Das >>Dead Float System<<

 

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Description

by Stefan Seuß

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28 Gut zu wissen von Das »Dead Bait Float System« In Deutschland ist die Verwendung von lebenden Köderfischen verboten. Viele Raubfischangler versuchen daher, ihre toten Köderfische so natürlich wie möglich anzubieten. Doch leider hat die Präsentationsmöglichkeit unter Wasser ihre Grenzen, denn der tote Köderfisch verfügt über kein aufrechtes und naturgetreues Schwimmverhalten und beginnt in strömenden Gewässern zu trudeln. Stefan Seuß hat eine Möglichkeit entwickelt, toten Köderfischen wieder neues Leben einzuhauchen.

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29 Gut zu wissen EINE AUFRECHTE UND FLANKENDE SCHWIMMBEWEGUNG BRINGT DEN BISS – DIE ENTSTEHUNGSPHASE chon lange suchte ich nach einer Möglichkeit, tote Köderfische mit täuschend echten Schwimmbewegungen und einem aufrechten Schwimmverhalten zu versehen. Viele Stunden am Wasser habe ich herum experimentiert und diverse Systeme gebastelt, welche alle aber nicht den gewünschten Effekt hatten. In den meisten Fällen hatte der tote Köder am Haken ein unkontrollierbares Eigenleben entwickelt und sich stur und unfängig in der Strömung gedreht, bis das Vorfach zu einem Knäul zusammengedreht war und bei zu leichter Strömung sank der Köderfisch zum Grund herab und konnte keine großartige Lockwirkung entwickeln. Ich wollte es erreichen, dass mein Köderfisch in aufrechter und flankender Schwimmbewegung über dem Gewässergrund seine Bahnen zieht, sich einfach wie ein echter, lebender Beutefisch verhält. Zusammen mit meinen Angelfreunden Sascha Kral und Kevin Weiß bastelten wir unzählige Montagen und mussten dann aber beim

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30 Gut zu wissen Einsatz am Wasser feststellen, dass unsere Idee einfach nicht umzusetzen war. Der meist steife Fischkörper schwamm einfach nicht verführerisch genug. Durch die vielen Testversuche am Wasser kamen wir aber mit der Zeit der Lösung unseres Problems immer näher. Die Schwimmblase ist bei einem lebenden Fisch dafür verantwortlich, dass der Fisch eine aufrechte Schwimmbewegung hat und wir mussten es einfach schaffen, eine künstliche Schwimmbla- se, einen Auftriebskörper im Rückenbereich des Köderfischs anzubringen und den Fisch so dauerhaft in aufrechter Form zu präsentieren. Zuerst versuchte ich dann die Köderfische an der Unterseite aufzuschneiden, einen Auftriebskörper einzuführen und den Fisch wieder zuzunähen. Das alles nahm sehr viel Zeit in Anspruch und führte auch nicht zum gewünschten Effekt, da ich den Auftriebskörper nicht exakt im Rückenbereich fixieren konnte. Schließlich kamen wir auf die Idee, dem Köderfisch den Auftriebskörper von außen direkt auf den Rücken zu setzen und mit Gummibändern zu fixieren. Das Schwimmverhalten war jetzt schon deutlich besser, nur die straff um den Fischkörper gespannten Gummibänder verformten den Fischkörper und bei einem Biss war immer der Auftriebskörper verloren. Der nächste Prototyp war dann eine, von beiden Seiten spitz zulaufende Unterwasserpose, welche wir mit Drahtbügeln links und

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31 Gut zu wissen rechts ausstatteten und direkt auf den Fischkörper aufsatteln konnten. Die Drahtbügel wurden einfach beidseitig auf dem Fischkörper aufgesetzt und die spitzen Enden in den Fischkörper gedrückt. Die Verbindung hielt perfekt, der Auftriebskörper hielt den Fisch in stabiler, aufrechter Form über Grund und das Schwimmverhalten in der Strömung war nahezu identisch zu einem lebenden Fisch. Gleich bei der ersten Test-Tour an den Rhein brachte das System gute Erfolge. KÖDERWAHL UND KÖDERVORBEREITUNG E ine schlanke Körperform des Köderfisches ist bestens geeignet für das »Dead Bait Float System«. Wir haben hauptsächlich Forellen eingesetzt. Diese sind für jedermann überall leicht zu bekommen und in jedem Supermarkt täglich verfügbar. Ansonsten empfehle ich Rapfen und Döbel. Hochrückige Fische, wie zum Beispiel Karpfen und Karauschen eignen sich nicht für den Einsatz auf dem »Dead Bait Float System«. Wichtig ist die Vorbereitung des Köders, denn ein frisch getöteter Fisch entwickelt sofort nach dem Abstechen eine Leichenstarre, alle Muskeln und Nerven kontrahieren und der Fischkörper wird steif. Um eine verführerische Schwimmbewegung des Köders zu erzeugen ist es aber wichtig, dass der Fisch weich und flexibel ist. Am besten kann man diesen Zustand erreichen, wenn man den Köder circa vier Stunden vor dem Einsatz tötet und kühl lagert oder aber einfriert und vor dem Angeln einfach auftaut. In beiden Fällen ist keine Leichenstarre mehr vorhanden. Um eine möglichst hohe Lockwirkung zu erzielen und die Flexibilität, bzw. das hin und her Flanken des Fischkörpers im Wasser zu erhöhen, schneide ich den Fisch seitlich ein und entferne einen Teil der Eingeweide über das Afterloch mit einer Arterienklemme. EINSATZGEBIET D as »Dead Bait Float System« eignet sich bestens für den Einsatz an kleinen und großen, fließenden Gewässern mit konstanter Strömung. Die Strömungsgeschwindigkeit sollte mindestens einen km/h betragen, je höher die Strö-

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32 Gut zu wissen mungsgeschwindigkeit, desto verführerischer schwimmt der Köderfisch. Das »Dead Bait Float« wird wie eine normale Grundmontage eingesetzt. Ich persönlich verwende Steine (circa ein Kilo Gewicht) als Haltegewicht am Grund, die mit einer Reißleine an einem Wirbel, der auf meiner Hauptschnur frei läuft, verbunden werden. So kann ich meine Montage auch in stark strömenden Gewässern, wie z.B. dem Rhein, sicher am »Hot Spot« anbieten und erhalte einen perfekten »Selbst Hak Effekt«, wenn der Waller anbeißt. Beim Biss reißt der Stein ab und ich kann den Wels frei drillen. AUSBRINGEN DER MONTAGE AUCH OHNE BOOT MÖGLICH uch Uferangler haben die Möglichkeit ohne die Verwendung eines Bootes die Steinmontage vom Ufer auszulegen. Die meisten Welse in unseren Flüssen ziehen direkt an der Steinpackung auf Nahrungssuche entlang. Besonders interessant ist der Bereich, wo die Steinpackung auf den Gewässergrund trifft. Dieser Bereich liegt in unmittelbarer Ufernähe und kann angeworfen werden. Zuerst setze ich das Vorfach mit dem »Dead A Bait Float System« in das Wasser. Die Rute ist am Ufer fixiert und die Rolle offen, so dass der Schnurablauf erfolgen kann. Ich ziehe mir dann, je nach Gewässertiefe, an der Steinpackung, 3-6 Meter lose Schnur von der Rolle. Jetzt hänge ich den Stein mit der Reißleine über einen Wirbel in meine Hauptschnur ein. Das Vorfach fixiere ich mit der linken Hand und mit der rechten Hand werfe ich meinen Stein gefühlvoll an die Kante. Der Stein nimmt im Flug die lose Hauptschnur mit. Wenn der Stein am Gewässergrund angelangt ist, schließe ich die Rolle und beginne meine Schnur zu spannen. Dadurch wird mein Vorfach, was zuvor noch im Uferwasser vor meinen Füssen geschwommen ist, zum Stein hin gezogen, bis der Wirbel des Vorfachs an dem Wirbel des Steins angelangt ist. Die Rute stelle ich steil am Ufer auf und die Bremse wird fest eingestellt. Der Aufbau des »Dead Bait Float System« 1 2 3 1. - 2. 3.

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33 Gut zu wissen MONTAGE DES KÖDERS AUF DEM SYSTEM AUFBAU DER MONTAGE D er Einzelhaken wird von oben mittig durch den Oberkiefer des Köderfisches durchgestochen und zum Unterkiefer heraus geführt. Abschließend wird ein Stück Gummi über die Hakenspitze gestochen, damit der Haken sicher fixiert ist und das Maul der Forelle geschlossen bleibt. Danach wird das »Dead Bait Float System« dem Köderfisch auf den Rücken gesetzt und die vordere Klammer direkt hinter dem Kopf des Köders und die hintere Klammer auf Höhe der Rückenflosse zusammengedrückt. Abschließend wird der Drilling oberhalb in der Schwanzwurzel eingestochen. D 4 5 as System ist schnell und flexibel auf jede Ködergröße anpassbar. Der hintere Teil, auf dem auch das »Dead Bait Float« aufgezogen ist, besteht aus einer weichen, geflochtenen Vorfachschnur (Black Cat Power Leader 80-100 Kg Tragkraft). Hier benötigt man eine Länge von circa 40 Zentimeter. Das »Black Cat Dead Bait Float System« ist ab November 2015 im Handel erhältlich und in verschiedenen Tragkräften von 20 bis 40 Gramm verfügbar, je nach Ködergröße. 4. 5. Stefan Seuß www.team-black-cat.com

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