VNW Magazin 3/2011

 

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VNW Magazin 3/2011

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magazin 03 i i vn w-n a chri cht e n 16 kommt da s ih ome de s ign als strate gie 26 i ni cht gerechtfe rtig t de n a tricks t m it ohnehinkosten 44 i beru fsna chw u c hs f e hlt pe rs o n alm an age r sind gefor der t vnw-arbeitstagung 19 bis 21 september 2011 in lübeck 0311 verband norddeutscher wohnungsunternehmen e v in kooperation mit dem vdw niedersachsen bremen

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wohnen mit mehrwert ihre vorteile einer kooperation mit der telekom profitieren sie von den exklusiven kooperationsangeboten heben sie sich von der konkurrenz ab mit exklusiven angeboten für ihre mieter fernsehen internet telefon und mobilfunk ­ alles aus einer hand ohne mehrkosten für sie da keine investition in bestehende inhouse-netzstruktur notwendig interessante kooperations und beteiligungsmodelle für die wohnungswirtschaft innovative lösungen für wohnungswirtschaftsunternehmen metering-dienste health-care-lösungen attraktive tv-versorgungsmodelle neben der digitalen tv-grundversorgung auch zielgruppenspezifische zusatzversorgung möglich ftth glasfaserausbau ­ die überlegene zukunftstechnologie für exzellente Übertragungsgeschwindigkeiten und große datenmengen jetzt auf digit ale tv-grundng versorgu setzen wir beraten sie gern unser vertriebsverantwortlicher informiert sie kompetent ausführlich und völlig unverbindlich über die vorteile für ihre mieter nehmen sie einfach kontakt auf jörg hornbüssel telefon 0170 5520865 joerg.hornbuessel@telekom.de

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i n halt t ite l f oto neubaum ön k ho ferweg 1 9 3 ­ 10 5 i n l ü beck v e rein igt e bau genos sen sc haft e n l üb eck egma ga z i n 03 11 02 03 vnw in halt i i vor wort vnw-nachrichten 09 12 16 20 26 30 34 36 38 thema 0311 44 48 iiiiiiiiiii integration und medien netzwerk nachbarschaft serie design serie städtebauförderung wirtschaftlichkeit von modernisierungen rauchwarnmelder darlehens und beleihungsmanagement genossenschaftliche sparabteilungen unternehmensporträt wiro rostock personalmanagement werkstudenten 49 vnw i vnw-nachrichten » esist besser gutzusein a l s originell zusein « ludwigmiesvanderrohe deutschera rc hitekt 18 8 6 ­ 196 9

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jutta b lan ka u sen ato ri n fü r sta dtentwi ck lu ng u nd u m welt der freien u nd ha nses ta dt ha m bu rg i ma ga z in 03 11 sehr geehrte damen und herren der neue hamburger senat will die situation am woh nungsmarkt verbessern vor allem haushalte mit ge ringem einkommen die auf preisgünstige wohnungen angewiesen sind sowie kinderreiche familien haben es am markt schwer in den nachgefragten innerstäd tischen quartieren stehen selbst haushalte mit mitt lerem einkommen vor dem problem eine bezahlbare wohnung zu finden die ursache dieses problems ist der unzureichende wohnungsbau der letzten zehn jahre daher wollen wir die voraussetzungen für den bau von jährlich 6.000 wohnungen schaffen davon sollen jährlich 2.000 geförderte neue mietwohnungen sein mindes tens 1.200 wohneinheiten davon für die klassische zielgruppe diese umfasst in hamburg rund die hälfte der mieterhaushalte mittleren einkommensgruppen bieten wir ein förder programm an das auch an den teureren innerstädti schen standorten greifen soll darüber hinaus wollen wir potentialangebote in den beständen erhalten um vordringlich wohnungs suchenden eine wohnung anbieten zu können für den klimaschutz und für die senkung von ener giekosten sorgen wir für investitionen in energetische verbesserung der wohnungsbestände ohne die zah lungsfähigkeit der mieter zu überfordern oder einkom mensschwache mieter aus den verbesserten beständen zu verdrängen mieterhöhungen aus der energetischen verbesserung müssen in einem klaren verhältnis zu einsparungen der mieter stehen um diese ambitionierten ziele zu erreichen brauchen wir eine gemeinsame kraftanstrengung wir streben daher eine enge zusammenarbeit mit allen investoren gruppen in einem bündnis für das wohnen in ham burg an wir beziehen auch die interessen der mieter und ihre interessenvertretungen in das bündnis ein eine entscheidende erfolgsbedingung des bündnis ses ist die mitwirkung der wohnungswirtschaft ihre verbände ­ so auch der vnw ­ besitzen hierbei eine zentrale rolle in hamburg sind wir in der glücklichen lage auf starke partner und eine jahrzehntelang eingespielte gute zusammenarbeit zurückgreifen zu können ich wünsche dem vnw und seinen mitgliedsunterneh men anlässlich des verbandstages weiterhin viel erfolg und freue mich auf die kooperation im bündnis für das wohnen vorw ort mit freundlichen grüßen jutta blankau 2

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un te rn e h m ens befra gu n g 2 0 1 1 der verband der zukunft ­ vnw und prüfungsdienst ausgesprochen gut beurteilt ma ga z in 03 11 die bedeu tu ng desvnw al s b er at er se i ner mitgli ed su n t er n e hm enwirdindenkomm en denjahrenwe it er zu n e hm e n mit sei nem dienstleistungsangebot wird er seine v e rb ands mit glieder zu v e rläs sigin di e z uku nftbe gl e it en d as sindk er n au s s agen de r zu ku n f ts werk stat tvnw age n d a 2025 mit unserem partner analyse konzepte haben wir anfang 2011 anonym und statistisch fundiert über 50 mitgliedsunternehmen über die zufriedenheit mit ihrem vnw und dessen strategische ausrichtung befragt die funktionen des vnw als interessenvertretung und als fachlicher berater für seine mitglieder war den befragten am wichtigsten die themenkreise demografie migration und integration sowie energiefragen neue baumaterialien bau und haustechnik gewinnen in zukunft an bedeutung die verbandsinformationen sollen zukünftig noch mehr über die internetseite des vnw verbreitet werden nahezu alle befragten waren einhellig der meinung dass der vnw als drei-länder-verband mit einer starken regionalen interessenvertretung in zusammenarbeit mit dem gdw die interessen der mitgliedsunternehmen vertreten soll verbandsdirektor dr joachim wege mit der zukunftswerkstatt agenda 2025 schauen wir nicht in die glaskugel sondern wollen unsere mitgliedsunternehmen aktiv in die zukunft begleiten es ist wichtig als verband den kompass auf die zukunft auszurichten dazu gehört die unternehmensbefragung als ehrliche standortbestimmung sehr wichtig sind für uns die hinweise der befragten auf mögliche verbesserungen diese potentiale werden wir engagiert angehen so werden wir u a die digitalisierung unseres informationsangebotes weiter vorantreiben und im bildungsbereich erste online-seminare anbieten der werkstattbericht stellen wir allen mitgliedsunternehmen nach dem verbandstag zur verfügung dort finden sie alle aussagen im detail nachrichten 3

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vnw genossenschaftstag 2011 ­ genossenschaften gestalten wohnzukunft xxx xx ma ga z in 03 11 vo nantjeb as s e gemeinsam die chancen nutzen mit dieser auffo rd eru n g er ö f fn et e v er b a n dsdi rek t or d r jo ac hi m w eg e am 5 m ai 2 011 den g e n oss en s c haft s ta ginrostock wa rnem ün d e 1 5 5 teiln ehm e r st ellt en si ch i n e in e m z we it ägi ge n pr o gr ammmitvo rt r ä genu nd diskussionsrunden den energe tis ch enundd em o gr a p hi s c he n hera u sf o rd eru ngen diese umrüstung verlange kraftanstrengungen und geld in einer größenordnung des wohnungsbaus der nachkriegszeit stellte wege fest und rief dazu auf die zeichen der zeit zu erkennen und rechtzeitig das generationsübergreifende wohnen mit altersspezifischen serviceangeboten als kernkompetenz zu besetzen integrative leistungen blieben angesichts wachsender mobilität und migration gefordert dr daniel maerki geschäftsführer des schweizer verbandes für wohnungswesen verdeutlichte in seinem vortrag unter dem titel wohntrends 2025 am beispiel von smart homes die notwendige vernetzung von ökologie soziologie und zielgruppenspezifischer kommunikation professor dr dieter otten universität osnabrück begeisterte mit einem alter-limes als psycho-soziales konstrukt er vertrat seine these die jahrgänge `39 bis `64 blieben nicht bloß der ausschlaggebenden wählerblock bis 2025 sondern wollten aufgrund zunehmender altersirrelevanz auch über die dysfunktionale pensionierungsgrenze hinaus weiterarbeiten und so die gesellschaft revolutionieren dr claus wedemeier vom gdw bemerkte in seiner moderation der gesprächsrunde vernetztes wohnen es fehle ein allgemeingültiges gesamtkonzept der verbandsdirektor sächsischer wohnungsgenossenschaften dr axel viehweger vorstand uwe wachsmann von der marzahner tor eg und david wilde vorstand hattinger eg präsentierten einzelne projektverläufe zu den themen altern lebenswert gestalten wohnfühlwohnen für unterschiedliche ansprüche und hwg-tv serviceleistung für die mitglieder 4

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v.l.n.r dr joachim wege marko lohmann axel gedaschko rené gansewig helmut knüpp strategische unternehmensführung mit kennzahlen stellte prüfungsdirektor gerhard viemann vor petra böhme vorstand der altoba veranschaulichte das thema mit einem beispiel aus dem bereich personal mitarbeiter des hamburger unternehmens prägten maßgeblich dessen leitbild im rahmen einer zukunftswerkstatt unter dem titel kommunikation und selbstverwaltung referierte iris beuerle vom vnw über die stärkung von mitgestaltung als eine der wichtigsten zukunftsaufgaben bei genossenschaften zur beteiligung der mitglieder sprach vorstand ulrich bimberg vom spar und bauverein solingen eg raimund dankowski vorstandsvorsitzender des selbsthilfe bauverein flensburg über genossenschaf ten leben beim sbv und hans-ulrich behr aufsichtsrat der baugenossenschaft dhu eg über neue wege der zusammenarbeit der organe abschließend diskutierten gdw-präsident axel gedaschko marko lohmann vorstand gemeinnützige baugenossenschaft bergedorf-bille eg rené gansewig vorstand der neuwoba eg und helmut knüpp vorstandsvorsitzender der wankendorfer baugenossenschaft für schleswig holstein eg auf dem von dr joachim wege moderierten podium der markenkern der genossenschaften sei abhängig von gesellschaftlichen themen deren sozialer marktwert jedoch leider nicht messbar sei ma ga z in 03 11 nachrichten regionalkonferenz der amvw die a rb e i tsg emeinsc haf t me c k l en b u rg is ch vo rp om m er s c her wohnun gs unterne hmene v f ü hr t e am 6 ap r i l 2 0 1 1 inrost ock e in e r e gi o n al konf er e n z zu samm e n mit derk fw u n d 7 0 teil nehm ernaus de r wo hn u n gs wirtsc haft desl an d es du rch die veränderungen in den wohnungswirtschaftlichen kfw-programmen trug eckard von schwerin kfw vor einen weiteren schwerpunkt setzte christian schwabe abteilungsleiter bau im ministerium für verkehr bau und landesentwicklung mecklenburg-vorpommern mit rahmenbedingungen der wohnraum und städtebauförderung 2011 danach würden die vorschläge der amvw zur novellierung der wohnraumförderung des landes einer sachlichen umsetzbarkeitsprüfung unterzogen die vorschläge beziehen sich auf l ein neubauprogramm für barrierefreie und l den wegfall der bindung an betreuungskonzepte bei förderung der schaffung von altengerechten miet und genossenschaftswohnungen sowie anhebung der zulässigen netto-kalt-miete von bisher 4,75 euro/m² auf 5,50 euro/m² nachmittags stellten reinhard dankert landesbeauftragter für den datenschutz mecklenburg-vorpommern und sein mitarbeiter ralf hellwig ihre sicht auf den datenschutz der wohnungswirtschaft vor den beschluss des sogenannten düsseldorfer kreises vom 22 oktober 2010 einem zusammenschluss der landesdatenbeauftragten kritisierte der für viele wohnungsunternehmen als externer datenschutzbeauftragter tätige ra und vnw justiziar rainer maaß in einem co-referat altengerechte wohnungen l die nachrüstung von personenaufzügen auch wenn sie auf den zwischenpodesten halten 5

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ma ga z in 03 11 fot os t hi es i bo ld hamb urg olaf scholz besucht ahw-mitgliederversammlung 2 2 ta g e na c h s ei nerv er ei d i gu n g s tattete h a mb u rg s er sterb ü r ge r m ei s t er ola f s ch olzder ar beits ge m ei n s c haf t ha m bu rg e r wo hn u n gs untern ehm e n ahw sei nen a n trittsb esuchab inder ahw mi tgliede rv ers a mml ungam 2 9 m är z 2 0 11 e r lä u terte e r in e in e m 3 0 -m i n ü t i ge n s tat em e nt di e sch w erp u nk t e s ei nerre gi er u n gs po litik dernä ch s t en vierj ahr e ein zentrales thema dabei ist die wohnraumversorgung in hamburg und das ziel des alleinregierenden spd-senates den bau von 6.000 wohnungen jährlich zu ermöglichen da aber weder der erste bürgermeister noch die stadtentwicklungsbehörde diese wohnungen selbst bauen sind wir insbesondere auch auf die unterstützung der in der ahw zusammengeschlossenen wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften angewiesen betonte scholz und kündigte an ziele und rahmenbedingungen hierfür gemeinsam mit der wohnungswirtschaft in einem pakt für das wohnen zu vereinbaren holger kowalski vorsitzender der ahw dankte scholz für seine ausführungen und wertete dessen besuch als starkes signal das bei den ahw-mitgliedern für eine gewisse aufbruchstimmung sorge eine umfrage bei den mitgliedsunternehmen habe ergeben dass sie spätestens ab 2013 eine neubauleistung von rund 1.800 wohnungen erbringen könnten das seien 30 prozent der anvisierten 6.000 wohnungen und entspreche dem anteil der ahw-mitglieder am hamburger gesamt-wohnungsbestand voraussetzung dafür sei allerdings dass der senat gemeinsam mit den bezirken ­ wie von ahw und vnw gefordert ­ grünes licht für den wohnungsbau gebe v.l.n.r marko lohmann olaf scholz und holger kowalski 6

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alfa nord ­ wie geht es weiter die zi eledes pr ojekt es alfa nord ­ ene rg ie e f f iz ie nzundb et r i eb skost en s e n ku ng du rch g e rin gi nves ti v e m as s n ahm e n ­ sollen auf zwei ebenen umgesetzt werden l technisch durch optimierung der anlagentechnik mwh m²a energieeinsparung und 1.400 t co2 reduktion pro jahr im april 2011 fand im vnw ein erster workshop mit den alfa nord partnern statt um die nächsten projektschritte für die technische planung und umsetzung zu strukturieren und zu dokumentieren sowie verschiedene themenfelder auf den weg zu bringen alfa nord unterscheidet sich vom üblichen optimierungsprozess durch die einbindung von partnern aus industrie planung handwerk beratung forschung und dienstleistung die vorteile liegen in der differenzierten sachkompetenz und herangehensweise sowie den produkt und dienstleistungsbezogenen unterstützungsmöglichkeiten der partner im laufe der nächsten monate werden optimierungsvorschläge und maßnahmenpakete entwickelt und mit den wohnungsunternehmen in workshops erörtert angestrebt ist eine umsetzung der maßnahmen bis zum beginn der heizperiode 2011 in konkreten gebäuden l strategisch durch kompetenzstärkung wie qualifizierungsmaßnahmen der am bau beteiligten informationen energiemanagement und nutzereinbindung im ergebnis werden übertragbare maßnahmenmuster und verbindliche kosten-nutzen-daten angestrebt für die wissenschaftliche begleitung des projektes werden derzeit gespräche mit der hochschule für angewandte wissenschaften in hamburg haw geführt die sich u a mit der auswertung der daten und der übertragbarkeit der maßnahmen beschäftigen soll 65 gebäude und gebäudegruppen von 20 mitgliedsunternehmen des vnw sind am projekt alfa nord beteiligt die grobanalyse dieser gebäude ergab 2009 einen gesamtverbrauch von 40.000 mwh m²a auf der basis des vnw-energiebenchmarks wurde ein einsparpotential von i m 17 prozent ermittelt dass entspricht ca 6.000 ma ga z in 03 11 nachrichten info für den herbst ist eine vnw-fachveranstaltung energieeffizienz geplant berufsschulzeugnisse übergeben a m 1 5 a p ril 2 0 1 1 en detemit fei erli cher üb e rg abeder ab s c hlu s s zeu gn issedie sc h u lisch eausbi ld ungf ür diedrei kla sse ndes 3 l e hr j ahr esderimmobilie nk au fleu te derb er u fli c he n s c hul e wa ren mü rit z finanziert durch den verband norddeutscher wohnungsunternehmen e v wird dieser schulabschluss mit einer schifffahrt über die müritz bei bestem frühlingswetter allen beteiligten in guter erinnerung bleiben liane hercher vnw e v wies die künftigen kaufleute der immobilienwirtschaft in einem grußwort auf die verbesserten chancen hin in der wohnungswirtschaft nach erfolgreichen prüfungen einen arbeitsplatz zu erhalten blumen für junge immobilienkaufleute die demografie macht auch vor der wohnungswirtschaft nicht halt qualifizierter nachwuchs wird zunehmend nachgefragt 7

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a s hw wo hnun gs b au polit ik inde uts chla nd große ziele ­ schlechte rahmenbedingungen vo nant je b as seanl ä s sl ich derj ahr e shau ptvers am mlungder ar beits ge m ei n s c haf t s c hleswi gh ol s te in is c he r wo hnun gs u n t er nehmen a s hw a m 6 ap r i l 2 0 1 1 i m at l an t ic ho tel kie l krit is iertedervorsitz en deraimu nd d a n ko wsk idied er ze i t i ge wohnu ngsp ol i t ik schar f vor 80 teilnehmern darunter dr christian von boetticher cdu-landesvorsitzender und spitzenkandidat für die landtagswahl 2012 und torsten albig kieler oberbürgermeister und spd-spitzenkandidat für die landtagswahl warnte der ashw-vorsitzende die politik davor mit dem größten handicap der wohnungswirtschaft der immobilität ihrer wohnungen zu kalkulieren nur so seien die stetig wachsenden belastungen für die branche zu erklären das vertrauen der wohnungswirtschaft in die verlässlichkeit der rahmenbedingungen sei gestört so dankowski der bund schaffe die kfw-wohnungsbauförderung und städtebauförderung nun offenbar ganz ab die eckpunkte für den bundes-haushalt 2012 ließen kaum einen anderen schluss zu bislang sei auch nicht erkennbar dass der bund im gegenzug die ordnungsrechtlichen vorgaben für das energieeffiziente bauen auf ein wirtschaftlich tragfähiges maß beschränkt damit erkläre sich der bundesbauminister bei einer seiner kernaufgaben de facto für nicht mehr zuständig gleichzeitig überrasche die vom bund bezahlte deutsche energie-agentur dena mit der vermutung dass klimaschutz im wohnungsbau immer wirtschaftlich sei dankowski die dena unterstellt wir würden unsere häuser systematisch herunterwirtschaften daher sei der löwenanteil der klimainvestitionen instandhaltung und die paar euro für dämmung refinanzierten sich allein aus den ersparten heizkosten angesichts derart schräger thesen frage ich mich ob es beim bund keine ansprechpartner gibt die ansatzweise mit den praktischen grundlagen und rechtlichen hintergründen der hausbewirtschaftung vertraut sind dankowski lobte die auf landesebene gute zusammenarbeit ein aktuelles beispiel dafür sei der klimapakt wohnen anhand aktueller zahlen habe die ashw belegt dass die freiwillige klimakooperation funktioniere in eigenen beiträgen äußerten sich dr christian von boetticher und torsten albig zu den perspektiven der wohnungspolitik in schleswig-holstein der cdu-vorsitzende unterstrich die notwendigkeit der haushaltskonsolidierung auf landes und auf bundesebene allerdings müssten die belastungen gerecht verteilt werden torsten albig verwies auf die herausforderungen denen sich die wohnungswirtschaft aber auch die kommunen stellen müssten stadtumbau bzw stadtentwicklung seinen zentrale zukunftsaufgaben aus heutiger sicht sei der verkauf kommunaler wohnungsunternehmen ein fehler dadurch fehle ein zentrales instrument für eine zukunftsorientierte stadtentwicklung nachrichten ma ga z in 03 11 raimund dankowski torsten albig christian von boetticher 8

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stefan luft pri vatdo z ent a m in stitut fü r polit i k wi ssenscha ft der u ni v ersi tä t brem en von 1995 bis 1999 war er persönlicher referent und pressesprecher beim senator für inneres der freien hansestadt bremen von 1999 bis 2004 war er stellvertretender sprecher des senats zu seinen arbeitsschwerpunkten an der universität gehören die themen migration und integration dazu legte er zahlreiche veröffentlichungen vor u.a abschied von multikulti wege aus der integrationskrise 2006 sowie das buch staat und migration zur steuerbarkeit von zuwanderung und integration 2009 seine veröffentlichungen finden in der Öffentlichkeit große aufmerksamkeit er ist auch in der politikberatung tätig ­ so gehört er als ständiger sachverständiger der enquete-kommission des hessischen landtags migration und integration in hessen an i ma ga z in 03 11 integrat ion und me dien die Öf f e n tl i c he d eb at teuminte gr at ionvon zu wa nderer n i st gek ennzei chnet du r ch m e d ie n kon junktur en zu m t hem a w i rd i ntegrati o n mei st da nn wenn defi z i te o der ska ndaleaus ge mac ht w er d en geli ng ende i ntegrat ionfä llt i n den ro u tinen des al ltag s k au m au f glei c hz e i ti g b e harren m einun gsfü hrer darau f z u wa nde ru ng als b e r e ich e ru n g zu v er s t ehen d as entspri cht a ber n icht den erfah ru ngen und der le be n sw e lt e in hei misc her s o zi al s c h wa cher i ntegrati o nspo lit i scher rea li sm u s der p rob lemeund er folgeb ei m n a men nennt a ber a uf p ola ri si eru ng ve rz i chtet erweis t sich vo r d ie s e m hi n t er gr unda ls n otwendi ger d enn je medienkonjunkturen n der öffentlichen debatte schließlich um integration zuwanderung und die rolle des islam erleben wir immer wieder medienkonjunkturen anlässe waren etwa die anschläge vom 11 september 2001 in den usa die hinrichtung des niederländischen filmemachers und provokateurs theo van gogh durch einen islamischen extremisten im november 2004 ehrenmorde an frauen wie der berliner türkin hatun sürücü im februar 2005 durch einen ihrer brüder krawalle in nachbarländern wie in frankreich im herbst 2005 oder hilferufe von lehrern in ethnischen kolonien wie des lehrer-kollegiums der rütli-schule in berlin-neukölln 2006 im vergangenen spätsommer veröffentlichte ein ehemaliger landespolitiker der dem vorstand der deutschen bundesbank angehörte ein buch ­ und die medienwelt steht kopf ein medien-tsunami erfasst die republik wie sie ihn schon lange nicht mehr erlebte der spiegel druckte teile des buches ab die bild-zeitung brachte eine serie mit der knallharten analyse des spd-politikers öffentlichrechtliche sender stellen ihr programm um und bringen sondersendungen atomausstieg bundeswehr plötzlich i scheint alles von der agenda verschwunden und es gibt nur noch ein thema thilo sarrazin und sein buch auf 464 seiten fand sich kaum etwas was nicht schon einmal gesagt nicht schon einmal kontrovers diskutiert wurde von dem wirklich gesagt werden kann ja das ist neu das ist originell auf die meisten entwicklungen die sarrazin ins feld führt ungesteuerte zuwanderung demografische entwicklung ist in den vergangenen jahren bereits von mehreren seiten hingewiesen worden gleiches gilt für untergangsszenarien für deutschland und europa ein weitgehend barrierefreier zugang zu transferleistungen lasse den aufstiegswillen erlahmen vernebele die anpassungsnotwendigkeiten von zuwanderern und verschlechterte in der folge die integration analysierte bereits walter laqueur in seinem 2008 erschienenen buch die letzten tage von europa sarrazin verknüpfte sozialdarwinismus mit neoliberalismus das ist skandalträchtig aber ebenfalls nichts wodurch die reaktionen der medien erklärt werden könnten sarrazin hält zuwanderung von muslimen für eine bedrohung weil sie integrationsunfähig seien auch das haben wir in zahllosen anti-islamischen internetforen schon des Öfteren lesen dürfen 9

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verdrängungsängste die zustimmung in der bevölkerung schien groß da ist zum einen die gruppe der einheimischen sozial schwachen die in ihren wohngebieten die zuwanderung vor der haustür vorfinden sie und ihre kinder stehen in konkurrenz um die nutzung sozialer einrichtungen und des öffentlichen raums sie fühlen sich vielfach bedroht verdrängt und fremd in der eigenen heimat hätten sie die mittel wären sie schon längst ­ wie viele vor ihnen ­ weggezogen ihnen ist zu lange gesagt worden sie müssten die zuwanderung als bereicherung betrachten ­ das konnte von dieser gruppe nur als arroganz und zynismus einer lebensfremden politischen klasse und intellektuellen elite verstanden werden die ängste dieser menschen sind zu lange ignoriert oder als ausdruck von fremdenfeindlichkeit diskreditiert worden aussagen sarrazins wie ich möchte nicht dass wir zu fremden im eigenen land werden oder ich möchte nicht dass das land meiner enkel und urenkel zu großen teilen muslimisch ist fallen hier auf fruchtbaren boden hinzu kommt die gruppe der einheimischen mittelschicht die ökonomisch bedrängt wird abstiegsängste hat und sich zunehmend verunsichert fühlt für sie sind vielfach ausländer und hartz iv-empfänger die in der hängematte des sozialstaats liegen ohnehin ein ärgernis an denen sich jederzeit empörung entzünden kann heute rächt sich dass in der ausländer und integrationsdebatte in den vergangenen jahrzehnten immer wieder die unbedingt zu wahrende identität von zuwanderern in den mittelpunkt gestellt wurde der türkische ministerpräsident erdogan hatte dies bei seinem deutschlandbesuch im februar 2008 und erneut zu beginn dieses jahres aufgegriffen es war nur eine frage der zeit bis die frage nach der identität der deutschen seite aufgegriffen wurde wie dies jetzt sarrazin tut identitätskonflikte sind von hoher politischer brisanz weil sie von allen beteiligten ­ so die geschichtliche erfahrung ­ unnachsichtig ausgefochten werden in zeiten wieder zunehmender spaltungen besteht kein vernünftiger grund weitere konfliktlinien zu verschärfen fremdheit dieser zuwanderer verstärkt wird über die ursachen von missständen in dieser gruppe diskutiert wird in der Öffentlichkeit häufig auf religion und kultur dieser gruppe verwiesen ­ dabei aber außer acht gelassen dass es sich meist um angehörige der unterschicht des herkunftslandes handelt die dort aus ländlich geprägten regionen stammen die gruppe der iraner kann alleine von der gruppengröße her keine ethnischen kolonien bilden die distanzierungsreaktionen auslösen sie ist aber auch durch elitenmigration gekennzeichnet und hat sich zu großen teilen der bürgerlichen mittelschicht angepasst sie wird in deutschland deshalb nicht als problematisch wahrgenommen in der gegenwärtigen öffentlichen debatte existiert eine ausgeprägte tendenz probleme zu islamisieren religiöse entfremdung ängste und hass gegenüber einer der großen weltreligionen verstellen den blick auf vergangenheit und gegenwart es ist kein ausweis demokratischer gesinnung und liberalität unter berufung auf die meinungs und pressefreiheit religiöse gefühle ob von muslimen oder christen nachhaltig zu verletzen für deutsche fortpflanzungs und glaubensschwäche indirekt die muslime in die verantwortung zu nehmen mag psychologisch nachvollziehbar sein ist aber abwegig hinzu kommt dass die gegenwärtige debatte gegenreaktionen provoziert ­ wie eine verstärkte hinwendung zum islam oder eine re-ethnisierung identifikative integration wird durch den öffentlichen diskurs erschwert ma ga z in 03 11 2 i ntegrati o nspo liti scher rea li sm u s bea chtet di e m echanis me nvoni ntegrati o nspro z essen integrationspolitischer realismus integrationspolitischer realismus der probleme und erfolge beim namen nennt aber auf polarisierung verzichtet erweist sich vor diesem hintergrund als notwendiger denn je einige aspekte sollen kurz angerissen werden 1 e in e r at i o n ale d e b at teverm ei det ku ltu ra li stisc he k u r zs c hl ü s s e die öffentliche debatte zu fragen der integration krankt auch daran dass es an verständnis für grundlegende mechanismen und abläufe von integrationsprozessen mangelt ­ etwa der rolle der gruppengröße der bedeutung ethnischer kolonien der mobilitätsfalle oder des negativen zusammenhangs von ethnisch-sozialen konzentrationen in wohn und schulumfeld und dem erwerb der sprache des aufnahmelandes von zahlreichen medien und politikern wird eher auf skandalisierung als auf sachliche analyse gesetzt 3 ei n r ati o na ler d i sk u rs hä lt die hi sto ri schen erfah ru ngen i m bl ick für die deutsche situation sie ist in anderen westeuropäischen staaten ähnlich spielt das faktum eine rolle dass die größte gruppe unter den ausländern ­ die türkische ­ jene gruppe ist die eine stabile ethnisch-soziale unterschicht in diesem land bildet in zahlreichen städten hat sie sich eine ethnisch ausgerichtete dienstleistungsinfrastruktur geschaffen die für zahlreiche einheimische die 10 in der migrationsgeschichte und -gegenwart werden immer wieder gruppen als fremd und bedrohlich wahrgenommen ­ das gilt für migranten unterschiedlichster herkunft iren italiener und polen die im 19 jahrhundert als bedrohung konfessioneller homogenität empfunden und rassistisch abgewertet wurden das galt für die deutschen auswanderer in den usa im 19 jahrhundert die als integrationsunwillig und -unfähig angesehen wurden das gilt für die traumatisierten deutschen vertriebenen und flüchtlinge denen insbesondere im ländlichen raum mit rassistischen stereotypen begegnet wurde.

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nicht gescheitert die deutsche integrationspolitik ist nicht gescheitert ein blick auf die europäischen nachbarstaaten zeigt dass es sowohl in frankreich als auch in großbritannien und den niederlanden in den vergangenen jahrzehnten immer massenproteste und krawalle von zuwanderern gegeben hat die es in deutschland bisher nicht gab auch ist die soziale und sozialräumliche polarisierung in den französischen großstädten wesentlich ausgeprägter als in deutschland bei schrumpfender bevölkerung wird es in zukunft nicht mehr ausreichen den akademischen nachwuchs vorwiegend aus den bildungsnahen schichten zu rekrutieren alle die dauerhaft und rechtmäßig in diesem land leben müssen eine chance bekommen sonst wird deutschland weder als exportnation erfolgreich bleiben noch als bildungsnation integration hängt wesentlich von den sozioökonomischen mega-trends ab von ihren auswirkungen sind die sozial schwachen einheimischen und die sozial schwachen zuwanderer besonders betroffen bei letzteren kommen noch spezifische ­ mit der wanderung im zusammenhang stehende ­ aspekte hinzu durch migration wird das mitgebrachte humanvermögen durch die wanderung entwertet ­ das gilt für die sprache und für die einbindung in soziale netzwerke zudem fehlen ressourcen die spezifisch für das aufnahmeland sind dort anerkannte abschlüsse informationen über bildungswege über notwendige investitionen in vor schulische bildung kulturelles wissen hinzu kommen unterschiedlich ausgeprägte soziale distanzen kulturelle präferenzen konservierung einer herkunftsidentität sowie aspekte der wanderungsgeschichte die eine erfolgreiche integration einzelner gruppen besonders erschweren können integrationspolitik muss auch berücksichtigen dass integration im städtischen kontext nur durch einen verstärkten innerstädtischen lastenausgleich erreicht werden kann integrationspolitischer realismus lässt nicht aus dem auge dass auch ein demokratischer staat nicht auf identifikation verzichten kann eine voraussetzung besteht darin den legitimen anspruch von zuwanderern anzuerkennen dass ihr kulturelles gepäck nicht missachtet wird bei aller rhetorik zu multikulturalität identität von zuwanderern und gegenseitigen aufeinanderzugehens muss integrationspolitik schließlich beachten dass auch einheimische mehrheiten die selbstverständlich keine homogene einheiten darstellen rechte haben und dass ihre veränderungsbereitschaft gerade in zeiten der globalisierung nicht überfordert wird entsprechend muss auch die zuwanderung gesteuert werden integrationspolitischer realismus verzichtet daher ebenso auf ressentimentgeladene skandalisierung und wie auf multikulturalistische stereotypisierung ma ga z in 03 11 integrat ion und me dien qualität spricht sich rum manchmal um die ganze welt mit weltweiter erfahrung in fassadendämmung immer für sie da ganz gleich ob neubau oder modernisierung ­ in allen fragen rund um die fassade stehen wir ihnen mit unserer erfahrung und unserem know-how kompetent zur seite gemeinsam sichern wir die nachhaltige werterhaltung ihres wohnungsbestands vertrauen sie dem weltmarktführer willkommen bei sto ­ www.sto.de sto ag vertriebsregion nord am knick 22-26 i 22113 oststeinbeck telefon 040 713747-100 telefax 040 713747-121 vr.nord.de@stoeu.com 11

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er dtr ud m ühlen s i amg erdtrud mühlens gründete 1992 in hamburg die kommunikationsagentur amg zuvor war sie als redakteurin in verschiedenen verlagen u.a bei gruner+jahr und heinrich bauer beschäftigt 2004 rief sie das netzwerk nachbarschaft ins leben das mittlerweile bundesweit rund 1100 initiativen umfasst das motto von erdtrud mühlens gute nachbarschaft kann viel bewegen Über die ergebnisse und die ziele ihres netzwerkes sprach die hamburgerin mit dem magazin ma ga z in 03 11 die bestätigung von eigeninitiative ist enorm wichtig m a ga zin bundesweit haben sie bereits eine vielzahl unterschiedlicher projekte über das netzwerk nachbarschaft kennen gelernt hat sie ein projekt besonders beeindruckt mühlens mich beeindrucken rundweg alle initiativen die sich im netzwerk engagieren angefangen bei den älteren nachbarn aus berlin die mit ihrer band lass krachen alter in ihrer umgebung für gute stimmung sorgen über die united nations of eimsbüttel wie die bewohner der hamburger lenzsiedlung ihr quartier nennen dort haben 3.000 nachbarn aus 60 nationen mit unterstützung der saga und der stadt 2010 ein bürgerhaus eingeweiht in dem heute sprach und computerkurse hausaufgabenhilfe sportangebote kinderclub seniorentreffs stattfinden mehrgenerationenprojekte die den zusammenhalt von jung und alt im wohnumfeld beleben wie es die nachbarn in bremerhaven-lehe oder die initiative allmende wulfsdorf e v aus schleswig-holstein leisten sind leuchtturmprojekte die nachbarn überall in deutschland wichtige impulse geben ­ ob sie nun mieter oder eigentümer sind m a ga zin der autor und illustrator janosch gehört zu den langjährigen förderern des netzwerks nachbarschaft hat unter anderem das logo gestaltet wie kam es zu der zusammenarbeit mühlens ich kenne janosch seit über 20 jahren als freund und künstler er hat sofort zugesagt das netzwerk nachbarschaft aktiv zu unterstützen und ganz entscheidend dazu beigetragen dass es so dynamisch gewachsen ist das von ihm entworfene logo zwei häuser die sich an die hand nehmen ist so eindeutig wie sein aufruf 12 liebt eure nachbarn janosch hat auch den netzwerknachbarschafts-oscar gestaltet ein straßenschild das die sieger-initiativen öffentlich auszeichnet die von ihm gestalteten preise sind sehr begehrte zertifikate für gute nachbarschaften maga zi n sie erfahren viel förderung aus der politik die bundesfamilienministerin hat die schirmherrschaft für ihre aktionen übernommen warum mühlens weil die politik erkannt hat dass sie von dem engagement der nachbarn profitiert nachbarn agieren unbürokratisch entwickeln innovative strategien und schaffen neue standards im umgang miteinander so inspirieren sie auch die lokale politik und wirken aktiv dabei mit wohnquartiere nachhaltig aufzuwerten die politik wiederum stärkt aktiven nachbarn den rücken indem sie bürokratische hürden abbaut und das beispielhafte engagement der nachbarn auszeichnet diese bestätigung von eigeninitiative ist enorm wichtig die nachbar-projekte sind ja weniger eine reaktion auf die sinkende gestaltungskraft des sozialstaates sie entstehen vielmehr aus dem bedürfnis heraus sich einzumischen und gute ideen in die tat umzusetzen besonders freut mich dass sich heute alle 16 sozialminister der bundesländer und sehr viele bürgermeister als paten für die nachbarschaftsprojekte engagieren und vor ort präsenz zeigen ministerin aygül Özkan patin für die initiativen in niedersachsen bringt es auf den punkt wenn sie sagt gelungene nachbarschaften bilden die kräftigen wurzeln unserer demokratie maga zi n welche funktion hat der expertenbeirat von netzwerk nachbarschaft?

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ma ga z in 03 11 mühlens die 24 experten stellen aktiven nachbarn ihr know-how zur verfügung sie alle haben erfahrungen mit nachbarschaftsprojekten als architekten soziologen finanzierungsexperten projektsteuerer spielplatz-planer journalisten städteplaner kennen sie die bedürfnisse der nachbarn und können deren praxis sehr effektiv beraten m a ga zin viele unserer unternehmen initiieren und unterstützen in ihren wohnanlagen nachbarschaftsprojekte wie sehen sie die rolle der wohnungswirtschaft mühlens sie spielt eine ganz entscheidende rolle weil sie einen enormen erfahrungsschatz einbringt und als motor für nachbarschaftliches engagement wirkt wohnungsgesellschaften und -genossenschaften funktionieren nicht ohne gute nachbarschaft daher unterstützen sie aktive nachbarn und beziehen sie mit in die prozesse ein das schafft eine neue wohnqualität sehr viele nachbarschafts-initiativen kommen aus dem umfeld der wohnungsunternehmen ihre projekte wirken über lokale grenzen hinaus dieses herausragende engagement nutzt die wohnungswirtschaft aus meiner sicht noch viel zu wenig für die kommunikation m a ga zin kann die wohnungswirtschaft von einer kooperation mit dem netzwerk nachbarschaft profitieren was sagen sie einem wohnungsunternehmen das sich für eine zusammenarbeit interessiert mühlens in den wohnungsunternehmen ist in den vergangenen jahren die erkenntnis gewachsen dass intakte nachbarschaften ein hoher wert sind eine wohnanlage funktioniert nicht ohne nachbarschaftlichen ansatz die unternehmen profitieren ungemein von einem starken zusammenhalt da bedingen sich unternehmens und kundenwohl gegenseitig viele wohnungsunternehmen könnten ideale partner für unser netzwerk sein das sich zum ziel gesetzt hat die kreativen potenziale in den nachbarschaften zu wecken und ein positives bild in medien Öffentlichkeit und politik zu prägen maga zi n kann es nicht auch ein risiko für ein wohnungsunternehmen sein wenn seine mieter sich organisieren mühlens im gegenteil es ist eine chance den zusammenhalt und die mieterbindung zu stärken und den eigenen handlungsspielraum zu erweitern schließlich sind die aktionen der nachbarn darauf ausgerichtet auch in schwierigem umfeld gemeinschaft herzustellen und trennendes zu überwinden selbst wenn es probleme gibt oder gerade dann ist der qualifizierte austausch mit nachbarn unabdingbar maga zi n die medien berichten häufig über konflikte zwischen nachbarn sie haben es geschafft mit aktionen und wettbewerben das interesse auf positive beispiele zu lenken was ist das erfolgsrezept mühlens als journalistin weiß ich dass medien gerne bad news zu good news machen das erfolgsrezept von netzwerk nachbarschaft ist es dass wir gute nachbarschaft offensiv kommunizieren das gelingt auch indem wir wettbewerbe und die siegerprojekte in kooperation mit den medien ausschreiben und vorstellen langjährige medienpartner von netzwerk nachbarschaft wie schöner wohnen und guter rat haben sehr viel zur bekanntheit der initiativen beigetragen auch die regionalen tageszeitungen und tv-sender die in mehrteiligen serien die wettbewerbsprojekte vorgestellt haben über unseren bürgermeister-verteiler beliefern wir auch die kommunen die diese informationen gerne veröffentlichen aktive nachbarn sind zu recht stolz auf ihre errungenschaften veröffentlichungen in der presse sind eine ganz wichtige bestätigung ihres engagements 13 n etzw erk n achba rschaft

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