Limmat Verlag, Herbst 2016

 

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Limmat Verlag, Herbst 2016

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Herbst 2016 Limmat Verlag

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2 Limmat Verlag Die Geschichte des Glarner Landarztes und ­H omöopathen Samuel Zopfy, der mit Europas b ­ erühmtesten Ärzten an Garibaldis Kranken­ l ager gerufen wurde. Garibaldis Fuss Emil Zopfi Aus dem Leben des Homöopathen Samuel Zopfy 1804–1890 Als er im Kanton Glarus lebte, erhielt Emil Zopfi ab und zu  einen kleinen Geldbetrag von der Zopfi-Stiftung in Schwanden. Ein Dr. Samuel Zopfy (1804–1890) hatte verfügt, dass ab dem hundertsten Jahr nach seinem Tod alle erwachsenen «männlichen und weiblichen Glieder des Zopfi-­ Geschlechtes» im Kanton jährlich in den Genuss der Zinsen des Stiftungsvermögens kommen sollten. Zur «künftigen ökonomischen Besserstellung des Zopfi-Geschlechtes, das mit irdischen Glücksgütern spärlich ausgestattet» sei.   Bei Recherchen zu einem anderen Buch stösst Zopfi auf eine interessante Geschichte: Im Oktober 1862 wird Dr. Zopfy mit den berühmtesten Ärzten Europas nach La Spezia ans Krankenlager des italienischen Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi gerufen, um über dessen Schussverletzung zu beraten. Wie kam der Hausarzt, Chirurg, Zahnarzt und Homöopath aus dem Glarnerland zu diesen Ehren? Was war das für ein Mensch, der sich auch als Weinbauer, Fabrikant und Erfinder betätigte?    Mit Hilfe vieler Quellen und seiner Imagination erzählt Emil Zopfi die Geschichte eines armen Bäckerssohns, der es mit Bildung zu Wohlstand und einem Renommee als Arzt und Homöopath brachte, sich im Alter aber zunehmend verkannt fühlte, vor allem auch in seiner Heimat. Garibaldis Fuss Aus dem Leben des Homöopathen Samuel Zopfy 1804–1890 ca. 160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 29.50 / € 32.– isbn 978-3-85791-808-7 Oktober Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Emil Zopf i Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. 1977 ­erschien im Limmat Verlag sein erster Roman «Jede Minute kostet 33 Franken». Seither hat er zahlreiche Romane, Sachbücher, Hörspiele, ­Kinder- und Jugendbücher verfasst. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a . mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award. Foto Marco Volken

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3 Limmat Verlag Die Schneckeninsel TatortSchweiz ca. 260 Seiten, gebunden ca. sFr. 28.– / € 28.– isbn 978-3-85791-809-4 August Tanner-Krimi Nr. 5: Drei Selbstmorde und zu viele Heimlichkeiten im reichen Mädcheninternat am idyllischen See. Tanner heuert als Koch an. Urs Schaub plan um, zur augenblicklichen Begeisterung aller. Dann steht schon der nächste Tote ins Haus. Innerhalb von neun Jahren haben sich drei Frauen im No­ belinternat für Mädchen in den Bergen umgebracht, da ist etwas faul, so viel ist Serge Michel von der Berner Mordkommission klar. Da dort gerade eine Ferienvertretung des Kochs gesucht wird, bittet er seinen Freund Simon Tanner, als solche anzuheuern und sich umzusehen.   Es klappt, und tatsächlich, etwas stimmt nicht, das ist mit Händen zu greifen. Keiner weiss genau, wann der Direktor von einem Kongress in Stockholm zurückkommt. Einem Schneckenkongress, denn ihn interessierten nur Schnecken, das Sagen im schlossähnlichen Haus am See habe sowieso seine Mutter und diese sei der Teufel persönlich, versichert ein seltsames Mädchen. Und will der zu vertretende Koch wirklich angeln gehen?   Als erstes putzt Tanner die Küche und krempelt den Speise- Urs Schaub, geboren 1951, arbeitete lange als Schauspielregisseur und war Schauspieldirektor in Darmstadt und Bern. Als Dozent arbeitete er an Theaterhochschulen in Zürich, Berlin und Salzburg. 2003–2008 leitete er das Theater- und Musikhaus Kaserne in Basel, 2006–2010 war­ er Kritiker im «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens. Seit 2009 arbeitet Urs Schaub in der Leseförderung und betreibt eine Buchwerkstatt für Kinder, er lebt in Basel. Foto Yvonne Boehler

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4 Limmat Verlag Anaconda 0.2 Roman ca. 200 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 32.– / € 29.– isbn 978-3-85791-810-0 September Der verlorene Sohn im Netz von Big-Data und Antiglobalisierung. Urs Richle An einer politischen Demo wird Leo, ein junger Mann von zwanzig Jahren, von einem Hartgummigeschoss der Polizei so schwer getroffen, dass er ins Koma fällt und schliesslich stirbt. In ihrer Trauer schlagen die Eltern ganz unterschiedliche Wege ein. Während die Mutter einen Verein für Persönlichkeitsrechte gründet und mit dessen Hilfe den Untersuchungsbericht der Polizei attackiert, versucht der Vater herauszufinden, was für ein Leben sein Sohn geführt hat, seit er vor einem Jahr von zu Hause ausgezogen ist.    Bei der Räumung des ehemaligen Kinderzimmers findet er eine seltsame, alte Spieluhr, die sich als geplante Paketbombe entpuppt. Auf der Suche nach den Personen, die mit seinem Sohn in Kontakt standen, dringt er immer tiefer in den digitalen Kampf zwischen Big-DataKonzernen und Antiglobalisierern vor, an dem sich Leo als Hacker beteiligt hatte. Als der Vater sich von seiner Frau zunehmend zu entfremden droht und gleichzeitig feststellen muss, dass er in Leos digitalem Krieg längst seine eigene Rolle hat, fasst er einen Entschluss. Urs richle AnAcondA 0.2 Urs Richle, geboren 1965 im Toggenburg, lebt mit ­ einer Familie in Genf. Er ist diplomierter Medien­ s ingenieur und veröffentlichte in den Neunzigerjahren eine Reihe von Romanen (u. a. «Das Loch in der ­Decke der Stube», «Mall oder das ­Verschwinden der Berge», «Fado Fantastico»), die in mehrere Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet wurden. Neben dem Schreiben arbeitet Urs Richle in ­Forschungsprojekten an der Universität Genf und als Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. L i m m at

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5 Limmat Verlag Vom Alptraum des Künstlers, schwarz wie Hannes Binders Schabkarton. Born d es BŐsen Li m m at Hannes Bin der Mitten im Ozean auf der «Fun Factory» – einer Mischung aus römischer Galeere und Floss der Medusa – sitzt der Illustrator über seiner Arbeit und hinterfragt mit schlechtem Gewissen den Sinn seines Tuns. Liefert er nur noch schöne Bilder für eine hässliche Welt?   Die Rache folgt auf dem Fuss, auf dem Weg in den Feierabend wird er brutal entführt, immer abwärts in die Tiefe des Ozeans und in ein Verliess, das an Dantes Inferno ebenso erinnert wie an einen Folterkeller. Eine hämische Bande von Bösewichten, die dem Zeichner dunkel bekannt vorkommen, fällt über ihn her, die eine verstümmelt seine Hand, der andere gibt ihm einen Auftrag, den er nicht versteht. Malen soll er, ein Fresko. Eine Initiation? Nur weg hier!   Mit «Born des Bösen» hat Hannes Binder den Alptraum eines Künstlers gestaltet, in dem sich das Schwarz seines Schabkartons genial mit den schwarzen Abgründen eines überwachen künstlerischen Gewissens verbindet und aus dem man vielleicht erwachen, aber nicht erlöst werden kann.   Born des Bösen Graphic Novel ca. 48 Seiten, Klappenbroschur ca. sFr. 24.– / € 24.– isbn 978-3-85791-811-7 August Hannes Binder, geboren 1947, Studium in der Künstlerklasse der Kunstgewerbeschule Zürich, Grafiker in ­Mailand, dann drei Jahre Illustrator und Grafiker in Hamburg. Lebt heute freischaffend als Illustrator und Maler in Zürich . Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet und nominiert, unter anderem mit dem Schweizer Kinderund Jugend­medienpreis oder für den Hans Christian Andersen Award. Im Limmat Verlag sind von Hannes Binder lieferbar: «dada», «Glauser», «Die Chronik des Zeichners», «Der Venediger», «Jener furchtbare 5. Mai» s ­ owie «Eine Melodie, die der Kommissär schon einmal gehört hatte ...». Hannes Binder Foto Yvonne Böhler

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6 Limmat Verlag li m mat o s c a r pa n i z z a v r e n e l i ’s g ä rt l i Furcht und Hoffnung des Flüchtlings Oskar Panizza im halb gelobten Exilland Schweiz. 1894 erscheint Panizzas Theaterstück «Das Liebeskonzil» und bringt ihm in München ein Jahr Gefängnis wegen «Gotteslästerung» ein. Nach Verbüssung der Strafe geht er 1896 nach Zürich ins Exil, wo er 1899 wieder ausgewiesen wird. Er wäre gerne geblieben. In «Vreneli’s Gärtli» verarbeitet Panizza seine ungemütliche Situation als Flüchtling in der Schweiz mit unbändigem Humor und ironischer Übersteigerung in ein Schicksal von antikischem Ausmass in kleinbürgerlicher Umgebung.   «Vreneli’s Gärtli» heisst ein Gasthaus im Wald bei Zürich, und als er davon hört, ist dem Mann sofort klar: Vreneli ist die eidgenössische Variante der Venus, der Vrenesberg ist der ­Venusberg, an diesen verlockenden Ort muss er hin. Und so macht er sich auf zu diesem anmutigen Ort, wo er tatsächlich auf Venus trifft, eine bodenständig-pragmatische ­ Venus helvetischer Prägung, die ihm tief in die Augen blickt und ihn fragt: «Was trinkt der Herr füren Wi?»   Und so lässt er Eglisauer, Stammheimer und Herrliberger auftragen und jauchzt innerlich, mit jedem Glas wachsen sein Glück über die Freiheit in der Schweiz mit ihren griechisch anmutenden Hirtenmädchen und sein Groll auf den deutschen Polizeistaat, die Hirtenmädchen tragen auf, das ­ Gelage nimmt seinen Gang, und der Flüchtling freut sich auf die Nacht in den weichen Armen der Freiheit …   Panizzas «Vreneli’s Gärtli» ist das Psychogramm eines Flüchtlings ebenso wie jenes der Schweiz als Exilland, und beide bleiben in ihrer Ambivalenz aktuell. Vreneli’s Gärtli Eine Zürcher Begebenheit Herausgegeben und mit einem Nachwort von Ute Kröger ca. 80 Seiten, Klappenbroschur ca. sFr. 18.– / € 16.– isbn 978-3-85791-812-4 September Oskar Panizza, 1853 geboren in Bad Kissingen, ausgebildet Ute Kröger lebt als freie Publizistin in Kilchberg. Im Oskar Panizza zum Nervenarzt, war ein deutscher Schriftsteller, Satiriker und Publizist. Er griff den autoritären wilhelminischen Staat scharf an und war ein dezidierter Antikatholik, seine Bücher wurden meist sofort verboten, er selbst polizeilich verfolgt. 1896 bis 1899 lebte er in Zürich, nach seiner Ausweisung in Paris. International steckbrieflich gesucht, ging er nach Deutschland zurück, er starb 1921 in einer Irrenanstalt in Bayreuth. Limmat Verlag sind lieferbar: «‹In welchen Zeiten leben wir!› Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998» (Co-Autorin), «‹Zürich, du mein blaues Wunder›. Literarische Streifzüge durch eine europäische Kulturstadt», «‹Wie ich leben soll, weiss ich noch nicht›. Erika Mann zwischen ‹Pfeffermühle› und ‹Firma Mann›», «‹Nirgends Sünde, nirgends Laster›. Zürich ins­ piriert Literaten» sowie «Gottfried Semper. Seine Zürcher Jahre 1855–1871».

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7 Limmat Verlag 70 Autoren, Künstler, Musiker, Schauspielerinnen an 70 Schauplätzen Herausgegeben von Martin Ebel ca. 240 Seiten, etwa 80 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 29.50 / € 33.– isbn 978-3-85791-813-1 November Inspiration Schweiz Die Schweiz als Gesamtkunstwerk: 70 Künstler, die von ihr inspiriert wurden. Sie kamen als Flüchtlinge, Touristen oder Ruhebedürftige. Sie suchten Freiheit, Abenteuer oder Zuflucht: Künstler aus der ganzen Welt. Und vieles ist ihnen die Schweiz über die Jahrhunderte gewesen, Exil, Arbeitsplatz, gelobtes Land, Kurort, Heimat, Station der Bildungsreise und schliesslich, einmal im Land, eine Quelle der Inspiration. Maler oder Schriftsteller, Musiker oder Filmemacher, sie alle liessen sich in der Schweiz zu Werken anregen, die wir noch heute bewundern.    70 Mal sind Redaktoren und Mitarbeiter des «Tages-Anzeigers» diesen Schweizer Inspirationen nachgegangen. Von A wie Andersen bis Z wie Zelda Fitzgerald, von A wie Ascona bis Z wie Zürich und Zizers. Und so ist aus der jahrelangen Zeitungsserie ein faszinierendes künstlerisches Porträt der Schweiz entstanden. Martin Ebel, geboren 1955 in Köln, ist seit 2002 ­Literatur-Redaktor des «Tages-Anzeigers». Er studierte in Köln, Freiburg i. Br. und Paris und promovierte mit einer Arbeit über den Kollaborations­ schriftsteller Pierre Drieu la ­Rochelle. Er war und ist Mitglied diverser LiteraturJurys. Autor von «Allein das Zögern ist ­human. Zum Werk von Markus Werner», und Herausgeber von «Nackt gebadet, gejauchzt bis zwölf. Weltliteratur in ­Zürich – 50 Porträts».

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9 Limmat Verlag Manuel Gasser Biografie Vorwort von Klara Obermüller ca. 620 Seiten, etwa 160 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 48.– / € 48.– isbn 978-3-85791-814-8 Oktober «Ein Weltkind mit starkem, ungebrochenen Willen; ein Ästhet, nicht ein Grübler; ein Lebenskünstler, ein leichtfüssiger Geniesser alles Schönen und Guten, aber auch ein fleissiger, gewissenhafter Arbeiter.» J. R. von Salis David Streiff Manuel Gasser (1909 bis 1979) – Schulabbrecher, 1933 Mitbegründer und danach langjähriger Feuilletonchef der «Weltwoche», zwischendurch deren Auslandkorrespondent von 1946 bis 1951, wurde 1958 Nachfolger von Arnold Kübler bei der Monatszeitschrift «Du». Einer, um den nicht herum kam, wer sich in der Schweiz mit Kunst, Literatur, Film, Theater und Kulturpolitik beschäftigte. So war er im helvetischen Journalismus über Jahrzehnte eine wichtige Stimme und für viele jüngere Zeitungsmacher Lehrer und Vorbild. Ein grosser Reisender und Gastgeber, ein Homosexueller, der auf heterosexuelle junge Männer stand und Matrosen, Soldaten und Velorennfahrer liebte.   Dieses Buch wirft auf der Basis seiner publizierten Texte und des weitgehend erstmals ausgewerteten Archivmaterials einen umfassenden Blick auf Gassers Leben und Lebensentwurf, seinen weitgespannten Freundeskreis und seine nie erlahmende Suche nach Glück und Schönheit. Dabei nehmen seine Tagebücher und Briefe eine besonders wichtige Rolle ein. David Streiff, 1945 geboren, aufgewachsen und wohnhaft in Aathal, Dr. phil., Kunsthistoriker. 1981–1991 Direktor des Filmfestivals in Locarno, 1994–2005 Direktor des Bundesamtes für Kultur. Publikationen: «‹In die Felsen bohren sich Zikadenstimmen› – Zeit­ genössische japanische Fotografie», «Gotthard Schuh». Im Limmat Verlag lieferbar: ­«Karl Geiser, Fotografien». Foto Raphael Hadad

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10 Limmat Verlag «Man treibt sie in die Wüste» Clara und Fritz Sigrist-Hilty als Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918 ca. 240 Seiten, etwa 30 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 34.– / € 29.80 isbn 978-3-85791-815-5 Oktober Ein Schweizer Ehepaar dokumentiert als Augen­ zeugen den Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg während der Errichtung der Bagdadbahn. Dora Sakayan April 1915. Am Tage nach ihrer Trauung reisen der Bauingenieur Fritz Sigrist und die Krankenschwester Clara Hilty Dora Sakayan «Man treibt sie in die Wüste» Clara und Fritz Sigrist-Hilty als Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918 aus Werdenberg durch das Kriegsgebiet in die südöstliche Türkei, wo Fritz seit 1910 beim Bau der Bagdadbahn arbeitet. Sie lassen sich in Keller (heute Fevzipas ¸a) am Hang des Amanus-Gebirges nieder. Kurz nach ihrer Ankunft beginnen die armenischen Deportationen, Tausende und Abertausende Armeniern ziehen unter ihrem Fenster vorbei. Drei Jahre lang müssen sie zusehen, «wie so manche Lichtlein unten in felsig steiler Schlucht erloschen», während sie oben in ihrem abgelegenen Häuschen ihren Alltag lebten. Bei einem Besuch in Aleppo ist ihnen klar geworden, dass es sich um gezielte Todesmärsche handelt. Und bald müssen sich auch die armenischen Facharbeiter an der Bagdadbahn den Todesmärschen anschliessen.  Clara fühlt sich immer mehr verpflichtet, in ihrem Tagebuch und anschliessend in einem Augenzeugenbericht die Gräuel festzuhalten, und auch Fritz Sigrist verfasst Schriften dazu. Dora Sakayan hat die kurrentschriftlichen Dokumente transkribiert, akribisch aufgearbeitet und ins historische Geschehen der Zeit eingebettet. Mit Hilfe eines Buches von Haig Aramian erzählt sie zudem, wie das Ehepaar SigristHilty im Jahr 1916 ihrem armenischen Magaziner Aramian zu einer abenteuerlichen Flucht verhelfen. Limmat Dora Sakayan, geboren in Saloniki und aufgewachsen in Wien, studierte in Jerewan und promovierte an der Moskauer Lomonossov-Universität in Germanistik. 1965–1975 leitete sie den Lehrstuhl für Fremdsprachen an der Jerewaner Staatsuniversität, ab 1975 war sie Professorin an der McGill-Universität in Montreal. Prof. Dr. Sakayan ist Autorin einer ganzen Reihe von Publikationen und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste um die Germanistik.

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11 Limmat Verlag Usama Al Shahmani /   Von Flucht und Ankommen – eine Begegnung. Bernadette Conrad   Weil er ein regimekritisches Theaterstück geschrieben hat, muss Usama Al Shahmani 2002 den Irak fluchtartig verlassen. Heute lebt er in Frauenfeld, hat eine Familie, baut sich ein zweites Leben auf.   Als die Journalistin und Autorin Bernadette Conrad ihn kennenlernt, fällt ihr sofort sein Deutsch auf, durch das die Sprachmusik des Arabischen schimmert. Und ob er kleine Alltagsgeschichten erzählt oder vom täglichen Umgang mit seinem im Irak verschwundenen Bruder, immer schwingen die ganz grossen Fragen mit.    Was bedeutet der plötzliche Abbruch eines gewohnten Lebens? Wie geht Ankommen in einem neuen Leben? Kommt er heute nach einem Besuch im Irak nach Hause oder in ein fremdes Land? Was möchte er denen sagen, die jetzt auf der Flucht sind?   Usama Al Shahmani erzählt, erzählt vom Leben unter Saddam, vom Krieg und von den schwierigen Nachkriegszeiten, vom Spagat zwischen Terror dort und Sicherheit und Frieden hier. Ein Gespräch entspinnt sich mit Bernadette Conrad, deren Familie vor einer Generation auf der Flucht war, und über die persönlichen Erfahrungen hinaus werden europäische Die Fremde — ein seltsamer Lehrmeister Eine Begegnung zwischen   Bagdad, Frauenfeld und Berlin   Limmat und arabische Perspektiven sichtbar auf jenes Repertoire an Themen Krieg, Flucht, Identitätsverlust und Fremdheit, das wir alle bewusst oder unbewusst in uns tragen. Die Fremde — ein seltsamer Lehrmeister Eine Begegnung zwischen Bagdad, Frauenfeld und Berlin ca. 200 Seiten, etwa 20 Fotos, gebunden ca. sFr. 34.– / € 29.80 isbn 978-3-85791-816-2 November Usama Al Shahmani / Bernadette Conrad Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufge- wachsen im Süden des Irak, hat arabische Sprache und ­moderne arabische Literatur studiert, er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 als Flüchtling in die Schweiz kam. Er arbeitet heute als Dolmetscher und Kulturvermittelter und übersetzt ins ­Arabische, u. a. «Fräulein Stark» von Thomas Hürlimann und «Der ­Islam» von Peter Heine. Usama Al Shamani lebt mit seiner Familie in Frauenfeld. Bernadette Conrad, studierte Literatur in Bonn und Konstanz und arbeitet als Kulturjournalistin mit den Schwerpunkten Literatur, Reise und Porträt. Sie publizierte literarische Reportagen im Band ­«Nomaden im Herzen», das biografische Reisebuch «Die vielen Leben der Paula Fox». Zuletzt erschien «Die kleinste Familie der Welt. Vom spannenden ­L eben allein mit Kind». Bernadette Conrad lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter in Berlin.

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12 Limmat Verlag Popmusik heute in der Schweiz – eine aktuelle Übersicht: Musiker, Veranstalter und Labels. Time Popmusik in der Schweiz heute Die Schweizer Popmusik ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und seit einigen Jahren feiern jüngere Musikerinnen und Musiker auch international Erfolge, etwa Sophie Hunger, Bonaparte und Valeska Steiner von Boy. Und seit Ende der Neunzigerjahre hat sich eine kreative Umgebung entfaltet, zu der neben den Musikern auch Clubs, Festivals, Labels, Radiostationen, Szenenmagazine und anderes mehr gehören.    Und doch gelten Popmusiker in der Schweiz noch immer als Amateure. Dass ihre Erfolge Resultat harter Arbeit, einem breiten Networking und auch jahrelanger Förderung sind, wird kaum wahrgenommen.    «Time is now» thematisiert diese Situation mit Hilfe von Geschichten und Analysen und will das Bewusstsein für die Vielfalt, die Professionalität, aber auch für die Herausforderungen der Popszene fördern. Das Buch richtet sich dabei an Musikinteressierte in der Schweiz sowie an Musikprofis im deutschsprachigen is Eine Reihe des Migros-Kulturprozent now Ausland.    Seit rund zwanzig Jahren fördert das Migros-Kulturprozent die Popkultur und hat damit zum wachsenden Erfolg dieser Kultursparte beigetragen. Time is now Popmusik in der Schweiz heute Herausgegeben von Hedy Graber, Dominik Landwehr und Philipp Schnyder von Wartensee im Auftrag des Migros-Kulturprozent Beiträge von Christoph Fellmann, Carole Gröflin, Ane Hebeisen, Martina Kammermann, Hanspeter Künzler, Lena Rittmeyer, Christophe Schenk und Adrian Schräder ca. 240 Seiten, etwa 50 Fotos und Abbildungen, gebunden ca. sFr. 19.50 / € 19.50 isbn 978-3-85791-817-9 Oktober Limmat Verlag

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13 Limmat Verlag Winterthur. Stadt im Wandel Fotografien aus 50 Jahren Texte von Peter Niederhäuser, Claudia Sedioli, Kathrin Bänziger, Andreas Mösli und Stefan Busz ca. 280 Seiten, etwa 400 Fotografien, Halbleinenband ca. sFr. 48.– / € 52.– isbn 978-3-85791-818-6 Oktober Andreas Wolfensberger Fünfzig Jahre: fotografisches Langzeitporträt einer Stadt Seit den Sechzigerjahren hat Andreas Wolfensberger Winterthur fotografiert, die Menschen, den Alltag, die Stadt. Seine Bilder zeigen den gesellschaftlichen Wandel ebenso wie die Entwicklung dieser Schweizer Industriestadt zu einer Dienstleistungsstadt mit neuen Quartieren, modernen Bürowelten, reichem Kulturangebot und zielstrebigen Fachhochschulstudierenden. Wo einst langhaarige Jugendliche mit Töfflis auf der Gasse standen, fallen heute Jugendliche in Hoodies mit starrem Blick aufs Mobiltelefon auf. Und wo einmal Männer mit Hut zur Arbeit schritten, eilt heute eine bunte, multikulturelle Gesellschaft durch die Strassen.   Die aufmerksame fotografische Dokumentation dieser fünfzig Jahre Winterthur wird begleitet von fünf Autorinnen und Autoren, die aus persönlicher Sicht je ein Jahrzehnt wieder aufleben lassen. Sie schildern Lebensgefühl, Ereignisse und Veränderungen und machen zusammen mit den Fotografien die jüngere Geschichte der Stadt Winterthur lebendig und b ­ egreifbar.   Andreas Wolfensberger, 1942 geboren, im Zürcher Oberland aufgewachsen. Nach der Kunstgewerbeschule Zürich hat er schon früh grosse Fotoreportagen für ­Z eitungen und Zeitschriften realisiert. Daneben hielt er während einem halben Jahrhundert den Alltag und die gesellschaftlichen Entwicklungen in Winterthur fest. Er publizierte mehrere Fotobücher, u. a. «Zürcher Alltag in den sechziger Jahren» und «Gartenstadt Winterthur».

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15 Limmat Verlag Bilder, die die Schweiz nicht sehen wollte: Die italienische Migration dokumentiert sich selbst. RICORDI E STIMA – FOTOGRAFIEN ZUR ITALIENISCHEN MIGRATION IN DER SCHWEIZ Von Integration sprach niemand, als die Italienerinnen und Italiener während des Nachkriegsaufschwungs in die Schweiz kamen, die Schweiz erwartete von ihnen Assimilation. Dabei sahen sie sich mit einer erheblichen Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Als Antwort auf die geschlossene schweizerische Gesellschaft gründeten sie ihre eigenen Vereine für Sport und Freizeit, organisierten kulturelle A ­ nlässe sowie Feste und eröffneten eigene Schulen und Kindertagesstätten. Sie schufen sich ihre eigene Welt und veränderten von dort aus sich und die Schweiz.   «Grazie a voi.» zeigt Fotografien aus dem Leben dieser italienischen Migranten, und zwar ihre eigenen Bilder: Fotografien von Fami­ lien und Einzelpersonen und von Fotografen, die an offiziellen Anlässen und Festen der italienischen ­Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie erzählen von Alltag und Familie, Bildung und Politik, von Freizeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinen, Feiern und Eleganz.   Das Buch zeigt so in vorwiegend privaten, manchmal intimen Bildern ein Kapitel italienischer Migration in der Schweiz und ist darin gleichzeitig ein politisches Lehrstück. Ricordi e Stima – Fotografien zur italienischen Migration in der Schweiz Herausgegeben von Giuliano Alghisi, Rolando Ferrarese, Fausto Tisato und Marina Widmer ca. 180 Seiten, italienisch und deutsch, etwa 250 Fotos Duplex, Klappenbroschur ca. sFr. 48.– / € 52.– isbn 978-3-85791-819-3 August Limmat Grazie a voi. Das Buch zur Ausstellung «ricordi e stima», die in St. Gallen und weiteren Orten in der Schweiz gezeigt wird. Die Ausstellung wird getragen von der «Associazione / Verein ‹ricordi e stima›. Zur Realisierung von Geschichts- und Kulturprojekten der Italienerinnen und Italiener der Schweiz». Der Verein wurde gegründet von Vertreterinnen und Vertretern der ­italienischen Vereine und Institutionen in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und ­Sozialgeschichte ­Ostschweiz.

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