Festschrift 2003 FF-Rechberg

 

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Festschrift

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Fe s t s c h r i f t 100 Jahre F r e i w i l l i g e Fe u e r w e h r RECHBERG 1

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Gewidmet in christlichem Gedenken allen gefallenen, verunglückten und verstorbenen Feuerwehrmännern In Ehrfurcht gilt unser Gedenken allen Kameraden, die seit der Gründung unserer Feuerwehr verstorben und in den beiden Weltkriegen gefallen sind. Wir wollen ihnen für ihre aufopfernde Tätigkeit, ihre Treue, ihre Kameradschaft, sowie für ihre Einsatzbereitschaft zum Wohle und zur Sicherheit unserer Bevölkerung danken und stets ein ehrendes Andenken bewahren. 2

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100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rechberg Die Freiwillige Feuerwehr blickt mit Stolz und Dankbarkeit auf eine 100-jährige Geschichte zurück, in der sie unzählige Male Menschen in Not beistehen konnte. Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältiger und in ihrer Bedeutung schwieriger geworden. In einem Jahrhundert der Katastrophen sind Stürme mit immer größerer Heftigkeit über uns hinweg gezogen, haben sintflutartige Regenfälle zu verheerenden Überflutungen geführt und es sind schwierige technische Einsätze immer mehr in den Vordergrund gerückt und haben sich zur Naturgewalt des Feuers gesellt, die 1996 nicht einmal den Chef der Feuerwehr verschont hat. In einer Zeit, wo für Hilfsbereitschaft und Kameradschaft immer weniger Zeit ist, muss daher den Männern und Frauen in und um unseren Wehren aufrichtig gedankt werden, weil sie in dieser Gemeinschaft ein letzter Hort gelebter Menschlichkeit sind. Es freut mich daher sehr, dass im Jahr 2000 bei der Gründung der Jugendgruppe sofort 20 Jugendliche der Feuerwehr beigetreten sind, weil sie beweisen, dass unsere Wehren Vorbildwirkung in unserer Gemeinschaft haben. Ich gratuliere der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg zu ihrem 100-jährigen Bestandsjubiläum und danke allen Feuerwehrmännern, die sich in all den Jahren bereit erklärt haben, Menschen die in Not geraten sind, zu helfen. Möge dieser Geist in der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg auch in Zukunft zum Wohle der BürgerInnen von Rechberg erhalten bleiben. Ein herzliches "Glück auf" Ihr Dr. Heiz Steinkellner Bezirkshauptmann von Perg 3

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100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rechberg Das Jubiläum zum hundertjährigen Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg, veranlaßt mich, nicht nur Glückwünsche auszusprechen, sondern auch ein Dankeschön allen Männern und Verantwortlichen zu sagen. Für mich ist es ein Herzensanliegen, all jener zu gedenken und zu danken, die seit den Gründungsjahren für das Allgemeinwohl ihr Bestes getan haben. Wie viel Mühen und Entbehrungen waren wohl in den Anfangsjahren, aber auch in den Kriegs- und Zwischenkriegsjahren, von diesen Männern und ihren Familien zu tragen? Fragen, die wir uns in der heute so schnelllebigen Zeit vielleicht zu wenig stellen. Die Aufgaben der Feuerwehren haben sich in den letzten Jahren gewandelt, die technische Entwicklung schreitet immer rascher voran, die Gefahren, welche heute den Menschen bedrohen, sind vielfältiger als früher. Diese umfassenden Tätigkeiten können aber wiederum nur von beherzten Männern, wie denen von Rechberg ausgeführt werden. Ihr Wirken war und ist immer von Bemühungen getragen, eine schlagkräftige Feuerwehr aufzubauen und zu erhalten. Nur dies ermöglicht im Ernstfall, Leben und Gut des Nächsten zu schützen und zu retten. Damit auch in Zukunft dieser Idealismus gewährleistet ist, hat die Freiwillige Feuerwehr Rechberg eine Jugendgruppe gegründet. Gerade das Hineinwachsen in Eigenverantwortung und Pflege der Kameradschaft ist bei der Jugendfeuerwehr von großer Bedeutung. Ich wünsche der Jubelwehr unter dem Kommando von HBI Johann Thauerböck, dass der Geist der Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein erhalten bleibe und bedanke mich für Eure geleistete Arbeit und wünsche der Freiwilligen Feuerwehr eine gute kameradschaftliche Zukunft. Der Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Karl Mitterlehner 4

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Josef Bauernfeind Bürgermeister der Gemeinde Rechberg Rechberg 130 4322 Windhaag/Perg Pol. Bezirk Perg Sehr geehrter Herr Kommandant HBI Johann Thauerböck, werte Mitglieder des Kommandos, liebe Feuerwehrkameraden, geschätzte Jugend! Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg im Jahre 1902 haben verantwortungsbewußte Bürger in unserer Gemeinde eine sehr wichtige und von einer großen Tragweite geprägte Entscheidung für die Zukunft getroffen. Die Brandbekämpfung war ursprünglich der Beweggrund für die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren. Für Oberösterreich galt damals die Feuerpolizeiordnung aus dem Jahre 1873. Der Gemeindevorsteher hatte dafür zu sorgen, daß ua. Vorkehrungen gegen Feuersbrünste getroffen werden, eine jährliche Feuerbeschau vorgenommen wird, die Kamine durch den Rauchfangkehrer gekehrt werden und eine Feuerwehr mit den notwendigen Löschgeräten besteht. Im Jahre 1932 wurden die Feuerpolizei sowie das Feuerwehrwesen durch die Oö. Feuerpolizeiordnung den Zeiterfordernissen entsprechend neu geregelt. Die Feuerpolizei blieb weiter eine Aufgabe der Gemeinde und wurde weitgehend dem Bürgermeister übertragen. Die Vorsorge der Gemeinde für Löschgeräte und Zeugstätten sowie die Einrichtung der freiwilligen Feuerwehren als Vereine sowie deren Aufgaben. Die Aufsicht über die freiwilligen Feuerwehren wurde der Gemeindevertretung übertragen. Mit Erlaß der Oö. Landeshauptmannschaft vom 28.5.1938 wurde das oö. Feuerwehrwesen an das des Deutschen Reiches angeglichen. Nach der Wiederherstellung Österreichs wurden diese Vorschriften mit Wirkung vom 27.4.1945 aufgehoben und die landesgesetzlichen Regelungen nach dem Stand vom 13.3.1938 wieder in Geltung gesetzt. Das Feuerwehrwesen so wie wir es jetzt im wesentlichen kennen beruht auf der gesetzlichen Neuregelung in der OÖ. Feuerpolizeiordnung 1953. Diese regelt in umfassender Weise die Brandverhütung, Brandbekämpfung, die Organisation der öffentlichen Feuerwehren (freiwillige Feuerwehren, Pflichtfeuerwehren, Berufsfeuerwehren und OÖ. Landes-Feuerwehrverband) sowie die Einrichtung des Oö. Feuerwehrfonds und des Oö. Brandverhütungsfonds. Die öffentlichen Feuerwehren wurden als juristische Personen eingerichtet und entstanden durch die Eintragung in das Feuerwehrbuch, das von der Landesregierung geführt wird. 5

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Auf Grund der Erfahrungen aus dem Katastrophenhochwasser 1954 hat der Oö. Landtag das Oö. Katastrophenhilfsdienst-Gesetz 1955 erlassen. Das Land und die Gemeinden wurden verpflichtet, einen Katastrophenhilfsdienst einzurichten. Zusätzlich zu den ursprünglichen Aufgaben der Brandbekämpfung und Hilfe nach Brandfällen sind die Feuerwehren heute umfassende Hilfseinrichtungen in Katastrophenfällen und für technische Dienste! Die Neuregelung der Feuerpolizei und des Feuerwehrwesens erfolgte in Oberösterreich von 1991 bis 1996 in drei Gesetzen: Oö. Kehrordnung 1991, Oö. Feuerpolizeigesetz 1994 und Oö. Feuerwehrgesetz 1996. Den Protokollen über die Sitzungen des Gemeindeausschusses und des Gemeinderates kann entnommen werden, dass die finanziellen Mittel für Rüsthaus - Rüstfahrzeug, Feuerwehrhaus - Feuerwehrfahrzeuge - Geräteankauf - Aus- und Weiterbildung - immer sehr mühevoll, sparsam und mit Hilfe des Landes OÖ. sowie der Feuerwehrmitglieder und privater Förderer aufgebracht wurden. Seit dem Bestehen unserer Feuerwehr haben viele Männer und Frauen viel Zeit für Hilfeleistungen, Katastrophenbekämpfung und für die Bekämpfung von Bränden sowie für die Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Auch im gesellschaftlichen Bereich war und ist unsere Feuerwehr ein tragendes, gestaltendes und Menschen verbindendes Element! Mit der Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses am 30. August 1998 konnte ein neues Kapitel in der Weiterentwicklung unserer Feuerwehr aufgeschlagen werden. Neben den traditionellen Aufgaben bilden nunmehr Jugendarbeit Weiterbildung - Kurse und Seminare - weitere wichtige Säulen in der Arbeit der Feuerwehr. Mit dem geplanten Ankauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges beginnt für die aktiven Mitglieder unserer Feuerwehr ein weiteres Kapitel. Weitere neuen fachliche und technische Herausforderungen werden zu bewältigen sein. Das OÖ. Landesfeuerwehrkommando und die OÖ. Landesregierung mit Gemeindereferent LR. Josef Ackerl haben dafür rund € 211.000,00 oder S 2,9 Mio. (für die Jahre 2003 bis 2005) bewilligt. Getreu dem Leitsatz: "Gott zur Ehr, dem Menschen zur Wehr" bedanke ich mich für die großartigen Leistungen, wünsche dem 100jährigen "Geburtstagskind" weiterhin viel Erfolg, eine gute Kameradschaft und eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Interesse unseres Landes Oberösterreich, unserer Gemeinde und seiner Bürger! Josef Bauernfeind Bürgermeister

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100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rechberg Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg war in den letzten 100 Jahren sehr bewegt. Stets stand der Schutz unserer Gemeinde und der Bevölkerung von Rechberg im Vordergrund. Unzählige Einsätze haben viele Menschenleben gerettet und viel Unheil von uns abgehalten. Durch die ständige Unterstützung der Bevölkerung und der Gemeinde wurde die fortlaufende Entwicklung und Modernisierung der Feuerwehr möglich gemacht. Hier richtet sich mein Dank an alle RechbergerInnen. Seit der Zeit der Gründung wurde die Feuerwehr stets von der Bevölkerung sowohl mit finanziellen Mitteln, als auch durch die tatkräftige Mithilfe bei allen Veranstaltungen unterstützt. Dank gilt im Besonderen allen Kameraden die über viele Jahre treu ihren Dienst in der Feuerwehr leisten. Durch ihren Weitblick und Einsatzwillen ist eine positive Entwicklung erst möglich. Nicht groß genug kann in der heutigen Zeit aber auch die ehrenamtliche Tätigkeit und die gesellschaftliche Rolle der Feuerwehr eingeschätzt werden. Die Feuerwehr trägt unter anderem dazu bei, dass in unserer von Schnelllebigkeit und Anonymität geprägten Zeit, die Bevölkerung weiterhin zusammenhält, Feste gemeinsam feiert, aber auch in schwierigen Tagen zusammenhält und an einem Strang zieht. Für mich persönlich ist es besonders wichtig, dass sich jung und alt mit der Feuerwehr auseinandersetzen und in die Gemeinschaft integrieren. Es ist schön und gleichzeitig auch wichtig, dass junge Menschen einen Sinn darin finden, zu lernen, zu üben und zu riskieren, um anderen Menschen zu helfen. Es muß auch weiter das Bestreben der Freiwilligen Feuerwehr sein, junge Leute zu motivieren , einen unbezahlbaren und wertvollen Beitrag zum Wohle und zur Sicherheit in unserer Gemeinde zu leisten. Nur so können wir langfristig den Weiterbestand unserer Feuerwehr sichern. So wünsche ich unserer Feuerwehr alles Gute zum 100-jährigen Bestehen, Mut zu Entscheidungen, Weitblick das Richtige zu tun und Freude es lange zu tun. Möge diese Übung gelingen. Der Feuerwehrkommandant HBI Johann Thauerböck 7

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Gründung und geschichtliche Entwicklung Am 15. August 1902 fanden sich zahlreiche Männer im Obermairischen Gasthaus unter dem Erstes Wappen Vorsitz des Herrn Bürger-meister Kern und des hochwürdigen Herrn Pfarrers Carl Wagner ein, um über die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr und den Ankauf einer Spritze zu beraten. Anlass war der Brand des Bauernhauses in Hiesbach 1 (Hiesböck). Es wurde ein Gründungskomitee gebildet, welches den Aufruf an die Bevölkerung von Rechberg erließ an einer öffentlichen Versammlung teilzunehmen. Diese Versammlung fand am 21. September im Öllerschen Gasthaus als Gründungsversammlung statt. Anwesend waren 43 Personen die sich sofort als Mitglieder meldeten. Als erster Hauptmann wurde ein- stimmig Bürgermeister Kern (Wegerer in Windischhof) und Carl Wagner (Pfarrer) als Schriftführer gewählt. Weiters wurden Herr Michl Weichselbaumer (Rechberg 20) als Hauptmann-Stellvertreter und G. Grüll (Schulleiter) als Zeugwart gewählt. Ebenfalls gewählt wurden eine Steigermannschaft, eine Spritzenmannschaft und eine Schutzmannschaft. Am 25. September wurden die Statutenexemplare der k.k. Bezirkshaupmannschaft in Perg vorgelegt. Der sehr geschätzte Herr k.k. Bezirkshauptmann Karl Bichler erwirkte eine rasche Erledigung des Gesuches. Der Hauptmann und der Schriftführer reisten am 6. Oktober nach Linz und kauften von der Firma H. Gugg eine sogenannte Gebirgsabprotzspritze. Dies war eine Handdruckspritze, die auf ein Wagengestell aufgebaut war und von Pferden gezogen wurde. Von 1. bis 3. Oktober gingen dieselben in der Pfarre und Gemeinde für die Spritze sammeln. Am 17. November hat Herr Ebenhofer von Hiesbach 6 die Spritze vom Bahnhof Perg abgeholt. Am 19. Dezember wird die Vereinsnachweisung von 1902 an die hiesige Gemeindevorstehung gesendet. Anzumerken ist, dass die finanzielle Situation sehr schwierig war, denn es waren für die Erstanschaffung 1406 Kronen notwendig. Die Rechnung ist als Eintrag in der Chronik der 8

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Feuerwehr vollständig vermerkt. Der Erstausrüstungsstand: damalige 1 Gebirgsabprotzspritze 105m Hanfschlauch 10 Hanfklappeimer 41 Lederkappen 2 Hauptmannshelme 13 Lederhelme 2 Signalhorne F und A 2 Hornschnüre. Die erste Übung wurde am 25. November 1902 abgehalten, wobei die neue Spritze ausprobiert wurde. Nach gelungener Vereinsgründung spendete Herr Bräuer (Waldhör von Perg) 1 Eimer Bier. Hauptmannes wurde am 23. Juni ein Fackelzug abgehalten. Am 30. August inspizierte Herr Bezirksobmann Blaschöck von Perg das erste Mal die hiesige Feuerwehr und das von der hiesigen Gemeinde Spritzenhaus 1903 Am 13. Jänner 1903 tritt der Verein dem Landesverband bei. Die erste Hauptversammlung fand am 25. Jänner 1903 im Öllerschen Gasthaus statt. Dabei wurden die Funktionäre wieder gewählt. In den Bezirksverband wurde auf 3 Jahre Herr Johann Schatz, Bauerssohn von Hiesbach Nr. 6, entsendet. Als Ortsruf wurde die Tonfolge f f f c a f vorgeschlagen. Alle Mitglieder zahlten 20 Heller zur Unterstützungskasse ein. Von der Feuerwehr wurden an Ausrüstungsgegenständen 6 Steigergurte und ein Signalhorn mit Schnur angekauft. Am 3. Mai war die erste Gesamtübung mit allen Schläuchen, dann Zusammenkunft beim Obermair. Anlässlich des Namensfestes des bereitwilligst errichtete Spritzenhaus. Die 41 anwesenden Feuerwehrmänner hielten sodann eine Gesamtübung ab, welche wie Herr Blaschök selbst im Machländer Boten schreibt, sehr exakt durchgeführt wurde, sodass Herr Blaschök seine vollste Zufriedenheit sowohl über die besagte Übung, als auch über die vorzüglich geschulte Mannschaft äußerte. 1904 - Der erste Feuerwehrball Bei der Jahreshauptversammlung am 6. Jänner 1904 wurde beschlossen einen Feuerwehrball abzuhalten, welcher dann am 3. Feber abgehalten wurde und gut besucht war. Es blieb ein Reinerlös von 50,40 Kronen. Der 12. Juni war als Gründungsfest 9

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und Delegiertentag ein Freudenfest für Rechberg. Eine tausendköpfige Menge hatte sich in dem dekorierten Orte versammelt. Besonders zu erwähnen ist das Erscheinen des Herrn k.k. Bezirkshauptmannes von Perg, Carl Bichler und Frau Gemahlin. Feuerwehrmänner waren gegen 260 anwesend. Großzügige Spenden In den darauffolgenden Jahren wurden der Feuerwehr immer wieder namhafte Geldbeträge gespendet, unter anderem von Pfarrer Wagner, der 1908 zum Ehrenmitglied unserer Feuerwehr ernannt wurde und als Pfarrer nach Natternbach versetzt wurde. Weiters liegt ein Zeitungsbericht vom Jahr 1906 in der Chronik vor, der wie folgt lautet: Seine k und k. apostolische Majestät haben der Freiwilligen Feuerwehr Rechberg 100 Kronen aus allerhöchsten Privatmitteln allergnädigst zu spenden geruht. 1917 wurden vom unterstützenden Mitglied Josef Riegler (Rechberg 10) als Dank für das abgehaltene Requiem für Sohn Josef der im Krieg gefallen war, 20 Kronen an die Feuerwehr gespendet. 1918 vermachte Herr Anton Pilz der Feuerwehr 50 Kronen und Herr Rauchfangkehrer Wolf aus Pabneukirchen ebenfalls 50 Kronen. Naturgemäß waren die Kriegsjahre und die Jahre danach von großen finanziellen Schwierigkeiten durch den Verfall der Währung und der Armut der Bevölkerung gekennzeichnet. 10 Zum Vergleich waren 50 Kronen in den Gründungsjahren noch eine stattliche Summe Geld, so wurde im Jahre 1924 als Erträgnis vom Juxbasar der Feuerwehr eine Spende von 750.000 Kronen übergeben. 1925 betrugen die Einnahmen der Feuerwehr 2.450.000 Kronen. Im Jänner 1926 blieben nach der Umwechslung 164 Schilling übrig. Am 21. Jänner 1920 wurde der Kriegszahlenbericht eingesendet. Derselbe weist aus, dass der Stand der hiesigen Feuerwehr bei Kriegsbeginn 49 Mann war, neu beigetreten während des Krieges sind 3 Mann, eingerückt 26 Mann, gefallen sind 5 Mann, gestorben an Krankheit 2 Mann, vermisst 2 Mann, in Kriegsgefangenschaft geraten sind 4 Mann welche alle 4 zurückgekehrt sind. Von den eingerückten 26 Mann sind 16 Mann nach ihrer Rückkehr wieder der Feuerwehr beigetreten. Am 2. November 1926 war das Leichenbegängnis, des Mitbegründers unserer Feuerwehr Herrn Johann Kern, Auszügler am Wegerergute in Windischhof Nr. 10. Obwohl derselbe nicht mehr Mitglied war, rückte der Verein vollzählig und mit Musik aus. 25-jähriges Gründungsfest Am 1. Juli 1928 wurde das 25-jährige Gründungsfest verbunden mit dem Delegiertentag gefeiert. Am Vortage Abends war Fackelzug, am Festtage 5 Uhr früh musikalischer Weckruf. Um 9 Uhr Festgottesdienst hierauf Ansprachen von Herrn

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Einladung zum 25-jährigen Gründungsfest Programm zum 25-jährigen Gründungsfest Forstmeister Greinöcker aus Windhaag, Herrn Oberregierungsrat Anton Kienmüller Bezirkshauptmann von Perg, dann Dekorierung von 13 Mitgliedern mit der 25-jährigen Medaille, hierauf Defilierung, Delegiertensitzung, Übung um 3 Uhr Festzug. An Feuerwehrmännern waren bei 300 anwesend u. zwar: Arbing, Allerheiligen, Au, Baumgartenberg, Hütting, Langacker, Mitterkirchen, Münzbach mit Musik, Mistlberg, Naarn, Pabneukirchen, Perg, Pierbach, Pergkirchen, St. Thomas a. Bl., Tragwein, Windhaag mit Musik, Windegg u. Zell b. Zellhof mit Musik. einer Übung das Mannschaftsfoto angefertigt. erste In den Aufzeichnungen des Jahres 1929 ist das erste Mal von einem Beihilfegesuch für das Jahr 1930 die Rede, gleichzeitig wurde das Ansuchen für einen schuldlos verarmten Kameraden abgegeben. Diese Entwicklung ist neu und spricht für den sozialen Ansatz in den Feuerwehren. Es gibt auch heute noch den sogenannten Hilfssäckel der Feuerwehren. Die 30-iger Jahre Die 30-iger Jahre waren wirtschaftlich wieder eine sehr schwere Zeit. Am 6. Jänner vor der Vollversammlung erfolgte die Vorführung und Probe einer kleinen Motorspritze durch die Firma Rosenbauer in Linz, trotzdem die 11 Das erste Mannschaftsfoto Am 15. August 1926 wurde nach

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Mannschaftsfoto 1926 Vorführung in ausgezeichneter Weise gelang, konnte sich in Folge der misslichen wirtschaftlichen Verhältnisse die Wehr nicht entschließen eine solche Spritze anzukaufen. So blieb der Feuerwehr nichts anderes übrig, als mit den vorhandenen Mitteln und Geräten das Auslangen zu finden. In der Chronik ist jedoch immer wieder der Hinweis zu finden, dass die Mitglieder sehr gut ausgebildet sind und auch immer wieder Schulungen, z. B. im Sanitätsbereich besuchten, oder der vom 16. bis 19. November 1931 abgehaltene FeuerwehrMannschaftskurs in Linz an dem 4 Mann teilnahmen. Weiters besuchten die beiden Kameraden Martin Gaisberger (Hinterberger) und 12 Johann Neunteufel (Knöbelsteiner) den 8-tägigen Wehrführerkurs und legten die Prüfung mit sehr gutem Erfolg ab. In der Chronik ist ebenfalls der Hinweis zu finden, dass mehrmals im Jahr Gesamtübungen abgehalten wurden, wobei fast immer die gesamte Mannschaft teilnahm. Dass die Feuerwehr auch an politischen Ereignissen Interesse zeigte, beweist eine Eintragung vom 8. Oktober 1932 als ein Dankgottesdienst mit anschließender Kirchenparade für die glückliche Errettung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß aus Lebensgefahr statt fand. 1937

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Mitgliederstand der Feuerwehr am 6. Jänner 1937, 64 Mann. Am 7. August war das Leichenbegängnis vom Hochwürdigen Herrn Pfarrer Struppe, der Verein rückte vollzählig und mit Musik aus. ist zu entnehmen, dass der Dienstbetrieb der Feuerwehr wieder, wenn auch sehr eingeschränkt, funktioniert hat. Eine großartige Entwicklung und vor allem eine Technisierung begann mit der Wahl von Johann Neunteufel als Kommandant und Die erste Motorfeuerspritze Im Jahre 1940 wurde eine Motorfeuerspritze von der Firma Rosenbauer in Linz um den Preis von 2400DM angekauft. Hiezu wurde eine Subvention von 1200DM vom O.Ö. Landtage bewilligt. Der übrige Betrag von 1200DM wurde von der Gemeinde und der Feuerwehr Rechberg aufgebracht. Ab diesem Zeitpunkt bis 1946 waren keine Aufzeichnungen zu finden, aber aus Erzählungen weiß man, dass es außerordentlich schwierig war eine einigermaßen funktionierende Feuerwehr zu erhalten, waren doch eine große Anzahl von Mitgliedern eingerückt und viele von ihnen im Kriege gefallen. Jedoch ist auch bekannt, dass bereits im Jahre 1946 unter dem damaligen Bürgermeister Schwaiger (Windisch) die Feuerwehr wieder aktiv wurde und als Wehrführer der in der Funktion bewährte Ferdinand Rumetzhofer die Leitung der Feuerwehr übernahm. Die nächsten Eintragungen finden sich als Niederschrift der Hauptversammlung am 6. Jänner 1949 wieder. Dieser Niederschrift Johann Bauernfeind als Stellvertreter am 13. Jänner 1952. Feuerwehrrüstwagen Am 20. November des selben Jahres wurde vom Landes-Gendarmeriekommando in Urfahr ein Feuerwehrrüstwagen angekauft. Der Kaufpreis betrug 3720 Schilling. Am 1. Mai nach der Florianifeier war die erste Ausfahrt mit dem Rüstwagen zu einer Übung. Am 3. April 1954 bekam unsere Wehr eine neue Tragkraftspritze, und zwar eine R 75 mit elektrischer Lichtanlage. Der Preis dafür betrug 2582.40 Schilling. 50-jähriges Gründungsjubiläum Am 14. Juni 1953 feierte die Feuerwehr ihr 50-jähriges Gründungsjubiläum, verbunden mit der Weihe der Motorspritze und des Rüstwagens, sowie Ehrung alt13

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gedienter Kameraden. Als Ehrengäste erschienen Herr Regierungsrat Dr. Flemich und Herr Bezirkskommandant Hausböck. Nach der Begrüßung durch den Festkommandanten sprach der Schriftführer über die wichtigsten Begebenheiten seit dem 50-jährigen Bestehen, so dann sprach der Bezirkskommandant zur Jubelwehr und zuletzt Dr. Flemmich. Danach wurden die Auszeichnungen vergeben, anschließend ein Mannschaftsfoto aufgenommen. Die Mannschaftsstärke der Feuerwehr betrug 70 Mann. Beim Hochwassereinsatz 1954 musste die Feuerwehr insgesamt zweimal ausrücken, um den Betroffenen in der Gemeinde Mitterkirchen zu helfen. Ein neues Feuerwehrhaus Die Gemeinde Rechberg kaufte mit 14 31. 12. 1955 das Grundstück mit der Parzellennummer 192/2 und einer Größe von 509 m², mit dem Zweck ein neues Feuerwehrhaus zu errichten. Am 1. Oktober 1956 wurde mit dem Bau der neuen Zeugstätte begonnen. Vom Amt der O.Ö. Landesregierung wurde eine Bedarfszuweisung von 100.000 Schilling gewährt. Die Feuerwehr beteiligte sich mit 10.000 Schilling im gleichen Jahr. Im Frühjahr 1957 wurde mit dem Weiterbau des Zeughauses begonen, und am 23. Juni 1957 wurde das Zeughaus mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben. Daran nahmen auch sämtliche Nachbarfeuerwehren teil. Die Feuerwehr Rechberg kann stolz sein auf das schöne und zweckmäßige Zeughaus, das durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehrmänner und durch die große Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Strasser errichtet

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Eröffnungsfeier des neuen Feuerwehrhauses wurde. Es waren 78 Mann Mitglied der Wehr. Zur Ausrüstung zählte: zwanzig Jahre lang ausüben und so der Wehr eine große Entwicklung in seiner Zeit als Kommandant ermöglichen. 1 Rüstfahrzeug 1 Motorspritze 1 Handdruckspritze 2 Kübelspritzen 1 Dreiteilige Schiebeleiter 1 Chemischer Handfeuerlöscher 105m B- Schläuche 165m C- Schläuche 40 l Benzin, 5 l Öl Übungen, Schulungen: Eine neue Sirene Im Juni 1958 wurde ein Sirene um den Preis von 2500 Schilling von der FF Perg erworben. Durch Vorsprache beim Landesfeuerwehrkommandanten konnte für diese Anschaffung eine Beihilfe von 3.000 Schilling erreicht werden. Die Kosten für die Montage übernahm die Gemeinde. Am 9. Mai 1962 wurde ein gebrauchter Ford FK 100 angekauft und von der Firma Haunschmid in Perg zu einem Rüstwagen umgebaut. Für die Aufbringung der Geldmittel wurde eine Haussammlung durchgeführt. Diese wurde ein großer Erfolg für die Feuerwehr. Bei der Herbstübung am 27. 10. 1963 wurde zum ersten Mal Wasser aus einem Hydranten ent15 18 Gruppenübungen 3 Gesamtübungen 14 Maschinistenschulungen 4 Theoretische Unterrichte 1 Mann an Leistungsbewerbe 1 Mann an Lehrgang in der LFWSCH Am 26. April 1958 wurde Johann Bauernfeind zum Feuerwehrkommandanten unserer Wehr gewählt. Er sollte dieses Amt

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