Unsere Wärme Ausgabe 2/2016

 

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Unsere Wärme Ausgabe 2/2016

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Das österreichische Magazin für energieeffizientes Heizen mit Öl. MONTAN-UNI LEOBEN Forschung für die Ölindustrie HEIZKOSTEN Wer mit Öl heizt, spart bares Geld LESERFRAGEN Sommer – Zeit, Heizöl einzulagern „Badetipps“ zum Herausnehm en Service-Teil 2·2016 Österreichische Post AG, Firmenzeitung 12Z039355 F Retouren an Postfach 555, 1008 Wien www.heizenmitoel.at

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A RGUM ENT E Foto: IWO Sagenhaft bequem „Sparsam, modern, effizient, sauber“ – zahlreiche Argumente sprechen für Heizen mit Öl und für ein neues Brennwertgerät. Nicht zu vergessen: Heizen mit Öl ist ­„sagenhaft bequem“! lheizer befinden sich in bester Gesellschaft: Rund 800.000 österreichische Haushalte nutzen diese Heizform. Und das hat keineswegs nur Kostengründe. Moderne Öl-Brennwertgeräte verbinden hohen Komfort mit einfacher Bedienung. Wer mit Öl heizt, hat seinen eigenen Wärmevorrat im Haus. Er hat keinen Aufwand mit der Lieferung oder Lagerung seines bevorzugten Wärmespeichers. Er hat keinen Ärger mit Staub- oder Schmutzentwicklung im Haus bzw. im Heizraum. Der Betrieb erfolgt bei modernen Ölheizungen ganz besonders leise. Zudem sind diese nicht nur hocheffizient, sondern auch sehr kompakt. Für die Lagerung wiederum stehen platzsparende und äußerst langlebige Tanksysteme zur Verfügung. Zukunftssicher sind neue Brennwertgeräte außerdem: Sie lassen sich optimal mit Solartechnik kombinieren und in Kombination mit einem geeigneten Wärmespeicher auch auf Power-to-Heat (die Umwandlung von Strom in Wärme) ausrichten (mehr dazu auf Seite 22). Moderne Öl-Brennwertgeräte verbinden hohen ­ Komfort mit einfacher ­Bedienung. Ö Noch mehr Komfort und bis zu € 3.000 Was die heimischen Nutzer an ihrer Ölheizung schätzen, wurde hierzulande im letzten Jahr in einer groß angelegten Umfrage erhoben („Unsere Wärme“ berichtete darüber). Ganz frisch ist eine GfK-Befragung aus Deutschland: Diese kommt zum Schluss, dass es keineswegs vorrangig der (unschlagbare) Preis ist, der für Ölheizungs-Systeme spricht. Ölheizungs-Besitzern sind vor allem Unabhängigkeit, Sicherheit und Komfort wichtig. Als wichtigste Faktoren nannten 88 Prozent die „freie Auswahl an Lieferanten“, je 87 Prozent die „zuverlässige Technik“ und die „lange Lebensdauer“ eines Öl-Brennwertgeräts sowie je 86 Prozent die „Bevorratung im eigenen Tank je nach Bedarf“ und die „Sicherheit“. Wer jetzt auf ein modernes Brennwertgerät umsteigt, darf sich über ein besonderes Zuckerl freuen: Die Heizen mit Öl GmbH fördert den Austausch alter Ölheizungen mit bis zu 3.000 Euro. Für größere Anlagen gibt es eine Individualförderung. Achtung: Der Antrag muss vor der Erneuerung der Anlage erfolgen.  2   unsere wärme 2·16

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I NHALT · I M P R E S S UM 08 12 Liebe Leserinnen und Leser, die Heizsaison ist vorüber. Trotz eines kälteren Winters als im Jahr ­ davor durften sich Besitzer von Ölheizungen über satte Einsparungen freuen. Der gesunkene Rohölpreis macht’s möglich. Noch mehr spart, wer seine alte Heizung gegen ein modernes Öl-Brennwertgerät eintauscht. Die Energieersparnis beträgt bis zu 40 Prozent. Zusätzlich lassen sich bis zu 3.000 Euro an Förderung lukrieren. Mehr dazu unter www.heizenmitoel.at. Dass Heizöl Zukunft hat, zeigt die vorliegende Ausgabe: Diese versammelt eine Reportage zu aktuellen Forschungen in Österreich (Seite 8), einen Bericht über ein Pilotprojekt in Deutschland (Seite 22) und eine Studie zur Energiezukunft (Seite 24). ­ Die Unterhaltung kommt nicht zu kurz im aktuellen Heft. Rateprofis und Naschkatzen sollten außerdem unser Gewinnspiel (Seite 26) nicht verpassen. Fotos: Reinhard Ebner, Elisabeth-Klara Betes-Kummer, Hotel Mondsee 14 04 Kurz gemeldet: Wer mit Öl heizt, spart ���������������������������������� 06 Glück auf! Forschung aus Österreich �������������������������������������� 08 Daten & Fakten: Kleiner Preis, große Leistung . . . . . . . . . . . . 11 Abu Dhabi: Eine Stadt strebt zum Himmel ���������������������������� 12 Zum Entnehmen: Badetipps �������������������������������������������������� 14 Hintergrund: Öl ist nicht gleich Öl ������������������������������������������ 16 Leserfragen: Lagerung und Reinigung ������������������������������������ 17 Wellness: Ein Bad in Öl ������������������������������������������������������������ 18 Bergfilme: Von Geierwally bis David Lama ������������������������������ 20 Technik: Aus Strom mach Wärme �������������������������������������������� 22 Selbstgemacht: Säfte aus Blüten �������������������������������������������� 23 Studie: Ohne Öl geht’s nicht ���������������������������������������������������� 24 Kolumne: „Strom, den niemand braucht“ �������������������������������� 25 Rätselspaß: Gewinne zum Vernaschen ������������������������������������ 26 Im Fokus: Die größte schwimmende Plattform ����������������������  unsere wärme 2·16 Martin Reichard IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Heizen mit Öl GmbH, 1020 Wien, Untere Donaustr. 13– 15/3. OG, Tel.: 01/890 90 36, Fax: 01/890 90 36-50 Geschäftsführer: Mag. Martin Reichard Unternehmensgegenstand: Förderung des Austausches von Ölheizungsanlagen durch Anreizbildung für den umwelt- und klimafreundlichen Ersatz von alten Heizungs­ anlagen durch moderne, sparsame und effiziente Ölheizungsanlagen. Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Tel.: (01) 546 64-0, E-Mail: office@wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Martin Reichard (HMÖ); Marketing: Elisabeth-Klara Betes-Kummer Redaktion: Mag. Reinhard Ebner Grafik/Layout: Make Media Mediendienstleistungen OG Titelbild: Kaprun Tourismus/Niki Faistauer Druck: LEYKAM Let’s Print, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Auflage: 76.749 Stück 3

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I M F OKUS Foto: Eni Norge 4   unsere wärme 2·16

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I M F O K US ie weltgrößte schwimmende Ölplattform befindet sich in der Barentssee. Errichtet wurde sie von Eni rund 90 Kilometer nordwestlich von Hammerfest. Mit Energie wird sie von der norwegischen Küste über das bislang längste Stromkabel versorgt; so können bis zu 50 Prozent an CO2-Emissionen eingespart werden. Am Bild zu sehen sind diese Kabel sowie die acht bislang durchgeführten Bohrungen. Fünf davon dienen der Ölförderung, über zwei wird das mitgeförderte Gas wieder ins Ölfeld zurückgepumpt, über ein weiteres das gereinigte Wasser. Geplant sind insgesamt 22 Bohrungen. Die Förderkapazität liegt bei 100.000 Barrel am Tag, die Lagerkapazität bei 950.000 Fässern. Diese wird man auch brauchen: Die Ölreserven vor Ort werden auf 180 Mio. Barrel geschätzt! D  unsere wärme 2·16 5

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K UR Z M ELDUNGEN Wussten Sie schon? Sie gilt als schönste Höhle der Welt, ihre Gestalt verdankt sie Mineralbildung und Erosion durch freigesetzte Gase aus natürlichen Erdöllagern: Die Lechugilla-Tropfsteinhöhle findet sich im Nationalpark Carlsbad Caverns in New Mexico. Nur wenige Forscher haben das Privileg, dieses einzigartige Höhlensystem zu betreten. Das Besondere sind die oft meterhohen Kristallbildungen aus Schwefel oder Aragonit und die mit mehr als sechs Metern höchsten Gipskristalle der Welt. Vermessen wurde die Höhle bislang auf einer Länge von 222 Kilometern, womit sie zu den längsten der Welt gehört. Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h im Inneren lassen eine wesentlich größere Ausdehnung vermuten. Entdeckt wurde Lechugilla erst 1986: Der Eingang war völ­ lig von Fledermauskot verdeckt.  50 % Um die Hälfte ließen sich CO2-Emissionen reduzieren, wenn Kohle durch Erdgas in der Stromerzeugung ersetzt würde. Zu diesem Schluss kommt eine Klima-Initiative, der unter anderem BP angehört. Wer mit Öl heizt, spart „Wer mit Öl heizt, spart“, titelte jüngst die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nachsatz: „Wer mit Gas heizt, zahlt“. Gemeint waren bevorstehende Nebenkosten-Abrechnungen deutscher Mieter. Mieter, in deren Häusern mit Öl geheizt wird, könnten mit einer erfreulichen Überraschung rechnen: Obwohl im Vorjahr wegen des kälteren Winters und Frühjahrs mehr geheizt wurde als 2014, sanken die Heizölkosten um 15 bis 20 Prozent. Mieter einer 70 Quadratmeter-Wohnung sparten so bis zu 186 Euro. Kein Wunder, dass auch der Verkauf von Ölheizungen im Vorjahr um 30 Prozent sowie heuer bislang um weitere 20 Prozent in Deutschland zulegte. Mieter in Häusern mit Gasheizung hätten hingegen mit erhöhten Kosten zu rechnen. Der Rückgang des Gaspreises um 1,5 Prozent konnte weder den Verbrauchsanstieg noch die Fixkosten für Ablesefirma und Wartung wettmachen. Steffen Bukold vom Beratungsunternehmen Energy Comment: „Die Einsparung bei der Gasbeschaffung wird nur zum Teil an die Privatkunden weitergegeben. Die höheren Margen bleiben bei den Gashändlern, den überregionalen Gasversorgern und den Stadtwerken.“  OMV mischt im Iran mit Nach dem Ende der Sanktionen will der Iran im Ölgeschäft durchstarten. Die OMV nutzt die Chance und hat eine Absichtserklärung mit der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC unterzeichnet. Es geht dabei vorerst um die gemeinsame Untersuchung von Ölfeldern im westiranischen Gebiet Zagros. Geplant sind weiters technologische Kooperationen bei der Forschung sowie Swap-Geschäfte mit Rohöl- und Erdölprodukten. Zudem haben die OMV und NIOC die gemeinsame Erhebung des Kohlenwasserstoff-Potenzials im Fars-Gebiet vereinbart. OMV-Generaldirektor Rainer Seele: „Das ist ein wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme der Aktivitäten im Iran, die auf unseren früheren positiven Erfahrungen im Land aufbaut.“ Möglich sei eine Zusammenarbeit in der Exploration und Entwicklung von Öl und Gas.  6   unsere wärme 2·16

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KU RZ M E LDU N G E N Fotos: Wikicommons/Dave Bunnell, Thinkstock, Claude Truong-Ngoc/Wikimedia Commons, Privat Energiespar-Tipps für die heiße Zeit Die Heizung kann im Sommer ausgeschaltet bleiben. Das hilft schon mal, Energie zu sparen. Wer unseren Tipps folgt, dem bleibt sogar noch mehr in der Geldbörse. 1. Es geht auch ohne. Lüften Sie ausgiebig in der Nacht und am frühen Morgen. Dadurch kühlen die Räume um einige Grad ab, und Sie brauchen keine Klimaanlage. Untertags bleiben die Rollos unten. Ist es dennoch zu heiß, verwenden Sie einen Ventilator. Der benötigt nur einen Bruchteil des Stroms, den ein Klimagerät verbraucht. 2. Es geht mit weniger. Für einen Kühlschrank reichen 7 °C aus, beim Gefriergerät tun’s minus 18 °C. Sollte Ihr Altgerät das Zeitliche segnen (was im Sommer besonders häufig geschieht), steigen Sie unbedingt auf eine energieeffiziente Alternative mit A++ Klassifizierung um! 3. Es geht auch so. Wäschetrockner einschalten, wenn’s draußen 30 °C hat? Ein unnötiger Luxus. Bei hohen Temperaturen trocknet die Wäsche schneller an der Luft – das spart Energie. Bereits beim Wäschewaschen spart, wer Kaltwaschmittel verwendet. 4. Es geht ohne Strom. Die Grill­saison hat begonnen! Ein Elektrogrill ist praktisch, verbraucht aber je nach Modell unter Umständen viel Strom. Daher sind die letzten Stücke Grillgut ausgeschaltet mit Restwärme zu garen. Noch besser ist es, auf einen Holzkohlegrill zurückzugreifen oder gar auf einen Gasgrill – der vereint die Vorteile von Holzkohle- und Elektrogrill.  Newsticker • • • •  sterreicher setzen auf ­ Ö Heizöl und Erneuerbare: Verbrauch stieg 2015 durch starke Heiz­ saison um drei Prozent. OMV erweitert das Tankstellen netz: 66 Hofer-Tankstellen von Ex-Rennfahrer Markus Friesacher erworben.  echnische Uni Wien kooperiert T mit Shell: Durch neue Technologie könnten 90 Prozent CO2 aus Abgasen entfernt und in der Landwirtschaft genutzt werden.  ehr Energie-Neutralität der M öffentlichen Hand: OÖ lässt Mehrfachförderung „klima­ relevanter“ Heizungen auslaufen. „Unsere Wärme“-Musterhaus: Familie Kent (Tirol) „Vor zwei Jahren habe ich einen 18 Jahre alten Ölkessel ersetzt“, schreibt uns Michael Kent. „Über die Ersparnis bei den laufenden Kosten bin ich erstaunt: 1.000 Liter Heizöl im Jahr sind ausreichend.“ „Europa als Raffinerie-­ Standort ist wichtig für die Versorgungs­ sicherheit. ­Bedeutende Effizienzsteigerungen wurden erzielt.“ Miguel Arias Cañete, EU-Energiekommissar Einsparung: beheizte Nutzfläche: 200 m² Anzahl der Bewohner: 2 Kessel-Nennleistung der Altanlage: 20 kW Kessel-Nennleistung der Neuanlage: 20 kW Heizölverbrauch vor der Sanierung: 1.800 l Heizölverbrauch nach der Sanierung: 1.000 l Maßnahmen: Öl-Brennwertkessel, 8 Heizkörper, Programmierer, Außentemperaturfühler Investition: 11.200 Euro Einsparung: 800 l Investitionskosten: 255 Euro je Prozent Einsparung 44 % Weitere Musterhaus-­ Projekte finden Sie im aktuellen Folder der Heizen mit Öl GmbH (Bestellmöglichkeit unter www.heizenmitoel.at).  unsere wärme 2·16 7

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F O RS CH UNG Glück auf! L Auf eine lange Geschichte blickt die Montan-Uni zurück. Die Forschung ist konsequent auf die Zukunft ausgerichtet. Es müssen nicht immer neue Ölfelder sein: Professor Herbert Hofstätter von der Montan-Uni Leoben hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich mehr aus bestehenden Lagerstätten holen lässt – umweltschonend. Der Name: BEER oder Bio-Enhanced Energy Recovery. ­ eoben ist unüberhörbar eine alte Bergbaustadt: „Glück auf!“, der Bergarbeitergruß, prangt in den Digitalanzeigen des Regionalbusses. Ja, selbst die Kleinen im Kindergarten beginnen ihren Tag damit. Traditionen werden hochgehalten in der steirischen Universitätsstadt, erklärt Herbert Hofstätter vom Lehrstuhl für Erd­ öl und Geothermie. Dazu zählt für Studierende auch der althergebrachte „Ledersprung“. Mit diesem werden Erstsemestrige in den Bergmannsstand aufgenommen. Zuerst nennt man Name, Herkunft und Wahlspruch. Dann heißt es: „So spring über das Leder und in den Stand des Bergbaus.“ Was es mit dem Leder auf sich hat? „Das ist das Zunftzeichen der Bergleute, das sogenannte Arschleder.“ Pardon, aber hier herrschen halt raue Sitten … 8   unsere wärme 2·16 Fotos: Montanuniversität, Reinhard Ebner Alternative Energie­ formen werden Öl nicht ersetzen. Sie sind nötig, um den wachsenden Energiebedarf der Welt zu stillen. Vom Post-Chef bis zum Erdölminister Hofstätter ist dennoch zurückgekehrt. Nach 25 Jahren bei der RAG (Rohöl AufsuchungsGesellschaft) unterrichtet er seit acht Jahren in Leoben, wo er als Student begonnen hat. Absolventen scheint eine beachtliche Karriere vorherbestimmt. Post-Chef Georg Pölzl hat hier Erdölwissenschaften studiert. Dasselbe gilt für den ehemaligen angolanischen Erdölminister. „Der hat immer gesagt:

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F O RS C H UN G Links: Prof. Hofstätter: „Mit unserem umweltschonenden Verfahren lässt sich sogar aus aufgegebenen Bohrlöchern noch etwas herausholen.“ Unten: International ist die Studentenschaft. Ende Mai fand daher wieder ein „Fest der Kulturen“ statt. Wenn ich nach Hause zurückgehe, werde ich Minister“, erinnert sich der Professor. In Zeitungskolumnen wird gern über das Ende des Öls spekuliert. Schlechte Zeiten für eine Ausbildung in diesem Bereich? Hofstätter: „Das ist ein wiederkehrendes Muster. Schon 1920 hat der Chefberater des US-Präsidenten das Ende des Öls verkündet.“ 1977 erklärte Jimmy Carter, die Ölreserven seien bis 2011 erschöpft. Fünf Jahre nach der prophezeiten Ebbe ist davon nichts zu bemerken, die Förderquoten steigen. „Wer meint, man könne von heute auf morgen aus dem Erdöl aussteigen, der irrt. Wir tun aber gut daran, alternative Energiequellen zu heben.“ Gute Voraussetzungen dafür hat laut Hofstätter die Geothermie. Küche unterschiedlicher Länder lassen sich alljährlich beim „Fest der Nationen“ erleben, das am Hauptplatz stattfindet. „Interkulturelles Zusammenleben ist bei uns ganz normal. In Leoben gibt es daher auch keine Ausländerfeindlichkeit.“ In Hofstätters Forscher-Team finden sich Studenten aus sechs Nationen. Darunter eine brasilianische Doktorandin, die untersucht, wie sich Pumpentechnologien effizienter und kostengünstiger umsetzen lassen. Ergebnis: „Selbst bei konservativster Annahme ist durch die Verwendung optimaler Werkstoffe und Steuerungssysteme ein Viertel an Primärenergie einzusparen.“ Die OPEC interessiert sich nun für diesen Ansatz. Hintergrund Die Montan-Uni Leoben ist Österreichs einzige Hochschule für Berg- und Hüttenwesen und auch international eine von wenigen Einrichtungen dieser Art. Gegründet wurde sie 1840 in Vordernberg als „Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt“, 1849 übersiedelte man nach Leoben. Die Universität mit ihren knapp 3.800 Studierenden prägt das gesellschaftliche Leben der steirischen Kleinstadt. Junge Menschen aus zahlreichen Ländern bestimmen das Stadtbild während des Semesters. In der vorlesungsfreien Zeit sperren manche der Lokale zu. Eine Universität, aber 21 Nationen „Unser Geschäft ist international“, so der Uni-Professor. Durch ihre breit gefächerte Ausbildung werden Montan-Uni-Absolventen darauf bestmöglich vorbereitet. International ist auch die Zusammensetzung der Studierenden: 21 Nationen finden sich in den 13 Universitätsgebäuden, die quer über die Innenstadt verstreut sind. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Musik und Ultraschall macht dem Bohrloch Laune Angesichts des anhaltend tiefen Preis­ niveaus von Rohöl ist nun auch die Bereitschaft Erdöl-fördernder Länder vorhanden, sich den Leobener Forschungen zu Effizienz und Möglichkeiten der Produktionssteigerung zuzuwenden. Für Letzteres ließe sich etwa Ultraschall einsetzen. „Dadurch wird das Bohrloch stimuliert, was den Zufluss von Rohöl erhöht.“  >>  unsere wärme 2·16 9

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F O RS CH UNG „Die von uns ent­wickelte ­Fracking-Methode wurde ­sogar von der Lebens­ mittel-Agentur ­begutachtet.“ Herbert Hofstätter, Montan-Universität Leoben Oben links: Bis aus China kommen die Studentinnen des Petroleum-Instituts. Die Frauenquote an der Uni liegt bei 20 Prozent – hoch für technische Berufe. Oben: Von Abdullah II. erhielt Hofstätter diese Gedenkmünze. Der jordanische König wünscht sich in Amman eine Ausbildungsstätte nach Leobener Vorbild. Links: Des Professors Duftnote: In diesem Flakon neben seinem Schreibtisch bewahrt Hofstätter immer etwas Rohöl auf. Interesse zeigen auch Pipeline-Betreiber am Einsatz von Ultraschall: Um Rohöl-Leitungen ohne großen Aufwand von Paraffin-Ablagerungen zu befreien. Hofstätters BEER – dazu rat’ ich dir! Stolz ist Hofstätter auf ein von ihm entwickeltes Verfahren, das er zum Patent angemeldet hat. Die Abkürzung BEER (Bio-Enhanced Energy Recovery) soll ganz bewusst an das Reinheitsgebot beim Bier erinnern. Es geht letztlich um eine umweltschonende Fracking-Methode. Durch Fracken wird die Ausbeute eines Ölfelds erhöht. Das ist sinnvoll, da mit herkömmlichen Methoden nur ein eher niedriger zweistelliger Prozentsatz des vorhandenen Rohöls gefördert werden kann. Hofstätters Verfahren steigert diese Quote auf bis zu 50 Prozent – und zwar ohne die Umwelt zu strapazieren. Der schlechte Ruf des Frackings rührt von US-Methoden, die dem ins Bohrloch gepumpten Wasser einen Chemie-Cocktail beisetzen. „Bei unserem Verfahren ist das nicht der Fall“, so der Professor. „Die verwendeten Zusätze wurden behördlich genehmigt und von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES als unbedenklich eingestuft.“ Man darf gespannt sein, wann das „bahnbrechende Verfahren“ (Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner), das in Deutschland bereits erfolgreich getestet wurde, international im großen Stil eingesetzt wird.  10   unsere wärme 2·16

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KO S T E N- U ND P RE I S V E RG L E I C H Der Vergleich macht sicher Heizen mit Öl ist bequem, effizient, modern und sauber. Noch was? Ach ja, es ist besonders günstig! Im aktuellen Vollkostenvergleich schlägt es andere Wärmeträger um Längen. ­ Heizöl EL Erdgas Pellets Brennholz Flüssiggas Fernwärme Erdwärme Der Vollkostenvergleich für Mai 2016 (Stichtag: 24. 5.) gemäß ÖNORM basiert auf der beispielhaften Berechnung einer Modernisierung der Heizungsanlage in einem EinfamilienHaushalt. Angenommener Betrachtungszeitraum: 15 Jahre. Technik: Heizöl, Erdgas u. FG auf Brennwertbasis (Erdgas Hi = 10,09 kWh/m³ und Ho = 11,20 – 11,24 kWh/m³) Preise/Kosten: Preise inkl. aller Steuern. Quellen: WKÖ, propellets, AK, LWK, Handel, 9 Landesenergieversorger, HmÖ verbrauchsgebundene Kosten: Brennstoffkosten, Transport, Nebenkosten, Hilfsenergie kapitalgebundene Kosten: Wärmeerzeuger, Umformerstation, Abgasanlage, Kleinmaterial, Installation, Anschlussgebühren, Grabarbeiten, Entsorgung und Reinigung betriebsgebundene Kosten: Instandhaltung, Wartung, Service und Reinigung der Anlage, Energiekostenabrechnung Berechnungen: IWO-Österreich nach Modernisierung/Erneuerung einer bestehenden Ölheizung; Variantenberechnung mit verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen nach ÖNORM M 7140 Nutzwärmeverbrauch: 15.000 kWh/Jahr Grafiken: IWO Der Preis für Heizöl Extra Leicht bleibt auf niedrigem Niveau.  unsere wärme 2·16 11

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R E I SEN Die Stadt, die zum Himmel strebt Abu Dhabi wächst – nach oben. Den Aufstieg verdankt die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate dem Öl. Begonnen hat sie als kleine Perlen­ ­ taucher-Siedlung. Multikulturelles Emirat Überraschend ist die Internationalität der Stadt am Persischen Golf. Unter den 1,5  Millionen Einwohnern finden sich viele Iraner und Asiaten, vor allem aus Indien und Pakistan. Die multikulturelle Gesellschaft führt dazu, dass in Abu Dhabi generell ein toleranteres Klima herrscht als in anderen isla- 12   unsere wärme 2·16 Fotos: Wikicommons/FritzDaCat, Elisabeth-Klara Betes-Kummer Auf der Insel ­Saadiyat entsteht ein Kulturbezirk, der ein GuggenheimMuseum ebenso beinhalten soll wie einen „Louvre Abu Dhabi“. A uf Arabisch bedeutet Abu Dhabi „Land der Gazelle“. Der Legende nach wurde der Ort gegründet, nachdem eine Gazelle ein Nomadenvolk dort zu einer Wasserstelle geführt hatte. Der verfügbare Platz war immer schon begrenzt. Abu Dhabi hat sich daher von einer Ansammlung von Palmhütten weiterentwickelt zu einer Stadt der Wolkenkratzer. Die imposanten Gebäude der National Bank, des Hotels Hilton, der Investment Authority Tower und das Hauptquartier des Telekom-Unternehmens Etisalat prägen schon von Ferne des Stadtbild. Eine Stadt, die vom Meer eingeschlossen ist, muss zwangsläufig nach oben wachsen. Ausladender sind traditionsreiche Gebäude wie der Emirates-Palast oder die Scheich- Zayid-Moschee. Das drittgrößte islamische Gotteshaus (nach den Moscheen der Pilgerstädte Mekka und Medina) bietet Platz für mehr als 40.000 Gläubige und erstaunt als architektonisches Meisterwerk mit 80 Kuppeln, rund 1.000 Säulen, vergoldeten Kronleuchtern und dem größten handgewebten Teppich der Welt.

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REISEN 1 2 [1]: Muss nicht sein: Cappuccino mit Goldstaub. ­ Kostet im Emirates-Palast rund 70 Euro. [2]: Ob Golfen, Baden oder Wassersport: Die Insel Saadiyat bietet für jeden etwas. [3]: 80 Kuppeln, 1.000 Säulen: die Scheich-ZayidMoschee. 3 [4]: Datteln finden sich in allen Variationen am Markt. 4 Info In der Vergangenheit war Abu Dhabi ein Zentrum des Perlenhandels. Erst als dieser in den 1930ern zurückging, begann die Ölförderung. Aktiv waren hier zunächst die Iraq Petroleum Company und BP. Seit einigen Jahren besteht eine strategische Zusammenarbeit zwischen der österreichischen OMV und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), die im März vertieft wurde. OMV, ADNOC und die US-Gesellschaft Occidental untersuchen gemeinsam das Potenzial unerschlossener Öl- und Gasfelder. Im Emirat sind rund zehn Prozent der weltweiten Öl- und fünf Prozent der Gasreserven. mischen Staaten: Christliche Kirchen und Hindu-Tempel finden sich hier neben Moscheen. Kinder können asiatische oder westliche Schulen besuchen. Multikulti ist auch die Gastronomie: Hungrige haben ein breites Angebot von der kleinen Shawarma bis zum Haubenrestaurant, von Fast Food bis zur südasiatischen Küche. Selbst Schweinefleisch und alkoholische Getränke sind erhältlich, der Zugang dazu wird jedoch reguliert. Kulturinsel Saadiyat inklusive „Louvre“ Berühmt ist Abu Dhabi nicht nur für das kulturelle Erbe, sondern auch für die zahlreichen aktuellen Kulturprojekte. Auf der Insel Saadiyat ist so ein Kulturbezirk im Entstehen, der ein vom Architekten Frank Gehry entworfenes Guggenheim-Museum ebenso beinhalten soll wie einen „Louvre Abu Dhabi“. Nach einem Museumsbesuch entspannt es sich am besten bei einem Spaziergang über die acht Kilometer lange Promenade, die Corniche genannt wird und von Cafés, Restaurants und einem Strandpark gesäumt ist. Öffentliche Strände finden sich auf der zum Stadtgebiet gehörigen Insel Saadiyat mit ihren Golfplätzen und dem superluxuriösen Monte Carlo Beach Club. Wer’s ganz ausgefallen mag, der übernachtet auf der Nachbarinsel Yas, und zwar im Yas Viceroy, dem einzigen Hotel der Welt, das eine Formel 1-Strecke überspannt.   unsere wärme 2·16 13

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S E RVICE-T EIL ZU R ENTNAHME Pack die Badehose ein! Sommerzeit ist Badezeit. Dabei müssen es nicht immer Neusiedler-, Bodenoder Attersee sein. „Unsere Wärme“ stellt einige der Juwelen unter Österreichs Badeseen vor. Lunzer See (NÖ) Das „Meer der Lunzer“ ist der einzige natürliche See Niederösterreichs. Besonderheiten sind ein Seebad mit Sprungturm und die Seebühne am Westufer. Während des Monats Juli findet hier ein Sommerfestival für zeitgenössische Musik statt. Nach dem Kulturgenuss geht’s am besten zum Restaurant mit Seeterrasse direkt an der Promenade. Neufelder See (B) Ob Tauchen, Segeln, Surfen, F ­ ischen, Campen oder Beachvolleyball-Spielen – am Neufelder See ist Gelegenheit für alle Freizeitbetätigungen. Das Angebot reicht von zwei Spielplätzen über Skaterpark und Streetball-Anlage bis hin zu einem vorgewärmten Kleinkinderbecken und einer Riesenrutsche. Dank kostenloser Kinderanimation können sich auch die Eltern entspannen. Alter Rhein (V) Die Vorarlberger baden gern in den malerischen Au-Landschaften des Alten Rheins, wo sich der Biber wieder angesiedelt hat. Das Naherholungsgebiet reicht von Bodensee am Rheinspitz die Grenze entlang bis zur Neuen Rheinbrücke zwischen Lustenau und Höchst. Dort findet sich mit dem Bruggerloch, einem ehemaligen Baggersee, eine der beliebtesten Badestellen. Badeteich Hirschstetten (W) Der 22. Wiener Gemeindebezirk birgt besonders schöne Natur­ badeplätze. Durch gute Wasser­ qualität und naturnahe Anlage besticht der Badeteich Hirschstet­ ten. Groß­ zügige Wiesenflächen mit schatten­ spendenden Bäu­ men laden zum Entspannen. Be­ liebt sind die zahlreichen Spiel­ möglichkeiten für Kinder sowie Kletter­ wand und -gerüst für passionierte Kraxler. 14   unsere wärme 2·16

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S E RV I C E -T E I L Z U R E N T N A H M E Mondsee (OÖ) Stubenbergsee (ST) Viel über die Region zu erzählen weiß der Schiffskapitän, der mit zur einstündigen Rundfahrt über den steirischen Stubenbergsee nimmt. In den Eintrittspreis der Tageskarte ist dies bereits inkludiert. Der See zählt zu den wärmsten in Österreich. Aktive nutzen den Sport- und Freizeitpark, die Surfund Segelschule oder die Lauf- und Skate-Strecke um den See. ­ Den Mondsee mit der imposanten Drachenwand kennen viele nur vom Vorbeifahren. Dabei handelt es sich mit bis zu 26 °C im Sommer um den wärmsten Badesee des Salzkammerguts (gemeinsam mit dem Irrsee, von dem unser Cover-Foto stammt). Wie groß er tatsächlich ist, sieht man erst, wenn man die Autobahn verlässt. Oder vom Schafberg, dessen Aussichtspunkt per Zahnradbahn zu erreichen ist. Klopeiner See (K) Kärnten leidet keinen Mangel an Seen, aber der Klopeiner See ist einzigartig: Der nach eigenen Angaben „wärmste Badesee Europas“ kommt im Sommer auf Wassertemperaturen bis zu 28 °C. Dennoch weist er Trinkwasserqualität auf. An seinen Ufern findet sich eine der wenigen durchgehenden Seepromenaden. Umrahmt wird das alles von den Karawanken und der Saualm. Fuschlsee (S) Lohnend ist der zwölf Kilometer lange Rundwanderweg um den Salzburger Fuschlsee. Wer nicht die gesamte Strecke gehen möchte, kann mit einer Zille von der Anlegestelle Schloss­ fischerei zurückzufahren. Fangfrischen Fisch genießt man auf der Seeterrasse des Schlossrestaurants. Bekannt ist das Schloss ­ Fuschl Resort insbesondere für die im Ganzen geräucherten Forellen und Saiblinge. Achensee (T) Der größte See Tirols (Fläche: nahezu sieben Quadratkilometer) ist auf Familien ausgerichtet. Zu den Attraktionen zählen Spielefeste, familienfreundliche Wanderungen, Spielplätze, ein Minigolfplatz und ein Waldhochseilgarten. Wegen der stabilen Windverhältnisse ist der Achensee häufig Austragungsort von Staats-, Europa- und sogar Weltmeisterschaften im Segeln. Fotos: Marktgemeinde Lustenau, Achensee Tourismus, Tourismusverband Hof, Florian Mori, Steiermark Tourismus/Hans Wiesenhofer, Hotel Mondsee, Mostviertel Tourismus/Weinfranz.at, Blumengärten Hirschstetten, www.romanseidl.com,  unsere wärme 2·16 15

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