Erinnerung über den Tod hinaus - Broschüre zur Friedhofgestaltung für Bürger

 

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Description

Die Broschüre zeigt die Veränderungen bei der trauerkultur und im Bestattungswesen und macht Vorschlöge zum Erhalt würdevoller Friedhöfe als Ort der Trauer, Natur und Kultur

Popular Pages


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„ Erinnerung über den Tod hinaus. Dieses Heft möchte Mut machen und aufklären - über sich und den Tod nachzudenken und Entscheidungen bewusst zu treffen.

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„ Unsere Friedhöfe: Orte der Erinnerung. Friedhöfe sind ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Trauerkultur. Tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft machen vor dem Sterben nicht Halt. Mobilität: Die stetig steigende Mobilität der Menschen ändert ihre Bedürfnisse an Bestattung und Grabpflege. Individualisierung: Unsere Gesellschaft erfährt seit Jahrzehnten eine deutliche Individualisierung. In Beruf, Freizeit und Partnerschaft finden individuelle Wünsche immer mehr Berücksichtigung. Die Individualisierung verändert unsere Friedhöfe und die Grabgestaltung. Der Verlust der traditionellen familiären Strukturen begründet den Wunsch nach anonymer Bestattung. Trauerkultur: In Bayern gibt es eine regional unterschiedlich stark ausgeprägte und gepflegte Trauerkultur. Viele Menschen sind sich aber zu wenig bewusst, dass bei anonymer Bestattung, derjenige der einen Ort der Trauer und des Andenkens sucht, nichts mehr findet. Menschen brauchen für Ihre Trauerarbeit Orte der Ruhe und Besinnung. Orte an denen man sich wohlfühlt. Eine Bank zum Ausruhen und ein natürliches und attraktives Umfeld tuen den Trauernden gut. Funktionen des Friedhofs: Friedhöfe sind nicht nur Bestattungsorte. Sie sind Orte › der Kultur › der Erinnerung › des Gedächtnisses der Ortschaft › der Einkehr › der Trauer › der Entspannung › der Natur › der Gemeinschaft › der Begegnung › der öffentlichen Hygiene › der Natur. Der Friedhof ist ein heiliger Ort. Ein Friedhof der Zukunft erfüllt die vielfältigen Anforderungen. Du fehlst uns. Nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie Ihren örtlichen Friedhof. Konnten Sie zur Ruhe kommen? Fanden Sie einen attraktiven Ort, um Trauerarbeit durchführen zu können?

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Tabu Thema Tod. Wer denkt schon ohne Anlass über seinen Tod und die Möglichkeiten der Bestattung nach? Wer Verantwortung im Leben trägt, übernimmt auch Verantwortung für den letzten Schritt. Ort und Art der Bestattung richten sich nach dem Willen des Verstorbenen. Fehlt eine schriftliche Erklärung dieses Wunsches, entscheiden die Angehörigen. Nach dem Tod wird der menschliche Körper der Erde übergegeben. Für viele Trauernde sind Gräber auf Friedhöfen wichtige Orte der Trauer, zu denen sie zurückkehren können, um sich an den Verstorbenen zu erinnern. In Deutschland besteht nicht nur bei einer Erd-, sondern auch bei einer Feuerbestattung eine Beisetzungspflicht, sei es in einem klassischen Grab, in einer Gemeinschaftsgrabanlage, in einem Kolumbarium (Grabeskirche), in Urnenwänden, auf See, in einem Bestattungswald oder auf einem namenlosen Urnenfeld. Bei einer Erdbestattung wird der Körper in einem Sarg der Erde überreicht. Auf den meisten Friedhöfen können Angehörige zwischen verschiedenen Grabstätten für die Erdbestattung wählen. Während in einem Einzel- oder Reihengrab nur ein Verstorbener beigesetzt werden kann, ist ein so genanntes Wahlgrab meist größer und kann auch mehrere Grabstellen für Lebensgemeinschaften umfassen. Bei der Feuerbestattung wird der Körper in einem Sarg verbrannt. Die Asche wird in einer Urne aufbewahrt und bestattet. Ob in ausgewiesenen Bestattungswäldern, in einer Urnenwand oder in normalen Grabstellen – Friedhöfe bieten individuelle Möglichkeiten. „ Was will ich? Informationen und Entscheidungshilfen erhalten Sie bei den Friedhofsträgern und Bestattern, Kontaktadressen finden Sie auf Seite 31.

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„ Für ein gutes Gespräch ist es nie zu früh. Wer den Tod zu Lebzeiten tabuisiert, konfrontiert seine Angehörigen nach dem Todesfall mit Entscheidungen, die dann oft in aller Schnelle zu treffen sind. Die Broschüre will Wege und Möglichkeiten für eine zeitgemäße Friedhofsund Trauerkultur aufzeigen und dazu beitragen, dass Friedhöfe auch weiterhin als Orte begriffen werden, an denen man den Verstorbenen nahe sein kann. „Weißt Du eigentlich, wie und wo du mal bestattet werden willst?“ „Kennst Du die Erwartungen und Wünsche der Hinterbliebenen?“ Würden Sie so eine Frage Ihren Eltern, Kindern oder Ihrem Lebenspartner stellen? Solche Fragen können unangenehm sein, aber auch der Beginn eines ernsten, bewegenden und guten Gespräches. Auf folgende Fragen sollten Sie die Antworten kennen: Welche Rolle spielt der Friedhof in der Familientradition? Wo wünschen sich der Angesprochene, die Familie oder auch engste Freunde einen Ort des Erinnerns? Soll eine neue Grabstelle nur einen Platz oder Raum für mehrere Angehörige bieten? Wie lange soll es einen Ort des Gedenkens geben? Wie denken Sie oder Ihr Ansprechpartner über die Beisetzungsart, über Erd- oder Feuerbestattung? Ist der Wunsch nach einem anonymen Grab echtes Anliegen oder resultiert er aus der Sorge, niemand werde einmal das Grab pflegen? Wer wird das Grab vor allem besuchen? Wie sieht es mit der Erreichbarkeit gerade für ältere Menschen aus? Wie steht es um die finanziellen Möglichkeiten für einmal anfallende Kosten für Grabstein und Bestattungsgebühren, aber auch langfristige Verpflichtungen wie die Grabpflege? Hast Du auch schon einmal über den Tod nachgedacht? Die Träger von Friedhöfen, Bestatter, Steinmetze, Friedhofsgärtner und Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege an den bayerischen Landratsämtern helfen Ihnen gerne bei Ihren Entscheidungen.

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„ Unsere Friedhöfe: Spiegelbild unserer Kultur. Das Bedürfnis, Verstorbenen ein Andenken zu schaffen, ist so alt wie die Menschheit an sich. Ein Grab – mehr als nur ein kleiner Flecken Erde von 0,2 bis 5 Quadratmeter. Die Gräber auf unseren Friedhöfen sind nicht Endstation eines langen oder kurzen Lebens. Gräber sind Orte von Kultur, Orte, an denen die Endlichkeit alles Irdischen überdeutlich wird. Menschliche Kultur beginnt nicht allein dort, wo Häuser, Kirchen, Tempel und Bauwerke errichtet werden, sondern dort, wo Menschen ihre Toten nicht auf freiem Feld liegen lassen. Der Philosoph Heinrich Rombach erläutert: Die Kultur des Menschen kommt aus dem Stein! Dort, wo Menschen Tote zur Erde bestatten oder verbrennen und einen Stein des Gedenkens aufstellen, dort beginnt der Unterschied zu den Tieren. Nur wer vergessen wird, ist wirklich tot. Die Art und Weise, wie in den einzelnen Kommunen die Grabstätten gestaltet werden, ist regional sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich auf dem Friedhof Ihres Wohnortes oder Ihres Geburtsortes.

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„ Der Mensch, den wir lieben, ist nicht mehr da, wo er war, aber überall, wo wir sind und seiner gedenken. Augustinus von Hippo (354 - 430)

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Die Gesellschaft ändert sich. Die Bedürfnisse der Menschen nicht. Auch in unserer schnelllebigen Welt brauchen Trauer und Gedenken ihren Platz. In unserer Gesellschaft ist heute die Mobilität gefragt. Die sich verändernde Arbeitswelt fordert vom Menschen Beweglichkeit. Die Familien zerstreuen sich oft über weite Bereiche, so dass der Besuch eines Grabes nicht mehr oft erfolgen kann. Und doch ist das Grab der Eltern und anderer naher Verwandter ein Fixpunkt, zu dem man immer wieder zurückkehrt an persönlichen oder an allgemeinen Totengedenktagen. An solch einem Ort wird die Beziehung zu seinen Lieben gepflegt. Auf Grund der veränderten Situation muss im Voraus die Anlage und Pflege eines Grabes überdacht werden. Kann man durch eine Boden bedeckende Bepflanzung die Pflege soweit reduzieren, dass mit einigen wenigen Pflegegängen das Grab nicht verkommen aussieht? Oder findet sich jemand, der immer wieder mal nach dem rechten sieht? Oder überlässt man die Anlage und Pflege einem Gärtner, der die Arbeit professionell erledigt? Ein gepflegtes grünes oder blühendes Grab sorgt für positive Stimmung. Die Hinterbliebenen kommen gerne zum Grab. Besinnung, Erinnerung und Gemeinschaft leben auf. Die Pflege des Grabes kann individuell oder in Gemeinschaftsanlagen für Urnen- oder Erdbestattung von Fachpersonal übernommen werden. „ Ich wäre so gern noch viel öfter hier! Immer mehr Menschen tragen Sorge, sich nicht mehr ausreichend um die Grabstätten Ihrer Angehörigen kümmern zu können. Dafür gibt es Lösungen. Sprechen Sie mit Ihren Floristen, Friedhofsgärtnern, Bestattern, Steinmetzen oder Kreisfachberatern für Gartenkultur und Landespflege an den bayerischen Landratsämtern.

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„ Der Friedhof – ein lebendiger Ort. Die friedliche Stimmung auf Friedhöfen ist wie geschaffen zum Innehalten, Besinnen, Gedenken und für Begegnungen. Der Friedhof strahlt etwas Besonderes aus. Er ist ein Ort, an dem man selber zur Ruhe kommen und die Gedanken schweifen lassen kann. Hier begegnet einem Vertrautes aus früheren Zeiten. Erinnerungen an längst vergangene Tage werden wach. Einige Gemeinden nutzen den Friedhof als „Geschichtsbuch“ der Gemeinde, indem sie an wichtige Persönlichkeiten der Ortsgeschichte mit Tafeln erinnern. Auf manchen Friedhöfen werden sogar Führungen zu diesem Thema angeboten. Der Friedhof ist auch ein sozialer Ort. Gerade in der Situation der Trauerbewältigung sind die Begegnungen auf dem Friedhof ein wichtiger Aspekt. Wenn man sich Zeit nimmt, spürt man überall das Leben und das gibt Hoffnung. In den Bäumen singt der Wind sein Lied. Diese mächtigen Wesen strahlen Zuversicht aus. Sie sagen, dass auch schwere Situationen zu meistern sind und zeigen, dass das Leben einerseits ewig währt und im Herbst machen sie uns darüber hinaus bewusst, dass alles vergänglich ist. Vögel und Eichhörnchen sind recht zutraulich, ganz so als wollten sie Trost spenden in schweren Stunden. Den Friedhof haben viele Menschen als ansprechenden Ort entdeckt, den man gerne besucht. Das viele Grün, die Ruhe, die Blumen und die Tiere machen ihn attraktiv. Sogar Jogger und Spaziergänger nutzen ihn für ihre Aktivitäten. Vor allem ältere und größere Friedhöfe haben sich im Lauf der Zeit zu ökologisch wertvollen Lebensräumen entwickelt. Großkronige Bäume und Hecken sind wertvolle Lebensräume. In ihnen fühlen sich eine Reihe von Tieren, speziell in Höhlen brütende Vogel- und Säugetierarten und auch die streng geschützten Tiere, die im morschen Holz leben, wohl. Eigentlich ist es schön hier! In Städten und Dörfern sind Friedhöfe attraktive grüne Oasen mit oft beeindruckender Flora und Fauna.

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Das Grab ist der Ort der Trauer und Dankbarkeit. Wer heute von Erd- und Urnenbestattung, von der Idee der Beisetzung in Ruheforsten im Wald und anderen Formen des Abschieds spricht, kommt an einer Jahrtausende alten Kultur der Menschheit nicht vorbei. Daher sind alle Fragen zur Wahl eines Grabplatzes, der Größe und Gestaltung eines Grabes alles andere als nebensächlich oder einfach mal schnell entschieden. Es gibt viele mögliche Berater, die Ihnen bei diesen Grundentscheidungen helfen können, um für Ihre Situation eine verantwortete Entscheidung treffen zu können. Die Erfahrung zeigt: Menschen suchen einen festen Anlaufpunkt für ihre Trauer, das Gedenken und Nachdenken über ihre Angehörigen und die Grenzen des Lebens. Der Satz: „Ich brauche für meine Trauer und Erinnerung keinen festen Ort“ klingt zunächst plausibel, stellt sich aber nicht selten als gravierender Trugschluss heraus. Eine nachträgliche Umbettung in ein Grab oder einen fest umschlossenen Gedenkort ist nach einer anonymen Bestattung aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich – auch, wenn bei den Angehörigen der Wunsch besteht. Unsere Friedhöfe sind ein Spiegel der unterschiedlichen Lebensweisen der Regionen in unserem Land. Der Begriff kommt nicht etwa vom Wort „Friede“, vielmehr von „umfriedeter“, also umschlossener, ummauerter Ort. So findet sich eine große Vielfalt von Friedhofsformen und Gestaltungen überall in Bayern. „ Warum sieht jeder Friedhof anders aus? Friedhofsverwaltungen, Bestatter, Steinmetze und Friedhofsgärtner helfen Ihnen Lösungen für Ihre Vorstellungen der Bestattung zu finden. Was erlaubt, nicht gestattet oder vorgeschrieben ist, darüber informiert Sie die jeweilige Gemeinde oder Kirchengemeinde gerne.

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Die Wahl der letzten Ruhestätte will gut überlegt sein. Am besten gemeinsam. Die Möglichkeiten der Bestattung sind vielfältig. Bei der Urnenbestattung kommt es darauf an, welche Möglichkeiten im Friedhof gegeben sind. Urnenwände lassen kaum individuelle Lösungen zu. An vielen Urnenwänden ist es nicht gestattet, zum Gedenken an die Verstorbenen persönliche Zeichen der Verbundenheit oder Blumen und Blumengebinde abzulegen. Damit stellen Urnenwände häufig nur unbefriedigende Lösungen für die Trauerbewältigung dar. Es braucht eine fachlich fundierte Gestaltung an der viele Kommunen bereits arbeiten. Gemeinschaftlich angelegte Grabfelder, auch oft als „Memoriamgärten“ bezeichnet, erlauben entweder individuelle Grabzeichen, oder sie sind einheitlich künstlerisch gestaltet und kennzeichnen durch eine Tafel mit persönlichen Daten o.ä. die individuelle Grabstelle. „ Wie viel Platz braucht Erinnerung? Auskunft über die Möglichkeiten der unterschiedlichen Urnen-Bestattungsarten erteilt der örtliche Friedhof.

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„ Hier ist es so schön, damit man sich an all‘ die Menschen gerne erinnert.

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Ein individuell gestaltetes Grabmal ist Ausdruck persönlicher Wertschätzung. Wenn Sie sich für ein individuelles Grabzeichen entschieden haben, können Sie durch eine bewusste Gestaltung Vieles zum Ausdruck bringen. Schon im Wort Denkmal steckt die Aufforderung „denk mal“ nach, über den oder die Toten, die man hier zur letzten Ruhe gebettet hat und über das eigene Leben und Sterben. Ein gut gestaltetes Grabzeichen, kann uns bei der Trauerbewältigung helfen. Schon die Auswahl des Materials bringt etwas zum Ausdruck. So können Stein, Holz oder Metall eine persönliche Beziehung des Menschen zu diesen Werkstoffen zum Ausdruck bringen. So kann das Grabzeichen aus Holz für einen Schreiner oder Zimmermann prägend sein, ein geeigneter Stein aus der Region bringt Verbundenheit mit der Heimat zum Ausdruck. Ein handwerklich gut gestaltetes Grabdenkmal ist Ausdruck unserer Kultur. Nur der Mensch ist in der Lage die Werkstoffe aus der Natur über sich hinaus zu erhöhen und daraus ein „Kunstwerk“ zu formen. In vorbereitenden Gesprächen werden persönlich wichtige Wesensmerkmale aufgezeigt oder auch Dinge, die dem Menschen im Grab wichtig waren. Durch die Form, Symbole und Worte erhält das Denkmal eine sehr persönliche Note, die weit über die grundlegenden Dinge wie Namen und Alter hinausgehen. „ Ich setze Dir ein Zeichen. Steinmetz und Bildhauer sind kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Wahl und die Gestaltung des passenden Grabmals geht

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„ Bunt wie das Leben. Die Farben der Natur malen immer neue Bilder. Die Grabbepflanzung ist Ausdruck des individuellen Gedenkens mit vielfältigen Möglichkeiten. Im westlichen Kulturkreis ist es üblich, Gräber zu bepflanzen, da Pflanzen, die wachsen, blühen, Früchte bilden und im Herbst das Laub fallen lassen, den Kreislauf des Lebens mitmachen und damit als Symbol für die Vergänglichkeit allen Lebens stehen. Zur Grabgestaltung werden kleinwüchsige Gehölze, Bodendecker, Stauden und Blumen als Dauer- oder jahreszeitliche Wechselbepflanzung verwendet. Durch die vorhandene Pflanzenvielfalt kann jedes Grab individuell gestaltet werden, beispielsweise mit Pflanzen, die für das Leben des Verstorbenen stehen oder mit dessen Lieblingspflanzen. Um Gefühle wie Liebe, Trauer oder Vergänglichkeit auszudrücken, können auch Symbolpflanzen integriert werden. Das Grab kann bunt, in warmen oder in kalten Farbtönen oder auch schlicht in einem Farbton bepflanzt sein, je nach Vorliebe des Einzelnen. Die geringe Pflanzfläche lässt mehr Spielraum als man denkt. Die Fläche erhält ihre Gestaltung nicht nur durch Blütenfarbe, sondern auch durch stimmige Flächenaufteilung, Verwendung verschiedener Pflanzenhöhen und unterschiedlichen Blattstrukturen und -farben. Durch die richtige Pflanzenwahl kann zudem der nötige Pflegeaufwand gering gehalten werden. Wichtig ist, dass die Pflanzen mit den vorhandenen Licht- und Bodenverhältnissen zurechtkommen und dass Pflanzen gewählt werden, die nicht schon nach kurzer Zeit zu groß werden. Bodendeckerflächen und Hintergrundgehölze bringen Ruhe auf das Grab, Wechselpflanzungen das Leben, die Abwechslung und die Farbe. Grabgestaltung und -pflege ist ein schönes Ritual, das Angehörigen bei der Trauerbewältigung hilft.

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Botschafter der Zuneigung und Erinnerung. Blumen sind Zeichen der Wertschätzung und Liebe – auch über den Tod hinaus. Bei einer Trauerfeier und auf dem Friedhof sind in unserem Kulturraum Blumen ein liebevolles und persönliches Zeichen der Anteilnahme. Sie vermitteln Wärme und Geborgenheit. Sie sind wichtig in der Trauerbewältigung. Blumen trösten, wenn Worte fehlen. Gut gestaltete Trauerfloristik ist ein Zeichen der persönlichen Anteilnahme und des individuellen Abschieds. Auch hier ist die Symbolik der Pflanzen und deren Farbe ein Ausdruck der ganz persönlichen Verbundenheit. Floristen helfen gerne, ganz persönliche Wünsche und Ideen floral umzusetzen. Individuelle Blumengestecke und –sträuße sind tröstende Begleiter. Sie veranschaulichen das Werden und Vergehen. Seit Jahrhunderten werden Tote mit Trauerkränzen geehrt. Kränze symbolisieren den Kreislauf der Natur und den Kreislauf des Lebens. Sie sind Sinnbild der Unendlichkeit und der ewigen Verbundenheit. In der modernen Trauerfloristik finden sich viele Variationen dieser klassischen Gestaltungsform wieder. „ Ich denke an Dich. Bei Fragen zur Symbolik von Blumen ist der Florist der richtige Ansprechpartner. Er berät gerne bei der wahl der richtigen Gebinde- und Gesteckform.

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Ein schönes Grab ist garantiert Umgeben von Vogelgezwitscher und Blütenpracht! Das Grab selbst zu bepflanzen, Blumen zu gießen, Bodendecker zurückzuschneiden oder auch nur eine Kerze anzuzünden – selbst etwas tun zu können – das erleichtert den Hinterbliebenen oftmals die Verarbeitung der eigenen Trauer und kann ein nützliches Ritual sein. Dennoch sollte sich die Grabpflege in den Grenzen der Möglichkeiten des Einzelnen bewegen. Dies kann durch die richtige Pflanzenwahl, sowie das Verhältnis von Dauer- und Wechselbepflanzung erreicht werden. Wer bedingt durch körperliche Einschränkungen oder aufgrund räumlicher Distanz die Pflege nicht selbst leisten kann, hat auch andere Möglichkeiten. Bayernweit bieten Friedhofsgärtner qualifizierte Grabpflege an. Mit dem Gärtner vor Ort können individuelle Grabpflegeverträge, abgestimmt auf die eigenen Wünsche und Vorstellungen, abgeschlossen werden. Treuhandgesellschaften bieten Dauergrabpflegeverträge an. Die Besonderheiten hier sind, dass die Vertragssumme treuhänderisch, nach strengen Richtlinien verwaltet und die Arbeit der Gärtner kontrolliert wird. Auf den Kunden kommen keine Folgekosten zu und er kann auch aus der Ferne sicher sein, dass das Grab immer gepflegt ist. Die Verträge können auch bereits zu Lebzeiten als Vorsorge abgeschlossen werden und treten in dem Fall erst dann in Kraft, wenn der Todesfall eintritt. Ein sich immer mehr verbreitendes Modell der Dauergrabpflege sind Gemeinschaftsgrabanlagen. Sie werden in Form von Erd- oder Urnengräbern oder als Kombination verschiedener Bestattungsformen angeboten, die in eine zusammenhängend gestaltete Fläche eingebettet sind. Anonyme Gräber gibt es hier nicht. Die Individualität der Verstorbenen wird durch einen Grabstein oder eine Stehle mit Namen, Geburts- und Sterbedaten gewahrt. Die saisonale Bepflanzung und Pflege der je nach Größe beetoder parkartig gestalteten Gesamtanlage übernehmen auch hier professionelle Friedhofgärtner der Treuhandgesellschaften und sichern somit ein für den Kunden pflegefreies Grab in einer angenehmen, würdevollen und attraktiven Umgebung. „ Keine Sorge, ich mach’ das. Zusammen mit dem Friedhofsgärtner findet sich die optimale Gestaltung eines jeden Grabes. Er kümmert sich auch gerne das ganze Jahr über um ein eine ansprechende Bepflanzung.

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