Vereinszeitung 3-2015 sc-impuls e.V.

 

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Vereinszeitung 3-2015 sc-impuls e.V.

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Zeitschrift des sc im·puls erfurt e.V. Nummer 3-2015 Draisine-Fahrt mit Bremstest Medoc-Marathon für Genießer Ralf Höhn von Anfang an dabei Hochzeitsbrauch zum Sommerfest Flüchtlingsleben in der Messehalle Zuwachs beim Erfurter Radmarathon Marathonpremiere beim Swiss-Alpine Legendäre Kartoffelsuppe zur Rennsteig-Radtour

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sc im·puls – Nachrichten koordinierter miteinander umzugehen. Weil man voneinander weiß. Und vielleicht starten auch ein paar von jenen, die gerade in der Messehalle untergebracht und damit Krieg und Hunger entkommen sind. Olaf Kleinsteuber Lauftreff im EGA-Park Am 06.Oktober erfolgt der Start zum diesjährigen Winterlauftreff im EGA-Park. Die dazu erforderlichen Eintrittskarten gibt es im Laufladen Erfurt bzw. für Mitglieder des sc im·puls in der Geschäftsstelle. Der Kommentar Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag Hallentraining Eine Chance Krieg, Hunger, Flüchtlinge und Naturkatastrophen in noch nie dagewesenem Ausmaß. Da wirken örtliche Unstimmigkeiten in der Sportorganisation beinahe kindisch. Tatsächlich? Nein. Das bessere Miteinander gilt auch hier. Einen guten Ansatz vollzogen die Erfurter Leichtathletik-Vereine mit ihrem LaufVeranstalter-Stammtisch Anfang September. Der Stadtfachausschuss Leichtathletik hatte zu diesem Stammtisch eingeladen. Das Interesse war sichtlich groß. Zumeist waren die Vorsitzenden bzw. Stellvertreter persönlich erschienen, was ja bei der sonst eher belächelten Laufbewegung nicht immer der Fall ist. In Erfurt werden in diesem Jahr 23 Laufveranstaltungen organisiert, also nahezu zwei pro Monat. Das ist zu stemmen. Vorausgesetzt, man hat im Vorfeld miteinander gesprochen. Auch das Gespräch mit kommerziellen Veranstaltern und Vereinen, die nicht dem Thüringer Leichtathletik Verband Mitglied sind, wäre von Vorteil. Um trotz unterschiedlicher Ziele von Gemeinnützigkeit bis zu geplantem Gewinn über geplante Termine zu sprechen. Natürlich hat der Landesverband die Verantwortlichkeit für die Koordinierung von Laufveranstaltungen, aber er kann nur jene Lauftermine abstimmen, die ihm bekannt sind. Da die Anmeldung einer Laufveranstaltung beim DLV ab 2016 mit einer Gebühr von insgesamt 0,50 € pro Finisher berechnet wird, ist eher mit einer weiter rückläufigen Tendenz von Laufterminen beim Thüringer Leichtathletikverband zu rechnen. Gut finde ich diese Nichtmeldung nicht. Und zwar nicht nur der Termine wegen. Das war auch der Tenor des Stammtisches Anfang September. Die Aktiven fragen schließlich nicht nach inneren Querelen sondern wollen möglichst gut verteilt die verschiedenen Angebote nutzen. Dafür lohnt dieser Stammtisch, der jetzt neu installiert wurde. Weil es vor allem um eines geht: Um die Freude am Sport. Ob als organisierender Verein oder aber als Startende. Das ist eine Chance. Die Chance, in Erfurt 2 Oktober 2015 Höhn, Martina Siegfried, Manuela Münch, Birgit 50 Sparbrod, Moritz Goebel, Peter Müller, Katrin Teitge, Bärbel Jesche, Silvo Spangenberg, Annegret November 2015 Schröder, Luise 60 Kleb, Elke Gauder, Hartwig Bäster, Manfred Höhn, Ralf 60 Sommer, Martin Traut, Gisela Lehmann, Frank Dezember 2015 Kämmer, Ursula Kleinschmidt, Annette Jesche, Dagmar Grüning, Peter Bennemann, Mark Naumann, Frank Ratzlow, Cordula Pohle, Doris Dawson, Berit 04.10. 05.10. 07.10. 09.10. 10.10. 17.10. 23.10. 29.10. 29.10. 06.11. 06.11. 10.11. 13.11. 14.11. 22.11. 28.11. 29.11. 01.12. 03.12. 06.12. 11.12. 19.12. 24.12. 26.12. 30.12. 31.12. Ab 05. November erfolgt auch wieder in der LA-Halle unser Athletik-Training unter Anleitung von Birtgit Münch und der professionellen Unterstützung durch Christian Goldhard. Nachtrag In der Ausgabe 2-2015 unserer Vereinszeitung berichteten wir über die erfolgreichen Teilnehmer unseres Vereins am diesjährigen Rennsteiglauf. Leider habe ich euch dabei unbewusst einige unserer Sportfreunde in der Auflistung bei den Ergebnissen unterschlagen. Mit am Start und im Ziel im Supermarathon waren angekommen: Anne Bodenstein 29. in ihrer AK, Volker Ehrlich als 61. in seiner AK. Den Marathon absolvierten auch: Heike Franke mit Platz 22 und Odette Schirmbacher als 29. in ihren Altersklassen. Anerkennung an dieser Stelle für eure Platzierung und die erreichten Zeiten. Gestattet mir aber auch den Hinweis, dass es mir und allen, die Beiträge für unsere Vereinszeitung schreiben, nicht immer einfach ist, die Ergebnisse abzurufen, wenn unser Vereinsname nicht oder unvollständig angegeben ist. Andree Jeziorski Auswertung Thüringer Klassiker-Cup 2015 Die Auswerteveranstaltung zum 18.Thüringer Klassiker-Cup findet in diesem Jahr am Samstag den 07.November statt. Als Veranstaltungsort haben wir Oberhof, das AWO Sanno Ferienhotel, gewählt. Beginn ist 15:00 Uhr. Eine persönliche Einladung mit einigen Angeboten erfolgt nach dem Finale beim Stadtlauf in Weimar. im·puls Nummer 3 - 2015

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sc im·puls – Im·pulser vorgestellt Der Mann auf den zweiten Blick Ralf Höhn wird 60 und nimmt sich vor, endlich mal wieder zu laufen Der Mann hat schlechte Karten, wenn er nach Ausreden sucht, warum er gerade nicht durch den Steiger trabt. Denn Martina, seine sportliche Frau, macht es ihm vor. Beinahe jeden Dienstag Abend – zusammen mit der Laufgruppe. Und auch am Sonntag. Da ist sie eisern. Ralf wäre es auch gern. Aber irgend etwas bremst ihn. Dabei ist er beinahe so etwas wie ein Naturtalent. 1993 entschloss er sich spontan, die Strecke „Rund um den Wolfgangsee“ mit zu laufen. Das sind immerhin 27 Kilometer. Training? Nicht doch. Das muss so gehen. „Gut, auf den letzten sieben Kilometern sind etliche mit Leichtigkeit an mir vorbei gezogen“, erinnert er sich. Das hat ihn immerhin so geärgert, dass er dem Drängen Martinas nach regelmäßigem Laufen endlich nachgab. Mit dem Laufen kam der Ehrgeiz. Bessere Zeiten feierte er leise. Das ging die anderen nichts an. Seine Kilometerzeiten gehören ihm. Während eines Rennsteig-Marathons, als er längst im Ziel war, lief er mir entgegen – zusammen mit Martina. Die beiden plauderten mich ins Ziel. Solche Dinge lassen sich nicht in Platz und Zeit ausdrücken. Das war einfach eine Geste, die bis heute ganz tief sitzt. Ralf und auch Martina erleben genau dieser Gesten wegen viel Achtung im Verein. Wo der Sportverein etwas organisiert, sind Martina und Ralf als Helfende dabei. Frauenlauf, Rennsteig-Radtour, Staffel... Wer weiß schon, dass Martina viele Jahre darauf gedrängt hat, bloß nicht den Frauenlauf aufzugeben. Mit dem Ergebnis, dass im kommenden Jahr eine regelrechte Frauenlauf-Stafette durch Thüringen führen wird. Ralf, der häufig zusammen mit Silvo Jesche die Zeitnahme übernommen hatte, musste sich jahrelang Spötteleien der abgekämpften Aktiven anhören, wenn sie wieder ausreichend Luft bekommen hatten. Denn die Zigarette gehörte beinahe so selbstverständlich zu ihm wie der Impuls-Anzug. Es ist ein bisschen unfair, dass er nun, da er seit drei Jahren nicht mehr raucht, nichts dazu hört. Das ist eine Leistung der ganz besonderen Art. Hut ab. Ralf ist ein Mann auf den zweiten Blick. Er sagt nicht allzu viel. Aber er hört zu. Denkt mit. Widerspricht. Und das mit allen Paragrafen, die ihm einfallen. Das mag eine Marotte sein. Aber sie ist auch von Nutzen. Denn ohne genaue Regeln geht es in einem deutschen Verein nun mal nicht. Wer mit ihm auf Tour ist, spürt zudem die Verlässlichkeit, die von ihm ausgeht. „Kein Problem“, ist seine häufigste Antwort auf die Frage, ob er mal wieder helfen könnte. Er kann sich sicher sein, dass Martina nichts dagegen hat. Weil sie da sehr ähnlich tickt. Sport? Unbedingt. Irgendwann, vor vielen Jahren, war Ralf Gründungsmitglied des LTV. Damals hat keiner erfahren, dass er an diesem Tag, dem 14. November also, Geburtstag hatte. Weil der Sport ihm an diesem Tag wichtiger war. Danach gingen er und seine Frau ein Schnitzel essen… Esther Goldberg im·puls Nummer 3 - 2015 3

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sc im·puls – Bericht Traumhafte Bedingungen auf dem Rennsteig Dabeisein war das Motto der Mountainbiker bei der 14. Rennsteig-Radtour Am 11. Juli um 08:30 Uhr erfolgte für 239 Mountainbiker der Startschuss zur 14. Zweitages-Rennsteig-Radtour. Den gab der Bürgermeister des kleinen verschlafen wirkenden Ortes Blankenstein. Das Feld ging den ersten steilen Anstieg schnell an und zog sich dementsprechend auch weit auseinander. Bei Temperaturen von teilweise über 20 Grad wurde der Rennsteig von Steinbach am Walde über Neuhaus und Allzunah bis Oberhof durch alle Teilnehmer recht gemütlich befahren. Abstecher rechts und links der Strecke zu den Aussichtspunkten gehörten dabei für viele Teilnehmer zum Erlebnis der Veranstaltung. Bot sich an den verschiedensten Stellen doch eine schöne Aussicht über die Thüringer Landschaften. So wurden neben dem sportlichen Erlebnis auch die Schönheiten des Rennsteiges erlebbar. Nachdem, wie in jedem Jahr, die Jacobi-Brüder als Spitzengruppe um 13:50 Uhr in Oberhof eingetroffen war, dauerte es in diesem Jahr immerhin noch über 2 Stunden, bis weitere Teilnehmer in Oberhof das Tagesziel erreichten. Ein bemerkenswertes Ergebnis von einzelnen Startern wurde am ersten Tag präsentiert. Sie schafften 1.900 Höhenmeter auf der Strecke von Blankenstein über und neben dem Rennsteig bis Oberhof. Nach dem leckeren Abendessen, das uns die Gastgeber des AWO-Sano-Hotels zubereitet haben, wurde noch lange in gemütlicher Runde zusammengesessen und auf das erreichte Ziel angestoßen. Nach dem Wecken der Teilnehmer mit dem Rennsteiglied begann am Sonntag pünktlich um 9 Uhr die zweite Etappe, bei der es vor allem darum ging, rechtzeitig vor dem angekündigten Regen in Hörschel zu sein. Und das gelang auch allen Teilnehmern. Dank der guten Vorbereitung aller Teilnehmer, der guten Organisation unseres Vereines und nicht zuletzt durch die aktive Unterstützung der vielen Helfer wurde auch die diesjährige Veranstaltung wieder ein unvergessliches Erlebnis für alle Aktiven. Ein besonderes Dankeschön an die Frauen der Gymnastikgruppen sowie Siggi und Bärbel, die wieder in Neuhaus ein einzigartiges Buffet aufgebaut hatten. Am zweiten Tag durfte auch die schon legendäre Kartoffelsuppe nicht fehlen. Für diese leckere Rast lassen sich die Teilnehmer immer ausreichend Zeit. Vormerken sollten sich alle bereits den 9. und 10. Juli 2016. Dann wird der Rennsteig wieder zum Mekka der Mountainbiker. Die 15. Auflage der Rennsteig-Radtour ist bereits im Veranstaltungskalender fest eingeplant. Text: Andree Jeziorski Fotos: Olaf Kleinsteuber 4 im·puls Nummer 3 - 2015

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sc im·puls – Bericht Im·pulser trotzen Hitzelauf in Königsee Mit nur einem Punkt Vorsprung konnten 14 Im·pulser-Läuferinnen und -Läufer beim 35. Stadtwaldlauf in Königsee die Mannschaftswertung für den 7. Wettbewerb der Cup-Serie knapp nach Hause bringen. Über 2 erste, 5 zweite und 2 dritte Plätze seiner Damen und Herren durfte sich Vereinspräsident Olaf Kleinsteuber freuen. Mit dieser bei Kilometer 6,5, kam für etliche Sportler bei den hohen Temperaturen viel zu spät. Bestzeiten waren so eher nicht zu erwarten. Eine Teilnehmerin musste den schweren Bedingungen dann auch Tribut zollen und das Rennen unmittelbar vor dem Zieleinlauf abbrechen. Den Tagessieg über 10 km teilten sich, nach einem spannenden Kopf an Kopf Rennen Samson Tesfazyih, SV Sömmerda, und Marcel Krieghoff, USV Erfurt, (35:03) mit einem deutlichem Vorsprung vor Daniel Greiner, SV Sömmerda, 38:47. Dabei hatte Rennneuling Tesfazyih fast seinen Sieg verspielt, als er versehentlich anstatt durchs Ziel durch das daneben hängende Absperrband lief. Dank der salomonischen Entscheidung der Rennleitung wurde es dann doch ein gutes Ende für den Sömmerdaer Sportler. Vorjahressieger David Münch, sc im·puls (39:04) wurde gesamt Fünfter und durfte sich über Platz zwei in seiner Altersklasse freuen. Bei den Damen ließ die in der AK 50 startende Silvia Bärwolf vom Lauftreff Breitungen die jüngeren Starterinnen mit klar hinter sich und holte in 49:18 den Pokal nach Hause. Auch wenn es an diesem Tag nicht für alle optimal lief, ließen es sich die meisten nicht nehmen, den Sporttag mit einem Sprung ins kühle Nass abzuschließen und den überhitzten Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen. Ergebnisse: David Münch (MMä) 2. Tobias Schramm (M40) 2. Ingo Thurm (M45) 2. Heiko Münch (M50) 2. Dirk Bomberg (M55) 1. Michael Herrmann (M60) 1. Günther Münch (M65) 5. Manfred Bäßter (M75) 4. Odette Schirmbacher (W49) 2. Jacqueline Finger (W45) 7. Birgit Münch (W50) 2. Susanne Philippus (W50) 3. Heike Franke (W55) 5. Torsten Nessel (M45) 9. Susanne Philippus Fotos: Olaf Kleinsteuber 5 Ein starkes Team guten Mannschaftsleistung setzten sich die Im·pulser nochmals deutlich von den Verfolgern in der Tabelle ab. Der Sommer hatte sich zurück gemeldet, am letzten Wochenende im August. Das schöne Wetter lockte dann auch rund 300 kleine und große Lauftalente, nebst Familienangehörigen, ins Waldseebad nach Königsee. Vor einer Abkühlung im Naturbadesee stand bei den sportlich Ambitionierten aber zunächst die (Lauf-)Arbeit auf den verschiedenen Distanzen der Kinder- und Schülerläufe, der 10 Kilometer Nordic-Walker sowie über 10 oder 20 Kilometer auf dem Plan. 160 Läuferinnen und Läufer begaben sich auf Punktehatz beim Hauptlauf über die 10 Kilometer-Distanz. Hochsommerliche Temperaturen, schon in den Vormittagsstunden, sorgten für reichlich Schweiß und verlangten den Sportlerinnen und Sportlern alles ab. Es galt die 10 km lange Klassiker-Cup-Strecke, die gleich Beginn mit einem rund 2 km langen Anstieg von rund 100 HM aufwartet, klug einzuteilen. Wohl dem, der vorher seine Wasserspeicher gut aufgefüllt hatte. Denn die einzige Verpflegungsstelle auf der profilierten Strecke, im·puls Nummer 3 - 2015

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sc im·puls – Sprechstunde Sprechstunde mit Dr. Uwe Kahl Herbstzeit ist Erntezeit Für viele Läufer stehen im Herbst die Saisonhöhepunkte auf dem Plan. Die großen deutschen Marathons in Berlin oder Frankfurt, aber auch die in Übersee, wie in Chicago oder New York, vereinen wieder mehrere zehntausend Laufenthusiasten zum gemeinsamen Lauf. Oft bringt jedoch die Vorbereitungszeit eine Steigerung der wöchentlichen Laufumfänge mit sich. Schon ab 50 km wöchentlich können dabei Beschwerden am Bewegungsapparat auftreten. Untersuchungen zeigen, dass das Schienbeinkantensyndrom und das Patellaspitzensyndrom dabei zu den beiden häufigsten Laufverletzungen zählen, gefolgt von Schmerzen im Bereich der Achillessehne oder der Plantarfaszie. Bei dem Patellaspitzensyndrom handelt es sich um schmerzhafte Veränderungen im oberen Ansatzbereich der Kniescheibensehne, die häufig bei Sportarten mit Lauf- oder Sprungbelastung auftreten. Die Kniescheibe (Patella) überträgt die Kraft von Becken und Oberschenkel auf den Unterschenkel. Sie wird oben von der Sehne des Oberschenkelstreckermuskels, unten von der Kniescheibensehne und seitlich von einem Bandapparat gehalten. Bei der Beugung des Kniegelenkes gleitet sie auf dem Oberschenkelknochen in einer knöchernen Rinne. 6 Das Patellaspitzensyndrom tritt häufig in Folge einer zu raschen Steigerung der Trainingsintensität auf. Auch können Muskelverkürzungen der Oberschenkelstrecker, reduzierte Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk oder Beinlängendifferenzen beschwerdeauslösend sein. Diese Faktoren können zu einem harten, unrhythmischen Laufstil führen, der gerade den Ansatz der Kniescheibensehne reizt. Kleinste Risse führen zu Gefäßneubildungen, die dann Schmerzen auslösen. Typischerweise lokalisiert sich dieser Schmerz an der unteren Begrenzung der Kniescheibe, am Übergang zur Kniescheibensehne. Er ist stechend, tritt mit zunehmender Laufstrecke auf und führt oft zum Laufabbruch. Männliche Läufer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Bei länger andauernden Beschwerden ist eine ärztliche Konsultation zu empfehlen. Im Rahmen der sportorthopädischen Untersuchung sollten andere innere Schädigungen oder Verletzungen des Kniegelenkes ausgeschlossen werden. Die bildgebende Diagnostik in Form eines MRT zeigt oft Veränderungen der Kniescheibensehne im Ansatzbereich der Kniescheibe und sichert somit die Diagnose. Die Behandlung des Patellaspitzensyndroms gestaltet sich oft langwierig und fordert vom Läufer viel Geduld. Generell gilt: die Laufbelastung muss drastisch reduziert oder es muss sogar pausiert werden. Initial helfen zudem Eisbehandlungen und entzündungshemmende Schmerzmittel. Die Einnahme der Tabletten sollte auf maximal eine Woche begrenzt werden. Zur langfristigen Therapie haben sich bestimmte Formen des sogenannten exzentrischen Trainings als erfolgreich erwiesen. Eine Möglichkeit stellen zum Beispiel die Schrägbrett-Kniebeugen auf einem 25° geneigtem Brett in drei Sätzen a 15 Wiederholungen dar. Eine Beschwerdelinderung tritt meist erst nach ca. 10-12 Wochen ein. Die Übungen sollten täglich durchgeführt werden. Statt eines Schrägbrettes kann die Fersenerhöhung auch auf einem Buch oder Kantholz realisiert werden. Bildquelle: Orthomol Unterstützend können Tapeverbände, Maßnahmen der Manuellen Therapie zur Spannungsreduktion der Oberschenkelmuskulatur, Nahrungsergänzungsmittel oder auch die Anwendung der Stoßwelle wirken. Nur bei hartnäckigen Beschwerden kommen Injektionen zur Anwendung. Doch hier ist Vorsicht geboten! Gerade der wiederholte Einsatz von Kortisonspritzen kann die Sehne irreparabel schädigen oder sogar zum Sehnenriss führen. Operative Maßnahmen stehen im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) zur Verfügung. Hierbei kann man die neugebildeten Gefäße im Sehnenansatzbereich elektrothermisch veröden. Durch den Einsatz dieser therapeutischen Verfahren sind bis zu 80% der Betroffenen am Ende der Therapie wieder in der Lage, ihren Laufsport ohne Beeinträchtigung auszuüben. Ihr Dr. Uwe Kahl im·puls Nummer 3 - 2015

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Am Limit und in Eintracht sc im·puls – Bericht 6. Erfurter Radmarathon erfreute sich großen Zuspruchs Bereits vor 6 Uhr morgens standen am 9. August die ersten Radfahrer vor dem Meldebüro, um ihren Start für die vom sc im·puls organisierte Radtourenfahrt perfekt zu machen. Selbst die maximale Anzahl der Nachmeldungen wurde noch vor 8.30 Uhr erreicht und somit ein beachtliches Teilnehmerfeld von 250 Startern aufgestellt. Nicht ganz unschuldig dafür war das tolle Wetter. 27 Grad, leicht bewölkt und trocken – bestes Radfahrwetter sozusagen und die Stimmung war schon am Morgen gut. Fünf verschiedene anspruchsvolle Strecken durch die Thüringer Landschaft standen im Angebot. Die kürzeste Strecke betrug 52 km und die längste, der Radmarathon, satte 203 km. Unter anderem mussten die Streckenorte Marlishausen, Nahwinden, Neusitz, Karlsdorf und der am weitesten entfernte Ort, Neustadt an der Orla, passiert werden. Dabei hatte jede Route mit ihren zu bezwingenden Anstiegen sowie den zu Abfahrten und Aussichten ihren besonderen Reiz. Den ersten Start gab es 7 Uhr für die 75 Fahrer der Marathonstrecke. Die ersten Kilometer aus der Stadt heraus wurden gemeinsam im Pulk hinter dem Führungsfahrzeug gefahren. Dann trennte sich die Gruppe schnell, und es wurde kräftig in die Pedalen getreten. Einen beachtlichen Schnitt von 34 km/h fuhr die Spitzengruppe, bewältigte dabei einen Höhenunterschied von 2570 Meter und erreichte kurz nach 13 Uhr wieder das Ziel am Steigerwaldstadion, super toll!! Doch nicht nur Höchstleistungen galt es zu vollbringen. Unterschiedlich waren die persönlichen Ziele der Biker, ob auf dem Rennrad, Mountenbike oder Tourenrad, ob schnell oder gemütlich. Einige wollten ihre Bestzeit aus dem vorigen Jahr verbessern, andere eine längere Strecke bewältigen oder die Landschaft genießen. Sogar zwei Tandems waren wieder mit am Start. Alle hatten ihren Spaß und freuten sich über ihre Leistung im Ziel, welche mit einer Finisherurkunde belohnt wurde. Viel positive Resonanz gab es von den Teilnehmern aus Thüringen, Sachsen, SachsenAnhalt, Berlin, Hessen und Hamburg. Auch eine Gruppe von 31 Radsportlern aus Dänemark nahm erstmals teil, und auch sie waren begeistert: Von der Stadt Erfurt, die sie bereits am Tag zuvor per Rad mit einem Im·pulser erkundeten, und natürlich von der Veranstaltung selbst. Dafür sorgten die über 40 Helfenden unseres Vereins, die in purer Eigenregie, ohne Unterstützung des Thüringer Radsportverbandes, mehrere Tage im Einsatz waren. Angefangen von den notwendigen Behördengenehmigungen bis hin zur Streckenauszeichnung u.a.m., schließlich sollte alles gut organisiert sein. Nur die lästigen Wespen, von denen einige Radfahrer auf der Strecke doch sehr geplagt wurden, konnten wir nicht von der Strecke nehmen. Ein Sturz ging zum Ende noch glimpflich aus. Für das leibliche Wohl war ebenfalls wieder bestens gesorgt. Am Tag selbst gab es neben dem Sportlerfrühstück in der Leichtathletikhalle fünf Verpflegungsstellen auf der Strecke. Im Ziel konnten alle den Tag bei Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Thüringer Bratwurst sowie immer noch guter Stimmung ausklingen lassen. Erlebnisse und Eindrücke vom Tag wurden unter den Sportlern und Organisatoren diskutiert sowie Ausblicke und Vorschläge für eine nächste Radtourenfahrt besprochen. Text: Birgit Münch Fotos: Torsten Schulz im·puls Nummer 3 - 2015 7

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sc im·puls – Bericht Gymnastikfrauen fahren Draisine Hüte flogen während des Ausflugs durch die Luft Es war wieder soweit: Wir packten unsere Taschen und fuhren hinaus, um ein schönes gemeinsames Wochenende zu verbringen. Dieses Jahr war unser Ziel Lengenfeld unterm Stein. Eine Draisinenfahrt sollte der Höhepunkt am Wochenende sein. Doch zuerst führte uns unser Weg nach Eigenrieden in eine kleine Pension. Dort wurden wir sehr freundlich und sehr fröhlich vom Personal empfangen. Die dort in ihrer Küche waltende portugiesische Köchin erfüllte uns fast jeden unserer Wünsche und das Essen war vorzüglich. Traditionell ließen wir den Freitagabend gemütlich ausklingen. Bei lauer Sommerluft schmeckten uns der Sekt und Wein. Wie immer hatten wir uns viel zu erzählen und die Zeit verging viel zu schnell. Am Samstagvormittag, nach einem ausgiebigen Frühstück, ging es dann erst einmal zur Besichtigung zum Kloster nach Hülfersroda. Wir bummelten durch eine sehr schöne Anlage und genossen unsere gemeinsame Zeit. Nach dieser Besichtigung, die mit einer kleinen Wanderung endete, fuhren wir nach Lengenfeld unterm Stein. Nach der Einweisung, wie die Draisinen zu bedienen sind und dem Festlegen der „staatlich geprüften Bremser“, diese mussten leuchtend grüne Warnwesten tragen, durften wir die Draisinen besteigen, und es ging endlich los. Die Strecke umfasste 13 km leicht bergauf. Wir sollten unsere Kräfte gut einteilen, um den Höhenunterschied von 240 m zu meistern. Die Bahnstrecke war landschaftlich sehr schön und sehr abwechslungsreich. Streckenweise fuhren wir in einem Tal, mit Waldhängen rechts und links, wir sahen das barocke Schloss Bischofstein, was heute ein Gymnasium ist. Ein Höhepunkt war die Fahrt über das 244 m lange Viadukt. Unser Blick schweifte in einer Höhe von 24 m in das lange Tal der Frida. Die Aussicht muss man gesehen haben. Das Viadukt ist eine ingenieur technische Meisterleistung des ausgehenden 19. Jahrhundert. Auch durch 5 verschieden lange Tunnel mussten wir durch. Wenn jetzt einer glaubt, es wäre leicht gewesen, der irrt. Es war ziemlich anstrengend und die Pedalritter wechselten des Öfteren. Nach gut 2,5 Stunden waren wir dann am Ziel. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dieselbe Strecke zurück. Jetzt war alles leichter. Wir brauchten die Draisinen nur anzustoßen und schon ging es mit Schussfahrt ins Tal zurück. Es hat riesigen Spaß gemacht. Nur der Wettergott hatte leider kein Einsehen mit uns. Das Wetter war wie im April. Mal Regen und mal Sonnenschein und ziemlich starker Wind. So waren wir die meiste Zeit damit beschäftigt, Regenjacken an- und auszuziehen. Durch den Sturm ist auch der eine oder andere Hut durch die Gegend geflogen. Alles wurde wieder eingesammelt und wir kamen ohne größere Verluste wieder im Tal an. Der Abend wurde bei einem wunderbaren Abendessen und mit viel Spaß und guter Laune beendet. Den Sonntagvormittag haben wir gemeinsam im Kloster Volkenroda verbracht. Uns erwartete die älteste noch erhaltene ZisterzienserKlosterkirche in Deutschland. Ein Besuch lohnt sich. Und sagen Gabi Linge vielen Dank, denn sie hatte den Löwenanteil an der Vorbereitung. Birgit Kuhnt 8 im·puls Nummer 3 - 2015

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sc im·puls – Bericht Hochzeitsbrauch und Salatbar Sommerfest nach Jahren tatsächlich mit Sommergefühlen Für die Beilagen, Brätl und Bratwurst, sorgte am Grill unser Sportfreund Heiko, der sich dabei der Hitze damit sozusagen doppelt aussetzte. Es wurde nicht nur gegessen und getrunken, es ging auch um aktives Feiern. An ihrem Hochzeitstag mussten Birgit und Heiko zeigen, dass sie das Sägen auf dem Holzbock noch nicht verlernt haben. Aber auch Ingo und Laura machten ihre Sache gut. Richtig in Schwitzen kamen Siggi und Michael, als das Paar mit den meisten Ehejahren. Allen merkte man an, dass sie nach vielen gemeinsamen Jahren unplanmäßige Herausforderungen meistern. Nach kurzer Verschnaufpause wollten wir mit dem Quiz der Erinnerungen eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Mittlerweile haben wir uns an das Leben heute so gewöhnt, dass wir wissen wollten, wie war das vor über 25 Jahren. Über die Farbe von Geldscheinen, Telefonnummern, Sprüchen in der Kaufhalle bis hin zu Preisen im Alltagsleben wurde das verbliebene Wissen abgefragt. Besonders die junge Generation staunte über manche Fragen und Antworten. Als einen weiteren Höhepunkt wurden dann Bilder aus dem Vereinsleben gezeigt. Dabei wurden den Mitgliedern wieder eine Reihe von Wörtern und Sätzen zugeschoben, die wohl so nicht gesagt wurden. Aber der Spaß soll im Mittelpunkt stehen, und so nahmen die Dargestellten es mit viel Humor auf, was Olaf ihnen da zugepasst hatte. Was wäre aber ein Fest im Verein ohne die Helfer. Deswegen an dieser Stelle ein Dankeschön an Bärbel für ihre leckeren Bowlen sowie an Heinz und Helmut, die unser schönes und sommerliches Fest mit vorbereitet haben. Text: Andree Jeziorski Fotos: Olaf Kleinsteuber In den vergangenen Jahren wurde unser Sommerfest vom Namenspatron, dem Sommer, immer wieder enttäuscht. Nun wollte er es in diesem Jahr endlich besser machen und das Versäumte nachholen. Bis in den späten Abend wurde bei den lauen Temperaturen gemeinsam gefeiert, wurden viele sportliche aber auch private Erlebnisse gesprochen und gemeinsame Ziele für die im·puls Nummer 3 - 2015 zweite Jahreshälfte geplant. Während in den vorangegangenen Jahren immer ein Buffet organisiert wurde, so hieß es in diesem Jahr: „lasst uns euren Lieblingssalat kosten“. Und diese Salate waren richtig lecker. Ob mit Nudeln, Reis, Gemüse, Käse, Obst, Wurst oder Spätzle – alles war liebevoll, köstlich und originell zubereitet. Kulinarischer Knüller auf der Tafel war der Nachos-Salat von Tobias. 9

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sc im·puls – Bericht Treffurter Stadtlauf mit trefflichen Bedingungen Im·pulser erreichten tolle Zeiten und Platzierungen Am 12. September fand der 12. Treffurter Stadtlauf bei hervorrragenden Wetterbedingungen statt. Auch vom sc im·puls erfurt machten sich 14 Läuferinnen und Läufer auf, die anspruchsvolle Strecke mit Bravour zu meistern. Vorerst hüllte sich der zu erlaufende Gipfel noch in Nebel und der Start fand bei noch recht frischen Temperaturen statt. Doch mit zunehmender Höhe stiegen auch die Temperaturen, und die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Mit 310 Höhenmetern hielt die Strecke dann auch, was die Ausschreibung versprach. Um dem Lauftitel „Stadtlauf“ gerecht zu werden, drehten wir zunächst eine kleine Schleife von ca 500 m durch den Ort, ehe es steil bergauf ins Treffurter Umland ging. Angefeuert von laufbegeisterten Anwohnern und der mitgereisten Familie, begleitet von energiegeladenen Rindern und belohnt mit einer wunderbaren Aussicht meisterten 145 Starter den 10,2 km langen Hauptlauf. Bei den Frauen ging der Sieg an Theresa Eichhorn vom SV Bieberau in 43:23 min, bei den Männern siegte Thomas Bing vom Rhöner WSV mit einer Zeit von 35:53 min. Philipp Häßner vom sc im·puls erfurt konnte in 37:08 min den 3. Platz in der Gesamtwertung erlaufen. Mit David Münch (Platz 7) und Julian Häßner (Platz 8) konnten sich noch 2 Im·pulser in den Top 10 der Gesamtwertung platzieren. Auch in den Altersklassenwertungen konnten alle 14 Starter des sc im·puls erfurt im mit vielen Wintersportlern gespickten Läuferfeld hervorragende Platzierungen erzielen. 1./MJ18 Moritz Sparbrod Philipp Häßner 1./ M20 Julian Häßner 3./ M20 4./ MHK David Münch Michael Merten 6./ M30 8./ M40 Tobias Schramm Heiko Münch 3./ M50 Peter Grüning 1./ M55 5./ M55 Dirk Bomberg Michael Herrmann 1./ M60 4./ M75 Manfred Bäßter Birgit Münch 1./ W50 Torsten Nessel 14./ M45 Susanne Philippus 2./ W50 Gemeinsam erliefen wir 634 Punkte für die Teamwertung des Thüringer Klassiker Cups. Herzlichen Glückwunsch für diese Leistung! Einen besonderen Tag erlebten unsere Häß10 ner-Zwillinge Julian und Philipp. Sie feierten heute ihren 18. Geburtstag und verlegten ihre Party erst auf die Strecke und später in den Zielraum. Alles in allem war es eine sehr schöne Veranstaltung, gut organisiert von laufbegeisterten Treffurtern, unterstützt von ortsansässigen Firmen, wahrgenommen von insgesamt 391 Läuferinnen und Läufern und belohnt mit reichlich Sonnenschein. Text: Tobias Schramm Fotos: Olaf Kleinsteuber im·puls Nummer 3 - 2015

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30. Swiss Alpine mit einer Marathonpremiere Im·pulser genossen Zieleinläufe, Landschaft und Wanderungen sc im·puls – Bericht Am 25. Juli feierte der Swiss Alpine seinen 30. Geburtstag. Grandios war die sportliche Leistung der 5387 Läufer und Läuferinnen aus 46 Nationen, die von rund 1000 Helferinnen und Helfern unterstützt wurde. Mit im Läuferfeld waren von unserem Verein auf dem K42 Cordula Ratzlow und Jürgen Schulz. Dem neuen Marathon, dem S42, stellten sich Martina und Frank Lehmann. Der neuen Strecke auf dem Halbmarathon stellten sich Elke Kleb, Gerlinde Liedtke, Annette Kleinschmidt, Helmut Goetz und Andree Jeziorski. Für uns Flachländer, die wir durchaus gut trainiert waren, standen der Spaß und das Erleben einer wundervollen Landschaft dabei im Vordergrund. Denn gegen Profis und die „Bergziegen“ haben wir keine Chancen. Für Cordula erfüllte sich an diesem Tag mit der Teilnahme an diesem Marathon ein lang gehegter Traum. Nach einem langen Anstieg, mit Blick auf den Gletscher, gab es den ersten Stopp an der Keschhütte. Von da ging es etwas bergab, um dann jedoch gleich den Anstieg zum Sertigpass in Angriff zu nehmen. Bei genauerem Hinsehen hätte sie auch die Spuren von Martina und Frank sehen können, denn beide waren am frühen Morgen von Davos aus zum Scalettapass gestartet. Der neue Marathon, den es in ähnlicher Form schon einmal gab, hatte es aber auch in sich. Denn nach überqueren dieses Passes ging es weiter zum Sertigpass. Nicht für umsonst ist dieser Marathon der höchste Bergmarathon Europas. Aber wer geglaubt hat, dass es nach dem Sertigpass es nur noch bergab geht, wird schnell eines Besseren belehrt, denn wir sind in den Schweizer Bergen. Nach im·puls Nummer 3 - 2015 6:34 Stunden erreichten Martina und Frank das Ziel in Davos. Nach 7:33 Stunden war Cordula und nach 8:49 Stunden war Jürgen im Ziel in Davos. Glücklich, zufrieden und nur noch raus aus den nassen Sachen, und dann aber feiern – so endete der Tag für alle Sieger. Auf der Halbmarathonstrecke starteten die Aktiven bei strahlendem Sonnenschein in das Tal von Klosters. Nach einer Schleife mit stetigem Anstieg ging es in Richtung Davos. Schmale Wege und die Hitze am Beginn machten uns doch etwas zu schaffen. Leider waren auch einige Nordic Walker, die kurz nach uns gestartet waren, mit einem teilweise unsportlichen Ehrgeiz unterwegs. Helmut erreichte die landschaftlich schöne aber anspruchsvolle Strecke mit dem Ziel in Davos nach 2:58 Stunden. Gerlinde mit 3:13 Stunden, Elke mit 3:17 Stunden sowie Annette und Andree mit 3:23 Stunden genossen den Zieleinlauf, der einem immer wieder Gänsehaut am ganzen Körper hervorbringt. Da aber Davos sich nicht nur für den Swiss Alpine eignet, sondern auch für schöne Wanderungen, so wurden die Tage vor und nach dem Lauf für Wanderungen auf den Bergen und in den Tälern genutzt. Besonders die Wanderung durch die alte Zügenstraße sollte immer auf dem Programm stehen. Das Überqueren des Wiesenviadukts ist dabei die besondere Attraktion, nicht nur für die Läufer des K78 und K30. Leider ging die Zeit in und um Klosters viel zu schnell vorbei. Mit den vielen Eindrücken des jeweiligen Laufes und der Wanderungen ging es wieder zurück in die Heimat, um sich den nächsten Herausforderungen zu stellen. Text und Fotos: Andree Jeziorski 11

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sc im·puls – Bericht Basketball gegen Schwermut Flüchtlinge in der Messehalle hoffen auf ein Ankommen Hinter den Messehallen zwei und drei trubelt es: Einige Männer spielen Basketball, andere Fußball. Kinder toben auf Dreirädern herum. Frauen stehen in der Sonne und reden. Tatsächlich aber warten die knapp 1000 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak auf ihre Zukunft. Eine Zukunft ohne Bomben und zerstörte Städte. Hier in Deutschland. Einer, der ihnen derzeit zur Seite steht, ist Dirk P. Der Mann ist Oberfeldwebel aus Bad Salzungen. „Ich habe mich freiwillig gemeldet. Diesen Menschen muss man helfen“, ist er überzeugt. Und er wollte zudem erleben, wie diese Menschen so sind. Wenn die Flüchtlinge Gesichter bekommen, sind es plötzlich einfach nur Menschen, sagt er und gibt Tee aus. Derzeit hat er einen 24-Stunden-Dienst. Gemeinsam mit neun anderen Männern in einem Raum schläft er sogar in der Messehalle. Theresa Kästner aus Erfurt ist Abiturientin. Sie sortiert Kleidung. Kommenden Monat beginnt sie ihr Jura-Studium in Jena. „Ich habe doch Zeit. Warum soll ich die nicht sinnvoll nutzen“, erklärt sie ihr ehrenamtliches Tun. Die hier oben helfen, haben kein Verständnis für irgendwelche unausgegorenen Sprüche der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Da sind Menschen in größter Not gestrandet. Istgard Noa aus Erfurt, sie ist heute 73 Jahre alt, floh 1955 mit der Familie nach Gießen. „Die Ablehnung im Auffanglager ist mir unter die Haut gegangen.“ Sie will, dass die Fremden ankommen und derlei nicht spüren müssen. Genau deshalb ist sie auf der Messe, deshalb hilft sie. Bis zum 8. Oktober spätestens werden die Flüchtlinge die Messehalle verlassen. Viele kommen möglicherweise nach Erfurt. Manche treiben Sport. Der eine oder andere vielleicht in diesem Verein? Esther Goldberg Leben Von Esther Goldberg Sie haben ihr nacktes Leben gerettet. Und ein paar Kleidungsstücke bekommen. Und täglich etwas zu essen. Jetzt sind wir gefragt. Ohne Frage ist die Migration der Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan nicht ganz einfach. Aber machbar. Vorausgesetzt, wir wollen das. Dass manche im Verein ein Fragezeichen setzen, weil sie nicht wissen, wie sie umgehen werden mit den noch Fremden, halte ich für möglich. Dass andere wiederum in der Messehalle mit anpacken, bei der medizinischen Versorgung, in der Kleiderkammer oder bei der Essensausgabe, ist gut. Dass wir als Verein vielleicht eine Idee entwickeln sollten, wie wir die Fremden kennenlernen, ist zwingend. Jetzt, da das Leben der Flüchtlinge gerettet ist, sollten wir uns vor unsäglichen Ressentiments von Nachbarn oder Kollegen in mehr Wissen und Mitgefühl flüchten. Auch uns zuliebe. Diese Frauen haben Wochen der Flucht hinter sich und hoffen einfach nur auf ein ganz normales Leben. 12 im·puls Nummer 3 - 2015 Ein Sanitätszug der Bundeswehr aus Weißenfels hat die medizinische Versorgung aufgebaut.

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sc im·puls – Bericht Laufreise zum 31. Medoc-Marathon taugte zum Üben Im kommenden Jahr soll es ein Erfurt-eigenes Reiseangebot geben Auf vielfachen Wunsch hin nahmen wir die Reise zum 31. Medoc-Marathon erstmalig in unser Programm auf. Als regionalen Partner nahmen wir das Erfurter Reisebüro Marini und hinsichtlich der Organisation in Frankreich die Fa. Schulz Sportreisen mit ins Boot. Am Tag des Genusslaufes mussten wir am frühen Morgen fast zwei Stunden Fahrt bis zum Start in Kauf nehmen. Doch dort waren alle Ungereimtheiten vergessen. Am Start empfingen uns da 8000 weitestgehend kostümierte Aktive. Stand doch der 2015er Lauf unter dem Motto „wie aus dem Ei gepellt“. Somit waren viele Frauen als Männer verkleidet, mehrere Männer liefen als „Borat“ verkleidet durch die Landschaft. Das war schon sehenswert! Der Medoc-Marathon, in Form einer Acht in zwei gegensätzlichen Schleifen gelaufen, hat ein Zeitlimit von 6:30 Stunden. Für einen langsam laufenden Läufer wie mich bereitete das massive Zeitprobleme. Ich schaffe den Halbmarathon in ca. 2,5 Stunden. Zudem muss man doch die regelmäßigen Verkostungen in den angrenzenden Chateaus mit und zum Schluss sogar Austernessen bedenken. So im·puls Nummer 3 - 2015 stand der Plan, den Halben durchzulaufen und sich ab Kilometer 21 den Genüssen des Erlebnislaufes hinzugeben. Der Plan ging in kooperativem Zusammenwirken mit Jörn und Thomas fast auf. Das Ziel wurde in 6:30,15 Bruttozeit erreicht, obwohl sich am Schluss wieder einmal das Knie bemerkbar machte. So waren längere Wanderstrecken notwendig und die Zielzeit wurde vollkommen ausgereizt. Ich wurde in meinem Zielzeitbereich von unzähligen Läufern begleitet. Normalerweise gehöre ich zu den Letzten, diesmal war ich einer unter vielen. Das wirkte beruhigend und entspannend. Der Tag vor unserer Rückreise war mit einem Chateaubesuch verplant. Natürlich bedeutete auch der letzte Tag wieder jeweils zwei Stunden Fahrt von Bordeaux hin und zurück. Die Gastgeber im Chateaux „De la Croix“ gaben sich extrem viel Mühe, nur waren Wetter und die neun Stunden Zeit vor Ort einfach indiskutabel. Eine kurze Führung durch die Weinberge sowie die Produktionsanlagen in englischer Sprache war für viele Mitreisende unverständlich und wurde von der Reiseleitung schlecht oder nur teilweise übersetzt. Die anschließende Weinverkostung der vor Ort produzierten Weine wurde von einem Mehrgänge-Menü und Musik begleitet. Dies war sehr angenehm, wenn auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und uns zum Aufenthalt in der liebevoll hergerichteten Produktionshallen zwang. Der letzte „Marathon“ kam anschließend – mit dem Bus. 18 Stunden benötigten wir. Zu den typischen muskulären Ermüdungserscheinungen bei den Läufern gesellten sich durch die unphysiologisch bedingten Sitz- und Schlafhaltungen daher immer mehr kleine Beschwerden und so humpelten und stapften unsere Businsassen alle drei Stunden wie „Zombis“ in die Raststätten. Pünktlich 12:30 Uhr erreichten wir Erfurt und waren froh, die mit diesem schönen Lauf verbundenen, logistisch bedingten Strapazen, überwunden zu haben. Das Resümee der Reise, viel Bus, wenn nicht sogar zu viel Bus, wenige bis fast gar keine Organisation durch den eigentlichen Reiseveranstalter vor Ort. Vieles wurde dem Selbstlauf überlassen, vieles improvisiert. Wir wollen deshalb im kommenden Jahr eine eigene Laufreise organisieren. Frank Lehmann 13

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sc im·puls – Laufsplitter Hasentallauf 2015 14. Auflage Zu belaufen war ein Rundkurs, bestehend aus asphaltierten Wanderwegen bzw. befestigten und nicht befestigten Waldwegen. 5km und 10km standen zur Auswahl. Die 10km nahmen 127 Aktive in Angriff. Bei den Frauen setzte sich souverän Astrid Hartenstein (LV Gera) in 39:56min durch. Ihr folgten Katrin Puth (LV Gera, 44:27min) und Kathleen Alles (X-Runners, 46:03min). Bei den Männern gewann Marius Faber (XRunners) in 37:09min. Platz 2 ging an Micha Bähr (SV B-W Bürgel, 38:00min). Das Podest vervollständigte André Kirmse (Lusaner SC, 39:24min) als Dritter. 39. Mommelsteinlauf in Hohleborn Streckenrekord bei den Frauen Das Finale beim Landschaftscup „RhönThüringer Wald-Werratal“ fand bei sehr gutem Laufwetter mit angernehmen Temperaturen statt, wobei die 8 und 16km in die Wertung kamen. Die seit 1977 stattfindende Laufveranstaltung hat sich unter den Thüringer Laufklassikern etabliert mit einem anspruchsvollen Streckenprofil. 70 Aktive nahmen die 8km in Angriff, davon 16 Frauen, wobei bei den Frauen Nicole Kruhme (RSLV LG Süd) als überlegene Siegerin in 31:22min einen neuen Streckenrekord erzielte und als Gesamtvierte ins Ziel einlief. Eine Sekunde über den alten Streckenrekord benötigte Daniela Mültner (TSV Mellrichstadt) in 35:28min als Zweite. Sarah-Alicia Krause (Sportteam Steinbach Meiningen) wurde mit 38:36min Dritte. Bei den Männern über 8 Kilometer gewann der aus Eritrea stammende und für die TSG Ruhla startende Mana Shwaye in 28:42min vor Dominik Koch (SV Mihla, 28:46min) und Holger Tschaar (Sport frei Gerthausen) in 29:56 min. Den langen Kanten von 16km nahmen 55 Aktive unter ihre Füße. Die Männerkonkurrenz gewann souverän Frank Wagner (RSLV LG Süd) in 01:00:31h vor Robert Heß (Bärfelser Säcke, 01:08:31h) und Stefan Baumann aus Altersbach. Als Dritte im Gesamteinlauf überquerte mit Maria Fülder als erste Frau die Ziellinie in 01:10:35h. Zweite wurde die Rennsteiglaufsiegerin Lydia Walter (RSLV LG Süd) in 01:11:24h. Als Dritte komplettierte Martina Usbeck (Floh-Seligenthal, 01:28:33min) das Siegerpodest. Sandhasenlauf – Martinroda Fast 160 Aktive zur 2. Auflage Zwischen 3, 5, 10 km und Walking konnten sich die Aktiven entscheiden. Die zweite Auflage brachte einige Neuerungen mit sich. Startort war in diesem Jahr nicht auf dem Festplatz, sondern dem 14 im·puls Nummer 3 - 2015 Sportplatz, da das Sandhasenfest nur alle zwei Jahre stattfindet. Verändert hatten sich damit auch die Strecken. Die 10km führten nun nicht mehr um den Veronikaberg, sondern um den Seerosenteich. Diese Strecke war mit ihrem welligen Profil doch recht anspruchsvoll. Im Frauenbereich setzte sich über die 10km Mandy Du Maire (Lohmühle Aktiv) in 45:24min vor Silvia Bärwolf (Lauftreff Breitungen, 45:51min) durch. Dritte wurde Christin Bertram (Die flinken Gerataler, 47:29min). Im Männerbereich wiederholte Philipp Häßner (sc im·puls erfurt) seinen Vorjahreser folg. Er siegte in 34:58min. Als Zweiter überquerte Roland Peppler (WSV Ilmenau) in 37:31min die Ziellinie, dicht gefolgt vom Zwillingsbruder des Siegers, Julian Häßner (sc im·puls erfurt, 37:40min. Die Flinken Gerataler bestimmten die Szenerie über die 5km. Bei den Männern siegte Ingo Meurer in 23:09min. Platz 2 ging an Maximilian Hoyer (LCC, 23:51min) gefolgt von Ralf Lindenlaub in 24:26min. Peggy Hartmann und Lilith Kahl überquerten gemeinsam in 35:53min die Ziellinie, wobei Peggy leicht vorn lag. Dritte wurde Mandy Apel (FFV Martinroda, 41:46min). 19. Mühlhäuser Altstadtlauf Über 700 Aktive am Start Die Durchführung während der jährlich stattfindenden Mühlhäuser Stadtkirmes, hat das Flair des Mühlhäuser Altstadtlaufes positiv geprägt. Auf den 3 angebotenen Distanzen mit 1,7; 5 und 10km tummelten sich über 700 Aktive von Jung bis Alt, vom Anfänger bis zum leistungsorientierten Aktiven. Die 10km waren auf einem Rundkurs zu absolvieren, der dreimal zu belaufen war. 171 Aktive nahmen die Strecke in Angriff. Bei den Frauen siegte Anna Tschernig (SV 1899 Mühlhausen) in 41:08min vor Kathrin Möckel (Thinking of you Heiko, 41:21min) und Claudia Schulze aus Mühlhausen in 43:14min. Im Männerfeld setzte sich Philipp Reinhardt (SV Einheit Worbis) in 31:36min durch. Ihm folgten Frank Merrbach (Friedrichroda, 33:18min) und Norman Zollner (Glückauf Sondershausen, 35:50min) auf den Plätzen 2 und 3.

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sc im·puls – Schlemmerecke Jetzt ist wieder Schwammerlzeit Pfifferlingsgulasch mit Serviettenknödel (Originalrezept aus Tirol) Gulasch Zutaten: 1 Zwiebel 40 g Butter 1 kg. Pfifferlinge 2 EL süsse Sahne Salz/Pfeffer 2 EL Paprikapulver Kräutersalz Zubereitung: Zwiebel kleinschneiden und in der Butter hellbraun rösten. Feingeschnittene Pfifferlinge zugeben und anbraten. Salz, Pfeffer und Paprikapulver zugeben. Etwas Wasser angießen. Alles eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit Kräutersalz und Sahne abschmecken. 6 Semmeln in Würfel schneiden 2 Eier 250 ml Milch Salz Petersilie Zubereitung: Zwiebel in Butter kurz andünsten. Petersilie und Semmeln untermischen. Mit der gesalzenen Eiermilch übergießen und durchmengen. Eine Rolle formen. Ein Geschirrtuch in heißes Wasser tauchen. Die Rolle in das Tuch fest einrollen. Die Enden zubinden. In kochendem Salzwasser eine ½ Stunde ziehen lassen. 1 cm dicke Scheiben schneiden und mit dem Gulasch servieren. Guten Appetit und gutes Gelingen wünscht Bärbel Kleinsteuber Serviettenknödel Zutaten: 1 /2 Zwiebel 30 g Butter Siebdruck | Offsetdruck | Digitaldruck | Druckveredelung Folienprägung | Grafik-Design | Satz | Beschriftung Herausgeber: sc im·puls erfurt e.v. Schützenstraße 4, 99096 Erfurt Tel.: 0361/7443655, Fax: 7443654 sc-impuls-erfurt@t-online.de www.sc-impuls.de Redaktion: Esther Goldberg, Ralf Höhn, Birgit Münch Olaf Kleinsteuber, Andree Jeziorski Titelfoto: Olaf Kleinsteuber Layout: Frank Naumann, Arnstädter Straße 14, 99096 Erfurt, Tel.: 0361/6435751 FrankNaumann-Erfurt@t-online.de www.art-franknaumann.de Anzeigen und Druck: Handmann Werbung GmbH Vertrieb: Mediengruppe Thüringen Erscheinungsweise: alle drei Monate Einzelbezugspreis: 1,40 ausDRUCKsstark www.handmann.de HANDMANN WERBUNG GmbH · Druckerei & Werbeatelier Heinrich-Credner-Str. 2 · 99087 Erfurt · Tel. 03 61 | 7 40 29-0 · E-Mail: druckerei@handmann.de im·puls Nummer 3 - 2015 15

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