Die Weiche Ausgabe Dezember 2015

 

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Onlinezeitung vom Stammtisch Untereschbach

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„ Die Weiche “ ist das offizielle Organ des Stammtisch – Untereschbach e.V. Die Weiche seit April 1992 in Untereschbach Ausgabe 2 / 2015 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Titelbild: Dietmar Stäbler, Bild Seite 3: Anita Böhlken Ausgabe 2 / 2015 Seite 2 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Inhalt 2 / 2015 Stammtischfahrt 2015 Inhalt:        In eigener Sache .................................................... …….4 Stammtischfahrt 2015 in den Harz zum Brocken……….5 Freudenreich Feinwerktechnik…………………………… 17 Creative-Modellbau Klingenhöfer……………………… .. 20 3 D-Druck Schrax………………………………………… . 21 Grillfest des Stammtisch Untereschbach………………22 Centovalli – Bahn………………………………………… . 23 Ausgabe 2 / 2015 Seite 3 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ In eigener Sache Liebe Stammtischfreunde und –freundinnen Vor Euch liegt die letzte Ausgabe unserer Clubzeitschrift „Die Weiche“ für das Jahr 2015. Ein interessantes Clubjahr liegt hinter uns – zwar ohne übermäßig große Messen wie Dortmund, Göppingen oder Altenbeken, aber mit wundervollen gemeinsamen Momenten anläßlich unserer gemeinsamen Harzreise und der darin enthaltenen Fahrt mit der Brockenbahn, oder dem Grillfest neben unserem neuen Gesellschaftswagen, an welchem nun intensiv von einigen sehr aktiven Mitgliedern gearbeitet wird… Es gilt einmal Danke zu sagen an alle, die an zahlreichen Workshops teilgenommen haben, Kuchen buken und Essen kochten, Tombolas oder Trödelmärkte organisierten, Sonntags unsere Güterwagenbetreuung übernahmen, tolle Artikel für die Weiche schrieben, Reisen planten und organisierten, oder die einfach nur für uns alle da waren Euch allen liebe Stammtischbrüder und Schwestern ein herzliches Danke, ohne eure großartigen Aktivitäten gäbe es den Stammtisch nicht! Es sei jedoch an dieser Stelle auch ein Ausblick auf das nächste Jahr gestattet: Wir freuen uns auf ein ganz besonderes, rundes Vereinsjubiläum und natürlich auf ein klasse Wochenende in Altenbeken. Und natürlich dürft ihr euch sicher sein, dass wir noch ein paar kleine Schmankerl für euch bereit halten – aber wie gewöhnlich wird noch nicht alles verraten – lasst euch überraschen. In diesem Sinne Euch und Euren Familien ein frohes Weihnachtsfest – lasst Euch mit „Kleinigkeiten“ reichlich beschenken und kommt gesund und munter ins neue Jahr. Und nun - viel Spaß bei der Lektüre unserer Zeitung „ Die Weiche “! Her-Z-lichst Euer Dietmar Stäbler und Friedrich Scholta Ausgabe 2 / 2015 Seite 4 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtischfahrt 2015 in den Harz zum Brocken Drei Tage in den Harz von Freitag 27.03 bis Sonntag 29.03.15 Nach langer Planung und intensiver Vorbereitungszeit durch unseren Vorsitzenden mit der Glocke war es nun soweit. Am Freitag um 07:30 Uhr trafen sich die Stammtischler unter der Autobahnbrücke der A4 in Untereschbach. Unsere Autos hatten wir zuvor auf Stäblers Parkplatz an der Sülz oder auf geeigneten Stellen in der Umgebung abgestellt. Alle hatten den Treffpunkt gefunden. Manche mit kleinen Problemen. Manfred wollte ohne Geld losfahren, hat sich die Sache aber doch überlegt und ist noch einmal zurückgefahren. Drei Tage ohne Geld, das geht nicht. Pünktlich um 08:00 Uhr trifft der Bus der Fa. Benninghoff aus Gummersbach ein. Mit seinen 35 Sitzplätzen ist er genau richtig für unsere Reisegruppe dimensioniert. Das Wetter könnte besser sein, aber wir sitzen trocken im Bus, und werden durch den Busfahrer Bruno und seine Frau Carmen gut betreut. Da ist etwas Regen nicht so schlimm. Nach ruhiger Fahrt ohne Staus erreichen wir Gegen 14:30 Uhr Stolberg im Südharz. Das „Hotel zum Kanzler“ am Markt ist für die nächsten drei Tage unser Domizil. Wie fast alle Gebäude in Stolberg ist es auch im Fachwerkstiel erbaut. Die Zimmerschlüssel wurden verteilt und eine individuelle Freizeitgestaltung war angesagt. Wegen des Nieselregens verschwanden etliche Stammtischler direkt im nächsten Cafe. Kaffee und Kuchen sind auch ein Ausgleich für schlechtes Wetter. Andere sind erst die Hauptstraße entlang gegangen um dann auch im Cafe zu landen. Ausgabe 2 / 2015 Seite 5 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Hauptstraße Stolberg Cafe in Stolberg Manche von uns sind sicher nicht nur wegen des Nieselregens im nahegelegenen Münzmuseum hängengeblieben. In der Alten Stadtmünze ist das Münzmuseum untergebracht. Vom Erdgeschoss bis unters Dach sind antike Schätze ausgestellt. Zu sehen sind alte Münzpressen, Prägestempel und bis zu 1000 Jahre alte Münzen. Da bekannter maßen Münzen klein sind, und auch eine große Menge Münzen wenig Platz beanspruchen wurde der restliche freie Raum anderweitig genutzt. Zu sehen war ein alter Webstuhl, ein eingerichtetes sogenanntes Stolberg Zimmer aus dem 19. Jahrhundert, und eine Gedenkausstellung an den berühmtesten Sohn der Stadt, Thomas Müntzer. Er wurde vor 526 Jahre im Jahre 1489 hier geboren. Sein Geburtshaus stand in der Nähe des Marktplatzes. Hier erinnert heute eine Gedenktafel an den Revolutionär. Müntzer war Theologe und Reformator und hatte trotz des Namens nichts mit dem Münzwesen zu tun. Gewirkt hat er insbesondere im mitteldeutschen Raum. Erst Mitstreiter von Martin Luther, war er später dann sein Gegner. In den Bauernkriegen versuchte er die Bauern zu einigen. Im Mai 1525 wurde er in der Schlacht bei Frankenhausen gefangen genommen, gefoltert und öffentlich hingerichtet. Thomas Müntzer Webstuhl Alte Münzpresse Ausgabe 2 / 2015 Seite 6 Stolberg Zimmer 19/20. Jahrhundert Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Über der Stadt thront das Schloss Stolberg. Der Aufstieg auf den Schlossberg war schon recht beschwerlich. Es ging über ausgetretene Treppen steil nach oben. Kräftiger Wind fegte den Regen ins Gesicht. Und kalt war es auch. Zurzeit wird das im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz befindliche Gebäude saniert. Ein Flügel kann zwar besichtigt werden, aber dazu fehlt dann doch die Zeit. Schloss Stolberg, wird renoviert Schloss Stolberg, renoviert Pünktlich um 18:30 Uhr wurde das Abendessen im Hotel Zum Kanzler serviert. Zur Auswahl stand als Hauptgericht Züricher Geschnetzeltes mit Spätzle oder Schweinebraten mit Klößen und Rotkohl. Zum Nachtisch wurde ein Marillenknödel mit Schokokuchen serviert. Nach dem Essen wurde noch ausgiebig geplaudert. Aber schon ab 21:00 Uhr löste sich die Gesellschaft auf. Obwohl wir im Bus gefahren worden sind, waren wir alle rechtschaffend müde und wollten nur noch ins Bett. Nach einem guten Frühstück startete unser Bus am Samstag schon um 08:30 Uhr. Für den Ganztagesausflug nach Wernigerode und zum Brocken war eine eigene Reiseleiterin engagiert worden. Die „Christel vom Harz“. Auf der Fahrt nach Wernigerode hat sie uns viel Interessantes über den Harz berichtet. Wir lernten die Unterschiede zwischen dem Oberharz, dem Vorderharz dem Hinterharz und den Harzer Roller kennen. Wir erfuhren das die Christel wegen einer Badewanne geheiratet hat und haben herzlich über ihre gekonnt vorgetragenen Witze gelacht. Ausgabe 2 / 2015 Seite 7 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stolberg vom Schloss aus Unser Bus setzte uns direkt am Bahnhof der Harzer Schmalspurbahnen ab. Der Zug, der uns auf den Brocken bringen sollte stand schon bereit. Während unsere Reiseleitung die Fahrkarten kaufte, enterten die Stammtischler schon die Wagen. Die Schmalspurwagen waren zum Glück schon vorgeheizt, denn die Morgentemperatur lies noch zu wünschen übrig. Brockenbahn im Bahnhof von Wernigerode Ausgabe 2 / 2015 Seite 8 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Pünktlich um 09:40 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Gezogen wurden die beige/roten Wagen von einer der 25 Dampflokomotiven der HSB. Die bulligen Loks der Baureihe 99 haben 5 gekuppelte Treibachsen und je eine Vor- und Rücklaufachse. Mit 750 PS sind sie für den schweren Bergfahrdienst bestens geeignet. Fast wie mit einer Straßenbahn fuhr der Zug erst einmal durch mehrere Ortsteile von Wernigerode. Hinter der Haltestelle „Steinerne Renne“ führte die Strecke stetig bergan. Die schmale Spurweite von 1000 mm war aus Kostengründen, aber auch wegen der vielen Kurven gewählt worden. Der Zug schlängelte sich durch Bergwälder und umfuhr große Felsbrocken die aussahen als hätte ein Riese sie ungeordnet ausgestreut. Nadelwälder wechselten sich mit Laubwäldern ab. Durch die Bäume konnte man an manchen Stellen tief unter der Bahnlinie die Autostraße nach Schierke erkennen. Der Nächste Haltepunkt war die Station „Drei Annen Hohne“. Hier zweigte die Brockenbahn von der Haupt Strecke ab. Die Hauptstrecke führte als Harzquerbahn bis Nordhausen und als Selketalbahn über Eisfeld, Stiege, Harzgerode bis Quedlinburg. In Quedlinburg und Wernigerode besteht jeweils Anschluss zu den Zügen der Bundesbahn. Insgesamt wird von der HSB eine Strecke von ca. 140 km befahren. Unsere Schmalspurwagen hatten an beiden Enden einen Perron. Eine offene Plattform. Diese wurde von den Fotografen trotz des kalten Fahrtwindes schnell in Beschlag genommen. Es wurden Fotos ohne Ende geschossen. Zu den entsprechenden Punkten an der Strecke bekamen wir von unserer Reiseleiterin der Christel vom Harz immer die nötigen Erklärungen und Geschichten erzählt. So erfuhren wir, dass auch Goethe hier war und den Harz erkundet hat. Im Faust III hat er dann folgendes hinterlassen: Da steigt ein Dampf, dort ziehen Schwaden Hier leuchtet Glut aus Dunst und Flor Dann schleicht sie wie ein zarter Faden Dann bricht sie wie ein Quell hervor. Schierke war nun der letzte Haltepunktvor dem Brocken. An der Station konnten Ausflügler den Zug verlassen um den Berg zu Fuß zu erwandern. Es war erstaunlich wie viele zünftig gekleidete Touristen von diesem Angebot Gebrauch machten. Gleichzeitig musste hier auf den Gegenzug gewartet werden. Die Stecke war nur eingleisig ausgebaut und die Zugbegegnungen fanden in den Stationen oder an speziell ausgebauten Ausweichstellen statt. Je mehr wir uns dem Gipfel des Brockens näherten umso spärlicher wurde der Baumbewuchs. Bei ca. 1000-1100 m Höhe war die Baumgrenze erreicht. Auf dem Brocken 1142m ü NN gab es keine Bäume mehr. Dafür Ausgabe 2 / 2015 Seite 9 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ waren wir während den letzten Kilometern durch eine verschneite Winterlandschaft gefahren. Auf dem Gipfel lag noch ca. 60 cm Altschnee. Nachdem wir den Zug verlassen hatten, um die letzten Meter zu Fuß zugehen, erlebten wir ein besonderes Schauspiel. Wir hatten schon viel von den Hexen gehört die am Brocken ihr Unwesen treiben sollen. So eine Hexe hätten wir im Vorbeiflug auch erwartet. Aber es kann anders. Klaus unser Kassenwart suchte sich eine exponierte Stelle am Weg aus und fing an seine Kleider abzulegen. Gekonnt legte er einen Striptease hin. Als er nur noch in der Unterhose im Schnee stand, wurde das kreischen der Damen immer lauter. Da sich aber auch Kinder unter den Zuschauern befanden brach er seine Vorstellung hier ab, um die Heranwachsenden in ihrer sittlichen Entwicklung nicht zu stören, Er zog sich schnell wieder an, denn der Wind blies kräftig. Des Rätsels Lösung war folgendes. Klaus hatte gewettet, „Wenn auf dem Brocken Schnee liegt und die Sonne scheint, mache ich einen Männerstrip“ Die Wette war gewonnen worden. Uns begrüßte strahlender Sonnenschein auf dem Gipfel. Männer Strip auf dem Brocken Ausgabe 2 / 2015 Seite 10 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Unsere „Christel vom Harz“ erzählte uns dann, dass wir heute sehr viel Glück mit dem Wetter hätten. Statistisch gesehen gibt es 308 Tage im Jahr Nebel auf dem Brocken und nur an 57 Tagen hat man Sonnenschein und kann die Aussicht genießen. Es wurden nun jede Menge Bilder vom Gipfelpunkt, mit der magischen Höhenangabe auf einer Bronzetafel, geschossen. Die Tafel sah von den vielen Fotos schon recht mitgenommen aus. Wind und Hunger trieben uns recht schnell in das Gasthaus „zum Brockenwirt“. Bei einer kräftigen Suppe oder der obligatorischen Bratwurst wurde uns schnell wieder warm. Nach einem abschließenden Rundgang um die Bergkuppe trafen sich alle wieder am Bahnhof. Um 15:59 Uhr sollte uns der Zug wieder in Tal bringen. Kurz vor der Abfahrt des Zuges wurde uns Modelleisenbahnern ein besonderes Erlebnis geboten. Ein nostalgischer Traditionszug, gezogen von einer Mallet Gelenklok aus dem Jahr 1897 fuhr auf dem Nebengleis in den Bahnhof ein. Die älteste Dampflok der HSB mit ca. 500 PS und zwei historischen Personenwagensah aus wie frisch renoviert. Man konnte erkennen, dass hier mit viel Aufwand das historische Material gehegt und gepflegt wurde. Mallet Dampflok Unsere Rückfahrt mit dem Dampfzug endete schon in „Drei Annen Hohne“. Hier wartete der Bus wider auf uns. Zum Abschied vom Dampfzug wurde noch ein Gruppenfoto mit Dampflok aber ohne Lokführer gemacht. Die Lokführer wurden sicher zigmal am Tag gebeten, sich für ein Gruppenfotoaus aus dem Führerstand zu lehnen, und zu lächeln. Sie wollten nicht mehr. Nachdem die Gruppe endlich vor der Lok Aufstellung genommen hatte, wurden mit ca. 5 Fotoapparaten gefühlte 50 Fotos gemacht. Eins origineller als das andere. Ausgabe 2 / 2015 Seite 11 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Gruppenbild mit Dampflok Mit dem Bus ging es nun zurück nach Wernigerode. Unsere Reiseleiterin lud alle zu einer Stadtbesichtigung zu Fuß ein. Zur Einstimmung ein Zitat. „Alle Städte den HArz HinAuf, den HArz HinAb, HAben iHre ScHätze und Kostbarkeiten, keine aber ist so reich und bunt wie Wernigerode. Alles ist da, was das Herz begehrt, lustiges Leben und träumerische Stille, städtische Eleganz und dörfliche Einfachheit, flutender Fremdenverkehr und feststehende Eigenart, neue Bauart und alte Architektur, sie ist die Stadt der bunten Gegensätze, die zu einer stimmungsvollen Einheitlichkeit verschmolzen sind. (Hermann Löns ) Mit diesen Worten beschrieb der norddeutsche Heimatdichter Hermann Löns im Jahr 1909 den charmanten Ort zu Füßen des nördlichsten deutschen Mittelgebirges. Das wollten wir mit Hilfe unserer Christel vom Harz überprüfen. Über Straßen mit altem Kopfsteinpflaster, entlang an sehr schön renovierten Fachwerkhäusern, marschierten wir Stadteinwärts. Die erste Station war das älteste Haus von Wernigerode. Anno 1546 wurde es erbaut. Die wechselvolle Geschichte des Hauses und seiner Bewohnen wurde uns nähergebracht. Behalten haben viele nur, dass man heute Ferienwohnungen im Haus mieten kann. Ausgabe 2 / 2015 Seite 12 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Das älteste Haus Durch die Fußgängerzone mit Geschäften wie sie auch in anderen Innenstädten zu finden sind, kamen wir zum Marktplatz mit seinem imposanten Rathaus. Aus Stein wurde ab 1277 ein massives gedrungenes Gebäude errichtet. Um das Haus attraktiver zu gestalten und die Wichtigkeit der Stadt zu demonstrieren bekam der Unterbau ab 1492 eine Fachwerkaufstockung. 1497 wurde dann vor dem breiten niederdeutschen Giebeln zwei schlanke Fachwerkstürme gesetzt und als Gegenstück zu den vertikalen Elementen, als horizontales Band, in den unteren Gefachen „geschweifte Andreaskreuze“ eingebaut die hier zum ersten Mal in Wernigerode auftauchen, und dann in der Stadt an anderen Fachwerkhäusern übernommen wurden. Sein heutiges Aussehen erhielt das Rathaus nach dem Brand im Jahr 1521 und weitere Umbauten bis 1544. Bemerkenswert sind die geschnitzten Figuren mit denen die Geschoss- und Dachüberstände verziert sind. Es gilt heute als eines der schönsten Rathäuser Europas. Rathaus Silvestrie Kirche Weiter führte uns der Weg durch die Altstadt zur Silvestri Kirche. Die älteste Pfarrkirche der Stadt konnte nur von außen besichtigt werden. In der Kirche fand Zurzeit ein Konzert mit Jugendchören Ausgabe 2 / 2015 Seite 13 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ statt. An Schiefen Haus vorbei ging es zurück zum Marktplatz. Unsere Christel vom Harz stellte dann an uns eine für Stadtführer verhängnisvolle Frage. : Wollt ihr noch weiter besichtigen, oder lieber eine Pause machen und dann auf eigene Faust die restliche Zeit bis zur Abfahrt des Busses verbringen? Die Mehrheit der Stammtischler war für die zweite Möglichkeit. Die Gruppe löste sich auf. Mehrere steuerten das nächste Café an, andere zogen in die umliegenden Geschäfte, ein kleiner Teil der Stammtischler setzte den Rundgang auf eigene Faust fort. Zu bestaunen war noch das kleinste Haus von Wernigerode. Mit einer Breite von unter 3,0m machte es wirklich einen eingezwängten Eindruck zwischen den stattlichen Nachbarhäusern. Früher bewohnt, ist heute eine kleine Ausstellung im Haus untergebracht. Das kleinste Haus Am schiefen Haus sind wir beim Rundgang schon vorbeigekommen. Da es heute ein Museum beherbergt lohnt sich ein Besuch. Das Haus wurde um 1680 als Walkmühle der Tuchmacher an der Stelle einer alten Mühle erbaut, die schon im 13. Jahrhundert urkundlich genannt wird. Das Wasserrad wurde durch einen Mühlgraben aus dem Zillerbach gespeist. Es wurden Stoffe und Filze durch Walkhämmer geschlagen. Dadurch wurde das Gewebe verdichtet und Wasserfest gemacht. Durch diese andauernden Schläge und zusätzliche Unterspülungen durch den Mühlgraben hat sich das Haus im Laufe der Jahrhunderte auf einer Seite abgesenkt. Die Schräglage ist heute stärker als die Neigung des schiefen Turmes von Pisa. Und nur der Fachwerkkonstruktion ist es zu verdanken, dass das Gebäude nur schief steht und noch nicht zusammengebrochen ist. Im Museum werden Fachwerk- und Wassermühlenmodelle gezeigt, und so anschaulich die Fachwerkbauweise und die Funktion der Mühlen dargestellt. Ausgabe 2 / 2015 Seite 14 Dezember 2015

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18.11.2015 Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Stammtisch Untereschbach „Die Weiche“ Das Schiefe Haus Mühlenmodell Ab 17:00 Uhr versammelte sich die Reisegruppe wieder am Bus. Für die Rückfahrt nach Stolberg benötigten wir ca. 1 Stunde. Pünktlich zum Abendessen erreichten wir unser Hotel zum Kanzler. Die Hotelküche hatte sich viel Mühe gegeben und ein reichhaltiges Buffet mit einheimischen Harzer Spezialitäten aufgebaut. Viele verschiedene Wustsorten, Käse in allen Variationen, eine Wurstsuppe , Lerche mit Sauerkraut und Lerche mit Grünkohl. Als Fastkölner weiß man was ein „ halven Hahn“ ist, aber wir wären nie darauf gekommen, dass es sich bei der Lerche nicht um einen Vogel, sondern um eine Wurst handelt die in der Regel gebraten wird. Und warum der Name Lerche? Vogelfleisch war sicher nicht in der Wurst. Wir wurden aufgeklärt. Die Wurst hat einen speziellen Fettanteil. Dieses Fett wird beim Braten mit einem singenden Geräusch frei. Sicher war der Namensgeber unmusikalisch oder die Lerchen haben früher anders gesungen. Wie auch immer, die Lerchen(Würste) schmecken gut und sind ein Verkaufsschlager in Stolberg. Abendessen im Hotel Ausgabe 2 / 2015 Seite 15 Dezember 2015

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