Geschäftsbericht 2015 Spitex Zürich Sihl

 

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Geschäftsbericht 2015 Spitex Zürich Sihl

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Öffentlichkeitsarbeit Kooperationen Storytelling Spezialisierung Wirtschaftlichkeit Kostendruck Flexibilisierung Digitalisierung Wearables Innovation Crossmedialität Reputation Komplexität Markt Kulturwandel Migration Netzwerkplattformen Nachhaltigkeit Effektivität Fachkräftemangel Effizienz Demografie Wettbewerb Interprofessionalität Individualisierung Liberalisierung Image Wertewandel Akademisierung Effektivität Wertewandel Interprofessionalität Markt Kulturwandel Wettbewerb Image Crossmedialität Nachhaltigkeit Migration Akademisierung Fachkräftemangel Kostendruck Wearables Flexibilisierung Kooperationen Markt Spezialisierung Reputation Image Storytelling Netzwerkplattformen Liberalisierung Öffentlichkeitsarbeit Digitalisierung Wirtschaftlichkeit Individualisierung Migration Innovation Demografie Kulturwandel Effektivität Wearables Image Wertewandel Komplexität Wettbewerb Individualisierung Akademisierung Reputation Netzwerkplattformen Kooperationen Effizienz Fachkräftemangel Flexibilisierung Migration Kostendruck Crossmedialität Digitalisierung Nachhaltigkeit Spezialisierung Interprofessionalität Öffentlichkeitsarbeit Storytelling Liberalisierung Markt Innovation Demografie Wirtschaftlichkeit Wirtschaftlichkeit Wettbewerb Wertewandel Wearables Storytelling Spezialisierung Reputation Öffentlichkeitsarbeit Netzwerkplattformen Nachhaltigkeit Effizienz Markt Liberalisierung Kulturwandel Kostendruck Kooperationen Interprofessionalität Innovation Individualisierung Image Flexibilisierung Fachkräftemangel Effizienz Migration Effektivität Digitalisierung Demografie Akademisierung Crossmedialität Wettbewerb Komplexität Kulturwandel Liberalisierung Kostendruck Flexibilisierung Individualisierung Markt Öffentlichkeitsarbeit Demografie Netzwerkplattformen Interprofessionalität Innovation Reputation Nachhaltigkeit Wertewandel Migration Spezialisierung Storytelling Effektivität Kulturwandel Markt Kooperationen Liberalisierung Effektivität Digitalisierung Wearables Komplexität Image Fachkräftemangel Wirtschaftlichkeit Crossmedialität Demografie Kooperationen Öffentlichkeitsarbeit Akademisierung Storytelling Digitalisierung Migration Wertewandel Flexibilisierung Fachkräftemangel Netzwerkplattformen Öffentlichkeitsarbeit Akademisierung Interprofessionalität Kostendruck Markt Nachhaltigkeit Effizienz Wirtschaftlichkeit Innovation Migration Demografie Image Wearables Individualisierung Reputation 2015 Geschäftsbericht Spitex Zürich Sihl

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Inhalt  5  7  9  Altern im Wandel der Zeit Interview mit Dr. Jakub Samochowiec, Senior Researcher, GDI Rückblick von Ursula Enz, Präsidentin Einblicke von Devrim Yetergil Kiefer, Geschäftsleiterin 13 15 Kunden  Unterwegs mit der psychosozialen Spitex Mitarbeitende Fachstelle Bildung Gemeinwohl Organisation Kennzahlen Adressen  Spitex Zürich Sihl in Zahlen 18 20 22 24 26 28 29

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Music-Stream in den Ohren. Trotz Hörgeräten.

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Altern im Wandel der Zeit Interview mit Dr. Jakub Samochowiec Senior Researcher, Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) «Digital Ageing – unterwegs in die alterslose Gesellschaft» lautet der Titel Ihrer Studie. Wie alterslos sind wir heute schon? Babyboomer, die zurzeit in Pension gehen, wollen mehr als die traditionelle Senioren-Rolle. Sie stellen das Altern auf den Kopf. Sie sind gesünder, wohlhabender und aktiver als jede andere Generation von über 60-Jährigen vor ihnen. Das Wegfallen von gesundheitlichen und ökonomischen Einschränkungen definiert auch die gesellschaftlichen Erwartungen an ältere Menschen neu: Fallschirmspringende Pensionäre, die Vorlesungen besuchen, an Raves gehen oder Tinder-­ Dates haben, werden von der Gesellschaft immer mehr akzeptiert. «Alt sein» befindet sich als Konzept in der Auflösung. Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden  ? Es besteht die Chance, dass ältere Menschen, die nicht mehr einer geregelten Erwerbstätigkeit folgen, ihre überschüssigen Energien als soziales Kapital in die Gesellschaft investieren. Und das geht weit über die Betreuung von Enkelkindern hinaus. Sie können Jugendlichen bei der Ausbildung helfen, Quartiertreffen organisieren, F ­ lüchtlinge begleiten, eine öffentliche Do-it-yourself-Werkstatt im Quartier führen oder auch Unternehmungen gründen. Das Risiko dabei ist, dass jene älteren Menschen, die das nicht tun, an den neuen, hohen Erwartungen leiden und auch finanziell Unterstützung benötigen könnten. Sie verstehen Altern in einer digitalen Gesellschaft als soziokulturelle Entwicklungsstufe, die auf das Altern in einer industriellen Gesellschaft folgt. Eine erstrebenswerte Entwicklung für den Einzelnen? Es ist einerseits schön, dass ältere Menschen nicht mehr strengen gesellschaftlichen Rollen-Klischees unter­ worfen sind. Sie können sich farbiger kleiden, grosse Projekte angehen oder unverbindlichen Sex haben. Gleich­ zeitig entstehen aber ein neues Alters-­ Tempo und neue Erwartungen, die viele unter Druck setzen könnten. Wer da nicht mithält, könnte noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Und aus Sicht der Gesellschaft? Gesellschaftlich kann diese Entwicklung durchaus erstrebenswert sein, da sie Pensionäre emanzipiert und ihnen ermöglicht, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse produktiv einzusetzen und nicht auf dem Abstellgleis geparkt  zu werden. Der Trend zu immer rüstigeren Senioren manifestiert sich schon heute: Auf welche Veränderungen muss sich die Spitex einstellen? Die Spitex muss sich auf eine grös­ sere Vielfalt von Kundenwünschen einstellen. Sie muss auch überlegen, wie weit sie ihr Angebot gestalten will. Die S ­ enioren haben mehr Energie 5

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Altern im Wandel der Zeit GDI-Studie Digital Ageing GDI-Studie Nr. 44 / 2015 Unterwegs in die alterslose Gesellschaft Autoren: Jakub Samochowiec, Martina Kühne, Karin Frick Informationen und Download gdi.ch/studien und sind mehr unterwegs, brauchen aber trotzdem gewisse Leistungen der Spitex, die sie am liebsten jederzeit ­ überallhin bestellen würden. Vielleicht lässt sich in Zukunft mit einer App die Leistung der Spitex flexibler mit den Kundenwünschen koordinieren? Altern ist ein komplexer Vorgang, nicht alle können dauerhaft aktiv und gesund bleiben. Besteht die Gefahr, dass Hilfs- und Pflegebedürftige zukünftig stigmatisiert werden? Solange wir sterblich sind, wird es immer greise und pflegebedürftige Menschen geben. Das Alter, ab dem man dazugehört, wird einfach höher. Vor allem für diejenigen, welche ein Leben lang in einem Büro gearbeitet haben. Wer einer schweren körper­ lichen Arbeit nachgegangen ist, der ist früher alt, hat früher keine Energie mehr für Abenteuer und Eigeninitiative. Wer pauschalisierend sagt, dass alle immer älter und gesünder würden und darum 6 das Pensionsalter für alle problemlos angehoben werden könne, vernachlässigt die Bedürfnisse der Menschen. Es besteht die Gefahr, dass die Erwartungen an alle hauptsächlich durch die gesünderen und aktiveren Senioren geprägt werden. Ist Technologie-Affinität das Zauber­ wort der Zukunft, um zumindest mental weniger schnell zu altern? Wer neue Dinge ausprobiert, altert weniger schnell. Geistige Flexibili­ tät geht durch Bequemlichkeit und Routine verloren – das ist kein unaus­ weichliches Schicksal. Neue Technologien bieten ein enorm grosses Feld an neuen Erfahrungen, können aber auch bedrohlich wirken, wenn man sie nicht auf Anhieb versteht. Eine ­ gewisse Frustrationstoleranz und Geduld im Umgang mit neuen Technologien (und mit sich selbst) sind also wichtig. Eine persönliche Frage zum Schluss: Haben Sie schon eine Vorstellung, wie Ihr Leben im Alter aussehen wird? Wie möchten Sie es gestalten? Ich werde kaum früher als in 30 Jahren pensioniert werden – falls es dann das Konzept der Pension überhaupt noch gibt. Bis dahin wird sich vieles verändern, einerseits technologisch, aber auch, was die demografische Verteilung betrifft. Die Alterspyramide wird vermutlich eher wieder wie eine Pyramide aussehen, da die geburtenstarke Generation der Babyboomer dann nicht mehr leben wird. Die Welt wird also eine völlig andere sein und ist darum jetzt schwierig vorstellbar. Ich hoffe, dass ich meine Neugier für Neues nicht verlieren werde und es schaffe, die neuen digitalen Möglichkeiten mit der analogen Welt zu kombinieren, um z. B. Musik zu machen oder fremde Menschen kennenzulernen. Für den Fall, dass ich nicht mehr so mobil sein werde, erhoffe ich mir, dass ich die neuen Programme und Computerspiele dann noch verstehe.

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Rückblick von Ursula Enz Präsidentin Eidg. dipl. Apothekerin FPH, Geschäftsführerin einer Apotheke in Zürich Wollishofen Betriebswirtschaftliches Denken und Handeln ist für eine NPO heute unabdingbar. Spitex Zürich Sihl hat diesen Kulturwandel unter der Leitung von Frau Dr. Yetergil Kiefer vollzogen; der Aufwärtstrend, der sich 2014 erstmals manifestierte, bestätigte sich im Berichtsjahr, was mich ausserordentlich freut. Dank des Einsatzes unserer engagierten und qualifizierten Mitarbeitenden aller Stufen gelingt es, unsere hohen Ziele zu erreichen: höchste Qualität bei der Arbeit, Zufriedenheit unserer Kunden und ausgeglichene Finanzen. Dafür danke ich allen Beteiligten ganz herzlich. Im Berichtsjahr wurde der Folgevertrag 2016  –  2018 der Leistungsvereinbarung zwischen Spitex Z ­ ürich Sihl und der Stadt Zürich erstmals unter der Leitung des neuen Direktors der Städtischen ­Gesundheitsdienste, Dr.  med. ­Morten Keller, verhandelt. Zentrale Punkte waren  die Verpflichtung zur Mitarbeit an der Umsetzung der S ­ pitex-Strategie 2022 sowie die Klärung bei den Fachstellen. Die Workshops fanden zusammen mit S ­ pitex Zürich Limmat statt und waren intensiv, aber konstruktiv und geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, was es ermöglichte, den Vertrag termingerecht zu unterzeichnen. An der Generalversammlung 2015 wurde Bruno Schefer neu in den Vorstand gewählt. Er bringt sowohl langjährige Erfahrung im Gesundheitsumfeld als auch vertieftes betriebswirtschaftliches Wissen in seine Arbeit als Vorstandsmitglied ein. Mit ihm erfährt der Vorstand eine Kompetenzerweiterung, die der strategischen Weiterentwicklung unserer Organisation zugutekommt. Per 1. Januar 2016 wird die neue Führungsstruktur eingeführt. Diese ist das Resultat des 2015 durchgeführten Organisationsentwicklungsprozesses, der zu diesem Strukturwandel führte und seine Auswirkungen in der Erweiterung der Geschäftsleitung und der neu geschaffenen Stelle Leitung M ­ arketing und Kommunikation zeigt. So ist Spitex Zürich Sihl für die kommenden Herausforderungen bestens aufgestellt und blickt optimistisch in die Zukunft, getreu dem Motto des Spitex-Tages 2015: «Spitex – fit für die Zukunft». 7

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Benzin im Blut. Trotz Blutverdünner.

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Einblicke von Devrim Yetergil Kiefer Geschäftsleiterin Dr. sc. nat. ETH, lic. rer. pol. Das Jahr 2015 war für Spitex Zürich Sihl intensiv. Geprägt war es durch eine Organisationsentwicklung, die fort­ schreitende Digitalisierung, diverse Zukunftsprojekte sowie die Spitex-Strategie 2022. Im Jahr 2015 konnte der im Vorjahr erreichte finanzielle Turnaround stabilisiert werden. So steht Spitex Zürich Sihl heute auf einem soliden finanziellen Fundament und kann sich weiter hin zu einer gesunden und innovativen Organisation entwickeln. Den Wandel kontinuierlich voranzutreiben und das Potenzial zu entwickeln ist eine grosse Befriedigung, zu der die Mitarbeitenden erheblich beitragen. Neue Organisationsstruktur In einem intensiven Prozess wurde 2015 die Organisationsstruktur angepasst. Der Fokus lag dabei auf Geschäftsleitungsebene und die Beteiligten gestalteten die Entwicklung und die Veränderungen gemeinsam. Das Geschäftsleitungsgremium besteht nun nebst der Geschäftsleiterin aus den Leitungen von Human Resources, Finanz- und Rechnungswesen, Fach- und Pflegeentwicklung sowie dem Zentrumsmanagement. Die  Zentrumsleitungen bleiben Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung. Insbesondere in der Fach- und Pflege­ entwicklung stehen Fortschritt und Innovationen im Vordergrund. Spe­ zialisierte Dienstleistungen, welche in jedem Zentrum vorhanden sind, werden zu Fachdiensten gebündelt. Zentrumsmanagement und Zentrumsleitungen werden Dienstleistungen, Strukturen und Prozesse der Zentren gemeinsam weiterentwickeln. Neuerungen erfuhr auch die gesamtstädtische Fachstelle Bildung. Sie  wurde aufgelöst und stattdessen das Bildungsteam Spitex Zürich Sihl ausgebaut und in die Abteilung Human Resources als Fachstelle Bildung integriert. Ihr obliegt die strategische und visionäre Weiterentwicklung des Bereichs mit besonderem Fokus auf Ausund Weiterbildung. Interne und externe Kommunikation ist ein wesentlicher Pfeiler des Auftrittes von Spitex Zürich Sihl. Es gilt, die Präsenz bei Zuweisern und Partnern zu erhöhen und sich gegenüber privaten Anbietern von Spitex-Leistungen zu positionieren und zu differenzieren. Damit dies gelingt, wurde eine Stelle Leitung Marketing und Kommunikation geschaffen, welche Spitex Zürich Sihl markt- und angebotsgerecht positionieren soll. Mit Digitalisierung zur ­Effizienzsteigerung Die Digitalisierung erlaubt es, Informationen des Pflegeprozesses zeitnah, mobil und eindeutig zur Verfügung zu stellen. Spitex Zürich Sihl hat im Berichtsjahr weitere Schritte in diesem ­ Entwicklungsprozess vollzogen. So wurde die Pflege- und Verwaltungssoftware Swing-Ambulant um den elektronischen Pflegebericht erweitert; Daten stehen nun mobil, ortsund zeitunabhängig zur Verfügung. Das elektronische Medikamentenmanagement wurde in einem Zentrum im Pilotversuch getestet; damit stehen diese Informationen ebenfalls mobil zur Verfügung. Doch auch in der Kommunikation ergeben sich Verbesserungen: 9

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Einblicke «Den Wandel kontinuierlich voran­ zutreiben und das Potenzial zu entwickeln ist eine grosse Befriedigung, zu der die Mitarbeitenden erheblich beitragen.» Kundeninformationen aus dem Pflegebericht können nicht nur strukturiert hinterlegt, sondern bestimmten Mitarbeitergruppen individuell zugeordnet werden. Einen weiteren Wandel hin zur digitalen Welt hat Spitex Zürich Sihl mit dem Outsourcing des Materialmanagements vollzogen: Die Mitarbeitenden bestellen vom Kunden benötigtes Pflegematerial über ihr Smartphone und lassen es direkt an die Kundenadresse liefern. ­ Ein Pilotprojekt zur Online-Patienten­ anmeldung realisierte Spitex Zürich Sihl zusammen mit der Schwesterorganisation Spitex Zürich Limmat. Z ­ uweiser wie Spitäler, Kliniken, Haus- und Spezial­ ärzte und weitere können ihre Patientinnen online bei Spitex Zürich Sihl anmelden. Auch Privatpersonen können ihre Anmeldung direkt tätigen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Unabhängig von Öffnungszeiten und damit zeitnah können die benötigten Daten vollständig erfasst, geführt, strukturiert und übermittelt werden. 10 Bedarfs-Leistungsspektrum Am 1. April 2015 fand die Eröffnung der Überbauung Sihlbogen der Baugenossenschaft Zurlinden unter Anwesenheit von Stadtrat Daniel Leupi statt. Die Überbauung zeichnet sich durch ein gemischtes Wohnkonzept aus, das nebst (Alters-)Wohnungen auch diverse Dienstleistungen verfügbar macht. Spitex Zürich Sihl bietet verschiedene Inhouse-Service-Leistungen an wie beispielsweise einen 24-Stunden-Pikettdienst oder die Übernahme von Kontrollaufgaben und Diensten bei Ferienabwesenheiten. Ferner sind eine Sprechstunde für ­ Gesundheitsthemen, Beratung bei ­Alltagsanliegen sowie ­Unterstützung bei der Koordination von Dienstleistungen im ­ Spitex-­ Angebot enthalten. Diese Leistungen sind für die Bewohner im Mietpreis inbegriffen. Zusätzlich lassen sich Comfort-­ Leistungen kostenpflichtig dazubuchen: kosmetische Fusspflege, Raumpflege, Einkaufsoder Wäscheservice, Begleitung bei Spaziergängen und mehr. Weder die Inhouse- noch die Comfort-Leistungen gehören zum subventionierten Angebot von S ­ pitex Zürich Sihl. Der Verein Altersheime Wiedikon hat im 2015 die eigenen Spitex-Leistungen in den Alterswohnungen seiner Betriebe Seniorama Im Tiergarten und Seniorama Burstwiesen eingestellt und stattdessen an Spitex Zürich Sihl übertragen. Hauswirtschaftliche Leistungen unter Druck Im Jahr 2014 wurde eine parlamentarische Initiative zur Änderung des kantonalen Pflegegesetzes hinsichtlich hauswirtschaftlicher Leistungen eingereicht. Diese sieht vor, nicht pflegerische Leistungen vollumfänglich zulasten der Leistungsbezüger abzurechnen und dabei den Gemeinden zu überlassen, ob und inwieweit sie sich an den Kosten beteiligen wollen. Damit geraten die hauswirtschaftlichen Leistungen der Spitex sowohl unter politischen wie

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auch finanziellen Druck. Dies hätte zur Folge, dass nicht mehr alle Zugang zu hauswirtschaftlichen Spitex-Leistungen hätten. Vor allem ältere und finanziell schwächere Kundinnen könnten sich diese nicht mehr leisten. Die Zunahme von Vereinsamung und Verwahrlosung und nachteilige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand wären potenzielle Folgen. Hauswirtschaftliche Leistungen der Spitex werden ärztlich verordnet, richten sich nach dem Bedarf und werden evaluiert. Nebst dem Erbringen der eigentlichen Leistung dienen sie auch der Prävention und Früherkennung. Es geht um mehr als die Unterstützung im Alltag: Kunden werden in ihrer Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gefördert und frühe Übertritte ins Pflege­ heim werden dadurch reduziert. So wird dem Grundsatz «ambulant vor stationär» Rechnung getragen. Spitex Zürich Sihl hat im Jahr 2015 Massnahmen zur Stärkung des hauswirtschaftlichen Bereiches ausgear- beitet und eingeführt. Welches Ziel sie haben und was sie konkret bewirken, ist auf Seite 14 dargestellt. Spitex-Strategie 2022 Zusammen mit anderen städtischen O ­ rganisationen arbeitete Spitex ­ Zürich Sihl intensiv an verschiedenen Teil­ projekten der Strategie 2022. Das Teilprojekt ­ Demenz, welches unter der Leitung von Spitex Zürich Sihl steht, befindet sich kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Das Kapitel «Kunden» enthält die Details (vgl. Seite 13). Pilotprojekt und Kooperation mit ZHAW Unter dem Arbeitstitel «Spitex Praxis APN» initiierte Spitex Zürich Sihl in Kooperation mit dem Institut Pflege der ­ Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) das Projekt zur Entwicklung und Implementierung der Rolle der Advanced Practice Nurse (APN). Auch bei den Berufsbildnern vollzieht sich der Wandel mit dem neuen Berufsbild der Pflegeexper­ ten mit Masterabschluss (Master of Science in Nursing, MScN). 2015 wurde eine erste Hürde zur Entwicklung von neuen Pflegeinterventionen überwunden: Die kantonale Ethikkommission erteilte die Bewilligung zur Datenauswertung der Spitex   Zürich Sihl durch die ZHAW. Ziel der daraus resultierenden Studie ist es, Gruppen mit unterschiedlich hohem Pflegeaufwand zu vergleichen: Kunden mit weniger als 20 Stunden gegenüber solchen mit mehr als 20 Stunden Pflegeaufwand pro Monat. Spitex Zürich Sihl ist gefordert, auch bei komplexer Pflege und Betreuung eine qualitativ hochstehende Versorgung zu gewährleisten. Dabei könnte der Einsatz von Pflegespezialistinnen eine erfolgreiche Strategie sein. Dazu bedarf es aber genauer Kenntnisse der Kundenbasis sowie von deren Bedürfnissen und Versorgung. Mit der Datenanalyse wird die Basis geschaffen, um in einer zweiten Phase des Projektes die Rolle der Pflegespezialistinnen in der Spitex zu implementieren. Im Berichtsjahr wurden weitere Bausteine zu einer nachhaltig gesunden, innovativen Spitex Zürich Sihl gesetzt. Ein künftiger Fokus wird der Personalmangel und seine Behebung sein, um damit auch bei den Mitarbeitenden eine stabile Basis zu erreichen. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden, die in diesen intensiven, anspruchsvollen, aber auch spannenden Zeiten tagtäglich für Spitex Zürich Sihl und zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden im Einsatz sind. 11

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Portugal im Herzen. Trotz Lebensmittelpunkt Wiedikon.

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Kunden Die Demenzpflege und -betreuung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein entsprechendes Projekt erreichte wichtige Meilensteine und erhob interessante Daten. Aber auch die Hauswirtschaft war ein Schwerpunktthema. Demenz Neben einer Vielzahl weiterer fachlicher Themen war die Entwicklung der Demenzpflege und -betreuung ein Schwerpunkt im 2015: Zum einen konnte das Teilprojekt Demenz der gesamtstädtischen Strategie 2022 unter der Führung von Peter Eckert, Leiter Fach- und Pflegeentwicklung bei ­ Spitex Zürich Sihl, zentrale Meilensteine erreichen und steht nun kurz vor dem Abschluss. Zum anderen wurden interne Analysen durchgeführt, um eine Datengrundlage für die Weiterentwicklung der Dienstleistungen im Bereich Demenz zu schaffen. Eine Datenanalyse beschäftigte sich mit Kunden aus sämtlichen vier   Zentren von Spitex Zürich Sihl, die von kog­ nitiven Beeinträchtigungen betroffen sind (siehe Tabelle). Die Resultate dieser Analyse wurden an einer Veranstaltung der Schweizerischen Alzheimer­ vereinigung präsentiert, in welcher die kantonale Umsetzung der nationalen Demenzstrategie diskutiert wurde. Spitex Zürich Sihl arbeitete eng mit der Datenschutzstelle der Stadt­   Zürich zusammen, um die Resultate   zu anonymisieren und damit eine Veröffentlichung möglich zu machen. In die Analyse wurden alle Personen eingeschlossen, bei denen im Rahmen der pflegerischen Abklärung eine kognitive Beeinträchtigung festgestellt ­ worden war. Zwar müssen kognitive Beeinträchtigungen nicht zwingend in  Zusammenhang mit einer Demenzdiagnose stehen, jedoch geht eine Demenz immer mit kognitiven Beeinträchtigungen einher. Erfasst wurden vor allem die Variablen Alter, Personen pro Haushalt (allein bzw. nicht allein lebend), Ausprägung der kognitiven Beeinträchtigung und Demenzdiagnosen. Insgesamt wurden per Stichtag 225 Personen betreut, bei denen in der Bedarfsabklärung eine kognitive Beein­ trächtigung festgestellt worden war. Dabei wiesen die Zentren 1 und 4 mit 70 und 64 Personen die meisten Kunden mit kognitiven Beeinträchtigungen auf. Es folgten das Zentrum 3 mit 48 Personen und das Zentrum 2 mit 43 Personen. Der Frauenanteil lag im Mittel bei 70  Prozent und entsprach damit dem durchschnittlichen Frauenanteil der Kundschaft von Spitex Zürich Sihl. Das Alter betrug im Mittel 82 Jahre. Drei Ergebnisse stechen hervor   •  Der Anteil an allein lebenden Perso­ nen mit kognitiven Beeinträchtigun­ gen lag bei hohen 63 Prozent. Das zeigt, dass viele Menschen trotz kognitiver Beeinträchtigungen bis ­ ins hohe Alter alleine zu Hause leben können. Dazu leistet Spitex Zürich Sihl in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen, den Hausärzten und anderen Netzwerkpartnern einen wichtigen Beitrag. Die Koordination der Hilfe und Pflege hat bei dieser Personengruppe eine zentrale Bedeutung. Daher wurden im Teilprojekt Demenz evidenzbasierte Interventionen zur Versorgungskoordination entwickelt, von denen auch nicht im gleichen Haushalt lebende Angehörige profitieren werden.   •  21 Personen wiesen eine mittlere bis hohe kognitive Beeinträchtigung auf, wie man es oft bei einer mittel­ gradigen bis schweren D ­ emenz beobachtet. Es ist geplant, die diesbezüglichen Fachkompetenzen bei Spitex Zürich Sihl gezielt auszubauen, damit Kunden in fortgeschrittenen Krankheitsphasen der Demenz sowie ihre Angehörigen noch umfassender in den eigenen vier Wänden begleitet werden ­können.   •  Bei der Anzahl betreuter Kunden mit einer Demenzdiagnose zeigten sich im Zentrumsvergleich ­ deutliche Unterschiede: Während es im Zentrum 1 hohe 57 Prozent waren, ­ lag der Wert im Zentrum 3 bei lediglich 27 Prozent. Das lässt die Vermutung zu, dass es vom Wohnquartier abhängig ist, ob eine Person mit D ­ emenz eine Diagnose gestellt bekommt oder nicht. Im ­ Teilprojekt 13

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Kunden wurde berücksichtigt, dass bei vielen Kunden mit Demenz keine entsprechende D ­ iagnose besteht. Deshalb werden die Ergebnisse aus der pflegerischen Bedarfsabklärung zukünftig genutzt, um diese Personen in die spezialisierte Pflege einzuschliessen. Ausserdem wird die Demenzabklärung aktiv gefördert durch systematische mündliche Beratung, Abgabe von Broschüren der Schweizerischen Alzheimervereinigung sowie durch strukturierte Informationen an den Hausarzt. Hauswirtschaft Neben der Demenzpflege und -betreuung war 2015 auch der Bereich Hauswirtschaft ein fachliches Schwerpunktthema. So wurde eine Strategie zur Stärkung dieses Bereiches ausgearbeitet und in Teilen umgesetzt. Im Rahmen des Assessments wird damit gezielter dokumentiert, welche krankheitsbedingten Probleme dazu führen, dass eine Person Unterstützung bei der Hauswirtschaft benötigt. Zudem wird im Einsatzziel benannt, inwieweit sich ein Kunde beteiligen kann. Damit trägt die Pflege dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» Rechnung und kann die Selbstständigkeit gezielter fördern. In der Leistungsplanung wird neuerdings sichtbar, bei welchen Handlungen die Kundinnen einbezogen werden (z.  B. bei der Unterhaltsreinigung, beim Bettbeziehen, Waschen oder Bügeln). Im Verlaufs­ bericht wird ausserdem dokumentiert, welche Wirkungen die hauswirtschaft­ lichen Einsätze haben. Eine regelmässige ­ wissenschaftliche Evaluation der Einsätze rundet die Strategie zur Stärkung des Bereiches Hauswirtschaft ab. Tabelle Demografische und klinische Eigenschaften von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen per Stichtag im 2015 Quelle: Spitex Zürich Sihl Zentrum 1 Variable Personen CAP 8 ∙ total ∙ weiblich ∙ männlich Alter ∙ Mittelwert ∙ Standardabweichung Personen pro Haushalt n = 70 n = 51 n = 19 83 11 allein: 50 nicht allein: 20 k. A.:   0 13 39 13 1 3 1 0 Ja: Nein: Verdacht: k.  A.: 40 22  6  2 71 29 0 19 56 19 1 4 1 0 57 31 9 3 Ja: Nein: Verdacht: k.  A.: % n = 43 n = 28 n = 15 84 10 allein: 28 nicht allein: 14 k. A.:   1 12 25 5 0 0 0 1 16 18  4  5 65 33 2 28 58 12 0 0 0 2 37 42 9 12 Ja: Nein: Verdacht: k.  A.: Zentrum 2 % n = 48 n = 32 n = 16 78 15 allein: 29 nicht allein: 17 k. A.:   2 12 26 4 1 3 0 2 13 29  3  3 60 35 4 25 54 8 2 6 0 4 27 60 6 6 Ja: Nein: Verdacht: k.  A.: Zentrum 3 % n = 64 n = 46 n = 18 82 13 allein: 34 nicht allein: 30 k. A.:   0 12 35 6 3 7 1 0 27 30  6  1 Zentrum 4 % Total total n = 225 n = 157 n =   68 82 12 53 allein: 141 47 nicht allein:   81 0 k. A.:    3 19 55 9 5 11 2 0 42 47 9 2 Ja: Nein: Verdacht: k.  A.: 49 125 28 5 13 2 3 96 99 19 11 63 36 1 22 56 12 2 6 1 1 43 44 8 5 % 73 27 65 35 67 33 72 28 70 30 CPS, Stufe 1 CPS, Stufe 2 CPS, Stufe 3 CPS, Stufe 4 CPS, Stufe 5 CPS, Stufe 6 Keine Angaben Demenzdiagnose Im Resident Assessment Instrument für den Spitex-Bereich (RAI-HC) werden 20 häufige Problembereiche im Alter erfasst, darunter auch kognitive Beeinträchtigungen. Falls kognitive Beeinträchtigungen fest­ gestellt wurden, wird von der EDV das Alarmzeichen Nr. 8, «Hirnleistung» (= CAP 8; CAP = Client Assessment Protocol), ausgelöst. Zusätzlich zeigt die CPS (Cognitive Performance Scale) an, wie hoch 14 die kognitive Beeinträchtigung ist. Eine leichte Demenz geht oft mit einer Beeinträchtigung der CPS-Stufe 2 einher. Daher wird ab CPS-Stufe 2 eine medizinische Untersuchung empfohlen. Die Ergebnisse zeigen, dass 77 Prozent der Personen einen CPS-Wert ≥ 2 aufweisen, nur bei 43 Prozent ist dagegen eine Demenz diagnostiziert. Die Zentrumsunterschiede bezüglich Demenzdiagnose spiegeln sich nicht in den CPS-Stufen wider.

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Unterwegs mit der psychosozialen Spitex Die Mitarbeiterin Ursina Degonda gibt Einblick in ihren oft intensiven und dennoch befriedigenden Berufsalltag. Er bringt unterschiedlichste Begeg­ nungen mit sich und verlangt ein hohes Mass an Einfühlungsvermögen. Es ist noch dunkel, als sich Ursina Degonda auf den Weg zur Arbeit ­ macht. Die Pflegefachfrau HF mit einer Zusatzausbildung in Case Management hat einen anspruchsvollen Arbeitstag vor sich. Punkt sieben fängt sie mit dem Vorbereiten der heutigen Tour an: Die Pflegedokumentationen, das Smartphone, auf dem die Tour mit allen Leistungen erfasst wird, sowie Medikamente für alle zu besuchenden Klienten müssen gesichtet und eingepackt werden, dann steigt Ursina Degonda ins Spitex-Auto und fährt los. Heute ist ein anstrengender, aber auch abwechslungsreicher Tag: Es stehen zehn Kunden auf der Tourenplanung. Beziehungsarbeit Die Kundschaft ist sehr divers. Rund ein Drittel sind gerontopsychiatrisch erkrankte Personen und werden von Spitex Zürich Sihl in Langzeit betreut. Für sie sind die Mitarbeitenden der psychosozialen Spitex Vertrauenspersonen, die ihnen helfen, den oft immer schwieriger werdenden Alltag zu meistern. Ursina Degonda sorgt für die korrekte Medikamenteneinnahme, übt und bespricht mit den Kunden das Erarbeiten und Einhalten einer angepassten Tagesstruktur und führt zielorientierte Gespräche mit ihnen. Solche Einsätze werden von allen Mitarbeitenden der psychosozialen Spitex im Rahmen der Bezugspflege durchgeführt. Für die Mitarbeiterin bedeutet dies, dass sie sich sehr rasch auf die individuellen Bedürfnisse und unterschiedlichen Krankheitsbilder der Kunden einstellen muss. Die Frequenz ist hoch; oft bleiben Ursina Degonda nicht einmal 10 Minuten, um ­ vom einen Kunden zum nächsten zu wechseln. Eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiterin für sich währenddessen den letzten Fall abschliessen und sich auf die nächste Person einstellen muss. Ein weiteres Drittel der Kunden ist im mittleren Alter. Manche Lebens­ situationen und -ereignisse können für 15

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