Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 06/2015

 

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Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 06/2015

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten Dezember 2015 DKOU 2015: Hinterm Horizont Brücken bauen – The Berlin Declara­ tion 2015 Deutscher Journalistenpreis für O & U

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Editorial Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär DGOU und DGOOC Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär DGU und stellv. Generalsekretär DGOU Dr. Johannes Flechtenmacher, Präsident BVOU Ein arbeitsreiches Jahr Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, erlauben Sie uns, in der letzten Ausgabe der diesjährigen „Orthopädie und Unfallchirurgie“ das Jahr 2015 Revue passieren zu lassen. Als Generalsekretäre der DGOU, der DGOOC, der DGU und als Präsident des BVOU haben wir am Jahresanfang die Empfehlungen von Potsdam III an die Vorstände von DGOU, DGOOC, DGU & BVOU aufgegriffen. Bei diesen Empfehlungen geht es um das weitere Zusammenwachsen von Orthopädie und Unfallchirurgie. Eine wesentliche Empfehlung von Potsdam III bezieht sich auf die Weiterbildung. Am 25. März 2015 haben sich alle Mitglieder der Fachgesellschaften und des Berufsverbandes, die auch in den Ärztekammern aktiv sind, getroffen und intensiv über diese Empfehlung und deren Umsetzbarkeit diskutiert. Am Ende des Workshops waren sich alle einig, dass Orthopädie und Unfallchirurgie eine starke Säule unter dem Dach der Chirurgie sein müssen. Mit diesem Ergebnis in der Hand haben wir dann mit der gemeinsamen Weiterbildungskommission von BDC  / DGCH und allen chirurgisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften gesprochen. Am 8. Oktober 2015 konnte nach vielen Vorbesprechungen und Abstimmungen ein einstimmiger Beschluss erzielt werden. Demnach soll die Facharztsäule Allgemeinchirurgie in der Facharztsäule Allgemein- und Viszeralchirurgie aufgehen. Orthopädie und Unfallchirurgie sollen eine eigenständige Facharztsäule bleiben. Wenn bei der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie Inhalte aus Orthopädie und Unfallchirurgie vermittelt werden, kann dies auf die Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie angerechnet werden (und auch vice versa). Damit sind wir nach jahrelangen Diskussionen einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Nun gilt es, die Weiterbildungskommission der Bundes­ ärzte­ kammer von den großen Vorteilen dieser Vereinbarung zu überzeugen. Potsdam III empfiehlt eine bessere Zusammenarbeit zwischen DGOU und BVOU. Der Wille dazu ist auf beiden Seiten vorhanden. Das gute Miteinander der amtierenden Vorstände liefert zudem die nötigen Rahmenbedingungen. In diesem Jahr hat es bereits zahlreiche Beispiele für eine intensivierte Zusammenarbeit gegeben, etwa bei der Diskussion um die Weiterbildung, der Presse- und Nachwuchsarbeit und bei den internationalen Aktivitäten. In Zukunft wird man diese Kooperationen aber noch institutionalisieren müssen. Der BVOU hat auch erneut seinen Anspruch unterstrichen, die gesamte berufsständische Vertretung für Orthopädie und Unfallchirurgie zu übernehmen. Das ist auch der Grund dafür, dass der Vorstand des BVOUs bereits paritätisch mit Niedergelassenen und Klinikern, mit Orthopäden und Unfallchirurgen besetzt ist. Wir werden im nächsten Jahr prüfen, ob es eine kombinierte Mitgliedschaft für die Fachgesellschaft und Berufsverband geben sollte. Das würde unseren Einfluss erhöhen. Gerne appellieren wir aber schon heute an alle Orthopäden und Unfallchirurgen sowie an alle, die dies werden möchten, sowohl der Fachgesellschaft als auch dem Berufsverband beizutreten. Ein wesentliches Kapital unserer Fachgesellschaften sind die Sektionen. In diesem Jahr hat sich die Zusammenarbeit zwischen den Sektionen verbessert. Bei den Vorstandssitzungen der DGOU im Sommer wurde auch ein erster Sektionsworkshop abgehalten, der zum festen Bestandteil der Gremiensitzungen werden soll. Als weiteren wesentlichen Punkt empfiehlt Potsdam III die Internationalisierung der DGOU. Deshalb ist in diesem Jahr auch ein deutlich erweitertes Referat „Internationale Angelegenheiten“ unter neuer Führung an den Start gegangen. Geplant ist, dass die DGOU die deutsche Orthopädie und Unfallchirurgie bei EFORT (European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology) vertreten wird. Bei der Neuregelung dieser Angelegenheit gab es einen engen Schulterschluss zwischen den Fachgesellschaften und dem Berufsverband. Die DGOU hat auch die Beteiligung unserer jungen Kollegen auf Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015 493

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Editorial europäischer Ebene an FORTE (Federation of Orthopaedic Trainees in Europe) beschlossen. Der BVOU wird 6 Plätze für die Summer School von FORTE zur Verfügung stellen. Auch der DKOU hat sich zunehmend internationalisiert. Nach einer schriftlichen Erklärung aus dem Jahr 2013 mit China wurde in diesem Jahr eine „Berlin Declaration 2015“ mit den Kollegen aus der Türkei erarbeitet. Neben den vielen weiteren Kontakten im europäischen Bereich sind auch die Kontakte und Kooperationen mit amerikanischen Gesellschaften besonders hervorzuheben sowie eine Anfrage aus Argentinien. Die Normierungsbestrebungen auf europäischer Ebene schreiten voran. Am Jahresanfang waren wir noch sehr besorgt wegen des einheitlichen europäischen EFORT Curriculums zur Weiterbildung. Dieses Curriculum spiegelt die deutschen Verhältnisse nur bedingt wider. Inzwischen ist allerdings klar geworden, dass die gesetzlichen Regelungen und Vorgaben unseres Gesundheitssystems der Umsetzung von Normierungen in Deutschland entgegenstehen. Trotzdem wird uns dieses Thema auch im kommenden Jahr beschäftigen. Neben den Umsetzungen der Beschlüsse von Potsdam III mussten weitere Aufgaben gemeistert werden. Der BVOU hat neue Referate geschaffen und einen Geschäftsführer berufen. Die Geschäftsstellenleitungen von DGOU, DGU und DGOOC wurden nach dem Ausscheiden des DGOU-Geschäftsführers geregelt. Die Personalstruktur ist weiter reformiert und die technische Infrastruktur der Geschäftsstelle modernisiert worden. Wegen der immer wichtiger werdenden Online-Kommunikation brauchten wir dringend eine bessere technische Ausrüstung. Erwähnt werden sollte auch die Einrichtung einer Forschungsdatenbank. Auch ein DGOU-Newsletter wird auf den Weg gebracht. Der BVOU hat rechtzeitig zum DKOU seinen Internetauftritt modernisiert und nutzerfreundlicher gestaltet. Wir greifen auch immer öfter auf zunehmend gezielte Online-Umfragen zurück, um Informationen von unseren Mitgliedern als Grundlage für unsere Entscheidungen zu bekommen. Dass die Fachgesellschaften immer weiter zusammenwachsen und unter dem Dach der DGOU mit ihren mehr als 10 700 Mitgliedern zusammenarbeiten, wurde bei vielen Projekten deutlich. Sehr öffentlichkeitswirksam konnte gleich zu Jahresbeginn das Thema „Operieren in der Schwangerschaft (OpidS)“ des Jungen Forums O und U platziert werden. Auch weitere Projekte des Jungen Forums O und U haben ihren festen Platz. Etwa der Tag der Studierenden und der Tag der Vorklinik, der zusammen mit dem Berufsverband und ab dem kommenden Jahr auch zusammen mit der VSOU in Baden-Baden veranstaltet werden wird. Auch die Roadshow und die Summer School sind fest etabliert. Das Junge Forum ermittelt zurzeit die Zahl der Weiterbildungsassistenten und die Organisationsstruktur an chirurgischen Kliniken in Deutschland. Wir wünschen dem neuen Leitungsteam genauso viel Energie und Erfolg wie dem Vorgängerteam, bei dem wir uns ganz herzlich bedanken. Beschäftigt haben uns in diesem Jahr auch zahlreiche Anfragen und Stellungnahmen. Etwa zu den Mindestmengen, der Arthroskopie bei Gonarthrose, zu EHealth, zum Versorgungsstärkungsgesetz, zum Krankenhausstrukturgesetz, zum Präventionsgesetz und zum Antikorruptionsgesetz. Der BVOU hat sich auch intensiv für eine gerechtere Honorierung der Leistungen über Änderungen beim EBM und GÖA eingesetzt. Auch die Versorgungsforschung spielt eine immer größere Rolle. Nachdem das Projekt „Bedarf an Leistungserbringern für die Versorgung von orthopädischen chirurgischen Erkrankungen in Deut­ schland“ erfolgreich abgeschlossen wor­ den ist, werden wir im November noch unsere Zukunftswerkstatt zur Bedarfsanalyse abhalten. Die Fachgesell­ schaften und der Berufsverband werden auch im kommenden Jahr fachbezogene Versorgungsforschung finanzieren. Sehr erfolgreich ist auch das Projekt „Interpersonelle Kompetenz (IC)“ als Gemeinschaftsprojekt von DGOU und Lufthansa Flight Training gestartet. Damit konnte ein wichtiger Baustein zu unseren bisherigen Fort- und Weiterbildungskonzepten hinzugefügt werden und findet erfreulicherweise  nicht nur von Seiten der Medien hohe Anerkennung und Nachfrage. Unsere Beziehungen zu anderen Fachgesellschaften sind gerade im nationalen Handeln und für die strategische Aus- richtung von großer Bedeutung. Eine jahrelange Auseinandersetzung über die Höhe der Mitgliedsbeiträge und die weitere Struktur der DGCH konnte im Rahmen einer Sondersitzung der Schatzmeister und Generalsekretäre am 21. und 20. Juli 2015 in Dachau geklärt werden. Die DGCH will für ihre Mitglieder erkennbar übergeordnete Aufgaben wahrnehmen und hat dazu Maßnahmen auf den Weg gebracht. Auch die Berufsverbände befinden sich in einem konstruktiven Dialog. Zusammen mit der DWG stehen wir kurz vor einer Vereinbarung über einen Basiskurs zur konservativen Wirbelsäulentherapie und der Definition eines entsprechenden Masterzertifikates. Für das neugegründete „Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen“ (IQTiG) sind unsere Registeraktivitäten und Zertifizie­ rungs­ systeme interessant. Für einen ersten Austausch haben wir in diesem Jahr einen Registerworkshop organisiert, über den wir bereits in den OUMN berichtet haben. Endocert der DGOOC hat sich inzwischen fest etabliert. Bis September 2015 gab es in Deutschland 530 zertifizierte Endoprothesenzentren, davon waren 135 Endoprothesenzentren der Maximalversorgung. Das Verfahren wurde um ein zusammen mit der DGU entwickeltes Trauma-Modul erweitert. Endocert trifft auch im Ausland auf zunehmendes Interesse. So konnten ein Zentrum in Luxemburg, drei Zentren in Österreich und ein Zentrum in der Schweiz zertifiziert werden. Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) der DGOOC hat inzwischen über 160.000 Datensätze eingelesen. Aufgrund des Wachstums und der enormen Bedeutung  auch für die Politik, die dieses Register als Blaupause für das im Koalitionsvertrag festgelegte Implantateregister ansieht  war eine weitere Professionalisierung nötig. Deshalb wurden ein hauptamtlicher Geschäftsführer und weitere Mitarbeiter eingestellt. Gleichzeitig wurden die wissenschaftlichen Verantwortlichkeiten  neu strukturiert.  Damit werden wir den wachsenden Anforderungen gerecht. Im Oktober 2015 wurde das TraumaNetzwerk Brandenburg Nord-West zertifiziert und machte die Netzwerkabdeckung Deutschlands komplett. Damit ist 494 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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Editorial der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. (DGU) innerhalb von zehn Jahren mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU® die Etablierung einer bundesweit hochwertigen Schwerverletztenversorgung gelungen. Rund 600 Traumazentren erfüllen die Qualitätsvorgaben der DGU und sind in 51 zertifizierten TraumaNetzwerken (TNW) zusammengeschlossen. Das TraumaRegister DGU verzeichnet mittlerweile nahezu 200.000 Schwerverletzte. Ebenso erfolgreich entwickelt sich die Initiative AltersTraumaZentrum DGU®. Stand November 2015 haben sich annähernd 130 Zentren zur Zertifizierung registrieren lassen. Bereits 25 Alterstraumazentren sind zertifiziert und weitere 25 Kliniken befinden sich in fortgeschrittenen Stadien der Umsetzung des Verfahrens. Die bundesweite Telekooperationsplattform TKmed® für den digitalen Austausch von radiologischen Bildern und Patientendokumenten, beispielsweise für Notfallkonsultationen, wird inzwischen von über 130 Kliniken genutzt. Seit Oktober 2015 können auch Arztpraxen und sogar Patienten die eigenen Bilder oder Befunde kostenfrei an TKmed-Teil- nehmer versenden, zum Beispiel zur Einholung einer Zweitmeinung oder Vorbereitung einer Operation. Vieles ist noch unerwähnt geblieben, etwa der Nationale Lernzielkatalog, DARE, das WIK-Forum, Choosing wisely, UEMS, Leitlinien und das DMP Rückenschmerz. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der geneigte Leser der OUMN wurde und wird regelmäßig über unsere Arbeit informiert. Den Präsidenten und Ihren Teams gilt unser Dank für einen sehr gelungenen und erfolgreichen DKOU 2015. Sie haben darüber hinaus die Generalsekretäre und den Präsidenten des BVOU sehr erfolgreich unterstützt und konstruktiv durch das Jahr begleitet. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern für ihre Zustimmung zu der moderaten Beitragserhöhung. Nur dadurch ist die Finanzierung der zahlreichen Aufgaben, Projekte und Maßnahmen gesichert. Wie Sie sehen, ist in diesem Jahr einiges geschehen und auch wir freuen uns im Rückblick über das Erreichte, auch wenn der Weg zur Markenbildung und zu einer starken Vertretung von Orthopädie und Unfallchirurgie in Deutschland als ge- meinsam wahrgenommenes Fach noch lang ist. Neben dem erforderlichen Konzentrationsprozess in Orthopädie und Unfallchirurgie werden uns im neuen Jahr die Weiterbildung, die Planung einer gemeinsamen Akademie, die Medizin im Internet, die Versorgungsforschung, der alte Patient und die anstehende externe Überprüfung von Qualität in unserem Fach neben dem Tagesgeschäft besonders fordern. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies nur im engen Schulterschluss zwischen den Fachgesellschaften mit einer zunehmenden Konzentration der Aufgaben in Orthopädie und Unfallchirurgie zusammen mit dem BVOU in einer starken Gemeinschaft möglich ist. Hierfür wollen wir uns auch im neuen Jahr einsetzen. Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär DGOU und DGOOC, Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretäre DGU und stellv. Generalsekretär DGOU Dr. Johannes Flechtenmacher, Präsident BVOU Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015 495

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Editorial Ein arbeitsreiches Jahr 493 DEUTSCHER JOURNALISTENPREIS O & U 2015 Rätselhafte Bandscheibe und Wunderwerk Hüfte PA R T N E R L A N D T Ü R K E I 524 Impressum Nachrichten 3.000-Euro-Spende für die ZNS DKOU 2015: Hinterm Horizont. Schwerpunkte des Kongresses waren: Internationalisierung, Prävention und Kommunikation und Einheit des Faches. 500 Brücken bauen in der Medizin: „The Berlin Declaration 2015“ PAT I E N T E N TA G A U F D E M D KO U 526 502 Muskulatur als bestes Medikament 528 504  BDC-Vizepräsident in die Führung der GFB gewählt EPRD-Statusbericht 2014 ist erschienen Knochen sind Organe Website „Gutachten­kurse“ geht ­online Unfallchirurgen spannen Notfallnetz KO O P E R AT I O N M I T D U B A I ( D H A ) 502 Nachlese DKOU 2015: Weiter­ bildungs­ kooperation mit dem Emirat Dubai SUMMER SCHOOL 2015 529 502 502 Blick in die Zukunft 530 502 Recht DIE NEUE KR ANKENHAUS ­ EINWEISUNGS-RICHTLINIE 503 Vertragsärzte zwischen Regress und Haftung 532 Aus unserem Fach D KO U 2 0 1 5 Hinterm Horizont 504 Unterwegs REISESTIPENDIUM DER DGU 526  Brücken bauen – The Berlin Declaration 2015 : DGOU und die Turkish Society of Orthopaedics and Traumatology haben eine Kooperation vereinbart. DIE REDEN DER KO N G R E S S P R Ä S I D E N T E N Fellowship in Bristol 534 Hinterm Horizont: Licht oder dunkle Wolken? INTERVIEW MIT DEN KO N G R E S S P R Ä S I D E N T E N 509 E F O R T A U T U M N T R AV E L L I N G FELLOWSHIP 2015 Bericht aus den Niederlanden 536 Gute Kommunikation ist Prävention Preisgekrönte Forschungs-Highlights 512 Namen Personalia 538 539 Wir gratulieren... PREISE UND EHRUNGEN 514 SICHERHEITSTR AINING IN DER MEDIZIN Von der Luftfahrt lernen 520 Für Sie gelesen 591 TA G D E R S T U D I E R E N D E N Deutscher Journalistenpreis für O & U: Die rätselhafte Bandscheibe und das Wunderwerk Hüfte beschäftigten die diesjährigen Preisträgerinnen des JOU. 524  Das Junge Forum O & U auf dem DKOU 2015 522 496 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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BVOU 14. Orthopädisch-Unfallchirurgisches Symposium in Bamberg Das M-Arzt- Mannschaftsarztverfahren Wichtige Informationen zur Berufs-Haftpflicht-Versicherung Zukunftssicherung für Ärzte große Herausforderung 541 DGOU Bericht der Sektion für Grundlagenforschung der DGOU (SGF) 551 Deutscher Rheumatologen­kongress „13. combined-meeting“ DGU Vereinte Power für die Schwerverletztenversorgung Neues aus der Deutschen AO Masterkurs Alterstraumatologie mit großem Erfolg durchgeführt Protokoll der Mitglieder­ versammlung der DGU Rück- und Ausblick der AG Ultraschall der DGU Neue Mitglieder 574 579 543 552 553 581 544 545 Bericht der Arbeitsgemeinschaft für intraoperative Bildgebung und Technologieintegration (AGiTEC) 554 Protokoll der Mitgliederversammlung der DGOU Neues aus der Geschäftsstelle 582 Bericht von der BVOU Mitglieder­ versammlung am 23.10.2015 546 Neue Mitglieder Mitgliederangebote 549 550 556 560 584 586 Staffelstabübergabe im Ausschuss Junges Forum O & U 561 AGA Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie 562 Neue Mitglieder 563 VLOU Mitgliederversammlung des VLOU 587 Für unsere Mitglieder Kursangebote Service / Kleinanzeigen Service / Preise OU Medizin und Markt 593 600 601 610 DGOOC QSR-Indikatoren für Hüft- und Kniegelenkersatz bei Arthrose – Verfahrensjahr 2015 Protokoll der Mitgliederversammlung 2015 der DGOOC Neue Mitglieder Nachruf für Prof. Dr. Paul Otte 566 568 572 573 F O L G E N S I E U N S A U F FA C E B O O K : D r ä e von BVOU, DGOOC, DGOU, DGU u VLOU wün n frohes W hna fe u n gu n Start s ue J r! www.facebook.de/dgou.ev 498 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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Impressum Herausgeber Für den Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Bernd Kladny (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: bernd.kladny@fachklinikherzogenaurach,de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Schriftleitung VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller Geschäftsstelle VLOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de Redaktion Ines Landschek Tel.: (0 30) 340 60 36 00 E-Mail: ines.landschek@snafu.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn www.thieme-connect.de/products/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 19 vom 1. Oktober 2014 ISSN 2193-5254 Satz und Layout L42 Media Solutions, Berlin Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vizepräsident Dipl. Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied PD Dr.med. habil. Axel Sckell, Greifswald Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Alexander Beck, Würzburg Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106 –108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Erster Vizepräsident Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/Main Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Schriftführer Prof. Dr. med. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. Johannes Sturm, München/Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106 –108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Mitglieder der oben genannten Verbänden und Gesellschaften erhalten die ­ Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. JHSUIW)DFKDU]W6WXGLH Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kom­munikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Fest­ stellung der Verbreitung von ­Werbeträgern e.  V. Bezugspreise 2016* Persönliches Abonnement Abo Versandkosten Inland Europa Weltweit 38,00 47,40 38,00 47,40 Gesamtkosten Inland 275,80 474,80 Europa 277,00 476,00 Weltweit 286,40 485,40 239,00 36,80 Institutionelles Abonnement 438,00** 36,80 * Jährliche Bezugspreise in € (D); unverbindlich empfohlene Preise. Preisänderungen vorbehalten. Preis für ein Einzelheft 45,00 € zzgl. Versandkosten ab Verlagsort. Das Abonnement wird zum Jahreswechsel im voraus berechnet und zur Zahlung fällig. Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht eine Abbestellung zum 30. September vorliegt. **der institutionelle Jahresbezugspreis inkludiert Online-Zugriff für 1 Standort 500 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten |Oktober 2015

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Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Stellv. Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Schatzmeister (und Schatzmeister der DGU) Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat Dr. med. Richard Stange, Münster Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Prof. Dr. med. Christoph H. Lohmann, Magdeburg Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. med. Manuel Mutschler, Köln DGOU-Geschäftsstelle Straße des 17. Juni 106 –108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Henning Windhagen, Hannover 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Orthopädischer Vertreter des „Konvent der Universitätsprofessoren für Orthopädie und Unfallchirurgie“ Prof. Dr. med. Volkmar Jansson Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106 –108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Vorstand Präsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 1. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Stefan Nehrer, Krems/Österreich 2. Vizepräsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Alexander Giurea, Wien/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus, Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschland e.V. Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Dietmar Pennig, Köln Schatzmeister Dr. med. Wilhelm Baur, Schwarzenbruck Schriftführer Dr. med. Walter Schäfer, Gummersbach Geschäftsstelle des VLOU Straße des 17. Juni 106 -108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de www.vlou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Oktober 2015 501

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Kurz und bündig 3.000-Euro-Spende für die ZNS Bei der Los-Aktion zugunsten der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung sind 2.000 Euro zusammengekommen. Auf der Abschlussveranstaltung des DKOU (Siehe Foto) hat Kongresspräsident Prof. Dr. Michael Nerlich den Spenden-Scheck feierlich an Helga Lüngen, Geschäftsführerin der Stiftung, übergeben. Besucher des DKOU konnten während der vier Kongresstage Lose im Wert von 5 Euro erwerben. Zu gewinnen gab es ein E-Bike inklusive Helm vom Zweirad-Center Stadler in Regensburg. Nachdem der Gewinner des E-Bikes – Prof. Werner Siebert – gleich auf der Bühne eine erste Runde mit dem Rad gefahren war, stockte er den Spendenbetrag spontan aus privaten Mitteln auf 3.000 Euro auf. Mit der Los-Aktion hat die Stiftung zugleich auf ihre Initiative „Schütz deinen Kopf!“ aufmerksam gemacht. Ziel der Kampagne ist es, Gehirnerschütterungen so früh wie möglich zu erkennen und somit langfristige Schädel-Hirn-Verletzungen zu vermeiden. (mh) ZNS-Spendenübergabe Knochen sind Organe BDC-Vizepräsident in die Führung der GFB gewählt Dr. Jörg-Andreas Rüggeberg ist neuer Vizepräsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB). Der Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen e.  V. (BDC) Dr. Rüggeberg wurde im September bei der Mitgliederversammlung des GFB zum Nachfolger von Prof. Dr. med. Hans-Peter Bruch gewählt. Als niedergelassener Chirurg und Unfallchirurg ist Rüggeberg seit Jahrzehnten in verschiedenen Gremien ärztlicher Standespolitik aktiv. Die ohne Gegenstimmen erfolgte Wahl kam selbst für den Gewählten überraschend. Rüggeberg führte die GFB bereits von 1999 bis 2009 als Präsident und strebte nach seinem Rücktritt keine neuerlichen Ämter an, dennoch hat er sich zur Übernahme der Funktion bereit erklärt. „Die GFB muss sich reduzieren auf die Kerninhalte fachärztlicher Interessensvertretung und darf sich nicht leiten lassen von Partikularinteressen Einzelner“, erklärte Rüggeberg anlässlich seiner Wahl. (BDC) Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) teilt die Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und des Deutschen Instituts für Zell- und Gewebeersatzes (DIZG), dass Knochen Organe sind. Das teilte das Ministerium am 28. Oktober 2015 den beiden Einrichtungen schriftlich mit. Mit dieser Einschätzung stützt das BMG die Forderung der DGOU an das Bundesministerium für Finanzen (BMF), die Besteuerung von Knochentransplantaten rückgängig zu machen. Bereits am 31. August dieses Jahres habe man dem BMF auf Anfrage mitgeteilt, dass Knochen als menschliche Organe anzusehen seien und dass man eine Umsatzsteuerbefreiung befürworte, heißt es in dem Schreiben des BMG an die Fachgesellschaft. Knochentransplantate, wie sie in der Orthopädie und Unfallchirurgie zum Einsatz kommen, sind seit 1. Januar 2015 umsatzsteuerpflichtig. Das Bundesministerium für Finanzen hatte die Umsatzsteuerbefreiung für humane Gewebe nach §4 Nr. 17a UStG speziell für allogene Knochentransplantate im Dezember 2014 im Rahmen eines Umsatzsteuer-Anwendungserlass aufgehoben. Begründet wurde dies damit, dass Knochen keine Organe seien. Die DGOU hatte sich im Juni 2015 an das BMG gewandt und darum gebeten, dem BMF in aller Klarheit die Abänderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlass zu empfehlen und die Herausnahme menschlicher Knochentransplantate aus der Umsatzsteuerbefreiung im Interesse der deutschen Transplantationsmedizin zu korrigieren. (PM DIZG / sh) Starface Website „Gutachten­ kurse“ geht ­online Die Kommission „Gutachten“ der DGU in der DGOU bietet Gutachtenkurse an, die den B e d i ng u nge n der strukturierten curricularen Fortbildung „Medizinische Begutachtung“ der Bundesär ztekammer entwww.gutachtenkurse.de sprechen. Auf der neuen Website www.gutachtenkurse.de sind alle wichtigen Informationen zum Curriculum unfallchirurgisch-orthopädische Begutachtung zusammengestellt. Neben der aktuellen Kursübersicht gibt es eine detaillierte Zusammenstellung der Kursinhalte. Zudem sind bei den Kursterminen auch die Anmeldedaten hinterlegt, so dass eine direkte Kursanmeldung möglich ist. Darüber hinaus stellt die Website Informationen über die Zertifizierung der Fortbildung D-Ärzte und die Curriculare Fortbildung der BÄK bereit. Das Curriculum unfallchirurgisch-orthopädische Begutachtung mit den Kursen 1 bis 7 wird an unterschiedlichen Standorten durchgeführt und berücksichtigt beispielsweise die Themengebiete Unfallbegutachtung, Begutachtung von Berufskrankheiten und Begutachtung im Arzthaftpflichtfall.  (sw) Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015 EPRD-Statusbericht 2014 ist erschienen Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat jetzt seinen ersten Statusbericht veröffentlicht. Der 60-seitige Bericht gibt einen Einblick in die im Jahr 2014 im Register erfassten Daten zu endoprothetischen Eingriffen an Hüfte und Knie. Zudem enthält er erste Auswertungen. Mit steigender Zahl der jährlichen Meldungen sollen zukünftig Rückschlüsse darauf möglich sein, wie lange ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk hält oder ob, in welchem Zeitraum und warum eine Endoprothese gewechselt werden muss. Bis Ende 2014 wurden im Register mehr als 70.000 Operationen dokumentiert, aktuell sind es bereits mehr als 160.000 Fälle. So wurde mit dem EPRD zugleich die Basis für eine innovative Qualitätssicherung und Versorgungsforschung geschaffen. Mit seiner Frühwarnfunktion kommt das Register auch der Sicherheit der Patienten zugute.  www.eprd.de 502

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Nachrichten Unfallchirurgen spannen Notfallnetz Der DGU ist innerhalb von zehn Jahren mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU® die Etablierung einer bundesweit hochwertigen Schwerverletztenversorgung gelungen. Rund 600 Traumazentren erfüllen die Qualitätsvorgaben der DGU und sind in 51 zertifizierten TraumaNetzwerken (TNW) zusammengeschlossen. Die 51. Zertifizierungsurkunde übergab die DGU am 1. Oktober 2015. Das TNW Brandenburg Nord-West mit sechs angegliederten Kliniken macht das Notfallnetz komplett. „Damit bietet die deutsche Unfallchirurgie flächendeckend, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr eine leistungsstarke Versorgung Schwerverletzter. Dieses System ist weltweit bisher einzigartig“, sagt DGU-Generalsekretär Professor Reinhard Hoffmann. Jährlich erleiden in Deutschland ca. 35.000 Menschen schwere Verletzungen bei Verkehrs-, Arbeits- oder Freizeitunfällen. Ihre Rettung und Behandlung ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jeder Handgriff stimmen muss. Im Jahr 2006 schrieben Unfallchirurgen die optimalen Bedingungen für die Versorgung von Schwerverletzten im Weißbuch Schwerverletztenversorgung fest und gründeten die Initiative TraumaNetzwerk DGU®. Damit sollten die unterschiedlichen Behandlungskonzepte und die Ausstattung an Personal, Geräten und medizinischem Zubehör in Deutschlands Unfallkliniken standardisiert werden. Ziel ist es, jedem Schwerverletzten an jedem Ort zu jeder Zeit bestmögliche Überlebenschancen zu bieten und auch außerhalb von Ballungszentren eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Die Teilnahme der Kliniken an der Initiative führte zu Änderungen in deren Organisations- und Personalstrukturen: beispielsweise wurden Schockraumleitlinien etabliert, Dienstpläne hinsichtlich der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit eines kompetenten Notfallteams verändert oder Ärzte im Schockraummanagement geschult. In vielen Kliniken wurde zudem die Ausstattung optimiert: beispielsweise Röntgenanlagen und Ultraschallgeräte für den Notfall-Behandlungsraum nachgerüstet, teleradiologische Systeme eingeführt und die Bereitstellung von Instrumenten für Notfalloperation und Blutkonserven vorgenommen. Die Kliniken werden bei der Qualitätsprüfung in Form einer Vor-Ort-Begehung durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle entsprechend ihrer Ausstattung und Kompetenz einer von drei unterschiedlichen Versorgungsstufen zugeordnet. Überregionale Traumazentren verfügen über die Kompetenz zur Behandlung besonders schwerer, komplexer oder seltener Verletzungen. Dazu zählen beispielsweise Verletzungen der Hauptschlagader, Replantation abgetrennter Gliedmaßen oder schwere Gesichtsverletzungen. Die regionalen Traumazentren bieten eine umfassende Notfallversorgung in einem breiten Leistungsspektrum, so beispielsweise auch die Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Verletzungen. Die lokalen Traumazentren hingegen sichern die unfallchirurgische Grund-und Regelversorgung ab. Um regional eine bestmögliche Versorgung zu sichern, kooperieren Traumazentren verschiedener Versorgungsstufen innerhalb eines TraumaNetzwerkes. Durchschnittlich besteht ein TNW aus 14 Kliniken mit acht lokalen, vier regionalen und zwei überregionalen Traumazentren. Das Notfallnetz gewährleistet, dass der Rettungsdienst einen Notfall-Behandlungsraum eines Traumazentrums innerhalb von 30 Minuten erreichen kann – nicht nur in Ballungszentren, sondern auch in dünn besiedelten Gebieten. Das ist insbesondere für lebensgefährlich Verletzte wichtig, denn Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015 Grafische Darstellung des Notfallnetzes. Bundesrepublik mit Darstellung der TraumaNetzwerke und Traumazentren Rot: Überregionales Traumazentrum, Blau: Regionales TraumaZentrum, Grün: Lokales TraumaZentrum ihre Überlebenschancen werden mit jeder verstrichenen Minute geringer. Sobald die Klinik-Ärzte den Patienten stabilisiert und außer Lebensgefahr gebracht haben, kann er im Bedarfsfall in eine für sein Verletzungsmuster ideale Klinik weiterverlegt werden. Die Kriterien für die Aufnahme und Weiterverlegung innerhalb eines TNW sind durch Kooperationsverträge klar geregelt und ersparen in zeitkritischen Situationen aufwendige Absprachen. Sie werden in TNW-Qualitätszirkeln regelmäßig überprüft. An diesen nimmt auch der Rettungsdienst teil, der eine wichtige Funktion bei der Auswahl einer geeigneten Klinik übernimmt. Zur Überprüfung ihrer Behandlungsprozesse erfassen die Traumazentren anonymisierte Patientendaten im TraumaRegister DGU® – es gilt als weltweit umfangreichstes Register für Schwerverletzte und dokumentiert seit der Gründung im Jahr 1993 nahezu 200.000 Fälle. Über den TraumaRegister-Jahresbericht erhalten die Kliniken jedes Jahr eine Rückmeldung über ihre Leistung. Neben der allgemeinen Qualitätssicherung gibt das TraumaRegister zudem Antworten auf wissenschaftliche Fragestellungen zur Fehlervermeidung, Erhöhung der Patientensicherheit und Verbesserung des Behandlungsergebnisses. Die Initiative TraumaNetzwerk DGU® genießt im In- und Ausland große Anerkennung. Bereits in Österreich und der Schweiz bauen Unfallchirurgen die Netzwerkstruktur nach deutschem Vorbild nach. Dabei konnte 2014 das TNW Salzburg mit acht Kliniken als erstes Netzwerk Österreichs nach den Kriterien der DGU zertifiziert werden. In einigen Bundesländern Deutschlands wird die Initiative bei der Krankenhausbedarfsplanung und Krankenhausfinanzierung berücksichtigt.  (PM DGU /sh) Weitere Informationen unter www.dgu-traumanetzwerk.de AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH 503

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Aus unserem Fach 504 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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Aus unserem Fach D KO U 2 0 1 5 Hinterm Horizont Unter dem Titel „Hinterm Horizont“ fand vom 20. bis 23. Oktober 2015 der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) statt. In diesem Jahr wurde viel Wert auf Internationalisierung gelegt, beginnend mit dem Gastland Türkei, Vertretern aus Dubai und der Wiederbelebung der Zusammenarbeit mit China. Viele Sessions fanden in englischer Sprache statt. 8455 2128 250 177 11 126 Teilnehmende Ausstellende Betroffene Presse GESAMT Mit dem diesjährigen Motto „wollen wir Ihre Neugierde wecken und über den Tellerrand schauen, getreu dem Titel „Hinterm Horizont geht’s weiter…“ von Udo Lindenberg. Udo Lindenberg sieht in diesem Song der frühen achtziger Jahre visionär bereits die Teilung Deutschlands überwunden. Mit diesem Mutmacher wollen auch wir bei Ihnen das Interesse schaffen, was Sie vielleicht hinter dem Horizont erwartet“, waren sich die diesjährigen Kongresspräsidenten einig. Horizonte erweitern, einmal geografisch und auch inhaltlich: ein Schwerpunkt des Kongresses war die Prävention. Angefangen von P. A.R. T.Y über die Sonografie der Säuglingshüfte, Prävention vor der eigentlichen Rehabilitation und nicht zuletzt der Launch der neuen IC-Kurse zusammen mit der Lufthansa. Internationales Flair Prof. Rüdiger Krauspe begrüßte auf türkisch das Gastland Türkei. Es besteht seit längerer Zeit eine enge Verbindung zwischen beiden Ländern, die unter anderem dazu geführt hat, dass im Rahmen des DKOU 2015 in der türkischen Botschaft die „Berlin-Declaration 2015“ unterzeichnet wurde, welche den Austausch zwischen den entsprechenden Fachgesellschaften fördern soll. In diesem Heft der OUMN können Sie einen Artikel dazu lesen. Die türkischen Experten haben im Vergleich viel Erfahrung mit Krankheitsbildern, die in Deutschland eher selten auftreten. „Wir erhoffen uns von ihnen neue Erkenntnisse zur Tuberkulose, die die Knochen und Wirbelsäule betrifft, aber auch zur gesamten Kinderorthopädie“, so Krauspe. Aber auch die Kooperation mit China, die bereits 2013 angestoßen wurde, wurde in diesem Jahr intensiviert. Nicht nur in der Kooperation mit der Orthopaedic Trauma Association (OTA) konnten zahlreiche internationale Sessions realisiert werden, sodass der DKOU erstmals über vier Tage zwei Säle mit englischsprachigen Vorträgen anbieten konnte. Neben der OTA gehörte auch die Orthopaedic Research Society (ORS) zu den diesjährigen Kooperationspartnern. Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt, Kongresspräsident des BVOU, betonte, dass insgesamt 55 Länder an diesem Kongress teilgenommen haben. „Wir möchten den DKOU internationalisieren und bieten dieses Jahr mehr englischsprachige Sitzungen an“, sagte Prof. Michael Nerlich, Kongresspräsident der DGU. Am 21. Oktober fand deshalb eine halbtägige internationale Session der amerikanischen Orthopäden und Unfallchirurgen zusammen mit europäischen Experten statt. „Wir tauschten unter anderem Therapie-Empfehlungen beim Oberschenkel- und Oberarmbruch aus“, sagt Nerlich. Vor allem bei sehr speziellen Gelenkoperationen könnten deutsche Orthopäden und Unfallchirurgen von den Amerikanern lernen. Schwerpunkte Ein Höhepunkt des gemeinsam von DGU, DGOOC und BVOU ausgerichteten Kongresses waren die vier Vorträge der ORS. Hier stellten internationale Experten ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Wie können Ärzte beispielsweise schon heute 505

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Aus unserem Fach Stammzellen einsetzen, um Heilungsprozesse an Sehnen, Muskeln, Knochen oder Knorpel zu initiieren? Und welchen Einfluss haben Alter oder Vorerkrankungen der Spender auf die Qualität der Stammzellen? Es ging aber auch um die Injektion von Wachstumsfaktoren, um beschädigte Knochenstrukturen – etwa nach einer Krebsbehandlung, einem Prothesenwechsel oder einem Unfall – wiederherzustellen. Weitere Schwerpunkte legten die Kongresspräsidenten auf besondere Herausforderungen etwa bei Brüchen und Sportverletzungen im Wachstumsalter sowie auf Mobilität im Alter, Verletzungen der Wirbelsäule, Prävention und den sicheren Gelenkersatz. In einem Filmbeitrag mit acht eindrucksvollen Patientenschicksalen zeigten die Kongresspräsidenten die Leistungsfähigkeit der Fachbereiche und forderten in ihren Reden (gekürzt in dieser Ausgabe) eindringlich dazu auf, dass Orthopäden und Unfallchirurgen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung die Gesundheitspolitik aktiv mitgestalten und die „Störenfriede“ eines guten Arzt-Patienten-Verhältnisses – die Bürokratie und Ökonomie – kritisch hinterfragen, wo immer es nötig ist. Patientenaufklärung senkt OP-Zahlen Der Sinn und Unsinn medizinischer Leistungen steht immer wieder zur Diskussion. In Deutschland hat dieses Jahr die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) die Initiative „Gemeinsam klug entscheiden“ ins Leben gerufen, um Unter- und Überversorgung in den einzelnen Fächern zu beleuchten. Als eine der ersten Fachgesellschaften setzten jetzt auch die Orthopäden und Unfallchirurgen mit dem Berufsverband das Thema auf ihre Agenda. Wie etwa beim nicht spezifischen Rückenschmerz unnötige Eingriffe vermieden werden können und welche Behandlungen Patienten stattdessen häufiger erhalten sollten, diskutierten die Experten auf dem DKOU. In einer ersten Sitzung zu „Gemeinsam klug entscheiden“ trafen sie sich, um über unnötige Behandlungen in Orthopädie und Unfallchirurgie zu diskutieren. „Als Erstes nehmen wir uns die Leitlinie zum Rückenschmerz vor“, so Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt. Denn vor allem Patienten mit nicht spezifischen Kreuzschmerzen, bei denen der Arzt keine körperliche Ursache feststellen kann, erhalten zu häufig Behandlungen ohne nachweislichen Nutzen. Als Beispiel gilt die operative Entfernung eines Bandscheibenvorfalls, der weder die Nervenwurzel noch das Rückenmark bedrängt. Ziel der Initiative „Gemeinsam klug entscheiden“ sei es aber, nicht nur die Über-, sondern auch die Unterversorgung zu benennen, betonte Hesselschwerdt. So komme beispielsweise die Zeit für die Patienten-Aufklärung über Behandlungsalternativen oft zu kurz. Dabei habe eine Studie aus den USA gezeigt, dass bei gut informierten Patienten mit einem Bandscheibenvorfall die Zahl der Eingriffe um 22 Prozent zurückgeht – ohne dabei das Patienten-Outcome zu beeinträchtigen. „Das Gespräch zwischen Arzt und Patient wird derzeit über das DRG-System jedoch nicht ausreichend vergütet“, kritisierte Hesselschwerdt. „Wir fordern das Gesundheitssystem auf, den Umdenkprozess, den die Initiative ‚Gemeinsam klug entscheiden‘ derzeit ins Rollen bringt, zu begleiten und Anreize zu setzen, die nicht nur das Tun, sondern auch das aufwendige Aufklären über Alternativen besser vergüten“, so Hesselschwerdt. In den USA wurde ein ähnliches Konzept – „Choosing wisely“ – bereits vor vier Jahren entwickelt. Prävention ist die halbe Miete 3368 Verkehrstote waren 2014 in Deutschland zu beklagen. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 20  000 Menschen durch ein Trauma lebensbedrohlich schwerstverletzt. Das heißt, dass pro Tag über neun Menschen ihr Leben auf Deutschlands Straßen verlieren und 55 Menschen pro Tag ein lebensbedrohliches Trauma erleiden. Die Prävention war nicht nur für die DGU Kernthema auf dem Kongress. Die Prävention hat viele Facetten und reicht von der Glättung der Teppichkante, die dem alten Menschen zum Verhängnis wird, über die Verkehrsunfallforschung und die Polytraumaforschung, die Qualitätsmaßstäbe setzt und die Versorgung weiter voranbringt. Und natürlich die Schulung der jungen Verkehrsteilnehmer (P.A.R.T.Y.), die zu einem umsichtigeren Verhalten führt, bis hin zu den Initiativen der Vermeidung der schweren Schädel-Hirn-Traumata der Hannelore Kohl Die Läufer ... 506 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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Aus unserem Fach Stiftung, die große Erfolge aufweist, so Prof. Michael Nerlich. Es beginnt mit der Verkehrsunfallforschung als Instrument zur genauen Analyse und Auswirkung von Verkehrsunfällen. Durch die Verkehrsunfallforschung wurden und werden Benchmarks für die Autoindustrie gesetzt, Schwachstellen in unserem Verkehrssystem aufgedeckt und die LaborCrash-Tests überprüft, um die Straßen nachhaltig sicherer zu machen. Die nächste Stufe in der Kette stellt die Polytraumaforschung dar. Das TraumaRegister der DGU konnte in seinem 22-jährigen Bestehen die Versorgungsqualität in allen Bereichen der Traumaversorgung – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – positiv beeinflussen. Das Verkehrsunfallpräventionsprogramm der DGU P.A.R.T.Y. („Prevent Alcohol- and Risk-related Trauma in Youth“) nimmt sich der jungen Leute an. An über 20 Kliniken in Deutschland werden Schüler im Alter von 15–18 Jahren eingeladen, die Stationen eines Unfallopfers in der Klinik hautnah und ungeschminkt zu erleben. Zur Prävention gehört auch die der Kleinsten: 20 Jahre Hüftsonographie, eine Erfolgsgeschichte. Auch in der Türkei wurde jüngst ein Sreeening-Programm eingeführt. Pauwels-Gedächtnisvorlesung Zu den Highlights gehörte auch die Pauwels-Gedächtnisvorlesung, gehalten von Prof. Dr. Hans-Georg Schaible, Institut für Physiologie am Universitätsklinikum Jena. Er referierte über neue Erkenntnisse zu den Zusammenhängen von Inflam- mation und Nozizeption. „Gelenkerkrankungen führen zu signifikanten Ver­ änderungen auf allen Ebenen des nozizeptiven Systems“, berichtete Schaible. Wegbereitend seien häufig entzündliche Prozesse, insbesondere proinflammatorische Zytokine, die über neuronale Zytokinrezeptoren langdauernde neuronale Sensibilisierungsprozesse im nozizeptiven System induzieren. Basics und „Fortgeschritten“ Eine Neuerung auf dem DKOU, die ausgezeichnet von den Teilnehmern angenommen wurde, war die Unterteilung der Seminare in „Basics“ und „Fortgeschrittene“. Besonders dem Nachwuchs kam diese Struktur entgegen. „Der DKOU dient zur Information und Orientierung. Gerade die Weiterbildungsassistenten sollen den Kongress als „Werkzeugkasten“ benutzen und sich die individuellen „tools“ leichter aus dem Angebot auswählen können. Daher wurden die Seminare zusätzlich anatomisch gegliedert“, sagte Dr. Hesselschwert. Das Konzept ist aufgegangen. 2. Lauftreff beim DKOU 2015 Morgens im Berliner Tiergarten. 62 Läufer und Walker trafen sich wieder um 7.15 Uhr am Start im Berliner Tiergarten direkt am Brandenburger Tor. 15 Streckenposten, das komplette BVOU-Geschäftsstellenteam, unsere Youngsters und Ärzte aus verschiedenen Kliniken waren bereits um 6.15 Uhr mit dem Siegerehrung Lauftreff: Prof. Dr. Markus Walther und Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt Fahrrad an der Stecke unterwegs und bezogen ihre Standorte. Es war stockdunkel und etwas unheimlich… „Mit Taschenlampen bewaffnet warteten wir auf unsere Läufer. Von Minute zu Minute wurde es heller und die Spitze war dann mit Pace Maker Carsten Schlangen vom SCC Berlin und Prof. Dr. Markus Walther bald in Sicht. Unsere Walker folgten kurz danach auf der Querallee. Alle drei Kongresspräsidenten waren gemeinsam mit auf der Strecke. Die Stimmung war entspannt und locker. Mit dem letzten Läufer kehrten auch die Streckenposten auf ihren Drahteseln zurück. Siegerehrung und Gruppenfotos. Mit Müsliriegeln und Obst ausgestattet ...und die Walker Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015 507

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Aus unserem Fach ging es für die Läufer wieder zurück zum DKOU. Wir räumen auf und radeln zurück. Jetzt ist es fast hell am Brandenburger Tor. Wir danken allen Teilnehmern und Carsten Schlangen für die Unterstützung in diesem Jahr, da unser David Behre in diesem Jahr an einem wichtigen Rennen in Katar teilnahm und sogar Weltmeister wurde! Es hat uns viel Spaß gemacht! Bis zum nächsten Jahr“, berichtete das BVOU-Team. Als Erlös konnten 3000 Euro dem Verein BABELUGA e. V. übergeben werden, der sich in diesem Jahr insbesondere hier in Berlin um die medizinische Erstversorgung der Flüchtlinge gekümmert hat und mit gemeinsamen Sport und Freizeitaktivitäten den traumatisierten Jugendlichen und Kindern eine Perspektive bietet. Kongress-Party In einer denkmalgeschützten ehemaligen Lagerhalle im Moabiter Westhafen fand die diesjährige Kongress-Party statt. Passend zum Thema des Kongresses war das erste Highlight des Abends der Auftritt eines Udo-Lindenberg-Doubles, der neben „Sonderzug nach Pankow“ natürlich auch „Hinterm Horizont geht`s weiter“ im Programm hatte. Doch ein Double kommt bekanntlich selten allein. Und so kam zur Freude des Publikums auch noch Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt im Lindenberg-Outfit, ausgerüstet mit schwarzem Hut und dunkler Sonnenbrille, auf die Bühne. Nächster Programmpunkt: Der Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell‘n, die mit ihren historischen bayerischen Feuerwehr-Uniformen für eine amüsante Zeitreise sorgten. Die neunköpfige Gruppe aus der Oberpfalz begeisterte die Gäste mit ihrer speziellen Mischung aus Blasmusik und äußerst frechen Texten. Die Lichtshow „Feeding the fish“ setzte alles ins rechte Licht. Danach sorgte die Band „9to5“ für ausgelassene Stimmung. Da Orthopäden und Unfallchirurgen sich gut mit dem Bewegungsapparat auskennen und wissen, wie wichtig Bewegung ist, wurde auch in diesem Jahr auf der Kongressparty wieder heftig getanzt − der eine oder andere DKOU-Präsident sogar bis 2 Uhr früh… Am nächsten Tag überreichten die Kongresspräsidenten 2015 ihre Insignien an die künftigen, diese wollen dann zurück in die Zukunft, schon wieder ein philosophisches Kongressmotto, bis dahin… EICHEN FÜR BERLIN 10 Spree-Eichen haben Orthopäden und Unfallchirurgen der Stadt Berlin gespendet. Die jungen Bäume sind zugleich Symbol: Wie das Muskel-Skelett-System müssen auch sie gepflegt werden, um gesund wachsen zu können. Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) sowie des Bundesinnungsverbands für Orthopädie-Technik (BIV-OT) haben am 13. Oktober 2015 den Spaten zur Hand genommen. Im Regierungsviertel setzten sie mit vereinten Kräften den ersten Baum gemeinsam in den Boden. Mit den Pflanzungen unterstützen die Fachgesellschaften zum dritten Mal in Folge die Kampagne „Stadtbäume für Berlin“, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 2012 ins Leben gerufen hat. Ziel der Kampagne ist es, bis 2017 bis zu 10.000 zusätzliche Bäume entlang der Straßen der Hauptstadt zu pflanzen, um fehlende Bäume zu ersetzen. Mittlerweile ergänzen 5.000 neugepflanzte junge Bäume das Stadtbild Berlins. Insgesamt haben die Orthopäden und Unfallchirurgen bereits 30 Bäume für das Projekt gestiftet. Sie sind gut zu erkennen an dem leuchtend gelben Schild mit der Aufschrift „Ich bin ein neuer Berliner Stadtbaum“. Senator Andreas Geisel dankte für die Unterstützung bei dieser Kampagne: „Die Baumspenden sind gelebtes bürgerschaftliches Engagement für unsere Stadt. Gemeinsam haben wir es in der Hand, Berlin auch weiterhin als eine der grünsten Hauptstädte Europas zu gestalten. Die breite Unterstützung der Stadtbaumkampagne zeigt, dass dies vielen Menschen am Herzen liegt.“ Gemeinsame Pflanzaktion: (von links:) Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt, Matthias Bauche (Vizepräsident des BIV-OT), Prof. Dr. Rüdiger Krauspe, Prof. Dr. Bernd Kladny, Prof. Dr. Michael Nerlich Nicht zu übersehen: die gelben Hinweistafeln an den gespendeten Bäumen Das sind die nächsten: v. l.: Dr. Manfred Neubert, Kongresspräsident BVOU 2016, Prof. Dr. Heiko Reichel, Präsident DGOOC 2016, Prof. Dr. Florian Gebhard, Präsident DGU 2016 Kongressbericht: Ines Landschek unter Mitarbeit von Maria Hauk, Regina RadkeLottermann, Sabine Franzke-Helmts. 508 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2015

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