Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 02/2016

 

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Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 02/2016

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten April 2016 Das neue Zweitmeinungsverfahren Sonderärztetag zur GOÄ-Reform Behandlungsfehler in O & U

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Editorial Alles unter Kontrolle…?! Wir erleben derzeit rasante Entwicklungen im Gesundheitswesen. Die Medizin und die Art, wie wir Medizin verstehen und betreiben, werden sich grundlegend verändern. „Big Data“ ist das Wort der Stunde und findet unter anderem im EHealth-Gesetz seinen Niederschlag. Der aktuelle Megatrend! Bis 2018 sollen alle Arztpraxen und Krankenhäuser an eine flächendeckende Telematik-Infrastruktur angeschlossen sein. Ärzte erhalten einen elektronischen Heilberufsausweis, mit dem ein Zugriff auf digitale Patientendaten über ein Kartenlesegerät möglich wird. Die elektronische Patientenakte soll ab 2019 für gesetzlich Versicherte zur Verfügung stehen. Die Telemedizin und Teleradiologie wird parallel dazu entwickelt. Start-up Unternehmen positionieren sich dazu bereits am Markt und gewinnen mit cleveren IT-Lösungen und Apps Innovationspreise. Die Videosprechstunde ist bereits Realität. Vorteile für Regionen mit schwacher Infrastruktur und „Ärztemangel“ liegen auf der Hand. Ebenso eine vom Vorsitzenden des Telematikausschusses der Bundesärztekammer angesprochene Kompetenzübertragung. Telemedizin als Wegbereiter eines Strukturwandels, eines Wandels der Versorgungsketten und Sektoren. Gestützt werden diese Entwicklungen durch einen IT- und technikaffinen medizinischen Nachwuchs, dem die weite und offene Verbreitung von persönlichen Daten in sozialen Netzwerken bereits heute selbstverständlich ist und der er weitgehend unkritisch gegenübersteht. Die Sicherheit dieser Daten vor unbefugtem Zugriff bereitet allerdings einiges Kopfzerbrechen: „Studien zum Datenschutz und zur Datensicherheit von Gesundheits-Apps kommen immer wieder zu vernichtenden Ergebnissen“ (DÄB, Jg.133 / Heft 5 / Feb. 2016). Jüngste erpresserische Cyber-Angriffe auf deutsche Kliniken zeigen, wie weitgehend ungeschützt die digital hochgerüsteten Kliniken kriminellen Hackern derzeit ausgeliefert sind. Das Abziehen von Daten, das Einschleusen von Trojanern und anderer Schadsoftware sowie möglicherweise auch die Übernahme der Kontrolle über technische Geräte: offenbar kein echtes Problem. „Lösegeldforderungen“ werden gleich mitgeliefert. Bezahlt wird in Bitcoins…Neben dem gläsernen Patienten droht: der gläserne Arzt und eine volldigitalisierte Arzt-Patientenbeziehung. Der „gläserne Mensch“, die gläserne Behandlung: George Orwells „1984“ lässt grüßen. Autos werden demnächst autonom fahren. Sie werden damit elektronisch fremd-vollüberwachbar und schlussendlich auch von extern steuerbar. Bargeldverkehr wird (weitgehend) abgeschafft und Geldtransaktionen werden komplett überwacht …. Kontrolle total! Freiheit ade? Aber halt, es gibt ja noch die Bitcoins … Doch was soll im Gesundheitswesen eigentlich kontrolliert werden? Der Drang zur Datenakquise durch Gesundheitspolitik, Kostenträger, Verbände und Konzerne ist scheinbar grenzenlos. „Big Data“ kontrolliert, benchmarkt und regelt letztlich alles – den kompletten Gesundheitsmarkt, Prozesse und Strukturen – bevorzugt mit Routine- und Registerdatendaten. Dass hierbei immer wieder „Qualität“ vorgeschoben und ganz wesentlich auch „Geld“ gemeint wird, ist eine Binsenweisheit. Es geht letztlich im Kern um Kostenkontrolle! Die „Lebenslüge der Gesundheitspolitik“: Alles für alle, jederzeit, überall und Vollkasko – kommt in einer alternden Bevölkerung und einer sich rasch weiterentwickelnden Hochtechnologiemedizin zunehmend an ihre Grenzen. Vor der überfälligen Diskussion einer gezielten Allokation und Priorisierung von medizinischen Leistungen und Finanzmitteln drückt man sich – noch – konsequent und schiebt z. B. „Bürgerversicherungen“ als Allheilmittel vor. Ärzte werden bei dieser „Evolution des Gesundheitsmarktes“ nur ungern gehört. Sie stören nicht selten als Mahner diese Entwicklungen und Prozesse. Sie sind schlicht „von gestern“! Mehr als das: Sie sind verdächtig! Denn Ärzte haben eine besondere Nähe zu ihren Patienten – zum „Kunden“. Eine Beziehung, geprägt durch Expertise, gegenseitige Emotionen und Empathie. Der Arzt als Heiler, die „Droge Arzt“. Das kann man nicht prozessual beschreiben oder gar messen. Daher wird eine Professionalisierung der Arzt-Patientenbeziehung eingefordert. Als wäre die Arzt-Patien- 3URI'U'U5HLQKDUG+R̥PDQQ*HQHUDOVHNUHWlU '*28XQG'*8 tenbeziehung derzeit unprofessionell… Diese Forderung beinhaltet nichts anderes als eine Entemotionalisierung. Der Patient mutiert zum „Kunden“ – und verhält sich dann nicht selten auch so. Das Verständnis, dass es sich beim Behandlungsvertag zwischen Arzt und Patient um einen Dienstvertrag handelt, bei dem eine fachlich nach dem aktuellen Stand des Wissens einwandfreie Behandlung geschuldet wird, nicht aber ein „absolut“ sicherer, komplikationsloser Behandlungserfolg ist wegen Unkenntnis häufig nicht vorhanden. Im Gegenteil wird ein garantierter Behandlungserfolg zunehmend erwartet – und ein Werkvertragsrecht damit indirekt eingefordert. Dies mit breiter Unterstützung der Medien: fehlt der erwartete „Behandlungserfolg“ oder treten gar Komplikationen auf – dann wurde „gepfuscht“…. Die Zahl der entschädigten Schadensansprüche liegt recht konstant zwar „nur“ im niedrig einstelligen Promillebereich – O & U führen aber sowohl in Kliniken wie auch in Praxen diese Listen mit einigem Abstand an. Der Patient mutiert auch selber und vielfach freiwillig zum Kunden. Diese Entwicklungen betreffen derzeit noch über- Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016 113

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Editorial wiegend Elektiveingriffe zur Wiedererlangung oder Steigerung einer schmerzfreien Lebensqualität. Durch Medienund Internetrecherchen sitzen immer häufiger emotional „engagierte Kunden“ dem Arzt fordernd gegenüber – und wundern sich über dessen entemotionalisierte Reaktionen. Eine auch mehrstündige Internetrecherche und das wohlmögliche Abfragen heruntergeladener Checklisten können einer langjährigen praktischen Berufserfahrung eines Facharztes schwerlich „auf Augenhöhe“ begegnen. Bei Notfall- oder lebensrettenden Eingriffen ist dies meist noch meist anders. Hier begegnet der Patient dem Arzt noch als hilfebedürftiges, leidendes Individuum, das sich in sein Schicksal fügt und dem Arzt vertraut – und vertrauen muss, man liefert sich freiwillig aus. Ein „Kundengedanke“ wird hier – wenn überhaupt – eher im Verlauf und meist von Angehörigen implementiert. Patientenrechte werden bei mengenrelevanten Eingriffen zukünftig durch formale „Zweitmeinungsverfahren“ angeblich gestärkt. Man reibt sich verwundert die Augen… Zumindest in den Kliniken existieren Indikationssprechstunden und OPBesprechungen, in denen mehrere Fachund Oberärzte gemeinsam mit dem Chefarzt die OP-Indikationen besprechen und die Therapie festlegen. Nicht selten werden Patienten abgesetzt und weitere konservative Therapieverfahren empfohlen. Sind dies keine Zweit- und Drittmeinungen? Oder sind diese Ärzte einfach „verdächtig“, da unter vermeintlich ökonomischem Druck – wie auch der zuweisende Facharzt? Hier wird fehlende Professionalität bis hin zur Korruption unterstellt. Die Ausgestaltung des formalisierten Zweitmeinungsverfahrens liegt beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Vorstellungen der Kostenträger dort durchsetzen können. Auch hier wird vermutlich Qualität gesagt werden – und Menge und Geld gemeint. Die Patienten werden hierdurch verunsichert und über die eigentlichen Hintergründe dieser Maßnahmen zumindest im Unklaren gelassen – das Arzt-Patientenverhältnis wird weiter erodiert. Nicht nur hierdurch wird das – überwiegend noch – besondere Arzt-Patientenverhältnis anhaltend und vorwiegend von außen in Frage gestellt. Das Berufsbild und das Selbstverständnis einer ganzen Profession werden zunehmend angegriffen und demontiert. Das Gesundheitswirtschaftsmagazin „kma“ stellt im Februar 2016 fest: „Stechuhr, Kurzarmkittel – sie sind aus arbeitsrechtlichen und hygienischen Gründen sinnvoll. Doch zugleich verliert der Arzt seinen Nimbus, er wird zum ganz normalen Arbeitnehmer“ (kma – Febr. 2016, S. 34ff.). Da ist es zum „Kunden“ und zum „Werkvertrag“ dann nur noch ein kleiner Schritt. Ist der Arztberuf also noch ein „freier Beruf“ – oder schon zumindest teilkontrolliert? Therapie- und Behandlungsfreiheit werden durch immer neue gesetzliche Regelungen, Budgetierungen und Leitlinien mit Leitplanken versehen, die die therapeutische Fahrspur verengen und damit individuelle oder spezielle Therapieformen erschweren. Ärztliche Erfahrungsmedizin und individuelle „Heilerqualitäten“ und Gesundheitsdienstleistungen halten wissenschaftlicher Evidenz meist nicht stand – und werden offen diskreditiert. Gleichzeitig befriedigen immer mehr Patienten ihr Bedürfnis nach gerade diesen Qualitäten bei Heilpraktikern, Homöopathen und Osteopathen. Zusammengefasst besteht politisch, ökonomisch und medial ein wachsender Druck auf den Arztberuf als freiem Beruf. Dies betrifft sowohl den niedergelassenen wie den stationären Sektor. Die Ärzteschaft sollte sich in diese Diskussionen selbstbewusst und aktiv einbringen ohne sich den ökonomischen Erfordernissen zu verweigern oder in Schockstarre zu verfallen. „Big Data“ ist unaufhaltsam und wird eine weitgehende, digitale Kontrolle ärztlicher Tätigkeit möglich machen. Es ist zu befürchten, dass eine totale Kontrolle und Steuerung angestrebt wird. Derartige Bestrebungen müssen aber definitiv ihr Stoppschild bei der ärztlichen Behandlungsfreiheit finden, die sich an wissenschaftlichen Leitlinien ebenso orientiert wie an nicht messbaren Aspekten einer vertrauensvollen, empathischen Arzt-Patientenbeziehung. Diese umfasst stets auch Inhalte der Erfahrungsmedizin und individuelle Interaktionsmuster. Die ärztliche Schweigepflicht darf durch gezielte Datenzugriffe nicht umgangen werden – die Datensicherheit der Patienten muss vor unbefugtem und willkürlichem Zugriff durch suffiziente „IT-Firewalls“ geschützt werden! Die hierzu erforderlichen personellen und investiven Mittel sind bei dem angestrebten Ausbau der IT-Vernetzungen im Gesundheitswesen politisch zur Verfügung zu stellen. Solange der Arzt der glaubwürdige, möglichst selbstlose, empathische Anwalt des Patienten bleibt und sich und dem hippokratischen Eid verpflichtet, wird er seine besondere Professionalität und Würde behalten. Eine durch totale Kontrolle erzwungene Voll-Ökonomisierung eines möglichst emotionslosen Arzt-Patientenverhältnisses zum Eigen- oder Fremdnutzen würde dieses zerstören. Es gilt sich daher zu besinnen und die grundlegenden, die Profession begründenden ärztlichen Werte dem Nachwuchs auch zukünftig umfassend zu vermitteln – am besten durch Vorbild. Diese Werte sind zeitlos, universell und nicht materiell – sie sind keineswegs rückwärtsgewandt und schon gar nicht „out“! Es liegt an uns… Prof. Dr. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär DGOU und DGU 114 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016

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Editorial Alles unter Kontrolle…?! 113 W O R K S H O P P O LY T R A U M A Outcome und gesundheitsbezogene Lebensqualität in der Traumatologie A O PAT I E N T O U TC O M E CENTER (AOPOC) 136 %LOG0RQNH\%XVLQHVVBIRWROLD Impressum Nachrichten Kurz und bündig Vorbereitung der P.A.R.T.Y.-Aktionswoche Spendenhoch beim DIZG Arthrose-Therapie mit Hyaluronsäure 120 Neue Wege in der Erhebung von Patient Reported Outcomes 138 122 Qualität und Sicherheit KO M M I S S I O N A R T 156 Das neue Zweitmeinungsverfahren:$OOHJHVHW]OLFKYHUVLFKHUWHQ3DWLHQWHQKDEHQYRUEHVWLPPWHQPHGL]LQLVFKHQ(LQJULIIHQHLQHQ5HFKWVDQVSUXFKDXI HLQHXQDEKlQJLJHlU]WOLFKH=ZHLWPHLQXQJ 122 123 Nicht immer ist „ART“ Kunst ÜBERLEBENSCHANCEN VON SCHWERVERLETZTEN 142 123 Trauma Care Bundle für den Rettungsdienst A LT E R S T R A U M A R E G I S T E R D G U ® 144 Aus unserem Fach 6 4 . J A H R E S TA G U N G DER VSOU Unfallchirurgen stärken Versorgung nach Oberschenkelbruch 146 IC–KURSE Problem erkannt – Gefahr gebannt %LOGIRYLWRBIRWROLD Den Faktor Mensch in der Medizin stärken 124 KO O P E R AT I O N D G O U U N D A P S 148 S O N D E R Ä R Z T E TA G ZUR GOÄ-REFORM Verabschiedungsreifer Entwurf zum 1.10.2016 angestrebt N E U E H YG I E N E R I C H T L I N I E N %HKDQGOXQJVIHKOHULQ2 8ï Analyse und Vermeidungsstrategien 126 150 Sonderärztetag zur GOÄ-Reform: (LQH$QSDVVXQJGHU*HEKUHQVlW]H LVWOlQJVWEHUIlOOLJ(LQYHUDEVFKLHGXQJVUHLIHU (QWZXUIZLUG]XP2NWREHUDQJHVWUHEW 126 Hygiene für die sonographisch gestützte Punktion und Infiltration in O & U NEUGRÜNDUNG Recht 128 D I G I TA L I S I E R U N G Das neue E-Health-Gesetz Deutsche Hüftgesellschaft – DHG DGMM 154 131 I N F O R M AT I O N S P F L I C H T E N Das neue Zweitmeinungsverfahren 156 %LOG5HJLQD5DGNH/RWWHUPDQQ Ausübung der „Osteopathischen Therapie“ durch Physiotherapeuten M A S T E R K U R S A LT E R S T R A U M AT O L O G I E 132 Unterwegs A SG – FELLOWSHIP Der komplexe geriatrische Patient und die Problemfraktur im Alter MVZ … becoming life-long friends 134 ROAD SAFE T Y TEHR AN 158 Prävention bis hinter den Horizont 160 Behandlungsfehler in O & U: $XI(LQODGXQJYRQ'*28XQG $NWLRQVEQGQLV3DWLHQWHQVLFKHUKHLWKDEHQUXQG ([SHUWHQ6WUDWHJLHQ]XU9HUPHLGXQJYRQ %HKDQGOXQJVIHKOHUQLQ)UDQNIXUWGLVNXWLHUW 150 Über die Schwierigkeit, Leistungsträger an die Klinik zu binden 135 116 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016

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BVOU BVOU.NET – Das neue Portal und Netzwerk für Orthopäden und Unfallchirurgen Kompaktveranstaltung Orthopädie 165 DGOU AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik – Jahresbericht 2015 179 Jahresbericht 2015 der AGA – Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie Neue Forschungsförderung der AOTrauma Deutschland Neues aus der Deutschen AO 169 Vertretung der nichtselbstständigen Fachärzte in der DGOU 171 Die DGOU trauert um ihre verstorbenen Mitglieder 185 171 Neue Mitglieder 185 172 Gesellschaft für Extremitätenverlängerung und -rekonstruktion (GEVR) – Jahresbericht 2015 186 Das Junge Forum O & U unterstützt das Bündnis Junge Ärzte 187 184 DGU Arbeitsbericht der AG Fuß der DGU AG EKTC – ein Update 2016 181 Die DGU trauert um ihre verstorbenen Mitglieder Neue Mitglieder 192 193 166 195 195 Berufs-Rechtsschutz-Versicherung für BVOU-Mitglieder 167 Cyberrisiken für Ärzte – und wie man sich gegen sie versichert DKOU Kongresspräsident des BVOU 2016 Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ 2016 BVOU – Mitgliederreisen in 2016 Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken Neue Mitglieder Mastertrainerkurs zur strukturierten Weiterbildung Hygienebeauftragter Arzt 182 183 VLOU 15. VLOU Workshop – Zusammenfassung und Highlights 196 172 172 173 174 DGOOC Von der DIVS zum Fachbeirat der Deutschen Schmerzgesellschaft Bericht DGOOC-AG 1: Implantatunverträglichkeit 188 Fit für die ärztliche Führungsrolle 175 Workshop Personalführung und Unternehmensstrategie Mitgliederangebote 190 190 176 Neue Mitglieder 177 Die DGOOC trauert um ihre verstorbenen Mitglieder 190 Namen Personalia Wir gratulieren ... 162 163 Für unsere Mitglieder Kursangebote Service / Preise 203 211 Für Sie gelesen 200 F O L G E N S I E U N S A U F FA C E B O O K : ZZZIDFHERRNGHGJRXHY 118 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016

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Impressum Herausgeber Für den Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Bernd Kladny (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: bernd.kladny@fachklinikherzogenaurach,de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Schriftleitung VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller Geschäftsstelle VLOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de Redaktion Ines Landschek Tel.: (0 30) 340 60 36 00 E-Mail: oumn@dgou.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn www.thieme-connect.de/products/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 20 vom 1. Oktober 2015 ISSN 2193-5254 Satz und Layout L42 Media Solutions, Berlin Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vizepräsident Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied PD Dr. med. habil. Axel Sckell, Greifswald Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Alexander Beck, Würzburg Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt / Main Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Erster Vizepräsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/ Main Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Generalsekretär Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Schriftführer Prof. Dr. med. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. med. Johannes Sturm, München/ Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Mitglieder der oben genannten Verbände und Gesellschaften erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. JHSUIW)DFKDU]W6WXGLH Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Bezugspreise 2016* Persönliches Abonnement Abo Versandkosten Inland Europa Weltweit 38,00 47,40 38,00 47,40 Gesamtkosten Inland 275,80 474,80 Europa 277,00 476,00 Weltweit 286,40 485,40 239,00 36,80 Institutionelles Abonnement 438,00** 36,80 * Jährliche Bezugspreise in € (D); unverbindlich empfohlene Preise. Preisänderungen vorbehalten. Preis für ein Einzelheft 45,00 € zzgl. Versandkosten ab Verlagsort. Das Abonnement wird zum Jahreswechsel im voraus berechnet und zur Zahlung fällig. Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht eine Abbestellung zum 30. September vorliegt. **der institutionelle Jahresbezugspreis inkludiert Online-Zugriff für 1 Standort 120 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016

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Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Stellv. Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Florian Gebhard,, Ulm 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/Main Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister (und Schatzmeister der DGOOC) Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat PD Dr. med. Hansjörg Heep, Essen Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Prof. Dr. med. Christoph Lohmann, Magdeburg Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. med. Manuel Mutschler, Köln DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Orthopädischer Vertreter des "Konvent der Universitätsprofessoren für Orthopädie und Unfallchirurgie " (KUOU) Prof. Dr. med. Volkmar Jansson, München Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Vorstand Präsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Klagenfurt/ Österreich 1. Vizepräsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 2. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Klemens Trieb, Wels/ Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Andreas Leithner, Graz/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus,Wien/ Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschland e.V. Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Dietmar Pennig, Köln Schatzmeister Dr. med. Wilhelm Baur, Neumarkt Schriftführer Dr. med. Walter Schäfer, Gummersbach Geschäftsstelle des VLOU Straße des 17. Juni 106-108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de www.vlou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016 121

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Kurz und bündig Prof. Wildor Hollmann wurde 91 Der ehemalige Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln, Ehrenbürger der Hochschule und Gründer des ,QVWLWXWV IU .UHLVODX̥RUVFKXQJ XQG 6SRUWPHGLzin, Prof. mult. Dr. med. Dr. h. c. mult. Wildor Hollmann, beging am 30. Januar seinen 91. Geburtstag bei bester Gesundheit. Im letzten Jahr tanzte er anlässlich seines 90. Geburtstags auf der großen Hörsaalbühne mit den Roten Funken. Der Internist und Kardiologe ist Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin (124 Nationen), Alt-Rektor und Ehrenbürger der Deutschen Sporthochschule Köln. Von der Bundesrepublik Deutschland wurde er mit dem Schulterband zum Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet. Die deutsche Ärzteschaft ehrte ihn mit ihrer höchsten Dekoration, der Paracelsus-Medaille, und der v. Bergmann-Plakette, die Humboldt-Gesellschaft mit der Goldmedaille. 18 Forschungsauszeichnungen wurden ihm aus allen fünf Kontinenten zuteil, darunter die höchste Auszeichnung der UNESCO. Mehrere Universitäten aus dem In- und Ausland verliehen ihm Ehrendoktor- und Professorentitel. www.dshs-koeln.de Bild: DSHS AU-Bescheinigung Die neue Frist ist gültig: Statt bisher zwei Tage dürfen Vertragsärzte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit drei Tage rückdatieren – in Ausnahmefällen. Die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie (AU-Richtlinie) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sah bisher vor, dass Vertragsärzte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit zwei Tage rückdatieren dürfen. Um zu gewährleisten, dass eine Arbeitsunfähigkeit auch für den Zeitraum einer Notfallversorgung rückwirkend bescheinigt werden kann – zum Beispiel für das Wochenende – war eine Anpassung der Richtlinie erforderlich. www.aerztezeitung.de Vorbereitung der P.A.R.T.Y.-Aktionswoche „Prävention, Alkohol, Risiko, Trauma, Youth“ – kurz P.A.R.T.Y. Mit ihrem Programm zur Unfallprävention richtet sich die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in Zusammenarbeit mit Deutschlands führenden Unfallkliniken an Schulklassen und Jugendliche. In diesem Jahr findet die bundesweite P.A.R.T.Y.-Woche von Montag, den 13. Juni, bis Freitag, den 17. Juni 2016, statt. Alle teilnehmenden Kliniken sind aufgerufen, sich an der Aktionswoche zu beteiligen und einen P.A.R.T.Y.-Tag zu veranstalten. Am P.A.R.T.Y.-Tag besuchen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren eine Unfallklinik. Bei ihrem Rundgang erhalten sie einen Einblick, wie die Versorgung von Schwerverletzten nach einem Verkehrsunfall abläuft: vom Rettungswagen oder Helikopter in den Schockraum, von der Intensivstation bis zur Normalstation und die physiotherapeutische Betreuung. Auf den Stationen lernen die Schüler akut Verletzte oder ehemals Schwerverletzte kennen. Die Patienten berichten, wie sich ihr Leben durch einen Unfall verändert hat und welche familiären oder beruflichen Folgen er hatte. Darüber hinaus halten Unfallchirurgen und Polizisten Vorträge – ohne erhobenen Zeigefinger. Vielmehr werden die Schüler im Austausch mit Gleichaltrigen dafür sensibilisiert, wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Auch in diesem Jahr begleiten die DGU und die AUC – Akademie für Unfallchirurgie – die teilnehmenden Unfallkliniken wieder bei der Vorbereitung des P.A.R.T.Y.-Tages, unter anderem mit Schulungen des medizinischen Personals sowie Informationsmaterial für die Schulklassen. Zudem unterstützen DGU und AUC bei der Pressearbeit der Kliniken und koordinieren Besuche überregionaler Medienvertreter in den Kliniken. Weitere Informationen für Kliniken, die am P.A.R.T.Y.-Programm teilnehmen möchten: Nationale Koordinierungsstelle P.A.R.T.Y. der AUC Tel.: 089 8905376-100 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016 Online-Portale müssen Ärzte-Bewertungen strenger prüfen Bewertungsportale müssen die Einschätzungen ihrer Nutzer künftig gründlicher überprüfen und konkrete Nachweise zum Wahrheitsgehalt liefern können. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied am Dienstag, dass solche Portale auf Verlangen beispielsweise stichhaltige Belege darüber herausgeben müssen, ob ein Nutzer tatsächlich in der Praxis eines dort bewerteten Arztes war (Az.: VI ZR 34/15). www.aerztezeitung.de Kopfstöße als Härtetest Viele Ex-American-Footballspieler leiden an neurodegenerativen Erkrankungen, wahrscheinlich bedingt durch übermäßige Gehirnerschütterungen während ihrer Sportlerkarriere. US-Universitäten befürchten bereits einen Football-NachwuchsmanJHOÅ9HUOHW]XQJHQXQG8QIlOOHVLQGGLH KlXÀJVWH Todesursache bei Menschen unter 45“, sagte Prof. Florian Gebhard, Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potenzial nach akutem Trauma“ an der Universität Ulm, in New York. Die Ulmer Forscher starteten mit dem jüngst gegründeten Traumazentrum und SFB Trauma eine Nordamerika-Initiative. (red) Bild: UK Ulm 122

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Nachrichten Spendenhoch beim DIZG Das gemeinnützige Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) meldet einen enormen Anstieg an Gewebespenden: Im vergangenen Jahr wurden dem DIZG 1311 Hüftköpfe aus endoprothetischen Operationen zur Verfügung gestellt. Das sind 46 Prozent mehr als in 2014. Gespendete Hüftköpfe dienen zur Herstellung von Knochentransplantaten, die in der orthopädischen- und Unfallchirurgie bei den verschiedensten Indikationen zum Einsatz kommen. In klinikeigenen Knochenbanken kommt es jedoch regelmäßig zu Engpässen, so dass mitunter Operationen abgesagt oder verschoben werden müssen. Nun kann das DIZG verstärkt als Notversorger die klinikeigenen deutschen Knochenbanken unterstützen und damit zu einem reibungslosen Ablauf der OP-Planung beitragen. Gleichzeitig profitieren Nachbarländer wie die Schweiz oder Österreich. Auch hier ist die Nachfrage nach Knochentransplantaten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. „Der Anstieg der gespendeten Hüftköpfe im Jahr 2015 ist eine gute Nachricht für die orthopädische und die Unfallchirurgie. Denn dies bedeutet, dass wir deutlich mehr Knochentransplantate an Kliniken abgeben können und so Versorgungsengpässen entgegenwirken“, sagt DIZG-Geschäftsführer Jürgen Ehlers. Kliniken profitierten von einer zuverlässigen Bereitstellung und einem verbesserten Risiko-Management, so Ehlers weiter. Da 2015 die Zahl der postmortalen Gewebespenden ebenfalls zugenommen hat, kann das DIZG auch mehr Spongiosa-Transplantate abgeben. Das sind bedarfsgerecht zerkleinerte Transplantate, die in der Wirbelsäulenchirurgie, der endoprothetischen Revisionschirurgie und Traumatologie zur Defektfüllung eingesetzt werden. Um Kliniken zuverlässig und schnell zu versorgen, hält das DIZG für die verschiedensten Eingriffe und Indikationen Transplantate unterschiedlicher Abmessungen vorrätig. Jürgen Ehlers führt die positive Spendenentwicklung auf die intensivierte Zusammenarbeit mit den orthopädischen Spendezentren der Kliniken zurück. (red) Arthrose-Therapie mit Hyaluronsäure jedoch darauf hinweisen, dass die Wirksamkeit des Behandlungsverfahrens umstritten ist. Hyaluronsäure wird seit mehren Jahrzehnten bei der symptomatischen Behandlung von Arthrosen unterschiedlicher Gelenke (bei Menschen und bei Tieren) eingesetzt. Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Therapieform. Nicht alle Untersuchungen zeigen eine eindeutige Wirksamkeit dieser Therapieform, die unterschiedlichen Untersuchungen unterscheiden sich jedoch in der Methodik zum Teil erheblich. Verschiedene Organisationen haben zu der Wirksamkeit dieser Therapieform Stellung genommen. Einige, so die amerikanische Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie (AAOS), gibt auf Grund von mathematischen Berechnungen keine Empfehlung für diese Therapieform. Nun zeigt sich jedoch, dass die von der AAOS verwendeten mathematischen Modelle gar nicht für solch eine Aussage zu verwenden sind. Trotzdem beziehen sich manche Versicherungen bei der Erstattung der Kosten für diese Therapie auf die Aussage der AAOS. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass die Therapie mit Hyaluronsäure als intra-artikuläre Injektion ein wichtiger Bestandteil der Arthrosetherapie ist. Diesen Brief können Sie herunterladen unter: www.bvou.net/ wp-content/uploads/2016/02/DGOU_BVOU_Geschaeftsstelle_ Stellungnahme-Hyaluronsaeure-bei-Arthrose_12-11-2015.pdf DGOU und BVOU Stellungnahme von DGOU und BVOU: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) möchten Sie bei der Therapie mit Hyaluronsäure mit folgendem Schreiben unterstützen: Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, Ihr Arzt/Ärztin hat Ihnen eine Therapie mit Hyaluronsäure als intra-artikuläre Spritzentherapie vorgeschlagen. Voraussetzung für solch eine Therapieform ist die korrekte Indikationsstellung und die fachgerechte und sterile Anwendung der Substanz. Wir möchten Sie Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016 Bild: Photographee.eu_fotolia Bib: dzig_fotolia 123

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Aus unserem Fach Bild: Haumann-Frietsch Die VSOU-Kongresspräsidenten Prof. Ulrich Stöckle und Prof. Joachim Grifka. 6 4 . J A H R E S TA G U N G D E R V S O U Problem erkannt – Gefahr gebannt Evidenz-basierte Medizin und Leitlinien gewährleisten eine sichere Therapie, sagen die beiden VSOUKongresspräsidenten Prof. Joachim Grifka und Prof. Ulrich Stöckle. Der Prävention schwerer Muskelverletzungen widmet sich eine eigene Sitzung mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und seinem Team. Neben Wissenschaftsthemen werden ökonomische und politische Aspekte in Baden-Baden diskutiert. Lesen Sie hier ein Interview mit Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Grifka (Regensburg / Bad Abbach) und Univ.- Prof. Dr. med. Stöckle (Tübingen), Kongresspräsidenten der 64. VSOU-Jahrestagung in Baden-Baden, die vom 28. bis 30.4.2016 stattfindet. Herr Prof. Stöckle, zum Auftakt der VSOU-Jahrestagung steht gleich ein Schwerpunktthema auf dem Programm: die schwere Verletzung. Was ist unter den Aspekten Behandlung, Wiederherstellung bis zur Sportfähigkeit und Prävention Neues zu erwarten? Prof. Stöckle: Bei dem Thema „Schwere Verletzung“ ist die schwere Monoverletzung gemeint, zum Beispiel ein Schienbeinkopfbruch oder ein Oberarmkopfbruch. Häufig werden diese schweren Monoverletzungen bei sportlicher Betätigung, also Sturz beim Fahrradfahren, Skisturz oder Sturz beim Klettern oder ähnlichem, erlitten. Insofern ist unser Ansatz, bei den Sitzungen und Vorträgen zu dem Thema „Schwere Verletzung“ sowohl die Primärbehandlung mit entsprechender Wiederherstellung der Anatomie anzusprechen, aber auch insbesondere die Möglichkeiten der Rehabilitation, um neben den Alltagsaktivitäten möglichst auch wieder sportliche Aktivitäten ausführen zu können. Gemeinsam mit dem Bereich der Technischen Orthopädie geht es dann in weiteren Vorträgen um die Prävention weiterer Verletzungen, aber insbesondere auch um die allgemeine Vermeidung von Verletzungen gerade im Sport. Insbesondere medico-legale Aspekte beschäftigen nicht nur den Facharzt im Alltag, sondern eine Vielzahl an Patientenanwälten. Wie detailliert können sich die Kolleginnen und Kollegen in Baden-Baden hier Rat holen? Prof. Grifka: Die Zahl ärztlicher Kunstfehler ist zum Glück gering. Insbesondere durch die handwerkliche Ausrichtung ist die Chirurgie eine hohe Kunst. Wir sind um die perfekte Hilfe bemüht, sonst wären wir keine Orthopäden und Unfallchirurgen. Dazu muss man aber auch genau wissen, wo die Gefahren lauern. Die operative Medizin ist gefahrenträchtiger als die konservative. Deswegen sollte man Überträgt man das von Ihnen beiden als Kongressmotto gewählte „Was, wann, wie“ auf den ärztlichen Alltag, muten Sie sich Gigantisches zu: Denn die Antworten sollten idealerweise den Orthopäden und Unfallchirurgen eine verlässliche Führung durch alle Klippen des Fachs bieten. Kann man das überhaupt leisten? Prof. Grifka: Was? Wann? Wie? sind die Kernfragen unseres täglichen Handelns, beispielsweise in der Form: Was ist es? Wann machen? Wie therapieren? Unsere Ziele müssen eine solide Diagnostik und eine sichere Therapie sein. Wir versuchen, dies mit evidenz-basierter Medizin und Leitlinien zu definieren. Unser Kongress soll diesem praxisorientiert gerecht werden. 124 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016

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Aus unserem Fach sich der Probleme bewusst sein und die Fallstricke genau kennen: Problem erkannt – Gefahr gebannt. Das Thema Verletzungen im Alter wächst angesichts der demografischen Entwicklung (nicht nur) in unserem Land: Was dürfen die Kolleginnen und Kollegen in Baden-Baden hierzu erwarten? Prof. Stöckle: Wegen der demografischen Entwicklung nimmt die Behandlung von Verletzungen im Alter einen immer größeren Raum in der Tätigkeit der Unfallchirurgen ein. Da bei Verletzungen im Alter aufgrund anderer Verletzungsmechanismen auch andere Verletzungen resultieren als bei jüngeren Patienten, geht es im Rahmen des Kongresses darum, aktuelle Behandlungskonzepte in der Therapie von Verletzungen im Alter aufzuzeigen und insbesondere deren Ergebnisse darzustellen. Wichtig dabei ist auch eine umfassende Therapie, die nicht mit der Operation alleine beendet ist, sondern auch entsprechende Rehabilitationsprogramme, eine Therapie der Osteoporose und Verfahren zur sozialen Reintegration umfasst. Der „Weiterbildungskontest“ ist tatsächlich ein Novum in der Kongresslandschaft. Welche Absicht verfolgen Sie mit dieser innovativen Idee? Prof. Grifka: Wettbewerbe sind wir aus dem Fernsehen gewohnt. Mein Wunsch ist es, mit diesem neuen Format einen spannenden Wettbewerb zu Wissen und Vorgehen zu veranstalten, ganz nach dem Motto: Was? Wann? Wie? Ich bin sicher, dass die Fallvorstellungen und der sportliche Ablauf uns allen Spaß machen werden. Keiner der Kandidaten geht leer aus. Besonders toll ist natürlich, dass die Gewinner – dank des Sponsorings von DePuy-Synthes, Springer und Air Canada – zum Kanadischen Orthopäden-Kongress reisen können. Nicht nur das prominent besetzte Podium zum Thema Spitzensportbetreuung, auch die Sitzung Muskelverletzungen mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zeigt, dass von der Spitzensportbetreuung zu lernen ist. Was ist Ihnen hierbei wichtig? Prof. Stöckle: Das Thema „Muskelverletzung im Sport“ ist ein hoch aktuelles Thema. Gerade in der Fußballbundesli- ga hören wir alle immer von muskulären Verletzungen, die einzelne Spieler zu teils längeren Pausen zwingen. Hier ist Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt der international anerkannte Experte sowohl in Diagnostik als auch in der angepassten Therapie dieser Muskelverletzungen. Deshalb bin ich besonders froh, dass wir ihn und sein gesamtes Team mit PD Dr. Peter Ueblacker und Dr. Lutz Hänsel sowie Dr. Jochen Hahne zur Gestaltung einer Sitzung gewinnen konnten. Hier gilt es, von den Experten neben der adäquaten Therapie insbesondere auch Maßnahmen der Prävention zu lernen, um möglichst diese schwerwiegenden Verletzungen zu vermeiden. Dies ist für viele in der Sportbetreuung tätigen Kollegen in Orthopädie und Unfallchirurgie von enormer Bedeutung. Der Festvortrag von Prof. Dr. Heribert Prantl, das Podium über die GOÄ-Novellierung und einiges mehr verweisen auf den ökonomischen Aspekt der fachärztlichen Arbeit. Wird dies auch ein „politischer“ Kongress? Prof. Stöckle: Der VSOU-Kongress 2016 in Baden-Baden wird vornehmlich ein wissenschaftlicher Kongress. Dennoch ist es wichtig, auch ökonomische Aspekte zu beleuchten und auf aktuelle politische Vorgänge einzugehen. Hierzu dienen neben dem Festvortrag von Heribert Prantl auch einzelne Sitzungen wie z. B. zur GOÄ-Novellierung, aber auch zur Zukunft für O & U. Welches Fazit würden Sie gerne am Abend des 30. April 2016 mit dem ersten Blick zurück auf die 64. Frühjahrstagung der Süddeutschen für sich ziehen? Prof. Grifka: Natürlich wird der Kongress für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemacht. Deswegen möchten wir, dass er positiv in Erinnerung bleibt, vielleicht mit dem Erlebnis des ersten eigenen Vortrags, auf jeden Fall aber mit Erkenntnissen aus den Sitzungen, einschließlich der Hinweise auf die juristischen Fallstricke – und hoffentlich mit viel Spaß beim Weiterbildungskontest. Baden-Baden ist keine kombinierte Tagung mit anderen Berufsgruppen, sondern der VSOU-Kongress fokussiert auf die ärztlichen Belange. Wir wünschen uns eine Tagung mit einem interessanten Mei- VSOU 2015: Industrie en detail VSOU 2015: auf der Industrieausstellung nungsaustausch und anregenden Gesprächen in der gewohnt entspannten Atmosphäre des frühlingshaften Baden-Baden. Prof. Stöckle: Am Ende des Kongresses würde ich gerne auf einen wissenschaftlich interessanten Kongress zurückblicken, der sowohl für junge Ärzte interessant war – mit speziellen Kursformaten wie den Basiskursen der AO und AE – als auch für erfahrene Chefärzte, Oberärzte und niedergelassene Orthopäden und Unfallchirurgen aufgrund des anspruchsvollen Programmes, bei dem wir uns viel Mühe gegeben haben. Ich bin zufrieden, wenn wir wieder mehr als 3000 zufriedene Teilnehmer haben und damit die Bedeutung des VSOU-Kongresses in Baden-Baden als zweitgrößtem Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Deutschland weiter ausgebaut werden kann. Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Inge Kölle, Semikolon. Weitere Informationen unter: www.vsou.de Bild: Haumann-Frietsch Bild: Haumann-Frietsch Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2016 125

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