Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 01/2016

 

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Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 01/2016

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten Februar 2016 Zukunftswerkstatt DGOU OLG stärkt Chefärzte Arthroskopie bei Gonarthrose

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Editorial Gesundheit in Deutschland – Forever Young ? Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde der neue Bericht „Gesundheit in Deutschland“ vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Robert Koch Institut (RKI) veröffentlicht. Neben der umfassenden Darstellung zu Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Deutschland, ist vor allem die offizielle Interpretation und damit auch die Priorisierung interessant. Hier ein kurzer Auszug aus dem Bericht: Gesundheitszustand und Versorgung in Deutschland werden von zwei Einflussfaktoren bestimmt: dem demografischen Wandel und der individuellen sozialen Lage. So haben beispielsweise Männer mit sehr niedrigem Einkommen eine um acht Jahre geringere Lebenserwartung als Männer mit hohem Einkommen. Deutschland zählt weltweit zu den Ländern, die vom demografischen Wandel am stärksten betroffen sind. Im Jahr 2013 betrug der Anteil der über 65-Jährigen 20,8 % der Gesamtbevölkerung – dies entspricht etwa 17 Millionen Frauen und Männern. Unter ihnen waren 4,4 Millionen älter als 80 Jahre und 2,1 Millionen älter als 85 Jahre. Die chronischen, nichtübertragbaren Erkrankungen dominieren das Krankheitsgeschehen. Der überwiegende Teil der älter-werdenden Bevölkerung leidet an einer oder sogar mehreren muskuloskelettalen Erkrankungen. In einer weiteren aktuellen Studie des RKI, „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA, 2015) ergab eine telefonische Patientenbefragung nach den ärztlich gestellten Diagnosen, dass insbesondere ältere Frauen von muskuloskelettalen Erkrankungen betroffen sind – in der Altersgruppe der über 75-Jährigen: 63,7 % der Frauen und 45,8 % der Männer. Die Daten der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1, 2013), ebenfalls RKI, ergaben, dass in der Gruppe der 60- bis 79-Jährigen 37,9 % der Frauen und 29,2 % der Männer in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal einen niedergelassenen Orthopäden in Anspruch genommen hatten. Auch in der stationären Versorgung spielen Muskel- und Skelett-Erkrankungen eine bedeutende Rolle: 2013 verursachten sie 9 % aller stationären Behandlungsfälle. Fallzahlen im stationären Versorgungsbereich zeigten sehr unterschiedliche Trends für den Zeitraum 2000 bis 2012: Den stärksten Anstieg gab es bei den muskuloskelettalen Erkrankungen mit nahezu 40%. Von den rund 19,2 Millionen stationären Behandlungsfällen im Jahre 2013, entfielen rund 8,3 Millionen auf die Altersgruppe der über 65-Jährigen. Verglichen mit den Fallzahlen aus dem Jahr 2000 entspricht dies einem überproportionalen Anstieg in eben dieser Altersgruppe von 20,6 % bei den Frauen und 52,0 % bei den Männern. Über alle Altersgruppen und beide Geschlechter betrachtet betrug der Anstieg in den Jahren 2000 bis 2012 lediglich 9,4 %. Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Vizepräsident BVOU Vor dem Hintergrund des auszugsweise beschriebenen demografischen Wandels ist der Begriff des “Healthy Ageing” ein wichtiges Ziel – nämlich ein weitgehend gesundes Älterwerden zu ermöglichen. Auf nationaler Ebene wird es aufgegriffen in dem im Jahr 2012 veröffentlichten Gesundheitsziel »Gesund älter werden«. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2002 wird ein übergreifender Terminus verwendet und als Ziel formuliert: „Active Ageing“. „Aktives Altern“ wird von der WHO definiert als Prozess der Optimierung der Chancen für Gesundheit, Teilhabe und Sicherheit. Es geht darum, die Lebensqualität mit zunehmendem Alter zu verbessern. „Active Ageing“ ermöglicht älteren Menschen an der Gesellschaft teilzuhaben und die Möglichkeit, Pflege und Hilfe zu bekommen, wenn sie benötigt werden. Was bedeutet dies für die deutsche Orthopädie und Unfallchirurgie? Grundsätzlich kann man diese Entwicklungen als Chance und auch als große Herausforderung ansehen. Eine immer älter werdende Gesellschaft benötigt kompetente Versorger, Berater und Begleiter im Alter. Bei dieser Aufgabe werden neben den Generalisten (Hausärzte und Geriater) vor allem auch kompetente Spezialisten gefragt sein. Die Arbeit der AG Alterstraumatologie ist bereits ein Leuchtturm in diesem Bereich, auf internationaler Ebene versucht das Fragility Fracture Network (FFN) eine multidisziplinäre Kooperation bei der Versorgung von Frakturen in höherem Lebensalter zu etablieren und zu optimieren. Im operativen Segment der Versorgung gibt es bereits die ausgewiesene Expertise. Im nicht-operativen Bereich fehlen derzeit die (formalen) Rahmenbedingungen zur speziellen Versorgung Älterer – sie sollten in naher Zukunft geschaffen werden. Die Zusatzbezeichnung „Geriatrie“ beispielsweise kann von Internisten und Neurologen erworben werden, bisher jedoch nicht von Orthopäden und Unfallchirurgen. Die geriatrische Rehabilitation erlaubt eine kompetente Versorgung bei allgemeinen Problemen des alten und älteren Patienten. Die fachkom- Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 1

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Editorial petente Versorgung älterer Patienten mit postoperativ erhöhtem Pflegebedarf nach orthopädisch-unfallchirurgischer Versorgung ist bisher nicht adäquat im bestehenden System der medizinischen Rehabilitation abgebildet. Ein analog der neurologischen Rehabilitation am Pflegebedarf ausgerichtetes Phasensystem mag hier eine Option sein. Vor dem Hintergrund der Betrachtung und Interpretation der erhobenen Daten im Bericht „Gesund in Deutschland“ sollte sich die deutsche Orthopädie und Unfallchirurgie stärker als bisher weiterführende Gedanken über die politische Priorisierung muskuloskelettaler Erkrankungen machen. Wohl wird in diesem Bericht „Gesund in Deutschland“ die große Bedeutung muskuloskelettaler Erkrankungen für die körperlichen Einschränkungen der deutschen Bevölkerung sowie ambulanter und stationärer Versorgungsbedarf und auch die gesundheitsökonomischen Auswirkungen derartiger Erkrankungen betont – als primäre Handlungsfelder werden jedoch Diabetes mellitus und psychische Erkrankungen abgeleitet. In den letzten vierzehn Jahren sind acht „nationale Gesundheitsziele“ definiert worden: „Gesund aufwachsen“ und „Gesund älter werden“ ebenso wie die Erhöhung der Gesundheitlichen Kompetenz und die Stärkung der Souveränität der Patientinnen und Patienten. Drei spezifische Krankheitsentitäten sind als Gesundheitsziele hervorgehoben: Diabetes mellitus, Brustkrebs und Depressive Erkrankungen – ich finde dies bemerkenswert … „Forever Young“ ist ein Musiktitel, der unterschiedliche Generationen geprägt hat: Während Bob Dylan in den 60ern sang: „May you stay forever young“ formulierte Alphaville es in den 80ern so: „Let us die young or let us live forever. I want to be forever young – do you really want to live forever“. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich in meinem Editorial formuliert, dass es im ärztlichen wie im menschlichen Leben gilt, Herausforderungen wahrzunehmen, sich ihnen zu stellen, Lösungen zu finden und (notwendige) Veränderungen anzunehmen. Die ärztliche Behandlung älterer Menschen ist vor allem eine Frage der inneren Haltung. Wer im „Alt-Werden“ nur ein „Weniger-Werden“ sehen kann, für den also das Defizit-Modell des Alterns zentral ist, wird sich schwer tun in der Begleitung, Beratung und Behandlung älterer, möglicher Weise gebrechlicher Patienten. Gefragt sind nach meinem Dafürhalten auch in diesem Bereich gut ausgebildete Ärzte – Orthopäden und Unfallchirurgen eingeschlossen – die ihre Patienten beweglich, vital, in Bewegung sehen wollen – körperlich und geistig. Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Vizepräsident BVOU 2 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016

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Editorial Gesundheit in Deutschland – Forever Young ? 1 INTERVIEW Ein Jahr OPidS – Eine positive Bilanz 29 I N I T I AT I V E ’ 9 3 T E C H N I S C H E O R T H O PÄ D I E Jede Minute vertieft das Wissen 32 Impressum Nachrichten Foto: Regina Radke-Lottermann 8 DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR C H I R U R G I E D I G I TA L Gold Open Access Journal für alle chirurgischen Fachgesellschaften FORTE 34 Zukunftswerkstatt DGOU: Brauchen wir eine Bedarfsplanung?, lautete die Frage, mit der sich namhafte Referenten aus den verschiedensten Sektoren des Gesundheitssystems in Deutschland zu Wort meldeten. 14 Kurz und bündig Neue Vertreter im DFG-Fachkollegium für Orthopädie und Unfallchirurgie Forschungsdatenbank O & U: Vernetzen Sie sich! Fusion der BG Kliniken IC-Kurse: Neuer Film stellt Trainingskonzept vor 10 Junges Forum O & U der DGOU tritt FORTE bei 36 N O R M U N G Ä R Z T L I C H E R TÄT I G K E I T 10 Health-Commerce versus Health-Care 37 11 11 Recht S T E U E R R ECHT 12 12 Müssen Preisgelder versteuert werden? In der Regel ja! O L G S TÄ R K T C H E FÄ R Z T E 40 Foto: DOC Rabe Media_Fotolia Zum Dialog aufgefordert Terrorgefahr: Notfallversorgung Leserbrief 12 13 Mehrere ständige ärztliche Vertreter zulässig 42 OLG stärkt Chefärzte: Mehrere ständige ärztliche Vertreter eines privatliquidationsberechtigten Chefarztes sind zulässig. 42 Aus unserem Fach Z U K U N F T S W E R K S TAT T Unterwegs DVOST STIPENDIUM Sportmedizin in Salzburg 14 S I C O T W E LT KO N G R E S S 44 Bedarfsanalyse – Bedarfsplanung N AT I O N A L E KO H O R T E Wer war noch nie in China? A FA C O T 47 Gesundheitsstudie NAKO mit muskuloskelettalem Untersuchungsprogramm gestartet 18 NEUE PRÄSIDENTEN Foto: smartmediadesign_fotolia Deutsch-französischer Erfahrungsaustausch WORLD TR AUMA SYMPOSIUM 48 Zwei Ulmer und ein Bremer sind die neuen DKOU-Präsidenten 20 A R T H R O S KO P I S C H E V E R FA H R E N Erstmals deutscher Referent auf dem World Trauma Symposium 49 Arthroskopie aus GKV-Leistungskatalog ausgeschlossen 22 BUNDESÄRZTEK AMMER Namen Personalia 50 51 Wir gratulieren... 22 4 Nach Redaktionsschluss: Reform der GOÄ 24 Arthroskopische Verfahren zur Behandlung der Kniegelenke: Der G-BA hat die Arthroskopie bei Gonarthrose nun tatsächlich gegen jegliche Einwände der Fachgesellschaften und Berufsverbände aus dem GKV-Leistungskatalog ausgeschlossen. D I E O R T H O PÄ D I N N E N – N E T Z W E R K 7. Jahrestagung 26 Ehrungen für sächsische Chirurgen in Tschechien 52 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016

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BVOU Brandenburger Orthopädentreffen vom 6. bis 7.11.2015 im A-ROSA Resort Scharmützelsee Bad Saarow 55 Jahrestagung des BVOU MecklenburgVorpommern in Heringsdorf 57 Bericht über die Jahresversammlung Niedersachsen 59 Schöne Grüße an die Füße Berufs-Rechtsschutz-Versicherung für BVOU-Mitglieder Mitgliederangebote Neue Mitglieder Der BVOU trauert um seine verstorbenen Mitglieder 60 DGOU Angebot für DGOU-Mitglieder WICHTIGE Beitrags- und Mitgliederinformation für 2016 Tätigkeitsbericht aus der AG Lehre der DGOU 2015 AG O & U in Entwicklungsländern (AGOUE) re-konstituiert AGA-Kongress 61 63 64 Ausschuss Wissenschaft und Forschung DGOU Von der Grundlage bis zur Klinik Neue Mitglieder AG 2 Sozialmedizin und Begutachtungsfragen Deutschsprachiger AOTrauma Master Kurs 94 Neues aus der Deutschen AO 66 DGOOC Forum der nichtselbständigen Ärzte der DGOOC EPRD weiter auf Erfolgskurs Neue Mitglieder 69 Prof. Dr. Johannes Hellinger zum 80. Geburtstag 70 71 Prof. Dr. Hanns Hofer verstarb einen Tag vor seinem 90. Geburtstag 84 82 83 83 66 85 72 73 DGU Psychische Traumatisierungen nach Unfällen und Gewalterfahrungen – eine therapeutische Herausforderung DGU ist Mitglied in der DIVI 86 88 64 74 Für Sie gelesen Für unsere Mitglieder Kursangebote Service / Kleinanzeigen Service / Preise OU Medizin und Markt 76 77 Kandidaten für den Nichtständigen Beirat der DGU 2017-2019 gesucht! 89 Neue Mitglieder 89 Ein Jahr im Amt: als Generalsekretär von DGOU und DGOOC 96 106 107 110 Sektionsbericht Vereinigung Technische Orthopädie 2015 78 Abschied von OMR Dr. Klaus Welz 90 80 VLOU Das Honorararztwesen in Deutschland – wem nutzt es, wem schadet es? 92 F O L G E N S I E U N S A U F FA C E B O O K : www.facebook.de/dgou.ev 6 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016

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Impressum Herausgeber Für den Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Bernd Kladny (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: bernd.kladny@fachklinikherzogenaurach,de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Schriftleitung VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller Geschäftsstelle VLOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de Redaktion Ines Landschek Tel.: (0 30) 340 60 36 00 E-Mail: oumn@dgou.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn www.thieme-connect.de/products/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 19 vom 1. Oktober 2014 ISSN 2193-5254 Satz und Layout L42 Media Solutions, Berlin Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vizepräsident Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied PD Dr. med. habil. Axel Sckell, Greifswald Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Alexander Beck, Würzburg Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt / Main Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Erster Vizepräsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/ Main Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Generalsekretär Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Schriftführer Prof. Dr. med. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. med. Johannes Sturm, München/ Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Mitglieder der oben genannten Verbänden und Gesellschaften erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. JHSUIW)DFKDU]W6WXGLH Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Bezugspreise 2016* Persönliches Abonnement Abo Versandkosten Inland Europa Weltweit 38,00 47,40 38,00 47,40 Gesamtkosten Inland 275,80 474,80 Europa 277,00 476,00 Weltweit 286,40 485,40 239,00 36,80 Institutionelles Abonnement 438,00** 36,80 * Jährliche Bezugspreise in € (D); unverbindlich empfohlene Preise. Preisänderungen vorbehalten. Preis für ein Einzelheft 45,00 € zzgl. Versandkosten ab Verlagsort. Das Abonnement wird zum Jahreswechsel im voraus berechnet und zur Zahlung fällig. Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht eine Abbestellung zum 30. September vorliegt. **der institutionelle Jahresbezugspreis inkludiert Online-Zugriff für 1 Standort 8 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016

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Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Stellv. Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Florian Gebhard,, Ulm 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/Main Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister (und Schatzmeister der DGOOC) Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat PD Dr. med. Hansjörg Heep, Essen Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Prof. Dr. med. Christoph Lohmann, Magdeburg Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. med. Manuel Mutschler, Köln DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Andrea Meurer, Frankfurt/Main Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister Prof. Dr. med. Andreas Halder, Kremmen Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Orthopädischer Vertreter des "Konvent der Universitätsprofessoren für Orthopädie und Unfallchirurgie " (KUOU) Prof. Dr. med. Volkmar Jansson, München Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Vorstand Präsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Klagenfurt/ Österreich 1. Vizepräsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 2. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Klemens Trieb, Wels/ Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Andreas Leithner, Graz/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus,Wien/ Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschland e.V. Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Dietmar Pennig, Köln Schatzmeister Dr. med. Wilhelm Baur, Schwarzenbruck Schriftführer Dr. med. Walter Schäfer, Gummersbach Geschäftsstelle des VLOU Straße des 17. Juni 106-108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de www.vlou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 9

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Kurz und bündig 64. Jahrestagung der VSOU vom 28. – 30.04.2016 8QWHUGHP0RWWRÅ:DV:DQQ:LH´ÀQGHW die diesjährige Jahrestagung der VSOU in Baden-Baden statt. Ca. 3.000 Fachbesucher werden zum wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch für das große Fachgebiet erwartet. Rund 400 VSOU-Kongresspräsidenten Punkte (Fachvorträge, Workshops, Seminare sowie Podiumsdiskussionen) stehen auf dem Programm. Um den beiden Kongress-Themenschwerpunkten Orthopädie und Unfallchirurgie den gleichen Stellenwert einzuräumen, teilen sich Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Grifka (Foto links) (Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg) und Prof. Dr. Ulrich Stöckle (Ärztlicher Direktor der BG-Unfallklinik Tübingen) den Vorsitz. Neben medizinrechtlichen Themen stehen auch Sportverletzungen im Fokus, weitere Schwerpunktthemen sind Arthrose, „Behandlungsergebnisse sichern“, Technische Orthopädie und Sport (Orthesenversorgung, Sport mit Handicap), Alterstraumatologie. www.vsou.de Foto: Haumann-Frietsch Neue Vertreter im DFG-Fachkollegium für Orthopädie und Unfallchirurgie Prof. Dr. Anita Ignatius (Universitätsklinikum Ulm), Prof. Dr. Georg Duda (Charité - Universitätsmedizin Berlin) und Prof. Dr. Ingo Marzi (Universitätsklinikum Frankfurt) wurden jetzt als Vertreter für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt. Als Fachkollegiaten für die Amtsperiode von 2016 bis 2019 haben sie eine zentrale Rolle bei der Beurteilung eingereichter Förderanträge. Die Hauptaufgabe der Mitglieder der Fachkollegien ist es, die Förderanträge in ihren Fächern wissenschaftlich zu bewerten und eine abschließende Entscheidungsempfehlung zu formulieren, die dann den zuständigen Entscheidungsgremien der DFG vorgelegt wird. Prof. Georg Duda Tobias Nowoczyn neuer Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer Tobias Nowoczyn bringt in seine neue Tätigkeit langjährige Managementerfahrung in verschiedenen Feldern der Sozial- und Wohlfahrtsarbeit sowie der Gesundheitswirtschaft mit ein. ZuOHW]WOHLWHWHHUDFKW-DKUHGHQ%HUHLFK:RKOIDKUWVSÁHJHLP*HQHralsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes und war damit verDQWZRUWOLFKIUGHQ6SLW]HQYHUEDQGGHU)UHLHQ:RKOIDKUWVSÁHJH Der Politikwissenschaftler verfügt über umfangreiche Kenntnisse in der Gestaltung föderaler Organisationen und in der Arbeit mit Ehrenamtlichen. Durch seine Tätigkeit im Vorstand der BerufsgeQRVVHQVFKDIWIU:RKOIDKUWVSÁHJHVLQGLKPDXFKGLH6WUXNWXUHQ von Organisationen der Selbstverwaltung bestens vertraut. Als eines der vordringlichsten Ziele seiner Arbeit nannte Nowoczyn GLH 6WlUNXQJ GHU lU]WOLFKHQ )UHLEHUXÁLFKNHLW XQG GHU lU]WOLFKHQ Selbstverwaltung. Nowoczyn tritt die Nachfolge von Dr. Bernhard Rochell an. (BÄK) Prof. Anita Ignatius Forschungsförderung Nach dem Prinzip der wissenschaftlichen Selbstverwaltung beraten die Fachkollegien die Gremien der DFG zudem in strategischen Fragen der Forschungsförderung und können ebenso wie in der Forschungsförderung auch in der strategischen Arbeit interdisziplinär zusammenwirken. Prof. Ingo Marzi Alle Mitglieder der Fachkollegien werden für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt und sind ehrenamtlich tätig. „Die Kollegen übernehmen eine äußerst wichtige Funktion für unser Fach, die muskuloskelettale Medizin“, sagten die DGOU-Generalsekretäre Prof. Dr. Bernd Kladny und Prof. Dr. Reinhard Hoffmann einstimmig. Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) gratulierten sie den neu gewählten Vertretern und wünschten ihnen für die bevorstehenden Aufgaben viel Tatkraft und Erfolg. Nachbehandlungsempfehlungen für Reha Um die Nachbehandlung nach Operationen und Verletzungen zu systematisieren, hat der Arbeitskreis Traumarehabilitation der Sektion Rehabilitation und Physikalische Therapie der DGOU Empfehlungen erarbeitet. Abhängig vom Stabilitätsgrad werden Behandlungsphasen abgegrenzt und für jede Phase BeKDQGOXQJV]LHOHXQGPD‰QDKPHQGHÀQLHUW*UXQGODge sind die durch die Sektion Rehabilitation der DGU HUVWHOOWHQ 'HÀQLWLRQHQ UHKDELOLWDWLRQVUHOHYDQWHU %HJUL̥H GLH GHQ (PSIHKOXQJHQ YRUDQJHVWHOOW ZXUGHQ 'LH 1DFKEDKQGOXQJVHPSIHKOXQJHQ GHÀQLHUHQ =HLWUlXPH LQ GHQHQ EHstimmte Stabilitätsgrade vorliegen müssen. Dies ermöglicht dem Nachbehandelnden, Abweichungen vom regulären Heilungsprozess zu erkennen. Sie stehen zum Download auf der DGOU-Website zur Verfügung, um sie intern zu verwenden. Sie können dem Arztbrief beigefügt und dem Patienten als Orientierung an die Hand gegeben werden. (dgou) Fachkollegium Biomaterialien Darüber hinaus wurde Prof. Dr. Marcus Jäger (Universitätsklinikum Essen) in das Fachkollegium Biomaterialien gewählt. Im Frühjahr 2016 konstituieren sich die neu besetzten Fachkollegien dann in ihren ersten Sitzungen. (DFG) 10 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 Fotos: privat

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Nachrichten Forschungsdatenbank O & U: Vernetzen Sie sich! Wer forscht gerade wo zu welchem Thema in O & U? In der Online-Forschungsdatenbank O & U können Sie deutschlandweit nach aktuellen wissenschaftlichen Projekten aus diesem Fachgebiet suchen. Tragen auch Sie Ihr Projekt ein und nutzen Sie damit die Möglichkeit, sich mit anderen Wissenschaftlern zu vernetzen! So funktioniert‘s: Sie finden die Datenbank unter www.dgou.de/wissenschaft/forschungsdatenbank-o-u. Folgen Sie dem Link zur Eingabemaske und tragen Sie dort die Daten zu Ihrem Forschungsprojekt ein: Titel, Zusammenfassung, Laufzeit, Forschungsbereich, Ansprechpartner usw. Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail. ˹ Nachdem die Online-Redaktion der DGOU Ihre Daten geprüft hat, schaltet sie den Eintrag frei und informiert Sie kurz per-E-Mail. Für Literaturrecherchen können sie die Einträge auch ganz einfach nach Schlagwörtern durchsuchen oder nach dem gewünschten Forschungsbereich filtern. Die DGOU hat die Forschungsdatenbank im Mai 2015 ins Leben gerufen, um die Vielfalt der wissenschaftlichen Screenshot Leistungen an den Kliniken und in den Gremien der Fachgesellschaft widerzuspiegeln. Gleichzeitig wird es Wissenschaftlern so ermöglicht, sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Die DGOU war damit die erste medizinische Fachgesellschaft, die ihren Mitgliedern und Kooperationspartnern diesen Service angeboten hat. (mh) ˹ ˹ ˹ Derzeit sind in der Forschungsdatenbank 51 Projekte eingetragen. Damit ist sie eine gute Übersicht über die Forschungsschwerpunkte in der Orthopädie und Unfallchirurgie aus den Bereichen Grundlagenforschung, Klinische Studien, Registerforschung, Translationale Studien und Versorgungsforschung. Fusion der BG Kliniken Die Gesellschafterversammlung der BG Kliniken-Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung gGmbH hat im Dezember 2015 einstimmig alle noch notwendigen Einzelbeschlüsse gefasst, um die berufsgenossenschaftlichen Akut- und Rehakliniken ab 2016 als ein Unternehmen zu führen. Mit der zwischenzeitlich erfolgten Umwandlung der BG Kliniken in gemeinnützige GmbHs und der Übertragung der Geschäftsanteile an die Dachgesellschaft ist die komplexeste Klinikfusion Deutschlands damit erfolgreich abgeschlossen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein integriertes Gesundheitsunternehmen, das bundesweit über den höchsten Case-Mix-Index und die höchste Investitionsquote verfügt und gleichzeitig den viertgrößten Gesamtumsatz aller Klinikgruppen ausweist. Darüber hinaus sind die BG Kliniken als einer der größten Gesundheitskonzerne in Deutschland gemeinnützig, arbeiten ohne Sektorengrenzen und folgen einem einzigartigen Auftrag: mit allen geeigneten Mitteln für die möglichst vollständige Rehabilitation unfallverletzter und berufserkrankter Patienten zu sorgen. Die neue Organisationsstruktur eröffnet den BG Kliniken viele Chancen: systematischer Wissensaustausch, optimierte Arbeitsbedingungen und ein gemeinschaftlicher Einsatz für noch mehr Innovationskraft in der Patientenversorgung sind nur einige Beispiele für das enorme Entwicklungspotential des neuen Unternehmens. „Unser Dank gilt den Fachkräften in den Kliniken – ihr persönliches Engagement hat dieses Mammutprojekt erst möglich gemacht“, so Reinhard Nieper, Geschäftsführer der Dachgesellschaft. „Die rechtlichen Grundlagen sind nun geschaffen, der Konzern ist seit 1. Januar 2016 am Netz. Jetzt geht es darum, das neue Unternehmen mit Leben zu füllen und aktiv zu gestalOrthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 ten.“ Im Fokus stehen dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort; sie sind Herz und Seele der BG Kliniken und verwirklichen den Versorgungsauftrag der gesetzlichen Unfallversicherung Tag für Tag. Eike Jeske Foto: Pauls 11

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Nachrichten IC-Kurse: Neuer Film stellt Trainingskonzept vor Warum ist der Faktor Mensch in der Medizin so wichtig? Wie können Ärzte ihre interpersonellen Kompetenzen trainieren? Was ist das Einzigartige an den Kursen „IC – Interpersonal Competence“? Diese und weitere Fragen zum neuen Kursformat der DGOU und Lufthansa Flight Training (LFT) beantwortet jetzt ein Animationsfilm. Ziel des IC-Trainings ist es, die interpersonellen Kompetenzen von Medizinern zu stärken und die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen sowie zwischen Ärzten und Patienten zu verbessern. Das fünfminütige Video erklärt anschaulich, wie die zweitägigen Kurse ablaufen. Im Mittelpunkt der Schulungen stehen Themen wie die Kommunikation im Team, die Entscheidungsfindung oder das sogenannte Workload Management. Die Trainings werden von jeweils einem Mediziner und einem „Human Factors“-Experten geleitet. Gemeinsam mit den Kursteilnehmern erarbeiten sie in praktischen Übungen anhand von Beispielen aus dem medizinischen Alltag Strategien, die sich gut in den Klinikalltag übertragen lassen. Die IC-Trainings sind in vier verschiedenen Formaten geplant, deren Inhalte auf den Weiterbildungsstand der Ärzte und ihrer Position im Team abgestimmt sind. (mh) Links: www.dgou.de/news/news/detailansicht/artikel/ic-kurse-neuer-film-stellt-trainingskonzept-vor.html Weitere Informationen: www.ic-kurs.de, AUC – Akademie der Unfallchirurgie www.auc-online.de Zum Dialog aufgefordert Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) fordert vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen um die Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen für 2016 zum Dialog über eine effiziente Patientensteuerung, zur Finanzierbarkeit von Innovationen und digitaler Vernetzung im Gesundheitswesen auf. „Die Ärzteschaft muss sich mit dieser Problematik auseinandersetzen“, so SpiFa Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Politik, Krankenkassen und Ärzteschaft sollten hierzu im Sinne einer langfristigen Finanzierbarkeit unserer außerordentlich guten Gesundheitsversorgung in Deutschland ins Gespräch kommen. „Tabus wie eine Patientensteuerung, eine Neudefinition des Umgangs mit und der Finanzierung von Innovationen sowie der Ausbau der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen gehören auf den Tisch“, so Lindemann weiter. „Ziel sollte es sein, gemeinsam Modelle zu entwickeln, die das System innovationsfreundlich ausrichten, die Ressourcen effektiv einsetzen und damit die Patientenversorgung auf stabile Füße stellen. (www.spifa.de) Terrorgefahr: Notfallversorgung Die DGU hat ihre Mitgliedskliniken aufgefordert, Krankenhaus-Alarm- und Einsatzpläne zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren, Übungen für einen Massenanfall von Verletzten durchzuführen und ausreichend OP-Material vorzuhalten. Grund ist die aktuell auch in Deutschland erhöhte Terrorgefahr. „Die Unfallversorgung ist hierzulande auf Massenanfälle von Verletzten bei Pkw-Serienunfällen, Zug- oder Busunglücken sowie Massenpaniken gut vorbereitet. Leider zählen derzeit auch terroristische Anschläge zu den zu erwartenden Großschadensereignissen, so dass wir die Kliniken zu einer erhöhten Alarmbereitschaft aufgerufen haben“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dr. Reinhard Hoffmann. Unfallchirurgen konnten mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU® dazu beitragen, die Schwerverletztenversorgung auch bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) in den letzten zehn Jahren deutlich zu verbessern. Deutschland verfügt über ein Notfallnetz mit über 600 unfallchirurgischen Kliniken und Abteilungen, die sich in 51 zertifizierten regionalen TraumaNetzwerken zusammenschließen. Im Fall eines MANV gibt es in einem TraumaNetzwerk klar definierte Ablaufpläne. Dabei gelten so lange wie möglich die Qualitätsansprüche der individualmedizinischen Versorgung von Schwerverletzten. Zudem hat die DGU in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Deutschland ein nationales Krankenhausregister ausgearbeitet. Zukünftig gibt es damit eine bundesweite Übersicht über die Versorgungskapazitäten für Traumapatienten. (sh) Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 12

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Nachrichten Leserbrief Versorgungsstärkungsgesetz: Chance für Arzt und Patient ? In Deutschland steht die Gruppe der muskuloskelettalen Erkrankungen weiterhin auf Platz 1 der Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen. Damit besteht eine besondere Verantwortung für uns Ärzte aus dem Fachgebiet Orthopädie /Unfallchirurgie. Eine gute Diagnostik und effiziente Therapie sind daher nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Volkswirtschaft von enormer Bedeutung. Besonders den chronischen Schmerzpatienten (AU-Dauer über 6 Wochen) ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Auch wenn sie nur ca. 5 % der AU-Fälle ausmachen, sind sie doch für über 40 % der AU-Tage verantwortlich. Eine intensive multimodale Therapie kann hier also große Effekte erzielen. Eine Chronifizierung unserer Patienten muss aus persönlichen und wirtschaftlichen Gründen unbedingt vermieden werden. Allein 2014 wurden über 340 000 Anträge auf Erwerbsminderungsrente gestellt, von denen 13 % rein muskulo-skelettal begründet wurden und zusammen mit den psychischen Erkrankungen (bei bekannter Koinzidenz von Beschwerden am Bewegungsapparat) über 50 % der Anträge ausmachen. aber Wunschvorstellung für Patienten und uns behandelnde Ärzte. Wohin führt uns dieser Weg? Einerseits gibt es Gerichtsurteile, die Operateure zu Schadensersatz verurteilen, wenn nicht alle konservativen Therapiemaßnahmen vor der Operation ausgeschöpft wurden. Andererseits werden die oft sehr hilfreichen Infiltrationsverfahren unter CT-Steuerung limitiert durch Einschränkung auf Schmerztherapeuten als Zuweiser. Dadurch werden beispielweise Bandscheibenoperationen erforderlich, die ggf. durch gute konservative Therapie inklusive PRT hätten vermieden werden können. Eine Folge sind dann Medienberichte über die steigenden OP-Zahlen, die den Ärzten vorgeworfen werden als unnötig und nur ökonomisch orientiert. Die Kosten für Fehltage und frühzeitige Rentenzahlungen sind sicher ein größerer Schaden für unser Gesundheits- und Rentensystem als die Kosten von qualitativ hochwertiger konservativer Therapie. Scheinbar sieht jede Institution nur die eigenen Kosten und nicht das System als Ganzes. Dafür haben wir eigentlich aber übergeordnete Institutionen wie z. B. das Gesundheitsministerium, das dies steuern müsste. Gerade Zeiten einer großen Koalition müssten dafür doch geeignet sein. So oder so: der einzelne Arzt sitzt am kurzen Hebel und kann die Rehabilitationsstrategie kaum beeinflussen, ausgerechnet die Verordnung von Medikamente und Heilmittelverordnungen werden bisher streng kontrolliert. Auch die wichtige multimodale Behandlung bei drohender Chronifizierung wird strategisch behindert. Hier stoßen Empfehlungen unserer fachlichen Leitlinien auf die Grenzen der Praxisrealität. Als neuer Aspekt kommt hinzu, dass die Akademisierung der Heilberufe und die Diskussion über den Direktzugang zu Physiotherapeuten politisch den Ärzten in die Kompetenzbereiche eingreift. Bei den Ärzten wird jedes Rezept hinterfragt und die Gesamtmenge heruntergeregelt, an anderer Stelle sollen dann alle Dämme geöffnet werden und wir Ärzte komplett umgangen werden. Das gleiche gilt für die Ausweichbewegung Richtung Osteopathie. Beidem gilt es vorzubeugen. Konservative Therapien bewährt Die physikalische Therapie gehört dabei zu den bewährten Therapiestandards bei schmerzhaften muskuloskelettalen Störungen. Auch wenn in den Studien durch meist kleine Fallzahlen nicht für alle Maßnahmen hohe wissenschaftliche Evidenz vorliegt, bleibt dieser Grundsatz erhalten. Die Ergebnisse fast aller Studien und unsere klinischen Erfahrungen lehren uns, dass das Potential der physikalischen Medizin nicht ausgeschöpft wird. Dies verdient besondere Beachtung vor dem Hintergrund der bisherigen Reglementierung der Heilmittelverordnungen und der früheren Empfehlungen beispielsweise der niedersächsischen Ärztekammer, weniger Physiotherapie zu verordnen. Aktuell droht allein in Niedersachsen durch Arzneimittel-Richtgrößenprüfung ein Gesamtregressvolumen von etwa 200 Millionen Euro. Für einige Praxen sind die potentiellen Regressforderungen Existenz bedrohend. Warum können wir Ärzte mit unserer besonderen Qualifikation nicht verordnen, was wir inhaltlich für sinnvoll halten ohne auf Durchschnittswerte schauen zu müssen? Wie Beispiele aus der Praxis zeigen, reizen teilweise Kollegen im Laufe einer ein Jahr dauernden Behandlung sukzessive fast das gesamte Therapiespektrum ihrer Praxis aus, ohne aber dabei Physiotherapie einzusetzen. Teilweise gibt es fast so viele Gutachten und mehr beteiligte Ärzte als Krankengymnastiktermine. Kann das der Sinn einer Reglementierung von physiotherapeutischen Maßnahmen sein? Es werden wenige Euro für Krankengymnastik gespart, dafür aber viel investiert in Röntgen, MRT, Fachärzte, Einlagenversorgung, Bandage und Infiltrationen? Wie kann in einem solchen System das Wohl der Patienten noch im Vordergrund stehen, wenn wir Ärzte Angst vor Regressforderungen und jeder Kostenträger Angst vor Verantwortung hat? Kann nicht erst medizinisch sinnvoll behandelt werden und dann klären die beteiligten Institutionen, ob man ggf. doch nicht zuständig war und die Kosten werden untereinander erstattet? Theoretisch ist das ja möglich, in der Realität Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Februar 2016 Chancen des Versorgungsstärkungsgesetzes Wir Ärzte sollten das Versorgungsstärkungsgesetz nutzen, um wieder rein auf die Qualität der Therapie achten zu können statt auf die kurzfristigen Kosten. Die regionalen Lösungen, die gefunden werden sollen, sollten von den Ärzten nach medizinischen Aspekten dominiert werden und nicht erneut von den Kostenträgern. Vielleicht ist das Versorgungsstärkungsgesetz eine Chance für uns und unsere Patienten. Möglicherweise kommen wir eines Tages wieder dahin, dass bei allem Finanzdruck, oder gerade deswegen, Gesundheit wieder in den Fokus rückt. Die Ärzte und die Patienten wären glücklich darüber. Dr. Christian Sturm, Hannover 13

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