JE 4-2015

 

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It is a (printed) journal about modern jewish life in europe. we are publishing 4 issues every year.

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Ausgabe 4/2015 üdisches UROPA Jüdisches Leben in Deutschland, Österreich und Frankreich üdisches Tischri/ Cheschwan/ Kislew 5776 September/ Oktober/ November 2015 Preis 2,50 Euro IM KREISLAUF DES JAHRES ROSCH HASCHANA 5776 KONZERTVERBOT DER FALL MATISYAHU UNITED AT HEART DIE EUROPEAN MACCABI GAMES IN BERLIN ANTISEMITISMUS BEKÄMPFEN INTERVIEW MIT DEIDRE BERGER

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Berlin, zum 14. September 2015 Grußwort zum Neujahrsfest Rosch Haschana 5776 Zu Rosch Haschana grüße ich Sie alle herzlich und wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden in Deutschland, Israel und der ganzen Welt ein gesegnetes und glückliches Neujahrsfest. Mögen Friede, Gesundheit und Wohlergehen Sie alle im Neuen Jahr begleiten. Hinter uns liegen Monate, in denen wir an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor siebzig Jahren und die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager erinnert haben. Mit dieser Befreiung durch die Alliierten wurde dem Zivilisationsbruch der Shoa ein Ende gesetzt. Die Vergangenheit mahnt uns, nicht zu vergessen. Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjähren nicht. Aus der Erinnerung erwächst uns der Auftrag, das Wissen über die Verbrechen von damals weiterzugeben und das Erinnern wachzuhalten. Ich bin dankbar, dass es in unserem Land eine lebendige Erinnerungskultur gibt. Von zentraler Bedeutung sind dabei die KZ-Gedenkstätten. Als Lernorte für zukünftige Generationen sorgen sie dafür, dass das Wissen über das Geschehene wachgehalten wird, gerade dann, wenn es einmal keine Zeitzeugen mehr geben wird. Gedenkstätten befördern die Erziehung zu Demokratie und Toleranz. Im Bewusstsein für die Verantwortung vor unserer Geschichte bleibt es beständige Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen in unserem Land – unabhängig von Religion oder Herkunft – ein Leben in Frieden und Sicherheit führen können. Es ist beschämend, dass es auch heute noch zu antisemitischen Vorfällen in Deutschland und anderen europäischen Staaten kommt. Dagegen müssen wir mit aller Konsequenz vorgehen. Nie wieder dürfen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland und Europa eine Chance bekommen. Ich danke deshalb allen herzlich, die sich mit viel Ausdauer und Energie für Weltoffenheit und ein gedeihliches Miteinander in unserem Land einsetzen. Dieses Jahr ist auch ein ganz besonderes Jahr in den Beziehungen Deutschlands zum Staat Israel. Im Mai haben wir den fünfzigsten Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gefeiert. Heute sind unsere beiden Länder so eng miteinander vernetzt wie nie zuvor. Eine enge wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit, ein intensiAm 8. Mai 2008 feiert Israel denvon 60. Jahrestag seiner Staatsgründung. In den verganver Jugendaustausch und eine Vielzahl Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden sind genen sechs Jahrzehnten istzwischen es den Bürgerinnen und Bürgern Israels gelungen, gegen Ausdruck der vitalen Beziehungen unseren Ländern. alle Widerstände eine moderne Demokratie aufzubauen. Zwischen Deutschland und Israel hat sich auf in diesen Jahren eine enge Freundschaft entwickelt. Israel kann auch Mit dem Rückblick fünfzig Jahre deutsch-israelische Beziehungen verbindet sich fürsich mich die weiterhin Botschaft, auf unsere Solidarität und Unterstützung verlassen. hoffnungsvolle dass Verständigung und Versöhnung möglich sind. Lassen Sie uns in diesem Sinn zuversichtlich in das Neue Jahr 5776 blicken. Deutschland wünscht Israel für die Zukunft Frieden allen Nachbarn, Freiheit und Hoffen wir gemeinsam auf ein friedliches gutes Jahr – Schanamit Towa. Sicherheit und gratuliert sehr herzlich zum 60. Jahrestag der Staatsgründung! Deutschland gratuliert Angela Merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Angela Merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland 080319_AZ_60JahreIsrael_A4_noProfil_gp.indd 1 jüdisches europa 19.03.2008 9:40:03 Uhr 3

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editorial INHALT TITEL ROSCH HASCHANA 5776 NEUJAHRSGRÜßE     03, 05-07, 15-19 IMPULSE SETZEN UND KONTINUIERLICHE PRÄSENZ ZEIGEN INTERVIEW MIT DEIDRE BERGER    22-23 UNITED AT HEART DIE EUROPEAN MACCABI GAMES 2015 IM BERLINER OLYMPIAPARK    10-13 KEIN JUDE IN DER DIASPORA IST FÜR DIE POLITIK ISRAELS VERANTWORTLICH DER FALL MATISYAHU    25 Moderne Welt 14     ANTISEMITIS­ MUS IM GEWAND DES ANTIZIONIS­ MUS EIN NEUES BUCH DECKT AUF 23     ZWST BIETET SEMINARE GEGEN ANTISEMITISMUS IN DEN SOZIALEN NETZWERKEN DAS INTERNET ALS QUELLE FÜR DIE VERBREITUNG VON HETZE RÜCKT STÄRKER IN DEN FOCUS 08     NACHRUF AUF MENASHE KADISH­ MAN S. A. UND JERZY KANAL S. A. 21     INTERNATIONALER PROTEST MERSEBURG EHRT CHEMIKER VON AUSCHWITZ 28    HILFESTELLUNG FÜR EIN JÜDI­ SCHES GEMEINDELEBEN ECJC ARBEITET WIEDER 09    WIR KÖNNEN NOCH HELFEN – WENN WIR UNS BEEILEN! 09     TROTZ DROHUNGEN UND TÄTLICHEN ANGRIFFEN MUTIGE PUBLIZISTEN KLÄREN ÜBER RECHTS­ EXTREME AUF Religiöses Leben Kultur 20    IM PORTRAIT DAS GESICHT IMMER NAH AM MIKRO­ FON MUSIK IST DAS LEBEN VON ESTHER BEJARANO 30     KLEIN ABER SPANNEND MALTA BEI DEN EUROPA- KULTURTAGEN DER EZB 2015 Leserbriefe 27    AUFLÖSUNG DES GEWINNSPIELS AUSGABE 3/2015 27    LESERBRIEFE 29    VON DER ERSCHAFFUNG DER WELT BIS NECHEMIA DIE BIBEL FÜR KINDER Editorial IMPRESSUM 20     JÜDISCHES EUROPA IM ABONNEMENT einfach Coupon ausschneiden und abschicken an: Jüdisches Europa, z.Hd. Frau Canem Rhönstr. 127, 60385 Frankfurt Fax: 069-49084533 Bitte liefern Sie mir 4 Ausgaben von „Jüdisches Europa“ zum Preis von 10,60 Euro (Europa 21,40 Euro, restliches Ausland 25 Euro) ins Haus. Wenn ich „Jüdisches Europa“ danach weiterlesen möchte, brauche ich nichts weiter zu tun. Das Abo verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr zum gleichen Preis. Es ist jederzeit möglich, das Abonnement zu beenden. Name/Vorname: ................................................. PLZ/Ort: ........................................................ Straße/Nr.: ......................................................... Telefon: .......................................................... E-Mail: ...................................................      Datum/Unterschrift ..................................................... 4 jüdisches europa

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grußwort Grußwort des Botschafters Yakov Hadas-Handelsman Rosh Hashana 5776 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, zum jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana sende ich Ihnen meine besten Wünsche und Grüße. In Israel blicken wir auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Aus den Wahlen im März 2015 ging Ministerpräsident Binyamin Netanyahu als Sieger hervor. Neben den aktuellen innenpolitischen Aufgaben stellen auch die Entwicklungen in unseren arabischen Nachbarstaaten und der extremistische Terror der Islamisten im gesamten Nahen Osten die neue Regierung und die Bevölkerung vor immerwährende Herausforderungen. Doch inmitten dieser Region der Unruhe und Gewalt ist und bleibt der Staat Israel ein Anker der Stabilität, Demokratie und Freiheit, des Pluralismus und Fortschritts. Politiker und Bürger in Israel sind über alle Parteigrenzen hinweg sehr besorgt über die Vereinbarung mit dem Iran im Atomstreit. Schon jetzt fördert das Regime im Iran den internationalen Terror und bedroht nicht nur permanent den Staat Israel, sondern die Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt. Da wir einer direkten Bedrohung ausgesetzt sind, werden wir weiter unserer Überzeugung Ausdruck verleihen, dass dieses aus unserer Sicht schlechte Abkommen den Weg des Iran zur Atombombe nicht verhindert, sondern nur verzögert. Die Einschätzung, die Alternative zu diesem Abkommen sei zwangsläufig Krieg, teilen wir nicht. Wir betonen vielmehr, dass die Alternative ein besseres Abkommen sein muss. Unsere bilaterale Agenda bestimmt im Jahr 2015 der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Den politischen Höhepunkt markierten im Mai der Staatsbesuch von Präsident Reuven Rivlin und der gemeinsame Festakt mit Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin. Unzählige israelisch-deutsche Höhepunkte erleben wir das ganze Jahr über bei sportlichen und musischen Begegnungen, bei Konferenzen zu Bildung, Wirtschaft, Umwelt, Wissenschaft und Forschung, bei künstlerischen Projekten oder im Jugendaustausch und bei Städtepartnerschaften. Zahlreiche Jüdische Kulturtage in deutschen Städten standen in diesem Jahr unter dem Motto der „50 Jahre“. Es freut mich, dass sich in diesem Jubiläumsjahr viele Bürger und viele jüdische Gemeinden hier im Land so sichtbar im Zeichen der israelisch-deutschen Freundschaft engagieren. Indem wir die Gegenwart und Zukunft gestalten, ohne die Vergangenheit zu vergessen, bewahren wir die Einzigartigkeit unserer Beziehungen. Dass das wichtig ist, zeigen auch die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Der Antisemitismus in Deutschland und Europa und die mitunter großen Unterschiede in der Betrachtung des jeweils anderen Landes sind da nur zwei Beispiele. Trotz allem werden wir niemals aufhören zu hoffen, dass das neue Jahr für Israel und für alle Juden weltweit mehr Sicherheit und Frieden bringen wird. Und wir werden weiterhin alles dafür tun, damit sich unsere Hoffnung erfüllt. Ich wünsche Ihnen ein friedliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 5776. Shana tova u-metuka! Ketiva ve-chatima tova! jüdisches europa 5

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