LOCATION Mülheim 01_2016

 

Embed or link this publication

Description

Location Mülheim

Popular Pages


p. 1

L cation! Pit probiert‘s mit Prosa Mülheims ,Multifunktionskünstler‘ im Gespräch über sein neues Buch Mülheim 22. 1. 2016 Nummer 226 Exklusiver Gewinn: Ihr individueller Trüffel Von der Opernsängerin zur Stimmentrainerin Der Weinbroker als Archäologe in Ägypten

[close]

p. 2

,PPRELOLHQ6HUYLFH Ä:DV:HUWKDWZLOOLFK LQJXWHQ+lQGHQ ZLVVHQ´ ,002%,/,(1 QJ X O O H W V V OLHQDX L E R P DOOH P , K   Q Q H H G N Q U U.X UPH H R G Y   Q H L W  W O L L % XKU SU 5 $    U H   G   XQG PDQ L H K O  DP 0 VVH D N U D S 6 ,KUHU 0|FKWHQDXFK6LH ,KUH,PPRELOLHYHUNDXIHQ" 5XIHQ6LHXQVDQ    ZZZIGOGH 6)LQDQ]GLHQVWOHLVWXQJV*PE+0OKHLPDQGHU5XKU%HUOLQHU3ODW]0OKHLPDQGHU5XKU

[close]

p. 3

Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, es macht Mülheims neuen Oberbürgermeister Ulrich Scholten durchaus sympathisch, auch einer vermeintlich schlechten Nachricht noch Gutes abzugewinnen: Da scheitert der von vielen Politikern erhoffte ,schnelle Umzug‘ der VHS ins noch zu errichtende Quartier auf dem Kaufhof-Areal am aufgerufenen Mietpreis und der OB stellt nicht ohne Stolz fest, dass man solche Mieten in der neu entwickelten Innenstadt nun immerhin wieder aufrufen könne. In der Tat erscheinen die veranschlagten 15 Euro pro Quadratmeter ehrgeizig. Büroräume mit Innenstadtlage sind knapp für die Hälfte Marc Lorenz, des Preises zu haben. Bleibt Redaktion zu hoffen, dass die Projektentwickler des dann brandneuen ,Stadtquartiers Schlossstraße‘ für solche Mieten auch wirklich Nutzer finden. Für die Mülheimer City wäre es gut. Gut wäre es für ganz Mülheim, wenn Ulrich Scholten nun auch seine Ankündigung umsetzt und endlich unter Beteiligung der Bürger die Zukunft der VHS erörtert. Die Standortdiskussion scheint durch die Absage ans Stadtquartier nämlich noch lange nicht vom Tisch. Während der Unterricht im sanierungsbedürftigen und inzwischen denkmalgeschützten Gebäude im Müga-Park weiterläuft, werden immer neue Umzugsideen kolportiert. Dabei sollte gerade in der Diskussion über die Zukunft einer Volkshochschule der Wille des Volkes besonders ernst genommen werden. OBERHAUSEN VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE REGIE: GERBURG JAHNKE VORSTELLUNGE N VOM 17.0 3 . B IS 0 3 .0 4 .2 016 Peter-T. Schulz erzählt in seinem Werk ‚Wo Vase‘ zehn Geschichten. Mehr zu Pits Prosa-Debüt ab Seite 7. Bild: P. Braczko JETZT KARTEN SICHERN UNTER 0208/20 54 024 UND WWW.EBERTBAD.DE L cation! 1 www.bgp.de • Foto: haraldhoffmann.com

[close]

p. 4

Bravo: 90 Jahre und kein bisschen leise Das festliche Galakonzert läutete schon zu Jahresbeginn den runden Geburtstag unserer ,Diva‘ ein. Und nun wird die alte Dame an der Ruhr zu ihrem 90. Wiegenfest auch mit einer hoch interessanten Fotoausstellung aus ihren Kindheitstagen gewürdigt. Mit ,Räume festlicher Stimmung‘ zeigt das Haus der Stadtgeschichte noch bis zum 15. April historische Aufnahmen aus dem Eröffnungsjahr 1926. Im Schwerpunkt zeigen die Bilder Innenraumgestaltungen und technische Details, die belegen, dass die Mülheimer Stadthalle, die am 5. Januar 1926 eröffnet wurde, seinerzeit zu den modernsten Hallen des Landes zählte. Im ersten Weltkrieg wurde die ‚gute Stube‘ schwer beschädigt und in der Folge wieder neu aufgebaut. Auch dadurch hat sich am und im Haus nach 90 Jahren viel verändert, nicht zuletzt durch die umfangreichen Modernisierungen zwischen 2004 und 2007. Klavier-Festival 2016 startet in Mülheim Die Werke von Johannes Brahms bilden erstmals den Schwerpunkt des beliebten Klavier-Festivals, das in diesem Jahr vom 15. April bis zum 10. Juli die besten Pianisten der Welt in die Ruhrregion holt. Insgesamt stehen 69 Konzerte in 23 Städten auf dem Programm. Der Auftakt des Festivals wird in Mülheim gefeiert. Der russische Pianisten Arcadi Volodos (Bild) konzertiert am 15. April in der Stadthalle und wird an diesem Abend auch den Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2016 entgegen nehmen. Weitere künstlerische Schwerpunkte gelten dem 100. Todestag von Max Reger und dem 150. Geburtstag von Ferruccio Busoni. Enden wird das Pianistentreffen am Sonntag, 10. Juli, mit dem Duo Martha Argerich und Daniel Barenboim, die der Stiftung Klavier-Festival Ruhr ein Benefizkonzert in der Philharmonie Essen schenken. Der Vorverkauf für alle Konzerte wurde vor einer Woche eröffnet. Karten gibt es unter anderem in der Touristinfo im Medienhaus am Synagogenplatz. Telefonische Reservierungen sind allerdings nur eingeschränkt Bild: Marco möglich. Informationen unter ☎ 960 960. Borggreve Gesichter aus Asien in der Camera Obscura Aus Nepal, Oman, Singapur, Malaysia und der Himalaya-Region, aber auch aus dem Sudan kommen die Menschen, die Fotograf Oliver-Parviz Engel auf seinen Reisen durch den asiatischen Raum auf persönliche Weise in Fotografien festgehalten hat. Vom 24. Januar bis 6. März können seine Werke in der Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films betrachtet werden. Mit der Wechselausstellung ‚Gesichter Asiens‘ wird in dem ehemaligen Broicher Wasserturm das Ausstellungsjahr 2016 eingeläutet. Gut 30 Portraits - auf Alu-Dibond gezogen – werden sowohl farbig als auch schwarz-weiß zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung ‚Gesichter Asiens‘ am 24. Januar um 12 Uhr durch Museumsleiter Dr. Tobias Kaufhold. Der Künstler ist ebenfalls anwesend. Am Eröffnungstag ist der Eintritt zur Wechselausstellung frei. 4 L cation! Archivbild: Nicole Trucksess

[close]

p. 5

OB Scholten: „Was man nicht ändern kann, muss man schön finden“ Zu ihrem traditionellen und aufschlussreichen Martinsgansessen begrüßte die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD). Nicht nur das Menü, sondern auch die Wunschliste der Interessenvertretung wurde dem neuen OB kredenzt. Vorsitzender HansJoseph Krupp zählte unter anderem auf: Haushalt sanieren, die massiven Verluste im ÖPNV verringern, interkommunale Zusammenarbeit stärken, digitale Wirtschaft voranbringen und auf Steuer- und Gebührenerhöhungen verzichten. Der Oberbürgermeister nahm ausführlich Stellung, verwies aber auch darauf, dass er als Träger des Amtes dem Wohl der Stadt insgesamt verpflichtet sei und die Beschlüsse des Rates umzusetzen habe, gleich welcher Mehrheit. Unter anderem auch am Flughafen: „Da habe ich eine andere Meinung, aber was man nicht ändern kann, muss man schön finden.“ Also gelte, das Flughafengelände wirtschaftlich vernünftig zu entwickeln und verlässliche Perspektiven für die ansässigen Unternehmen zu schaffen. Ein großes Anliegen sei es ihm, die VIA Verkehrsgesellschaft weiterzuführen, woran er mit Essens OB Kufen (CDU) intensiv zusammenarbeiten wolle. Auf lange Sicht müsse hier ein Verbund von Duisburg bis Dortmund entstehen. Es gelte, Beharrungstendenzen einzelner Städte zu überwinden. Beim Thema Gewerbeflächen und vereinte Strategien der Wirtschaftsförderung im Ruhrgebiet kritisierten die Unternehmer, dass seitens der Verwaltung keineswegs immer mittelstandsfreundlich gehandelt und oftmals mehr verhindert als gefördert werde. Scholten versprach, sich des Themas anzunehmen und mit der MIT im Gespräch zu bleiben. 5IZK 78WTW 6721( ,6/$1' :ITXP 4I]ZMV ,-615  ;=884A EINZELTEILE BIS ZU 70% Düsseldorfer Str. 46 45481 Mülheim - Saarn www.zaza-mode.de 5PMFSBO[ &JO8FSUVOTFSFT)BOEFMOT ,BSPMB%—SOFSUNJU+VMJB1•UUNBOO "VT[VCJMEFOEF CFJEFS7PMLTCBOL3IFJO3VIS JOEFS&WBOHFMJTDIFO "MUFOIJMGF%VJTCVSHCFJN1SPKFLUq4FJUFOXFDITFMg Die Besten der Welt ... geben sich bei den 59. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland vom 1. bis 6. März in der RWESporthalle die Ehre. Superstar Lin Dan (Bild), zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister im Einzel, strebt seinen nächsten Titel an. Auch die Weltranglistendritte Li Xuerui sowie die Weltranglistensechste Wang Shixian haben sich angekündigt. Karten unter ☎ 30 82 719. *N1SPKFLUq4FJUFOXFDITFMg  IPTQJUJFSFO7PMLTCBOL  3IFJO3VIS.JUBSCFJUFSJOOFO  JOTP[JBMFO&JOSJDIUVOHFO   +FEFS.FOTDIIBUFUXBT EBTJIOBOUSFJCU 8JSNBDIFOEFO8FHGSFJ Bild: Braeutigam 5FMFGPO 5FMFGBY XXXWPMLTCBOLSIFJOSVISEF L cation! 5

[close]

p. 6

Exklusive Gewinn r Ein Erlebnis für Naschkatzen Kreieren Sie Ihren exklusiven Trüffel-Traum mit dem Essener Chocolatier Lothar Buss. Schokolade ist für ihn Leidenschaft und Berufung: Lothar Buss ist einer der bekanntesten Chocolatiers in deutschen Landen und bekennender ,Schocoholic‘: „200 bis 300 Gramm esse ich schon an einem Tag.“ Nach einer Koch- und Konditorausbildung, arbeitete der Essener in bekannten Sternerestaurants und feilte an seiner Schokokunst. Mit Erfolg, 1996 wurde er zum ,Konditor des Jahres‘ gewählt, 2001 kam er als Drittplatzierter auf das Schoko-Siegertreppchen bei den Weltmeisterschaften und erhielt danach noch den ,German Chocolat Award‘. In seiner neueröffneten,Chocolaterie‘ auf der Rüttenscheider Straße in Essen, können Naschkatzen die ausgefallenen Kreationen des Pralinen-Papstes probieren. Unzählige Schokoladenarten bestimmen das Sortiment, die Zutaten für die Naschereien sind nur die besten: Ob Trüffel mit Rosmarin und Pfeffer oder Schokolade mit Oliven und Basilikum, Buss Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, beste Voraussetzungen für unseren exklusiven Gewinn: In Kooperation mit Location, ermöglicht er einem Leser/in die Fertigung einer individuellen Praline in der Schokomanufaktur, ganz nach dem Gusto des Gewinners. Lassen Sie sich am 26. Februar um 12 Uhr, vom Meister in das Reich der Schokolade entführen. Wer teilnehmen möchte, schickt bitte bis zum 10. Februar einen Rezeptvorschlag mit gewünschter Füllung per E-Mail oder Postkarte mit Namen, Adresse, Telefonnummer, Altersangabe sowie dem Stichwort ,Trüffel-Traum‘ an: LOCATION Bert-Brecht-Straße 29 45128 Essen mediaservice@ location-magazin.de #%:QXbUGYccU^ ;‰^^U^

[close]

p. 7

Was hat Peter-Torsten Schulz, Petoschu, Pit, deutscher Universalkünstler mit Atelier in Mülheim, in seinem bunten Leben eigentlich noch nicht gemacht? Richtig: ,Ungereimtes‘. Doch nun gibt es endlich ... Prosa von Pit „Peter-Torsten Schulz ist mit über drei Millionen Titeln vermutlich der auflagenstärkste lebende Lyriker in Deutschland. Der populärste (so damals ‚Welt am Sonntag‘ und ‚Stern‘) war er in den 80er Jahren allemal“, schreibt der ‚Buchmarkt‘ in seinem aktuellen Dezemberheft. Von Lyrik versteht Schulz also offensichtlich etwas. Seine Gedichte, Lieder und Wortspiele begeistern nicht nur seine Fans, sondern finden sich auch in vielen Anthologien und Schulbüchern. Besonders freut sich Pit – der für seine Kunst von jeher ungewöhnliche Inszenierungen sucht – darüber, dass seine Texte einen halben Quadratmeter groß inzwischen die gesamte Verwaltung unserer Stadt beseelen. ‚Guten Tag, wie komme ich denn bitte zur Vernunft?‘ ‚Tut mir Leid, ich bin auch nicht von hier.‘ Typisch Petoschu. Das kann er. Und jetzt? Prosa! Obwohl Lyriker, wie er sagt, eigentlich keine Prosa können. „Von der Form her ist mir das Gedicht immer sehr entgegen gekommen. Egal, ob mehr oder weniger gelungen – wenn ein Gedicht oder Lied fertig ist, ist es durch seine feste Form, also Reim und Rhythmus, nicht so angreifbar und bewertbar wie ein Prosatext. Wenn ich das mal mit der bildenden Kunst vergleiche, entspricht für mich ein Gedicht einem Kunstwerk und ein Prosatext einer Zeichnung. Ob ein Bild Kunst ist oder weg kann, weiß man nie so ganz genau. Ob eine Zeichnung gelungen ist, kann jeder sehen. Mit anderen Worten: Ob eine Geschichte langweilig, doof oder schlecht geschrieben ist, kann jeder normale Mensch beurteilen. Ich gehe also ein Risiko ein“, Sagt er und lächelt verschmitzt. So ein Glück. Denn sein Büchlein ‚Wo Vase?‘ trifft mit ungezwungener Alltagsrede direkt ins Herz. Es sind schräge Geschichten, „für Spinner, wie sie im Buche stehen. Schnell gelesen, aber längst nicht so schnell geschrieben“, meint der Autor. In der Auftaktgeschichte ‚Die Vase oder: Wie man sich irren kann‘ sucht er solange den idealen Platz für sein Gefäß, bis es zerbricht. Er erklärt: „Selbstverständlich ist die Vase nicht nur eine Vase. Sonst wäre Peter-T. Schulz ist Maler, Dichter, Fotograf und Buchautor. Seine ‚Prosa-Premiere‘ amüsiert besonders durch seine Selbstironie. Bild: Peter Braczko Caravan- & Reisemobil-Zentrum Kölner Str. 35–37 45481 Mülheim an der Ruhr Tel. 0208 - 48 429 - 0 Fax 0208 - 48 429 - 29 info@hymerB1.de

[close]

p. 8

die Geschichte eher ein wenig albern. Man sollte schon ein bisschen analog denken, um an dieser Geschichte sein Vergnügen zu haben.“ Die Geschichte von der Vase hat er schon vor mehreren Jahren geschrieben. ‚Das Nachthemd oder: Wie Erwartungen Träume zerstören‘ ist vom letzten Sommer. Darin träumt der Autor von einer Frau, die ihn lange verrückt macht, am Ende aber leider den falschen Vornamen trägt: ‚Petra heißt du also. Wie schade.‘ Schulz räumt ein: „Nichts ist falsch am Namen Petra. Ich will niemanden, der Petra heißt, damit treffen. Ich hoffe, alle Petras verzeihen mir! Häufig gibt es beim Menschen Vorurteile gegen Namen. Und deren Bedeutung soll man auch nicht unterschätzen. Namen sind einerseits Programm und andererseits Erfahrung.“ Also ein Thema für Schreiber. Zehn so genannte 1-EuroGeschichten enthält Pits Büchlein. Wie kam er überhaupt auf die Idee? Zufall. „Es begann an einem Wochenende im Sommer. Die Familie war ausgeflogen. Ich saß am Teich, es gab schönes Wetter und lange Abende. Da sind zweieinhalb Geschichten entstanden. Danach habe ich wie im Rausch geschrieben. Seitdem bin ich besessen. Und das ist nicht nur schön.“ Alle seine Geschichten haben authentische Wurzeln. Schulz: „Man muss sie durchleben, durchleiden und ihnen dann eine unterhaltsame Pointe geben.“ Wie zum Beispiel der Geschichte von der sprechenden Katze oder ‚Alte Liebe, wie man das Spiel mit Gefühlen verliert‘ oder ‚Gurkenstiefel‘, mit dem „Ich freue mich über jedes Echo“ ... bekennt Peter-T. Schulz. Zum Beispiel von Kabarettist René Steinberg: Schulz schreibt so, wie Thomas Müller Fußball spielt. Man weiß nicht, welche bekloppt-geniale Idee als nächste kommt. Man ahnt nur: sie kommt! Buchhändler Michael Fehst: Es ist eine gänzlich andere Art von Ausdruck, die man von Peter-T. Schulz gewohnt ist. Ich habe schon einiges an Lyrik gelesen, hätte aber nicht gedacht, so am Leben eines anderen teilhaben zu können. Selbstreflektion spiegelt sich in feinsinnigem Humor wider. Dann diese kleinen Nickeligkeiten mit sich selbst. Sie lassen dieses Bändchen angenehm warm und irgendwie bekannt auf mich wirken. Buchhändlerin Ursula Hilberath: In seinem neuen Büchlein versammelt Peter-T. Schulz nachdenkliche, kuriose, verblüffende, vergnügliche, rätselhafte und im wahrsten Sinne urkomische Momentaufnahmen aus seinem Alltag. Spätestens nach der dritten Geschichte ist man gespannt, wie der Dichter die Kurve kriegt, um die Vase zur wahren Heldin eines jeden kleinen Dramas zu erheben. Kulturjournalistin Margitta Ulbricht: Amüsiert habe ich das kleine Bändchen in einem Rutsch gelesen. Am besten haben mir die ‚Alte Liebe‘, ‚Das Nachthemd‘ und ‚Sylt‘ gefallen. Und eines hat sich bei mir festgesetzt: Querdenken, den Alltag mal von einer ganz anderen Ecke anpacken, kann, aber muss nicht zwingend lohnend sein. Oliver Steller, Rezitator und Musiker: „Ein reichhaltiger Vorrat voller Überraschungen. Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören.“ Neu im Programm: „Natürliche Schlafsysteme“ Zum Beispiel: RELAX 2000 BETTSYSTEM Schlafen wie auf einer Wolke schwebend - Noch mehr Entspannung: da auch in Zirbe erhältlich! Düsseldorfer Straße 83 45481 Mülheim - Saarn Fon 0208 . 899 29 40 Web www.dieoptiker-jess-jess.de oder: )DFKDQZlOWLQIU(UEUHFKW (OLVDEHWK/HQ] 5HFKWVDQZlOWLQ 1RWDULQ 5HLFKVSUlVLGHQWHQVWUD‰H  5XKU5HHGHU+DXV 0OKHLPDQGHU5XKU 7HOHIRQ      ZZZQRWDULQOHQ]GH 8 L cation!

[close]

p. 9

Pit in seiner Kindheit so seine liebe Mühe hatte. Die meisten Punkte bei seinen Lesern erhielt bisher ‚Sylt – was ein Sonnenuntergang an den Tag bringt.‘ Im vergangenen Oktober hat er drei seiner Texte zum ersten Mal vor Gästen im Atelier vorgetragen. „Alle, die da waren, haben gelacht und applaudiert. Das hat mich dann doch erleichtert.“ Bis zum Sommer sollen zehn neue Geschichten fertig sein. Insgesamt sind drei Bände geplant: Nach ‚Wo Vase?‘ erscheint ‚Hase gesehn?‘ und schließlich ‚Die Blume!‘. „Aus diesen dreien könnte man vielleicht dann mal wieder ein richtiges Buch machen und die Nation erschrecken.“ Geboren wurde Schulz im jetzigen Tschechien, wuchs in der Lüneburger Heide auf und wohnt heute sowohl am Stadtrand von Mülheim als auch im holländischen Friesland. Er resümiert: „Ich habe ein wunderbares Leben. Ich konnte immer produktiv sein. Das alleine ist schon viel. Dass ich dabei mein eigenes Leben zum Thema machen konnte und damit auch noch ein großes Publikum erreicht habe, ist Glück hoch drei.“ Also hat er für 2016 auch keine persönlichen Vorsätze gefasst. Allerdings wünscht er sich, dass es auf der Welt irgendwie hoffentlich eine gute Wendung nimmt, dass die Vernunft zurückkehrt und das Mitgefühl: „Zu 51 Prozent ist der Mensch gut, würde ich sagen, und ich hoffe, dass man das bald mal wieder merkt. Alle sollen gesund bleiben, meine Familie, meine Freunde, mein Publikum, die Stadt, das Land, die Welt. Ich komme schon zurecht. Ich hab‘ jetzt ja meine Geschichten.“ Susanne Jäschke 60 Jahre Familienbetrieb in 3.Generation y Maler y Raumausstatter, Bodenverleger y Insektenschutz für Fenster und Türen y Zertifizierte Fachkraft für Schimmelsanierungen Eggert Kessler Inhaber DIENSTLEISTUNG PUR | PARTNER FÜR ALLE FÄLLE KESSLERI|DAS DAS TAPETENHAUS TAPETENHAUS I| DIE MALERWERKSTATT KESSLER Düsseldorfer Straße 101 45481 Mülheim an der Ruhr Telefon 0208 48 05 02 Telefax 0208 46 01 71 Email info@kessler- team.de www.kessler-team.de $XI,KUHP]XNQIWLJHQ:HJ EHUDWHLFK6LH )UGLHVHV-DKUZQVFKHLFK,KQHQ GDVV6LHZLHGHUPHKUÄZROOHQ³N|QQHQ XQGZHQLJHUÄPVVHQ³PVVHQ ,KUH8WH.OHLQ8HEELQJ 7$*( '(5 2))(1(1 7h5 )UHLWDJ    YRQ    8KU X 6DPVWDJYRQ8KU 185 $ 6WDUWHQ6LHMHW]WPLWGHPHUIROJUHLFKHQ ',(6(1 1 7UDLQLQJV XQG (UQlKUXQJVNRQ]HSW  7$* YRQ 0UV6SRUW\ :DUXP" :HLO ZLU   ( 8 5 (1 2 ZLVVHQZLH)UDXHQHLQHLQ]LJDUWLJ )h5 WROOHV /HEHQVJHIKO EHNRPPHQ 67$5  '$6 7(53$ .(7 (UUHLFKHQ 6LH PLW XQV ,KUH JHVXQGKHLW OLFKHQ :QVFKH XQG YHUVSUKHQ 6LH PHKU /HEHQVHQHUJLH  GHQQ 0UV6SRUW\ LVW PHKUDOVQXU)UDXHQ6SRUW0UV6SRUW\LVWHLQHLQ]LJDUWL JHV6SRUWNRQ]HSWIU)UDXHQMHGHQ$OWHUV8QGQXU[ 0LQXWHQSUR:RFKHJHQJHQXP,KUHLQGLYLGXHOOHQ=LHOH ]XHUUHLFKHQ/HUQHQ6LHXQVGRFKHLQIDFKNRVWHQORVXQG XQYHUELQGOLFKNHQQHQXQGEHVXFKHQ6LHXQVHUH7DJHGHU RIIHQHQ7U 'DV$QJHERWJLOWQXUDQGHQ7DJHQGHURIIHQHQ7U'DV6WDUWSDNHWIU(XURDQVWDWWGHUUHJXOlUHQ(XUR HUKlOWVWGXEHL$EVFKOXVVHLQHU0LWJOLHGVFKDIW,QIRUPDWLRQHQ]XXQVHUHU9HUZDOWXQJVJHEKUVRZLHXQVHUHQ DWWUDNWLYHQ.RQGLWLRQHQILQGHVWGXXQWHUZZZPUVVSRUW\FRP 0(,1 05663257< ,1 6$$51 ‚Wo Vase‘, Broschüre, 15 x 21cm, 80 Seiten, vierfarbig. 10 Uhr-komische 1-Euro-Geschichten, logischer Preis: 10 Euro. Erhältlich bei Hilberath und Lange, Buchhandlung am Kohlenkamp und im Olle Hansen-Atelier am Klostermarkt. ,QK3HU*ULH‰PDQQ 'VVHOGRUIHU6WUD‰H0OKHLP5XKU 7HOHIRQ      LQIR#PUVVSRUW\VDDUQGHZZZPUVVSRUW\VDDUQGH L cation! 9

[close]

p. 10

Gut gestimmt Die Sopranistin und Ärztin Regine Hermann zeigt Sängern und Führungskräften, wie man sich Gehör verschafft. Sternenklar erklang ihr Sopran am Opernhimmel – jetzt kuriert sie stimmkranke Sänger, kümmert sich liebevoll um HNOPatienten und coacht Führungskräfte. Wie konnte das passieren? „Ich wollte schon als Kind Ärztin werden. Mich hat fasziniert, wie der menschliche Körper funktioniert“, verrät die Wahl-Essenerin Regine Hermann, „aber dann habe ich mit 19 Jahren den ersten Preis beim Bundesgesangs-Wettbewerb gewonnen und erst mal eine ,ordentliche Karriere‘ auf der Bühne gemacht“. Nach ihrem ersten festen Engagement am Staatstheater Darmstadt trat die Sopranistin in Verona, Toulouse, Catania, New York, Washington, BadenBaden und Frankfurt auf und gehörte von 2001 bis 2007 zum Ensemble des Musiktheaters Gelsenkirchen. „Mit 38 habe ich mir dann gedacht: ‚Jetzt oder nie‘ und ein Medizinstudium an der Universität Duisburg/Essen begonnen.“ Besonders die ersten vier Jahre seien hart gewesen - „tagsüber studieren, abends singen“. 2010 legt sie ihr medizinisches Staatsexamen ab. Seit 2011 ist sie approbierte Ärztin. Regine Hermann trauert ihrer Zeit als Sängerin nicht wirklich nach. „Irgendwann bekommt man die Rollen der jungen Mädchen nicht mehr. So richtig gut alt werden ist für einen lyrischen Sopran schwierig.“ Seit zehn Jahren rundet sie ihre Ausbildung regelmäßig bei Franco Fussi im italienischen Ravenna ab: „Er ist einer der berühmtesten Sänger-Ärzte, hat schon Anna Netrebko und Andrea Bocelli beraten – und nicht zuletzt Gianna Nannini. Sie leidet unter einem erblichen Stimmschaden, den man Sulcus nennt – eine Furche in den Stimmbändern.“ Offensichtlich besitzt die Rockröhre und Weingut-Besitzerin Humor. Ihre beste Trauben-Lage nennt sie augenzwinkernd ,Sulcus‘. In ihrer Essener Praxis betreut Regine Hermann Wer zu ihr kommt, trifft alsbald in jeder Situation den richtigen Ton: Regine Hermann. Bilder: Peter Braczko internationale Opernsänger – aber auch Chor-Mitglieder, die mit ihrer Stimme hadern. „Ich frage sie zuerst: ‚Wann und was musst du singen?‘.“ Vom Persönlichen geht’s zügig zur High-End-Medizin: Während der Stimmfrequenzanalyse singt oder spricht man direkt ins Mikro; so kann der Stimmklang in seine Einzelteile zerlegt werden. Qualitätsmerkmale oder Unregelmäßigkeiten lassen sich kompetent beurteilen. Das gilt ebenso für Tonhöhe und Lautstärke. Die Videostroboskopie stellt das Stimmband in Bewegung dar. „Die bis zu 1 000 Mal pro Sekunde schwingenden Stimmbänder meines Patienten kann ich so in einer Art Zeitlupe in normaler Geschwindigkeit oder im Stillstand betrachten. Das verwendete Spezialgerät findet man in Deutschland nur selten.“ Zur Therapie zählt das Stimmtraining zur besseren Gestaltung von Klang, 0DUNWDQDO\VH :LHHUPLWWHOWPDQGHQ ULFKWLJHQ.DXISUHLV    6WHOOHQ6LHIHVWZLHYHUJOHLFK EDUH,PPRELOLHQDQJHERWHQ ZHUGHQ 9HUVFKDIIHQ6LHVLFK,QIRUPD WLRQHQEHUEHUHLWVYHUNDXIWH JOHLFKZHUWLJH,PPRELOLHQ 1XUZHQQ6LHJXWLQIRUPLHUW VLQGLVWGHU .lXIHUEHLGHQ 9HUKDQGOXQ JHQQLFKWLP 9RUWHLO :HQQ6LHLP =ZHLIHO VLQG ZLH YLHO *HOG6LHIU,KU+DXVRGHU,KUH :RKQXQJYHUODQJHQN|QQHQ ZHQGHQ6LHVLFKDQHLQHQ)DFK PDQQ(VJHKWXPHLQHQJUR‰HQ 7HLO,KUHV9HUP|JHQV 5XIHQ6LHXQVXQWHU DQVFKUHLEHQ6LHHLQH(0DLODQ LQIR#LPPRYHUQXQIWGH RGHU EHVXFKHQ6LHXQVHUH+RPHSDJH ZZZLPPRYHUQXQIWGH *HUQHEHUDWHQZLU6LHNRVWHQORV 0LWGHQEHVWHQ*U‰HQ 7RUVWHQ*HUNHQ *HVFKlIWVIKUHU ,PPRYHUQXQIW*PE+ /HLQHZHEHUVWUD‰H 0OKHLP 7HO    

[close]

p. 11

Dynamik und Belastbarkeit. „Beim Vokal ‚U‘ steht die Kehle am tiefsten – die Chance, die Stimmbänder unverkrampft zum Klingen zu bringen, ist am höchsten. Der Sänger muss das täglich üben.“ Atemtraining verbessert die Körperhaltung und kontrolliert die Stimmgebung. Manches hört sich ganz einfach an: „Senkt man die Schultern nach unten und hinten, wird die Stimme tragfähiger. Sogar Krankheiten, die mit Rückenschmerzen einhergehen, können durch eine gute Körperhaltung beim Singen günstig beeinflusst werden. In einem verkrampften Körper schwingt auch die Stimme nicht gut!“ Regine Hermann, die ihre Doktorarbeit über das ,Bühnensprechen von Sopranistinnen‘ geschrieben hat, holt ihre Therapie-Vorschläge nicht nur aus der Medizin, sondern auch aus Naturheilkunde und Homöopathie, deren Möglichkeiten man nicht unterschätzen solle. „Bei Erkältung hilft ein hochkonzentriertes VitaminE-Präparat auf Öl-Basis, das Keime abtötet und beim ersten Hals-Kratzen in den Rachen gesprüht wird.“ Sind die Nasennebenhöhlen oder Bronchien betroffen, empfehle sich zum Inhalieren eine Mischung aus Salbei und Thymian - „die am meisten abschwellenden und entzündungshemmenden Kräuter“. Kamille trockne eher aus und sei nicht zu empfehlen. Ausgedient habe zudem die Spritze in die Stimmbänder, meist Cortison. „Die setzt man eher nicht mehr.“ Glaubt man der großen Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf, hat allerdings auch die beste Medizin ihre Grenzen: „Es gibt zwei Tage im Jahr, da ist man supergut drauf – und dann hat man keine Vorstellung.“ Wenn sie nicht gerade in einer ,fremden‘ HNO-Praxis in Meerbusch-Büderich Patienten behandelt („ich mach‘ dort auch älteren Menschen gern die Öhrchen sauber“), coacht die 50-Jährige auf heimischem Terrain Mitarbeiter großer Essener Firmen: „Menschen, die mit ihrer Stimme nicht ganz glücklich sind, weil sie zu gepresst, zu hoch, zu laut oder zu leise klingt.“ Angestrengtes Sprechen drücke auf die Stimmbänder. Wenn hohe körperliche und geistige Anspannung im Spiel ist, kommt Alexandra Stracke zum Zuge, die Entspannungs-Trainerin, mit der Regine Hermann zusammenarbeitet. Denn nur mit dem richtigen Körpergefühl findet man die Tonlage, die zu einem passt; „auch, wenn Trainerin Alexandra Stracke (li.) lässt ihre Stimmfrequenz analysieren. Ob Knarzen oder Nuscheln – das Gerät ‚hört‘ alles. man es 40 Jahre lang falsch gemacht hat“. Die Expertin zeigt Herz für Lehrer, „die nach der dritten Stunde immer heiser sind“ und nuschelnde Politiker. Doch selbst da sprießen Naturtalente, die keiner Hilfe bedürfen: „Christian Wulff, Hannelore Kraft und Christian Lindner.“ Damit sich etwas beim Sprechen verändert, erlernt man eine ,Aufwärmphase‘. Zwei Minuten – regelmäßig – können genügen. „Die Übungen starten zum Beispiel mit einem Konsonanten, gehen dann in eine Koppelung von Konsonant und Vokal über und enden schließlich in einem einfachen Beispielsatz, der mit unterschiedlicher Akzentuierung gesprochen wird.“ Wer mag, kann Reden aus seinem Berufsalltag mit der Expertin vorbereiten oder sie mit ihr kritisch nacharbeiten. Stets geht es nicht nur um Dynamik und Tongebung des Sprechens, sondern auch um sympathische Ausstrahlung. „Besonders, wenn es sich um unliebsame Mitteilungen handelt, muss ein Vorgesetzter ganz viel Empathie rüberbringen.“ Ansonsten sind Variationsbreite, klare Rede-Struktur, perfekte Artikulation und gezielte Pausen angesagt – und bitte das Ganze nicht zu lang! Wunder vollbringt selbst die überzeugende Regine Hermann nicht: „Aus Til Schweiger mache ich keinen Gustaf Gründgens. Der Typ bleibt erhalten.“ Oder doch?! Gerade bekommt sie die SMS eines Sängers: „Mir geht es schon viel besser.“ Bernhard W. Pleuser Purismus. Sinnlichkeit. Intelligenz. Mehr über die Faszination der bulthaup Küche erfahren Sie bei Ihrem bulthaup Partner in der Huyssenallee, Essen. www.diekueche-bulthaup.de Die Küche Einrichtungs GmbH Huyssenallee 52 – 56. 45128 Essen Tel. +49 201 713806 kontakt@diekueche-bulthaup.de

[close]

p. 12

Bild: privat Wein und Ägypten Weinbroker Christian Frigge handelt online mit den hochwertigsten Tropfen, um sich in seiner Freizeit seiner Leidenschaft, der Archäologie, widmen zu können. Seine Kundenkartei liest sich wie das ,Who is Who‘ der Weinbranche, Christian Frigge hat Verbindungen, die sich über die ganze Welt erstrecken. „Hacker sind bei mir chancenlos, da ich meine Kunden nicht auf dem Computer, sondern alle handschriftlich auf Karten speichere. Und die liegen im Tresor.“ Frigge ist bereits seit seinem vierzehnten Lebensjahr mit dem Virus Archäologie infiziert. „Ich wollte unbedingt Archäologe werden, weil man aus der Geschichte viel lernen kann. Wer nicht daraus lernt, ist dazu verdammt, die Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen.“ Sein Großvater hat ihm in jungen Jahren die Historie nahe gebracht: „Er hatte eine wunderbare Art, Geschichte zu vermitteln.“ Während sich sein Vater eher sportlichen Interessen widmete, gab sich seine Mutter den schöngeistigen Dingen hin und hatte ein großes Faible für Musik und Opern. Nach seinem Abitur auf der Mülheimer Luisenschule, begann der gebürtige Essener mit dem Studium der Archäologie in Bochum. In seiner Freizeit widmete sich Frigge seiner zweiten Leidenschaft, dem Wein, und besuchte häufig Winzer und Tastings. „Weine haben mich stets begleitet. Bei meinen Ausgrabungen habe ich regelmäßig Winzer aufgesucht.“ Seine Weinkarriere begann 1994 bei einer Deutschen Weinhandelsgesellschaft, die unbedingt seine zahlreichen Weinnotizen von Verkostungen für sich nutzen wollte. Zur Jahrtausendwende wurde Frigge von ,Fegers & Berts Weingeschäfte & Weinhandel‘ in Düsseldorf abgeworben. Ab 2005 arbeitete er für die ,Metro‘ als Abteilungsleiter, zuständig für den weltweiten Einkauf von Luxuswaren im Lebensmittelbereich. 2007 machte sich der extrovertierte Essener mit seinen Tantiemen selbstständig, da er seine bisherige Tätigkeit letztendlich als „zu spießig“ empfand. Fortan handelt der Weinbroker mit Ware, die physikalisch nicht vorhanden ist, soll heißen: „Ich vermittele zwischen zwei Klienten und besorge auf Anfrage und Bedarf ausgefallene Tropfen auf Top-Niveau.“ Sein weltweites Netzwerk verschaffte ihm auch Wein-Einsätze in Asien. „Ich fliege auch schon einmal 23 Stunden für sechs Flaschen zu einem Kunden nach Singapur, um ihm diese vor Ort auszuhändigen.“ Bei einer Summe von 38.000 Euro ist dies natürlich ein ,Muss‘ und nicht unproblematisch beim Zoll, „der hat den Koffer mit den Weinflaschen persönlich zum Flieger gebracht.“ Mit diesen lukrativen Einnahmen kann sich der Weinbroker in den Ferien seiner großen Leidenschaft, der Archäologie, widmen. So wandelte Frigge nicht nur für das bayerische Landesamt für Denkmalpflege auf den Spuren der nationalen Archäologie, sondern begab sich bereits 1992 in Dortmund für eine eisenzeitliche Siedlung auf Suche nach altertümlichen Funden. Seine Fachgebiete sind der westliche Mittelmeerraum, die Ägyptologie und die Alt-Amerikanistik. Sein besonderes Augenmerk liegt jedoch auf dem ägyptischen Raum, vornehmlich das neue Reich und die 18. bis 20. Dynastie. So organisierte er für einen elitären Kreis bereits mehrere, exklusive Exkursionen ins ,Tal der Könige‘, mit einer individuellen Besichtigung der Pyramidenfelder im gesamten ägytischen Raum von Nord nach Süd. Wer den Perfektionisten Frigge kennt, weiß, dass dies natürlich keine normalen Touren sind, sondern mit Sondergenehmigungen für Führungen garniert werden, die dem ,Normalsterblichen‘ vorbehalten sind. So geschehen im August des vergangenen Jahres, wo der Archäologe bei plus 45 Grad (und mehr) seiner Gruppe 12 L cation!

[close]

p. 13

eine alleinige dreistündige Pyramidenbesichtigung ermöglichte. „Diese Exkursionen sind natürlich mit Schmerzen verbunden, da der Gang in die Pyramide allein 68 Meter betrug, jeweils rein und raus, und dann folgte auch noch eine 16 Meter hohe Begehung in die Grabkammer. Eine Tour mit Muskelkater-Garantie, aber einmalig“, so Frigge. Wenn der Essener von Gräbern spricht, bekommen seine Augen einen besonderen Glanz: „Gräber beeindrucken mich, besonders das von Pharao Haremhab im Tal der Könige, die zur Zeit von den Franzosen restauriert wird. Oder das Originalgrab des Sennefer, des Vorstehers von Theben. Es besticht durch die Nutzung der unebenen Decke der beiden Räume, um bei der Darstellung einer Weinlaube, von der dunkle Trauben hängen, einen dreidimensionalen Effekt zu erreichen. Diese Weinlaubengräber verdeutlichen auch wieder meine Affinität zu Wein.“ In der Regel versucht der 52-Jährige mindestens einmal jährlich, an Ausgrabungen teilzunehmen: „Stets solange, wie ich es mir erlauben kann.“ Doch bei allem Erlebten hat er noch einen Traum: „Ich würde gerne einmal in die Mongolei reisen. Ich habe soviel von der Welt gesehen, aber mich interessieren die Kultur und die Pyramidenanlagen in China, die bis dato für die Öffentlichkeit gesperrt sind, ganz besonders.“ Doch bevor Frigge sich seinen Traum erfüllen kann, zieht es den Ruhrgebietler erst einmal nach England. In London möchte er sein neues Geschäft aufbauen. „Es ist ein optimaler Standort, um hochwertige Tropfen zu handeln.“ Na dann: Cheers! Andrea Becker Christian Frigge brachte zum Interview einige Schätzchen mit: 1928er ,Cos d‘Estournel‘ (3.500 Euro), 1978er ,Chateau Margaux‘ Premier Grand Cru (500 Euro), 1990er ,Henscke, Hill of Grace‘ (1.000 Euro), 1947er ,Warre‘s Port‘, 1947er ,Pichon, Baron de Longueville‘, 1959er ,Zeltinger Sonnenzuhr‘, eine Auslese, die vor fünf Jahren neu verkorkt wurde und eine Magnum 2009er, La Belle Hélène‘, Côte-Rôtie. Bild: P. Braczko 8HMJNIYRFSSYTW{*XXJS 9JQJKTS  {\\\PFNXJWTYYTWJXNIJS_IJ L cation! 13

[close]

p. 14

Besser auf Nummer sicher gehen Laut Statistik ist Ihr Eigentum nach drei bis vier Minuten in Sicherheit. Diese kurze Zeitspanne reicht meistens aus, um Einbrecher an ihrem Beutezug zu hindern. Doch sehr oft sind die Sicherungssysteme an Häusern so mangelhaft, dass der Dieb keine 60 Sekunden braucht, um sich Zugang zu verschaffen. Daher muss gelten: Machen Sie es den Langfingern so schwer wie möglich. Die größten Schwachstellen bei Einfamilienhäusern sind die Fenster sowie die Balkon- und Terrassentüren. Darüber dringen rund zwei Drittel der Einbrecher ein. Bei Mehrfamilienhäusern hält es sich die Waage: Die Hälfte der Langfinger nutzt die Wohnungstür, die andere Hälfte kommt durch die Fenster. Meist wird die schwächste Stelle gesucht, schnell gefunden und rigoros genutzt. Alle ,Zugangsmöglichkeiten‘ sollten deshalb nach besten Standards gesichert sein. Für das Türschloss werden Einsteck- oder Zylinderschlösser mit Mehrpunktverriegelung empfohlen. Das Schloss muss unterschiedlichen Angriffsszenarien standhalten. Es darf sich weder mit einem falschen Bild: T. Wengert, pixelio Schlüssel öffnen noch mit Gewalt überwinden lassen. Zusätzlich können weitere Schlossvarianten (z.B. Sperrbügel oder Querriegelschlösser) installiert werden, dazu noch ein stabiler, unbedingt passgenauer Schutzbeschlag, ein Schließblech und Bandseitensicherungen. Bei außenliegenden Bändern müssen innen unbedingt Schlecht bis gar nicht gesicherte Nebeneingänge zählen zu den beliebtesten Einbruchsstellen. Sie befinden sich oft im Garten- oder Balkonbereich und bieten den Einbrechern zusätzlich guten Sichtschutz. Hier sind Mehrfachverriegelungen oder Querriegelschlösser empfehlenswert. %*×070&2#55'0&gg8100(#0)#0^ 5DXFKPHOGHU   :LFKWLJH,QIRUPDWLRQHQ   6LFKHUKHLWZLUG3IOLFKWDXFK,KUH/LHJHQVFKDIWHQPVVHQ PLW5DXFKPHOGHUQDXVJHVWDWWHWZHUGHQ (QWVFKHLGHQ6LHVLFKVFKQHOOXQGODVVHQ6LH,KUH/LHJHQ VFKDIWUHFKW]HLWLJPLW5DXFKPHOGHUDXVUVWHQXQGHUIOOHQ 6LHVRGLHJHVHW]OLFKHQ9RUJDEHQELV]XP   :LUVLQGHLQ=HUWLIL]LHUWHV8QWHUQHKPHQPLWODQJMlKULJHU (UIDKUXQJ *HUQH%HUDWHQZLU6LHXQYHUELQGOLFKXQGHUVWHOOHQ,KQHQ HLQNRVWHQJQVWLJHV$QJHERW 41@,1*#00 /$ n1T %*7.6'0*1(564#@'GE HIHKIÜ.*'+/#0&'47*4 '.TjNF NLkKHN N KJN 999T6+5%*.'4'+g)4155,1*#00T&' 14 L cation!

[close]

p. 15

zusätzliche Scharnierseitensicherungen angebracht werden, die das Aufhebeln der Tür verhindern. Bei Neu-, Um- oder Erweiterungsbauten und beim Austausch von Fenstern oder Fenstertüren bietet sich der Einbau geprüfter, einbruchhemmender Fenster bzw. Fenstertüren an. Diese gibt es in allen gängigen Materialien wie Holz, Kunststoff oder Metall. Darüber hinaus ist die Nachrüstung vorhandener Fenster und Türen mit zertifizierter, durchwurfhemmender Sicherheitsfolie empfehlenswert. Einfache Fensterbeschläge dienen nur dazu, Fenster gegen Wind und Regen geschlossen zu halten. Eine wirksame Einbruchhemmung wird erst durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht, die rundum angeordnet sind und beim Verschließen in stabile, mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche greifen. Mit ihrer T-Form ,verkrallen‘ sich die Pilzkopfzapfen mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters. Zur Sicherung von Fenstern und Fenstertüren können vom Fachmann in den meisten Fällen Beschläge mit Pilzkopfzapfen auch nachträglich montiert werden. Einbruchhemmende Rollläden bieten zusätzlichen Schutz gegen Einbrecher. Sie sind aus Aluminium, Holz oder Stahl gefertigt und bewegen sich seitlich in stabilen Führungsschienen. Im Idealfall werden diese Rollläden mit einem Schutzmechanismus ausgestattet, der ein Hochschieben von außen verhindert. Bei all dem gilt: Sicherheit ist kein Schnäppchenmarkt und effektiver Einbruchsschutz erfordert Fachwissen und Erfahrung. Nur hochwertige Technik, geprüft, zertifiziert und fachmännisch installiert schützt wirkungsvoll. 9RP&DUDYDQ]XP)ODPPNXFKHQ  p+\PHU=HQWUXP%o PDFKWVLFKVWDUN IÉUNUHEVNUDQNH.LQGHU :LHGLH%HOHJVFKDIWGHV0OKHLPHU&DUDYDQLQJ6SH]LDOLVWHQ ³+\PHU=HQWUXP%³]XHLQHP)ODPPNXFKHQVWDQGNRPPW VFKHLQWDXIGHQHUVWHQ %OLFNQLFKWJDQ]VFKOV VLJRGHU]XPLQGHVWYHU ZXQGHUOLFK8PHLQH (UNOlUXQJLVW*HVFKlIWV IKUHU.DL'KRQDX MHGRFKQLFKWYHUOHJHQ XQGHU]lKOWHQJDJLHUW ZLHHVGD]XNDPGDVVHU PLW8QWHUVWW]XQJ GHV *UR‰WHLOVVHLQHU%HOHJ VFKDIWQXQVFKRQ]XP ZLHGHUKROWHQ0DOHDXI GHPWUDGLWLRQHOOHQ 6DDUQHU1LNRODXVPDUNW )ODPPNXFKHQKHUVWHOOW XQGYHUNDXIW1DFKSHU .DL'KRQDXÉEHUUHLFKWHGHQ6FKHFN V|QOLFKHQ%HUKUXQJV DQ.ODXV3HWHU+HLQHLP(OWHUQKDXV SXQNWHQPLWGHQVFKZLH ULJHQ7KHPHQEHUHLFKHQ ´.LQGHUXQG.UHEVHUNUDQNXQJ³NDPLKPGLH,GHHHLQH:RKOWlWLJ NHLWV$NWLRQPLWHLQHPYRUZHLKQDFKWOLFKHQ7HDP(YHQWIUVHLQH $QJHVWHOOWHQ]XNRPELQLHUHQ$OVEHJHLVWHUWHU*ULOOHUVROOWHHV HWZDVYRP:HEHU*ULOOVHLQ *HZRUGHQLVWHVGDQQEHVDJWHU)ODPPNXFKHQVWDQGEHLGHPLQVJH VDPW)UHXQGHXQG+\PHU0LWDUEHLWHU+HUU'KRQDXVHOEVWXQG QLFKW]XYHUJHVVHQVHLQHMlKULJH7RFKWHUDOV´6WDQGOHLWXQJ³DP YHUJDQJHQHQ1LNRODXVWDJYRQ8KUIOHL‰LJ7HLJEHOHJW EHVWFNWJHEDFNHQXQGYHUNDXIWKDEHQ=XVlW]OLFKH8QWHUVWW]XQJ HUIXKUGDVPRWRYLHUWH7HDPGXUFKGHQ|VWHUUHLFKLVFKHQ)ULVFKWHLJ +HUVWHOOHU´7DQWH)DQQ\´ZHOFKHUEHJHLVWHUWYRQGHU6SHQGHQ LGHHNXU]HUKDQGGHQ)ODPPNXFKHQ7HLJVSRQVHUWH'LHIUDOOH %HWHLOLJWHQWURW]UHJQHULVFKHP:HWWHUVSD‰LJH$NWLRQEUDFKWHDXI JHUXQGHWGXUFK+HUUQ'KRQDXGLHVWRO]H6XPPHYRQ ¼ ]XVDPPHQZHOFKHGHU(VVHQHU(OWHUQLQLWLDWLYHH9]XJXWHNDP Vorbeugendes Verhalten Sicherheit kann nicht ausschließlich durch technische Systeme gewährleistet werden. Einfache Verhaltensweisen können, wenn sie zur Gewohnheit werden, die eigene Sicherheit erhöhen: Ob bei längerer oder nur kurzer Abwesenheit: Wohnungen oder Häuser sollten grundsätzlich den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist. Lassen Sie Lampen durch Zeitschaltuhren steuern. Halten Sie das Garagentor geschlossen, auch wenn das Auto nicht in der Garage steht. Im Urlaub können Nachbarn oder Bekannte helfen, um Rollläden erst nach Einbruch der Dunkelheit herabzulassen und den Briefkasten zu leeren. Bei Anwesenheit sollte man auf Klingeln immer reagieren, da es sich um den Versuch einer Anwesenheitskontrolle handeln könnte. Gleichzeitig sollte auf Klingeln prinzipiell nicht bedenkenlos geöffnet werden. Kasten- oder Querriegelschlösser mit Sperrbügeln sowie ein Türspion und/oder eine Gegensprechanlage geben Sicherheit beim Türöffnen. L cation! 15

[close]

Comments

no comments yet