Broschüre konvisionär - das Wohnprojekt mit Zukunft!

 

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Wohnprojekt, Heidelberg, Südstadt, gemeinschaftlich - ökologisch - selbstverwaltet - solidarisch

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Konversion + Vision = konvisionär DAS WoHnPRoJEKT MIT ZUKUnFT Ökologisches Wohnen in Gemeinschaft auf der Heidelberger Konversionsfläche «Mark Twain Village»

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Konversion + Vision = konvisionär Konversion + Vision = konvisionär — Wir sind konvisionär — Modellcharakter für gemeinschaftliches und ökologisches Leben  — Den neuen Stadtteil bereichern — Sozialverträglich und bezahlbar Wohnen mit Zukunft: Die 4 Grundideen von konvisionär — Ökologisch — Gemeinschaftlich — Solidarisch — Selbstverwaltet Hier wollen wir einziehen: Unsere zukünftigen Häuser — Inmitten der Heidelberger Südstadt — Beschaffenheit der Häuser Wem gehört’s, wer bestimmt: Unsere Besitz- und Eigentumsstruktur So setzen wir es um: Alle machen mit – jeder so wie er und sie kann Finanzierung: So stemmen wir die Kosten — Aktuelle Kostenübersicht  — Unser Finanzierungskonzept — Refinanzierung der Kosten Risiken: So sichern wir uns ab Werden Sie Teil des Projekts: Direktkredite geben — Konditionen – darauf lassen Sie sich ein — Immobilien und Heidelberg – eine sichere Sache Jetzt geht’s los: Der Direktkredit-Vertrag 1 Wir sind konvisionär 3 8 Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von über 40 Menschen im Alter von 0 bis 72 Jahren. Gemeinsam teilen wir eine Vision: Wir wollen anderthalb ehe­ malige US-Kasernengebäude auf der Heidelberger Konversionsfläche «Mark Twain Village» in ein ökologisches Wohn- und Projekthaus umwandeln. Für die Umsetzung dieser Vision haben wir uns als Verein organisiert: Zusammen sind wir «konvisionär – Verein für ökologisches Leben in Gemeinschaft e.V.» Anfang 2017 werden wir als Einzelpersonen, Paare, Familien mit Kindern und Wohngemeinschaften unter ein Dach ziehen. Dabei sind wir uns einig, dass vier Prinzipien die Grundlage eines bereichernden Zusammen­ lebens bilden: ökologisches und gemeinschaftliches Leben in Solidarität und Selbstverwaltung. 10 12 14 16 18 20 1

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Wohnen mit Zukunft Die 4 Grundideen von konvisionär MoDELLcHARAKTER FÜR GEMEInScHAFTLIcHES UnD ÖKoLoGIScHES LEBEn Leben in Gemeinschaft halten wir für ein wundervolles und zukunftsträchtiges Alternativkonzept zur individualisierten Gesellschaft. Unser Wohnprojekt ist so angelegt, dass die Begegnung zwischen den Bewohner/innen gefördert wird. Wir möchten in gemeinsamen Räumen und Projekten zusammenwachsen, uns unterstützen und inspirieren. Neben Gemeinschaftlichkeit steht für uns auch der Aspekt eines ökologischen Lebens im Mittelpunkt. Indem wir Räumlichkeiten und Infrastruktur in der Hausgemeinschaft teilen, werden wir unseren Verbrauch von Ressourcen verringern. Neben dem ökologischen Nutzen ergibt sich daraus auch ein finanzieller Vorteil. Diesen Spielraum setzen wir ein, um Renovierungen auf einem hohen energetischen Standard zu realisieren. keit leisten. Durch gemeinnützige und ökologisch sinnvolle Projekte wie eine offene Fahrradwerkstatt, eine Lebensmittelkooperative oder einen Umsonstladen schaffen wir öffentliche Räume, in denen sich Menschen aus dem Stadtteil treffen, austauschen und unterstützen. Solidarisch, ökologisch, gemeinschaftlich und selbstverwaltet – das sind für uns nicht nur die Grundlagen für ein bereicherndes Zusammenwohnen. Wir wollen in unseren Häusern auch Räume schaffen, von denen diese Prinzipien als Impulse nach außen getragen werden: in unser Viertel, in die Stadt und in die Gesellschaft. SoZIALVERTRäGLIcH UnD BEZAHLBAR 1. ÖKoLoGIScH Das Prinzip der Selbstverwaltung ermöglicht es uns, bei konvisionär auf lange Sicht niedrige Mieten anzubieten – denn in unserem Wohnprojekt müssen wir keine Interessen von profitorientierten Investor/innen bedienen. Stattdessen ermöglicht unser solidarisches Finanzierungskonzept, dass auch Menschen mit wenig Geld in den konvisionär-Häusern wohnen und damit in guter Lage in der Stadt Heidelberg leben können. Weil zusammen vieles leichter geht, ist konvisionär e.V. Mitglied in der Initiative hd_vernetzt, die sich für die Verwirklichung von alternativen Wohnund Kulturprojekten auf den Heidelberger Konversionsflächen einsetzt. Gemeinsam arbeiten wir an der Vision von gelebten Alternativen in Heidelberg! Der verantwortungsvolle Umgang mit unserer Umwelt bestimmt bereits heute das alltägliche Handeln unserer Mitglieder: Wir alle bewegen uns z.B. hauptsächlich mit Rädern und öffentlichen Verkehrsmitteln fort. Solche Verhaltensweisen werden wir in der Gestaltung unseres Hausprojektes fördern – bspw. durch überdachte Fahrradstellplätze, Carsharing und ÖPNV am Haus. Auch bei der Modernisierung der bestehenden Gebäudesubstanz ist uns Umweltschutz wichtig. Ziel der Sanierung ist ein energetisch hoher Standard bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen und unter Einsatz ökologischer Baustoffe und Energien. AnTJE «So zentral wie eine umweltfreundliche Mobilität ist auch eine regionale und ökologische Ernährung. Deswegen bin ich bei der Solidarischen Landwirtschaft, die auch ein Depot in den zukünftigen konvisionär-Häusern haben soll.» DEn nEUEn STADTTEIL BEREIcHERn Die Idee des sich Begegnens und der Schonung von Ressourcen wollen wir auch in den neu entstehenden Stadtteil und die Nachbarschaft hineintragen. Auf diese Weise möchten wir mit konvisionär einen Beitrag zu einem gesellschaftlichen Wandel in Richtung Zukunftsfähig2 3

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HAnnA «Es ist so wunderbar zu wissen, dass ich mit so vielen Menschen zusammen wohnen werde, die ich gern habe und mit denen ich Wissen, Güter und Zeit teilen kann.» In der architektonischen Planung verfolgen wir ebenfalls das Ziel der Ressourcenschonung: Indem wir gemeinschaftlich genutzte Räume und Infrastruktur (Arbeitszimmer, Gästezimmer, Waschküche) einrichten, schaffen wir es, den Pro-Kopf Wohnraumbedarf effektiv zu senken. Damit wirken wir dem Trend einer stetig steigenden Pro-Kopf-Wohnfläche entgegen, deren Größe untrennbar mit dem Verbrauch von knappen Ressourcen wie Energie und fossilen Brennstoffen verknüpft ist. MIA «Ich kanns kaum erwarten mit allen Kindern ein großes Baumhaus auf dem Gelände zu bauen.» 2. GEMEInScHAFTLIcH konvisionär wird als Wohnprojekt Platz für rund 60 Personen bieten. Zusammen möchten wir hier nicht nur wohnen, sondern auch eine Gemeinschaft aufbauen und pflegen. Gemeinschaftliches Leben heißt für uns, dass die verschiedenen Wohneinheiten untereinander durch gemeinsame Entscheidungsstrukturen und Einrichtungen vernetzt sind. Unser Wohnprojekt gestalten wir deshalb so, dass Begegnung möglich ist und Teil des Alltags wird. Auch hier spielen gemeinschaftlich genutzte Räume eine wichtige Rolle: Ob in der offenen Werkstatt, bei einer gemeinsamen Yoga-Stunde oder beim Gärtnern in der großzügigen Grünfläche vor den Häusern – Austausch, gemeinsames Schaffen und Verantwortung bringen die Menschen zusammen. Vielseitiges Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen können in die offenen Projekte eingebracht werden. Gleichzeitig ist es uns wichtig, die Individualität, das Ruhebedürfnis und die Wünsche jedes/r Einzelnen zu respektieren. Insgesamt planen wir etwa 27 abgeschlossene Wohneinheiten, die den Mieter/innen als 4 privater Raum zur Verfügung stehen. Die Bewohner/ innen suchen die Gemeinschafsangebote und -räume gemäß ihrer persönlichen Bedürfnisse auf. So sind unterschiedlich intensive Stufen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens möglich. 3. SoLIDARIScH Solidarisch zu leben bedeutet für uns, sich verbunden zu fühlen und gemeinsam füreinander und für die Welt um uns herum Verantwortung zu tragen – jede/r so wie er oder sie kann. Zu einem solidarischen Miteinander gehört für uns, dass Menschen aller Einkommensgruppen die Chance haben, in das Wohnprojekt zu ziehen. Dies realisieren wir, indem die Mieten und die finanzielle Beteiligung an die Möglichkeiten der Bewohner/innen angepasst werden. Unsere Eigentumsstruktur (siehe Seite 10) sichert außerdem, dass nicht nur die heutigen, sondern insbesondere die zukünftigen Bewohner/innen von günstigen Mieten profitieren werden. Dies funktioniert dadurch dass die Mieteinnahmen überwiegend in die 5

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FELIX «nicht nur wir haben was von konvisionär, sondern auch die Menschen, die nach uns in dem Projekt wohnen werden. Weil wir bei konvisionär über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und alle mitnehmen bin ich dabei!» Tilgung der Kredite fließen. Sind diese abbezahlt müssen nur noch Rücklagen für Instandhaltung und zukünftige Modernisierungen gebildet werden – die Mieten in den konvisionär-Häusern können so dauerhaft niedrig bleiben. Solidarität findet für uns aber nicht nur auf finanzieller Ebene statt, sondern bedeutet auch, sich im gelebten Alltag zu unterstützen. Die persönliche und räumliche Nähe ermöglicht vielseitige Formen der gegenseitigen Unterstützung – zwischen Jung und Alt, Berufstätigen und nicht-Berufstätigen sowie Alleinstehenden und Familien – und fördert so die Teilhabe aller am sozialen Miteinander. Das Modell der Selbstverwaltung vereint zwei großartige Vorteile. Erstens, die Entscheidungsfreiheit: Die Bewohner/innen entscheiden selbst wie sie Belange des Wohnens gestalten möchten. Zweitens, der Non-ProfitAnsatz: Durch die Unabhängigkeit von Investor/innen muss das Hausprojekt keine Profite erwirtschaften. Auf diese Weise schaffen wir in Heidelberg preisgünstigen und unabhängigen Wohnraum in guter Lage. SELBSTVERWALTET Welche Farbe bekommt die Fassade? Mit welchen Energien wird geheizt? Wer zieht in die Nachbarwohnung ein? In normalen Mietshäusern werden die Antworten auf solche Fragen von den Eigentümer/innen vorgegeben – bei konvisionär entscheiden wir das selbst! Als Modus der Entscheidungsfindung nutzen wir das Konsensverfahren. Dabei findet die Meinung jedes/r Einzelnen Berücksichtigung. Ziel ist eine Lösung, die von allen Beteiligten mitgetragen wird. konvisionär regelt auch die formale und finanzielle Verwaltung des Hausprojekts: die Geschäftsführer/ innen der GmbH, die momentan aus den Reihen des konvisionär e.V. kommen, haben den Auftrag, die Vorgaben und Wünsche der Bewohner/innen umzusetzen. Es ist klar, dass dies immer unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des Projekts geschieht. 6 7 SUSAnnE «Durch die Selbstverwaltung unserer Häuser entscheiden die Menschen, die im Haus wohnen, was damit geschieht und nicht ein Immobilienbesitzer, der primär ein Profitinteresse an den Immobilien haben kann.»

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Hier wollen wir einziehen Unsere zukünftigen Häuser InMITTEn DER HEIDELBERGER SÜDSTADT BEScHAFFEnHEIT DER HäUSER Die anderthalb Häuser von konvisionär liegen im westlichen Teil des «Mark Twain Village», einem bis zuletzt von der US-Armee genutzten Areal mitten in der Heidelberger Südstadt. Der Hauptbahnhof und die S-BahnHaltestelle Weststadt/Südstadt befinden sich in weniger als 2 km Entfernung; die historische Altstadt ist mit dem Fahrrad in 12 Minuten zu erreichen. Das in Nord-Süd-Richtung stehende Haus an der Roeblingstraße sowie die Hälfte des dazu quer stehenden Hauses parallel zur Rheinstraße (siehe Luftaufnahme) umrahmen einen großzügigen, grünen Innenhof. Dieser bietet Platz für einen Gemeinschaftsgarten, Kletter- und Spielgelegenheiten, einen Regenwassertank sowie weitere Vorhaben – beispielsweise eine Imkerei oder einen Lehmbackofen. In direkter Nachbarschaft (dem westlichen Teil der drei Gebäude) entsteht das Wohnprojekt Hagebutze, mit dem wir ein gemeinsames Grünflächenkonzept und weitere Kooperationen verfolgen. Erbaut wurden die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser in den 1950er-Jahren für die Wohnnutzung. Jedes Haus hat jetzt zwölf Wohneinheiten und eine ehemalige Dienstmädchenetage im Dach. Die Wohnfläche beträgt 1.766m² (beheizte Nettogrundfläche inklusive Treppenhäuser), die Gebäudenutzfläche nach EnEV 2.091m². In den anderthalb Häusern werden uns nach Sanierung zirka 2.700m² in 24 Wohneinheiten zur Verfügung stehen. Das 2013 für die Stadt Heidelberg erstellte Teilenergiekonzept hält für diesen Gebäudetyp fest, dass der Primärenergiekennwert (Heizen, Warmwasser und Hilfsenergie) bei 90 kWh/m²a liegt – deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt für Wohngebäude. Dies liegt vor allem an der primärenergetisch günstigen Fernwärmeversorgung und an der kompakten, mehrgeschossigen Bauweise. Dennoch empfiehlt das Teilenergiekonzept für die zuletzt in den 1980er Jahren modernisierten Gebäude eine energetische Sanierung. Laut Prognose amortisieren sich die Ausgaben bereits für einen Berechnungszeitraum von 25 Jahren. In beiden konvisionär- Häusern ist die Umsetzung einer solchen Sanierung geplant. 8 9 Seitansicht eines der Häuser mit geplanten Balkonen und Gauben Aktueller Grundriss eines halben konvisionär-Gebäudes

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Wem gehört’s, wer bestimmt Unsere Besitz- und Eigentumsstruktur Die Vorteile auf einen Blick Selbstverwaltung wird gelebt: Das Konzept ermöglicht die Verwirklichung des zentralen Anspruchs des selbstverwalteten Wohnens. Mieten müssen keine Profite erwirt­ schaften und können niedrig gehalten werden – insbesondere mittel- und langfristig, sobald die Kredite getilgt sind. Keine Gewinnausschüttung an die Gesellschafter: dies ist vertraglich geregelt und verhindert, dass sich Einzelpersonen oder Gruppen an den gemeinschaftlich aufgebauten Kapitalwerten bereichern. Hausverkauf äußerst unwahrscheinlich: Die Mitglieder der beiden gesellschaftenden Vereine müssten jeweils mit 80% Mehrheit einem Verkauf zustimmen. Das ver­ hin­ dert einen Hausverkauf mit hoher Wahrscheinlichkeit. Keine finanzielle Bereicherung Einzelner: Im unwahrscheinlichen Falle eines Hausverkaufs, muss der Gewinn (nach Tilgung der Schulden) zweckgebunden für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt eingesetzt werden. Im Falle einer Auflösung der GmbH legt der Gesellschaftervertrag fest, dass das Vermögen (nach Tilgung der Schulden) in gemeinnützige Projekte fließt. konvisionär funktioniert selbstverwaltet. Um dieses Prinzip zu realisieren, ha­ ben wir eine besondere Besitz- und Eigentumsstruktur. Diese stellt sicher, dass Wohnen in Selbst­ verwaltung nicht nur für die Gründer/innen von konvisionär, sondern auch für zukünftige Bewohner/innen des Projekts möglich ist. Eigentümer der konvisionär-Häuser sind nicht die Bewohner/innen, sondern eine GmbH: die «konvisionär Wohngesellschaft mbH» (kurz: konvisionär-GmbH). Diese GmbH wurde mit dem Zweck gegründet, die Häuser der Wohn- und Projekthausinitiative konvisionär zu kaufen – bei ihr liegt der Eigentumstitel der anderthalb konvisionär-Häuser samt dem dazugehörigen Grundstück. Die konvisionär- GmbH hat zwei Gesellschafter: Erster Gesellschafter ist «konvisionär – Verein für ökologisches Leben in Gemeinschaft e. V.» (kurz: konvisionär e.V.). Diesem Verein gehö­ ren alle aktuellen Bewohner/innen der Häuser an. Der Verein und seine Mitglieder (also die Bewohner/innen) kümmern sich als Besitzer/innen der Häuser um alle wesentlichen Belange. Dabei setzen sie sich für ein Zusammenleben im Sinne der in der Satzung verankerten Grundsätze – ökologisch, gemeinschaftlich, selbstverwaltet und solidarisch – ein. 10 Der zweite Gesellschafter ist der «Verein zur Sicherung selbstverwalteter Wohnformen e.V.». In diesem Verein steht eine Mitgliedschaft nicht nur den aktuellen Bewohner/innen offen, sondern allen Interessierten – bspw. ehemalige Mitbewohner/innen oder Sympathisant/innen gemein­ schaftlicher und ökologischer Wohnformen. Der Zweck des Vereines besteht darin, den Verkauf der GmbH-eigenen Immobilien zu verhindern und andere gemeinschaftliche Wohnformen zu fördern. Die Mitglieder dieses Vereins sind berechtigt, Einblick in die Finan­ zen und Tätigkeiten der konvisionär-GmbH zu nehmen. So wird die Transparenz über die Geschäfte der GmbH erhöht. Der Gesellschaftsvertrag legt fest, dass grundlegende Entscheidungen wie eine Änderung im Eigentumstitel oder des Gesellschaftsvertrags von den Gesellschaftern nur in beiderseitigem Einvernehmen getroffen werden können. Gleichzeitig ist definiert, dass Fragen des Zusammenlebens eigen­ ständig vom ersten Gesellschafter (konvisionär e.V.) entschieden werden. Dinge wie Umbaumaßnahmen oder Ab­ schluss von Mietverträgen obliegen also allein konvisionär e.V. und damit den Bewohner/innen des Hausprojekts. Gesellschafter Gesellschafter konvisionär – Verein für ökologisches Leben in Gemeinschaft e.V. Hauseigentümer konvisionär Wohngesellschaft mbH Verein zur Sicherung selbstverwalteter Wohn­formen e.V. – Selbstverwaltung –  Belange des Wohnens –  Stimmrecht bei Hausverkauf und Änderung des Gesellschaftsvertrags Mitglieder – alle aktuellen Bewohner/-innen 11 –  Stimmrecht bei Haus­ verkauf und Änderung des Gesellschaftsvertrags Mitglieder –  aktuelle und ehemalige Bewohner/innen – Direktkreditgeber/innen – Interessierte

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So setzen wir es um Uns ist klar: So ein Haus zu kaufen, umzubauen und zu verwalten ist viel Arbeit! Wir bewältigen diese Aufgabe durch eine Kombination aus kontinuierlicher Eigenarbeit und Einbeziehung von Fachleuten. Wir sind viele hochmotivierte Menschen, die Fähigkeiten aus verschiedensten Bereichen mitbringen. Um unser Projekt Schritt für Schritt zu realisieren, haben wir uns in sechs verschiedenen Arbeitskreisen organisiert. Die Mitglieder eines Arbeitskreises sind auf einen bestimmten Teilbereich des Projekts spezialisiert und bereiten Entscheidungen vor, die dann von der Gesamtgruppe getroffen werden. Rechtsberatung Bauplanung Alle machen mit – jeder so wie er und sie kann AK REcHT •GmbH & Verein •Satzungen •Rechtsform AK ARcHITEKTUR •Baurelevante Themen •Architektenwahl •Wohnungsaufteilung AK GEMEInScHAFT AK FInAnZEn •Direktkredite •Finanzplan •Zuschüsse •Gruppenprozesse gestalten •gemeinsame Aktivitäten •Konsensstruktur fördern Finanzund Steuerberatung Einmal pro Woche treffen sich alle Mitglieder von konvisionär, um die Ergebnisse aus ihren Arbeitskreisen zu teilen – so schaffen wir es, dass alle Mitglieder über ihren spezifischen Arbeitsbereich hinaus informiert sind. Bei unseren wöchentlichen Treffen, den sogenannten aMV (außerordentliche Mitgliederversammlungen), diskutieren wir außerdem anstehende Aufgaben und treffen Entscheidungen im Konsensverfahren. In tragenden Bereichen ist es uns wichtig, Fachleute von außen heranzuziehen. Professionelle Beratung nehmen wir derzeit in juristischen, finanzrechtlichen, architektonischen und in Fragen der Energieeffizienz in Anspruch. Mitglieder AK KonTAKTE •Stadt Heidelberg •hd_vernetzt •Hagebutze Auch Sie können sich einbringen und konvisionär unterstützen! Bringen Sie ihr Know-How ein oder fördern Sie das Hausprojekt durch einen Direktkredit – mehr dazu auf Seite 18. AK ÖFFEnTLIcHKEITSARBEIT •Website und Infomaterial •Infoveranstaltungen •Newsletter 12 13

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Finanzierung So stemmen wir die Kosten Wir rechnen damit, dass die Realisierung des Wohn- und Projekthauses konvisionär rund 5 Millionen Euro kosten wird. Diese Kosten umfassen den Kauf, den Umbau sowie die Sanierung der anderthalb Mehrfamilienhäuser samt Grundstück sowie weiterer Baunebenkosten. Als Berechnungsgrundlage dienten die Verkaufsabsichtserklärung der Stadt Heidelberg, die Angaben von Architekten sowie die städtische Modellrechnung zur Sanierung. Sowohl in der Phase des Baus und der Sanierung als auch bei der Refinanzierung planen wir finanzielle Spielräume für Verzögerungen und Hindernisse ein. Aktuelle Zahlen finden Sie immer auf unserer Website: UnSER FInAnZIERUnGSKonZEPT Die Finanzierung des Projekts setzt sich aus drei wesentlichen Bausteinen zusammen: Direktkredite von konvisionärMitgliedern und externen Unterstützer/ innen des Projekts, Kredite von Banken sowie Fördermittel und Zuschüsse. Bankkredite 3.300.000 Euro www.konvisionaer.de STEIn «Bei unserem Finanzierungsplan sind wir mit Zuversicht vorgegangen und haben Risiken berücksichtigt. So ist ein belastbares Finanzkonzept entstanden, das wir flexibel an sich ändernde Gegebenheiten anpassen können.» Direktkredite sind Geldbeträge, die dem Projekt direkt geliehen werden – ohne den Umweg über eine Bank. Unser Ziel ist es, 1,5 Millionen Euro an Direktkrediten zu sammeln. Direktkreditgeber/in kann jede Person sein, die unser Wohnprojekt unterstützenswert findet und konvisionär Geld leihen möchte. Direktkredite verschaffen uns eine solide Ausgangsposition in den Verhandlungen mit Banken, die den größten Finanzierungsanteil mit rund 3.300.000 Euro ausmachen. Erste Gespräche mit Banken haben gezeigt, dass diese an der Finanzierung unseres Projekts interessiert sind. Die derzeit günstigen Zinsen kommen unserem Vorhaben außerdem entgegen. Wir rechnen zudem damit, dass wir aus Förderprogrammen der Bundesregierung, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und anderen Zuschussgeber/innen rund 200.000 Euro an Förderkrediten erhalten. Förderkredite und Zuschüsse 200.000 Euro Direktkredite 1.500.000 Euro DEcKUnG DER KoSTEn KoSTEnÜBERSIcHT (STAnD SEPTEMBER 2015) Kauf der 1,5 Häuser mit Grundstück inkl. Verwaltungs- und Kaufnebenkosten Umbau, Renovierung und energetische Sanierung Gesamtkosten 14 1.800.000 Euro 3.200.000 Euro 5.000.000 Euro Den Ausgaben für Tilgung der Kredite, Zinszahlung, Verwaltungskosten sowie Bildung von Rücklagen für Instandhaltung und Mietausfällen stehen die Einnahmen aus der Vermietung der Mehrfamilienhäuser gegenüber. Nach Abschluss der Umbauund Sanierungsarbeiten stehen rund 2.700 m² Wohnfläche zur Verfügung. Wir kalkulieren durch Mieteinnahmen jährlich zirka 260.000 Euro umzusetzen. 15

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Risiken MIETAUSFäLLE So sichern wir uns ab STEIGEnDE ZInSEn Mieteinnahmen bilden die Finanzierungsgrundlage des Projekts. Die konvisionär-GmbH schließt mit allen Bewohner/innen des Hausprojekts rechtskräftige Mietverträge ab. Derzeit (Stand: Sept. 2015) füllt der Bedarf der konvisionär-Mitglieder über 70% der Wohnungen aus. Für die restlichen Wohnungen gibt es zahlreiche Bewerber/ innen im Aufnahmeprozess sowie eine Warteliste mit vielen weiteren Interessierten. Dennoch wurden Mietausfälle in einer Höhe von 3% einkalkuliert. Wir rechnen damit, dass die Zinsen zukünftig deutlich höher sein werden als heute. Deshalb streben wir eine langfristige Zinsbindung an. In dieser Zeit können wir die Kreditsumme durch Tilgung bereits erheblich reduzieren. Zusätzlich werden Teile nicht benötigter Rücklagen für Sondertilgungen eingesetzt. Dadurch benötigen wir nur geringere Folgekredite, für die dann möglicherweise höhere Zinsen gezahlt werden müssen. BAUKoSTEn UnD GEBäUDEScHäDEn Unerwartet erhöhte Baukosten sollen durch folgende Maßnahmen vermieden werden: Noch vor Vertragsabschluss wurden und werden Expertengutachten erstellt (z.B. Schadstoffe, Trittschall und Statik). Bereits während der Bauphase sichern wir das Risiko von Schäden am Gebäude durch verschiedene Versicherungen ab (insbesondere Bauleistungs- und Wohngebäudeversicherung). Wir nehmen eine genaue Kostenüberwachung vor und haben die Bereitschaft bei Kostenüberschreitungen in einem Gewerk auf kostengünstigere Implementierungen in anderen Gewerken auszuweichen. Wir arbeiten eng mit anderen Projekten auf den Konversionsflächen in Heidelberg zusammen und pflegen Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Projekten in gleichartigen Gebäuden, z.B. in Gießen. Dem Risiko unerwarteter Gebäudeschäden begegnen wir durch hohe Rücklagen für Instandhaltung. LoTTE «Mama, Papa und alle anderen arbeiten so viel für konvisionär – das klappt bestimmt!» SIMon «Im Leben ist nichts ohne Risiko. Weil wir das wissen planen wir sorgfältig und sichern uns ab.» 16 17

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Werden Sie Teil des Projekts Direktkredite geben Direktkredite bieten Einzelpersonen und Gruppen die Möglichkeit, ihr Geld einem Projekt zur Verfügung zu stellen – gegen Zinsen und für einen definierten Zeitraum. Anstatt mit Ihrem Geld auf Bankkonten möglicherweise fragwürdige Finanzpraktiken zu unterstützen, parken Sie als Direktkreditgeber/in Ihr Kapital in einem sinnvollen Projekt. So wissen Sie ganz konkret wofür Sie Ihr Geld einsetzen. Bei einem Direktkredit wird zwischen dem/der Kreditgeber/in und der konvisionär-GmbH ein Kredit­ vertrag abgeschlossen. Die Gewährung eines Direktkredites bedeutet, konvisionär unmittelbar bei der Reali­ sierung des Wohnprojekts zu unter­ stützen. Durch eine hohe Summe an Direktkrediten erhält die konvisionär-GmbH außerdem günstigere Kondi­ tionen für ihre Bankkredite. Vorteile des Direktvertrags an konvisionär: Transparent Sie stellen Ihr Geld zweckgebunden einem konkreten Projekt zur Verfügung. Nachhaltig Sie fördern zukunftsfähige Wohn­ formen und die Schaffung von ökologischem Wohnraum. Lokal Sie unterstützen eine lokale Initiative mit offenen und gemeinnützigen Projekten. Dadurch leisten Sie einen Beitrag zur alternativen Gestaltung eines neuen Stadtteils. Individuell Sie nutzen persönlich angepasste Renditen und Laufzeiten. Sozial Sie unterstützen Wohnformen, die genera­ tionenübergreifend ein solidarisches und soziales Miteinander ermöglichen. Gerecht Sie tragen dazu bei, langfristig bezahlbaren Wohnraum in Heidelberg zu schaffen. Konditionen – darauf lassen Sie sich ein Immobilien und Heidelberg – eine sichere Sache Die Mindestlaufzeit der Direktkredite beträgt zwei Jahre, die Kündigungsfrist ist ein Jahr. Lange Laufzeiten und Kündigungsfristen geben uns die nötige Planungssicherheit. Je nachdem, wie sehr Sie unser Projekt unterstützen möchten, können Sie sich für eine Verzinsung zwischen 0 und 1,5% entscheiden. Sollte es zu einem ökonomischen Engpass kommen, können die Tilgungen der Direktkredite ausgesetzt werden – so sichern wir unsere Zahlungsfähigkeit. In der Regel erfolgt die Zinsausschüttung gemeinsam mit der Rückzahlung Ihres Kredites. Ab einer Kredithöhe von 5.000 Euro ist auch eine jährliche Auszahlung Ihrer Zinsen möglich. Im Falle einer Insolvenz werden Direktkredite nachrangig bedient, da Bankkredite gemäß gesetzlicher Vorgaben bevorzugt behandelt werden müssen. Kreditbeginn ist voraussichtlich im 1. Quartal 2016. Weitere Kredite werden in der Folgezeit für die Phase der Reno­ vierung benötigt. Die Direktkredite und Zinsen werden über Mieteinnahmen refinanziert. Angesichts des hohen Wohnraumbedarfs in Heidelberg und der guten Lage der Häuser ist mit einer stabilen Vollvermietung zu rechnen. Aus den Erfahrungen anderer selbstverwalteter Wohnprojekte lässt sich sagen, dass ein solches Finanzierungsmodell sowohl für die Direktkreditgeber/innen als auch die Direktkreditnehmer/innen ein erfolgreiches und stabiles Konzept ist. 18 19

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Jetzt geht’s los Der Direktkredit-Vertrag Wir freuen uns, dass Sie sich entschieden haben, konvisionär mit einem Direktkredit zu unterstützen! Wir haben für Sie zwei Exemplare des DirektkreditVertrags beigelegt. Bitte füllen Sie diese aus und senden Sie uns unterzeichnet zu. (Adresse: konvisionär Wohngesellschaft mbH, Im Bosseldorn 23, 69126 Heidelberg). Sie erhalten sodann ein von uns unterschriebenes Exemplar zurück. Zu dem vereinbarten Termin überweisen Sie den Kredit auf das Konto der konvisionär- GmbH – unser Vertrag wird damit gültig! Sie benötigen weitere Exemplare der DirektkreditFormulare? Gerne schicken wir Ihnen solche zu – alternativ haben Sie die Möglichkeit, sich diese von unserer Website herunterzuladen: Impressum konvisionär – Verein für ökologisches Leben in Gemeinschaft e. V. Landhausstr. 13 69115 Heidelberg Vorstand: Clara Boesenecker, Benjamin Bremen, Ute Pfüller, Holger Sihler, Stein Wanvik Vereinsregister: Amtsgericht Heidelberg Vereinsregisternummer: VR 3700 konvisionär Wohngesellschaft mbH Im Bosseldorn 23 69126 Heidelberg Geschäftsführung: Antje Köhler, Simon Kufner Registergericht: Amtsgericht Mannheim Registernummer: HRB723006 Stand: Oktober 2015; 1. Auflage www.konvisionaer.de/downloads Alle aktuellen Informationen finden Sie auf unserer Website: www.konvisionaer.de Wir freuen uns von Ihnen zu hören! Herzlich, die Mitglieder von konvisionär 20

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konvisionär – Verein für ökologisches Leben in Gemeinschaft e.V Landhausstr. 13 69115 Heidelberg konvisionaer@posteo.de www. konvisionaer.de

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