildung und Freizeitangebote für Menschen aus den damaligen Anwerbeländern. Anfang der 1990er Jahre zeichnete sich immer deutlicher ab, dass diese Personen keine Gäste waren, die irgendwann Deutschland verlassen würden, sondern ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Gesellschaft sind, die ihren berechtigten Platz in der Gemeinschaft einnehmen. Die Einrichtung nahm den Paradigmenwechsel frühzeitig an und passte ihr Konzept an die historischen Begebenheiten an. 1994 nannte sie sich in „AWO Begegnungszentrum“ um und setzte mit einer neuen Angebotsstruktur ihre wichtige Integrationsarbeit fort. Seitdem ist Begegnung Programm und Inklusion,„Empowerment“ und Partizipation sind die wichtigsten Leitplanken für unsere Arbeit. 1. Arbeit mit älteren Migrant_innen Eine der wichtigsten konzeptionellen Änderungen damals war die Etablierung der Arbeitsbereiche um die Thematik älterer Menschen nichtdeutscher Herkunft. In den 1960er und 1970er Jahren waren viele Menschen nach Deutschland gekommen, um den Bedarf an Arbeitskräften abzudecken. Wir haben erkannt, dass diese Menschen in Deutschland zu Hause waren und nach dem Erwerbsleben nicht wieder auswandern würden. Als eine der ersten Stellen in Deutschland haben wir begonnen, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten. Unsere Zielsetzung richtete sich danach, den älteren Menschen zu helfen und für sie ein sinnvolles und befriedigendes Leben nach dem Erwerbsleben zu entwickeln. Denn was heutzutage im Sinne des erfolgreichen Alterns selbstverständlich ist, war damals für viele Menschen unbekannt. Ideen wie Gesundheitsförderung, wie wichtig es ist, Interessen außerhalb der Arbeit und der Familie zu pflegen sowie freiwilliges Engagement waren für ältere Migrant_innen – wie auch für viele deutsche Senioren – Neuland. Im Laufe der Jahre haben sich viele ethnische und kulturelle Gruppen bei uns etabliert und viele Menschen haben bei uns einen Ort für Freundschaft, Freizeitbeschäftigungen und Lernmöglichkeiten gefunden. Damals wurden bei der AWO drei Gruppen für Menschen aus der Türkei gegründet: 10in Spandau, Wedding und Kreuzberg. Heute gibt es allein im Begegnungszentrum Gruppen für Menschen aus

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Spanien, der Türkei, aus Polen sowie aus dem ehemaligen Jugoslawien. Alle Mitglieder kennen sich untereinander und nehmen gemeinsam an unterschiedlichen Aktivitäten im Begegnungszentrum teil. Darüber hinaus arbeiten wir vernetzt mit anderen Institutionen zusammen, wie mit dem Amt für Stadtteil- und Seniorenangebote Friedrichshain-Kreuzberg oder dem „Netzwerk Kulturelle Arbeit mit älteren Menschen“, um eine große Vielfalt an Freizeit- und Bildungsaktivitäten zu gewährleisten. Beispielsweise fanden im Jahr 2015 über 30 Einzelveranstaltungen, Informationsreihen und Kurse für ältere Menschen im Begegnungszentrum statt. Ob Vorträge über „Religion und Behinderungen“, „Bollywood und Zumba für Menschen mit und ohne Behinderung“ oder die Teilnahme an einer mehrwöchigen Erzählwerkstatt – die Möglichkeiten im Begegnungszentrum sind riesig. 2. Beratung Nach wie vor spielt die Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund eine zentrale Rolle in den Leistungen des Begegnungszentrums. Mit dem Bundesprogramm „Migrationsberatung für Erwachsene“ für Menschen, die neu nach Deutschland eingewandert sind, sowie mit dem Landesprogramm „Migrantensozialdienste“ für Personen, die länger in Deutschland leben, leisten die Berater_innen des AWO Landesverbandes Wichtiges für die Inklusion und Chancengleichheit von Menschen nichtdeutscher Herkunft in Berlin. Die Beratungsdienste sind kontinuierlich seit 1972 in der Adalbertstr. 23a tätig. Durch die große Anziehungskraft der Beratung finden sich nicht nur Menschen im Begegnungszentrum ein, die schon lange in Berlin ansässig sind, sondern neue Einwanderungsgruppen. So bleibt das Begegnungszentrum am Puls der Migrationsbewegungen nach Deutschland und wir können immer neue Zielgruppen mit unseren Angeboten erreichen. 3. HIPPY, Opstapje und Rucksack…mehr als einfach nur „Programme“?! 1998 hat sich das AWO Begegnungszentrum auf den Weg gemacht und das HIPPY-Programm nach Berlin geholt. Mit großer Unterstützung unserer damaligen Berliner „Ausländerbeauftragten“ Barbara John konnte die AWO über mehrere Jahre so genannte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durchführen, die es uns ermöglichten, das Programm umzusetzen. Dies ist nun mittlerweile 18 Jahre her und unser Arbeitsbereich hat sich in den vielen Jahren konzeptionell weiterentwickelt und um die Programme Rucksack Kita, Opstapje, HIPPY KIDS 3 und HIPPY Schule auch in seiner Angebotspalette verbreitert. Darüber könnten wir wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben. Hier und jetzt möchten wir auf die ersten Jahre zurückblicken und auf die Potenziale schauen, die in unseren Programme stecken! Zusammenarbeit mit Eltern auf Augenhöhe Im Vordergrund unserer Familienbildungsprogramme stehen die Eltern als erste und wichtigste Bildungswegbeglei- 11ter ihrer Kinder. Dass Eltern in diesem Kontext eine sehr zentrale Rolle zukommt und dass Erziehungs- und

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Bildungspartnerschaften zwischen Eltern und Bildungsinstitutionen zu entwickeln sind, um die Bildungschancen aller Kinder zu erhöhen, wird heute wohl niemand mehr bestreiten. Die Gestaltung dieser Zusammenarbeit gehört zu den Aufgaben von Pädagog_innen in Bildungseinrichtungen und wird als Aufgabenbereich in allen Bildungsprogrammen bundesweit beschrieben. Eltern tatsächlich als Expert_innen ihrer Kinder ernst- und wahrzunehmen ist eine pädagogische Haltung, die es zu entwickeln und permanent aufrecht zu erhalten gilt und stellt pädagogische Fachkräfte (und da schließen wir uns nicht aus) vor eine große Herausforderung. Eine wesentliche Unterstützung sind die Kolleginnen, die als so genannte Multiplikatorinnen (Elternbegleiterinnen beim Rucksack und Hausbesucherinnen bei HIPPY) den Kontakt zu Eltern herstellen, kontinuierlich aufrechterhalten und auch bei individuellen Fragen oder auch Problemen behilflich sind. Sie spiegeln sowohl den teilnehmenden Müttern aber auch uns beteiligten„Fachkräften“, wie viel Eltern tagtäglich leisten und wie absurd und wie abwertend in diesem Zusammenhang Zuschreibungen wie z. B.„bildungsfern“ sind. Mittlerweile arbeiten in Berlin in den unterschiedlichsten Zusammenhängen Multiplikatorinnen aus den jeweiligen Zielgruppen u. a. als Elternbegleiterinnen, Hausbesucherinnen, Stadtteilmütter und Integrationslotsen. Sie bilden eine wichtige Brücke zwischen den Familien und den Angeboten der so genannten Regelversorgung. Es liegen zahlreiche fachlich fundierte Konzepte vor, die u. a. Standards für die fachliche Begleitung, begleitende Qualifizierung und Berufliche (Neu-) Orientierung definieren. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser erfreulichen Entwicklung konnten wir in Berlin mit HIPPY leisten! Wie aus Programmteilnehmerinnen Kolleginnen und Netzwerkpartnerinnen werden „Am Anfang habe ich das HIPPY-Programm als eine Möglichkeit gesehen, als teilnehmende Mutter mein Kind gut zu unterstützen. Ich hätte nie gedacht, dass sich das Ganze mal so entwickeln würde. HIPPY war für mich eine echte Chance. Ich hatte mich so oft beworben und es hat nie geklappt. Das lag bestimmt auch an meinem Kopftuch… Bei der AWO konnte ich plötzlich als Hausbesucherin arbeiten. Ich habe gemerkt, wie viel ich anderen Müttern weitergeben kann und wo meine Stärken lie- 12gen. Als ich mich dazu entschloss, die berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin zu machen, wurde ich vom Team immer unterstützt. Vor allem in Zeiten, in denen ich dachte „ich schaffe das nicht“. Aber irgendwie haben immer alle an mich geglaubt und dafür bin ich heute immer noch sehr dankbar.“ Hacer Sarı „2006 fragte mich die Leiterin der Kita, die meine Kinder besuchten, ob ich mir vorstellen könnte, bei der AWO als Elternbegleiterin im Rucksack-Programm zu arbeiten. Familienbildung hat mich schon immer interessiert und ich sagte zu. Damals ging es mir vor allem darum, das Gelernte an meine Kinder weiterzugeben. Aber irgendwie wurde mir immer mehr bewusst, wie viel ich dabei auch für mich persönlich gelernt habe und wie wichtig dabei ich als Vorbild für meine Kinder bin. Die Ausbildung zur Erzieherin war ein gewaltiger Schritt. Letztendlich mussten wir die Ausbildung selber schaffen – aber ohne die Unterstützung und Motivation wäre es viel schwerer gewesen. Für mich war das sehr wichtig, eine Arbeit zu haben, die auch gut mit meiner Familie zu vereinbaren war. Da gab es unheimlich viel Verständnis und eine gute Atmosphäre“ Figen Koca „Obwohl wir noch nicht so lange Erzieherinnen sind, merken wir in unserem Alltag, dass wir von den Erfahrungen bei HIPPY und Rucksack enorm profitieren. Die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Gestaltung von Elternabenden gelingen uns gut. Wir können uns auf die Eltern einstellen, weil uns der dafür notwendige Perspektivwechsel gelingt und wir Erfahrungen mitbringen, die andere so nicht haben! Hacer Sarı und Figen Koca Frühe Bildung im Begegnungszentrum Im Jahr 2016 gibt es 11 Rucksack-Gruppen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Wir kooperieren mit 11 Kindertagesstätten und 10 Trägern der Jugendhilfe. HIPPY gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf und Mitte. Wir haben 6 Gruppen und ca. 85 Plätze. 6 Kolleginnen absolvierten berufsbegleitend die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Alle arbeiten zurzeit als Erzieherin in einer Berliner Kindertagesstätte. 4. Das Begegnungszentrum im Rahmen der Europäischen Union Das Begegnungszentrum versteht sich aber nicht nur als eine aktive Organisation auf der lokalen und nationalen Ebene, sondern auch als eine Einrichtung mit einem starken europäischen Bezug. Im Laufe der Jahre beteilig-

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te sich das Begegnungszentrum an vielen EU-Projekten und Aktionen. Einerseits ist uns wichtig, dass europäische Mittel auch für lokale Aktivitäten zur Verfügung stehen, so dass die Nutzer des Begegnungszentrums auch davon profitieren. Andererseits hat das Begegnungszentrum einen großen Erfahrungsschatz und verfügt über vielfältige Kompetenzen in Bezug auf Integration und Inklusion von benachteiligten Zielgruppen, die mit Menschen in anderen Ländern sinnvoll geteilt werden sollen. Beispielsweise ist die Gemeinschaftsinitiative EQUAL Teil des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Bekämpfung von Ausgrenzung und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, die über sechs Jahre die Aktivitäten des Qualifizierungsprojektes „Migrantinnen in die Arbeitswelt“ finanziert hatte. Das Projekt ermöglichte die Qualifizierung von jährlich mehr als 20 Frauen mit Migrationshintergrund für eine Tätigkeit im Bereich Pflege. Ein anderes Beispiel sind die vielfältigen europäischen Aktivitäten und Austausche des Begegnungszentrums durch das EU-Programm für Lebenslanges Lernen – „Grundtviq“. Von 2007 bis 2010 und von 2013 bis 2015 haben wir zwei Projekte in Kooperation mit acht weiteren europäischen Ländern durchgeführt, die durch Mentoring-Methoden Menschen unterstützten, wichtige Lebensveränderungen zu bewältigen (http://trameproject.net/). Auch der Europäische Sozialfonds hat Aktivitäten des Begegnungszentrums im Bereich der Beratung von jungen Familien mit Migrationshintergrund von 2009 – 2011 finanziert und ermöglicht, dass viele Familien muttersprachlich beraten und unterstützt wurden, sodass die Kinder einen guten Start in Kita und Schule bekommen konnten. Die jüngste europäische Zusammenarbeit fand im Rahmen eines Kooperationsprojektes statt, das durch den europäischen Integrationsfonds finanziert wurde. Die Zusammenarbeit hatte ermöglicht, dass neun junge europäische Länder aus Mittel- und Osteuropa von der langjährigen Erfahrung aus Deutschland, Schweden und Spanien in der Integration von Zuwanderern profitierten. Das Begegnungszentrum konnte seine umfangreichen Kenntnisse den Projektländern durch Konferenzen, Expertisen sowie Studienreisen zugute kommen lassen. http://www.filantropija.org/middle-and-eastern-europe-trained-on-political-participation-of-immigrants/ Eine Zivilgesellschaft für alle! Am Ende sollen alle unsere Aktivitäten dazu beitragen, dass Berlin zu einer Stadt wird, in der es nicht zum Nachteil gereicht, wenn man nicht in Deutschland geboren wurde. Unsere Beratung, unsere Bildungsaktivitäten und alle unsere Bemühungen um Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Partizipation sollen dazu beitragen, dass in Berlin eine Zivilgesellschaft für alle entsteht. B. Eberle www.awo-spree-wuhle.de/begegnungszentrum www.begegnungszentrum.org 13

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In einer Sackgasse, am Rand von Berlin, direkt vor Hönow und doch ein beliebter Anlaufpunkt für Kinder ab 10 Jahre und Jugendliche Für den Kreisverband AWO Berlin Spree-Wuhle e. V  . sind wir ein junges Projekt – fürdieRegionHellersdorf-Ost zählen wir zu den alten. Im Frühjahr 1993 erfolgte die Eröffnung einer kleinen Kinder– und Jugendfreizeiteinrichtung, eingestuft mit 45 Plätzen. Seit 2000 heißt diese„Die Nische“. Der größte Raum entstand durch einen Durchbruch, beträgt 48m² und heißt auch bei uns „Saal“. In diesem gab es sogar bis 2003 monatliche Diskoveranstaltungen. Seit 2014 gehören wir nun zur AWO Berlin Spree-Wuhle e.  V. 14 Zwei gleiche Gebäude geplant als Sportfunktionsgebäude, Bautyp Cottbus-Großplatte, werden sprichwörtlich über Nacht als Rohbau anderen Bereichen zugeteilt. Das vordere Sportfunktionsgebäude erhält das Jugendamt und das hintere das NGA als Gärtnerstützpunkt. Somit entsteht ein Hammergrundstück und leider kaum Außenfläche. +++ TISCHTENNIS+++SKATEBOARD FA H R EN + + + S P O R T H A L L ENN U TZ U N G + + + F U S S B A L L + + + S T R EE TB A L L + + + S L AC K L I NE + + + K L E TT E R N + + + K A J A K F A H R EN + + +FAMILIENSPORTFEST+++EISLAUFEN +++ EISHOCKEY+++UND …+++ Wir sind in BEWEGUNG und fördern die allseitige Entwicklung und Gesundheit junger Menschen: spontan

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mit niedrigschwelligen Gelegenheiten für Bewegung im Alltag, mit festen Angeboten und Projekten. Neben den motorischen Fähigkeiten geht es um Teamfähigkeit, Toleranz und einen fairen Umgang miteinander. Auch ein fairer Umgang mit der Natur ist uns wichtig. Dafür haben wir Neues ausprobiert, erforderliche Kontakte geknüpft und gepflegt, aber auch Bewährtes als verlässliche Struktur beibehalten. Unsere sechs- bis siebentägigen Kanutouren in den Sommerferien gibt es seit 2001 auf Spree, Havel, Uecker, Peene etc. Sogar auf dem Kleinen Haff und zur Insel Usedom sind wir gepaddelt. Unsere Touren 2014 und 2015: 16. – 21. August 2014 sieben Zweier-Kajaks/ acht Paddlerinnen und fünf Paddler von Wendisch Rietz über Storkow – Kolberg – Gussow – Königs Wusterhausen – Wernsdorf zum Kleinen Müggelsee 26. – 31. Juli 2015 neun Zweier-Kajaks/ acht Paddlerinnen und 10 Paddler von Wesenberg über Priepert, Kleinzerlang, Kagar, Bikowsee bis zum Schloss Rheinsberg 30. Juli – 4. August 2016 Von Templin über Liebenwalde nach Zerpenschleuse Seit 2003 sind wir beim Berliner Projekt „Kick on Ice“ dabei mit unserer gemischten Eishockeymannschaft „Flying Pucks“. Von September – März ist die Saisonspielzeit 2 X monatlich sonnabends 22 – 24 Uhr in der Paul-Heyse-Eishalle und 1 – 2 Eishockeynächte für Mädchen und junge Frauen und einer Eisdisko. Das Eishockeyprojekt hat eine Saisonspielzeit von September – März sonnabends in der Paul-Heyse-Eishalle und einige Trainingszeiten freitags überwiegend auf der Eisbahn Lankwitz. Für die kommende Saison hoffen wir auf neue Spieler und Spielerinnen. Bei Interesse genügt eine E-Mail. M. Golüke www.awo-spree-wuhle.de/die-nische www.dienische.de 15

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