Tierthemen Ausgabe 1/2016

 

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Tierthemen, Europas INNOVATIVES Magazin von Tierhaltern für Tierhalter

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Europas innovatives Magazin von Tierhaltern für Tierhalter Ausgabe 1/2016 € 2.00 Tier Themen Das Tierische magazin mit herz und verstand Motiv der Titelseite??? Schmetterlinge im Frühjahr... Antibiotika resistente Keime Warum Fasern im Hundefutter???

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Die Ernährung hat enorme Auswirkungen auf das Tier. Bereits am äußerlichen Erscheinungsbild spiegelt sich die Sorgfalt des Besitzers wieder. So nimmt die Ernährung nicht nur Einfluß auf Fell und Haut, sondern auch auf das Wachstum, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Tieres. Es ist möglich, den Körper auf bestimmte Attribute hin zu optimieren. Ebenso ist es möglich, über die Ernährung Einfluß auf die Gesundheit bzw. Krankheiten zu nehmen, zumindest bis zu einem bestimmten Grad. Betrachte den Körper eher wie einen Motor, der von Natur aus reibungslos funktionieren sollte. Enorme Mengen an Stoffwechselvorgängen bestimmen sämtliche Körperfunktionen und -reaktionen. Sollte es bei diesen Vorgängen zu Störungen kommen, so muß die Ursache der Störung gefunden und "repariert" werden. Eben genau wie bei einem Motor. Natürlich setzt das ein großes Verständnis und Wissen um die Stoffwechselvorgänge voraus, aber gerade im Bereich der Ernährung bietet sich eine Vielzahl von Möglichkeiten, um eine positive Beeinflussung in Gang zu setzen. Es geht dabei zunächst einmal nicht um die Diskussion, ob nun Fertigfutter oder Rohfütterung das Optimale ist. Es geht darum, wie gut die Fütterung letztlich ist: Beide können sehr gut, aber auch sehr schlecht sein. Es ist eine individuelle Entscheidung, die sich nach dem Tier, nach den Umständen, nach den Erwartungen und nach der Durchführung richtet. Und wenn dann das Tier davon profitiert, dann ist es gut! Eine Verallgemeinerung dieses Themas ist einfach nicht möglich und in diesem Heft auch nicht gewollt. Viel Spaß beim lesen wünschen Baby und Biest von der Doc Futter Qualitätssicherung Quizfrage: Die Umschlagseite dieses Magazins zeigt das Fell welcher Hunderasse? Wenn Du am Quiz teilnehmen möchtest, sende die richtige Antwort an: gauerke@fenrier.de Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir einen 10 kg Sack Nonplusultra Hundefutter Einsendeschluss: 01.06.2016 2

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Inhalt Inhaltsangabe Schmetterlinge Rohfaser Antibiotika resistente Keime Poster (Irish Wolfhound) Nährstoffbedarf des Hundes Vitamine Wuff Fellwechsel Doc Futter empfiehlt Seite 3 Seite 4 Seite 6 Seite 9 Seite 10/11 Seite 12 Seite 14 Seite 16 Seite 18 Seite 19 Impressum: Chefredakteur: Thomas Gauerke Redaktion: Annette Gauerke, Thomas Gauerke Grafische Gestaltung: Thomas Gauerke Anschrift der Redaktion: Tier-Themen Robert-Koch-Str. 29 24537 Neumünster Die Ratschläge und Berichte sind von Autoren und Redaktion sorgfältig geprüft worden, eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors bzw. des Herausgebers oder seiner Beauftragten für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Für unverlangt Eingesandtes und nicht mit einem Urheberrecht gekenntzeichnetes Bild- oder Textmaterial haftet die Redaktion nicht. 3

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Das Frühjahr kommt... und hoffentlich dann auch die Schmetterlinge... Wissenswertes: Das Frühjahr kommt... und hoffentlich dann auch die Schmetterlinge Gartenbesitzer beginnen bereits jetzt mit der Planung für das kommende Gartenjahr. Ihren Erfolg an der Ernte leisten aber auch die Schmetterlinge indem sie die Blüten bestäuben. Wie leben die Schmetterlinge, wie pflanzen sie sich fort und wie kann ich Ihnen helfen? Zuerst einmal!!! Schmetterlinge müssen geschützt werden. Viele Schmetterlingsarten befinden sich schon auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Rund 60% der Falter stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Rund 170 Tagfalter leben in Deutschland. Auf 1% der Fläche Europas tummeln sich etwa 41% aller 198 europäischen Tagfalter. Nur 20 Arten leben auf circa einem Drittel der Fläche Europas. Im englischen heißt Schmetterling "butterfly"...."Butterfliege" Und: Im Volksglauben verwandelten sich Hexen in Schmetterlinge und stahlen Sahne. Schmette ist ein süddeutsches Wort für Sahne und im tschechischem heißt Sahne smetana. Ein Synonym für Tagfalter ist auch der "Sommervogel" Das Leben des Schmetterlings Zwei in der Sommersonne, sich umtanzend, NOCH! 4

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Bäume: Apfel, Birne Natürlich gibt es noch weit mehr Pflanzen, die wichtig sind für das Überleben der Falter... Wildblumen und Pflanzen sind ganz besonders wichtig! Ersatzfutter für Schmetterlinge stellt ein Schälchen mit in Wasser aufgelöstem Honig, Zucker und eine Prise Salz dar. Rücksichtsvoller Gärtner und Schmetterlingsfreund ist, wer im Herbst die trockenen Blütenstände und Halme stehen lässt um damit den eventuellen Eiern und Raupen ein Überleben bis zum kommenden Frühling zu sichern. Laub- und Reisighaufen sind ebenso nützlich. Natürlich sollte auch auf Insektizide verzichtet werden. Sich umfliegende Schmetterlinge sind schön anzusehen. Dieser Hochzeitstanz ist das typische Balzverhalten. Eine Art Parfüm unterstützt die zarten Tiere bei der Partnersuche. Alsbald nach dem Balze werden die 50 - 3000 Eier an einer nahrungstypischen Pflanze abgelegt und befruchtet. Nach wenigen Tagen ( 6- 10) oder Monaten schlüpft dann eine weniger anmutig erscheinende Raupe, die sich an der Pflanze gütlich tut und so viel frisst, dass sie ihr Gewicht vertausendfacht. Zwischendurch häutet sie sich immer wieder, damit sie nicht aus ihrem Körper platzt. Danach verpuppt sich die Raupe in einer harten Schale und nach wenigen Tagen, in einigen Fällen sogar erst nach 8 Jahren, schlüpft dann der Schmetterling. Den Winter überdauern diese Insekten in ihren verschiedensten Stadien: Als Ei, Puppe, Raupe oder Falter. Der Zitronenfalter z.B. hat ein eigenes Frostschutzsystem, das ihm ein Überleben bei bis zu -20 Grad Celsius sichert, er hält eine Winterstarre. Wer etwas für das Überleben der Schmetterlinge leisten will, der sollte dafür sorgen, dass die Schmetterlinge geeignete Pflanzen finden können, um daran die Eier abzulegen, die Raupen zu nähren und so letztlich das Überleben der Schmetterlinge sichern. Im eigenen Garten kann man dies durch das Anpflanzen geeigneter Blumen, Kräuter und Sträucher tun. Bei den Schmetterlingen beliebte Pflanzen: Blumen: Abendlevkoje, Aster, Blaukissen, Lupine, Königslilie, Leinkraut, Nachkerze, Primel, Phlox, Ringelblume, Steinkraut, Seifenkraut, Wunderblume, Ziertabak, Zinnie, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke, Sonnenhut, Goldrute, Petunie, Fetthenne Kräuter: Brennessel, Minze, Lavendel, Oregano, Thymian, Wilder Majoran, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Kappuzinerkresse Sträucher: Hibiskus, Holunder, Hainbuche, Liguster, Rote Heckenkirsche, Schlehe, Salweide, Sommerflieder, Brombeeren, Himbeeren Mimikry nennt man die Tarnung wehrloser Tiere, in dem sie die Gestalt und/oder auch Farbe gefährlicher Tiere annehmen. Der absolute Meister im Abschrecken ist der Großschmetterling "Hornissenschwärmer" Optisch gleicht er der Hornisse auf den ersten und vielleicht auch zweiten Blick sehr, dennoch ist er völlig harmlos. Insekteneigene medizinische Behandlung zum Schutz der eigenen Art gibt es übrigens auch. Um die Brut vor einem tödlichen Parasiten zu schützen, legt der Monarchfalter die Eier auf speziellen Seidenpflanzen ab denn diese liefern eine für den Parasiten giftige Substanz, Die Konzentration dieser Substanz wiederum ist davon abhängig, ob ein spezieller Pilz an den Wurzeln dieser Pflanze haftet. Ist der Pilz vorhanden, ist die Substanz besonders stark. Manche Schmetterlinge brauchen ganz bestimmte Pflanzen wie etwa der Ameisenbläuling. Sein Überleben ist an das Überleben des Großen Wiesenknopfes gebunden, einer immer seltener werdenden Wildpflanze. Die Eier werden auf dieser Pflanze abgelegt, die geschlüpfte Raupe lässt sich dann zu Boden fallen in das möglichst halbhohe Gras und wird dann durch einen Lockstofftrick durch Ameisen weitergefüttert. "Schmetterlinge im Bauch zu haben" ist schön aber noch schöner ist es zu wissen und zu sehen, was ein Schmetterling ist. Darum sorge für den Erhalt dieser bezaubernden Arten. 5

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Rohf Fasern oder auch Ballaststoffe sind die Pflanzenteile, die nicht durch Körperenzyme aufgeschlossen und verdaut werden können (Mayo Klinik, 2012). Ballaststoffe sind enthalten in allen Pflanzen wie auch Gemüse, Früchten, Getreide, Nüssen, Bohnen und Samen. Es gibt 2 Arten von Fasern: Löslich und unlöslich. Die meisten Nahrungsmittel enthalten allerdings eine Kombination aus beiden Arten. Chemisch betrachtet bestehen diese Fasern aus Nicht-Stärke-Polysaccariden wie Arabinoxylanen, Cellulose und anderen pflanzlichen Komponenten wie resistentes Dextrin, Inulin, Wachs, Chitin, Pektin, Beta Glucan und Oligosaccariden. Diese Fasern erhöhen die Enzymaktivität, allerdings in unterschiedlichen Stärkegraden, abhängig von der Inkubationszeit, dem Gehalt an Faser und der zur Verfügung stehenden Enzymmenge. Lösliche Faser, löst sich nicht wirklich in Wasser auf, obwohl man das meinen könnte, statt dessen nimmt sie das Wasser im Verdauungstrakt auf, wird zu einer gallertartigen verlangsamt. Masse, die dann die Verdauung Lösliche Faser findet man in Hafer, Erbsen, Bohnen, Apfel, Beeren, Zitrusfrüchten, Karotten, Gerste, Flohsamen und Kürbis. Durch diese Faser wird die Absorbtion von Nährstoffen gesteigert, weil es die Verdauung verlangsamt. Dadurch wird aber auch der Blutzucker stabilisiert, es scheint aber auch das Blutcholesterol zu senken. Lösliche Faser erhöht das Sättigkeitsgefühl. Unlösliche Faser gibt Ballaststoffe und somit Volumen zum Stuhl und beschleunigt eher den Verdauungsprozess. Diese Fasern sind nicht leicht verdaulich und erhöhen die Darmbewegungen. Unlösliche Fasern findet man in Vollkornweizen, Weizenkleie, Nüssen, Bohnen und manchen Gemüsen wie Blumenkohl, grünen Bohnen und Kartoffeln. 6 7

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aser im Hundefutter... Die Unterscheidung der löslichen und unlöslichen Faser nach deren Fermentierbarkeit ist eine weitere Unterteilung. Schwierig wird es aber, weil beide Arten von löslicher und unlöslicher Faser sowohl leicht fermentierbare als auch schwer fermentierbare Faser enthalten, also in einer Pflanze gemeinsam vorkommen. Dabei wird meist nach der dominanten Faser klassifiziert, wenn sich der Fasertyp nicht auf ein bestimmtes Pflanzenteil bezieht. Bei einem kommerziellen Hundefutter wird meist nur pauschal der Fasergehalt deklariert. Nicht unterscheidbar ist es dabei, ob zum Beispiel die Faser aus den geschälten Süßkartoffeln stammt (lösliche Faser) oder etwa aus den Süßkartoffelschalen (unlösliche Faser). Fermentierbare Faser wird im Darm fermentiert und fördert die Darmgesundheit durch die Produktion kurzkettiger Fettsäuren, nämlich Acetat, Butyrat und Propionat, wobei Butyrat die wertvollste kurzkettige Fettsäure ist. Butyrat wirkt stark antientzündlich auf die Darmschleimhautzellen und verbessert die Darmfunktionalität indem es die Schleimhautdurchlässigkeit senkt, die Filter der Darmschleimhaut werden also wieder verkleinert und somit die Filterfunktion verbessert. Toxische Stoffe verbleiben somit im Darm und geraten nicht mehr in den Blutstrom. Im Darm nicht aufgebrauchte kurzkettige Fettsäuren gehen in den Blutstrom über, gelangen zur Leber und wirken auch dort antientzündlich. Die meisten löslichen Fasern sind hochfermentierbar, zum Beispiel Pektin aus Apfel und Beere oder auch Hafer. Auch Inulin und Oligofruktose sind wegen ihrer resistenten Stärke hoch fermentierbar. Auch wenn dies zunächst positiv klingt: Zuviel fermentierbare Faser kann Entzündungen im Darm auslösen. Aber wie viel ist zu viel? Dies hängt dann tatsächlich davon ab, wie der einzelne Hund die Faser verwertet. Hoch fermentierbare Faser führt zu schlechter Stuhlqualität ( z.B. Kohl, Pektin und Guar Gum). Durchschnittlich fermentierbare Faser führt zu einer adäquaten Produktion kurzkettiger Fettsäuren und exellenter Stuhlqualität ( z.B. Rübenmus und Reiskleie). Schwer fermentierbare Faser führt nicht zur erwünschten Produktion kurzkettiger Fettsäuren ( z.B. Zellulose). Sie dient als Füllstoff und wird gern bei übergewichtigen Hunden verwendet, um ein Sättigungsgefühl einzustellen. Eine optimale und pauschale Faserzusammensetzung für Hunde gibt es nicht, jeder Hund hat sein individuelles Optimum! Allerdings gibt es mittlerweile eine weitere Klassifizierung, die auch die Fasern betrifft und zunehmend Aufmerksamkeit erregt: FODMAP FODMAP ist ein Akronym für fermentierbare Oligo-DiMonosaccaride und Polyole, es beschreibt eine Gruppe fermentierbarer kurzkettiger Kohlenhydrate. FODMAP sind Kohlenhydrate (Zucker), die natürlicherweise in Nahrung vorkommen. FODMAP sind: - Fruktose (Früchte, Honig) - Latose (Milchprodukte) - Fruktane (Weizen, Knoblauch, Inulin) - Galaktane (Leguminosen, Linsen) - Polyole (Steinfrüchte wie Pfirsich, Nekarine, Aprikose) FODMAP sind osmotisch, bedeutet: Sie ziehen Wasser in den Verdauungstrakt. FODMAP werden nicht besonders gut verdaut und verursachen Probleme wie Durchfall aber auch Verstopfung, Blähungen oder Krämpfe. Eine Reduzierung von FODMAP soll bei manchem die funktionellen Darmprobleme um bis zu 75% verbessert haben. wenig FODMAP Fleisch, Fisch, Ei, laktosefreie Produkte, Hartkäse wie Cheddar und Parmesan, Weichkäse wie Brie oder Mozarella, Nüsse, Mais, Hafer, Quinoa, Reis, Tapioka, Kartoffel, Banane, Blau- und Cranberrys, Mandarine, Erdbeere, Karotte, Kohl, Salat, Spinat, grüne Bohnen, Zuccini, Leinsamen, Chia, Sellerie, Petersilie, Tomate, Butter, Feta-Käse, Süßkartoffel viel FODMAP Buttermilch, Milch, Cottagekäse, Ricotta, Bohnen, Linsen, Weizen, Inulin, Apfel, Aprikose, Brombeere, Nektarine, Pfirsich, Wassermelone, Blumenkohl, Knoblauch, FOS, Oligofruktose, Honig, Couscous, Spargel, Brokkoli, Blumenkohl, Kleien, Leider werden die Nahrungsmittel und auch Fertigfutter nicht exakt nach Fasertype aufgeschlüsselt, aber man kann doch eine etwaige Zuordnung vornehmen: Vollkorn, Nüsse, Leguminosen und Samen enthalten lösliche und unlösliche Fasern. 7

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Kartoffeln und Karotten geben schon durch die Optik ihren Faserreichtum preis. Wenn ein Nahrungsmittel durch Kochen weich wird und andickt, dann ist es ein Hinweis auf lösliche Faser, wie z.B. Bohnen, Hafer und Reis. Diese enthalten auch Stärke. Gemüse, Früchte und Getreide, die gut gekaut werden müssen, enthalten viel unlösliche Faser, z.B. Kartoffelschale, Birne. Flohsamenschalen enthalten 70% lösliche und 30% unlösliche Fasern. An einem Beispiel erklärt: Doc Futter Lamm Banane (Hundetrockenfutter) Hauptbestandteile: Lamm ..............................wenig FODMAP Banane.............................wenig FODMAP resistente Stärke, reich an löslicher Faser weißer Reis.......................wenig FODMAP reich an löslicher Faser in geringerer Menge: Apfelfaser.....................25% lösliche Faser 75% unlösliche Faser Bierhefe............................etwa 3% Fasergehalt, auch unlöslich wie Beta Glucan FOS..................................mehr FODMAP Resistente Stärke in Verbindung mit FOS ist die optimale Kombination für die höchste Produktion von Butyrat im Verdauungstrakt und dies sorgt für eine optimale Bakterienbesiedelung. Dies dürfte z.B. für Hunde mit SIBO oder EPI interessant sein, aber auch für Hunde nach einer Antibiotika- Behandlung. Wichtige Informationen: für Hunde mit Exokriner Pankreas Insuffizienz: Faser interagiert mit der Funktion von Enzympräperaten, mitunter wird die Wirkung der Enzympräperate durch Faser auf bis zu 50% reduziert! Die meisten EPI Hunde kommen am Besten mit löslicher Faser zu Recht, die wenig schwer fermentierbare Faser enthält, es gibt allerdings auch einige EPI Hunde, die mit schwer fermentierbarer Faser besser gefüttert sind. Erbsen scheinen übrigens ein großes Problem für EPI Hunde zu sein. ...mehr lesen zu Pankreatitis auf www.tier-themen.de für Hunde mit IBD (Irritable Bowel Syndrom): Wenig FODMAP, Guar Gum ist vorteilhaft für Hunde mit SIBO (bakterielle Fehlbesiedlung des Darms): Kohlenhydratarme Kost, insbesondere die Reduzierung von Laktose, Fruktose, resistenter Stärke und Faser 8

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Antibiotika resistente Keime und BARF Schon oft haben wir aus der Presse von Ihnen erfahren: Antibiotika resistente Keime die unsere Gesundheit gefährden. Meist kennen wir sie als Krankenhauskeime und jährlich sterben mehr als 25.000 Menschen an ihnen. Diese Keime lassen sich kaum mehr mit Antibiotika bekämpfen. Sie kommen aus der medizinischen Behandlung, aus der Landwirtschaft, ...und neuerdings auch von unseren Haustieren! Diese Keime werden resistent, weil zu viel Antibiotika eingesetzt wird, sowohl in der Behandlung als auch in der vorsorglichen Gabe in Mastbetrieben und in der Fleischproduktion. Barfen verbreitet diese Antibiotika resistenten Keime! Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlichte einen Bericht über die Verbreitung Antibiotika resistenter Keime in der Tierhaltung und das Ergebnis ist erschreckend: Haustiere, genauer gesagt HUNDE, tragen mehr Antibiotika resistente Keime in und an sich als Masthähnchen! Das sorglose Verschreiben von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin führte einst zu diesen resistenten Keimen. Dieser Bericht nun enthält exakte Zahlen über insgesamt 24 Wirkstoffe und mehreren Tierarten, nach der Auswertung von 2438 Stichproben. Vor allem ColiBakterien, die zu Durchfällen und mitunter auch, weit weniger, zu Atemwegsinfektionen führen, sind resistent geworden. Am häufigsten treten sie auf bei Ferkeln und Kälbern. 70% der Keime sind resistent. Sie heißen MRSA und ESBL. Dabei sind MRSA meist gegen mehrere Antibiotika resistent und dann auch bis zu 100%. Gegen Keime aus der Mastierhaltung lehnt sich jeder Verbraucher auf, es geht um die Kontamination von Lebensmitteln und die Kollateralschäden aus der Schlachtvieh- Haltung. Hauptschuldiger ist laut BUND die Agrarindustrie. Resistente Keime entstehen aber überall dort, wo Antibiotika gegeben wird: Krankenhäuser, Arztpraxen, Tierarztpraxen und in der Fleischproduktion. Vor allem die Geflügelmast gilt als Quelle der resistenten Keime. Bei Haushunden wurde nun eine erhöhte Belastung mit MRSA (Methicillin resistente Staphylokokken) gefunden, 55% der Hunde waren Träger, während nur bei 14% des Nutzgeflügels MRSA nachgewiesen werden konnte. Bei Antibiotika resistenten Keimen ist gerade bei Hunden ein deutliche Trend nach oben zu beobachten. Aber auch bei den EBSL, den weitaus gefährlicheren Antibiotika resistenten Keimen, ist ein deutlicher Trend nach oben zu beobachten. ESBL Keime produzieren ein verändertes Enzym der Beta- Laktase, dass dann bestimmte Antbiotika wirkungslos macht. ESBL Keime verursachen beim Menschen Harnwegserkrankungen, Wundinfektionen oder Sepsis. Bei ESBL galt bislang der Mensch als Ursprung dieser Bakterien, doch nun deutet vieles nach einer Untersuchung der Medizinischen Universität Innsbruck, auf Hund und Katze. Bei 10 von 136 Katzen und 2 von 92 Hunden wurden 13 ESBL produzierende E- Coli Bakterienstämme isoliert. Eine Ursache soll dabei die Behandlung von Haustieren mit Cephalosporinen der 3. Generation sein, welche immer häufiger in Tierarztpraxen eingesetzt werden. Allerdings war eine solche Behandlung bei den Trägertieren in den vergangenen 6 Wochen nicht dokumentiert worden. Mit diesen Keimen möglicherweise belastete Lebensmittel wie Fleisch und Eier werden normalerweise vor dem Verzehr erhitzt, das tötet diese Antibiotika resistenten Keime zuverlässig ab. Doch es gibt noch etwas anderes: In den letzten Jahren ist der Trend zum Barfen und zur Rohfütterung der Hunde unübersehbar. Keimbelastetes Fleisch wird an Hunde und Katzen gefüttert. Die Fütterung erfolgt roh, die gefährlichen Keime gelangen so an unsere Haustiere. Diese leben in engem Kontakt zu uns, was den Austausch von Keimen fördert. Noch deutlicher stellt diesen Wandel die Seite des Tierarztes Krause dar: http://www.tierarzt-krause.de/ergebnisse_antibiotika_resistenzbestimmungen.html Schlachtnebenprodukte, die für den menschlichen Verzehr nicht freigegeben werden, werden nun als Rohkost für den Hund vertrieben. Und der Boom hält an. Innere Organe der Schlachttiere, aber auch Blut wird gedankenlos an Haustiere verfüttert. Mit ihnen gelangen nicht nur Antibiotika resistente Keime, sondern auch Wachststumshormone, Antibiotika, Sexualhormone und andere in der Mast eingesetzte Substanzen ins Haustier. BARF wird nicht gekocht, diese Substanzen werden also nicht zerstört. Leber, Lunge, Blut und Knochen, die als Übertragungsfaktor gelten, werden roh gefüttert. Barf und Rohfütterung ist kein Allheilmittel, denn gerade mit diesem Boom steigen Erkrankungen bei den Hunden wie etwa Allergien, Hautprobleme, Gelenksprobleme, Herz- und Nierenerkrankungen sprunghaft an, auch Herzerkrankungen und Krebsleiden werden nicht weniger. Die meistgelesenen Beiträge auf www.tier-themen.de sind die zu den Nierenerkrankungen, gefolgt von Gallenblasenproblemen. 9

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Hunde benötigen zum Leben verschiedene Nahrungsbestandteile/ Nährstoffe wie etwa Aminosäuren, Proteine, Fettsäuren, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Wasser. Doc Futter gibt einen Überblick über den Mindestbedarf des Hundes anhand eines Beispiels (Hund mit einem Gewicht von 15 - 16 kg). Natürlich kann der tatsächliche Bedarf abhängig von Rasse, Größe, Gewicht, Bewegung und sonstigen Umständen variieren. Dennoch kann dieser Einblick das Verständnis für die optimale Fütterung des eigenen Hundes schulen und Basiswissen: Nährstoffbedarf des Hundes die richtige leichtern. Futterwahl erProteine und Aminosäuren Ein Leben ohne Proteine ist für den Hund nicht möglich. Die tägliche Proteinzufuhr sollte alle 10 Aminosäuren enthalten, die der Hund nicht selbst synthetisieren kann. Diese Aminosäuren werden als essentiell bezeichnet. Sie liefern die Bausteine für viele Prozesse im Körper und unterstützen den Körper bei der Umwandlung von Glukose in Energie. Hochwertiges Futter enthält in den Proteinen ein ausgewogenes Verhältnis aller essentiellen Aminoäuren. Hunde bevorzugen proteinreiches Futter, ob dies aus geschmacklichen Gründen so ist oder weil der Hund schlicht weg weiß, dass alle essentiellen Aminosäuren enthalten sind, ist noch unbekannt. Tatsache aber ist, dass Hunde ein Futter mit unausgewogenem Aminosäurengehalt nur ungerne fressen. Tatsächlich kann der Hund auch bei veganer Kost existieren so fern ausreichend Protein enthalten ist und das Vitamin D zugesetzt wurde. Fette und Fettsäuren Tierische Fette und pflanzliche Öle liefern die geballteste Form an Energie im Futter. Sie enthalten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann und sie transportieren die fettlöslichen Vitamine. Fettsäuren erfüllen wichtige Aufgaben in der Zellstruktur und deren Funktionen. Außerdem verbessern sie den Geschmack und die Textur eines Futters. Essentielle Fettsäuren sorgen auch für ein dichtes Fell und gesunde Haut. Welpen, die mit einem niedrigen Fettgehalt im Futter ernährt wurden, bildeten trockenes und raues Haar, die Haut schuppte und war infektionsanfällig. Ein Mangel an den so genannten Omega-3 Fettsäuren schädigt die Augen und beeinträchtigt die Lernfähigkeit. Ein Mangel an Omega-6 Fettsäuren hat schwere Auswirkungen auf die Physiologie des Körpers. Aus Studien weiß man, daß das Futter des Hundes gewichtsmäßig bis zu 50% aus Kohlenhydraten bestehen kann mit einem Faseranteil von ca. 2,5%-4,5%. Allerdings sollten mindestens 5,5 % des Futters aus Fett und 10% des Futter aus Protein bestehen. Um auszurechen, wieviel g Protein ein Hund mit seinem Futter erhält, muss man nur ein wenig rechnen. Wenn eine Dose mit 395g Nassfutter und einem Rohproteingehalt von 8% deklariert ist, dann rechnet man: 0,08 x 395 g = 31,6 g Protein Auf gleiche Weise errechnet man die Gramm- Menge von Fett, Faser oder Feuchtigkeit. 12

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Der Energiebedarf Der Hundekörper benötigt täglich eine bestimmte Menge Energie. Wachstum, Trächtigkeit oder auch Arbeit erhöhen diesen Energiebedarf. Die Energie bekommt der Hund durch Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Omnivoren ziehen ihre Energie a u s Ko h l e n hy d ra t e n w i e Zucker, Stärke und Faser. Die Hauptquellen an Kohlehydraten im Hundefutter sind Getreide, Leguminosen und andere Pflanzenstoffe. So genannte absorbierbare Kohlenhydrate, inklusive Glukose und Fruktose, werden direkt absorbiert und nicht durch Enzyme aufgeschlossen. Verdauliche Kohlenhydrate werden im Dünndarm enzym a t i s c h v e r w e r t e t . Fe r mentierbare Kohlenhydrate wie etwa Stärke und Faser gelangen unverdaut durch den Dünndarm in den Dickdarm, wo sie durch Mikroben fermentiert und in kurzkettige Fettsäuren und Gase umgewandelt werden. Fermentierbare Kohlenhydrate regulieren den Blutzuckergehalt positiv und verbessern das Immunsystem. Nicht fermentierbare Kohlenhydrate wie Zellulose oder Weizenkleie dienen hauptsächlich dazu, die Kalorienaufnahme für übergewichtige Hunde zu drosseln (Füllstoff, Sattmacher). Wichtiges zum Energiebedarf Ein Welpe benötigt etwa doppelt so viele Kalorien pro 500g Körpergewicht wie ein erwachsenes Tier der gleichen Rasse. Wenn der Welpe etwa 3 Wochen alt ist, sollte mit dem Beifüttern begonnen werden, weil dann der Nährstoffgehalt der Muttermilch sinkt. Ältere Hunde mit abnehmender Aktivität und nachlassendem Stoffwechsel benötigen etwa 20% weniger Kalorien als die Hunde im mittleren Lebensalter der gleichen Rasse. Sie neigen zu Übergewicht und der Blutzuckerspiegel braucht länger, um sich zu normalisieren. Ein gestörter Stoffwechsel kann zu Diabetis führen. Säugende Hündinnen leisten in den ersten 6 Wochen nach der Geburt "Schwerstarbeit" und der Energiebedarf steigt bis zu 4 Wochen nach der Geburt je nach Anzahl der Welpen stark an. Große Rassen haben dabei einen vergleichsweise kleinen Verdauungstrakt gegenüber mittelgroßen Rassen. Bei Riesenrassen sollte daher bereits frühzeitig mit der Beifütterung der Welpen begonnen werden. Der Kalorienbedarf eines Welpen: 1. 2. 3. 4. Lebenswoche Lebenswoche Lebenswoche Lebenswoche 60-70 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag 70-80 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag 80-90 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag mehr als 90 Kalorien pro 500g Körpergewicht pro Tag 13

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