Unsere Wärme Ausgabe 4/2015

 

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Unsere Wärme Ausgabe 4/2015

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Das österreichische Magazin für energieeffizientes Heizen mit Öl. EXPERTEN-TALK Die Zukunft der EU-Energiepolitik REPORTAGE Zu Gast in Europas Erdöl-Hauptstadt BACKTIPPS Weihnachtskekse leicht gemacht Mit Service-Teil zum ­Herausnehmen: Die schönsten Adventmärkte Österreichs 4·2015 Österreichische Post AG, Firmenzeitung 12Z039355 F Retouren an Postfach 555, 1008 Wien www.heizenmitoel.at

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EN E RGIEEF F IZ I ENZ Foto: Intelligent heizen/VdZ Trotz Energie-Labels braucht es weiter kompetente Beratung, um die passende Heizform zu ermitteln. Ein Pickerl für die Heizung Nun haben auch Heizgeräte ihr Energie-Label. Die Absicht der EU-Kommission ist löblich: Alte Energiefresser sollen vom Markt verschwinden. Doch Vorsicht ist geboten: Eine gute Einstufung ist keine Gewähr für niedrige Energiekosten. ­ M Energie-Label Wärmeerzeuger zur Raumheizung ›› Schallwert ›› Leistung Kombigerät für Raum­ heizung und Warm­ wasser ›› Leistung ›› Schallwert ›› Zapfprofil ›› Energieklassifizierung der Warmwasser­ bereitung ››  ev. Symbol „Betrieb zu Schwachlastzeiten“ an kennt die Energieeffizienz-Label mit ihrer Farbskala von Rot bis Grün und der Einstufung in Kategorien von G bis A (inklusive A+ und A++) von Elektrogeräten. Wer sich einen Kühlschrank mit hoher Effizienzklasse kauft, spart gegenüber anderen, niedriger eingestuften Geräten Strom und somit Geld im Betrieb. Die EU weitet dieses Label stetig auf weitere Produktgruppen aus. Hintergrund sind ehrgeizige Klimaziele – die nur zu begrüßen sind. Niemand käme jedoch auf die Idee, den Energieverbrauch eines Kühlschranks mit dem einer Waschmaschine zu vergleichen. Etwas Ähnliches ist beim Label für Heizungsanlagen geschehen, die Einstufungen sind daher mit Vorsicht zu genießen. Verglichen werden Heizformen, die mit unterschiedlichen Energieträgern arbeiten. Bestimmte Technologien werden dabei bevorzugt. Das künftige beste Label A+++ etwa bleibt der Solarthermie vorbehalten. Wärmepumpen wiederum sollen immer mit A+ oder besser bewertet werden – selbst dann, wenn sie wenig effizient sind. Öl-Brennwertgeräte hingegen, die mit Wirkungsgraden von bis zu 98 Prozent hocheffizient arbeiten, fallen maximal in die A-Klasse. Zu diesen Verzerrungen kommt es, weil das Label verschiedene Technologien miteinander vergleicht, anstatt – wie in anderen Produktbereichen – die Geräte innerhalb einer Technologie. Immerhin kommen 2016 auch Öl-Brennwertgeräte auf den Markt, die im Zusammenspiel mit dem Regler das A+ Pickerl erlangen. Wo der Vergleich hinkt Eine Folge der aktuellen Regelung: Das jeweilige Label gibt keine Auskunft über tatsächlich anfallende Brennstoffkosten. Gerade ein Öl-Brennwertgerät lässt sich angesichts des niedrigen Ölpreis-Niveaus kostengünstig betreiben. Bei der Energieklassifizierung von Elektrogeräten war das Problem nicht gegeben, da diese allesamt mit Strom betrieben werden. Kurz – das Label eignet sich ausgezeichnet, um unterschiedliche Heizgeräte der gleichen Produktkategorie (also etwa Öl-Brennwertgeräte) miteinander zu vergleichen, nicht aber, um eine Entscheidung zwischen verschiedenen Technologieformen zu treffen. Wenn’s darum geht, welches Heizsystem zum individuellen Bedarf oder Gebäude passt, sollte man auf die kompetente Beratung eines Installateurs oder Händlers vertrauen.  2   unsere wärme 4·15

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I NHALT · I M P R E S S UM Fotos: mariazellerland-blog, IWO, eniday 06 18 Liebe Leserinnen und Leser, die Adventzeit hat begonnen, und wir alle freuen uns schon auf Weihnachten. Die niedrige Inflation und die niedrigen Ölpreise sind bereits die ersten verfrühten Weihnachts­ geschenke. Das schafft finanziellen Spielraum für andere Aktivitäten, und hier gibt es in der Vorweihnachtszeit durch die wunderschönen Advent­ märkte genug Möglichkeiten, ein Packerl mehr unter den Baum zu legen. Ein Geschenk sind auch unsere Förderungen für die Modernisierung Ihrer Ölanlage (Seite 21). Inhaltlich modernisieren wollen wir auch unser Heft. Helfen Sie uns, i ­ndem Sie den Fragebogen auf Seite 12 beantworten. Vielleicht kön­ nen wir gerade Sie mit 500 Litern Heizöl Extra Leicht überraschen. In diesem Sinne darf ich Ihnen noch einen besinnlichen Ausklang und ein gesegnetes Weihnachtsfest 2015 wünschen. 13 04 EU-Energiepolitik: „Herausforderungen sind riesig“ �������������� 06 Heizölhändler Gutmann: „Energiearmut ist ein Problem“  08 Daten und Fakten: Heizen mit Öl wird billiger ���������������������� 09 Backtipps: „Kekse nur selbstgemacht“ ������������������������������������ 10 Verlosung: Leserumfrage �������������������������������������������������������� 12 Adventmärkte: Wo das Christkind daheim ist ������������������������ 13 Großglockner Grand Prix: Rennen der Extreme ������������������� 17 Reisen: Europas Öl-Hauptstadt ���������������������������������������������� 18 Heizen mit Öl: Die Öl-Mythen (Teil 2) ������������������������������������ 20 Ölförderung innovativ: „Funktioniert wie beim Herd“ ���������� 22 Energie global: Öl bleibt wichtig für Energiemix �������������������� 24 Kolumne: „Subventionitis fördert Unvernunft“ ������������������������ 25 Gewinnspiel: Rätselspaß ��������������������������������������������������������� 26 Kurz gemeldet: Ölförderung mit Pilzen ����������������������������������  unsere wärme 4·15 IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Heizen mit Öl GmbH, 1020 Wien, Untere Donaustr. 13– 15/3. OG, Tel.: 01/890 90 36, Fax: 01/890 90 36-50 Geschäftsführer: Mag. Martin Reichard Unternehmensgegenstand: Förderung des Austausches von Ölheizungsanlagen durch Anreizbildung für den umwelt- und klimafreundlichen Ersatz von alten Heizungs­ anlagen durch moderne, sparsame und effiziente Ölheizungsanlagen. Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Tel.: (01) 546 64-0, E-Mail: office@wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Martin Reichard (HMÖ); Marketing: Elisabeth-Klara Betes-Kummer Redaktion: Mag. Reinhard Ebner Grafik/Layout: Make Media Mediendienstleistungen OG Titelbild: Steiermark Tourismus/Harry Schiffer Druck: LEYKAM Let’s Print, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Auflage: 80.010 Stück 3

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K UR Z M ELDUNGEN Ein Pilz soll künftig die Ausbeute bei der ­Ölförderung erhöhen. Wussten Sie schon? Schwammerl verfeinern nicht nur Saucen (sofern man die richtigen aus dem Wald mitgebracht hat), sie können auch bei der Ölförderung helfen. Zumindest ein ganz bestimmter Pilz, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Dieser hört auf den lateinischen Namen Schizophyllum commune und erzeugt ein biologisches Verdickungsmittel, wenn er Stärke und Sauerstoff zu sich nimmt. Mit dem Ergebnis einer gelatineartigen Substanz dickt man Wasser an, das zur verbesserten Ausbeute in Lagerstätten eingeleitet wird. Dieses kann so mehr Öl aus dem Gestein pressen, da es nicht so leicht daran vorbeifließt. Getestet wird das Verfahren seit 2012 und noch voraussichtlich bis Ende dieses Jahres durch Wintershall und BASF im Ölfeld Bockstedt in Norddeutschland. Das Beste daran: Das Pilzprodukt ist umweltverträglich und biologisch abbaubar. Mehr zu innovativen neuen Fördermethoden auf Seite 22.  2,1 Mio. Um 2,1 Mio. Barrel am Tag (!) stieg die weltweite Ölförderung im Vorjahr. Das Wachstum in der Produktion war damit doppelt so hoch wie jenes im Verbrauch. Näheres auf Seite 24. Ölpreis halbiert die Inflation Die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel bremsten das gesamte Jahr über die Inflation ein. Die Preise fielen gegenüber dem Vorjahreszeitraum so stark wie sonst in keinem Bereich des Warenkorbs der Statistik Austria. Die Werte für September: minus 24,6 Prozent bei Heizöl Extra Leicht, minus 17,9 Prozent bei Diesel und minus 15,1 Prozent bei Superbenzin. Auch der Arbeitspreis beim Strom ging zurück, um 5,2 Prozent – dafür schnellten die Grundgebühren hier um satte 43 Prozent in die Höhe. Wohnen wurde teurer: Die Mieten stiegen um vier Prozent, die Betriebskosten einer Mietwohnung um 3,3 Prozent. Ähnlich sieht’s beim Essen außer Haus aus: Die Ausgaben für Restaurants gingen um 3,5 Prozent in die Höhe. Wozu wohl auch der Große Braune nach der Mahlzeit beitrug, denn Bohnenkaffee wurde mit plus 7,1 Prozent wesentlich teurer. Teuerungen und Preisstürze sorgten unterm Strich für eine Inflationsrate von 0,7 Prozent. Freilich – ohne den Preisverfall beim Öl wäre diese laut Statistikern doppelt so hoch ausgefallen.  OMV erweitert Ölpartnerschaft Eine Absichtserklärung unterzeichneten OMV-Chef Rainer Seele und GazpromChairman Alexey Miller (Foto) jüngst in Wien. Die OMV, die schon bisher ­ Erdöl aus Russland bezog, plant, eine fixe Liefervereinbarung mit dem russischen ­ Partner zu treffen. Eine solche besteht seit 1968 zum Bezug von Erdgas. Bereits gesichert ist ein Abkommen über die gemeinsame Ausbeutung eines Ölund Gasfeldes im sibirischen Urengoy sowie über den Ausbau der Gaspipeline North Stream. 4   unsere wärme 4·15

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KU RZ M E LDU N G E N Fotos: Wintershall, Thinkstock, BP, dena, IWO Energiespartipps für den Winter Wer ein paar Regeln befolgt, kann im Winter unnötige Heizkosten vermeiden. Das kostet nichts, spart aber viel Energie und damit Geld. mals täglich stoßlüften – im Winter fünf bis zehn Minuten – und dabei die Heizkörperventile schließen. Geschlossene Vorhänge oder Rollläden schützen vor Wärmeverlusten in der Nacht. Newsticker OMV bringt junge Frauen zur Technik: Die Initiative zur Erhöhung der Frauenquote in technischen Berufen wird fortgesetzt. 15 Stu­ ­ dentinnen erhalten ein monatliches Stipen­ dium während der Dauer ihres Bachelor-Studiums. „20 Dollar pro Fass sind ­ öglich“ – Finanzdienstleister Gold­ m man Sachs sieht auch für die Zukunft einen deutlichen Produktionsüber­ hang bei Erdöl. Eni Austria am Weg zum Ost­ europa-Drehpunkt. Nach Rumänien wird die heimische Eni-Niederlassung am tschechischen und slowakischen Schmierstoffmarkt aktiv. • 1. Richtig temperieren Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen bei 19 bis 20 Grad und sollte in der Nacht um vier Grad abgesenkt werden. Jedes Grad darüber erhöht die Heizkosten um rund sechs Prozent. Schlafzimmer und Gänge können deutlich kühler sein – jedoch nicht unter 16 Grad, da sonst die Feuchtigkeit an den Außenwänden kondensiert. 3. Richtig heizen Heizkörper müssen die Wärme frei an die Raumluft abgeben können. Sie dürfen nicht durch Vorhänge oder Möbel verstellt werden. Auch funktionieren sie nicht gut, wenn sich Luft darin angesammelt hat. Mit einem Entlüftungsschlüssel aus Baumarkt oder Fachhandel lässt sich dem ab­ helfen.  • • . 2. Richtig lüften Beim Dauerlüften über gekippte Fenster geht viel Energie verloren. Besser mehr- „Unsere Wärme“-Musterhaus: Familie Tiefenthaler (Vorarlberg) „Es wird lange dauern, bis wir wieder Ölpreise von 100 $ pro Barrel ­sehen.“ Bob Dudley, CEO von BP Beheizte Nutzfläche: 200 m² Anzahl der Bewohner: 4 Kessel-Nennleistung der Altanlage: 27 kW Kessel-Nennleistung der Neuanlage: 23 kW Heizölverbrauch vor der Sanierung: 3.000 l Heizölverbrauch nach der Sanierung: 1.700 l Maßnahme: Öl-Brennwertkessel Investition: 10.200 Euro Einsparung: 1.300 l Investitionskosten: 235 Euro je Prozent Einsparung 43 % 5 Einsparung:  unsere wärme 4·15

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I WO -S YM POS IUM „Herausforderungen sind riesengroß“ Ganz im Zeichen der europäischen Energiepolitik stand das diesjährige Symposium des IWO (Institut für Wärme und Öltechnik). Wie lassen sich Effizienz- und Klimaziele erreichen? Und wie bleibt Energie für Haushalte dennoch leistbar? IWO-Chef Martin Reichard lud zur Diskussion über die Herausforderungen europäischer Energiepolitik. H Die Photovoltaik-Förderung macht deutschen Strom teuer Dass unkontrollierte Förderung der Erneuerbaren gründlich danebengehen kann, zeigt Universitätsprofessor Christoph Weber am Gerhard Marterbauer, Deloitte 6   unsere wärme 4·15 Fotos: IWO/APA-Fotoservice/Hörmandinger „Österreich ist bei der Wasser­ wirtschaft extrem ökologisch unterwegs, aber dieser Bereich wird im Gegensatz zu Wind ­ und Photovoltaik nicht gefördert.“ eizen mit Öl“-Geschäftsführer Martin Reichard konnte bei einer im Grand Hotel Wien abgehaltenen Diskussionsveranstaltung über den Beitrag seiner Branche zur Energieeffizienz berichten: „Dank unserer Förderaktion wurden in den letzten Jahren 40.000 Heizkessel auf moderne Öl-Brennwertgeräte umgestellt. Die Haushalte heizen dadurch kostengünstiger und verbrauchen um 40 Prozent weniger Energie.“ Viel Potenzial sei noch vorhanden: Rund 800.000 heimische Haushalte schätzen die Sicherheit und Bequemlichkeit von Heizen mit Öl. Eine wichtige Rolle sieht Reichard künftig auch bei Hybrid-Heizungen, also im Zusammenspiel mehrerer Heizformen in einem System. Die Diskussion zur Energiewende ist für ihn nicht zu führen, ohne die essenzielle Frage der Leistbarkeit miteinzubeziehen. „Moderne Ölbrennwertkessel sind günstig in der Anschaffung, haben weniger Energieverbrauch bei gleicher Wärmeleistung und punkten mit guten Emissionswerten. Es wäre kontraproduktiv, das Potenzial, das der Austausch von Ölheizungen bietet, nicht zu nutzen.“ Klima wie in Ost-Anatolien Um die Bedeutung von Energieeffizienz weiß Josef Plank als Obmann des Biomasseverbands: „In den letzten 150 Jahren haben die Industriestaaten das globale CO2-Budget massiv überbeansprucht.“ Er betont die Wichtigkeit erneuerbarer Energien und der CO2-Reduktion, um die Klimaerwärmung einzubremsen. Lenkungseffekte seien über einen „massiven CO2-Preis“ zu erzielen. Auch er weist jedoch darauf hin, dass die Energiewende zur Herausforderung gerade für sozial Schwächere geraten könne. Er fordert daher mehr Kreativität von der Politik ein. Die Folgen einer Fortschreibung der derzeitigen Entwicklung wären sonst verheerend: „Im Alpenraum bewegen wir uns bei den CO2-Emissionen in Richtung einer Erwärmung um sechs Grad. Im Jahr 2100 hätten wir ein Klima wie in Ost-Anatolien.“

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I WO - S Y M P O S I UM deutschen Beispiel: Nicht zuletzt durch die Photovoltaik-Förderung sind die Endkundenpreise beim Nachbarn in einem Jahrzehnt beträchtlich gestiegen. „Das deutsche Modell ist nicht exportierbar und nicht fortführbar.“ Um Energieeffizienz-Ziele zu erreichen, müssten Gebäuderichtlinien auf bestehende Bauten übertragen werden. „75 Prozent der Gebäude des Jahres 2050 stehen schon jetzt.“ Positiv vermerkt er, dass die aktuelle Strategie der Europäischen Kommission diese Thematik aufgreift. Um Investitionssicherheit für Energieversorger zu schaffen, sei es nun nötig, nationale Energiepolitik einzudämmen und zu einem integrierten europäischen Markt zu gelangen. Energieunion einen Zahn zuzulegen.“ Er informiert über die Ziele, die man sich innerhalb der EU für 2030 gesetzt hat: Verringerung der Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent, Steigerung der Energieeffizienz um 27 Prozent und ein Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergie-Mix von 27 Prozent. Auf dem Weg zum Strom-Blackout Wie für die meisten Mitdiskutanten ist auch für Deloitte-Berater Gerhard Marterbauer die europaweite Harmonisierung das Gebot der Stunde: „Derzeit haben wir ein Flickwerk nationaler Umsetzungen, oftmals mit dem Ziel, eigene Märkte zu schützen.“ Er kritisiert etwa die selektive Förderpraxis. „Österreich ist bei der Wasserwirtschaft extrem ökologisch unterwegs, aber im Gegensatz zu Wind und Photovoltaik wird das nicht gefördert.“ Folge der kurzsichtigen Politik bei erneuerbarer Energie: Während der Endkunden-Strompreis um 20 Prozent stieg, sank der Großhandelspreis um rund 40 Prozent. Investitionen bleiben aus, die Gefahr eines Blackouts steigt.  „Die Heraus­ forderungen sind riesengroß. Jetzt ist ein guter Moment, um mit der Energieunion einen Zahn zuzulegen.“ Lukas Wernert, Europäische Kommission Drei von vier Gebäuden sind ineffizient Abermals der gleiche Prozentsatz: 75 Prozent aller Gebäude sind ineffizient, zitiert Lukas Wernert von der EU-Generaldirektion Energie aus einer Studie. Wernert arbeitet mit an der Weiterentwicklung der EU zur Energieunion: „Die Herausforderungen sind riesengroß. Jetzt ist ein guter Moment, um mit der  unsere wärme 4·15 7

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I N TERVIEW „Energiearmut ist ein großes Problem“ Alexander Gutmann ist mit der praktischen Seite des Energieeffizienzgesetzes konfrontiert. Als Energiehändler muss er es umsetzen. Vor Maßnahmen, die den ­ Energiepreis weiter in die Höhe treiben, warnt er eindringlich. „Es ist nahezu ­unmöglich, auf fossile Energien zu ­ verzichten. Sinn­ voller ist es, den Energieverbrauch zu minimieren.“ Alexander Gutmann, Gutmann GmbH Gutmann: „229.000 Menschen können sich schon jetzt ihre Energiekosten nicht leisten.“ Info Gutmann ist ein Fa­ milienunternehmen, das in Vorarlberg, Ti­ rol, Salzburg, Kärnten und Wien insgesamt 77 Tankstellen be­ treibt. 25 Lkw stehen für die Heizölzustel­ lung zur Verfügung. Gutmann beschäftigt 240 Mitarbeiter und weist einen Jahres­ umsatz von 315 Mio. Euro aus. Die Firmen­ zentrale befindet sich in Innsbruck. Unsere Wärme: Man müsse der Branche und den Verbrauchern „mehr Luft“ geben, forderten Sie jüngst beim IWO-Symposium … Gutmann: Wir haben einen großen Kostendruck. Die immer stärker werdende Regulierung des Energiesektors ist da eine zusätzliche Belastung. Die Umsetzung all dieser EU-Richtlinien und nationalen Gesetze liegt ja letztlich beim Lieferanten. Man fordert ausgleichende Maßnahmen: In unserem Fall hieße das, tausende LED-Lampen zu verschenken, Elektroautos in den Markt zu bringen oder Spritsparkurse zu veranstalten. So etwas von einem Familienunternehmen zu erwarten ist unrealistisch. Unsere Wärme: Wo sehen Sie Chancen, Maßnahmen für mehr Energieeffizienz umzusetzen? Gutmann: Die Tauschaktion der Heizen mit Öl GmbH ist eine wichtige Initiative. Aus meiner Sicht ist es nahezu unmöglich, auf fossile Energien zu verzichten. Sinnvoller ist es, den Energieverbrauch zu minimieren, indem man auf ein hocheffizientes Öl-Brennwertgerät umrüstet. Unsere Wärme: Mit dem Energieeffizienzgesetz, so wie es 2014 von Österreich beschlossen wurde, sind Sie nicht einverstanden? Gutmann: Das Problem sind die nationalen Spielräume bei der Umsetzung der EURichtlinie. Es ist unfassbar, wie unterschiedlich das die einzelnen Staaten handhaben. In Österreich sehe ich da bis zu einem gewissen Grad eine Überregulierung. Dass die Europäische Kommission nun einen verbindlicheren Lenkungsrahmen plant, kann ich nur begrüßen. Vor allem muss man aufpassen, dass das Energieeffizienzgesetz nicht auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen wird. Unsere Wärme: Wie meinen Sie das? Gutmann: Wir haben Rekordarbeitslosigkeit in Österreich. Die Einkommen stagnieren seit Jahren. 229.000 Menschen können sich schon jetzt ihre Energiekosten nicht leisten. Einen Tesla oder eine Wärmepumpe muss man erst mal zahlen können. Bei aller Bemühungen um Effizienz muss Energie für den Verbraucher leistbar bleiben.  8   unsere wärme 4·15

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VO LLKO S T E N- & P RE I S V E RG L E I C H Heizen mit Öl wird billiger Seit der jüngsten Ausgabe von „Unsere Wärme“ ist der Preis für Heizöl Extra Leicht abermals gesunken. Im Vollkostenvergleich bleibt Heizen mit Öl klare Nummer eins. Heizöl EL Erdgas Pellets Brennholz Flüssiggas Fernwärme Erdwärme Der Vollkostenvergleich für Oktober 2015 gemäß ÖNORM basiert auf der beispielhaften Berechnung einer Modernisierung der Heizungsanlage in einem Einfamilienhaushalt. Dabei wird ein Betrachtungszeitraum von 15 Jahren angenommen. Technik: Heizöl, Erdgas u. FG auf Brennwertbasis (Erdgas Hi = 10,09 kWh/m3 und Ho = 11,20 – 11,24 kWh/m3) Preise/Kosten: Preise inkl. aller Steuern. Quellen: WKÖ, propellets, AK, LWK, Handel, 9 Landesenergieversorger, HmÖ verbrauchsgebunden Kosten: Brennstoffkosten, Transport, Nebenkosten, Hilfsenergie kapitalgebundene Kosten: Wärmeerzeuger, Umformerstation, Abgasanlage, Kleinmaterial, Installation, Anschlussgebühren, Grabarbeiten, Entsorgung u. Reinigung betriebsgebundene Kosten: Instandhaltung, Wartung, Service u. Reinigung der Anlage, Energiekostenabrechnung Berechnungen: IWO-Österreich nach Modernisierung/Erneuerung einer bestehenden Ölheizung; Variantenberechnung mit verschiedenen Wärmeerzeugungssystemen nach ÖNORM M 7140 Nutzwärmeverbrauch: 15.000 kWh/Jahr, Nutzungsgrad Heizöl EL: 96% Heizöl Extra Leicht (HEL) entwickelt sich weiter gegenläufig zum Verbraucherpreisindex (VPI) und bremst so die Inflation (mehr dazu auf Seite 4). Grafiken: IWO  unsere wärme 4·15 9

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W E IH NACH T S BÄCKEREI „Kekse nur selbstgemacht“ „Ich bin ein großer Verfechter von Do-it-yourself bei der Weihnachtsbäckerei“, meint Ingrid Pernkopf, die Chefin des Landhotels Grünberg am malerischen Traunsee. In Kochkursen und -büchern teilt sie ihr Wissen freigiebig mit allen Backbegierigen. se oder Honig und Roggenmehl für Leb­ kuchen  – habe fast jeder zu Hause. Was man damit anfängt, zeigt Pernkopf in Backkursen zur Vorweihnachtszeit. Männer überraschen die Liebste mit Süßem Was ihr dabei auffällt: Diese Kurse werden zunehmend von Jüngeren besucht, die alte Traditionen wiederbeleben wollen. Und von Männern – die wollen dann oft die Liebste mit selbstgebackenen Weihnachtsknabbereien überraschen. Die Keksspezialistin aus dem Salzkammergut bäckt jedoch auch mit Kindern, geht in Schulen und Kindergärten. Keksbacken kann jeder, so ihre Überzeugung: „Zwei, drei Grundteigsorten reichen, um eine Unzahl von Variationen zu backen – in unterschiedlichen Formen und mit diversen Füllungen.“ „Wenn den ­Gästen die ­Kekse ­schmecken, soll das Lob mir gelten, nicht dem ­ Tiefkühlregal im ­Supermarkt.“ Ingrid Pernkopf, Landhotel Grünberg I ngrid Pernkopf ist eine vielbeschäftigte Frau. Sie betreibt ein Hotel und Restaurant in Gmunden, hält Kochkurse ab und schreibt Bücher. Mehr als ein Dutzend davon sind mittlerweile erschienen, viele davon beschäftigen sich mit der süßen Seite der Weihnachtszeit. Das Interesse dafür war schon immer da: „Ich bin in der Gastronomie aufgewachsen und habe mit 15 begonnen, Kochbücher zu sammeln. Viele Rezepte habe ich ausprobiert und versucht, sie zu verfeinern und zu variieren.“ Ihre Lieblingskekse sind eher traditionell: „Busserl, Pariser Stück, Vanillekipferl … und ich mag fast alles mit Mürbteig.“ Der sei keine Hexerei. Unverständlich ist ihr daher, dass heutzutage in vielen Haushalten mit Fertigteigmischungen aus dem Supermarkt gearbeitet wird. „So ein Teig ist doch schnell zusammengemacht! Wenn den Gästen die Kekse schmecken, soll das Lob mir gelten, nicht dem Tiefkühlregal im Supermarkt.“ Die Grundzutaten – Butter, Mehl, Zucker sowie eventuell Eier und Nüs- Die Profis backen mit Damenstrumpf Pernkopf kennt die Antworten auf die häufigsten Fragen ihrer Hobbyköche und sie teilt ihr Wissen bereitwillig: „Die meisten Fehler passieren bei der Bearbeitung von Mürbteig. Etwa weil dieser beim Ausrollen bricht.“ In dem Fall war er zu lange im Kühlschrank und muss zuvor abermals geknetet werden. Oder der Teig bleibt kleben. Dafür hat die Profiköchin einen originellen Tipp: „Ich überziehe das Rollholz mit einem Damenstrumpf.“ Damit nicht zu viel Mehl verwendet werden muss oder der Teig sich allzu sehr erwärmt, empfiehlt sie, immer nur kleine Mengen nach und nach zu verarbeiten. Damit’s schneller geht, hat Pernkopf immer mehrere Bleche im Herd. Das Keksbacken, der Duft nach Vanille und Honig – er gehört für die Köchin zu Weihnachten dazu. Wie Weihnachten im Hause Grünberg sonst aussieht? „Wir feiern den 10   unsere wärme 4·15 Fotos: Landhotel Grünberg, Styria Books, Thinkstock

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W E I HNAC HT S BÄC K E R E I Michis Spitzbübli Zutaten 360 g Weizenmehl glatt 250 g Butter 130 g Staubzucker 1 Eiklar Prise Salz 30 g Vanillezucker Ribiselmarmelade Zubereitung 1. Zutaten vermischen und rasch zu einem Teig verarbeiten. Mit Frischhaltefolie abgedeckt für 2–3 Stunden im Kühlschrank rasten lassen. 2. Backrohr auf 155° Heißluft vorheizen. Teig auf bemehlter Arbeitsfläche sehr dünn ausrollen. Formen ausstechen, die Hälfte davon mit einem kleinen Loch in der Mitte versehen. 3. Auf Backblech für 10–13 min hellbraun backen, dann auskühlen lassen. 4. Kekse ohne Loch mit Marmelade bestreichen, gelochte Kekse draufsetzen und mit Staubzucker bestreuen. Vanillekipferl Zutaten (für 800 g Teig) 250 g Butter 100 g Staubzucker 300 g Weizenmehl glatt 120 g gemahlene Nüsse 20 g Vanillezucker Prise Salz zum Bestreuen: 120 g Staubzucker 3 Pkg. Vanillezucker Zubereitung 1. Zutaten vermischen und rasch zu einem Teig verarbeiten. Mit Frischhaltefolie abgedeckt für 2-3 Stunden im Kühlschrank rasten lassen. 2. Teig zu 3 cm dicken Rollen formen und gleich große Stücke abstechen. Daraus 3–4 cm lange Rollen formen und zu Kipferln biegen. 3. Auf Backblech für 10-12 min hell backen. 4. Die noch heißen Kipferln mit Staubzucker-Vanillezucker-Mischung bestreuen und auskühlen lassen. Gut verschlossen aufbewahren. Hausschnitten Zutaten 250 g Weizenmehl glatt 250 g Butter 1 Pkg. Trockengerm 50 g Staubzucker 1 Msp. Natron 2 Eidotter Prise Salz für die Fülle: 200 g geriebene Nüsse 100 g Kristallzucker 400 g Ribiselmarmelade 20 g Zimt für die Glasur: 90 g Fondant 1–2 cl Wasser 60 g Schokolade Zubereitung 1. Zutaten vermischen und rasch zu einem Teig verarbeiten. Mit Frischhaltefolie abgedeckt für 2–3 Stunden im Kühlschrank rasten lassen. Inzwischen Zutaten für die Fülle vermengen und Backrohr auf 170° Heißluft vorheizen. 2. Teig in 3 Teile teilen. Auf leicht bemehlter Arbeitsplatte dünn ausrollen und das erste Teigstück auf Backblech (mit erhöhtem Rand) legen. Die Hälfte der Fülle auftragen, zweites Teigblatt auflegen und mit restlicher Fülle bestreichen. Mit drittem Teigblatt abdecken und mit Gabel mehrmals einstechen. 3. Für 30 min. hellbraun backen, herausnehmen und auskühlen lassen. 4. Fondant erwärmen, mit Wasser verdünnen und Schokolade darin schmelzen. 5. Die ausgekühlten Schnitten damit bestreichen und in kleine Stücke schneiden. Heiligen Abend mit den Kindern und den Enkelkindern, indem wir in die Kirche gehen. Dann gibt’s die Bescherung und wir gehen früh zu Bett, weil wir am nächsten Tag wieder im Hotel stehen.“ Zum gemeinsamen Abendessen gibt’s Raclette oder – ganz traditionell – Bratwürstel. Eine bescheidenen Luxus gesteht man sich doch zu: einen Weihnachtspudding, den Pernkopf aus einem englischen Dessert namens Trifle entwickelt hat, bestehend aus Schichten von Biskotten, Früchten, Gelee und Mandelkrokant. „Ohne den geht’s nicht, die Enkerl fragen jedes Jahr danach.“   unsere wärme 4·15 11

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L ES E RUM F R AG E „Unsere Wärme“ braucht Sie! Ihre Meinung ist wichtig, liebe Leserin und lieber Leser! Bitte nehmen Sie sich Zeit, wenige Fragen zu unserer Zeitschrift zu beantworten. Senden Sie die Antworten an die Heizen mit Öl GmbH per Post (Untere Donaustraße 13-15/3, 1020 Wien), Fax (01/890 90 36-50) oder E-Mail (foerderung@heizenmitoel.at). Unter ­allen Einsendern verlosen wir 1 x 500 L Heizöl Extra Leicht. Einsendeschluss: 31. Jänner 2016 1.  Infos und Storys zu Heizen mit Öl und zur Ölbranche in der Zeitschrift „Unsere Wärme“ sind für mich …   sehr interessant  interessant   weniger interessant   gar nicht interessant   keine Meinung 5.  Der Bereich Rätselspaß und Unterhaltung ist für mich …   sehr ansprechend  ansprechend   weniger ansprechend   gar nicht ansprechend   keine Meinung 2.  Infos zu den Themen Energie und Energie­ effizienz sind für mich …   sehr interessant  interessant   weniger interessant   gar nicht interessant   keine Meinung 6.  Zu diesen Themen würde ich mir mehr wünschen:   Wohnen & Wärme   Garten & Natur   Land & Leute   Auto & Mobilität   Wandern & Bewegung   Kunst, Kultur & Geschichte  Eigenes Thema: ������������������������������������������������������������������� ������������������������������������������������������������������������������������������������� 3.  Geschichten zu Kochen & Genuss sind für mich …   sehr interessant  interessant   weniger interessant   gar nicht interessant   keine Meinung Vorname, Nachname Postleitzahl, Ort Straße, Hausnummer 4.  Zur Jahreszeit passende Freizeit-Tipps sind für mich …   sehr interessant  interessant   weniger interessant   gar nicht interessant   keine Meinung E-Mail Telefon Datum/Unterschrift Mit meiner Unterschrift stimme ich zu, dass die Daten aus dem Fragebogen der Heizen mit Öl GmbH zur Auswertung, zu Kontroll- und Marketingzwecken und für Verwaltungsmaßnahmen verwendet werden dürfen. 12   unsere wärme 4·15

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ADVENTMÄRKTE IN ÖSTERREICH Wo sich das Christkind heimisch fühlt Den Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz kennt jedes Kind. Jedoch gibt es viel mehr Märkte hierzulande, oft vor wunderschöner Naturkulisse. „Unsere W ­ ärme“ hat die besten für Sie gesammelt, Geheimtipps inklusive. Sie können die folgenden Seiten einfach aus der Zeitschrift entnehmen und mit diesem ­ ­ Wegweiser auf Entdeckungsreise gehen. Tirol und Vorarlberg Eine Alternative zum vorweihnachtlichen Trubel ist der Adventmarkt im Tiroler Rattenberg. Die kleinste Stadt Österreichs steht während des Dezembers (jeweils Freitag bis Sonntag sowie zu Maria Empfängnis) ganz im Geiste der Ursprünglichkeit des Weihnachtsfestes und lädt zu Ruhe und Besinnung. Das mittelalterliche Rattenberg erstrahlt zur Zeit des Adventmarktes ausschließlich im Schein von Kerzen, Fackeln und offenem Feuer. Anziehungspunkt des Adventmarktes in Lienz (bis 24. Dezember) ist der Kunstkalender am Rathaus, der Liebburg. Regionale Kultur- und Brauchtumsvereine bieten über 60 traditionelle vorweihnachtliche Veranstaltungen. Weit über Osttirol hinaus bekannt sind die Lienzer Krampustage (3., 5. und 6. 12.). Mit dem Ruf des Nachtwächters kehrt um 21 Uhr Stille auf dem Hauptplatz ein. Auch Vorarlberg hat keinen Mangel an Märkten wie dem Bregenzer Weihnachtszauber oder dem Bludenzer Christkindlemarkt. Stimmungsvoll ist der Advent im malerischen Dorf Schwarzenberg im Bregenzerwald (bis 20. Dezember). Auf dem Programm stehen Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und der Adventmarkt im denkmalgeschützten Dorf­ zentrum.  Rattenberg Schloss Esterházy Schloss Esterházy Burgenland Zauberhaft feierlich präsentiert sich Schloss Esterházy in Eisenstadt am dritten Advent­ wochenende (11. bis 13. Dezember). Duftende Leckereien und traditionelles Kunsthandwerk in den Prunkräumen und im festlich beleuchteten Barock-Innenhof stimmen auf die Weihnachtsfeiertage ein. Auch die aktuellen Ausstellungen im Schloss sind für Besucher zugänglich. Romantischer Weihnachtszauber in den historischen Gassen und Bürgerhäusern von Rust, das zeichnet die Ruster Adventmeile aus (bis 20. 12., jeweils Freitag bis Sonntag, sowie am 7. und 8. 12.). Zusätzlich laden Adventhütten am Rathausplatz zum Verweilen bei Speis und Trank ein.  Lienz  unsere wärme 4·15 13

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Pörtschach Wien Der Weihnachtsmarkt am Spittelberg (bis 23. 12.) ist der Klassiker unter Wiens „Alternativmärkten“. Viele Künstler und Studenten wohnen in diesem Stadtteil, entsprechend groß ist der Anteil an Kunsthandwerk, dessen Erzeugnisse in den romantischen Gassen der einstigen BiedermeierVorstadt angeboten werden. Wenn’s draußen zu kalt wird, laden zahlreiche Lokale und ein „Winter-Schanigarten“ zum Einkehren. Probiertipp: Einige Stände bieten kreative bis eigenwillige Punschvariationen an. Von Spittelberg ist es nur wenige Minuten mit der U-Bahn zum Weihnachtsmarkt „Am Hof“ (bis 23. 12.). Dieser findet sich an einem geschichtsträchtigen Platz inmitten der Innenstadt: Hier stand bereits das römische Heerlager Vindobona, später die Babenberger Residenz. Seit 1842 besteht der Christkindlmarkt. Eine Spezialität ist das kulinarische Angebot der vertretenen Wirte. Die servieren sogar ihr eigenes „Bockbier am Hof“. Etwas weiter am Rande der Stadt liegt Wiens höchstgelegener Christkindlmarkt: Der „Weihnachtszauber“ beim Schloss Wilhelminenberg (bis 23. 12.) lockt mit reizvollem Ausblick aufs Lichtermeer der Stadt sowie mit Rodelwiese und Eislaufplatz.   Am Hof Millstätter See Radenthein Kärnten Der Adventzauber am Millstätter See (Mittwoch bis Sonntag sowie täglich von 16. bis 23. 12.) findet bei Maroni, Schweinsbratenbrot und Weihnachtskrainer auf Kap 4613 statt. Dabei handelt es sich um eine „Feuerinsel“ und Pyramide im See. Am 21. Dezember gibt’s das traditionelle Charity-Konzert von Licht ins Dunkel. Bei der Wunsch-Schiffchen-Aktion erstrahlt die Wasseroberfläche im Licht hunderter Kerzen. Zwei Tage später lädt die Wasserrettung zum Christbaumversenken, um der im See Verstorbenen zu gedenken. Rund um und auf einem See findet auch der Stille Advent von Pörtschach statt (bis 20. 12., jeweils Freitag bis Sonntag, sowie am 8. 12.). Umgeben von einem Lichtermeer zieht das Adventschiff am Wörthersee seine Kreise. Auch die Teilnahme an Fackelwanderungen auf der Promenade ist möglich. In der Bergwerksstadt Radenthein steht eine einzigartige Krippe mit rund 50 lebensgroßen Figuren, darunter auch solche mit regionalem Bezug (Sängerquartett, Knappenkapelle und Trachtenfrauen).  Spittelberg 14   unsere wärme 4·15

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ADVENTMÄRKTE IN ÖSTERREICH Oberösterreich Weihnachten nicht nur um den See, sondern auf dem See lässt sich beim Wolfgangsee (3.-8.12, 10.-13.12, 17.-20.12.) erleben. St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl werden im Advent mit einem Schiffsrundkurs verbunden. Auf dem Wasser vor St. Wolfgang leuchtet die Friedenslicht-Laterne und ein Adventzug der Schafbergbahn dampft zur höchstgelegenen Punschhütte auf 1.015 Metern Höhe. „Christkindl“, so heißt eine Ortschaft nahe Steyr, in deren Wallfahrtskirche das Christkindl – in Wachs gegossen – tatsächlich zu Hause ist. Gleich nebenan versieht das weltberühmte Sonderpostamt (10–17 Uhr geöffnet) Briefe aus aller Welt mit dem Christkindl-Stempel. Von Steyr aus startet ein historischer Dampfzug durch die Aulandschaften des Flusses zum 20 Kilometer entfernten Adventkalender-Dorf Steinbach (Markt: 5.–8. 12, 12.–13. 12.). Lebensgroße Adventfenster sind hier an Bürgerhäusern am Ortsplatz zu bewundern. Das Krippenmuseum daneben wartet mit Weihnachtskrippen aus aller Welt auf – es ist die größte derartige Sammlung in Europa. Unbedingt probieren: die frisch herausgebackenen Bauernkrapfen am Markt!  Steinbach an der Steyr Mariazell Mariazell Altgrazer ­Christkindlmarkt  unsere wärme 4·15 15 Fotos: Wikimedia Commons, Martina Siebenhandl, Graz Tourismus/Harry Schiffer, Tourismusverband Mariazeller Land, TVB Großarltal, Profer & Partner, Stadtmarketing Lienz, T-Man, Schickmayr, Esterhazy/Roland Schuller und Andreas Hafenscher, Thinkstock Wolfgangsee Steiermark Der Altgrazer Christkindlmarkt (täglich bis 24. 12.) im Franziskanerviertel ist der älteste der Landeshauptstadt. Er widmet sich ländlichen Traditionen. So stehen Kunsthandwerk, Thüringer Christbaumschmuck, Blechspielzeug und Produkte aus den steirischen Genuss-Regionen im Mittelpunkt. Zum Innehalten lädt das Weihnachtsdorf in Bad Gleichenberg (6. und 20. Dezember). Unter dem mächtigen alten Mammutbaum im Kurpark steht eine überlebensgroße, handgeschnitzte Holzkrippe. Rundherum finden sich Adventhütten zum Bummeln. Auch Pferdekutschenfahrten durch den Park sind Teil des Programms. Besonders Kinder wird das riesige Lebkuchenhaus begeistern, das zur Adventzeit am Hauptplatz in Mariazell (bis 20. 12., jeweils Donnerstag bis Sonntag sowie am 7. und 8. 12.) zu bewundern ist. Gleich daneben: Ochs, Esel und Schaf in der „lebenden“ Krippe und ein gigantischer Adventkranz, dessen Kerzen über den Standerln des Marktes erstrahlen. 

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